Thomas de Padova - Das Weltgeheimnis (Start: 01.04.2017)

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    • Sylli schrieb:

      @Squirrel: Wie war der Ausflug zu den Mayas? Und zum Lesen bist auch gekommen
      der Ausflug war toll, auch wenn ich hundemüde bin. Ich hab ja echt keine Ahnung über die Maya und da wurden viele weiße Flecken bunt gefärbt. Aber ich hab auch gelernt, dass auch die Forschung noch vieles nicht weiß und die letzten Jahrzehnte vieles neu interpretieren musste. Faszinierend und total fremd :wink:

      Ich hab aber auch grad nur den Rest geschafft, ansonsten hab ich im Bus viel gedöst und geschlafen. Mich macht das immer sooo müde, ganz egal ob Bus oder Bahn. Ich reagier da wie ein Baby: schüttle mich und ich schlaf ein :uups:
      viele Grüße vom Squirrel

      :study: Daniel Kehlmann - Tyll
      :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)
    • Kapitel 11
      Könnte man da auch eventuell die Überschrift wählen "Die zwei Seiten des Herrn Galilei?"
      Denn zum Anfang schien es ja so als ob der Herr Galilei sehr angetan war von Kepler. Endlich mal einer der es wagt für die Lehren von Kopernikus Stellung zu beziehen, endlich mal einer mit man sich ausführlich darüber unterhalten konnte ohne "schief angeschaut zu werden bzw. Angst haben zu müssen*
      Als später sich Kepler aber als "Bedrohung" seiner eigenen wissenschaftlichen Laufbahn herausstellt, dann ist alles *Quatsch* was er sagt/tut/macht.................

      Squirrel schrieb:

      Ich hatte zwar nicht den Eindruck, dass er generell Manieren und Einfühlungsvermögen vermissen lässt, aber ich bin ganz Deiner Meinung wenn Du sagst, dass er diese stets möglichst gewinnbringend für sich einsetzte. Und da er später einen Kontakt zu Kepler wohl nicht mehr als für ihn von Vorteil ansah, hat er seine Manieren halt vergessen. Bei den Reichen und Einflussreichen wusste er sie stets einzusetzen. Diesen Eindruck von ihm hatte ich auch schon in vorherigen Kapiteln gewonnen, als er so zielstrebig sich bei den Medici einschleimte und auch andere hochangesehene Menschen umgarnte.
      Unsere Hörnchen konnte es naatürlich wiedermal besser ausdrücken als ich :uups: :uups:

      Squirrel schrieb:

      Diesen Ausflug ganz am Anfang des Kapitels, als uns Leonardo mit all seinen Entwicklungen und seinem technischen Wissen vorgestellt wurde, fand ich faszinierend. Wenn ich so Burgen und Anlagen besichtige, dann bin ich ja immer begeistert, aber hier wurde so bildhaft und deutlich erklärt, wie und warum sich der Festungsbau so und nicht anders entwickelte.
      Mir geht es da genau so....ich finde Burgen so faszinierend :love: :love: :love:
      Eins habe ich aber gelernt, besichtige Burgen nie, niemals im November/Dezember es ist saukalt :totlach: :totlach:

      Squirrel schrieb:

      Ich hab ja echt keine Ahnung über die Maya und da wurden viele weiße Flecken bunt gefärbt. Aber ich hab auch gelernt, dass auch die Forschung noch vieles nicht weiß und die letzten Jahrzehnte vieles neu interpretieren musste. Faszinierend und total fremd
      Wie habe ich dich gestern beneidet, ist das eigentlich eine Wanderausstellung? Hast du bitte einen Link für mich?
      Sobald wir lernen, uns selbst zu vertrauen, fangen wir an zu leben. ( Johann Wolfgang Goethe )

      Jede Begegnung , die unsere Seele berührt hinterlässt eine Spur die nie ganz verweht. ( Lore-Lillian Boden )
    • maiglöckchen schrieb:

      ist das eigentlich eine Wanderausstellung? Hast du bitte einen Link für mich?
      Nein, leider ist es keine Wanderausstellung und sie endet auch heute. Hier der Link zum Historischen Museum Speyer :wink:
      viele Grüße vom Squirrel

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    • Kapitel 12 - Seid guten Mutes, Galilei, und tretet hervor

      Ich bezweifle zwar, dass ich es genauso schön und punktgenau treffe wie Sylli, aber da ich tatsächlich schon unser heutiges Kapitel gelesen habe, mache ich mich mal an eine Zusammenfassung desselben. :wink:

      Als erstes leiste ich mal eine Abbitte bei Galilei - bei diesem Ungestüm, das Kepler in seinem Brief hinlegt, und bei dessen Ideen bezüglich der Briefe und der "Bekehrung" der anderen Mathematiker hätte ich mich wohl auch zurückgezogen. So schön Keplers Begeisterung für Kopernikus und seine Unbekümmertheit auch sind, so fehlt ihm wohl wirklich viel Gespür für sein Gegenüber. Das zeigt sich bei Galilei, aber auch später bei Tycho Brahe. Er meint es gut, aber das ist halt öfter mal das Gegenteil von gut. So wie er Galilei bedrängt, gleich von Freundschaft redet, vom "Nutzen" des Briefes als Unterstützung von Kopernikus Weltbild sowie seiner ganzen fordernden Art konnte aus diesem Kontakt nichts werden.
      Dieses fehlende Gespür tritt noch mehrfach zutage. Kepler ist sich seines Ungestüms durchaus bewusst, kann sich aber selbst nicht so weit zügeln, um Schaden von sich abzuwenden - und ein "Schaden" ist Galileis Kontaktabbruch nach heutigem Empfinden ja für beide. Die Unterschiede zwischen diesen beiden Geistern sind aber wohl einfach zu groß - von der Herkunft über die Religion, die Lebensumstände, aber auch Keplers vollständig falscher Einschätzung von Galileis Position, Leben und Forschung.
      Galilei selbst zeigt allerdings auch hier wieder eine gewisse Portion Egozentrik, indem er Andeutungen über eigene Forschungsergebnisse macht (die wohl eher nicht vorlagen zu dieser Zeit) und v.a. indem er Keplers Erkenntnisse aus seinem "Weltgeheimnis" lehrt und dabei nicht klarstellt, wessen Erkenntnisse es sind.

      Kepler erlebt keine gute Zeit. Seine Kinder sterben ihm unter den Händen weg, sein Buch erzeugt keinerlei Reaktionen in der Fachwelt, seine Stellung verliert er durch die Gegenreformation in der Steiermark, seine persönliche Position wird immer schlechter und schlussendlich muss er das Land verlassen ohne eine sichere neue Position in Aussicht zu haben. Zum Glück erkennt der damals weltweit anerkannte Astronom Tycho Brahe seine Fähigkeiten, auch wenn er ihn noch nicht als seinesgleichen anerkennt. Zu Brahe nach Prag kann er dann auch gehen nach seiner Ausweisung aus der Steiermark. Das war aber auch erst möglich, nachdem er erneut seinen Überschwang und seine unkontrollierte Spontanreaktion Brahe gegenüber durch eine Entschuldigung ausbügeln konnte. Da Kepler in Prag aber beruflich Fuß fassen konnte, hat er diese für ihn sehr unvorteilhaften Reaktionen wohl zukünftig ein wenig kontrollieren können. :-k Jedenfalls lässt Brahe ihn kommen, fördert ihn, zeigt ihm neue mathematische Wege und überlässt ihm zunächst häppchenweise ein paar Daten, damit Kepler sich mathematisch an ihnen beweisen kann - so interpretiere ich zumindest Brahes Vorgehen.
      Die Informationen über Brahe fand ich auch interessant, war er mir doch ziemlich unbekannt. Und jetzt weiß ich auch, warum auf seinem Portrait seine Nase so künstlich aussieht :loool:
      viele Grüße vom Squirrel

      :study: Daniel Kehlmann - Tyll
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    • maiglöckchen schrieb:

      Könnte man da auch eventuell die Überschrift wählen "Die zwei Seiten des Herrn Galilei?"
      Ja, durchaus, die hatte er wohl, und war sehr anpassungsfähig in alle Richtungen.

