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Lutz Geissler - Brotbacken in Perfektion

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    Brot backen in Perfektion - Das Plötz-Pr...

    von

    4.7|8)

    Verlag: Becker Joest Volk Verlag

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 192


    ISBN: 9783954531042


    Termin: September 2016

    • Lutz Geissler - Brotbacken in Perfektion

      Der Autor:
      Lutz Geissler ist eigentlich Geologe, hat sich aber aus Leidenschaft dem Brotbacken gewidmet.
      Wie er sagt um den Kopf in stressigen Phasen frei zu kriegen. Aus seinem Hobby heraus sind nun schon mehrere Bücher über Brot entstanden. Dieses ist sein neuestes Werk.
      Ich kann nachvollziehen warum Geissler zum Hobbybäcker wurde. Mich entspannt Kochen und backen genau so. Daher teile ich seine Ansichten und fand zufällig seinen Blog zum Thema Brotbacken und letztendlich zu diesem Buch.

      Das Buch:
      Lutz Geissler vermittelt auf den ersten Seiten sein Verständnis von gutem Brot. Ein gutes Brot braucht Zeit. (Die Teige müssen stets 24 Stunden ruhen und zwischendurch geknetet werden).
      Auch auf seine Experimentierfreude geht er ein. Seit ca. 2009 backt er gute Brote, vorher hat er eine mehrjährige Experimentierphase gebraucht um dorthin zu kommen, wo er heute ist.
      Geissler animiert zum Ausprobieren, gleichwohl wissend, dass ein gewisser Grad an Genauigkeit von Nöten ist, um Erfolge zu erzielen.
      Seine Art zu Schreiben motiviert trotzdem es einfach auszuprobieren.
      Ich fühle mich an die Hand genommen. Wenn es nicht perfekt wird, was soll's?
      Zahlreiche Tabellen über Zutatenmengen (für bis zu 5 kg Mehl) und Bilder zur Falttechnik bei Brot und Brötchen tun ihr Übriges um schnell Einsteigen zu können. Die Backzeiten stimmen auch.
      Ein witziges Detail ist die Hefemengen Grafik ganz vorne und hinten auf den ersten und letzten Seiten des Buches. Da nur sehr winzige Mengen Hefe für ein Brot gebraucht werden, sind Kreise in der entsprechenden Durchmessergröße des Hefekügelchen mit Gramm Angaben abgedruckt.
      Die Fotografien sind allesamt so toll, dass man die abgebildeten Brote am liebsten sofort leibhaftig vor sich hätte um sie anzuschneiden.
      Da man zwischen Rezept und Grundschritten hin und her blättern muss, sind die 2 Lesebändchen (eins beige, eins dunkelbraun) sehr praktisch. Auch das ist sehr lobenswert, da es die Arbeit erleichtert.
      Auf der letzten Seite findet sich ein link zum Verlag, der einen Einkaufslisten Kalkulator für dieses Buch zur Verfügung stellt.

      Mein erster Backversuch:
      Das Dinkelbrot mit Kochstück und Vorteig.
      Das Ansetzen des Kochstücks war sehr schnell gemacht. Der Vorteig ist klein wie ein Brötchen und wächst im Laufe der Zeit. Ich habe mich gefragt, wie ich den harten Kloß unter das restliche Mehl geknetet bekomme, aber es war sehr einfach. Da der Vorteig und das Kochstück im Rahmen der Herstellung je 10 Gramm Gewicht verloren haben, fehlten mir beim fertigen Dinkelbrotteig 20 Gramm. Ich habe noch 10 Gramm Wasser hinzugefügt, weil der Teig sich sehr trocken anfühlte, aber das war sicher zu gewagt. Denn der Teig wurde doch sehr feucht.
      Das Endergebnis war entsprechend ein etwas zu flaches Brot, das nicht mehr aufgegangen ist.
      Ich verbuche das unter Ungenauigkeit meinerseits und einer etwas anderen Dinkelmehltype als im Buch angegeben. Das Brot schmeckt trotzdem.

