Pat Conroy - The Death of Santini


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    The Death of Santini: The Story of a Fat...

    von

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    Verlag: Dial Press Trade Paperback

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 384


    ISBN: 9780385343527


    Termin: Dezember 2014

    Das Buch ist der 2. Band der Reihe (2 Teile).

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    • Pat Conroy - The Death of Santini

      Dass Pat Conroy ein schwieriges Verhältnis zu seinem Vater hatte, ist noch sehr euphemistisch ausgedrückt. Nicht von ungefähr kommt in seinen Romanen praktisch immer eine despotische, unnachgiebige, gewalttätige Vaterfigur vor, die allen Angst einflößt. Der echte Don Conroy, Marineflieger und Offizier, scheint ein Mensch gewesen zu sein, der als Romanfigur völlig überzogen gewirkt hätte, ein regelrechter Diktator, der weder vor körperlicher noch vor seelischer Gewalt zurückschreckte und in seiner Familie mit eiserner Hand das Regiment führte, während die Mutter, eine belesene Südstaatenschönheit, von ihrem ältesten Sohn einerseits verehrt und andererseits wegen ihrer Gefühlskälte ebenfalls gefürchtet wurde.

      Es ist eine zutiefst verkorkste Familie, in der Conroy aufwächst, geprägt von den hehren Idealen des Marine Corps und vom Katholizismus der irischstämmigen Familie väterlicherseits, beides von Haus aus keine Umfelder, in denen freies Denken erwünscht ist und sich Eltern und Kinder auf Augenhöhe begegnen. Die extremen Persönlichkeiten von Don und Peg Conroy verschärfen dies noch, und vieles, was Conroy hier erzählt, wirkt „stranger than fiction“. Der Umgang der Geschwister untereinander ist oft ruppig, aber auch von einem Galgenhumor geprägt, der auf Außenstehende befremdlich und manchmal gar geschmacklos wirken kann, aber sicher hilft, mit der Familiensituation klarzukommen. Zwei von Conroys sechs Geschwistern leiden unter heftigen psychischen Problemen, und auch der Autor selbst berichtet von seinen Selbstzweifeln, Depressionen und Zusammenbrüchen.

      Viele dieser Themen kommen versierten Conroy-Lesern bekannt vor, und in der Tat hat er vieles bereits in seinen früheren Büchern verarbeitet, schreibt hier aber in einem etwas nüchterneren Tonfall als bei seinen Romanen. Dafür geht er hier noch stärker in die Tiefe und hebt vor allem einen großen Wendepunkt hervor: die Veröffentlichung von „Der große Santini“, seinem ersten autobiographisch geprägten Roman, der zum Bruch mit einem Teil der erweiterten Familie, aber auch, völlig überraschend, zu einer Annäherung an seinen Vater führte.

      Dieses Selbstporträt mit dysfunktionaler Familie ist wahrlich kein Wohlfühlbuch, aber eine sehr interessante, um einen kleinen Abschnitt mit diversen Fotos ergänzte Komplementärlektüre zu Conroys Romanen.
      Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
      (Leonard Cohen)
    • Leider gibt es das Buch nicht auf deutsch.

      Und noch eine Anmerkung: es handelt sich NICHT um einen 2. Teil um Bull Meecham, sondern um ein eigenständiges, autobiographisches Buch, das nur einen ähnlichen Titel hat wie "The Great Santini".

      Bull Meecham aus dem "Great Santini" ist eine fiktionalisierte Version seines Vaters. In "The Death of Santini" geht es um den echten Don Conroy.
      Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
      (Leonard Cohen)
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