      Squirrel schrieb:

      dass ich es genauso schön und punktgenau treffe wie Sylli
      Aber ja doch! Und wie gut Du das gemacht hast! Wäre mir fast nichts mehr Zusätzliches eingefallen, nur mit äußerstem Nachdenken und Notizen durchforsten. :-k

      Squirrel schrieb:

      So schön Keplers Begeisterung für Kopernikus und seine Unbekümmertheit auch sind, so fehlt ihm wohl wirklich viel Gespür für sein Gegenüber
      Irgendwie kann ich dieses Verhalten total gut nachempfinden. Der liebe Kepler ist einfach so begeistert, dass er sich nicht zurückhalten kann, und es nur so aus ihm heraussprudelt, wenn er mal ein geeignetes Opfer gefunden hat. "Wes des Herz ...", heißt doch das schöne und treffende Sprichwort.
      Ich denke, dass da auch das Umfeld zusätzlich zum Charakter eine wichtige Rolle spielte. Italien hatte da sicher viel mehr zu bieten als Graz oder Prag. Kepler konnte all sein Wissen, seine Neugierde, seine Interessen mit niemandem teilen, und das hat ihm wohl arg zu schaffen gemacht.
      So gesehen möchte ich sein Verhalten nicht negativ beurteilen. Er war halt so ...

      Squirrel schrieb:

      Galilei selbst zeigt allerdings auch hier wieder eine gewisse Portion Egozentrik, indem er Andeutungen über eigene Forschungsergebnisse macht (die wohl eher nicht vorlagen zu dieser Zeit) und v.a. indem er Keplers Erkenntnisse aus seinem "Weltgeheimnis" lehrt und dabei nicht klarstellt, wessen Erkenntnisse es sind.
      ... und da hatte der Galilei wohl Riesenglück, dass der Kepler auch in dieser Hinsicht ein so großmütiger Zeitgenosse war. Andere Gelehrte waren in solchen Angelegenheiten (einschließlich unseres verehrten Italieners) ja viel empfindlicher.
      Kepler empfindet die Geheimhaltung von Daten in der Forschung für unredlich, weil sie dem Fortschritt im Wege steht, haben wir gelesen. Wirklich eine ungewöhnlich freizügige, von Teamgeist beseelte Persönlichkeit, die keine individuellen Eitelkeiten kannte, wenn es um neue Erkenntnisse ging. :pray:

      Squirrel schrieb:

      seine Stellung verliert er durch die Gegenreformation in der Steiermark
      Und was tat er während der Säuberungswelle? Nimmt sich Zeit, eine Sonnenfinsternis zu beobachten, und gibt trotz seiner finanziellen Situation auch noch viel Geld für ein dafür benötigtes teures Instrument aus! Was soll man dazu noch sagen? :roll: Aber so sind sie halt die wahren Pioniere des Geistes. "Und wenn die ganze Erde bebt und die Welt sich aus den Angeln hebt" ...

      Squirrel schrieb:

      Die Informationen über Brahe fand ich auch interessant
      Ja, sehr. Vor allem sein "gemischtes Modell" hat mir gefallen. War doch eine tolle Kompromisslösung, wenn auch eine falsche. Aber diese Theorie kommt ohne Erddrehung aus (die anderen Planeten dürfen ja um die Sonne wirbeln), und die hohe Geistlichkeit war zufrieden. Im schlimmsten Fall hätte ich mich unbedingt zu diesem Modell bekehren lassen, ehe ich einen Scheiterhaufen erklimme.
      Seltsam fand ich aber schon, einen Hofnarren unter dem Tisch eines so intelligenten Mannes wie des Tycho Brahe vorzufinden, und wieder war es für mich an der Zeit, mich auf die fremde Gegenwart in diesem Buch zu besinnen.

      Mir ist Brahes seltsame Nase auf dem Bild auch aufgefallen, und habe mich dabei an die eines :-# Schweinchens :-# (das soll aber keine Beleidigung sein) erinnert gefühlt. Jetzt ist das wenigstens auch geklärt.
      Liebe Grüße von Sylli :montag:
      "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne." (Jean Paul)
    • Sylli schrieb:

      nur mit äußerstem Nachdenken und Notizen durchforsten.
      dann tu das bitte mal ganz gründlich :lol:

      Sylli schrieb:

      Irgendwie kann ich dieses Verhalten total gut nachempfinden. Der liebe Kepler ist einfach so begeistert, dass er sich nicht zurückhalten kann, und es nur so aus ihm heraussprudelt, wenn er mal ein geeignetes Opfer gefunden hat.
      Nachempfinden kann ich das ja auch sehr gut. Aber ich kann tatsächlich auch Galilei verstehen. Stell Dir vor, Du schreibst in einem allerersten Brief an einen Dir Unbekannten etwas so kritisches wie Deine Einstellung zu etwas sehr Umstrittenen, etwas was Du zuvor noch niemandem gesagt hast und Du sagst auch noch dazu ganz offen, warum Du das bisher niemandem erzählt hast - Du gibst also etwas zutiefst persönliches von Dir preis und Dein Gegenüber verfällt auf die Idee, ausgerechnet damit eine doch nicht ganz saubere Meinungskampagne starten zu wollen indem er ausgerechnet das willkürlich einem Dritten zeigen will :shock: Da muss sogar ich eine Lanze für Galilei brechen und zugeben, dass ich so jemandem gegenüber wohl auch den Kontakt abgebrochen hätte. Natürlich schadet dieses Verhalten insgesamt dem Fortschritt, es schadet Kepler, Kopernikus und auch Galilei, aber ich kann es wirklich verstehen und nachvollziehen.

      Sylli schrieb:

      Ich denke, dass da auch das Umfeld zusätzlich zum Charakter eine wichtige Rolle spielte. Italien hatte da sicher viel mehr zu bieten als Graz oder Prag. Kepler konnte all sein Wissen, seine Neugierde, seine Interessen mit niemandem teilen, und das hat ihm wohl arg zu schaffen gemacht.
      So gesehen möchte ich sein Verhalten nicht negativ beurteilen. Er war halt so ...
      Das unterschreib ich ja alles und hab volles Verständnis für Keplers Überschwang - aber wie ich oben begründet habe, kann ich Galilei eben auch verstehen. Natürlich hat Kepler absoluten Entzug, was den Kontakt mit anderen Wissenschaftler außer seinem Professor angeht (der Kontakt zu Brahe steht ja noch aus), aber ein bisschen Augenmass in dem, was ich schreibe und fordere hätte ihm mehr geholfen als aller verständlicher Überschwang der Welt. 8-[

      Übrigens fand ich auch sehr interessant, wie negativ Mästlin in Italien empfunden wurde - kein Wunder war seine Unterstützung für Kepler eher hinderlich als förderlich. Wobei ich aus heutiger Sicht natürlich verstehe, warum die italienischen Wissenschaftler gegen Mästlin waren. Sein Verhalten war ja rein politisch motiviert und die belegbare Wissenschaft hat er dafür verworfen…..