      Mein zweiter Backversuch:
      Weizenbrötchen
      Perfekt zum Start ins Wochenende. Den Teig habe ich wieder 24 Stunden vorher angesetzt. Dieses Rezept kommt ohne Vorteig und Kochstück aus.
      Das Ergebnis sind Brötchen mit einer fluffigen Krume. Sie sind fester als ein Brötchen vom Bäcker, aber leckerer als so manches Brötchen, das ich schon kaufen durfte. :-)

      Fazit:
      Das Buch ist wohl durchdacht. Es lebt von der jahrelangen Erfahrung eines Hobbybäckers und macht Mut wieder zurück zu den Wurzeln des Brotbackens zu gehen. Gutes Brot braucht Zeit, die Zubereitung dauert mehr als 24 Stunden und muss vorbereitet sein. Aber das Ergebnis lohnt das Warten. Ich werde nicht aufgeben bis auch das Dinkelbrot perfekt ist.
      Für mich ein Highlight in Sachen Backbuch.
      Liebe Grüße, Tardigrada
      :study: Liebe findet uns - J. P. Monninger (gar nicht mein Genre, aber liest sich gut)

      :bewertung1von5: 2017 gelesen 95 :bewertung1von5:
      2016 gelesen: 140
    • Vielen Dank für deine Rezension, @tardigrada .
      Den blog kenne ich und will schon lange mal ein Rezept (oder mehrere...) nachbacken. Seit Jahren backe ich selbst Brot (inklusive Getreide mahlen), aber bisher meist nach eigenen Vorstellungen und Pi mal Daumen; aber nach Rezept kann ja auch nicht schaden. :)
      Und das Buch landet zumindestens mal auf der Wunschliste (mal sehen, ob es nicht schnell ins Regal wandert :-k )
      Jeder trägt die Vergangenheit in sich eingeschlossen wie die Seiten eines Buches, das er auswendig kennt und von dem seine Freunde nur den Titel lesen können. (Virginia Woolf)

      :montag: Sasha Marianna Salzmann - Außer sich








    • Brot, einfach ein Erlebnis

      Selber Brot backen: nur was für gelangweilte Hausfrauen oder ökoüberzeugte Muttis? Mitnichten! Der Autor des Buches ,,Brot backen in Perfektion“

      ist Naturwissenschaftler – und das merkt man diesem Buch auch deutlich an. Im Mittelpunkt steht wirklich BROT, in allen erdenklichen Formen und Größen. Aber: die Rezepte und notwendiges Backzubehör sind möglichst schlicht und auf das Wesentliche reduziert. Diese Devise ist auch auf den großformatigen Fotos unverkennbar. Abgebildet ist das Brot, die Brötchen oder anderes Backwerk, ohne viel schmückendes Beiwerk, einzige Dekoration sind mal ein paar Salzkrümel oder ein Brotmesser. Hier spielt wirklich das Brot die Hauptrolle.

      Geisslers Patentrezept ist Reduktion und viel Zeit. So gibt es z.B. Rezepte mit 0,1 g (!) Frischhefe. Dafür muss man dem Teig einfach nur anschließend zum Gehen genügend Zeit lassen. Doch wie soll das der normale, gestresste Mensch, der seine Einkäufe üblicherweise noch schnell auf dem Weg von der Arbeit nach Hause erledigt, schaffen? Geisslers einfache Antwort: der Teig geht ja, einmal angesetzt, ganz von alleine. Zur Not auch im Kühlschrank.

      Sehr anschaulich ist das Inhaltsverzeichnis, wo alle Backwerke mit Fotos im Kleinformat aufgeführt sind. So kann das Auge gleich mit aussuchen, was man als nächstes in Angriff nehmen will. Im Anhang findet sich ein alphabetisches Register der Rezepte.

      Die Grundanleitungen werden bebildert, Schritt für Schritt erklärt. Dazwischen finden sich kleine Tipps zur Rezeptveränderung oder zum Verbessern des Backergebnisses. Am meisten hat mich die Auswahl der angebotenen Rezepte überzeugt: vom normalen Weizen- oder Dinkelbrot über Kartoffel-, Möhren oder Zwiebelbrot, Fladen- und Knäckebrot bis hin zu Grissini, Zopf und Croissants findet sich alles, was das Schlemmerherz begehrt.

