Umberto Eco - Das Foucaultsche Pendel

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    • Marie schrieb:

      Ist es nicht eher so: Sie wollen etwas (Beweise, Fakten, Theorien, historische Zusammenhänge, ...) finden, dann fangen sie an zu suchen und wundern sich anschließend, dass sie etwas gefunden haben.
      Wir suchten und fanden.
      Diesen Satz habe ich etwas anders interpretiert, denn er bezog sich (habe es wohl zu wenig klar formuliert) auf den letzten Satz in Tifereth 81
      „Geduld, das finden wir auch noch heraus. Es hat sieben Tage gedauert, die Welt zu erschaffen. Suchen wir weiter.“
      Sie haben somit gefunden was sie suchten, wohlgemerkt, sie waren im Glauben gefunden zu haben was sie suchten.

      Marie schrieb:

      Das Pendel beginnt, in den Mittelpunkt zu rücken
      Nur leider verlieren sich die Herren wieder und immer wieder in den weiten Gefilden der Geheimbünde und Verschwörungen :wink: somit rückt der Pendel nochmals in weite Ferne.

      Marie schrieb:

      Man muss also eine Karte finden, mittels der man den Nabel der Welt örtlich festlegen kann.
      Nabel der Welt ein interessanter Ansatz, bin gespannt wann die Herren uns damit konfrontieren werden. :-k
      Tifereth 90
      Hier rückt Napoleon (eine sehr interessante Persönlichkeit ) in das Zentrum des Geschehens von dem behauptet wird :?: dass er Freimaurer war und der sich sehr für Augustin Barruel ein Jesuit der verschiedenen Schriften über Verschwörungen publizierte, interessierte. Zudem war Napoleon in Ägypten und anscheinend haben die Pyramiden für die Hermetiker eine ganz spezielle Bedeutung. Somit hat dem Anschein nach, Napoleon gewisses Wissen nach Frankreich gebracht.
      Wie auch immer, auch das „Grosse Synedrium“ das der Kaiser einberufen hatte wird von den drei Herren als etwas Geheimnisvolles gedeutet. Somit kann ich mir gut vorstellen dass die Jerusalemer welche noch fehlen damit in Verbindung gebracht werden. Auch die Paulizianer werden wir wieder, dank Napoleon finden, und zwar im slawischen Raum.

      Wie herrlich lassen sich solche Sätze lesen
      …Wie geht es nun weiter mit all diesen Leuten? Ich verliere allmählich den Überblick.“ „ Die Hälfte von ihnen hatte ihn längst verloren«, sagte Belbo.
      Da kann es sich nur um eine Anspielung auf die „unerschrockenen“ Leser handeln. :-,
      Das Bewußtsein, vor dem Schlafengehen gute Lektüre zu haben, ist eines der angenehmsten Gefühle, die ich kenne.
      peter e. schumacher (1941 - 2013), Aphorismensammler und Publizist
    • Tifereth 91
      Wir bleiben noch ein wenig bei Napoleon und den Juden. Wobei ein gewisser Hauptmann Simonini, über den ich im Netz nichts gefunden habe, mich jedoch erinnerte dass im Roman „Der Friedhof von Prag“ (auch wenn ich diesen abgebrochen habe) ein gewisser Herr dieses Namen eine Rolle spielte.Was sich bestätigte:

      Umberto Eco schrieb:

