James Joyce - Ulysses (Start 15.05.2017)

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    • cyphella schrieb:

      "Gilbert Schema"
      Bin grade draufgekommen, was das ist. Dass Joyce die Kapitelüberschriften in der publizierten Fassung weg gelassen hat, macht eigentlich nichts aus, weil ich im Kapitel 4 Blooms Frau niemals mit Kalypso (so die nicht veröffentlichte Überschrift) in Verbindung gebracht hätte. Wieso auch? Es sieht nicht danach aus, dass Bloom Molly verlassen will.
      Dank @cyphellas Hinweis auf das Gilbert Schema lese ich jetzt doch ein wenig bei Wiki nach. Ganz unbedarft komme ich nicht gut voran. Ganz wichtig wird im weiteren Verlauf der Lektüre auch der Begriff des "Bewusstseinsstroms" werden. Ich muss noch lernen, nicht geradlinig und kontinuierlich zu denken, sondern bei jedem Satz oder gar mitten drin auf Gedankensprünge gefasst zu sein.
      Liebe Grüße von Sylli :montag:
      "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne." (Jean Paul)
    • hallo zusammen :winken:
      Ich habe gerade meinen Abschnitt für heute gelesen. Seite 70 Ende vom ersten Teil laut meiner Ausgabe.
      @Sylli du spricht mir aus der Seele. Der letzte Abschnitt war für mich sehr verwirrend. Ich habe meinen Abschnitt für morgen schon markiert und gelunst habe ich auch schon :uups: und wer glaubt es? Unser Protagonist taucht auf. Ich bin gespannt. Viel Spass euch :study: und :musik:




      Sich das Lesen zur Gewohnheit machen heißt, sich einen Ort zu schaffen, in den man sich vor fast allem Elend des Lebens zurückziehen kann.
      W. Somerset Maugham
    • Gestern habe ich dann ebenfalls mit etwas Verspätung begonnen, und bin bis zum diesem Abschnitt gekommen:

      Farast schrieb:

      Gestern habe ich angefangen. Ich hoffe ihr findet alle die Stelle, die ich gelesen habe. Wenn nicht müssen wir uns noch eine andere Möglichkeit überlegen.

      Kommentierte Suhrkamp Ausgabe: 1. Kapitel / Telemachos
      Erster Satz: Stattlich und feist erschien (...) Den Rest erspare ich mir mal jetzt. Später werde ich immer den ganzen Satz schreiben, egal wie lange er ist.
      Letzter Satz: Ein glänzender glatter brauner Kopf, eines Seehunds, weit draußen auf dem Wasser, rund. Usurpator.
      Mit ging es ähnlich wie @Hirilvorgul, und manch anderen hier: ich habe die ersten 10-15 Seiten gelesen, und hatte gar nicht verstanden, um was es geht. Also nochmals von vorne, und dann mit Hilfe einer kommentierten, englischsprachigen Ausgabe ein paar Hintergrundinfos mitgenommen. Jetzt geht es einigermassen, auch wenn ich es sehr gut verstehe, wenn es heisst, dass dieser Roman zu den am häufigsten abgebrochenen Erzählungen gehört.

      Hirilvorgul schrieb:

      Auf jeden Fall gefällt mir die Sprache nicht wirklich. Ich mag's nicht so vulgär (das hab ich schon den ganzen Tag im Büro).
      Geht mir auch so.Neben den bereits erwähnten vulgären Ausdrücken (Fressen, etc) ist auch der Humor etwas derb:
      "Er sah ihr zu, wie sie zuerst in das Mass, dann in den Krug die fette weisse Milch goss, nicht ihre. Alte verschrumpelte Titten." Nicht gerade feinsinniger Humor, aber soll wohl auch den Charakter des Protagonisten wiederspiegeln...

      mofre schrieb:

      Natürlich gibt es viele Anspielungen auf die griechische Mythologie und Geschichte. "Thalatta, Thalatta", ein weltberühmt gewordener Ausspruch aus der "Anabasis" des griechischen Schriftstellers Xenophon.
      Mehr davon! Ich hatte den Begriff noch nie gehört...