      Sylli schrieb:

      ... und da hatte der Galilei wohl Riesenglück, dass der Kepler auch in dieser Hinsicht ein so großmütiger Zeitgenosse war. Andere Gelehrte waren in solchen Angelegenheiten (einschließlich unseres verehrten Italieners) ja viel empfindlicher.
      Kepler empfindet die Geheimhaltung von Daten in der Forschung für unredlich, weil sie dem Fortschritt im Wege steht, haben wir gelesen. Wirklich eine ungewöhnlich freizügige, von Teamgeist beseelte Persönlichkeit, die keine individuellen Eitelkeiten kannte, wenn es um neue Erkenntnisse ging. :pray:
      Kepler wäre damit auch heute noch eine absolute Ausnahmeerscheinung :pray: leider haben die Wissenschaftler auch heute noch eine totale Burgenmentalität was die Teilung von Wissen angeht - selbst innerhalb einer Firma, wie ich täglich immer wieder mal miterleben darf :roll:

      Sylli schrieb:

      Und was tat er während der Säuberungswelle? Nimmt sich Zeit, eine Sonnenfinsternis zu beobachten, und gibt trotz seiner finanziellen Situation auch noch viel Geld für ein dafür benötigtes teures Instrument aus! Was soll man dazu noch sagen? Aber so sind sie halt die wahren Pioniere des Geistes. "Und wenn die ganze Erde bebt und die Welt sich aus den Angeln hebt" ...
      ob seine arme Frau mit diesem Verhalten einverstanden war? Über seine Ehe und seine Frau erfahren wir ja leider nichts in dem Kapitel :-k

      Sylli schrieb:

      Vor allem sein "gemischtes Modell" hat mir gefallen. War doch eine tolle Kompromisslösung, wenn auch eine falsche. Aber diese Theorie kommt ohne Erddrehung aus (die anderen Planeten dürfen ja um die Sonne wirbeln), und die hohe Geistlichkeit war zufrieden.
      Das war eine interessante Idee. Ob Brahe sie wegen der Kirche aufstellte oder weil sie ihm einfach logisch erschien, werden wir wohl nicht erfahren. Es scheint ja so als ob Brahe Kopernikus ablehnte, da er mit seinen Mitteln der Beobachtung keinen Beweis für dessen Planetentheorie finden konnte.

      Sylli schrieb:

      Seltsam fand ich aber schon, einen Hofnarren unter dem Tisch eines so intelligenten Mannes wie des Tycho Brahe vorzufinden, und wieder war es für mich an der Zeit, mich auf die fremde Gegenwart in diesem Buch zu besinnen.
      Da prallen wieder Fortschritt und die damalige Mentalität der Menschen aufeinander - für uns unvorstellbar, damals vermutlich recht normal in hohen Kreisen.

      Sylli schrieb:

      Mir ist Brahes seltsame Nase auf dem Bild auch aufgefallen, und habe mich dabei an die eines :-# Schweinchens :-# (das soll aber keine Beleidigung sein) erinnert gefühlt.
      ging mir genauso :friends: :lol:
      viele Grüße vom Squirrel

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    • Squirrel schrieb:

      Natürlich schadet dieses Verhalten insgesamt dem Fortschritt, es schadet Kepler, Kopernikus und auch Galilei, aber ich kann es wirklich verstehen und nachvollziehen.
      Ja, finde ich auch, man keine beiden Seiten verstehen, wenn man die unterschiedlichen Charaktere betrachtet. Der eine hat in seiner Begeisterung halt zuerst geredet und geschrieben, und dann erst nachgedacht, während der andere viel überlegter, zurückhaltender, aber auch mehr auf das eigene Fortkommen bedacht war.

      Squirrel schrieb:

      ob seine arme Frau mit diesem Verhalten einverstanden war?
      Die hat sicher so einiges mitgemacht, von dem wohl leider keine Zeile kündet.

      Squirrel schrieb:

      Da prallen wieder Fortschritt und die damalige Mentalität der Menschen aufeinander - für uns unvorstellbar, damals vermutlich recht normal in hohen Kreisen.
      ... und unsere Vorstellung wird von LR zu LR immer differenzierter.
      Liebe Grüße von Sylli :montag:
      "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne." (Jean Paul)
    • Sylli schrieb:

      Die hat sicher so einiges mitgemacht, von dem wohl leider keine Zeile kündet.
      vielleicht kommt ja noch was in späteren Kapiteln 8-[

      Sylli schrieb:

      ... und unsere Vorstellung wird von LR zu LR immer differenzierter.
      JA :D wie schön, dass wir uns so zusammengefunden haben letztes Jahr. Es kommt mir vor als würden wir schon viel länger zusammen lesen O:-)
      viele Grüße vom Squirrel

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    • Da musste ich ja lachen über den Herrn Kepler und seinen leidenschaftlichen Briefe nach Italien :lol: .

      Squirrel schrieb:

      bei diesem Ungestüm, das Kepler in seinem Brief hinlegt, und bei dessen Ideen bezüglich der Briefe und der "Bekehrung" der anderen Mathematiker hätte ich mich wohl auch zurückgezogen.
      Ich mich auch. Das wäre mir doch sehr unangenehm.

      Squirrel schrieb:

      so fehlt ihm wohl wirklich viel Gespür für sein Gegenüber.
      So kann man es natürlich auch formulieren...

      Squirrel schrieb:

      So wie er Galilei bedrängt, gleich von Freundschaft redet, vom "Nutzen" des Briefes als Unterstützung von Kopernikus Weltbild sowie seiner ganzen fordernden Art konnte aus diesem Kontakt nichts werden.
      Wie oben schon geschrieben: Kepler ist gleich so überschwenglich, so überschäumend vor Begeisterung, dass sich da ein Mann (selbst ein Mann wie Galilei, der doch durchaus von sich überzeugt sein dürfte) zurückzieht, und sich überfordert fühlt, kann man durchaus verstehen.

      Squirrel schrieb:

      Die Unterschiede zwischen diesen beiden Geistern sind aber wohl einfach zu groß - von der Herkunft über die Religion, die Lebensumstände, aber auch Keplers vollständig falscher Einschätzung von Galileis Position, Leben und Forschung.
      :idea: Das muss man sich wirklich mal so kurz und knapp vor Augen führen. Auch die Charaktere sind völlig unterschiedlich.

      Squirrel schrieb:

      Die Informationen über Brahe fand ich auch interessant, war er mir doch ziemlich unbekannt.
      Ich kannte nur den Namen, in Verbindung mit Astronomie/dem Mond usw. Ich wusste noch nicht mal, dass er Däne war. Und auch die Nase war mir unbekannt.

