Charles Dickens - Große Erwartungen (Start 04.02.2017)

    • Kapitel 14-17

      Kapitel 14
      Hier erläutert Pip, warum er unzufrieden mit seiner Lehre ist. Oder vielmehr, dass er unzufrieden ist. Mit seinem Werdegang. Damit gewöhnlich zu sein.
      Ich habe so den Eindruck, dass Pip nach seinem "letzten Besuch" bei Mrs Havisham und dem Eintritt in die Lehre, seine kindliche Leichtigkeit des Seins verloren hat. Vielleicht könnt ihr euch auch noch an diese Tage erinnern, in denen man von jetzt auf gleich merkt, das alles nicht so einfach ist, Pflichten eine große Last sind.

      Dickens schrieb:

      Früher hatte ich gedacht, wenn ich eines Tages die Hemdsärmel aufkrempelte und als Joes Lehrling in der Schmiede anfinge, würde ich mich auserwählt und glücklich fühlen. Nun, da ich der Wirklichkeit habhaft war, fühlte ich mich nur schmutzig mit dem Schmutz von Grießkohle und spürte ein Gewicht auf meiner täglichen Erinnerung lasten, neben dem der Amboss eine Feder war. Es gab Augenblicke in meinem späteren Leben (wie vermutlich in den meisten Leben), in denen mir zumute war, als hätte ein schwerer Vorhang sich auf alles gesenkt, was seinen Zauber und seine Romantik ausmachte, und hätte mich von allem abgesondert, bis mir nur ein dumpfes Erdulden blieb. Nie war dieser Vorhang schwerer und undurchdringlicher gefallen als zu jener Zeit, zu der mir mein Lebensweg auf der neueröffneten Straße der Lehrzeit bei Joe vor meinen Augen unabänderlich vorgezeichnet schien.

      Dickens schrieb:

      Was ich erstrebte, wer könnte es sagen? Wie könnte ich es sagen, der ich es doch nie wusste. Meine größte Furcht war, in einer unseligen Stunde den Blick zu heben, wenn ich am schmutzigsten und gewöhnlichsten war, und Estella zu einem der hölzernen Fensterläden der Schmiede hereinblicken zu sehen.
      Es ist unglaublich traurig, das alles zu lesen. Ich habe mich an eine Zeit der Demütigung in meiner Schulzeit erinnert. Diese Angst, die einen überallhin verfolgt war gräßlich und Dickens hat es gut beschrieben. Und ja, zu dem Zeitpunkt sieht man nicht ein, dass die Personen, die demütigen, es nicht wert sind, an sie zu denken.

      Kapitel 15
      Zu Beginn finde ich es ebenfalls traurig, wie Pip, dass er auch Joe zu einem besseren Herrn verwandeln möchte, in der Hoffnung, das Licht würde auch auf ihn besser scheinen.

      Dickens schrieb:

      Alles, was ich mir aneignete, versuchte ich Joe zu vermitteln. Diese Aussage klingt so untadelig, dass ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann, sie unkommentiert durchgehen zu lassen. Ich wollte Joe weniger unwissend und weniger gewöhnich machen, damit er meiner Gesellschaft würdiger und in Estellas Augen weniger tadelnswert würde.
      Die Szene in der Orlick Mrs Joe Kontra gibt, ist herrlich! Bildlich kann man sich vorstellen, wie diese Furie in "blindwütige Raserei" gerät und man freut sich, dass jemand endlich mal den Mund aufmacht! Allerdings ist dieser ein merkwürdiger Kerl, dem ich keinen Meter weit traue.
      Und dann das Ende des Kapitels: Es haut jemand dieser o.g. Furie den Schädel ein! Kaum zu glauben! Mein erster Gedanke war, sie wäre nun dahingeschieden...


      Kapitel 16
      ...und dann hat sie es doch geschafft! Ich muss sagen, ich bin überzeugte Pazifistin und würde so etwas niemandem gönnen, aaaber irgendwie schwirrte mir der Satz "jeder kriegt, was er verdient" im Kopf rum :pale: Mysteriös sind allerdings die Umstände und was Orlick damit zu tun hat??? ?(

      Kapitel 17
      Pip unterhält sich mit Biddy und das gefällt mir auch nicht. Biddy scheint sehr nett zu sein und Pip verletzt sie wohl mehrfach.

      Dickens schrieb:

      "Du gehörst zu denn, Biddy", sagte ich, "die jede Möglichkeit nutzen. Bevor du herkamst, hattest du keine Möglichkeiten und sieh nur, was du aus dir gemacht hast!"
      Ganz schön gemein. Aber Biddy tröstet Pip. Allerdings stellt sie eine wichtige Frage:

      Dickens schrieb:

      "Willst du ein Gentleman werden um sie zu ärgern oder um sie zu gewinnen?", fragte Biddy nach einer Weile in ruhigem Ton. "Ich weiß es nicht", erwiderte ich übellaunig. "Denn wenn es darum geht, sie zu ärgern", fuhr Biddy fort, "dann würde das meiner Ansicht nach - aber du musst es am besten wissen - eher und leichter erreicht, wenn man nichts auf ihre Worte gäbe. Und wenn es darum geht, sie zu gewinnen, dann glaube ich- aber du musst es am besten wissen-, dass sie es nicht wert ist."
      Ganz schön schlaues Mädchen. Und doch wirkt es nun so auf mich, als hätte sich Pip nun tatsächlich in Estella verliebt. :scratch: Schier unbegreiflich.
    • Ich habe gerade Kapitel XIX gelesen - die Motivation dafür zu finden, war leicht: ich habe nun nämlich Volume 1 beendet und damit das erste große Stück geschafft :dance:

      Squirrel schrieb:


      Farast schrieb:

      Ich frage mich gerade was Pip so viel tolles mehr an dieses morbide Zuhause einer Havisham und einer Estella findet.
      Vielleicht ist es zum einen der Reiz des Fremden, die Anziehung des Morbiden? Und bei Estella die Wut darüber, dass sie so herablassend auf ihn schaut. Zumindest war die Wut als erstes da, danach vielleicht noch die Faszination der Schönheit.... :-k Jedenfalls will er Estella die Stirn bieten, damit sie eben nicht mehr so agiert - was aber nicht gelingen kann, solange Estella sich nicht auch charakterlich ändert

      RahelSa schrieb:


      Ganz schön schlaues Mädchen. Und doch wirkt es nun so auf mich, als hätte sich Pip nun tatsächlich in Estella verliebt. :scratch: Schier unbegreiflich.
      Biddy scheint generell ziemlich clever zu sein. Der Umzug zu den Gargerys scheint ihr gut getan zu haben - wenn es nicht Estella und die "großen Erwartungen" gäbe, wäre sie wohl später diejenige an Pips Seite. Biddy und Joe lassen sich jedenfalls, im Gegensatz zum großtuerischen Stadtvolk, nicht von Pips neuen Aussichten blenden.
      Hm, was findet Pip an Estella? :-k Ich glaube auch, dass es mit dem Reiz des Fremden zu tun hat - sie verkörpert für Pip eine zunächst unerreichbare, unbekannte und faszinierende Welt, die vor den Besuchen bei Miss Havisham nicht mal Teil seiner Vorstellungswelt war. Er findet sie natürlich verdammt hübsch, aber vielleicht ist sie einfach ganz anders als alle Mädchen, denen er bis dahin begegnet war, gebildet, gepflegt und in der Lage, ihm durch ihr Verhalten ziemlich den Kopf zu verdrehen.