      Im Anhang befindet sich eine nützliche Tabelle mit Gramm- und Prozentangaben zum Hochrechnen für größere Teigmengen. Da lässt sich der Naturwissenschaftler nicht verleugnen!

      Ein Backbuch, das wirklich zum Backen einlädt, mehr Sein als Schein vermittelt, aber auch Geduld und Entschleunigung einfordert.
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
    • Brot, so schreibt Geißler, ist die einzige Sprache der Welt, die alle Menschen verstehen. Über den Wahrheitsgehalt dieser Aussage kann ich nicht urteilen, aber so viel kann ich festhalten: Dieses Buch ist gut zu verstehen und gut umzusetzen. Etwas über mich: Ich habe erst vor kurzem entdeckt, dass man Lebensmittel selbst herstellen kann. Man muss gar nicht immer fertig kaufen, man kann es selbst kochen, backen, braten, was auch immer. Ihr seht, hier steht kein Küchenprofi. Hier ist jemand, der Anweisungen braucht, diesen aber auch folgen kann. So weit, so gut. War es möglich, den Anweisungen in diesem Buch zu folgen?

      Dickes, fettes Ja. Jeder, der des Lesens und Verstehens mächtig ist, wird fähig sein, den Schritt-für-Schritt-Anleitungen mitsamt Bildern folgen zu können. Dazu muss ich erwähnen, dass man aber auch vorher lesen sollte. Dann weiß man nämlich, dass man sich nicht sklavisch an die Zeiten halten muss. Es gibt jede Menge Luft nach oben oder unten, also kein Grund, wie bei einem aufzupäppelnden Babylöwen nachts halb zwei aufzustehen und sich um den Teig zu kümmern. Versuch macht kluch, deshalb darf man sich auch was trauen. Es gibt zu jedem Brot/Brötchen/Teig eine Grundart, ihn herzustellen: diese Grundart sollte man verinnerlichen oder zumindest mit einem der beiden Lesebändchen immer griffbereit haben. Hier ist auch die Erklärung für die von so vielen Nicht-ein-Brot-backenden Ich-bin-Erster-Rezensenten erwähnten zwei Lesebändchen: Eines lässt man im Rezept selbst, um die Zutaten parat zu haben, eines in der Anleitung zur Herstellung des Grundteiges oder auf den Seiten, wo genau beschrieben wird, wie das Aufziehen funktioniert.

      Jetzt wollt ihr sicher wissen, ob ich überhaupt gebacken habe und wie es funktionierte. Erstens: ja. Mittlerweile ist der dritte Teig für das dritte unterschiedliche Brot beim Ruhen. Das tun diese Teige die meiste Zeit, nämlich ... nichts. Ehrlich. Die liegen da faul in ihrer Schüssel rum, alle paar Stunden komme ich vorbei und ziehe sie auf, was sie sich genauso gern gefallen lassen wie jemand, der Massagen mag. Dann lasse ich sie wieder in Ruhe, bis es Zeit wird, sie zum Reifen ins Körbchen zu lassen oder zum Backen ab in den Topf. Dafür können sie zwischen 20 und 30 Stunden faulenzen, unter Umständen sogar länger. Weil sie faulenzen, brauchen sie auch nur einen Bruchteil der Hefe, die ein normaler Teig verzehrt, und weil die meisten Küchenwaagen keine 0,irgendwas Gramm anzeigen, gibt es am Anfang des Buches Abbildungen für die Hefeportionen. Das funktioniert wirklich, wobei ich denke, dass wegen 0,01 Gramm hin oder her kein Brot Trara machen wird.

      So, und funktionierte es überhaupt? Bei einem Anfänger wie mir, geht das? Nochmals ein dickes, fettes Ja. Ich war selbst überrascht. Das erste, ein Kartoffelbrot von einem knappen Kilo, sah fast so aus wie auf dem Bild im Buch und schmeckte so gut, dass es innerhalb von zwei Tagen bis zum letzten Krümel weg war. Das zweite, das Möhrenbrot (die Möhren mussten weg), erlitt ein ähnliches Schicksal. Es ist noch ein Drittel davon da, weshalb jetzt der dritte Teig vor sich hinfaulenzen darf - und ich gehe nicht davon aus, dass der katastrophal schief gehen wird.