      Hirilvorgul schrieb:

      Also wenn ich Wort- und Satzkompositionen bewundern will, lese ich Lyrik.
      Da stimme ich voll zu - und da ich es bevorzuge, dass Sätze hintereinander einen Sinn ergeben, lese ich selten Lyrik :loool:

      Hirilvorgul schrieb:

      Hab gerade mal einen Blick drauf geworfen und festgestellt, dass mich das noch mehr verwirrt
      Um Gottes Willen, mich ebenfalls. Mal schauen, ob ich da durchblicke, wenn es soweit ist. Interessant finde ich es allerdings, dass der Roman soviele unterschiedliche Themen und Erzählstile vereinen soll. Da bin ich sehr gespannt. Wenn mir eben ein Kapitel nicht so zusagt, kein Problem, das nächste wird dann wieder komplett anders?

      Sylli schrieb:

      Einen kenn ich: Thomas Pynchon
      Von ihm habe ich noch nichts gelesen, ist aber ganz oben auf meiner Merkliste. Neben Mason&Dyxon, was mit 1000 Seiten für einen Versuch etwas zu umfangreich ist, habe ich noch "Die Versteigerung der No 49" hier liegen. Dieser knappe Roman soll als Einstieg in Pynchons Werk ebenfalls gut geeignet sein.

      mofre schrieb:

      Ja, ich finde auch, dass es Spaß macht, ab und zu ein Buch zu lesen, das einen dazu anregt, ein bisschen zu forschen und in die Breite zu gehen.
      Generell stimme ich Dir zu. Beim "Foucaultschen Pendel" von Umberto Eco war es mir nach einem Drittel aber zuviel. Irgendwann wollte ich nicht mehr die ganzen Namen etc nachschauen, weil ich es mir dann doch nicht mehr merken konnte, und mit dem Fortgang der Handlung ohnehin nichts zu tun hatte. Das Gleiche befürchte ich hier auch. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass sich Joyce hier den Spass erlaubt, einfach eine Menge Verweise, Namen, Lieder in die Handlung einzubauen, um den Lesern Gelegenheit zu geben, diese Anspielungen zu suchen und sich daran zu erfreuen.

      Hirilvorgul schrieb:

      Ich habe heute Episode 2 gelesen.
      Da ist schon viel mehr Handlung drin, daher ließ es sich viel leichter lesen.
      Das klingt gut. Das motiviert mich, heute abend das Buch wieder in die Hand zu nehmen...
      :study: Curzio Malaparte - Die Haut (349/448)
      Letzter Neuzugang am 18. Januar: James Sallis - Deine Augen hat der Tod
    • Hallo Ihr tapferen Leser,
      ich verfolge mit Interesse als stiller Mitleser Eure MLR.
      Ich hoffe, eine kleine Zwischenfrage ist erlaubt, ohne Euch im Lesefluss (sofern vorhanden :wink: ) zu stören. Euren Thread möchte ich damit nämlich nicht sprengen!

      Nungesser schrieb:

      Jetzt geht es einigermassen, auch wenn ich es sehr gut verstehe, wenn es heisst, dass dieser Roman zu den am häufigsten abgebrochenen Erzählungen gehört.
      Mit der Technik des Bewusstseinstroms arbeitete ja auch Döblin. Hat jemand von Euch "Berlin Alexanderplatz" komplett gelesen? Ich hatte bisher zwei Anläufe. Ergebnis leider "unvollendet".
    • Kapitel 1 (S. 6-33)

      Hallo, ich bin jetzt auch endlich dazu gekommen, mich den ersten Seiten von Ulysses zuzuwenden.

      Puh, gar nicht so einfach sich einzulesen. Allein die Formatierung finde ich schon gewöhnungsbedürftig. Zwischendurch war ich immer mal wieder verwirrt, ob das was ich gerade lese wörtlich Rede einer der derei Personen ist oder nicht.