      Kleider machen Leute, und am Ende des ersten Teils tritt Pip die große Reise nach London an, um endlich ein echter Gentleman zu werden! Ich freue mich auf den Szenenwechsel und bin gespannt, in welcher Form wir die bekannten Figuren später wieder treffen werden. Und wer ist wohl Pips Gönner? Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass es wirklich Miss Havisham ist...
    • pralaya schrieb:

      Also hier bin ich ja echt froh, dass ich den Satz nicht ganz verstanden hatte. Ich hab nur spider gelesen und dann wollte ich auch nicht zu genau lesen, aber eine SPINNENhochzeitstorte? Baaaah *schauder*
      Sei froh, mir ist da aber ganz komisch geworden. Soll ich dir den Satz zitieren? :mrgreen:

      Farast schrieb:

      Das sich Pip weiterbilden möchte ist absolut o.k., aber doch nicht um sich auf das Niveau einer Estella zu stellen. Und egal wie hübsch sie sein soll, ist Pip wirklich so in sie verliebt, dass er sehenden Auges in sein Verderben (mag ich fast schon schreiben, wenn es so weitergeht) tappt? Was also fasziniert ihn an Estella? Was meint ihr?
      Im ersten Moment dachte ich, egal aus welcher Motivation jemand was lernen will, Hauptsache lernen. :thumleft: Ich versteh aber auch nicht, was er an dem Mädchen so anziehend findet? Will er ihr die Stirn bieten, ist das so ein Wettkampf zwischen den beiden? :-k Sie versucht ihn ja auch zu manipulieren und das lässt er nur bedingt mit sich machen. Und ihren Kuss schätzt er genau als das ein was er war - nichts wert. Er lässt sich also nicht einfach bezirzen und schwebt danach im 7. Himmel. Vermutlich provoziert das Estella, dass er nicht so ist, wie die anderen "Versuchsobjekte".

      zu Kap. 14

      RahelSa schrieb:

      Ich habe so den Eindruck, dass Pip nach seinem "letzten Besuch" bei Mrs Havisham und dem Eintritt in die Lehre, seine kindliche Leichtigkeit des Seins verloren hat. Vielleicht könnt ihr euch auch noch an diese Tage erinnern, in denen man von jetzt auf gleich merkt, das alles nicht so einfach ist, Pflichten eine große Last sind.
      Das Gefühl hatte ich auch, dass Pip so allmählich erwachsen wird. Durch die Besuche bei Miss Havisham hat sich sein Horizont erweitert, er hat gesehen, dass es auch andere Welten gibt als seine kleine daheim. Generell fand ich Kapitel 14 sehr deprimierend und düster, Pip ist so voller Trostlosigkeit, Ziellosigkeit und Scham. :(

      zu Kap. 15

      RahelSa schrieb:

      Allerdings ist dieser ein merkwürdiger Kerl, dem ich keinen Meter weit traue.
      Orlick finde ich auch sehr seltsam, er wirkt bei seiner ganzen Trotteligkeit doch ziemlich durchtrieben und hinterhältig. :batman:

      Pip hat mittlerweile eine völlig verklärte Wahrnehmung von Miss Havishams düsteren Haus und seinen Bewohnern - als malerisch kann man das doch wirklich nicht mehr bezeichnen. #-o Die Sehnsucht treibt ihn tatsächlich zu einem Besuch und die garstige Hexe hat sich kein bisschen verändert. Aber ob das für Pip nun heilsam gewesen ist, wage ich zu bezweifeln.
      Habt ihr verstanden, was Mr. Wopsle und Mr Publechook da genau mit dem Buch und Pip machen? :scratch: Spielen die das Buch nach? Oder geben sie einem Protagonisten Pips Namen? Irgendwie steige ich da nicht so richtig durch. ?(

      RahelSa schrieb:

      Kapitel 16
      ...und dann hat sie es doch geschafft! Ich muss sagen, ich bin überzeugte Pazifistin und würde so etwas niemandem gönnen, aaaber irgendwie schwirrte mir der Satz "jeder kriegt, was er verdient" im Kopf rum Mysteriös sind allerdings die Umstände und was Orlick damit zu tun hat???
      Puh, das war schon ein richtiger Gewaltexzess, dem Mrs. Joe da ausgesetzt war. :pale: Krass waren die bleibenden Schäden, die sie dabei davongetragen hat. Obwohl sie ja dadurch viel zahmer geworden ist und es im Hause vermutlich deutlich friedlicher und ruhiger geht, wünscht man doch keinem so etwas. Ich glaube nicht, dass es Pips Sträfling war (oder hoffe es zumindest). Irgendwie dachte ich, der Fremde damals im Pub, der mit der Feile den Rum umrührte, wäre Pips Sträfling - scheint aber nicht so gewesen zu sein. Vielleicht hat dieser Fremde damit zu tun, was Pip ja auch vermutet. Herrlich ironisch war der Einblick in die damalige Polizeiarbeit. :mrgreen:
      Liebe Grüße,
      Tine

      :study: Charles Dickens - Große Erwartungen (MLR)
      :study: Amy Ewing - Das Juwel - Die weiße Rose (Bd. 2)
    • bis Kapitel 17

      RahelSa schrieb:

      Ich habe so den Eindruck, dass Pip nach seinem "letzten Besuch" bei Mrs Havisham und dem Eintritt in die Lehre, seine kindliche Leichtigkeit des Seins verloren hat.
      Das halte ich grundsätzlich für einen recht normalen Vorgang - ging es uns nicht irgendwie genauso als wir von der Schule ins Berufsleben oder Studium gingen? Bei Pip fällt es vielleicht nur mehr auf, weil er so jung ist. Und dieses Alter sollten wir auch nicht vergessen wenn wir überlegen, was Pip an Estella und Ms Havisham so anziehend findet. Wir haben spekuliert, dass Pip ungefähr 10 Jahre alt sein könnte als die Geschichte begann. Dann war er also 11 als die Lehre begann - das ist ein Alter, in dem alles Fremde doch auch faszinierend ist - erst recht, wenn es unerreichbar erscheint. Das allein reicht doch schon aus, um einen Jungen sich in ein Mädchen verlieben zu lassen. Dann spielt noch viel mehr eine Rolle wie Estellas Hochnäsigkeit bei ihrer hüschen Fassade, das sind alles Punkte, die einem kind den Kopf verdrehen. Und bei dem Gespräch mit Biddy kann Pip ja dann nur etwa 14 Jahre alt sein - hormonell also mitten im Chaos. Erwarten wir doch nicht zu viel Vernunft von einem Pubertier. :-,

      RahelSa schrieb:

      Und ja, zu dem Zeitpunkt sieht man nicht ein, dass die Personen, die demütigen, es nicht wert sind, an sie zu denken.
      Das kommt dann noch hinzu, diese Einsicht kommt doch immer erst sehr viel später.

      RahelSa schrieb:

      aaaber irgendwie schwirrte mir der Satz "jeder kriegt, was er verdient" im Kopf rum Mysteriös sind allerdings die Umstände und was Orlick damit zu tun hat???
      Der Satz taucht leicht auf, aber verdient hat das niemand. Nur wer und warum das getan hat? Und dann der aufgefeilte Ring, der doch so klar auf Pips Sträfling deutet? :-k Aber Orlick, so seltsam er auch scheint, hatte wohl keine Gelegenheit dazu. Ob er darin verwickelt ist? Keine Ahnung….

      RahelSa schrieb:

      Pip unterhält sich mit Biddy und das gefällt mir auch nicht. Biddy scheint sehr nett zu sein und Pip verletzt sie wohl mehrfach.
      Auch da kommt das Kind durch in den Sprüchen Pips - er meint es gut, aber oft ist "gut gemeint das Gegenteil von gut". Er verletzt Biddy schon, aber ich glaube, sie ist intelligent genug um zu erkennen, was Pip wirklich ausdrücken will.

      Kiya schrieb:

      Und wer ist wohl Pips Gönner?
      Ich persönlich halte noch immer den Sträfling für möglich - falls er überlebt haben sollte, so hat er dennoch die Erinnerung an einen kleinen Jungen, der ihm geholfen hat trotz der Bedrohung, die er darstellte.

      Studentine schrieb:

      Sei froh, mir ist da aber ganz komisch geworden. Soll ich dir den Satz zitieren? :mrgreen:
      Tiinaa :shock: :totlach:

      Studentine schrieb:

      Orlick finde ich auch sehr seltsam, er wirkt bei seiner ganzen Trotteligkeit doch ziemlich durchtrieben und hinterhältig.
      Da Dickens vermutlich keine Person ohne Grund in die Geschichte schreibt, muss er noch eine Bedeutung haben. :scratch:

      Studentine schrieb:

      Habt ihr verstanden, was Mr. Wopsle und Mr Publechook da genau mit dem Buch und Pip machen? Spielen die das Buch nach? Oder geben sie einem Protagonisten Pips Namen? Irgendwie steige ich da nicht so richtig durch.
      So wie ich es verstanden habe, spielen sie die Geschichte nach und geben Pip natürlich die Rolle des überführten und verurteilten Bösewichts - wem auch sonst :roll:

      Biddy scheint etwas ganz Besonderes zu sein - warmherzig, klug, fürsorglich, eine Menschenkennerin die hinter die Fassade schaut. Eine feine Person, die hoffentlich auch noch einen guten Weg macht.

