Mechthild Gläser - Emma, der Faun und das vergessene Buch

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    Emma, der Faun und das vergessene Buch

    von

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    Verlag: Loewe

    Bindung: Broschiert

    Seitenzahl: 416


    ISBN: 9783785585122


    Termin: Februar 2017

    • Mechthild Gläser - Emma, der Faun und das vergessene Buch

      Klappentext:
      Als Emma beim Aufräumen in der Bibliothek ihres Internats ein altes Notizbuch findet, denkt sie zunächst, es wäre eine Art Chronik der Schule. Aber es ist genau umgekehrt: Alles, was man in dieses Buch hineinschreibt, wird tatsächlich wahr.
      Natürlich beginnt Emma sofort damit, den Schulalltag auf Schloss Stolzenburg ein wenig zu „korrigieren“. Doch nichts geschieht so, wie sie es sich gedacht hat. Zumal auch schon früher Chronisten das Buch genutzt haben. Zum Beispiel eine junge Engländerin, die Ende des 18. Jahrhunderts ein Märchen über einen Faun verfasst hat und später eine erfolgreiche Schriftstellerin wurde. Oder Gina, die vor vier Jahren plötzlich verschwand, nachdem sie ihre Geheimnisse der Chronik anvertraut hatte.
      Als sich jetzt auch noch Ginas Bruder Darcy einmischt, ist das Chaos perfekt. Denn Emma und Darcy sind einander in herzlicher Abneigung zugetan – zumindest glauben das die beiden.

      Die Autorin:
      Mechthild Gläser wurde im Sommer 1986 in Essen geboren und hat Politik, Geschichte und Wirtschaft studiert. Auch heute lebt und arbeitet sie im Ruhrgebiet, wo sie außerdem ab und an unfassbar schlecht Ballett tanzt – aber nur, wenn niemand hinsieht. Sie liebt es, sich abstruse Geschichten auszudenken, und hat früh damit begonnen, sie aufzuschreiben. Inspiration dafür findet sie überall, am besten jedoch bei einer Tasse Pfefferminztee.

      Meine Meinung:
      Emma liebt Stolzenburg. Eine Schule, wie man sie sich gern selbst gewünscht hätte. Eingekleidet im Gewand eines Schlosses hat sie alles zu bieten, was das Herz begehrt. Emma hat Glück, dass sie dort sein darf, denn eigentlich ist dieser Ort für die Gutbetuchten der Gesellschaft reserviert, ihr Vater jedoch leitet die Schule - und somit kommt Emma in den Genuss, auf Stolzenburg verweilen zu dürfen.
      Bei einer Umräum- und Säuberungsaktion der Bibliothek im Westflügel fällt ihr ein Buch in die Hände, das eine Art Chronik von Stolzenburg zu sein scheint. Das glaubt sie zumindest zuerst, bis sie merkt, dass das, was man sich unterschwellig oder auch gewollt wünscht, auch in der Realität geschieht. Mehr oder weniger, abgewandelter oder haargenau so.
      Schon bald erliegt Emma dem Reiz des Verbotenem, denn nicht nur kleine Schummeleien beeinflussen nun den Schulalltag, sondern auch eingreifendere Ereignisse, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

      Was hat es mit dem mysteriösen Faun auf sich? Ist er Sagengestalt, einfach nur Fantasie oder gibt es ihn gar wirklich?
      Außerdem ist da noch der eingebildete Darcy, aus dem Emma nicht schlau wird, und der seine vor vier Jahren verschwundene Schwester sucht. Und in der geheimnisvollen Aura rund um und in Stolzenburg schweben rätselhafte Libellen und silberne Blätter.

      Dieses Buch hat mir unwahrscheinlich gut gefallen, und das lag an vielen Faktoren.
      Emma war mir überaus sympathisch, weil sie ein ganz normales Mädchen ist, das man einfach gernhaben muss. Sie traut sich etwas, ist mutig und sorgt sich ständig um ihren Vater, der der Meister der eingebildeten Krankheiten ist.
      Darcy ist natürlich der junge Fitzwilliam aus "Stolz und Vorurteil" schlechthin. Hinter seiner äußerst kühlen Fassade vermutet man keinen so eingebildeten Schnösel, wie er vorgibt, zu sein. Man wünscht es sich, weil Emma jemanden verdient, der sie gut behandelt.
      Auch die Nebenfiguren, die Freundinnen und Freunde durchschaut man nicht so leicht und man weiß lange nicht, wem man hier überhaupt trauen kann. Irgendwie scheinen alle verdächtig.
      Das macht auch den Reiz der Geschichte aus: Man ist ständig nur am rätseln, nachdenken und grübeln, was es denn nun mit dem Faun und dem Buch auf sich hat.

      Auch die Beschreibungen von Stolzenburg, der Umgebung fand ich sehr gelungen. Alles wirkt so verwittert, verwunschen, nicht greifbar - eben wie im Märchen.
      Man spürt sehr oft die Bezüge zu Jane Austen, die sich nicht nur in den Namen, sondern auch Handlungen und bestimmten Szenen herauslesen lassen.

