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Teil 4: Abschnitte 113 bis 155 (Seiten 439-573)

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    Die verbotene Zeit

    von

    4.8|32)

    Verlag: Diana Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 576


    ISBN: 9783453359215


    Termin: Februar 2017

    • So, eigentlich wird hier ja noch der letzte Abschnitt gelesen, aber ich habe vorhin entdeckt, dass einige von euch schon mit dem Roman durch sind und bereits gevotet haben. Ich poste das jetzt hier als Beitrag, weil es der Schlussteil ist und hoffe dass ist in Ordnung so. Also, als erstes - @€nigma, bittersweetlight, ninchen1985, dreamworx - vielen, vielen Dank für Eure Bewertung! :)

      Außerdem habe ich auch entdeckt, dass es schon zwei Rezensionen gibt. Ich setzte das als Spoiler, damit es für die anderen, die den Roman noch nicht gelesen habe, nicht komisch ist ..

      @€nigma:
      Spoiler anzeigen
      Deine hast du sogar schon gestern gepostet, kann ich erkennen. Vielen lieben Dank dafür - ich freue mich wirklich sehr, dass dir der Roman gefallen hat und du ihn so fesselnd und informativ fandest. :) - Mir war es übrigens auch sehr wichtig, dass die Protagonisten "realistische Menschen mit allen Facetten" sind, sie haben alle ihren Stärken, aber eben auch Schwächen.
      Deine Kritikpunkt bezüglich des Personenverzeichnis bzw. Zusatzinformationen kann ich aus deiner Perspektive gut nachvollziehen. Allerdings liegt das nicht allein in meiner Hand. Gerade dadurch, dass ich sehr lange Bücher von der Seitenzahl her schreibe, wird nach dem Ende des eigentlichen Romans immer etwas um die Anzahl der zusätzlichen Seiten gekämpft. Das war auch einer der Gründe, warum sich gegen ein Personenverzeichnis entschieden wurde. Dennoch - ich werde beim nächsten Buch daran denken. :wink:


      @dreamworx :
      Spoiler anzeigen
      Auch dir vielen lieben Dank für deine tolle und ausführliche Rezension. Auch wenn ich mich hier manchmal etwas wiederhole - ich freue mich wirklich sehr darüber, dass du den Roman so fesseln fandest und dir die Protagonisten so ans Herz gewachsen sind.
      Spoiler anzeigen
      :) Das spürt man auch in deinen Beiträgen in der Leserunde und ich empfinde das als Autorin als ein großes Kompliment.
    • Der Verlag täte gut daran, trotz der hohen Seitenzahl noch ein paar Seiten mehr zu "genehmigen", weil das für Leser, die nicht solche Fachleute über diese Zeit sind wie z.B. @Jessy1963, die Lektüre erleichtern würde.
      Romane, die so gründlich recherchiert sind, sollten meiner Meinung nach immer ein Verzeichnis fiktiver und historisch realer Personen (Romanfiguren) haben.
      Ich denke allerdings, dass die meisten jungen Leser sich gut mit dieser Zeit auskennen, zumindest haben meine Söhne im Unterricht viel mehr darüber gehört als ich.
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
    • @Enigma: Ja, wie gesagt, ich kann dich auch wirklich verstehen, aber der Verlag will natürlich auch nicht, dass das Buch teurer wird und man wird vielleicht - mich eingeschlossen - etwas betriebsblind, weil die Zeit etwas näher an unserer liegt. Bei meinen anderen historischen Romanen, die du, glaube ich, auch kennst, habe ich eigentlich auch immer ein Personenverzeichnis im Anhang gehabt. Beim nächsten wird es bestimmt auch wieder eines geben ... :)
    • Auch ich habe inzwischen den Roman durchgelesen. Werde aber gerne noch bei der Leserunde dabei bleiben.
      Doch das Buch in die Länge zu ziehen, war für mich nicht mehr möglich. Ich habe versucht bei dieser Leserunde mein Lesetempo zu drossel, und musste feststellen, dass es überhaupt nichts für mich ist. Leider. Das geht bei mir auf Kosten der Geschichte. Denn ich fange an mich zu langweilen, O:-) wenn ich all zu lange in einem Buch lese.