      Studentine schrieb:

      Herrlich ironisch war der Einblick in die damalige Polizeiarbeit.
      das war so herrlich :loool: :loool: :loool:
      viele Grüße vom Squirrel

      :study: Whitehouse - Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek
      :study: Dickens - Great Expectations MLR
    • RahelSa schrieb:

      Ich habe jetzt bis einschließlich Kapitel XVII gelesen und hätte Lust gleich weiter zu lesen. Ist denn noch jemand so weit oder schon weiter? Sollen wir etwas auf Nachzügler warten?
      Ich denke, ich werde es heute bis Kapitel 10 oder 11 schaffen. Hab bis jetzt gearbeitet.
      "No such word as can't. No such word as babagoozle neither!"
      (The Kid in Ch. Higsons The Enemy)

      Mein Bücherblog... Bücher wie Sterne

      Ich :study: gerade
      Leseliste 2017
    • bis Kapitel 19

      Neu

      Squirrel schrieb:

      Das halte ich grundsätzlich für einen recht normalen Vorgang - ging es uns nicht irgendwie genauso als wir von der Schule ins Berufsleben oder Studium gingen? Bei Pip fällt es vielleicht nur mehr auf, weil er so jung ist.

      Squirrel schrieb:

      Und bei dem Gespräch mit Biddy kann Pip ja dann nur etwa 14 Jahre alt sein - hormonell also mitten im Chaos. Erwarten wir doch nicht zu viel Vernunft von einem Pubertier.
      Ich kann mich erinnern, dass dieser Vorhang bei mir eher "vorpubertär" gefallen ist. Der ganze Hormonkram kam später. Da wo man merkt, dass das Spiel, welches einem die ganze Zeit Spass gemacht hat, auf einmal albern vorkommt. Ich weiß nicht wieso ich darauf komme, ich glaube irgendwo stand, dass das Gespräch mit Biddy ein Jahr nach dem Besuch bei Mrs Havisham stattgefunden hat.. ?( Und wenn er dann danach jährlich ein paar mal wieder zu ihr geht, also an seinem Geburtstag, dürfte er dann doch gegen Ende von Band 1 ca so 14/15 sein oder? Was meint ihr?

      El Novelero schrieb:

      Ich denke, ich werde es heute bis Kapitel 10 oder 11 schaffen. Hab bis jetzt gearbeitet.
      Das war aber eine langer Tag, ich weiß nicht ob ich danach noch lesen könnte.... 8-[



      Kiya schrieb:

      und am Ende des ersten Teils tritt Pip die große Reise nach London an, um endlich ein echter Gentleman zu werden! Ich freue mich auf den Szenenwechsel und bin gespannt, in welcher Form wir die bekannten Figuren später wieder treffen werden. Und wer ist wohl Pips Gönner? Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass es wirklich Miss Havisham ist..
      Ja, gegen Ende sind noch viele Fragen offen. Wer ist der Gönner? Ich denke schon, dass Miss Havisham ihre Finger mit im Spiel haben könnte. Zum einen kennt sie auch Mr. Jagger (den ich ehrlich gesagt, nach der ersten Begegnung auf der Treppe fast vergessen hatte) und zum anderen passt ihr Verhalten zu Sarah Pocket (und andersherum). So, als ob sie mit Absicht ihr eintrichtern will, dass ihr Erbe nicht an die Verwandschaft geht, sondern an Pip. Aber welche Rollen spielen die Verbrecher? Und wer hat warum das Mrs Joe angetan?(ich denke immer noch Orlick, hat damit etwas zu tun, aber wie?) Ich denke übrigens nicht, dass Mrs Joe, wenn sie in der Lage dazu wäre, Pip gehen lassen würde. Warum sollte aus ihm etwas Besseres werden?
      Traurig finde ich die Situation Pips letzter Woche zwischen Biddy, Joe und ihm beschrieben. Er wünscht sich mehr Beifall von ihnen und interessant ist, dass er den nun von dem vorher achso "heuchlerischen" Pumblechook bekommt, und ihn (Pumblechook) jetzt anders betrachtet. #-o
    • Neu

      Hallo ihr fleißigen Leser :winken:

      Wie ich fast schon erwartet hatte hänge ich etwas hinterher. Bin aber noch dabei :uups: Habe gerade Kapitel 10 gelesen und werde auch noch etwas weiterlesen. Zum Wochenende hin werde ich dann auch Zeit haben wieder etwas zu schreiben. :study:
      2017: gelesen/SUB --> 9 / 84
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      2014: gelesen/SUB --> 36 / 56
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      2012: gelesen/SUB --> 52 / 39
    • Neu

      Ich hab's geschafft! Nach über einer Stunde bin ich hier jetzt auf dem aktuellen Stand. Ein schönes Stück Arbeit. :loool:
      Gelesen habe ich letzte Nacht noch bis Ende Kapitel 18 und heute Nacht kommt vielleicht noch etwas dazu. Den Rest der Woche werde ich wahrscheinlich nicht so viel Zeit zum Lesen haben, daher mache ich das direkt am Anfang. Generell habe ich aber auch kein Problem mal eine Pause für die Nachzügler einzulegen.

      Farast schrieb:

      Ich fand es doch recht amüsant, was sich Pip alles für die beiden ausgedacht hatte. Daran werden sie noch etwas zu knabbern haben Ich kann mir die beiden so lebhaft vor mir vorstellen, wie sie jedes Detail schier aufgezogen haben wie die Atemluft und jetzt gemeinsam durchhecheln.
      Die Szene hat mich zunächst sehr überrascht, aber im Nachhinein fand ich sie absolut nachvollziehbar. Wie hier schon irgendwer geschrieben hatte, was hätte er anderes tun sollen? Das dabei seine Fantasie so derart mit ihm durchgeht fand ich aber schon witzig. :loool:

      Farast schrieb:

      Mir ging gerade durch den Kopf, dass wenn ich in der Schule wäre, diese schmutzigen zwei Pfundnoten nicht nur als Segen für Pip sehen würde. Vermutlich würde ich es als eine Art Symbol interpretieren. Es wäre ein Symbol dafür, dass Pip zwar auch Gutes (Reichtum? welcher Art auch immer) widerfahren wird, aber es auch mit viel Schmutz (im übertragenen Sinn - vielleicht das er darauf achten soll, was er annimmt?) zu tun haben wird. Zunächst einmal bereitet ihm das Ganze sehr viel Unwohlsein. Und so haftet dieser netten Geste etwas unheilverkündetes an.
      Dieses überall etwas reininterpretieren müssen hat mir die Lektüre meistens in der Schule ziemlich vermiest. Bis zu einem gewissen Punkt fand ich das interessant und auch sinnvoll, aber meistens wurde das so überzogen. In jeder Zeile hat der Autor nichts ohne Hintergedanken geschrieben. Das kann ich mir einfach nicht vorstellen. Natürlich ist gerade Dickens voll von Metaphern, etc. aber hinter jeder Pflanze, jedem Stein was zu deuten habe ich nie verstanden. ?(
      Ich persönlich habe diese Geldübergabe eigentlich so gesehen, dass dieser Mann einem ihm scheinbar fremden Jungen eine kleine Münze Geld gibt. Durchaus nachvollziehbar. Aber 2 Pfund waren eine Menge Geld, da müsste man schon eine Erklärung liefern. Das hat der Fremde umgangen, indem er die Geldnoten als dreckiges Papier getarnt hat.

      RahelSa schrieb:

      In Kapitel 11, oder vielmehr dem Gruselkabinett, war ich sehr angewidert von der Schilderung der Spinnen-Schimmel-Torte...
      :pale: Mich hat es wirklich geschüttelt. Die Beschreibung der ganzen Krabbelviecher war ja schon nicht schön, aber diese Torte war echt der Höhepunkt.

      Squirrel schrieb:

      Nein, Mitleid hab ich gar keines, mir geht es eher wie @taliesin: ich empfinde sie als verbittert und bösartig - und vielleicht auch hintertrieben, denn wer weiß schon, was sie wirklich vorhat mit Pip, aber auch mit Estella Dieses Kind ist doch auch ein Produkt seiner Umgebung und Erziehung, zumindest so beim ersten Auftreten.
      Dem kann ich nur zustimmen!