      Eigentlich wollte ich die Anmerkungen am Rand meiner kommentierten Ausgabe erstmal nicht mitlesen, aber sie helfen teilweise doch beim Verständnis, deshalb bin ich dazu übergegangen sie mitzulesen. Das verlangsamt das Lesen doch sehr und teilweise verstehe ich einiges trotzdem nicht und hätte mir noch einen zusätzlichen Kommentar gewünscht :lol: Vielleicht werde ich ab jetzt dazu übergehen, nur dann die Kommentare zu lesen, wenn ich an einer Stelle hängenbleibe, die ich nicht verstehe. Ich denke das wird sich mit der Zeit einspielen, so wie @Farast schon sagte.

      Mir ging es auch so, dass ich das Gefühl hatte, das erstmal nichts hängeblieb, da bin ich froh, dass ich damit nicht alleine bin, sondern es @Hirilvorgul und @Farast auch zunächst so ergangen ist.

      Farast schrieb:

      Ich wusste ja schon ungefähr auf was ich mich bei dem Buch einlassen werde, aber das mir der Einstieg derartig schwer fallen würde, damit habe ich beim besten Willen nicht gerechnet. Aber wenn ich mir die Tipps von @mofre und @Sylli anschaue ahne ich worin die Schwierigkeit bei mir besteht. Ich versuche zu viel zu verstehen. Einen Sinn zu finden, den Faden (wie es @Hirilvorgul schrieb). Also muss ich es anders angehen. Das Ganze wie ein etwas zu groß geratenes Gedicht sehen. Stimmungen erfühlen. Das müsste klappen.
      Dem kann ich nur beipflichten, nachdem ich jetzt die ersten Beiträge gelesen habe, werde ich auch versuchen, es eher so anzugehen.

      Gaymax schrieb:

      Im englischen sind die Sätze anders als in der deutschen Ausgabe, aber ich habe dazu ein Bild gefunden. Auf alle Fälle war die Annäherung von Mann zu Mann unglücklich verlaufen.

      Mal gucken was ich zu den anderen Namen finde. Das macht irgendwie Laune zu forschen und zu entdecken. Bin allerdings deswegen auch erst auf Seite 13.
      Das finde ich auch sehr spannend! Aber ich befürchte, dass ich dann Ewigkeiten brauche, um das Buch zu lesen :lol: Aber das macht ja gerade auch den Spaß an diesem Buch aus, dass es so viel zu forschen und entdecken gibt!

      mofre schrieb:

      Ich erzähle das, weil sich meine humanistische Schulbildung ja mal irgendwann bezahlt machen muss.
      gerne mehr davon!

      Sylli schrieb:

      Bin echt beeindruckt von Euch beiden, aber die Idee ist wirklich genial. Hörbücher bringen einem den Text schon noch mal anders näher. Diese Erfahrung habe ich auch schon oft gemacht.
      Ich bleib vorläufig noch beim Selberlesen, aber vielleicht häng ich das Audiobook dann dran.
      Das ist eine richtig gute Idee! Vielleicht komme ich auch noch irgendwie an das Hörbuch. In der Bücherei ist es leider ausgeliehen.
      :study: Isabel Allende - Das Geisterhaus
    • Erstmal die gute Nachricht. Ich bin noch nicht ausgestiegen, allerdings bin ich gestern doch nur 10 Seiten weit gekommen. :roll: :lol:

      Bisher habe ich noch keine bessere Methode für mich gefunden zu lesen und alles was ich nicht kenne und nachschlagen kann mache ich auch. Funktioniert auch nicht bei allen Wörtern.

      Thomas von Aquin - Thomas von Aquin war Dominikaner und einer der einflussreichsten Philosophen und Theologen der Geschichte.

      Und obwohl er so bekannt ist, habe ich nix von ihm gehört.

      Japhet - ist neben Sem und Ham einer der drei Söhne Noahs im Alten Testament und einer der acht Überlebenden der Sintflut. Hier: “Japhet, der einen Vater sucht” von Frederick Marryat

      Das Buch habe ich unten verlinkt. Unter anderem habe ich auch nach einer Erklärung für die Vater-Sohn Idee gesucht, habe da aber nix gefunden was mich genug befriedigte.