      Abschnitt 4
      Spoiler anzeigen
      war voller spannende Momente. Wie ich auch schon im 3. Abschnitt geschrieben habe, fand ich die Handlung in der zweite Hälfte des Romans sehr sehr spannend. Es war voller Szenen, bei denen ich schwer schlucken musste. Oder wo die Spannung mich gezwungen hat noch schneller zu lesen. Auch emotional gesehen, war es eine wahre Achterbahn. Da muss ich an den Moment denken, als die Befreiung von Jules schief gelaufen ist und an den Moment, als Edith ihr Kind ihrer Freundin anvertrauen musste. Was für eine Qual für eine Mutter. Doch sie hat hier das Bestmögliche gewählt und ihr Kind gerettet.
      Oder was in KZ abgelaufen ist. Zu all dem Gräuel, was Gefangene erleben mussten, worüber es auch so schon schwer fällt zu sprechen, noch zusätzliche furchtbare schreckliche Erniedrigung von Edith durch Heinrich. Ediths Erkrankung, wo ich nicht geglaubt habe, dass sie durchkommt. Und dann das Ende von Edith... :(

      Wie gesagt war ich von der Geschichte absolut gefangen. Anfang des Romans hat mir schon gut gefallen, dennoch hielt es mich nicht so gefangen wie die zweite Hälfte des Romans. Davon war ich begeistert :thumleft:
      2017: Bücher: 144/Seiten: 58 080
      2016: Bücher: 177/Seiten: 74 766
      ------------------------------
      "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"
      Dalai Lama
    • Emili schrieb:

      Wie gesagt war ich von der Geschichte absolut gefangen. Anfang des Romans hat mir schon gut gefallen, dennoch hielt es mich nicht so gefangen wie die zweite Hälfte des Romans. Davon war ich begeistert


      Vielen lieben Dank! :) In der zweiten Hälfte des Romans sind natürlich auch mehr Spannungsmomente, am Anfang werden die Geschichte und die Figuren ja erst aufgebaut. Ich freue mich auf jeden Fall, dass Dich der zweite Teil so begeistern konnte und dich emotional auf so eine Achterbahnfahrt mitgenommen hat.
    • Claire Winter schrieb:

      Oh, und deine Rezension - über die ich mich sehr freue - habe ich erst jetzt entdeckt ... Dankeschön!
      Gern geschehen. Danke für die Unterhaltung, die du deinen Lesern schenkst. :)