      Sylli schrieb:

      Und was tat er während der Säuberungswelle? Nimmt sich Zeit, eine Sonnenfinsternis zu beobachten, und gibt trotz seiner finanziellen Situation auch noch viel Geld für ein dafür benötigtes teures Instrument aus! Was soll man dazu noch sagen? Aber so sind sie halt die wahren Pioniere des Geistes. "Und wenn die ganze Erde bebt und die Welt sich aus den Angeln hebt" ...
      Ein Träumer :drunken: .
      Aber ich habe mal wieder Kopfkino: Herr Kepler kommt nach Hause und hält Frau Kepler total stolz das teure Instrument unter die Nase. "Schau mal, Schatz, was ich gekauft habe." Frau Kepler, völlig fassungslos: "WAS hast du gekauft? Wir haben kein Geld, die Kinder sind krank (oder tot), wir werden verfolgt und verlieren unser Heim, den Papa kann ich nicht schon wieder anpumpen, und du kaufst solchen nutzlosen Kram???" :wuetend:
      :totlach:

      Squirrel schrieb:

      Natürlich schadet dieses Verhalten insgesamt dem Fortschritt
      Das sagen wir von unserer Warte aus. Aber konnte man das zum damaligen Zeitpunkt wissen? Weiß man heute, welche neue bahnbrechende Erkenntnis auch wirklich zutreffend ist? Wir vom heutigen Standpunkt aus hätten es natürlich gern gehabt, wenn die beiden großen Geister zusammengearbeitet hätten, aber wahrscheinlich sind sie dazu zu unterschiedlich gewesen.
      Nun kannte ich Orlandos große Liebe. Es war eine einfache Liebe: Wenn er die Seiten umblätterte, konnte er sich an jeden Ort der Welt versetzen lassen, weg von der harten Realität.
      Lucinda Riley, Die Schattenschwester
    • Castor schrieb:

      Aber ich habe mal wieder Kopfkino: Herr Kepler kommt nach Hause und hält Frau Kepler total stolz das teure Instrument unter die Nase. "Schau mal, Schatz, was ich gekauft habe." Frau Kepler, völlig fassungslos: "WAS hast du gekauft? Wir haben kein Geld, die Kinder sind krank (oder tot), wir werden verfolgt und verlieren unser Heim, den Papa kann ich nicht schon wieder anpumpen, und du kaufst solchen nutzlosen Kram???"
      :totlach: danke für den Lacher :friends: :loool:

      Castor schrieb:

      Das sagen wir von unserer Warte aus. Aber konnte man das zum damaligen Zeitpunkt wissen? Weiß man heute, welche neue bahnbrechende Erkenntnis auch wirklich zutreffend ist?
      Natürlich schreib ich das aus meiner heutigen Sicht - damals konnten weder Kepler noch Galilei wissen, was aus ihrer Forschung und ihren Erkenntnissen einmal werden würde :wink: Aber sie waren sich ihrer Sache irgendwann doch so sicher, dass sie in die Öffentlichkeit traten - der eine früher, der andere später.
      viele Grüße vom Squirrel

      :study: Daniel Kehlmann - Tyll
      :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)
    • Im Moment verwirrt es mich ein wenig, dass wir in den Kapiteln in der Zeit zurück springen und dadurch manche Dinge sich wiederholen. Oder einfach vor Ereignissen liegen, bei denen wir quasi schon dabei waren. Aber interessant ist das trotzdem immer noch.

      Sylli schrieb:

      Etwas erstaunt hat mich schon zu lesen, dass man Galilei in intellektuellen Kreisen aufgrund seiner Bildung, aber auch seiner Umgangsformen sehr schätzte, und er ein gern gesehener Gast auf Gesellschaften und in den Salons war. Bis jetzt hatte ich eher den Eindruck, dass er Manieren und Einfühlungsvermögen vermissen lässt, wenn man seine Reaktion auf Keplers Briefe betrachtet.

      Warum soll er keine guten Umgangsformen haben, nur weil er seinen Kollegen gegenüber zurückhaltend ist. Ich fand es schön zu lesen, dass Herr Galilei dann wohl doch nicht ganz so ein Stoffel gewesen ist. :lol:

      Sylli schrieb:

      Das fand ich nun ganz und gar faszinierend, erinnert es mich doch sehr an die heute geführte Diskussion über die Multiversumtheorie. Einerseits ist sie höchst denkbar, andererseits (noch) nicht beweisbar, sodass sie momentan noch in den SF-Bereich fällt. Aber wer weiß, welche Sachbücher unsere Nachfahren in 400 Jahren dazu lesen und hier in einer MLR darüber diskutieren werden.

      In 400 Jahren? Bücher lesen? Eine schöne Vorstellung wäre das schon, aber ich könnte mir vorstellen, dass Wisen und Informationen in der Zukunft ganz anders aufgenommen werden. Ich hab da gerade Spocks Ausbildung aus Star Trek vor Augen :wink:

      Squirrel schrieb:

      Diesen Eindruck von ihm hatte ich auch schon in vorherigen Kapiteln gewonnen, als er so zielstrebig sich bei den Medici einschleimte und auch andere hochangesehene Menschen umgarnte. Und offensichtlich konnte er das sehr gut, brillierte er doch vor den damals hochangesehensten Wissenschaftlern.

      Ach jetzt sei nicht ganz so hart mit ihm. Er musste ja schon auch sehen, wo er bleibt. :wink: Irgendwie habe ich in diesem Kapitel meinen schlechten Eindruck von ihm ein wenig revidiert, weil mir einfach die Umstände der Zeit und seines Lebens nochmal bewusster geworden sind.

      Squirrel schrieb:

      Diesen Ausflug ganz am Anfang des Kapitels, als uns Leonardo mit all seinen Entwicklungen und seinem technischen Wissen vorgestellt wurde, fand ich faszinierend.

      Der Mann war echt ein Genie. Nur schade, dass die meisten Erfindungen wie immer für's Militär gemacht wuden. An dieser Stelle muss ich auch Herrn de Padova mal widersprechen. Er schreibt, dass die meisten dieser Erfindungen nie gebaut wurden. Das wurden sie zur damaligen Zeit vielleicht nicht, aber stromlinienförmige Geschosse mit Flügeln z.B. kann ich in den heutigen Lenkraketen sehr wohl wiedererkennen.

      Squirrel schrieb:

      Da hat er also Schiss vor der Blamage und Angst um seinen (noch nicht existenten) Ruf - er kneift das zerstört nun wieder einen Teil meines Galilei-Bildes, ich hätte ihn nicht für einen Feigling gehalten.
      Auch an dieser Stelle muss ich ihn in Schutz nehmen. Zur damaligen Zeit war das Vorpreschen mit völlig neuen Erkenntnissen oder auch die Unterstützung von umstrittenen Thesen nicht nur im günstigsten Fall blamabel, sondern auch lebensgefährlich. Und selbst wenn es nur die Angst vor der Blamage war: wer wollte durch so etwas schon seine gesicherte Stellung und damit seine Existenz aufs Spiel setzen? Er hatte ja doch für ein paar Leute zu sorgen. Und seinen Ruf zu zerstören, bevor er überhaupt vorhanden ist, wäre auch mehr als unklug. :wink:

      Was mich immer wieder beeindruckt beim Lesen ist die Erkenntnis, dass Dinge, die heute jedes Kind in der Schule lernt, damals völlig unbekannt waren. Der Energieerhaltungssatz zum Beispiel. Das muss ich mir immer wieder vor Augen führen und meine Achtung vor diesen großen Geistern wächst immer mehr.