      Squirrel schrieb:

      Hat er denn eine andere Wahl? Schweigen kann er nicht, dann setzt es was (und nicht zu wenig, wie wir gelesen haben) - die Wahrheit würde ihm niemand glauben und die Konsequenz wäre die gleiche. Also gibt er den beiden, was sie haben wollen: ein Märchen, eine Fantasie, also eben eine Lüge. Dadurch wird er für mich nicht zum notorischen Lügner in dem Sinne, sondern er windet sich aus einer für ihn mehr als misslichen Lage, indem er denen, die die Gewalt über ihn haben, gibt was sie haben wollen.
      Ja stimmt, du hattest das geschrieben. So sehe ich das auch. :wink:

      Squirrel schrieb:

      Nein, Leichtigkeit gestattet Dickens den Lesern nicht, er lässt uns nicht vom Haken und gaukelt uns keine heile Welt vor. Das war nie seine Absicht, er wollte genau diese Dinge beim Namen nennen und ins Licht zerren, denn ins Dunkel verdrängt wurden sie ja stets. Er hielt der Welt wohl immer den Spiegel vor und zeigte überdeutlich auf alle Missstände. Und trotzdem kann ich seine Bücher mit Vergnügen lesen, denn er hat auch einen wunderbaren Humor, der immer wieder durchkommt.
      Mir sagt Dickens auch gerade deswegen zu. Von den Büchern, die ich von ihm schon gelesen habe, habe ich auch die Verfilmungen bei mir zu Hause stehen. Meiner Mutter sind die wirklich zu düster, aber meiner Meinung nach passt das einfach. Aber gerade der Humor erscheint mir wichtig, sonst wäre es zu tragisch.

      Farast schrieb:

      Und wer wohl dieser Junge ist, der auf einem Boxkampf mit Pip besteht. Wir werden ihn wohl noch mal begegnen.
      Ich hoffe doch, ansonsten werde ich aus dieser Begegnung nicht schlau!

      Kiya schrieb:

      In Kapitel 7 verfasst Pip einen Brief an Joe, bei dem ich mich sofort gefragt habe, wie der Wortlaut in der Übersetzung ist:
      Ich musste ihn wirklich zweimal lesen
      Den Brief fand ich einfach herrlich! Mehrmals lesen musste ich ihn aber auch. Sehr schön fand ich daraufhin auch die Kommentare von Joe, wie gebildet Pip doch in seinen Augen ist. :D

      Studentine schrieb:

      Der letzte Satz war ja auch noch mal so ein richtiger Knaller - wieso denkt Pip, dass er keinen Spaß mehr an der Ausbildung bei Joe haben wird? Haben Miss Havisham oder die arrogante Estella ihn so verdorben? Oder ging ihm das Gewese um seinen Kontrakt und die fürchterliche Einmischung von Pumlbechoock und der anderen gegen den Strich? Was glaubt ihr?
      Das habe ich so verstanden, dass Pip in den letzten Monaten gemerkt hat, dass er mehr erreichen will in seinem Leben. Mit seiner Lehrlingsstelle bei Joe geht er nun eine bindende Verpflichtung ein, die ihn in seinem alten, einfachen Leben festhält. Gerade das, was er eigentlich nicht will.

      pralaya schrieb:

      Ich versteh zwar ziemlich alles, aber ich falle immer wieder über diese komischen Satzstellungen. Das englisch, was ich gelernt habe, war geordneter, hier sind die Verben etc nicht an der Stelle, an der ich sie vermute, daher dauert es beim Lesen bei mir was länger^^
      Das geht mir aber auch so wie dir. Manchmal läuft alles sehr flüssig, aber manche Abschnitte find ich dann doch wieder anstrengend zu lesen. Da muss ich dann mehrmals drüber lesen.

      Squirrel schrieb:

      Ich hab das Gefühl, dass Dickens hier wieder eine ganze Menge Personen ins Spiel bringt, die am Ende alle irgendwo ihre Funktion und Geschichte haben. Das war ja bei "Bleak House" auch der Fall - beim Lesen dachte ich immer "noch einer mehr?" und am Ende waren sie alle in die Geschichte verwickelt und logisch miteinander verbunden. Deswegen bin ich gespannt, welche Rollen diese ganzen Figuren inklusive des Jungen und des seltsamen Manns auf der Treppe noch spielen.
      Da bin ich wirklich gespannt, wie sich das am Ende aufbröselt! Bei Bleakhouse war ich wirklich fasziniert.

      RahelSa schrieb:

      Es ist unglaublich traurig, das alles zu lesen. Ich habe mich an eine Zeit der Demütigung in meiner Schulzeit erinnert. Diese Angst, die einen überallhin verfolgt war gräßlich und Dickens hat es gut beschrieben. Und ja, zu dem Zeitpunkt sieht man nicht ein, dass die Personen, die demütigen, es nicht wert sind, an sie zu denken.
      Das trifft es echt sehr gut. Während ich das Buch gelesen habe, habe ich mich auch gefragt, wieso macht sich Pip so viel Gedanken über die Meinung einer so fiesen Person. Aber Gefühle sind nicht immer logisch und deine Aussage trifft es sehr gut, gerade als Kind nimmt einen so etwas stärker mit als später. Ganz darüber erhaben ist man ja auch im Erwachsenenalter nicht.

      RahelSa schrieb:

      Zu Beginn finde ich es ebenfalls traurig, wie Pip, dass er auch Joe zu einem besseren Herrn verwandeln möchte, in der Hoffnung, das Licht würde auch auf ihn besser scheinen.
      Das fand ich schade, wieso muss Pip Joe deswegen weiterbilden, damit er "seiner Gesellschaft würdiger ist"?

      RahelSa schrieb:

      Die Szene in der Orlick Mrs Joe Kontra gibt, ist herrlich! Bildlich kann man sich vorstellen, wie diese Furie in "blindwütige Raserei" gerät und man freut sich, dass jemand endlich mal den Mund aufmacht! Allerdings ist dieser ein merkwürdiger Kerl, dem ich keinen Meter weit traue.
      Und dann das Ende des Kapitels: Es haut jemand dieser o.g. Furie den Schädel ein! Kaum zu glauben! Mein erster Gedanke war, sie wäre nun dahingeschieden...
      :totlach: Da musste ich auch sehr lachen. Am Ende des Kapitels hatte ich aber zunächst denselben Eindruck. Ich dachte wirklich sie wäre tot.

      RahelSa schrieb:

      Allerdings stellt sie eine wichtige Frage:

      Ganz schön schlaues Mädchen. Und doch wirkt es nun so auf mich, als hätte sich Pip nun tatsächlich in Estella verliebt. Schier unbegreiflich.
      Ja leider. :|

      Studentine schrieb:

      Sei froh, mir ist da aber ganz komisch geworden. Soll ich dir den Satz zitieren?
      Och nö, lass mal! :totlach:

      Studentine schrieb:

      Habt ihr verstanden, was Mr. Wopsle und Mr Publechook da genau mit dem Buch und Pip machen? Spielen die das Buch nach? Oder geben sie einem Protagonisten Pips Namen? Irgendwie steige ich da nicht so richtig durch.
      Ich habe das auch so verstanden, dass sie das Buch nachspielen. Ich habe gestern mal den Namen gegoogelt, wenn ich dass noch richtig im Kopf habe, dann handelt es sich dabei auch um ein Theaterstück. Muss nachher nochmal gucken, ob ich das wieder finde.

      Studentine schrieb:

      Herrlich ironisch war der Einblick in die damalige Polizeiarbeit.
      Das war auch schön, nicht die Umstände lassen einen auf einen möglichen Tathergang schließen, sondern die Umstände werden auf eine fixe Idee hin zurechtgebogen. :loool:

      Squirrel schrieb:

      Ich persönlich halte noch immer den Sträfling für möglich - falls er überlebt haben sollte, so hat er dennoch die Erinnerung an einen kleinen Jungen, der ihm geholfen hat trotz der Bedrohung, die er darstellte.
      Auf den tippe ich auch, aber ich bin wirklich sehr auf das große Ganze gespannt. Bis jetzt wirken die Verstrickungen alle noch sehr geheimnisvoll.
      "I see you laugh. Very well, for simplicity’s sake, let us assume I am the center of creation. In doing this, let us pass over innumerable boring stories: the rise and fall of empires, sagas of heroism, ballads of tragic love. Let us hurry forward to the only tale of any real importance." His smile broadened. "Mine." (Kvothe in The Name of the Wind)
      2017: :study: 9 Bücher mit 3.140 Seiten
      :musik: 4 Hörbücher mit 203 Minuten
    • Bis einschließlich Kapitel XIX / kompletter erster Band + Kapitel I im zweiten Band

      Neu

      Diesmal muss ich etwas anders vorgehen und werde direkt meine Gedanken zu den einzelnen Kapiteln aufschreiben, sonst verliere ich meinen Überblick.