      Ich hätte da auch noch eine Frage an dich. Mich würde interessieren, wie es bei diesem Roman war? Kam dir zuerst die Idee des Geheimnisses in Sinn und dann die Lösung oder besser gesagt der Weg zu der Auflösung des Geheimnisses oder war es umgekehrt? Ich weiß nicht ob ich das verständlich ausgedrückt habe. :-k Vielleicht so: war zuerst das Ende des Romans in dem Sinn und dann die Story dazu oder eher umgekehrt?
      Weil wir bekommen ja die spannende Geschichte zu lesen, wo sich die Auflösung des Geheimnisses nach und nach herauskristallisiert. Wie ist es bei dir als Autorin?
      2017: Bücher: 144/Seiten: 58 080
      2016: Bücher: 177/Seiten: 74 766
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      Dalai Lama
    • Das hast du absolut verständlich ausgedrückt! :)
      Spoiler anzeigen
      Also, wenn ich die Struktur für eine Geschichte entwickle, arbeite ich meistens von innen, also dem Kern um den es geht, nach außen. Bei diesem Roman hatte ich von Anfang an die Idee einer ungewöhnlich engen Freundschaft von zwei Frauen im Kopf, die eigentlich nichts auseinander bringen kann. Ich wusste auch, dass die eine Freundin gezwungen wird, ihr Kind der anderen anzuvertrauen, was später zu dramatischen Entwicklungen führen sollte, weil die andere Freundin dieses Kind so sehr zu lieben beginnt, als wäre es ihr eigenes. Ich wollte zudem eine Geschichte erzählen, in der die Figuren nicht einfach in "gut" oder "böse" einzuteilen sind, sondern sie gleichermaßen ihre Stärken und Schwächen haben und die Dramatik und Tragik sich eher aus einer unüberlegten emotionalen Kurzschlusshandlung entwickeln sollte und es auch um die Schuld geht, mit der die andere später leben muss und es nicht kann. Auf der moderneren Zeitebene hatte ich außerdem von Anfang an eine Frau wie Carla im Kopf, die nach einem Unfall an einer Amnesie leidet. Aus diesen Fragmenten hat sich dann nach und nach die Idee zu diesem Roman entwickelt. Die Struktur, wie sich dieses "Familiengeheimnis" auflöst - in diesem Fall also Carla Schritt für Schritt herausfindet, was damals geschehen ist - erarbeite ich erst, wenn ich so eine Art "Timeline" von der Vergangenheitsebene habe, in der ich festlegt habe, was genau wann passiert ist.
    • Claire Winter schrieb:

      @ melsun: vielen lieben Dank auch für deine Bewertung - :) du hast den Roman ja auch schon beendet!


      ja das hat mir so gut gefallen ich musste wissen wie es weitergeht, konnte nicht mehr warten :uups: . Ich habe mir dein anderes Buch auch gestern bestellt, das möchte ich auch gerne lesen. Ich schreibe auf jeden Fall auch noch was in dem Rezensionsthread und hier natürlich auch. :winken:
      Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel herausgucken.

      Georg Christoph Lichtenberg
    • Da sich bis jetzt noch keiner an eine Zusammenfassung gewagt hat, werde ich damit beginnen:

      Carla (113-116)
      David erzählt Carla die wenigen Dinge, die er über Vlad weiß. Am nächsten Morgen kommt ein Stück Erinnerung zurück: Sie war bei Vlad gewesen und hat nach ihrer Schwester gefragt. Sie wird sich immer sicherer, dass Vlad etwas wissen muss.
      Als sie in den Bezirk fährt, in dem ihre Eltern zeitweise wohnten, entdeckt sie einen alten Lebensmittelladen. Die damalige Besitzerin arbeitet noch heute in diesem Laden und kann sich noch gut an Dora erinnern, da diese nie anschreiben lies und es etwas seltsam war, dass sie mit einem Baby von ihrem Häuschen in Kladow wieder zurück in die Stadt sind, wo es doch wesentlich mehr Fliegeralarme und Bombenangriffe gab.
      Carla lernt Jules kennen, der ein Konzert in Berlin gibt. Sie findet ihn auf Anhieb sympathisch und erfährt nun, warum er erst so spät nach Edith sucht.

      Das Dora wieder in die Wohnung in der Stadt zog fand ich auch sehr eigenartig. Eigentlich geht es jetzt doch ums auflösen, doch statt dessen werden bei mir noch weitere Fragezeichen gebildet. Ist aber schön, so bleibt der Roman bis zum Schluss spannend. Die Erklärung von Jules, warum er sich nicht eher auf die Suche nach Edith gemacht hat, klingt plausibel. Doch dass er geheiratet hat, obwohl Edith seine große Liebe ist/war, passt irgendwie auch nicht ganz. Dann hätte ich wohl noch vor der Hochzeit nach Edith gesucht und nicht erst nach dem Tod der Ehefrau. Hier fehlt einfach noch eine Information, auf die ich gespannt bin.