      Martello - Martello-Turm werden 164 kleine runde Befestigungen genannt, die das britische Empire primär zwischen 1796 und 1814 zur Zeit der Napoleonischen Kriege errichtete. Die letzten Martello-Türme entstanden 1829 bis 1834 auf Mauritius

      - Das hatte ich glaub ich ja schon erwähnt gehabt. :-k

      Mabinogion - Das Mabinogion ist eine Sammlung von Erzählungen, die aus mittelalterlichen, walisischen Manuskripten stammen.

      Upanischaden - Die Upanishaden (oder Upanischaden) sind eine Sammlung philosophischer Schriften des Hinduismus und Bestandteil des Veda.

      - Man kann nur klüger werden. Weder das Eine noch das Andere gehört.

      Muglins - Die im Osten vorgelagerten Felsen der Insel sind als “The Muglins” bekannt und bilden eine Gefahr für die Schifffahrt.

      - Das fand ich schon eher interessant. In den Gewässern davor sind wohl viele Tümmler zu finden.

      Et unam, sanctam, catholicam et apostolicam Ecclesiam. - Und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche.

      - Endlich wieder was ich so übersetzen kann. Jetzt weiß ich wenigstens wofür Latein in der Schule wichtig war. :lol:

      Missa Papae Marcelli - Die Missa Papae Marcelli ist die bis heute bekannteste Messe von Giovanni Pierluigi da Palestrina. Sie trägt ihren Namen nach Papst Marcellus II., der im April 1555 während dreier Wochen als Papst amtierte. Die Messe wurde traditionellerweise anlässlich der Papstkrönung gesungen, bis Johannes Paul I. und seine Nachfolger auf diese Zeremonie verzichteten.

      - Hab es mir sogar angehört. Geht ca. 34 Minuten. :D

      Ich glaube das wird ein interessanter Tag werden. Ich hoffe es stört nicht wenn ich mich dem Buch so näher und hier meine Wissensfortschritte mitteile. Ich denke so kann ich mich dem Buch am besten nähern. Zumindest stört es mich wenn ich nicht weiß was die Wörter bedeuten bzw. wer diese Leute sind. Wahrscheinlich sind die nicht mal allzu wichtig, aber so näher ich mich wenigstens etwas dem Buch. :uups:
      :study: Black Memory (Janet Clark) 20 / 383 Seiten
      :study: Letzter Tanz (Jeffery Deaver) 207 / 447 Seiten

      SUB: 548
    • SiriNYC schrieb:

      Mit der Technik des Bewusstseinstroms arbeitete ja auch Döblin. Hat jemand von Euch "Berlin Alexanderplatz" komplett gelesen? Ich hatte bisher zwei Anläufe. Ergebnis leider "unvollendet".
      "Berlin Alexanderplatz" kenne ich nicht. Aber mir ist gerade Virginia Woolf eingefallen, die arbeitet ja auch mit dieser Technik. "Mrs Dalloway" von ihr empfinde ich im Vergleich zu Ulysses ja fast schon problemlos und vor allem viel schöner zu lesen. Ich mochte den Roman jedenfalls.
      Bücher müssen mit soviel Überlegung und Behutsamkeit gelesen werden, als sie geschrieben wurden.
      Henry D. Thoreau




      :montag: Ich lese gerade
    • Gaymax schrieb:

      Ich hoffe es stört nicht wenn ich mich dem Buch so näher und hier meine Wissensfortschritte mitteile. Ich denke so kann ich mich dem Buch am besten nähern. Zumindest stört es mich wenn ich nicht weiß was die Wörter bedeuten bzw. wer diese Leute sind. Wahrscheinlich sind die nicht mal allzu wichtig, aber so näher ich mich wenigstens etwas dem Buch.
      Hör nur nicht damit auf! Ich finde das so klasse wie du dich dem Buch näherst und alles so geduldig nachschaust :pray: Danke dir dafür!
      Bücher müssen mit soviel Überlegung und Behutsamkeit gelesen werden, als sie geschrieben wurden.
      Henry D. Thoreau




      :montag: Ich lese gerade
    • Nungesser schrieb:

      "Er sah ihr zu, wie sie zuerst in das Mass, dann in den Krug die fette weisse Milch goss, nicht ihre. Alte verschrumpelte Titten." Nicht gerade feinsinniger Humor, aber soll wohl auch den Charakter des Protagonisten wiederspiegeln...
      Ja, die Stelle fand ich auch ziemlich widerwärtig und nicht mal ansatzweise lustig. Mit so grenzwertigem "Humor" hab ich ein besonderes Problem, da er mir im Büro tagtäglich begegnet und es einfach nur nervt.. :roll:

      Gaymax schrieb:

      Mabinogion - Das Mabinogion ist eine Sammlung von Erzählungen, die aus mittelalterlichen, walisischen Manuskripten stammen.