      So - und jetzt muss ich wohl doch noch einiges aufholen, nachdem ich gerade mit Erschrecken festgestellt habe, dass ihr hier schon Kapitel 12 gepostet habt, das ich noch nicht einmal gelesen habe.
      Gelesen in 2017: 62 - Gehört in 2017: 28 - SUB: 345

      "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)
    • Hirilvorgul schrieb:

      Im Moment verwirrt es mich ein wenig, dass wir in den Kapiteln in der Zeit zurück springen und dadurch manche Dinge sich wiederholen. Oder einfach vor Ereignissen liegen, bei denen wir quasi schon dabei waren. Aber interessant ist das trotzdem immer noch.
      So unterschiedlich sind wir beim Lesen: ich mag es ganz gerne, wenn man einen Ausgangspunkt in der "Zukunft" hat und dann zurückgeht und beschreibt, wie es bis dorthin gekommen ist.

      Hirilvorgul schrieb:

      Warum soll er keine guten Umgangsformen haben, nur weil er seinen Kollegen gegenüber zurückhaltend ist. Ich fand es schön zu lesen, dass Herr Galilei dann wohl doch nicht ganz so ein Stoffel gewesen ist.
      Siehste, sind wir uns auch mal einig in unserer Meinung über Galilei :loool:

      Hirilvorgul schrieb:

      Ach jetzt sei nicht ganz so hart mit ihm. Er musste ja schon auch sehen, wo er bleibt.
      …auch wenn es nur kurz war :-, aber wie Du dann bei Kapitel 12 lesen kannst, bin ich ihm dort dann sehr zur Seite gestanden :)

      Hirilvorgul schrieb:

      Der Mann war echt ein Genie. Nur schade, dass die meisten Erfindungen wie immer für's Militär gemacht wuden. An dieser Stelle muss ich auch Herrn de Padova mal widersprechen. Er schreibt, dass die meisten dieser Erfindungen nie gebaut wurden. Das wurden sie zur damaligen Zeit vielleicht nicht, aber stromlinienförmige Geschosse mit Flügeln z.B. kann ich in den heutigen Lenkraketen sehr wohl wiedererkennen.
      Ich denke auch, dass Padova von der damaligen Zeit und den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten gesprochen hat. Heute ist ja vieles von Leonardos Zeichnungen Wirklichkeit geworden - von den Lenkraketen bis hin zu den Hubschraubern, die er sich ja auch schon vorstellte und zeichnete :pray:

      Hirilvorgul schrieb:

      Zur damaligen Zeit war das Vorpreschen mit völlig neuen Erkenntnissen oder auch die Unterstützung von umstrittenen Thesen nicht nur im günstigsten Fall blamabel, sondern auch lebensgefährlich. Und selbst wenn es nur die Angst vor der Blamage war: wer wollte durch so etwas schon seine gesicherte Stellung und damit seine Existenz aufs Spiel setzen? Er hatte ja doch für ein paar Leute zu sorgen. Und seinen Ruf zu zerstören, bevor er überhaupt vorhanden ist, wäre auch mehr als unklug.
      Ja, ich kann Deine Argumentation völlig verstehen - trotzdem hatte ich mein Leben lang mehr ein heldenartiges Bild von Galilei, geprägt von der Vorstellung des alten Galilei, der vor der Inquisition steht. Und hier deutet er an, er hätte bereits viele Rätsel der damaligen Zeit durch das kopernikanische Modell gelöst und kneift dann eben doch. Das find ich sehr widersprüchlich und negativ - auf der einen Seite gleich mal den eigenen Anspruch auf Ruhm und Ehre in den Raum stellen (durch nichts belegt) und gleichzeitig eben die Klappe halten. Wenn ich mich aus den von Dir angeführten, verständlichen Gründen nicht in die Öffentlichkeit begeben möchte, dann sollte ich aber auch nicht so tun als hätte ich schon alle Rätsel der Welt gelöst….

      Hirilvorgul schrieb:

      Was mich immer wieder beeindruckt beim Lesen ist die Erkenntnis, dass Dinge, die heute jedes Kind in der Schule lernt, damals völlig unbekannt waren. Der Energieerhaltungssatz zum Beispiel. Das muss ich mir immer wieder vor Augen führen und meine Achtung vor diesen großen Geistern wächst immer mehr.
      Da geht es mir wie Dir - ich kann gar nicht genau sagen, was die alles nicht kannten, was für uns völlig normal ist und trotzdem trieben sie die Forschung und Entdeckung derart voran :applause: :pray:

      Hirilvorgul schrieb:

      So - und jetzt muss ich wohl doch noch einiges aufholen, nachdem ich gerade mit Erschrecken festgestellt habe, dass ihr hier schon Kapitel 12 gepostet habt, das ich noch nicht einmal gelesen habe.
      Ich hab heute einfach die Zeit genutzt - endlich mal nur Zeit für mich und zum Lesen, das hatte ich in der Form schon lange nicht mehr :drunken: also lass Dich bitte nicht hetzen, heute ist erst Tag 1 für dieses Kapitel :friends:
      viele Grüße vom Squirrel

      :study: Daniel Kehlmann - Tyll
      :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)
    • Gefährten bei der Erforschung der Wahrheit

      Sylli schrieb:

      Naja, ist ja schon alles lange vorbei, darüber wollen wir uns doch nicht den Kopf zerbrechen oder gar den Appetit auf den schönen Schweinebraten verderben lassen. Und wer war gleich noch mal der Kepler? - Sicher irgendein General, wenn er kein Herzog war
      #-o So etwas ist wirklich traurig.

      Squirrel schrieb:


      Sylli schrieb:

      Und weißt Du, wer da noch gut dazupasst? Der Leonardo da Vinci ist mir eingefallen. Der war Vegetarier aus Tierliebe, Pazifist auch noch dazu, und hat sich nebenbei doch die gräulichsten Massenvernichtungswaffen ausgedacht. Außerdem stand er der Religion immer sehr kritisch gegenüber - und welch wundervollen Gemälde hat er doch geschaffen, aus denen tiefste Frömmigkeit spricht, würde man meinen.
      Stimmt, und wenn wir noch ein wenig weitersuchen, werden wir bestimmt noch weitere Größen der damaligen Zeit entdecken, auf die das zutrifft :wink:
      Und zack - da wird der da Vinci im Kapitel auch schon genannt. :) War auch eine interessante Persönlichkeit.

      Sylli schrieb:

      Bis jetzt hatte ich eher den Eindruck, dass er Manieren und Einfühlungsvermögen vermissen lässt, wenn man seine Reaktion auf Keplers Briefe betrachtet.
      Wobei ich seine Reaktion, wie in diesem Kapitel geschildert, gar nicht als so schlimm empfand.

      Sylli schrieb:

      Im Gegensatz zu Kepler, der die öffentliche Diskussion nicht scheut, hält sich Galilei in dieser Angelegenheit bedeckt, und jetzt wissen wir auch warum.
      Und ich kann es sehr gut nachvollziehen. Haben wir nicht in einer unserer bisherigen Diskussionen erwähnt, dass wir mit dem neuen Wissen auch nicht rausgerückt wären, wenn wir nicht gewusst hätten, wie die anderen Menschen darauf reagieren? Es bestand eine zu große Gefahr, für dieses Wissen bestraft zu werden.