      Jules (117-122)
      Jules bekommt das grausame Leben im KZ am eigenen Leib mit. Nach einiger Zeit wird er zum Obersturmbannführer gebracht. Dieser überreicht ihm eine Geige und fordert ihn auf zu spielen. Zuerst weigert sich Jules, da er sich vor diesem Mann, der sein erstes Konzert besucht hat, schämt. Doch dieser legt ihm ein Foto von Edith vor und erklärt Jules, dass er dieses Foto zwar nicht haben kann, aber immer zu sehen bekommt, wenn er für ihn spielt. Jules wird ab sofort von der harten Arbeit im Steinbruch in die leichtere Tätigkeit in der Schneiderei versetzt. Regelmäßig lässt der Obersturmbannführer ihn zum Geige spielen kommen. Zuerst hasst Jules diese Erniedrigung. Doch letztendlich gibt die Musik und die Liebe zu Edith im Kraft, so dass er nicht an allem innerlich zerbricht.
      Edith wird zu Heinrich zitiert. Dieser erinnert sie an ihren Deal bezüglich der Freilassung von Jules. Edith willigt ein, will aber erst abwarten, bis Jules aus dem KZ ist. Heinrich spielt allerdings mit verdeckten Karten. Er weiß inzwischen mehr über Edith und ihre Hilfe gegenüber Juden. Kälte zeichnet sich ab, er kann ihr nicht verzeihen! Edith unterrichtet Emil über den Gefangenentransport von Jules. Sie schmieden einen Plan, diesen zu überfallen und Jules zu befreien und anschließend das Land zu verlassen. Doch dieser Transport war eine Falle von Heinrich, der die Loyalität von Edith auf die Probe stellen wollte. Edith wird zwar noch gewarnt, ihr bleibt aber nicht mehr viel Zeit. Hilfesuchend wendet sie sich an Maximilian. Doch dieser zeigt ihr die kalte Schulter und verweist sie des Hauses, nachdem er am Nachmittag von Heinrich über das Verhältnis von Edith und Jules aufgeklärt wurde. Auch für deren Kind möchte er nichts tun. In ihrer Not und mangels Zeit geht Edith zu Carla. In wenigen Sätzen erklärt sie der Freundin die Vorkommnisse und bittet diese, für Annabelle zu sorgen. Anschließend flieht sie, wird jedoch gefasst.
      Also ist der Obersturmbannführer, welcher Jules in der Reichskristallnacht verschont hat doch nicht Heinrich gewesen. Für mich stellt sich aber die Frage, ob der wegen der Leidenschaft des Obersturmbannführers vom Steinbruch in die Schneiderei versetzt wurde, oder hatte Heinrich hier doch seine Hände mit ihm Spiel. Schließlich sagte er zu Edith, ich werde dafür sorgen, dass er bis nach deiner Niederkunft noch lebt.
      Das Edith sich Heinrich hingeben wollte fand ich richtig übel. Ob das Jules gewollt hätte? Andererseits, die Alternative wäre Jules Tod. Im Anbetracht dieser Tatsache, kann man Edith verstehen. Wenn auch Heinrich einfach nur widerlich ist :puker: Noch schlimmer die Tatsache, dass er Edith eine Falle stellt. Edith ging ihm voll auf dem Leim, ohne jeden Misstrauen. Andererseits stirbt die Hoffnung zu Letzt und diese Befreiungsaktion wäre auch zu schön. Als Edith von der Falle erfährt, kann man regelrecht spüren, wie sie sich gefühlt hat. Als sie noch von Maximilian eine Abfuhr erfährt wird ihr klar, dass sie verloren hat. Jetzt geht es nur noch um Schadensbegrenzung - Annabelle in Sicherheit zu bringen. Diese Hilflosigkeit und Verzweiflung von Edith ging mir richtig unter die Haut. Auch als sie Annabelle Dora überreicht und sich ein letztes mal an der Tür zu ihr umdreht. Ein Abschied für vielleicht immer? Sie tat mir so leid. Beim Lesen bekam ich richtig einen Kloß im Hals :cry:
    • melsun schrieb:

      ja das hat mir so gut gefallen ich musste wissen wie es weitergeht, konnte nicht mehr warten . Ich habe mir dein anderes Buch auch gestern bestellt, das möchte ich auch gerne lesen.

