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Peter Handke - Bis daß der Tag euch scheidet oder Eine Frage des Lichts /Jusqu'à ce que le jour vous sépare ou : Une question de lumière

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    Bis daß der Tag euch scheidet oder Eine ...

    von

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    Verlag: Suhrkamp Verlag

    Bindung: Broschiert

    Seitenzahl: 51


    ISBN: 9783518420966


    Termin: April 2009

    • Peter Handke - Bis daß der Tag euch scheidet oder Eine Frage des Lichts /Jusqu'à ce que le jour vous sépare ou : Une question de lumière

      Französische Erstschrift (2007)
      Deutsche Version (2008)

      INHALT :
      »Bis daß der Tag euch scheidet: Eine Antwort auf Das letzte Band von Beckett? Eher ein Echo. Ein Echo jetzt fern, im Raum und auch in der Zeit, jetzt ganz nah an Herrn Krapp, dem einsamen Helden des Stücks von Samuel B. Ein Echo jetzt schwach und widersprüchlich, verzerrt, jetzt stark, verstärkt, vergrößert. Deshalb wage ich es, diesen Echo-Monolog ein Drama zu nennen, ein sehr kleines Drama – so wie Das letzte Band ein Drama ist, ein großes. Kann es sein, daß nach Beckett nur noch unsere sekundären Stücke gekommen sind, wie zum Beispiel, als Beispiel, eben Bis daß der Tag euch scheidet? Keine Reduktion mehr möglich, kein Null-Raum mehr möglich – nur noch Spuren der Verirrten – hier der 1 Verirrten? Aber man mußte sich, wir mußten uns vielleicht verirren, im Interesse der Szene, im Interesse des Theaters? ›Echo‹, wenn ich mich recht erinnere, bezeichnet in der griechischen Mythologie auch eine Person, eine kleine Göttin oder eine Nymphe – auf jeden Fall aber eine Frau, die Stimme einer Frau.« Aus dem Nachwort von Peter Handke

      BEMERKUNGEN :
      Es handelt sich also um einen recht kurzen, aber sehr dichten, circa 20-seitigen Monolog, nach einer kurzen Szenenbeschreibung. Also wirklich inszenierbar : Ein Paar – siehe da ! - auf der Szene als vollkörprige Skulpturen. Anscheinend vollständig gleich, aber bei langerem Hinsehen stellt man die Unterschiede fest : Dieser Mann hier wirkt eingefallen und tot, während die Frau als « blühendes Leben » erscheint, leuchtend, lächelnd, kurz lebendig. Ist es eine Halluzination, dass sie plötzlich die Augen aufschlägt und sich, auch ohne Zuwendung, an den Partner richtet ?

      Ist es ein Echo auf ein Stück Becketts (« Das letzte Band »), so erahnen wir also die Spur einer « Verirrten », wie Handke es selber ausdrückt. Die Frau scheint anzuklagen, zählt die Unfähigkeiten ihres Partners aus, sein nie vorhandenes « absichtsloses Spielen oder Zeigen wie das der Kinder ». Seine graue Mine, seine Griesgrämigkeit. Unverständnis, Unterschiede, Abstand zwischen den beiden ? Aber auch : er liess ihr, respektiert - entgegen aller normal gemachten Illusionen – ihre, IHRE Nacht. Eint sie diese Nacht ? Macht sie sie zu einem unzertrennlichen Paar?

      « … du hattest kein Vertrauen in die stille Welt als der Weisheit letzter Schluß. Du warst nicht der Schöpfer, der du so gerne gewesen wärst. Die stille Welt, sie war nicht dein Vaterland. Das Unbeschreibliche : Du warst nicht offen genug, nicht durchlässig genug – nicht Gestalter oder eben Schöpfer genug, dass es, das Unbeschreibliche, sich schlicht gezeigt hätte, ohne deine Einmischung, und ohne deine Zusätze, einen Zusatz nach dem anderen. Du warst außerstande, die stille Welt ihre Arbeit tun und ihr Spiel spielen zu lassen – sie, kurz gesagt, zu lassen. »

      Dieses Mini-Drama wird geprägt von der Sprache Handkes und, wie immer, auch einigen Fundstücken, die uns Suchenden kleine Wegweiser sein könnten.

      Hier sind französische Erstfassung und deutsche Version, sicherlich beide von Handke selber geschrieben, in einem Band erhältlich. Sehr interessant auch für einen Französischsprachigen, da er so ebenfalls Einblick gibt in die eigenständige Sprachkultur in diesen beiden Ausdrucksweisen durch den versierten Handke. Dieser lebt ja seit Jahren schon in Frankreich, beherrscht mehrere Sprachen meisterhaft.

      ZUM AUTOR:
      Peter Handke, geb. am 6.Dezember 1942 in Griffen/Kärnten. Die Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich; der Vater, ein Deutscher, war in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Kärnten gekommen. Nach seiner Kindheit, die er im Berliner Ostsektor und in Griffen verlebte, studierte er nach seinem Abitur 1961 in Graz Jura. 1965 brach er nach der Veröffentlichung seines ersten Romans sein Studium ab und arbeitet seither als freiberuflicher Schriftsteller. Er lebte zunächst in Graz, dann in Düsseldorf und Berlin, Paris, Kronberg im Taunus, in den USA und ab 1979 längere Zeit in Salzburg. Zur Zeit wohnt er in Chaville in Frankreich.

      Neben seinem umfangreichen eigenen Werk hat Peter Handke viele Prosawerke und Stücke von Schriftsteller-Kollegen ins Deutsche übertragen: Aus dem Griechischen Stücke von Aischylos, Sophokles und Euripides, aus dem Französischen Emmanuel Bove (unter anderem Meine Freunde), René Char und Francis Ponge, aus dem Amerikanischen Walker Percy...

      1973 wurde Peter Handke mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet und 2007 erhielt er den Berliner Heinrich-Heine-Preis, 2008 den Thomas-Mann-Literaturpreis, 2009 wurde er mit dem Franz-Kafka-Literaturpreis ausgezeichnet. Nun erst mit dem Ibsen-Preis. (Quelle: amazon.de)

      Weiterführende Links zu Peter Handke:
      tour-literatur.de/Links/links_autoren/handke_links.htm
      (Quelle: amaz.de; wikipedia; Autorenlink)


      Broschiert: 51 Seiten
      Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (20. April 2009)
      Sprache: Deutsch, Französisch
      ISBN-10: 3518420968
      ISBN-13: 978-3518420966
      Marie-Hélène Lafon - Nos vies
      Michel Houellebecq - Non réconcilié (Gedichte)
      Marilyn Monroe - Tapfer lieben: Ihre persönlichen Aufzeichnungen, Gedichte und Briefe
      Swami Vivekananda - Karma-Yoga. Der Pfad der Arbeit

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