      Kapitel XIV

      Seite 154 / Ausgabe dtv schrieb:

      Wie viel an meinem abscheulichen Gemütszustand mein eigenes Verschulden sein mochte, wie viel Miss Havishams und wie viel das meine Schwester, tut im Nachhinein nichts zur Sache, für mich so wenig wie für sonst jemanden. Die Veränderungen in mir waren bewirkt; es war geschehen. Ob recht oder unrecht, verzeihlich oder unverzeihlich, es war geschehen.
      Veränderungen per se sind in meinen Augen immer gut. Das Pip nicht auf der Stelle treten kann und will und anfängt über sich und sein Leben nachzudenken, finde ich in seinem Alter völlig nachvollziehbar. Sollte man ja im Grunde immer mal hin und wieder tun :wink: Und Pip fühlt sich nicht wohl in seiner Haut. Da ist jetzt echt irgendwie mal egal, warum das so ist, es ist so. Joe ist noch so eine Art "sicherer Anker" für ihn. Aber die Rastlosigkeit nagt an Pip. Und jetzt liegt es an ihm, was er daraus macht. Welchen Weg er einschlägt. Jeder Mensch hat ja in seinem Leben immer eine Wahl.
      Das sich Pip unwohl bei dem Gedanken fühlt, dass Estella ihn so sehen könnte wie er ist, dass ist zunächst in meinen Augen nachvollziehbar. Das was er macht, das ist nicht sein Weg, seine Zukunft. Er hat sich ja in keinster Weise irgendwie gefunden, um der Welt sagen zu können: Schaut her! Das bin ich! Pip, der Schmied und ich finde es supercool schwarz und dreckig zu sein, weil mir mein Leben und meine Arbeit Freude macht. Nein, das ist er jetzt wahrhaftig nicht.
      Was ihm sichtlichst fehlt ist Selbstbewusstsein. Aber das hatten wir ja schon festgestellt. Hier fiel auch noch das Wort Pupertier. Das passt wirklich, in jedweder Hinsicht.

      Kapitel XV

      Joe wächst in meiner Achtung immer mehr. Seine Art wie er mit Pip umgeht, die Ratschläge die er ihn gibt, dass gefällt mir sehr. Schauder dagegen läuft mir bei Orlick über die Schulter. Und wieder ein "sprechender" Name bei Dickens. Laut Anmerkung im Buch spielt sein Name auf Nosferatu (Graf Orlock) ein. :shock: Wenn man sich das im Hinterkopf behält, gruselt es einem ziemlich. Und so provoziert er Pips Schwester. Ist ja klar, dass sie darauf anspringt wie sonst was.
      Das sich Joe dann letztendlich dazu berufen fühlt einen Zweikampf mit Orlick auszufechten, ähm ja, da fehlt mir wohl das passende männliche Verständnis für. Genauso wenig verstehe ich die überzogene Reaktion Pips Schwester so wirklich.
      Pips Besuch bei Miss Havisham war ja mal wieder interessant. Estella ist zur weiteren Ausbildung fortgeschickt worden und Sarah Pocket darf ihren Dienst jetzt übernehmen. Und wieder diese hämischen Bemerkungen von Miss H. (Bedeutet ihr Name eigentlich hämisch sein? :lol: ). Danach läuft Pip wieder Mr Wopsle über den Weg und kommt im Anschluss in den Genuss einer besonderen Aufführung. Die Ballade von George Barnwell dient lt. Anhang als Zerrspiegel für Pips Lebensgeschichte. Ich mag das jetzt an dieser Stelle nicht weiter ausführen, aber wer Interesse hat, kann gerne Bescheid sagen und ich tippsel das dann ab, selbstverständlich in einem Spoiler.
      Auf dem Heimweg begegnet ihnen Orlick, der angeblich (?) auch nach Hause gehen mag und sie begleitet. Was dann passiert fand ich schrecklich. Egal wie schlimm sich Pips Schwester verhalten hatte, aber so ein Schicksal verdient kein Mensch. Das muss ja ein unglaublich brutaler Schlag gewesen sein :shock: :cry: Mit so schrecklichen Folgen :-?

      Kapitel XVI
      Da fange ich als Leser wie wild zu spekulieren an. Dass es das Fußeisen ist, glaube ich auch. Aber wie kam es in dem Besitz des Angreifers? Wieso konnte er sich an Pips Schwester anschleichen ohne dass sie Verdacht schöpfte? Könnte es tatsächlich Orlick gewesen sein? Oder ist das einfach alles zu naheliegend. Und wenn nicht er, wer dann und warum? (Da bleibt nur: :study: )
      Ein einzig gutes hatte all das schreckliche, Biddy kommt ins Haus um Pips Schwester zu pflegen. Und sie bekommt auch mit ,was Pips Schwester mit dem seltsamen gemalten T ausdrücken wollte. Orlick soll ins Haus kommen.

      Kapitel XVII
      Biddy ist so eine nette Person. Und am liebsten würde man das Buch abkürzen, Pip einmal durchschütteln und auf Biddy zeigen und sagen: Nimm die! Die ist klüger, beständiger, besitzt Herzenswärme und Selbstbewusstsein! Aber das geht ja leider nicht 8)

      Kapitel XVIII
      Mr Jaggers, der Anwalt kommt ins Spiel. Ich musste direkt an Bleak House denken :D Und dieser Jaggers wäre einer der unangenehmeren Anwälte im Spiel :-? Und auch hier wieder ein sprechender Name: Lt. Anhang:

      Ein sehr aussagekräftiger Name; er stammt aus Yorkshire und beinhaltet ursprünglich die Bedeutung von "carrier" (Überbringer, Fuhrmann; hier in Great Expectations zweifellos auch des Todes) oder "pedlar" (Hausierer), abgeleitet von dem mittelenglischen Wort "jag" (packen oder laden), weist zudem keine geringe Nähe auf zu Orlicks Lieblingswort "jigger" (in diesem Fall "verhackstücken"; es hat zahlreiche Bedeutungen) und ist mit dem deutschen Lehnwort "Jäger" eng verwandt (in der Bedeutung als Weidmann, aber auch als Feldjäger, Hatschier oder Häscher)), und "jaeger" ist der Name einer Raubmöwenart.
      Die Ausführung geht noch weiter 8) beinhaltet aber auch (eine für mich) recht interessante Interpretation. Wer so etwas auch mag, ich kann das gerne abschreiben (selbstverständlich auch hier mit Spoilerfunktion). Unsere Miss Havisham spielt dabei auch eine spannende Rolle.

      Nun Mr Jaggers führt sich recht interessant ein. Wie er Mr Wopsle buchstäblich auseinandernimmt; ja das hatte was 8-[ Und dann sein Angebot an Pip. Kennt ihr das? Man bekommt etwas in Aussicht gestellt, das scheinbar das ganze Leben ändern kann, aber irgendwie auf verzwickte nicht zu beweisende Art und Weise und nur durch ein seltsames Bauchgefühl bemerkbar, nicht gut für einen ist? Irgendwie erinnert mich dieses Angebot an so etwas. Das Pips Erwartungen groß ist, das kann ich nachvollziehen. Und siehe da ein gewisser Matthew Pocket kommt ins Spiel. Ich platze schon vor Neugierde, wie er sein wird
      Eine unglaubliche Chance für Pip! Und doch schläft er nicht mehr den alten gesunden Schlaf in seinem Bett. Eigentlich müsste er doch schlummern wie ein zufriedenes Kätzchen, das endlich seine wohlverdiente Milch bekommt :wink:

      Kapitel XIX
      Wieder beweist Joe viel Einfühlsamkeit und Biddy erweist sich als sehr klug. Nur Pip fährt wie ein Bulldozer über sämtliche Feingefühle von Joe und Biddy.
      Das sich die Geschäftsleute -einschließlich eines gewissen Pumblechook- in der Stadt vor seinem zu erwartenden Vermögen die Hände reiben, ist wieder typisch. Stellt sich die theoretische Frage: Macht Geld aus einem ein besserer Mensch? Mit der theoretischen Antwort: natürlich nicht.
      Kichern musste ich, wie die Reaktion von Sarah Pocket ausfiel, als sie Pip neu ausstaffiert sah. Sie wurde buchstäblich grün vor Neid :mrgreen:

      Zweiter Band
      Kapitel I (fortlaufend gezählt Kapitel Zwanzig)


      Mein persönlicher Lieblingssatz:

      Seite 233 / dtv Ausgabe schrieb:

      Wir Briten hatten zu jener Zeit unumstößlich festgelegt, dass es an Verrat grenze, anzuzweifeln, dass wir in jeder Hinsicht das Beste besäßen und das Beste seien; andernfalls, glaube ich, hätte ich angesichts der einschüchternden Größe Londons leise Bedenken hegen können, ob die Stadt nicht ziemlich hässlich, verwinkelt, eng und schmutzig sei.
      :lol: Einfach herrlich, wie sich Dickens da ausdrückt!