      „Unnötige Hintergrundinformationen“ – Die einzige erfundene Person in dieser Geschichte ist der Protagonist Simon Simonini, während jedoch sein Grossvater, Hauptmann Giovan Battista Simonini, keine Erfindung ist, auch wenn ihn die Geschichte nur als mysteriösen Autor eines Briefes an Abbé Barruel kennt.
      Allerdings habe ich etwas über den Brief gefunden. Wobei sie der letzte Satz (10) sehr verstörend liest, wenn man bedenkt wie früh schon die "Behauptungen" welche sich gegen die Juden richtete begannen.
      Somit wird daraus gefolgert dass das Ganze nicht nur eine Grosse Verschwörung sondern eine jüdisch-freimaurerische Weltverschwörung sei. Dass jetzt auch die Juden eine Rolle gespielt haben sollten mag im ersten Moment etwas irritieren, jedoch der Hintergedanke bewegt sich immer noch um den „ominösen Gral“
      Ich habe sicher schon einige Male in diesem Roman das Wort „erstaunlich“ was alles irgendwem zugeschrieben werden kann erwähnt, wenn nur genug Phantasie dahinter steckt.
      Ich lasse mal dies so stehen und warte was @Marie beitragen wird bis zu diesem Kapitel
      Das Bewußtsein, vor dem Schlafengehen gute Lektüre zu haben, ist eines der angenehmsten Gefühle, die ich kenne.
      peter e. schumacher (1941 - 2013), Aphorismensammler und Publizist
    • Nicht mehr viel Tage und wir ? können bei dieser Mini/ Micro/ Mammut – Leserunde das einjährige Jubiläum feiern.
      Mini so beginnt jede Leserunde im Allgemeinen hier im BT
      Macro sie ist so „geschrumpft“ deren Mitglieder muss man bald unter dem Mikroskop suchen.
      Mammut deswegen weil normalerweise die Leserunden hier einige wenige Wochen dauern, man liest, diskutiert mal mehr oder meistens weniger intensiv über das gelesene und alle sind, ausser die welche frühzeitig austeigen zufrieden damit.
      Allerdings wer konnte denn schon ahnen dass Herr Eco nicht gradlinig eine interessante Geschichte erzählt sondern voller Überraschungen steckt und kein Ende findet und immer weiter und noch weiter über Verschwörungen , Geheimbünde, Organisationen welche von esoterischen Zielen motiviert sind „schwadroniert“ , somit den „interessierten“ Leser praktisch zwingt diesen „Bewegungen“ nachzuspüren , indem er das was der Autor auch gemacht hat, forscht was denn dahinter steckt.
      Denn es sind nicht einige wenige Gruppierungen wie die Templer, Rosenkreuzer oder Ritter vom heiligen Gral über welche Herr Eco schreibt. Nach dem lesen von Kapitel 75 in welchem „sage und schreibe“ mehr wie zwanzig Strukturen welche sich mit praktisch dem gleichen Thema befassten beschrieben werden, ist es fast unmöglich nicht „verwirrt“ den Kopf zu schütteln und sich zu fragen wohin das denn führen wird. Sicherlich hier wäre gewiss ein Punkt erreicht sich von diesem Roman zu verabschieden, jedoch … Zudem Herr Eco hat schliesslich acht Jahre an diesem Werk geschrieben somit kann ich dies auch wenn es ein Jahr dauert, zu Ende lesen.

      Tifereth 92
      Nach Tifereth 91 haben die Herren wieder eine „akzeptable Idee“ gefunden für ihre Vorgaben, lassen wir uns jedoch nicht täuschen solche vertretbare Vorschläge hatten sie schon oft, dennoch stellten sich diese jedes Mal als „unausgegoren“ aus –schliesslich habe ich als Leser noch 28 Kapitel vor mir- und diese sind sicherlich für überraschenden Wendungen gut.
      Wir befinden uns am Hof von Zar Nikolaus II mit „geheimnisvollen Protokollen“ und einem etwas undurchsichtigen Serge Nilus dem von "Förderern" also Gegner des Zaren eine unrühmliche Rolle zugeteilt wurde.
      Ich persönlich lese hier zum ersten Mal über die „Protokolle der Weisen von Zion“ allerdings eine Fälschung sind, (das ist wichtig zu wissen), jedoch von vielen Gruppierungen um den schon zur damaligen Zeit vorherrschenden Antisemitismus Aufschwung zu geben, verbreitet wurden.

      Tifereth 93
      Wie auch Belbo fragt man sich natürlich ebenfalls“ was hat denn das mit dem „Grossen Plan“ zu tun, sind denn diese Abschweifungen wirklich nötig. Da die Herren natürlich keine Ahnung haben über den Inhalt der Protokolle wird das nun ausgiebig erläutert, wobei die Schlussfolgerung lautet
      „Mit einem Wort“, bemerkte Belbo, „diese Weisen von Zion waren ein Haufen von Deppen.“
      Kurz es wiederholt sich „Weltherrschaft.“, wobei wieder die Metro erwähnt wird, wobei der Untergrund ein beliebtes Motiv bei den Geheimbünden ist denken wir unter anderem an das "angebliche" (oder ist es erwiesen, ich weiss es nicht mehr ?( ) Versteck der Templer in der Burg in „Provins“
      Ich zitiere hier zum Verständnis bezüglich der Metro einen Abschnitt aus den "gefälschten" "Protokollen"
      Zudem habe man „ein letztes, fürchterliches Mittel in der Hand, vor dem selbst die tapfersten Herzen erzittern sollen“: Gemeint ist die Untergrundbahn die ab 1897 in Paris gebaut wurde: „Bald werden alle Hauptstädte der Welt von Stollen der Untergrundbahnen durchzogen sein. Von diesen Stollen aus werden wir im Falle der Gefahr für uns die ganzen Städte mit Staatsleitungen, Ämtern, Urkundensammlungen und den Nichtjuden mit ihrem Hab und Gut in die Luft sprengen.“