      Upanischaden - Die Upanishaden (oder Upanischaden) sind eine Sammlung philosophischer Schriften des Hinduismus und Bestandteil des Veda.

      - Man kann nur klüger werden. Weder das Eine noch das Andere gehört.
      Und weißt du das auch noch, wenn dich in einem halben Jahr jemand danach fragt? :wink: Nichts für ungut :friends: ich finde es super, was du so alles nachschlägst. Mir sind die Begriffe nicht mal aufgefallen. :-,
      Gelesen in 2017: 62 - Gehört in 2017: 28 - SUB: 345

      "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)
    • Wahrscheinlich schon. Gerade weil ich nicht nur das Wort gelesen habe, sondern auch nach gesucht habe, aber es liegt in der Natur der Sache, dass das Gehirn wichtiges und unwichtiges trennt und dann diese Informationen mich vergessen lässt. :loool: Wann das Gehirn sowas entscheidet weiß ich nicht, aber bis dahin fülle ich es einfach mit weiteren und neueren Informationen.

      Leider ist das bei Büchern und Geschichten genauso, oft behält man nur noch Einzelheiten und nie die komplette Geschichte. :-? :(

      Aber wenn ich es vergesse ist es nicht schlimm, vielleicht erinnert mich dann jemand dran und dann denke ich an die schöne Leserunde zu "Ulysses", welche ich mit eurer Hilfe geschafft habe. :friends: :tanzen: Ich bin voller Enthusiasmus. :loool: :study: :musik:
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      SUB: 548
    • SiriNYC schrieb:

      Mit der Technik des Bewusstseinstroms arbeitete ja auch Döblin. Hat jemand von Euch "Berlin Alexanderplatz" komplett gelesen? Ich hatte bisher zwei Anläufe. Ergebnis leider "unvollendet".
      Damit stehst Du nicht allein da @SiriNYC Auch ich habe Berlin, Alexanderplatz mehrfach begonnen und nie zu Ende gelesen. Allerdings hat mich Fassbinders Verfilmung des Romans in x-Episoden (war fürs TV) fasziniert (ich habe sie als DVD-Version in den 00er Jahren kennengelernt).
      Viele Grüße von Yurmala

      :study: Zabor ou Les psaumes von Kamel Daoud

      :musik: Hundert Jahre Einsamkeit von Gabriel García Márquez, vorgelesen von Ulrich Noethen

      »You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.«. C.S. Lewis
    • Anstatt im Buch weiter zu lesen, bin ich auch noch in den Weiten des Internets unterwegs.
      Dabei stiess ich auf den englischsprachigen Wikipedia-Artikel "United States v. One Book Called Ulysses", mit Hintergrundinfos, weshalb der Roman in den USA erst 1933 veröffentlicht wurde:
      1922 hatte Joyce den Roman veröffentlicht. Vor der Veröffentlichung wurde in einem Magazin die "Nausicäa-Episode" abgedruckt, in der eine Masturbationszene beschrieben wird - sicherlich zu anzüglich für die Öffentlichkeit zu Beginn der 1920er-Jahre...
      Wer mehr dazu wissen will - unten der Link zum Buch von Kevin Birmingham; scheinbar gibt es keine deutsche Übersetzung.