      Castor schrieb:

      Dazu muss ich sagen, dass meine Eltern da sehr interessiert sind. Papa Castor ist naturwissenschaftlich interessiert (den Donnerstag vor Karfreitag habe ich ihm haarklein erzählt, was wir hier Interessantes in der MLR erfahren haben), und Mama Castor kennt sich mit Geschichte sehr gut aus. Mama Castor liest auch sehr viel, und mit ihr kann ich mich gut über Bücher austauschen (außer, wenn es sich um Fantasy handelt, da ist sie raus - aber an der Stelle springt dann Papa Castor ein).
      Du hast richtiges Glück. :) Das klingt toll.

      Squirrel schrieb:

      Auch diesen Ausflug in den Schiffsbau fand ich toll
      Der hat mir auch sehr gut gefallen, vor allem da ich viel aus dem "Piraten" wiedererkannt habe. Francis Drake war vor Galilei in Venedig, oder? Sicher bin ich mir nicht.

      Sylli schrieb:

      Da bist Du eh schon sehr mutig. Ich hab unlängst mal erwähnt, dass ich den "Ulysses" angehen will - und sah schon an den Gesichtern, dass keiner auch nur irgendeine Ahnung hatte, wovon ich rede. War ich demzufolge also gleich wieder still.
      :totlach:

      Schokopraline schrieb:

      Ich hopple wieder nur kurz rein und geb ein Lebenszeichen. Ich konnte beide Arbeiten abschließen und bin richtig stolz und froh und erleichtert Das heißt ab morgen starte ich die Aufholjagd und nähere mich euch kapitelweise wieder an
      Klasse! Herzlichen Glückwunsch! :friends:

      Hirilvorgul schrieb:

      Ach jetzt sei nicht ganz so hart mit ihm. Er musste ja schon auch sehen, wo er bleibt. Irgendwie habe ich in diesem Kapitel meinen schlechten Eindruck von ihm ein wenig revidiert, weil mir einfach die Umstände der Zeit und seines Lebens nochmal bewusster geworden sind.
      Ja, ging mir auch so.

      Interessant fand ich auch einen neuen Aspekt Galileis: Offensichtlich konnte er sich doch nicht nur für seine Wissenschaft begeistern, sondern auch für Frauen. Binden wollte er sich jedoch weniger. Marina Gamba wurde zwar vorher auch schon einmal aufgegriffen, allerdings waren da die Umstände weniger bekannt. Auch nach diesem Einblick können wir noch rätseln, was genau zwischen ihnen gewesen ist. Mich würde interessieren, was sie für eine Frau war.

      Zwar wusste ich auch vorher, dass sich die Erde um sich selbst dreht und noch dazu um die Sonne, aber mit was für einer Wahnsinnsgeschwindigkeit sie das tut, war mir unbekannt. Bei diesen Zahlen wundert es mich auch, dass wir davon nichts mitbekommen und ich habe vollstes Verständnis für das Erstaunen der damaligen Wissenschaftler.

      Ich :study: gerade:
      Patrice Lawrence - Orangeboy
    • Squirrel schrieb:

      So unterschiedlich sind wir beim Lesen: ich mag es ganz gerne, wenn man einen Ausgangspunkt in der "Zukunft" hat und dann zurückgeht und beschreibt, wie es bis dorthin gekommen ist.
      Eigentlich mag ich das auch, aber gestern war ich irgendwie verwirrt beim Lesen.

      Squirrel schrieb:

      Ich denke auch, dass Padova von der damaligen Zeit und den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten gesprochen hat.
      Ja, das denke ich auch. Ich brauchte nur einen Aufhänger, um einzuwerfen, wieviel von Leonardos Ideen lange nach seinen Entwürfen dann wirklich in die Tat umgesetzt wurden. :lol:

      Squirrel schrieb:

      trotzdem hatte ich mein Leben lang mehr ein heldenartiges Bild von Galilei, geprägt von der Vorstellung des alten Galilei, der vor der Inquisition steht.
      Das mit dem Helden der Jugend hatten wir ja schon mal. Inzwischen freue mich immer, wenn ich feststellen kann, dass doch ein paar Fünkchen davon übrig sind, nachdem ich in den ersten Kapiteln ziemlich entsetzt war. Und das mit der Inquisition kommt ja noch :wink:
      Gelesen in 2017: 62 - Gehört in 2017: 28 - SUB: 345

      "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)
    • Squirrel schrieb:

      dass wir uns so zusammengefunden haben letztes Jahr. Es kommt mir vor als würden wir schon viel länger zusammen lesen
      :friends: Das war wirklich ein Riesenglück! Ein Jahr vergeht ja wie im Flug, aber wir haben uns durch den intensiven Gedankenaustausch doch schon besser kennengelernt, sodass wir meinen, auch schon länger miteinander zu lesen. :friends:

      Castor schrieb:

      Kepler ist gleich so überschwenglich, so überschäumend vor Begeisterung,
      Ja, und ich hätte mich davon anstecken lassen, und nicht so rational gehandelt wie der Galilei. Der war schon ein sehr kühler Kopf.

      Castor schrieb:

      Auch die Charaktere sind völlig unterschiedlich.
      Genau! Und jeder Mensch kann ja auch nur seinem Charakter gemäß agieren. Manche sind halt nicht aus der Reserve zu locken, wie der liebe Galileo.

      Castor schrieb:

      Ich wusste noch nicht mal, dass er Däne war. Und auch die Nase war mir unbekannt.
      Und weil wir gerade auch solche Details erwähnen und drüber schreiben, merkt man es sich gleich besser und dauerhafter, kommt mir vor. Beim Alleinelesen überfliegt man doch sehr viel.

      Castor schrieb:

      Ein Träumer
      ... und aus Sicht der Barbara Kepler samt Kindern betrachtet, vielleicht sogar verantwortungslos. Die Existenz war gefährdet, die Zukunft unsicher und der gute Johannes hielt den Blick nicht auf Irdisches gerichtet, sondern hatte ihn zum Himmel erhoben. - Wie der griechische Philosoph, der stets nach den Sternen guckte, die Grube vor seinen Füßen nicht sah, in die er dann plumpste, und sich deshalb auch noch von einer Magd verspotten lassen musste. Wer war das noch gleich, der Thales von Milet? :-k

      Castor schrieb:

      Das sagen wir von unserer Warte aus. Aber konnte man das zum damaligen Zeitpunkt wissen?
      Da gebe ich Dir ganz recht. Wusste man ja erst alles noch nicht so genau.

      Hirilvorgul schrieb:

      dass wir in den Kapiteln in der Zeit zurück springen und dadurch manche Dinge sich wiederholen. Oder einfach vor Ereignissen liegen, bei denen wir quasi schon dabei waren
      Ja, eine schöne Art uns die Dinge einzubleuen, auf dass sie nicht so schnell in Vergessenheit geraten. :wink:

      Hirilvorgul schrieb:

      Warum soll er keine guten Umgangsformen haben, nur weil er seinen Kollegen gegenüber zurückhaltend ist
      Für mich würde zum guten Umgangston auch gehören, auf Korrespondenz in schicklicher Zeit zu antworten, auf die Fragen meines Gegenüber wenigstens ansatzweise einzugehen, und nicht nur von meinen eigenen Verhältnissen zu berichten. Selbst wenn von demjenigen keine unmittelbaren Vorteile zu erwarten sind, wäre das ein Gebot der Höflichkeit. Zwischen Zurückhaltung und Unhöflichkeit ist der Grad eben nur ein schmaler ...