      Ich freue mich sehr, dass es so spannend war ... :) Dann bin ich gespannt, wie dir "Die Schwestern von Sherwood" gefallen und wünsche dir dabei auch viel Spaß beim Lesen!

      Schüsselchen schrieb:

      Das Dora wieder in die Wohnung in der Stadt zog fand ich auch sehr eigenartig. Eigentlich geht es jetzt doch ums auflösen, doch statt dessen werden bei mir noch weitere Fragezeichen gebildet.

      So empfindet das Carla auch, dieser Umzug ihrer Eltern zurück in die Stadt will einfach keine Sinn ergeben, aber sie ahnt natürlich, dass dahinter mehr steckt ...

      Schüsselchen schrieb:

      Zuerst hasst Jules diese Erniedrigung. Doch letztendlich gibt die Musik und die Liebe zu Edith im Kraft, so dass er nicht an allem innerlich zerbricht.

      Ja, die Musik und Erinnerung an Edith sind für Jules etwas, an dem er Halt findet - wie ein innerer Raum, in den er zumindest für Momente der grausamen Realität entfliehen kann und ohne den er nicht überlebt hätte.

      Schüsselchen schrieb:

      Als Edith von der Falle erfährt, kann man regelrecht spüren, wie sie sich gefühlt hat. Als sie noch von Maximilian eine Abfuhr erfährt wird ihr klar, dass sie verloren hat.

      Und in dem Moment, in dem Edith das begreift, geht es ihr nur noch um eines - nämlich darum, wie sie zumindest Annabelles' Leben retten kann.

      Schüsselchen schrieb:

      Auch als sie Annabelle Dora überreicht und sich ein letztes mal an der Tür zu ihr umdreht. Ein Abschied für vielleicht immer? Sie tat mir so leid. Beim Lesen bekam ich richtig einen Kloß im Hals

      Das hat mich ehrlich gesagt auch beim Schreiben ziemlich mitgenommen ... :(
    • Carla (123-125)
      Carla erfährt von Maximilian von Stettenheim, dass dieser Heinrich Raven gekannt hat. Er erzählt ihr, dass Heinrich Besessen von Edith war, und dies ihr zum Verhängnis wurde. Carla erfährt auch, dass Edith ins KZ kam.
      Von Dr. Ludwig bekommt Carla die Informationen, dass Doras Kind wenige Tage nach der Geburt gestorben ist und sie deshalb nach Berlin zurück sind. Um so mehr hat er sich für Carla gefreut, dass sie nach einigen Jahre mit einem Kind zurück kam. Sie muss wohl wieder recht schnell schwanger geworden sein.
      Für Carla sind diese Informationen ziemlich verwirrend, gleichzeitig jedoch kommt Licht in die Vergangenheit.

      Carla hat mir in diesem Moment etwas leid getan. Einerseits sind es wichtige Informationen, die Puzzleteile fügen sich langsam, andererseits ist diese Wahrheit auch ziemlich überraschend und erschreckend. Sie hat sicherlich mit vielem gerechnet, aber bestimmt nicht hiermit. Aber ihr war es ja zuvor bewusst, dass die Vergangenheit nicht positiv sein wird. Ihre Freundin Rachel, als auch David haben sie bereits gewarnt.