      Die Auflösung hätte ich so nicht erwartet. Schon lange hat mich kein Buch mehr so beeindruckt, bei dem ich nicht wusste, wie sich alles aufklären wird. Das verleitete immer wieder zu Spekulationen und dem dringlichen Weiterlesen. Ich hätte mir am Schluss noch ein wenig mehr Aufklärung gewünscht; das war ein wenig zu schnell abgehandelt. Hier hätten ein paar Seiten mehr noch etwas mehr Verständnis in die Handlung gebracht.

      Das Cover hat der Verlag wunderschön gestaltet, es passt absolut gut zur Geschichte. Das Buch wird im Bereich Jugendbuch bei LOEWE aufgeführt.
      Der Schreibstil ist leicht, trotzdem fesselnd und detailliert, aber nicht zu sehr, sodass man nicht darin vollends versinkt, sondern sich alles gut vorstellen kann. Weniger ist mehr.

      Wer Fantasy mit vielen Geheimnissen mag, liegt bei diesem Buch genau richtig.

      4 Sterne.
      :study: Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste - Heinrich Heine - :study:
    • Als Emma eine ungenutzte Bibliothek im Internat Schloss Stolzenburg aufräumt, um dort ein gemütliches Zimmer für sich und ihre Freundinnen einzurichten, stolpert sie über eine alte Chronik der Schule. In diesem Buch haben bereits zahlreiche Menschen Ereignisse aus den letzten Jahrhunderten festgehalten. Als Emma sich ihnen anschließt, stellt sie schnell fest, dass das Buch gar nicht über Ereignisse berichtet, sondern erst dadurch, dass diese in die Chronik eingetragen werden, geschehen sie. Natürlich möchte sie dieses Werk nutzen, um ihren Alltag ein wenig in die richtige Bahn zu lenken, doch nichts geschieht so, wie sie es sich gedacht hat. Die Änderung der Zukunft scheint gefährlicher zu sein, als gedacht.

      Mechthild Gläser hat mich mit ihren Buchspringern im letzten Jahr sehr gut unterhalten und auch das neue Buch sprach mich sofort an. Ich mag Internatsgeschichten und besonders Romane, in denen Bücher eine wichtige Rolle spielen. Ich bin problemlos in Emmas Welt eingetaucht, die - bis auf das besondere Buch und seine Auswirkungen - realistisch ist. Zunächst taucht man in das Internatsleben der Ich-Erzählerin ein, lernt die sympathische Protagonistin kennen und baut eine Bindung zu ihr auf. Als dann die Chronik auftaucht wird die Geschichte spannender, etwas mysteriös und die Autorin hat auch einen zwischenmenschlichen Konflikt sowie eine kleine Liebesgeschichte eingebaut, um das Geschehen durchgängig unterhaltsam zu gestalten.

      Der Schreibstil ist einfach gehalten und das Setting gut ausgearbeitet, so dass ich mir das Schloss und die Ländereien drum herum sehr gut vorstellen konnte. Wer Romane von Jane Austen gelesen hat, wird sicherlich einige Figuren wiedererkennen (Emma, Darcy, Faun, ...). Da ich diese Werke jedoch nicht kenne, konnte ich dazu keine Parallelen herstellen. Das Wissen um Jane Austens Bücher hat mir jedoch nicht bewusst gefehlt, als ich diesen Roman gelesen habe. Leider hat mich das Ende nicht mehr so fesseln können, wie der Großteil des Buches. Irgendwie ging es dann plötzlich doch alles sehr schnell, was irritierend wirkte, denn vorher hatte sich Gläser stets viel Zeit genommen.

      Fazit: Der Roman lebt durch seine Charaktere, das tolle Setting und die besondere Chronik, die der Handlung ein Hauch Fantasy verleiht. Kleine Kritikpunkte fallen kaum auf, denn das Lesen des Romans macht einfach Spaß. 4,5 Sterne.
      • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
      • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
      • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:
      Viele Grüße
      Claudia

      Schaut gerne in meinen Bücher-Blog hinein: claudias-buecherregal.blogspot.com/
    • Wieder sehr fantasievoll und träumerisch, allerdings mit etwas schnellem Ende

      Klappentext
      „Als Emma beim Aufräumen in der Bibliothek ihres Internats ein altes Notizbuch findet, denkt sie zunächst, es wäre eine Art Chronik der Schule. Aber es ist genau umgekehrt: Alles, was man in dieses Buch hineinschreibt, wird tatsächlich wahr.
      Natürlich beginnt Emma sofort damit, den Schulalltag auf Schloss Stolzenburg ein wenig zu „korrigieren“. Doch nichts geschieht so, wie sie es sich gedacht hat. Zumal auch schon früher Chronisten das Buch genutzt haben. Zum Beispiel eine junge Engländerin, die Ende des 18. Jahrhunderts ein Märchen über einen Faun verfasst hat und später eine erfolgreiche Schriftstellerin wurde. Oder Gina, die vor vier Jahren plötzlich verschwand, nachdem sie ihre Geheimnisse der Chronik anvertraut hatte.
      Als sich jetzt auch noch Ginas Bruder Darcy einmischt, ist das Chaos perfekt. Denn Emma und Darcy sind einander in herzlicher Abneigung zugetan – zumindest glauben das die beiden.“

      Gestaltung
      Ich liebe die warmen Farbtöne des Covers! Vor dem orange-gelben Hintergrund kommen die Schattenrisse des Schlosses und die Dame mit Hut und Schirm richtig gut zur Wirkung und der Faun ist definitiv ein optisches Highlight. Dass man in seinen Umrissen in eine Art andere Welt blicken kann, die dann viel geheimnisvoller aussieht und die in einer anderen Farbe gehalten ist, finde ich eine richtig coole Idee.