      Also? Mir geht's wie diversen Entdeckern und Forschern, nur dass ich im wahrsten Sinne des Wortes brotreiche Kunst betreibe: es funktioniert!
    • Archer schrieb:

      Hier ist auch die Erklärung für die von so vielen Nicht-ein-Brot-backenden Ich-bin-Erster-Rezensenten erwähnten zwei Lesebändchen: Eines lässt man im Rezept selbst, um die Zutaten parat zu haben, eines in der Anleitung zur Herstellung des Grundteiges oder auf den Seiten, wo genau beschrieben wird, wie das Aufziehen funktioniert.
      Wobei mir (gerade beim Brötchen backen) sogar noch ein drittes Lesebändchen gefehlt hat.
      Eins auf S. 42 , eins auf S. 117 und eines auf S. 118. (Jo, ich weiß die Zahlen mittlerweile auswendig vom ganzen Blättern) :-, Wobei das Teig ziehen auch noch ein separates Markerchen verdient hätte. :uups: Aber wie du schon sagst, das verinnerlicht man dann auch schnell.
      Liebe Grüße, Tardigrada
      :study: Liebe findet uns - J. P. Monninger (gar nicht mein Genre, aber liest sich gut)

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    • Zurück zu den Wurzeln: wenig Hefe und viel Zeit

      Lutz Geissler hat jahrelang experimentiert um herauszufinden, wie man Brote einfach und perfekt backen kann. Ergebnisse hat er schon seit Längerem auf seinem Blog und nun in diesem Buch vorgestellt.
      Seine Methode besteht darin, wenig Hefe und viel Zeit für das Reifen des Teiges zu nutzen: Ungefähr mit 1 g frischer Hefe auf ca. 1kg Mehl wird der Teig hergestellt, wobei man ihn ungefähr nach 8 und 16 Stunden dehnt und faltet. So genau muß diese Zeit nicht eingehalten werden; wichtig ist diese Teigbearbeitung besonders in der ersten Reifungshälfte. Kopfunter geschieht dieses Reifen und zum Backen dreht man den Teigling um.
      Wichtig ist es für Lutz Geissler, dass man seine Brote ohne großes Equipment herstellt und so erläutert er die „einfache“ Zubereitung mit Gerätschaften, die jeder im Haushalt vorrätig hat, geht auf Teigbeschaffenheiten, Mehlsorten, Rezeptveränderungen ein.

      Dann folgen gut und knapp erklärte, abwechslungsreiche Rezepte, die nach dem o.g. Prinzip erstellt wurden, leicht nachzuarbeiten sind; zu jedem gibt es ein Foto der verschiedenen fertigen Brote, Baguette, div. Brötchen, Fladen, Knäcke, Grissini, Buchteln, Zimtschnecken, Fougasse, Ciabatta, Brioche..., oft ergänzt durch ein grau hinterlegtes Kästchen mit einem Tipp.

      Für mich war die Herstellung der „Handsemmeln“ eine echte Überraschung. Bislang habe ich mit einem Teigdrücker ein Gesicht oder diese Abschnitte für Bauernbrötchen in den Teig gedrückt und fand das Ergebnis nie besonders aufregend. Hier finde ich nun eine Variante, in der der ausgerollte Teig mit einer speziellen Falttechnik zu diesen Brötchen geformt wird – was für eine geniale Idee!
      Die Idee des „faulen Brotes“ oder 24-Stunden-Pizzateig kannte ich bereits und habe sie auch ausprobiert; hier gibt es endlich eine Vielfalt an Rezepten, die genauso einfach und gelingsicher sind.
      huckleberryfriendz.wordpress.com

      "Nothing is impossible, the word itself says: I'm possible!" Audrey Hepburn
    • tardigrada schrieb:

      Wobei mir (gerade beim Brötchen backen) sogar noch ein drittes Lesebändchen gefehlt hat.
      Eins auf S. 42 , eins auf S. 117 und eines auf S. 118. (Jo, ich weiß die Zahlen mittlerweile auswendig vom ganzen Blättern) Wobei das Teig ziehen auch noch ein separates Markerchen verdient hätte. Aber wie du schon sagst, das verinnerlicht man dann auch schnell.
      *hust* Ich hatte anfangs auch immer noch eine Karte in einer dritten Seite. *hust* ;)
    • Ich ärgere mich ja ein wenig, dass ich bei "Vorablesen" dieses Brotbackbuch übersehen habe...selbst schuld, ich schaue einfach zu selten auf die Seite.
      Da mir gestern bei Manufactum das "Brotbackbuch Nr. 1" über den Weg lief, musste ich es mir natürlich zulegen.
      Eine wirklich schöne Aufmachung mit ausführlich beschriebenen Rezepten! Und nicht nur die Rezepte sind genau beschrieben, auch die Fachbegriffe und alles rund um den Teig sind detailliert erklärt. Man kann es aber schon unter "Slow food" einordnen, denn es braucht Zeit, bis man das Brot endlich essen kann. :wink:
      Jedenfalls bin ich schon sehr gespannt auf das erste Brot.
      Jeder trägt die Vergangenheit in sich eingeschlossen wie die Seiten eines Buches, das er auswendig kennt und von dem seine Freunde nur den Titel lesen können. (Virginia Woolf)

      :montag: Sasha Marianna Salzmann - Außer sich








    • Mitterweile bin ich nun bereits seit mehr als drei Wochen im Besitz dieses Buches und wage zu behaupten, dass ich mir ein Urteil erlauben kann - also was das Ergebnis der Rezepte angeht (zu anderen Dingen hätte ich durchaus schon vorher etwas schreiben können :wink: ).
      Brot backen beschränkte sich bei mir bisher auf die Verwendung von Backmischungen (klappt fast immer und ist wirklich kinderleicht) oder selbst zusammengestellten schlichten Mehl-Hefe-Mischungen. Entsprechend kritisch ging ich an die Rezepte mit den Mikrokügelchen Hefe heran - das soll reichen?
      Es reicht tatsächlich und auch mit dem zweiten Punkt, der sich deutlich von den Schnellbackbroten unterscheidet, machte ich bald meinen Frieden: Dehnen und falten :wink: Wer dabei erst mal an ein Aufwärmprogramm verschiedener Sportarten denkt, hat dieses Buch nicht gelesen. Denn Dehnen und Falten ist einer der wichtigen Punkte, damit das Brot so richtig richtig gut wird. Weshalb genau, wird auf einer der großen Buchseiten detailliert erklärt. Ebenso wie alles Andere was mit dem Backen von Brot zusammenhängt: Mehlsorten, Arbeitsmittel, Backen im Topf, Zutaten usw. Ganz nebenbei wird auch noch mit einigen Mythen aufgeräumt: beispielsweise dass es Hefe immer recht warm braucht oder Zugluft den Teig zusammenfallen lässt.
      Und dann kommen die Brote! Über 130 Seiten, jeweils ein großformatiges Bild und daneben das dazugehörige Rezept. Macht summasummarum mindestens 65 verschiedene Anleitungen (manchmal gibt es auch zwei auf einer Seite), unter denen natürlich auch Brötchen, Pizza und selbst Süßes wie Rosinenbrot zu finden ist. Die Sachen, die ich versucht habe, waren klasse - Brot kaufen war gestern. Als guter Abschluss werden für alle Rezepte die Zutaten noch für unterschiedliche Brotgrößen angegeben - wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob der Autor seinen LeserInnen wirklich das Kopfrechnen nicht zutraut oder er bzw. der Verlag einfach nur Seiten schinden wollte.
      Egal - dieses Buch hat auf jeden Fall einen festen Platz direkt in meiner Küche, denn solange ich die Rezepte noch nicht auswendig kenne, werde ich es wohl mehrmals in der Woche zur Hand nehmen.
      :study: Widerfahrnis von Bodo Kirchhoff
      :musik: QUALITYLAND von Marc-Uwe Kling
    • Ich mag noch ergänzen, dass ich neulich ein Brot unter Zeitdruck gebacken habe. Mit 3 verschiedenen Mehlsorten, die so gar nicht nach Rezept waren. (Ich hatte nicht mehr genug von den einzelnen Sorten und auch die Typennummern waren falsch. Die Gesamtmenge habe ich dann aber zusammengemischt bekommen und dementsprechend Salz und Wasser in etwa gleich gelassen).