      Der erste Eindruck ist ein düsterer; überall Schmutz und Dreck. Kein einladender Ort. Und auch die Klientel und die Art wie Mr Jaggers mit ihnen umgeht, verspricht kein Fünkchen Hoffnung. Ein Vormund vor dem es mich grauen würde. Aber immerhin, wir werden bald Mr. Pockets Sohn treffen. Mich würde es übrigens nicht wundern, wenn wir ihm nicht schon einmal bei einem gewissen Boxkampf begegnet wären 8) Ich freue mich schon aufs weiterlesen :study:
      Bücher müssen mit soviel Überlegung und Behutsamkeit gelesen werden, als sie geschrieben wurden.
      Henry D. Thoreau




      :montag: Ich lese gerade
    • Neu

      Ich habe mir einen Tag Pause erlaubt und heute das erste Kapitel des zweiten Teils gelesen.

      Farast schrieb:



      Und wieder ein "sprechender" Name bei Dickens. Laut Anmerkung im Buch spielt sein Name auf Nosferatu (Graf Orlock) ein. :shock: Wenn man sich das im Hinterkopf behält, gruselt es einem ziemlich. Und wieder diese hämischen Bemerkungen von Miss H. (Bedeutet ihr Name eigentlich hämisch sein? :lol: ).

      Mein persönlicher Lieblingssatz:

      Seite 233 / dtv Ausgabe schrieb:

      Wir Briten hatten zu jener Zeit unumstößlich festgelegt, dass es an Verrat grenze, anzuzweifeln, dass wir in jeder Hinsicht das Beste besäßen und das Beste seien; andernfalls, glaube ich, hätte ich angesichts der einschüchternden Größe Londons leise Bedenken hegen können, ob die Stadt nicht ziemlich hässlich, verwinkelt, eng und schmutzig sei.
      :lol: Einfach herrlich, wie sich Dickens da ausdrückt!
      Der erste Eindruck ist ein düsterer; überall Schmutz und Dreck. Kein einladender Ort. Und auch die Klientel und die Art wie Mr Jaggers mit ihnen umgeht, verspricht kein Fünkchen Hoffnung. Ein Vormund vor dem es mich grauen würde. Aber immerhin, wir werden bald Mr. Pockets Sohn treffen. Mich würde es übrigens nicht wundern, wenn wir ihm nicht schon einmal bei einem gewissen Boxkampf begegnet wären 8) Ich freue mich schon aufs weiterlesen :study:
      Im Original klingt der Satz so:

      Dickens schrieb:

      We Britons had at that time particularly settled that it was treasonable to doubt our having and our being the best of everything: otherwise, while I was scared by the immensity of London, I think I might have had some faint doubts whether it was not rather ugly, crooked, narrow, and dirty.
      Das gute alte Empire :lol:

      Danke für die Informationen zu den sprechenden Namen! Dickens hat dafür ein besonders gutes Händchen, glaube ich. Du hast mich motiviert, mich nach der Bedeutung des Namens Havisham umzusehen und ich habe diesen Artikel dazu gefunden. Zu Pumblechook steht dort auch etwas :)
      Die Orlick/Orlok-Sache irritiert mich allerdings - ich dachte, Orlok ist aus dem Film Nosferatu, also wesentlich später ?(

      Falls jemand von euch nach "Great Expectations" übrigens nicht genug von Miss Havisham kriegen kann: mir ist eingefallen, wo sie mir schon einmal begegnet ist - Jasper Fforde hat sie in "In einem anderen Buch" aus der Thursday Next-Reihe verwendet :study:
    • Neu

      Musstet ihr am Anfang von Kapitel 17 eigentlich auch so lachen, als Pip erzählt, wie er an seinem Geburtstag Miss Havisham besucht, von ihr eine Guinee geschenkt bekam, diese erst ablehnen wollte und die werte Dame ihn daraufhin "aufgebracht fragte, ob (er) etwa mehr verlange?" :twisted: :totlach:

      Squirrel schrieb:

      Biddy scheint etwas ganz Besonderes zu sein - warmherzig, klug, fürsorglich, eine Menschenkennerin die hinter die Fassade schaut. Eine feine Person, die hoffentlich auch noch einen guten Weg macht.
      Biddy ist wirklich toll und sehr schlau und weise. :thumleft: Beim Sonntagsspaziergang gehen Pip im Gespräch mit ihr ja sogar einige Dinge auf, ich glaube aber, dass dies nur vorübergehend war. :roll:

      Farast schrieb:

      Nun Mr Jaggers führt sich recht interessant ein. Wie er Mr Wopsle buchstäblich auseinandernimmt; ja das hatte was Und dann sein Angebot an Pip. Kennt ihr das? Man bekommt etwas in Aussicht gestellt, das scheinbar das ganze Leben ändern kann, aber irgendwie auf verzwickte nicht zu beweisende Art und Weise und nur durch ein seltsames Bauchgefühl bemerkbar, nicht gut für einen ist? Irgendwie erinnert mich dieses Angebot an so etwas.
      Da begegnet er uns wieder, der nach parfümierter Seife duftende Mann auf der Treppe von Miss Havishams Haus. Die Bloßstellung von Mr. Wopsle war absolut genial. :twisted: Zunächst fand ich ihn einfach nur anwaltsmäßig professionell, was sich aber in dem Moment relativierte, als er immer wieder betonte, dass er keinerlei Ansichten ausspreche zu dem ganzen Arrangement mit Pip aber er nochmal darauf besteht, dass er dafür bezahlt wird. Indem er immer wieder darauf einging, zeigt er ja doch, dass ihm das Ganze nicht gefällt, er es aber tut, weil er dafür bezahlt wird. Ziemlich versnobt. :roll:
      Ich glaube auch, dass Pip tief im Inneren merkt, dass er bei seinem Streben nach Höherem, welches ja nun in greifbare Nähe rückt, dabei ist, seine Herkunft und Heimat zu verraten und sich dabei nicht ganz so wohl fühlt. Zeigt ja auch sein Unbehagen, sich im Ort in seinen neuen Kleidern zu zeigen - als würde er verkleidet rumlaufen.

      Farast schrieb:

      Und siehe da ein gewisser Matthew Pocket kommt ins Spiel. Ich platze schon vor Neugierde, wie er sein wird
      Auf den Herrn bin ich ja auch schon sehr gespannt, was das wohl für einer sein wird? :scratch: Ich hoffe, er steht eher auf der Sympathieseite, die mit Joe und Biddy etwas unterrepräsentiert ist.
      Liebe Grüße,
      Tine

      :study: Charles Dickens - Große Erwartungen (MLR)
      :study: Amy Ewing - Das Juwel - Die weiße Rose (Bd. 2)
    • Neu

      Ich melde mich nochmals kurz, um mich in diesem Thread zu verabschieden, weil ich es unhöflich finden würde, hier wortlos und ohne Erklärung zu verschwinden.

      Wir haben momentan in der Arbeit so massiv Stress, dass ich abends zuhause keine Kraft mehr für irgendwas habe. Zudem hat mir gestern eine gute Freundin gesagt, dass sie ins Krankenhaus muss. Ich habe unter diesen Umständen einfach keinen Kopf für Lektüre, bin entweder zu müde dazu oder habe keine Zeit und keine Konzentration dafür. Deshalb klinke ich mich hier aus.