      Hirilvorgul schrieb:

      In 400 Jahren? Bücher lesen?
      Jaaaa, unbedingt! Zumindest würde ich es unseren Nachfahren wünschen.

      Hirilvorgul schrieb:

      Er schreibt, dass die meisten dieser Erfindungen nie gebaut wurden. Das wurden sie zur damaligen Zeit vielleicht nicht,
      Stefan Klein hat in seinem Buch "Da Vincis Vermächtnis" geschrieben, dass viele der Geräte, die Leonardo skizziert hatte, in unserer Zeit von Forschern nachgebaut wurden, und dass die nicht funktioniert hätten. :computer:
      Dennoch waren viele seiner Ideen gewiss zukunftsweisend, und er hat zumindest schon mal angedacht, was andere dann als Basis verwenden sollten.

      Hirilvorgul schrieb:

      Zur damaligen Zeit war das Vorpreschen mit völlig neuen Erkenntnissen oder auch die Unterstützung von umstrittenen Thesen nicht nur im günstigsten Fall blamabel, sondern auch lebensgefährlich. Und selbst wenn es nur die Angst vor der Blamage war: wer wollte durch so etwas schon seine gesicherte Stellung und damit seine Existenz aufs Spiel setzen? Er hatte ja doch für ein paar Leute zu sorgen.
      Ja, das sehe ich auch so. War ja auch legitim, dass er sich um sein eigenes Leben und die Zukunft seiner Familie sorgte. Wie er das tat, entsprach eben seinem Charakter.

      Hirilvorgul schrieb:

      Das muss ich mir immer wieder vor Augen führen und meine Achtung vor diesen großen Geistern wächst immer mehr.
      Das geht mir genauso. :pray:
      Liebe Grüße von Sylli :montag:
      "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne." (Jean Paul)
    • Squirrel schrieb:

      trotzdem hatte ich mein Leben lang mehr ein heldenartiges Bild von Galilei, geprägt von der Vorstellung des alten Galilei, der vor der Inquisition steht.
      So ging's mir auch, und der Thomas de Padova hat da schon mal allerhand zurechtgerückt. Aber das ist wahrscheinlich das allgemein verbreitete Galilei-Bild, das Genie, das die Welt in Drehung versetzte und dem Scheiterhaufen nur knapp entkam.
      Trotzdem interessant, wenn man erkennt, dass auch die größten Genies nur Menschen waren, neidisch und egozentrisch sein konnten, in ihrem Verhalten eben ganz den Gesetzen der Evolution unterworfen, nach denen wir alle angetreten sind. (Wie der Fanz M. Wuketits in seinen Büchern und Vorträgen immer wieder so schön betont.)

      Squirrel schrieb:

      was die alles nicht kannten, was für uns völlig normal ist und trotzdem trieben sie die Forschung und Entdeckung derart voran
      Ganz und gar unglaublich! Da kann man immer wieder nur den Hut ziehen. :thumleft:

      Squirrel schrieb:

      endlich mal nur Zeit für mich und zum Lesen
      Wie es sich zum Welttag des Buches auch gehört!

      Buchmaus1001 schrieb:

      Auch nach diesem Einblick können wir noch rätseln, was genau zwischen ihnen gewesen ist.
      Drei Kinder hatten sie miteinander ... viel mehr wissen wir (noch) nicht (und auch Wiki hält sich bedeckt).
      Liebe Grüße von Sylli :montag:
      "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne." (Jean Paul)
    • Bis Kapitel 10

      :cheers: Ich hole auf. Heute werde ich das elfte Kapitel lesen und kann wieder mitkommentieren, so jedenfalls mein Plan :dance:

      Bis jetzt habe ich die gleichen Eindrücke wie ihr. Padova bringt mir Galileo und Kepler sehr nahe. Überraschend war für mich, dass der Gregorianische Kalender so lange gebraucht hatte bis er eingeführt war. Ich hatte -warum auch immer- geglaubt, dass das ratzfatz ging.So kann man sich täuschen.

      Zufällig bin ich noch über das angefügte Buch (oder sollte ich bei 1.208 Seiten besser von einem Backstein sprechen?) beim stöbern gestolpert. Falls also jemand nicht genug von Kepler bekommt, hier gibt es vermutlich auch noch den Rest über den guten Mann zu erfahren.
      Bücher müssen mit soviel Überlegung und Behutsamkeit gelesen werden, als sie geschrieben wurden.
      Henry D. Thoreau




      :montag: Ich lese gerade
    • Buchmaus1001 schrieb:

      Der hat mir auch sehr gut gefallen, vor allem da ich viel aus dem "Piraten" wiedererkannt habe. Francis Drake war vor Galilei in Venedig, oder? Sicher bin ich mir nicht.
      Da Drake 1596 gestorben ist, war er wohl vor Galilei in Venedig :wink:

      Buchmaus1001 schrieb:

      Offensichtlich konnte er sich doch nicht nur für seine Wissenschaft begeistern, sondern auch für Frauen. Binden wollte er sich jedoch weniger. Marina Gamba wurde zwar vorher auch schon einmal aufgegriffen, allerdings waren da die Umstände weniger bekannt. Auch nach diesem Einblick können wir noch rätseln, was genau zwischen ihnen gewesen ist. Mich würde interessieren, was sie für eine Frau war.
      Hab ich was überlesen, weil Du von "Frauen" sprichst? Mir ist nur Marina Gamba aufgefallen :-k

      Buchmaus1001 schrieb:

      Zwar wusste ich auch vorher, dass sich die Erde um sich selbst dreht und noch dazu um die Sonne, aber mit was für einer Wahnsinnsgeschwindigkeit sie das tut, war mir unbekannt. Bei diesen Zahlen wundert es mich auch, dass wir davon nichts mitbekommen und ich habe vollstes Verständnis für das Erstaunen der damaligen Wissenschaftler.
      Mir fällt die Vorstellung auch immer schwer: ich sitz hier gemütlich auf meiner Couch, die für mich einen festen Ruhepunkt bedeutet, dabei rasen wir mit einer irrwitzigen Geschwindigkeit durchs Weltall 8-[ und da sag ich noch am Samstag zu den anderen aus dem Bus, die wie ich im Museum statt im Bus aufs stille Örtchen verschwinden wollten: "ich mag es nicht, wenn sich meine Toilette bewegt" :totlach:

      Hirilvorgul schrieb:

      Inzwischen freue mich immer, wenn ich feststellen kann, dass doch ein paar Fünkchen davon übrig sind, nachdem ich in den ersten Kapiteln ziemlich entsetzt war. Und das mit der Inquisition kommt ja noch
      Ganz demontiert wird unser Held bestimmt nicht :)

      Sylli schrieb:

      ich hätte mich davon anstecken lassen, und nicht so rational gehandelt wie der Galilei. Der war schon ein sehr kühler Kopf.
      Siehste und ich bin eher der rationale Typ, also so wie Galilei. Allerdings würde ich meine Forschungsergebnisse nicht komplett verschweigen, jedenfalls nicht einem Kollegen wie Kepler gegenüber, der wie ich die gleiche Idee unterstützt. :-k