      Ach ja: irgendwo las ich, dass Stephen Dedalus bereits einen Auftritt in "Portrait of the Artist as a Young Man" hatte - dies sei eine Art "Prequel" zu Ulysses... Hat das schon jemand von Euch gelesen ? (auf deutsch: Portrait des Künstlers als junger Mann)
      :study: Curzio Malaparte - Die Haut (349/448)
      Letzter Neuzugang am 18. Januar: James Sallis - Deine Augen hat der Tod
    • Nungesser schrieb:

      Hat das schon jemand von Euch gelesen ? (auf deutsch: Portrait des Künstlers als junger Mann)
      Ich habe es zwar noch nicht gelesen, aber es steht auf meiner Merkliste für den nächsten >Joyce<.
      Achte auf die Stille und bewahre sie, denn sie bringt alle Träume des Menschen

      :study: John Steinbeck - Die Straße der Ölsardinen
      :study: Lawrence Block - Nighthawks: Stories nach Gemälden von E. Hopper
    • Nungesser schrieb:

      Ach ja: irgendwo las ich, dass Stephen Dedalus bereits einen Auftritt in "Portrait of the Artist as a Young Man" hatte - dies sei eine Art "Prequel" zu Ulysses... Hat das schon jemand von Euch gelesen ? (auf deutsch: Portrait des Künstlers als junger Mann)
      Das hatte ich im Zuge von Cranlys Arm gelesen bzw. recherchiert. Da gab es auch ein Bild zu eben mit dem Hinweis auf das Prequel.

      Habe noch einige andere Wörter recherchiert, aber wollte mich jetzt nicht ganz tief einarbeiten in theologische Ansichten und Dogmen sowie deren Gründer, aber über dieses Wort

      Konsubstantialität - soviel wie Wesensgleichheit; Konsubstantialismus, die Lehre von der Wesensgleichheit des Sohns mit dem Vater (s. Arianischer Streit).

      kam ich auch zu Arius und Sabellius und habe grobflächig gelesen, dass neben der römisch-katholischen Kirche auch ziemlich viele andere Glaubensansichten gab. 8-[

      Nun lese ich aber wirklich weiter im Buch. :lol:
      :study: Black Memory (Janet Clark) 20 / 383 Seiten
      :study: Letzter Tanz (Jeffery Deaver) 207 / 447 Seiten

      SUB: 548
    • von Seite 51 (erster Satz: Unausweichliche Modalität des Sichtbaren) bis Seite 70 (Gleitend durch die Luft die hohen Spieren eines Dreimasters)..(...)

      Sylli schrieb:

      Stephan ist nun anscheinend allein am Strand unterwegs. Ob er nun zu Tante Sara ging oder es bei der Absicht bewenden ließ, habe ich nicht eindeutig herauslesen können.
      Das fand ich auch sehr schwierig herauszulesen, weil er in seinen Gedankengängen oft abschweift und der Weg zu Tante Sara dann auch durch Rückblicke auf einen
      Aufenthalt in Paris (ob Stephen da war oder ein anderer konnte ich beim besten Willen nicht ausmachen) durchbrochen werden. Freie Gedankenassoziation wäre wohl
      das passende Wort für diese knapp 20 Seiten. Trotz dieser Schwierigkeiten fasziniert mich die Sprache immer mehr. Verrückte Wortschöpfungen wechseln sich ab mit
      wunderbar poetischen Beschreibungen von Landschaft und Stadt.
      Die Beschreibung des erwachenden Paris fand ich ganz wunderbar: S.59

      Paris, derb erwachend, krudes Sonnenlicht auf seinen zitronengelben Straßen. Feuchtes Mark von Haferbrotfladen und der froschgrüne Absinth, sein Frühmetten-
      Weiheruch, buhlen um die Luft.
      Dann die Beschreibung eines Trinkgelages....Seite 59:

      Rund um die besabberten Marmortische das Gewirr von weingesättigtem Atem und knurrenden Gurgeln. Sein Atem hängt über unseren saucebesudelten
      Tellern, des grünen Sorgenbrechers Giftzahn drängt sich zwischen seine Lippen.
      Des grünen Sorgenbrechers Giftzahn ist eine wunderbare Formulierung und weist durch das Wort Giftzahn sehr deutlich daraufhin, dass Absinth zu dieser Zeit noch
      in gößeren Mengen giftig war und schwere Halluzinationen auslöste.