      Meine Meinung
      Nachdem ich von Mechthild Gläser schon „Die Buchspringer“ gelesen hatte und die Ideenvielfalt der Autorin bewundert hatte, habe ich auch gerne zu ihrem neuen Buch „Emma, der Faun und das vergessene Buch“ gegriffen. Dieses Buch verfügt auch über Anspielungen auf Figuren und Motive aus Romanen von Jane Austen. Wer nun Bedenken oder Angst hat, dass er dieses Buch aufgrund von mangelnder Kenntnisse über Jane Austen nicht lesen kann, den kann ich direkt beruhigen. Da ich nur den Film „Stolz und Vorurteil“ kenne, bin ich ohne großes Vorwissen an dieses Buch gegangen und dies hat meinem Lesespaß keinen Abbruch getan. Man kann das Buch auch sehr gut ohne Jane Austen-Wissen lesen (von andere Lesern dieses Buches weiß ich: kennt man allerdings ihre Romane, wird man in Mechthild Gläsers Buch ein paar nette Anspielungen entdecken können).

      Die Geschichte von „Emma, der Faun und das vergessene Buch“ ist sehr fantasievoll und magisch. Protagonistin Emma besucht ein Internat und es finden sich in Mechthild Gläsers Buch einige Internatsmotive (die beliebte Zicke, die der Protagonistin entgegensteht, Mädchenfreundschaften usw.), die beim Lesen großen Spaß machen. Nachdem Emma ein geheimnisvolles Buch findet, wird die Handlung angezogen und sie nimmt rätselhafte Bahnen ein. Es hat mir großen Spaß gemacht, Vermutungen aufzustellen, was es mit all den Geheimnissen und mysteriösen Geschehnissen auf sich haben könnte.

      Ich mochte die Idee dieses Buches sehr gerne, denn hier wird unsere reale Welt mit einer leicht magisch-phantastisch angehauchten Idee vermischt. Das vergessene Buch ist ein ganz Besonderes und als Buchliebhaber begrüße ich es sehr, wenn Bücher in Büchern eine besondere Rolle spielen. Dieses vergessene Buch hat bei mir für großen Rätsel- und Lesespaß gesorgt, denn die mit dem Buch verbundene Idee hat sehr großes Potenzial geboten. Es war spannend, die Geheimnisse des Buches zu entdecken.

      Das Ende der Geschichte hat mich zufrieden gestellt, denn die Handlung ist in sich abgeschlossen. Allerdings haben sich für mich die Geschehnisse zum Schluss etwas überschlagen. Es ging mir teilweise etwas zu schnell und nicht alles wurde gänzlich erklärt. Ich mochte diese Schnelligkeit zwar auf der einen Seite, weil sie mich ergriffen und meinen Pulsschlag in die Höhe getrieben hat, aber auf der anderen Seite gingen dafür auch ein paar Erklärungen unter. Hier hätte ich mir gewünscht, dass zum Schluss mehr Zeit verwendet würde oder dass ein, zwei Enthüllungen schon vorher gefallen wären, damit nicht alles am Ende auf einmal passiert.

      Die Figuren haben mir gut gefallen, auch wenn ich gerne noch mehr über die Nebenfiguren (z.B. Emmas Freundinnen, die ich sehr sympathisch fand) erfahren hätte. Protagonistin Emma fand ich ziemlich cool, da sie für ihre jungen 16 Jahre schon sehr selbstständig und taff ist. Sie steht mit beiden Beinen fest im Leben und das hat mir gut gefallen. Darcy hat mich sehr an Mr. Darcy aus Stolz und Vorurteil erinnert, da er auch leicht versnobt ist, distanziert und stolz. Er hat mir in Kombination mit Emma gut gefallen.

      Fazit
      Wie schon bei „Die Buchspringer“ wartet Mechthild Gläser auch in „Emma, der Faun und das vergessene Buch“ mit einer fantasievollen Geschichte auf, die zum darin verweilen einlädt. Die Autorin entführt uns in eine Welt voller Rätsel und Geheimnisse, die mich dazu veranlasst haben, wild zu spekulieren. Das letzte Viertel des Buches ging mir persönlich allerdings etwas zu schnell. Die Idee um das vergessene Buch fand ich ganz toll, denn sie hat viel Potenzial und regt zum Nachdenken an. Zudem fand ich die Protagonistin Emma sehr cool, da sie eine sehr selbstständige Person ist und sich so von anderen Protagonistinnen abhebt.
      4 von 5 Sternen!

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