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Adrian Tchaikovsky - Children of Time

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    Children of Time

    von

    5|1)

    Verlag: Pan

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 608


    ISBN: 9781447273301


    Termin: April 2016

    • Adrian Tchaikovsky - Children of Time

      In einigermaßen ferner Zukunft, irgendwo im Weltraum: Dr. Avrana Kerns Terraforming-Projekt steht kurz vor dem Abschluss. Ein Planet ist vorbereitet, jetzt können Affen dort abgesetzt werden und mit Hilfe eines Nanoviruses eine beschleunigte Evolution durchlaufen. Doch das Projekt wird sabotiert. Die Affen verbrennen in der Atmosphäre, nur der Nanovirus gelangt auf den Planeten. Kern kann sich in eine Beobachtungskapsel retten.
      2000 Jahre später. Die Menschheit hat sich mal wieder selbst zerstört und die Erde gleich mit. Die letzten Menschen fliegen in einem aus Restbeständen zusammengeklöppelten Raumschiff durch die Gegend. Irgendwann stoßen sie auf einen grünen Planeten, eigentlich der perfekte Ort zum Landen. Doch im Orbit wacht Avrana Kern über ihre Kreation, mittlerweile als (ziemlich verrückter) Geist in der Maschine.
      Völlig unbeeindruckt von all dem hat auf dem Planeten derweil der Nanovirus seine Arbeit verrichtet. Eine ganz andere, ganz und gar nicht menschenähnliche Spezies durchläuft hier eine Parallelevolution und wächst zu erstaunlicher Intelligenz heran. Und die Tierchen wollen ihren Planeten behalten...

      Children of Time ist der Gewinner des Arthur C. Clarke Awards 2016. Meiner Meinung nach vollkommen zurecht: Tchaikovskys Jahrtausende umspannende Weltraumsaga erinnert ein wenig an die Science Fiction des alten Meisters. Hier stehen Ideen und Handlung im Vordergrund, nicht so sehr bis in alle Einzelheiten ausgearbeitete Charaktere.
      Dabei erlaubt Tchaikovsky dem Leser einen ungewöhnlichen Blickwinkel. Abwechselnd erzählt er die Geschichte aus der Sicht der letzten Menschen und der immer intelligenter werdenden Achtbeiner. Er folgt dem altbewährten „District 9“-Prinzip: Er nimmt Viecher, die niemand so richtig mag und die viele Leute ziemlich eklig finden, und macht sie zu sympathischen Protagonisten. Er begleitet seine Krabbeltiere auf ihrer Entwicklung von instinktgetriebenen Jägern zu intelligenten, forschenden Wesen, beim Aufbau sozialer Strukturen und bei internen Konflikten. Dabei vermenschlicht er die Tierchen recht wenig, die Entwicklung verläuft aber parallel genug, um als Kommentar zur menschlichen Gesellschaft dienen zu können.

      Children of Time ist jedoch in erster Linie spannendes Abenteuer, keine sozio-politische oder philosophische Abhandlung. Soziale und philosophische Überlegungen schwingen mit, bleiben aber angenehm im Hintergrund. Das ganze präsentiert Tchaikovsky in einer sehr geradlinigen, klaren Sprache, ohne überflüssige Bemühungen, besonders "literarisch" oder, noch schlimmer, "poetisch" zu sein.
      Einige - der sehr wenigen - Kritiker werfen dem Buch vor, sich wie Pulp Science Fiction zu lesen - als ob das was Schlimmes wäre! Ich stimme da durchaus zu, und genau darum macht das Buch so einen Riesenspaß.

      Fazit: Einer der besten Science Fiction-Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Vielleicht nicht das anspruchsvollste Werk, was das Genre je hervorgebracht hat, aber eine extrem unterhaltsame Geschichte. Vor allem hätte ich nie gedacht, dass mir ein Buch über Achtbeiner so viel Freude machen kann!
      Arachnophobiker seien beruhigt: Die Viecher, die Tchaikovsky als Vorlage nimmt, sind in der Realität eher niedlich als beängstigend - klick. Wirklich - klick. Und sie tanzen.

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      Ich hoffe, es kommt bald eine deutsche Übersetzung heraus, ich könnte mir vorstellen, dass das Buch einigen hier gefällt.
      "Selber lesen macht kluch."

      If you're going to say what you want to say, you're going to hear what you don't want to hear.
      Roberto Bolaño
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