Mechtild Borrmann - Trümmerkind

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen


    Affiliate-Link

    Trümmerkind

    von

    4.6|19)

    Verlag: Droemer TB

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 304


    ISBN: 9783426304921


    Termin: Dezember 2017

    • Mechtild Borrmann - Trümmerkind

      Originaltitel: Trümmerkind (2016)

      Klappentext:

      Steineklopfen, Altmetallsuchen, Schwarzhandel. Der 14-jährige Hanno Dietz kämpft mit seiner Familie im zerstörten Hamburg der Nachkriegsjahre ums Überleben. Viele Monate ist es bitterkalt, Deutschland erlebt den Jahrhundertwinter 1946/47. Eines Tages entdeckt Hanno in den Trümmern eine nackte Tote - und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen. Der Kleine wächst bei den Dietzens auf. Monatelang spricht der Junge kein Wort. Und auch Hanno erzählt niemandem von seiner grauenhaften Entdeckung. Doch das Bild der toten Frau verfolgt ihn in seinen Träumen. Erst viele Jahre später wird das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur kommen, das auf fatale Weise mit der Geschichte seiner Familie verknüpft ist ...

      Über die Autorin:

      Mechtild Borrmann, Jahrgang 1960, verbrachte ihre Kindheit und Jugend am Niederrhein. Bevor sie sich dem Schreiben von Kriminalromanen widmete, war sie unter anderem als Tanz- und Theaterpädagogin und Gastronomin tätig. Mit Wer das Schweigen bricht schrieb sie einen Bestseller, der mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet wurde und wochenlang auf der KrimiZEIT-Bestenliste zu finden war. Für Der Geiger wurde Mechtild Borrmann als erste deutsche Autorin mit dem renommierten französischen Publikumspreis "Grand prix des lectrices" der Zeitschrift Elle ausgezeichnet. 2015 wurde sie mit Die andere Hälfte der Hoffnung für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Mechtild Borrmann lebt als freie Schriftstellerin in Bielefeld.

      Meine Meinung:

      Ein Klappentext der mich sofort ansprach und die erste Seite, die mich sofort gefangen nahm, weil der Schrift- und Schreibstil der Autorin wirklich gut rüberkommt. Ich hatte bei diesen Beschreibungen so eine Art Kinofilm in meinem Kopf. Nicht nur, dass ich durch die Augen der Protagonisten gesehen habe, sondern auch die Kälte, die Armut, die Ohnmacht mitgefühlt habe. Schrift und Plot haben mir sehr Gefallen und auch die verschiedenen Blickwinkel von verschiedenen Personen zu verschiedenen Zeiten. Kleiner Kritikpunkt ist für mich nur, dass es am Ende Knall auf Fall stimmig gelöst wird. Das einzige was ich im Buch nicht explizit fand war die Erwähnung, ob es ein Roman nach wahren Begebenheiten bzw. ein Tatsachenroman ist oder einfach Fiktion, aber da die Autorin demnächst eine Leserunde in meiner Nähe hält werde ich genau dies in Erfahrung bringen.

      Fazit:

      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      :study: Ulysses (James Joyce) 530 / 987 Seiten
      :study: Titan (Robert Harris) 0 / 544 Seiten
      :study: In der Tiefe (Elizabeth Heathcote) 160 / 383 Seiten

      SUB: 543
    • Gaymax schrieb:

      Das einzige was ich im Buch nicht explizit fand war die Erwähnung, ob es ein Roman nach wahren Begebenheiten bzw. ein Tatsachenroman ist oder einfach Fiktion, aber da die Autorin demnächst eine Leserunde in meiner Nähe hält werde ich genau dies in Erfahrung bringen
      Das würde mich auch brennend interessieren.

      War auch ein klein wenig enttäuscht, dass es keine Nachwort diesbezüglich gab. Bei Wikipedia steht, dass die Trümmermorde nie aufgeklärt werden konnten.
      Wo die Autorin ihre Geschichte her hat, welche ja sehr schlüssig ist, wäre wirklich interessant zu wissen.

      Aber alles in allem ein sehr gutes Buch, dass einem ein gutes Bild dieser schrecklichen Zeit vor Augen hält.
      Spannend, gut konstruiert, authentisch.