      Ich wünsche euch weiterhin viel Freude beim Lesen und Diskutieren über die "Großen Erwartungen" und werde eure Beiträge sicher nachlesen, wenn es mir wieder möglich ist, mich auf Literatur und Gespräche darüber zu konzentrieren! :winken:
    • Neu

      so, nachdem ich zwei Tage ausgeknockt war, bin ich auch wieder hier. Hab natürlich auch nicht weiter gelesen, aber das hol ich jetzt nach. :wink:

      Farast schrieb:

      Joe wächst in meiner Achtung immer mehr. Seine Art wie er mit Pip umgeht, die Ratschläge die er ihn gibt, dass gefällt mir sehr.
      Joe ist ein sehr lebenskluger Mann. :)

      Farast schrieb:

      Schauder dagegen läuft mir bei Orlick über die Schulter. Und wieder ein "sprechender" Name bei Dickens. Laut Anmerkung im Buch spielt sein Name auf Nosferatu (Graf Orlock) ein.
      Oh, interessanter HInweis :twisted:

      Farast schrieb:

      Biddy ist so eine nette Person. Und am liebsten würde man das Buch abkürzen, Pip einmal durchschütteln und auf Biddy zeigen und sagen: Nimm die! Die ist klüger, beständiger, besitzt Herzenswärme und Selbstbewusstsein! Aber das geht ja leider nicht
      dann wären wir aber jetzt schon fertig mit Lesen :totlach:

      Farast schrieb:

      Kennt ihr das? Man bekommt etwas in Aussicht gestellt, das scheinbar das ganze Leben ändern kann, aber irgendwie auf verzwickte nicht zu beweisende Art und Weise und nur durch ein seltsames Bauchgefühl bemerkbar, nicht gut für einen ist? Irgendwie erinnert mich dieses Angebot an so etwas.
      Ja, ich kenn das auch - man sucht ständig nach dem Haken an der Sache. Und hier ist bestimmt auch ein großer Haken dabei :-k

      Studentine schrieb:

      Zunächst fand ich ihn einfach nur anwaltsmäßig professionell, was sich aber in dem Moment relativierte, als er immer wieder betonte, dass er keinerlei Ansichten ausspreche zu dem ganzen Arrangement mit Pip aber er nochmal darauf besteht, dass er dafür bezahlt wird. Indem er immer wieder darauf einging, zeigt er ja doch, dass ihm das Ganze nicht gefällt, er es aber tut, weil er dafür bezahlt wird. Ziemlich versnobt.
      Ja, man kann seine Meinung auf verschiedene Art und Weise ausdrücken - und nichts direkt zu sagen, sagt etwas aus :-,

      Mirielle schrieb:

      Ich habe unter diesen Umständen einfach keinen Kopf für Lektüre, bin entweder zu müde dazu oder habe keine Zeit und keine Konzentration dafür. Deshalb klinke ich mich hier aus.
      das ist schade, aber absolut verständlich. Ich wünsche Dir, dass es bald etwas ruhiger geht und Deine Freundin schnell wieder gesund zu Hause ist. :friends:
      viele Grüße vom Squirrel

      :study: Whitehouse - Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek
      :study: Dickens - Great Expectations MLR
    • Neu

      RahelSa schrieb:

      Das war aber eine langer Tag, ich weiß nicht ob ich danach noch lesen könnte....
      Ja, ich auch nicht. Ich nehme mir zwar immer mehr vor, aber ich schaffe meist abends nur ein halbes Kapitel. Nicht, weil es mich nicht fesseln würde, aber ich lese das Buch ja auch auf Englisch und es ist keine allzu leichte Lektüre und ich muss mich scon drauf konzentrieren. Manche Sätze muss ich mehrmals lesen, weil Dickens nicht gerade für seine kurze, knappe Schreibweise bekannt ist. Es ist schön zu lesen, erfordert jedoch schon etwas Anstrengung. @Studentine ist bei Kapitel 18, ich denke, das kann ich morgen vielleicht schaffen, wenn ich nachmittags frei habe. Samstags bin ich ganztägig in Stuttgart auf der didacta. :)
      "No such word as can't. No such word as babagoozle neither!"
      (The Kid in Ch. Higsons The Enemy)

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    • Neu

      So, den ersten Teil habe ich vorhin abgeschlossen - und zum allerersten Mal war mir Pip richtig unsympathisch. Ja, er ist ein pubertierender Jüngling, aber trotzdem zeigt er Allüren, die mir sehr gegen den Strich gehen. Ich gehe davon aus, dass das in Dickens Absicht lag, aber trotzdem :roll:

      Farast schrieb:

      Wieder beweist Joe viel Einfühlsamkeit und Biddy erweist sich als sehr klug. Nur Pip fährt wie ein Bulldozer über sämtliche Feingefühle von Joe und Biddy.
      Da stehen zwei herzensgute und lebenskluge Menschen und so ein "Rotzlöffel" fängt dann an, groß zu tun und die beiden abzuwerten. Natürlich stellt Dickens damit ja genau dieses Verhalten, diesen Snobismus von Menschen mit Geld (dabei hat Pip noch gar kein eigenes) an den Pranger, aber er fängt wirklich früh und sofort damit an. Mal schauen, wann Pip mit dieser Einstellung auf die Nase fällt - und dass er das tut, davon gehe ich eigentlich aus. Ihr auch? :-k

      Farast schrieb:

      Das sich die Geschäftsleute -einschließlich eines gewissen Pumblechook- in der Stadt vor seinem zu erwartenden Vermögen die Hände reiben, ist wieder typisch.
      Herrlich, wie Dickens diese Menschen karikiert :totlach: ich hab fast Tränen gelacht über Pumblechook, wie er ständig Pip die Hand schüttelt und zum "Sir" übergeht und natürlich nach "Joseph" schauen wird - das war wieder eine dieser Szenen, die ich als absoluten Slapstick empfinde und wofür ich Dickens liebe :pray:

      El Novelero schrieb:

      Manche Sätze muss ich mehrmals lesen, weil Dickens nicht gerade für seine kurze, knappe Schreibweise bekannt ist.
      Aber man liest sich doch ein, wenn man dranbleiben kann. Immer nur ein paar Seiten abends sind schwierig, das geht mir auch so. Aber wenn ich dann wie heute dran bleiben kann, dann läuft es wieder wie geschmiert :wink: Viel Spaß in Stuttgart.
      viele Grüße vom Squirrel

      :study: Whitehouse - Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek
      :study: Dickens - Great Expectations MLR
    • Neu

      Squirrel schrieb:

      Aber man liest sich doch ein, wenn man dranbleiben kann. Immer nur ein paar Seiten abends sind schwierig, das geht mir auch so. Aber wenn ich dann wie heute dran bleiben kann, dann läuft es wieder wie geschmiert Viel Spaß in Stuttgart.
      Dran bleiben ist eben das Problem. Ich bin jetzt grad wieder erst mit meiner Vorbereitung für morgen fertig geworden. Jetzt hab ich Zeit ein bisschen zu lesen. Mehr geht im Moment einfach nicht.
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    • Kommentare bis Kapitel 19

      Neu

      @El Novelero Oh je, dass hört sich ja ganz schön stressig bei dir an!

      Squirrel schrieb:

      Ich persönlich halte noch immer den Sträfling für möglich - falls er überlebt haben sollte, so hat er dennoch die Erinnerung an einen kleinen Jungen, der ihm geholfen hat trotz der Bedrohung, die er darstellte.
      Auf den tippe ich auch!

      RahelSa schrieb:

      Und wenn er dann danach jährlich ein paar mal wieder zu ihr geht, also an seinem Geburtstag, dürfte er dann doch gegen Ende von Band 1 ca so 14/15 sein oder? Was meint ihr?
      Irgendwie habe ich den Überblick verloren wie alt Pip da sein müsste. :uups: Dafür weiß ich jetzt wie alt Miss Havisham war, als Pip sie zum ersten Mal traf :shock: Aber dazu später O:-)

      RahelSa schrieb:

      den ich ehrlich gesagt, nach der ersten Begegnung auf der Treppe fast vergessen hatte
      Hihi, das kenne ich. Auch aus dem Grund führe ich bei Dickens immer eine Personenliste. Da werden auch die "namenlosen" immer brav eingetragen :lol: Bei der Lektüre von "Bleak House" war es unglaublich, wie auch die -scheinbar unwichtigste Person- irgendwann mal wieder auftauchte. Ohne diese Liste hätte ich sie glatt vergessen.