      Sylli schrieb:

      ... und aus Sicht der Barbara Kepler samt Kindern betrachtet, vielleicht sogar verantwortungslos. Die Existenz war gefährdet, die Zukunft unsicher und der gute Johannes hielt den Blick nicht auf Irdisches gerichtet, sondern hatte ihn zum Himmel erhoben.
      Ja, die Gute hatte bestimmt eine andere Sicht auf die Dinge :-s

      Sylli schrieb:

      Wie der griechische Philosoph, der stets nach den Sternen guckte, die Grube vor seinen Füßen nicht sah, in die er dann plumpste, und sich deshalb auch noch von einer Magd verspotten lassen musste. Wer war das noch gleich, der Thales von Milet?
      keine Ahnung, von wem Du sprichst :-,

      Sylli schrieb:

      Stefan Klein hat in seinem Buch "Da Vincis Vermächtnis" geschrieben, dass viele der Geräte, die Leonardo skizziert hatte, in unserer Zeit von Forschern nachgebaut wurden, und dass die nicht funktioniert hätten.
      Dennoch waren viele seiner Ideen gewiss zukunftsweisend, und er hat zumindest schon mal angedacht, was andere dann als Basis verwenden sollten.
      Aber er hatte für vieles die richtigen Ideen, nur noch nicht das heutige Wissen wie z.B. über die Aerodynamik

      Sylli schrieb:

      Trotzdem interessant, wenn man erkennt, dass auch die größten Genies nur Menschen waren, neidisch und egozentrisch sein konnten, in ihrem Verhalten eben ganz den Gesetzen der Evolution unterworfen, nach denen wir alle angetreten sind.
      Tja, überall menschelt es eben, auch wenn wir unsere Helden so gerne auf dem übermenschlichen Podest sehen würden :lol:

      Farast schrieb:

      Ich hole auf. Heute werde ich das elfte Kapitel lesen und kann wieder mitkommentieren, so jedenfalls mein Plan
      Das ist ja super, Du legst ja einen Marathon hin :applause:

      Farast schrieb:

      Zufällig bin ich noch über das angefügte Buch (oder sollte ich bei 1.208 Seiten besser von einem Backstein sprechen?) beim stöbern gestolpert. Falls also jemand nicht genug von Kepler bekommt, hier gibt es vermutlich auch noch den Rest über den guten Mann zu erfahren.
      Backstein trifft es ziemlich gut :loool: ist trotzdem auf der Wunschliste gelandet 8)
      viele Grüße vom Squirrel

      :study: Daniel Kehlmann - Tyll
      :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)
    • Squirrel schrieb:

      Als erstes leiste ich mal eine Abbitte bei Galilei - bei diesem Ungestüm, das Kepler in seinem Brief hinlegt, und bei dessen Ideen bezüglich der Briefe und der "Bekehrung" der anderen Mathematiker hätte ich mich wohl auch zurückgezogen. So schön Keplers Begeisterung für Kopernikus und seine Unbekümmertheit auch sind, so fehlt ihm wohl wirklich viel Gespür für sein Gegenüber.
      Was war ich erleichtert, als endlich klar wurde, dass es nicht Galileis Charakter allein war, der ihn sich aus dem Briefwechsel zurückziehen ließ. Da ist der Jungspund Kepler mal ordentlich übers Ziel hinaus geschossen.

      Squirrel schrieb:

      Galilei selbst zeigt allerdings auch hier wieder eine gewisse Portion Egozentrik, indem er Andeutungen über eigene Forschungsergebnisse macht (die wohl eher nicht vorlagen zu dieser Zeit) und v.a. indem er Keplers Erkenntnisse aus seinem "Weltgeheimnis" lehrt und dabei nicht klarstellt, wessen Erkenntnisse es sind.
      Ja, mit dieser nicht sehr angenehmen Eigenschaft muss ich mich wohl abfinden. Da hat er Glück, dass Kepler in der Beziehung völlig entspannt ist. Ich hab ja schon ein paar mal gesagt, dass er seiner Zeit voraus war. Aber wenn wir dieses Verhalten im Kontext der Zeit betrachten, war es eigentlich ziemlich naiv.

      Squirrel schrieb:

      Zum Glück erkennt der damals weltweit anerkannte Astronom Tycho Brahe seine Fähigkeiten, auch wenn er ihn noch nicht als seinesgleichen anerkennt.
      Das war wirklich ein Glück für Kepler und für die Wissenschaft.

      Sylli schrieb:

      Der liebe Kepler ist einfach so begeistert, dass er sich nicht zurückhalten kann, und es nur so aus ihm heraussprudelt, wenn er mal ein geeignetes Opfer gefunden hat. "Wes des Herz ...", heißt doch das schöne und treffende Sprichwort.
      Aber er braucht sich dann eben nicht zu wundern, wenn sein Gegenüber die Euphorie nicht teilt. Wie @Squirrel schon geschrieben hat: da gibt er eine seine ganz private und eigentlich geheime Meinung preis und dann will der Bursche damit hausieren gehen? Kein Wunder, wenn Galilei danach noch verschlossener war.

      Sylli schrieb:

      Und was tat er während der Säuberungswelle? Nimmt sich Zeit, eine Sonnenfinsternis zu beobachten, und gibt trotz seiner finanziellen Situation auch noch viel Geld für ein dafür benötigtes teures Instrument aus! Was soll man dazu noch sagen?
      Das ist eben ein echter Wissenschaftler. Mord und Totschlag gibt es immer, eine Sonnenfinsternis zu beochachten ist einem Forscher nicht so oft vergönnt.

      Sylli schrieb:

      Ja, sehr. Vor allem sein "gemischtes Modell" hat mir gefallen. War doch eine tolle Kompromisslösung, wenn auch eine falsche. Aber diese Theorie kommt ohne Erddrehung aus (die anderen Planeten dürfen ja um die Sonne wirbeln), und die hohe Geistlichkeit war zufrieden.
      Aber in der Wissenschaft gibt es keine Kompromisse, mit denen man sie der Obrigkeit schmackhaft machen kann.

      Buchmaus1001 schrieb:

      Offensichtlich konnte er sich doch nicht nur für seine Wissenschaft begeistern, sondern auch für Frauen. Binden wollte er sich jedoch weniger. Marina Gamba wurde zwar vorher auch schon einmal aufgegriffen, allerdings waren da die Umstände weniger bekannt. Auch nach diesem Einblick können wir noch rätseln, was genau zwischen ihnen gewesen ist. Mich würde interessieren, was sie für eine Frau war.
      Bisher sind mir nicht viele Frauen in Galileis Umfeld begegnet. Es wurden nur die unehelichen Kinder erwähnt, was darauf schließen lässt, dass Galilei Frau Gamba eher nicht als Frau an seiner Seite gesehen hat, sondern mehr zur Befriedigung seiner Bedürfnisse. Sorry, wenn ich das so hart sage, aber viel Raum in seinem Leben schien sie nicht einzunehmen. Aber vielleicht erfahren wir hierzu noch mehr und ich muss meinen Eindruck wieder korrigieren. Wäre ja nicht das erste Mal in diesem Buch :lol:
      Gelesen in 2017: 62 - Gehört in 2017: 28 - SUB: 345

      "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)
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