      Dora (126-130)
      Dora und Paul beschließen um Annabelle und sich selber zu schützen, Annabelle als Anastasia auszugeben. Damit diese Lüge nicht rauskommt, ziehen sie zurück nach Berlin. Dora wurde dort auch als Schwangere gesehen, weshalb sich jeder für sie und ihr Kind freute und keine Fragen stellte.
      Heinrich sucht Edith im KZ auf. Er klärt sie auf, was er alles über sie und Jules weiß und dass er die einzige Person ist, die ihr helfen kann, am Leben zu bleiben. Anschließend nimmt er sich, von was er schon all die Jahre geträumt hat.
      Dora erkundigt sich bei Maximilian nach Edith. Sie erfährt, dass sie in einem Lager ist. Von Wilhelm erfährt sie wiederum, dass dort nicht zimperlich mit den Gefangenen umgegangen wird. Beide Männer zeigen hierbei wenig Mitgefühl. Dora quälen die Gedanken an Ediths Leid, kümmert sich aber rührend um Annabelle/Anastasia. Das Kind hat sie aus ihrer Depression befreit.
      Heinrich besucht und vergewaltigt Edith regelmäßig, deren Lebenswille mit der Zeit weniger wird, ebenso die Erinnerungen an Annabelle. Schließlich wird sie krank und bricht zusammen.
      Dora erhält von Maximilian einen Brief mit dem Hinweis, dass Edith im KZ verstorben ist. Dora ist schockiert, gleichzeitig aber auch auf seltsame Art erleichtert. Denn dies bedeutet, dass Anastasia für immer ihr Kind sein wird.

      Heinrich ist einfach ekelerregend. :puker: Antörnend ist es bestimmt nicht, eine Wehrlose zu begatten, die keine Wahl hat. Aber ihm ging es nur um seine Machtdemonstration! Es macht zwar keinen Unterschied, aber von der Psyche finde ich es doch einen Tick besser für Edith, ihm ausgeliefert zu sein, als sich freiwillig zu seiner Geliebten zu machen, was er einst für die Freilassung verlangte. Aber dennoch ist beides einfach widerlich, letzteres aus Heinrichs Sicht noch viel schlimmer, wenn man bedenkt, dass er einst ein Freund der Familie (ihrer Eltern und ihrem Bruder) war und nun Edith vergewaltigt.
      Der Zwiespalt in Dora ist gut nachzuvollziehen. Einerseits ist sie schockiert und traurig, Edith verloren zu haben, sie nie wieder sehen zu können. Andererseits hat sie vielleicht tief in ihrem innersten gewusst, dass dies passieren wird, da nur wenige lebend aus dem KZ kommen. So sehr sie der Verlust der Freundin schmerzt, so erleichtert ist sie über die Tatsache bzgl. Annabelle, denn der Kinderwunsch war bei ihr schon immer ein nicht unbedeutender Lebenswunsch, der nach zwei Anläufen noch nicht erfüllt wurde. Arme Dora, ihr bleibt auch gar nichts erspart. :(
    • Claire Winter schrieb:

      @Schüsselchen: du bist auch durch, habe ich gerade gesehen. Vielen lieben Dank auch dir für deine Bewertung. Ich freue mich ...

      Ich habe mich auch gefreut, dass ich bei dieser Leserunde dabei sein durfte und dass sich dein Roman als Highlight herausgestellt hat :thumleft: :applause:
      Bin ganz begeistert von deinem Schreibstil und den verschiedenen Perspektiven, vor allem, da alle Personen so lebendig und real wirken. Die Emotionen im 4. Teil haben mich völlig bewegt, was mir nicht oft passiert.

      Zwei weitere Bücher von dir sind bereits auf meiner Wunschliste gewandert, während "Die verbotene Zeit" mit Empfehlung an meine Schwester geht.
    • Carla (131-132)
      Jules erzählt Carla und David, dass Edith im KZ schwer krank wurde, aber durch die Hilfe von Heinrich eine gute medizinische Behandlung erfuhr, weshalb sie überlebte. Er hat ihre Identität anschließend mit einer verstorbenen Gefangenen getauscht und Edith in ein Außenlager bringen lassen, wo die Haftverhältnisse besser waren. Zu Kriegsende verschwand Heinrich spurlos. Edith, erneut erkrankt, konnte durch Zufall gerettet werden und wurde nach New York gebracht. Ihre Eltern, als auch ihr Bruder sind verstorben, haben ihr aber alles Vermögen vererbt.