      Sylli schrieb:

      Schwierig fand ich auch den Wechsel zwischen den Personalpronomina, weil dadurch nicht immer klar erkennbar ist, von wem gerade die Rede war.
      Da habe ich ebenfalls aufgegeben...........

      Sylli schrieb:

      Die Sprache gefällt mir immer besser, die Beschreibung des brütenden Mittag, die Farben, die Stimmung am Strand einschließlich des Zustandes der wenig ansprechenden Wasserleiche.
      Wie geht es Euch bei diesem Abschnitt? Seht Ihr klarer als ich?
      Ich seh da auch nicht klarer, aber wie dir, gefällt mir die Sprache, die sehr intensive Stimmungen vermittelt und den Leser wie auf einem Fluss aus Sprache fortträgt.

      Weiter geht es dann immer tiefer in den Bewusstseinsstrom und da kann man sich nur noch treiben lassen. Eine Passage möchte ich noch zitieren, weil ich den Eindruck
      hatte, dass hier der Autor selbst vielleicht eigene Ängste vermittelt. (Zumindest ist das mein Eindruck. Vielleicht überinterpretiere ich ja auch.... ?(
      Ist auf jeden Fall schön..........
      Ich werf diesen endlichen Schatten ab von mir, Menschengestalt, unausweichlich, ruf`ihn zurück. Doch wär`er, endlos, meiner noch, Form meiner Form?
      Wer schaut mir hier zu? Wer wird denn wohl je irgendwo die geschriebenen Worte hier lesen?

      So, jetzt folgt eine kurze Verschnaufpause und dann wende ich mich dem zweiten Teil und damit Herrn Leopold Bloom zu. :study:
      Achte auf die Stille und bewahre sie, denn sie bringt alle Träume des Menschen

      :study: John Steinbeck - Die Straße der Ölsardinen
      :study: Lawrence Block - Nighthawks: Stories nach Gemälden von E. Hopper
    • Bin gerade mit dem Schulteil fertig geworden, dass ist bei meiner Ausgabe Seite 50. Ich habe also tatsächlich 20 Seiten gelesen heute und bin auch ganz gut durchgekommen. Wirklich gut beobachtet mit dem Vergleich der Schlacht bei Arcanum und dann auch auf dem Schulhof.
      Mr. Deasy geht mir ein wenig auf die Nerven, kann aber auch am neuen Sprecher meines Hörbuchs liegen. Sie ist nicht schlecht, aber den Mr. Deasy liest er für meine Begriffe nervig. Würde zu gerne wissen ob das stimmt, dass die Iren keine Juden ins Land gelassen haben? Da ich heute weit gekommen bin für meine Verhältnisse gucke ich mal ob ich da was finde. :-k

      Aber es bleibt ein mühsames lesen und ich hoffe ich kann mich auch später durch die Sprache und Metaphorik durch das Buch geleiten lassen. :D
      :study: Black Memory (Janet Clark) 20 / 383 Seiten
      :study: Letzter Tanz (Jeffery Deaver) 207 / 447 Seiten

      SUB: 548
    • taliesin schrieb:

      Das fand ich auch sehr schwierig herauszulesen, weil er in seinen Gedankengängen oft abschweift

      taliesin schrieb:

      Ich seh da auch nicht klarer, aber wie dir, gefällt mir die Sprache die sehr intensive Stimmungen vermittelt und den Leser wie auf einem Fluss aus Sprache fortträgt.
      Ich kann Dir gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass wir alle miteinander bisher doch ziemlich dieselben Erfahrungen gemacht haben. :kiss: Das erleichtert das Lesen ungemein.
      Liebe Grüße von Sylli :montag:
      "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne." (Jean Paul)
    • Nungesser schrieb:

      auch wenn ich es sehr gut verstehe, wenn es heisst, dass dieser Roman zu den am häufigsten abgebrochenen Erzählungen gehört.
      Ja, das verstehe ich auch, und werde es auch niemandem verdenken, wenn er die Flinte ins Korn wirft.

      Das Zitieren ist heute sehr mühsam; ein 2. Zitat im selben Beitrag geht schon mal nicht mehr.
      Liebe Grüße von Sylli :montag:
      "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne." (Jean Paul)
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