      Um 14 Uhr habe ich also "nach Vorschrift" angesetzt mit 0,5 g Hefe. Innerhalb der ersten Stunden mehrmals gefaltet. Um 18 Uhr noch Hefe nachgeschossen (pfui!) damit ich es dann um 21 Uhr doch noch backen konnte. (Wir hatten Brotnotstand, die Hefe sollte gefälligst mal zack zack machen!). :totlach:
      Was soll ich sagen? Das Brot war noch besser als die anderen, die ich stur nach Rezept gemacht habe.

      Man muss also nicht alles so ganz genau nehmen. Aber ich glaube das Falten hilft ungemein! :-)
      Liebe Grüße, Tardigrada
      :study: Liebe findet uns - J. P. Monninger (gar nicht mein Genre, aber liest sich gut)

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    • tardigrada schrieb:

      Man muss also nicht alles so ganz genau nehmen. Aber ich glaube das Falten hilft ungemein! :-)
      Das glaube ich auch, dass man nicht alles so genau nehmen muss - und im 1. Band wird man aufgefordert, eigene Rezepte zu kreiern. :wink: Mein 1. Versuch, ein Brot genau nachzubacken, ist daran gescheitert, dass ich vergessen habe, das Quellstück anzusetzen (Vorteig 20 h vor dem Backen, Quellstück 18 h davor) und so hatte ich nur den Vorteig und habe dann einfach ohne Rezept weitergemacht. Den 2. Versuch habe ich gestern begonnen und am Freitag kann gebacken werden, so ich nichts vergesse. :uups:
      Jeder trägt die Vergangenheit in sich eingeschlossen wie die Seiten eines Buches, das er auswendig kennt und von dem seine Freunde nur den Titel lesen können. (Virginia Woolf)

      :montag: Sasha Marianna Salzmann - Außer sich








    • Das wird schon! Mein Brot mit Vorteig war gar nicht mal so gut. :totlach:
      Heue morgen klebte wieder Teig an meinen Händen. Jetzt mit Roggenvollkorn, Weizen 405 und "dunklem Weizenmehl" wie es auf der Verpackung steht.
      Ich habe jetzt den letzten Rest Hefe reingefeuert (wurde schon irgendwie seltsam im Kühlschrank) und dazu noch Brotgewürz. Ich bin gespannt was daraus wird. :-)
      Super, dass dieses Buch so lange Freude macht und hier doch einige Brotbackfans sind. :winken: :thumleft:
      Ich hab mal das letzte Brot angehängt. Das war so gut, dass gleich Nachschub verlangt wurde, weil es so schnell weg war.
      Bilder
      • 20161017_232142.jpg

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      :bewertung1von5: 2017 gelesen 95 :bewertung1von5:
      2016 gelesen: 140
    • Squirrel schrieb:

      Ihr habt mich so neugierig gemacht, dass ich mir das Buch mittlerweile auch bestellt habe :loool:
      Neugierig bin ich auch schon geworden und ernsthaft am überlegen bin es zu kaufen. Das ist insofern bemerkenswert, weil ich es nicht so mit Koch- und oder -backbücher habe :pale: Aber das Buch und was alles darüber geschrieben wurde klingt so, als würde ich auch damit zurechtkommen. :D
      Bücher müssen mit soviel Überlegung und Behutsamkeit gelesen werden, als sie geschrieben wurden.
      Henry D. Thoreau




      :montag: Ich lese gerade
    • tardigrada schrieb:

      Super, dass dieses Buch so lange Freude macht und hier doch einige Brotbackfans sind.
      Schau mal hier, da sind noch mehr Brotbackfans :D

      Farast schrieb:

      Das ist insofern bemerkenswert, weil ich es nicht so mit Koch- und oder -backbücher habe
      Och Backbücher hab ich einige, denn ich back gern - und esse gern. Nur Kochen find ich doof, zumal für mich alleine :roll:
      viele Grüße vom Squirrel

      :study: Reiner Engelmann - Wir haben das KZ überlebt
      :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)
    • Farast schrieb:

      Squirrel schrieb:

      Nur Kochen find ich doof, zumal für mich alleine
      :friends: Jeden Tag kochen macht auch mir keinen Spaß. Ich lasse mich da wirklich gerne auch mal bekochen.
      ich gehe sehr gerne lecker essen :loool:
      viele Grüße vom Squirrel

      :study: Reiner Engelmann - Wir haben das KZ überlebt
      :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)
    • Lutz Geissler, der sein – wie er es nennt – entspannendes Hobby perfektioniert, mehrere Bücher darüber schreibt, ist eigentlich Geologe. Leider wurde ich erst durch dieses unheimlich tolle, informative Buch auf ihn aufmerksam.

      Es sind so unglaublich viele Variationen aufgeführt, dass ich noch gar nicht alles ausprobieren konnte. Aber eines habe ich bereits gelernt: Brot backen … dafür braucht man Zeit. Die Backmischungen für die Brotbackautomaten sind zwar ruckzuck fertig, aber das ist absolut kein Vergleich zu den Rezepten von Lutz Geissler. Da ist einfach für jeden etwas dabei. Habe ich Lust auf Brot oder doch lieber Brötchen? Kein Problem, es ist alles genau beschrieben. Die Mengenangaben auch für den größeren Haushalt werden einem frei Haus geliefert.
      Meine sämtlichen Versuche sind gelungen. Ich habe das richtige Falten gelernt. Einzig meine Ungeduld muss ich noch lernen zu zügeln.
      Ich habe bei den einzelnen Arbeitsschritten aber schon eine gewisse Zufriedenheit in mir gespürt. Man arbeitet ganz anders und mit Bedacht, wenn man um ein erfolgreiches Ergebnis weiß.


      Auch die bildliche Aufmachung des Buches ist ein Genuss.

      Meine Tochter, die als gelernte Konditorin auch einen kleinen Abstecher ins Bäckerhandwerk während ihrer Ausbildung machte, ist ganz begeistert. Und meine Freundin konnte ich ebenfalls verleiten sich mal einige Rezepte auf die to-do-Liste zu setzen. Das, was sie bereits „erschaffen“ hat, wurde von ihrer Familie gelobt.

      Ich kann mich zu meiner Wahl des Buches nur beglückwünschen und es mit gutem Gewissen weiter empfehlen.
      :) Würmchen

      :study: Die Todesklippen - Mary Kruger


    • Ich habe mich schon sehr auf das Erscheinen dieses Buches gefreut, da ich in den letzten Jahren immer wieder zu Hause Brot gebacken habe. Wie viele hatte ich das Problem, dass relativ viel Hefe ins Brot musste und es trotzdem irgendwie fad geschmeckt hat - dafür war es aber innerhalb von 3 Stunden fertig. Mit vielen Gewürzen hat es dann trotzdem irgendwie geschmeckt, ich habe mich aber immer mal wieder nach gekauftem Brot gesehnt und dann das Backen ganz aufgegeben.

      Durch die Waren- und Brotkunde zu Beginn des Buches, sowie den vorgestellten nötigen Utensilien kann ein normal ausgestatteter Haushalt sofort loslegen - und das habe ich auch getan. Mein letztes Mehl habe ich innerhalb von 30 Stunden in ein wunderbar schmeckendes Weizenbrot verwandelt. Ich kaufe mir jetzt noch Gährkörbe und werde nach dem nächsten Urlaub beginnen, mit Vorteig zu Arbeiten um noch bessere Geschmacksergebnisse zu fabrizieren.
      Großartig ist auch die Aufmachung des Buches - viele Bilder, gut lesbarer Text und das Buch liegt mit jeder Seite super geöffnet auf der Küchenarbeitsplatte. So muss das bei einem Kochbuch sein. I

      ch bin begeistert und vergebe nach der ersten positiven Erfahrung beim ersten Rezept die Bestwertung!
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