      Das ihre Eltern tot waren, fand ich heftig. Schade, dass sie die beiden nicht mehr sehen konnte bzw. ihre Eltern nichts mehr von ihren Taten und die Liebe mit Jules sowie dem Kind erfuhren. Das hätte ihre Eltern bestimmt gefreut, denn von dem Glück in der Ehe zu Maximilian waren sie eh nicht überzeugt. Nur Edith kann einem Leid tun, nun ist sie ganz alleine! Ohne Familie, ohne Kind, weit weg in der Ferne

      Edith (133-135)
      Edith erholt sich langsam im Krankenhaus. Sie erhält viel Hilfe und Unterstützung, auch die Wohnung von Carl. Dennoch will sie nach Berlin zurück, Annabelle suchen. Durch Zufall sieht sie in der Zeitung einen Artikel, dass Jules Cohn bei einem Benefizkonzert spielt. Sie ist überrascht und verwirrt, da Heinrich ihr kurz vor Kriegsende erzählte, dass Jules tot sei. Ihr wird bewusst, dass Heinrich sie angelogen hat, um ihr eine weitere Grausamkeit anzutun. Vor Freude, Hoffnung und Erleichterung beginnt sie zu weinen.
      Nach dem Konzert geht Edith zu Jules in die Garderobe. Er ist völlig überrascht, da er Edith für Tod hielt. Nach dem ersten Schock schließen sie sich in die Arme. Ihre Liebe zueinander ist stärker denn je. Nach einer langen wortreichen Nacht beschließen beide ihre gemeinsame Zukunft.

      Dieses Wiedersehen - wieder ein sehr emotional geschildertes Erlebnis! Im ersten Moment habe ich selber die Luft angehalten und natürlich wieder einen Kloß im Hals bekommen Aber ich habe mich auch für die beiden gefreut, dass sie sich wieder getroffen haben und nun endlich in einem freien Land leben können. Die Zeit des Schreckens ist rum. Eine glückliche Zukunft haben sie sich schwerstens verdient! Nur leider weis man auch schon, dass die Zukunft nur kurz sein wird, da Jules im Alter ja nach Edith sucht. Was wird wohl passiert sein?

      Jules (136-137)
      Jules berichtet Carla und David, dass er mit Edith in Tel Aviv ein neues Leben beginnen wollte. Doch zuvor wollte Edith in Berlin noch einiges regeln, z.B. ihre Scheidung. Edith reiste alleine nach Berlin, da es Jules emotional noch nicht möglich war, nach Deutschland zu reisen. Doch hier verliert sich die Spur von Edith. Sie reichte die Scheidung bei Maximilian ein, doch in Tel Aviv kam sie nie an. Nachforschungen blieben erfolglos. Edith war spurlos verschwunden.
      Jules hat nie richtig verstanden, warum eigentlich Edith nochmal nach Berlin reisen wollte. Die Scheidung etc. wäre auch schriftlich möglich gewesen. Nun erzählt Carla Jules den Grund für die Rückreise nach Berlin - Annabelle, Jules und Ediths Kind.
      Paul erkennt, dass er nicht länger schweigen kann und will. Die Stunde der Wahrheit ist gekommen, sich der Vergangenheit zu stellen. Er geht ins Kommissariat und legt ein Geständnis ab.

      Ich hätte den beiden ihr Glück schon etwas länger gegönnt. Irgendwie schon tragisch. Dafür wird aber nun klar, warum Jules dann jemand anderes geheiratet hat. Edith blieb spurlos verschwunden und irgendwann geht das Leben weiter! Damals ohne Internet etc. war ja alles noch nicht so gläsern und speziell in der Nachkriegszeit auch sehr schwierig, jemanden zu finden. Damals haben sich ja recht viele Personen gesucht
      Ich freue mich für Paul, dass er es schafft, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Definitiv kein leichter Schritt, aber dennoch in die richtige Richtung! Denn die Gewissensbisse würden auf Dauer auch ihn kaputt machen.
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