      War sicherlich nicht mein letztes Buch dieser Autorin. Hier vergebe ich :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:
      Wir brauchen Geschichten.
      Wer möchte denn nur ein Leben führen, wenn er das von vielen besuchen kann?
      Sabrina Qunaj - Das Blut der Rebellin
    • Gaymax schrieb:

      Das einzige was ich im Buch nicht explizit fand war die Erwähnung, ob es ein Roman nach wahren Begebenheiten bzw. ein Tatsachenroman ist oder einfach Fiktion,
      Das würde ich auch gern wissen. Ich vermute, die Autorin hat in einer Geschichte mit fiktiven Figuren wahre Fälle verarbeitet. :-k
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
    • €nigma schrieb:

      Gaymax schrieb:

      Das einzige was ich im Buch nicht explizit fand war die Erwähnung, ob es ein Roman nach wahren Begebenheiten bzw. ein Tatsachenroman ist oder einfach Fiktion,
      Das würde ich auch gern wissen. Ich vermute, die Autorin hat in einer Geschichte mit fiktiven Figuren wahre Fälle verarbeitet. :-k
      Genauso ist es. Habe es hier gar nicht geschrieben, aber ich war ja bei der Lesung dabei und genauso ist es auch. Die Figuren sind fiktiv und das drumherum, also die Hamburger Trümmermorde sind echt.
      :study: Ulysses (James Joyce) 530 / 987 Seiten
      :study: Titan (Robert Harris) 0 / 544 Seiten
      :study: In der Tiefe (Elizabeth Heathcote) 160 / 383 Seiten

      SUB: 543
    • Ich bin heute mit "Trümmerkind" fertig geworden und total begeistert. Dieses Buch wird definitiv unter die Highlights des Jahres aufgenommen. :thumleft:
      Die Erzählung auf diversen Zeit- und Ortsebenen ist besonders aufgrund dieser wechselnden Perspektiven sehr fesselnd un hat Suchtpotenzial. Einges aus diesem Buch (Leben in der Trümmerlandschaft, Lebensmittel auf Karten etc) kenne ich aus den Erzählungen meiner Mutter und Großmutter.
      Die Figuren finde ich in ihren Charakteren hervorragend herausgearbeitet.
      Ich würde das Buch allerdings nicht ausschließlich als Krimi bezeichnen, sondern eher bei "Romane/Erzählungen", eventuell auch bei "historischen Romanen" einordnen - die Einsortierung ist nicht einfach. :-k
      Das Ende ist natürlich ziemlich konstruiert, aber auf jeden Fall gut konstruiert.
      Wie @Gaymax und @Rapunzel hat mir allerdings auch ein Nachwort gefehlt. Ich vergebe eine uneingeschränkte Leseempfehlung und
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: .

      Da mir der Schreibstil der Autorin so gut gefallen hat, habe ich mir in der Onleihe "Wer das Schweigen bricht" vorbestellt, es ist allerdings erst im Mai verfügbar.
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
    • Zweifellos weist dieses Buch starke Parallelen zu Borrmanns zwei Jahre zuvor erschienenem „Wer das Schweigen bricht“ auf. Nicht wenige Motive, abgesehen von zwei Handlungsebenen, sind gleich.

      In den großen Applaus für dieses Buch kann ich nicht einstimmen. Weil die Figuren schematisch dargestellt sind und sich unter sympathisch bzw. unsympathisch einordnen lassen, war mir ziemlich schnell klar:
      Spoiler anzeigen
      Clara kann nicht Annas Mutter sein. Zupackend, intelligent und mitfühlend die eine, jammernd, manipulativ und alkoholabhängig die andere.


      Der Handlungsstrang aus den 1990ern wirkt passagenweise wie schnell heruntergeschrieben; die Nachforschungen verlaufen glatt und eben; Probleme lösen sich mir nichts, dir nichts; die wenigen Stolpersteine, die den Fluss der Handlung kurz aufhalten, sind dem Plot geschuldet.
      Lediglich die Geschichte um die Familie Dietz im Nachkriegswinter 1946/47 in Hamburg und ihr Findelkind Joost kann berühren.

      Auch als fiktionale Geschichte zu den realen Hamburger Trümmermorden überzeugt mich das Buch nicht. Warum eine sich sträubende Zeugin auf einmal doch aussagt – tja, warum? Keine Ahnung, woher auf einmal die Kehrtwendung.
      Ich habe es lieber, wenn eine Handlung so konstruiert ist, dass sich am Ende die Puzzleteilchen zu einem Gesamtbild fügen und nicht, wie hier, wo der Zusammenhang der Nachkriegsereignisse von einer Figur erzählt und des Rätsels Lösung quasi auf dem Tablett serviert wird. Auch die Mordszenerien erscheinen mir nicht unbedingt schlüssig, sondern der Realität angepasst, um die Verknüpfung mit den Trümmermorden so authentisch wie möglich zu machen.

      „Trümmerkind“ ist in meinen Augen kein schlechtes Buch, aber auch keins, das (fast) ausschließlich Lob und Beifall verdient hat.
      Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

      Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)
    Anzeige
    BuecherTreff.de in den Medien