      Tifereth 94
      Was passiert also. Wir werden nochmal zurück nach Provins geführt, so quasi „jetzt endlich ist alles klar“ Genau das ist, nicht zum ersten Mal sind sich die Herren sicher alles erkannt zu haben, und somit an ihrem Ziel angelangt zu sein.
      Denn wenn alles in Provins begann, wäre es doch einfach gewesen diese Spur im Auge zu behalten darauf den „grossen Plan“ aufzubauen, denn das Konstrukt ist, wie es die Herren auch wenden und drehen mögen nur ein „grosser Bluff“ um sich wichtig zu machen. Somit entwickelt sich die Geschichte langsam aber sicher zu einem „aufgeblähten Gebilde" das unweigerlich dazu führen muss mit grossem Getöse und einem noch grösseren Katzenjammer zu „platzen“.
      Das Bewußtsein, vor dem Schlafengehen gute Lektüre zu haben, ist eines der angenehmsten Gefühle, die ich kenne.
      peter e. schumacher (1941 - 2013), Aphorismensammler und Publizist
    • Neu

      Tifereth 95 -96 97
      Kapitel 95 beginnt indem in schon bekannten Informationen „gewühlt“ wird, diese mit andern Geschichten vermischt und damit ein weiteres „Kettenglied„ gebildet werden kann.
      Das die „Protokolle“ eine Fälschung sind ist bekannt, somit auch die Beschreibungen des „Plans“ dennoch scheuen sich die Herren nicht diese zu Rate zu ziehen und mit der ihren eigenen Logik zu korrigieren damit es passt.
      Im Übrigen war unsere Logik die Logik der Fakten.
      Noch immer sind die Herren vollständig überzeugt dass ihr Unternehmen ein Erfolg werden wird.
      Kapitel 96
      Über Ratschkowski sind wir schon in Kapitel 79 gestolpert wie Herr Salon seinen Vater und die Ochrana erwähnte. Zudem wird er als Initiator der „gefälschten Protokollen“ beschrieben.
      Wen wundert es dass dieser wieder ins Spiel gebracht wird, denn wir erinnern uns ebenfalls an den ominösen Graf von Saint- Germain – der in verschiedenen „Gestalten“ unter verschiedenen Namen über Jahrhunderte präsent ist. Ob er Ratschkowski, auch unter dem Namen Rackoczi aufgetreten, gewesenen ist wie die nachfolgenden Ausführungen den Leser glauben machen wollen sei dahingestellt.
      Jedoch es erweist sich sehr praktisch diesen auch noch in den „grossen Plan“ einzufügen, denn mit dieser schillernden Person wirkt das Werk doppelt so interessant.
      Kapitel 97 beginnt Casaubon mit einen fantastischen Satz „Gestern haben wir ein schönes Stück Trivialliteratur geschrieben“, sagte ich zu Belbo.
      Besser könnte man es nicht ausdrücken was im Moment geboten wird.
      Im File mit dem Titel "Die Rückkehr des Grafen von Saint-Germain" fasst Belbo die „sehr bizarre“ Geschichte dieses Herrn zusammen, der von sich sagt "Ich bin der Notar des grossen Planes auch wenn es die andern nicht wissen" - wobei wir uns im Turm von Black Friars Abbey befinden, schon bekannten Namen wie Surabya Jim begegenen, Disraeli kennenlernen aber auch Pater Bresciani welcher freimaurerische Romane veröffentlicht hat, lesen können wie Antinea, Aphrodite, Maria Magdalena seinen Weg kreuzen (auch Sofia wird begrüsst) und er taucht in Geschehnisse der Weltgeschichte welche er alle seiner "bescheidenen Meinung" nach "mitprägt".
      Ich denke damit will Belbo beweisen wie gut der Graf in ihre Geschichte passt, oder noch besser, er ist ein wichtiger Teil der Geschichte.
      Das Bewußtsein, vor dem Schlafengehen gute Lektüre zu haben, ist eines der angenehmsten Gefühle, die ich kenne.
      peter e. schumacher (1941 - 2013), Aphorismensammler und Publizist
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