      Anni2412 schrieb:

      Dieses überall etwas reininterpretieren müssen hat mir die Lektüre meistens in der Schule ziemlich vermiest. Bis zu einem gewissen Punkt fand ich das interessant und auch sinnvoll, aber meistens wurde das so überzogen. In jeder Zeile hat der Autor nichts ohne Hintergedanken geschrieben. Das kann ich mir einfach nicht vorstellen. Natürlich ist gerade Dickens voll von Metaphern, etc. aber hinter jeder Pflanze, jedem Stein was zu deuten habe ich nie verstanden.
      Oh, da hatte ich ja wirklich großes Glück mit meinen Deutschlehrern gehabt. Da empfand ich das reininterpretieren nicht so zwanghaft. Vielleicht habe ich deshalb noch ein Faible dafür. Kommt alledings auch nicht so oft bei mir vor :wink: Bei Dickens habe ich allerdings wirklich das Gefühl, dass da vieles nicht ohne Grund genau so dasteht, wie es steht. Die Anmerkungen haben mir das auch schon teilweise bestätigt, soweit es Dickens selbst betrifft. Wobei ich das Gefühl habe, dass darüberhinaus ganze Horden von Interpretationen durch das Buch gefegt sind :-k Unten habe ich wegen Orlick/Orlok noch was dazu geschrieben.

      Kiya schrieb:

      Du hast mich motiviert, mich nach der Bedeutung des Namens Havisham umzusehen und ich habe diesen Artikel dazu gefunden. Zu Pumblechook steht dort auch etwas
      Dankeschön :kiss:

      Kiya schrieb:

      Die Orlick/Orlok-Sache irritiert mich allerdings - ich dachte, Orlok ist aus dem Film Nosferatu, also wesentlich später
      Das ist eine interessante Anmerkung! Ich habe mal versucht etwas darüber rauszufinden, aber ich finde Orlok auch immer nur aus dem Film Nosferatu, der auf die Graf Dracula Geschichte bzw. den Geschichten über Untote basiert. Gehört wahrscheinlich zu den nachträglichen Interpretationen :-k

      Kiya schrieb:

      Jasper Fforde hat sie in "In einem anderen Buch" aus der Thursday Next-Reihe verwendet
      Die Reihe muss ich mir langsam mal wirklich merken.

      Studentine schrieb:

      Musstet ihr am Anfang von Kapitel 17 eigentlich auch so lachen, als Pip erzählt, wie er an seinem Geburtstag Miss Havisham besucht, von ihr eine Guinee geschenkt bekam, diese erst ablehnen wollte und die werte Dame ihn daraufhin "aufgebracht fragte, ob (er) etwa mehr verlange?"
      Oh ja! :lol:

      Studentine schrieb:

      Ich glaube auch, dass Pip tief im Inneren merkt, dass er bei seinem Streben nach Höherem, welches ja nun in greifbare Nähe rückt, dabei ist, seine Herkunft und Heimat zu verraten und sich dabei nicht ganz so wohl fühlt. Zeigt ja auch sein Unbehagen, sich im Ort in seinen neuen Kleidern zu zeigen - als würde er verkleidet rumlaufen.
      Ja, dass kommt auch noch dazu.

      Mirielle schrieb:

      Ich habe unter diesen Umständen einfach keinen Kopf für Lektüre
      Das kann ich gut nachvollziehen! Ich hoffe, dass bald wieder ruhigere Zeiten auf dich zukommen werden. Und deiner Freundin wünsche ich alles Gute und das sie schnell wieder gesund wird :friends:

      Squirrel schrieb:

      dann wären wir aber jetzt schon fertig mit Lesen
      :lol: Ja es ist gut das ich kein Schriftsteller geworden bin :loool: Meine Bücher wären ziemlich kurz :totlach:

      Squirrel schrieb:

      ich hab fast Tränen gelacht über Pumblechook, wie er ständig Pip die Hand schüttelt und zum "Sir" übergeht und natürlich nach "Joseph" schauen wird - das war wieder eine dieser Szenen, die ich als absoluten Slapstick empfinde und wofür ich Dickens liebe
      Ich auch! Das war einfach klasse!
      Bücher müssen mit soviel Überlegung und Behutsamkeit gelesen werden, als sie geschrieben wurden.
      Henry D. Thoreau




      :montag: Ich lese gerade
    • Zweiter Band - Kapitel II bis einschließlich IV

      Neu

      Zweiter Band Kapitel II

      Zu was für einen grauslichen Ort Mr. Wemmick Pip da führt. Was für eine Umgebung, was für ein Schrotthaufen von Haus. Da hätte ich ja Angst, dass die Mauern um einen einstürzen. Ein nicht gerade vielversprechender Anfang. Aber mit einer ganz tollen Überraschung - aber wir haben es wahrscheinlich schon alle geahnt- Herbert Pocket entpuppt sich als "der blasse junge Gentleman". :D

      Zweiter Band Kapitel III
      Ein ganz tolles Kapitel mit vielen interessanten Informationen :applause:
      Herbert Pocket entpuppt sich als ein sehr sympathischer Zeitgenosse. Ich musste schmunzeln, weil er tatsächlich meint, er hätte Pip verprügelt. Dieses Wiedersehen gestaltet sich als sehr harmonisch und vor allem sehr aufschlußreich :shock: Was man da alles erfahren hatte! Und während wir viel darüber hören, was es da mit Miss Havisham und wie sie zu dem wurde was sie ist, auf sich hatte, lernt Pip ganz nebenbei Tischmanieren. Man rückte sich als Leser fast schon selbst gerade :lol:
      Mein Spekulationsherz bekommt natürlich frische Nahrung. Ob es sich wohl bei den beiden Strafgefangen um den Verflossenen und den Bruder von Havisham handelt?
      Und jetzt ist mir auch klarer warum sie so ist, wie sie ist. Derartig abserviert und ausgenutzt zu werden hatte bei ihr dazu geführt, dass sie selbst so geworden ist. Und Estella ist also ihr Adoptivkind. Matthew Pocket ihr Cousin.
      Fast vom Sofa gefallen bin ich, als ich bei den Anmerkungen gelesen hatte, wie alt Miss Havisham eigentlich ist. "(...) etwa 10 Jahre vor dem Zeitpunkt, zu dem Pip in London seinem künftigen Freund, dem "blassen jungen Gentleman", zum zweiten Mal begegnet, war Miss Havisham Anfang vierzig (...).
      @RahelSa damit passt ja warum die Miss Havisham so jung in dem Filmausschnitt war, von dem du erzählt hast.
      Und dann geht es ab zur Familie Pocket, die ich irgendwie ziemlich skurril der anderen Art finde :-,

      Zweiter Band Kapitel IV
      Und das Gefühl von skurril verstärkt sich bei mir immer mehr. Ein wunderbar ironisches Kapitel. Mrs. Pocket hat es also mit Adligen und bedauert es sehr, dass sie a) nicht selbst keine ist und b) keinen geheiratet hat #-o :-# Dafür hat sie ihm dann eine Menge Kinder geboren, um die sie sich herzlich wenig schert. Dazu noch eine Dienerschaft, die so lebt wie sie leben will und sich wiederum recht wenig um ihre Dienstherren scheren. (Bei der Köchin, die sturzbesoffen auf dem Küchenfußboden liegt, musste ich herzlich auflachen. Dickens hat es einfach köstlich beschrieben.) Und als Sahnehäubchen, die seltsame Mrs. Coiler, die einem eher das Gefühl gibt die Flucht antreten zu wollen, als in ihrer Nähe auch noch sitzen zu müssen. Armer Pip! Matthew finde ich im übrigen auch etwas schräg. Irgendwie hätte ich ihn mir taffer vorgestellt. Und nicht so jämmerlich (mir fällt kein besseres Wort für ihn ein im Moment).
      Und das sollen also die Leute werden, die Pip zeigen sollen, wie man sich als Gentleman benimmt. Ähm ja, man darf gespannt sein. Stellt sich mir die Frage wieso Mr. Jaggers ausgerechnet diesen Mr. Pocket vorgeschlagen hat. Was bezweckt er damit? Dieser Kerl macht doch nichts ohne Absicht :-k Und wie immer hilft nur: weiterlesen :study:
      Bücher müssen mit soviel Überlegung und Behutsamkeit gelesen werden, als sie geschrieben wurden.
      Henry D. Thoreau




      :montag: Ich lese gerade
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