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Teil 3: Abschnitte 72 bis 112 (Seiten 296-438)

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    • Moudschegiebchn schrieb:

      Das Jules Edith wirklich für so ein oberflächliches Naivchen hält hat mich doch sehr überrascht. Er kennt sie immerhin schon so lange, da wirkt es fast schon etwas ignorant wie hart er mit ihr ins Gericht geht und ihr dann auch anfangs nicht glauben will als sie sagt so sei es gar nicht.

      Das stimmt und natürlich weiß er das auch. Dass er so hart mit ihr ins Gericht geht, hatte für mich auch immer etwas damit zu tun, dass er unterbewusst spürt, dass Edith eigentlich anders ist, er das aber nicht wahrhaben will, weil es so einfacher für ihn ist.

      Moudschegiebchn schrieb:

      Natürlich kann er nicht sicher wissen wann und ob das passiert, aber Fall der Fälle müsste er eine "Rücksicherung" haben. Er ist doch viel zu sehr um sich selbst, seine Position und sein Geld besorgt um da nur auf ein Pferd zu setzen.

      Davon kann man bei Maximilian auf jeden Fall ausgehen und das ist auch einer der Gründe, warum er zwar bereit ist, der Sache der Nationalsozialisten viel Geld zukommen zu lassen, aber bedacht darauf war, dass seine Mitgliedschaft in der SS geheim bleibt.

      Buchfresser schrieb:

      Auch ich finde, dass man einer besten Freundin alles erzählen kann. Jedoch kann ich auch Edith in dieser Situation verstehen. Sie sieht die Gefahr, die sich daraus für Dora ergeben könnte und möchte nicht, dass ihr und ihrer Familie etwas passiert. Das kann ich ihr schon nachfühlen, das sie lieber schweigt als ihre beste Freundin zu gefährden. Dabei weckt sie natürlich Doras Sorge um sie eret recht.

      Genau so habe ich das gesehen und empfunden ... :)

      Madl10 schrieb:

      Das Wilhelm sich nicht groß geändert hat, das war ja nicht anders zu erwarten. Ich finde es nur immer zum ko.... , das ausgerechnet solche Menschen immer ein hohes alter erreichen und sich dann auch noch bei relativ guter Gesundheit erfreuen können.

      Das kann ich nur zu gut nachvollziehen und das gibt einem manchmal auch wirklich zu denken, oder?

      Madl10 schrieb:

      Das Wilhelm aber sogar keine Ahnung hatte das seine Schwester nach England gezogen ist hat mich doch etwas gewundert. Ich hatte angenommen das zumindest Wilhelm gewust hat wo sie sich aufhält.

      Also, da spielt nicht nur das eh nicht so besonders gute Geschwisterverhältnis eine Rolle, sondern ein bisschen hängt das auch mit den "Umständen" von Dora und Pauls Umzug nach England zusammen. Mehr beim ... :study:

      Teufelsweib schrieb:

      Stimmt, so ging es mir auch. Nachdem Jules so hart mit Edith ins Gericht ging, hatte ich kleine Zweifel daran und dachte eher, er würde den Kontakt zu Edith abbrechen um sie zu schützen, aber das lässt sich die junge Frau ja nicht gefallen...

      Nein, Edith wäre nicht Edith wenn sie diese Abweisung akzeptieren würde, da hat Jules keine Chance ...

      Teufelsweib schrieb:

      In diesen Kapitel geschah wirklich unglaublich viel und der Leser durchlebt eine wahre Achterbahnfahrt an Emotionen! Einfach toll und ich muss mich schon zusammenreißen nicht einfach bis zum Schluss durchzulesen, weil es nun extrem spannend ist

      Emili schrieb:

      ganz genau, Achterbahn der Gefühle. So hab ich das auch erlebt. Ich konnte, übrigens, mich nicht mehr stoppen, so sehr wollte ich wissen wie es weiter geht.

      Oh, vielen Dank - das höre ich natürlich total gerne und freue mich sehr darüber! :)

      Emili schrieb:

      Es gab nicht nur Helden, es gab auch Leute die Angst hatten, einfach große berechtigte Angst...

      Ja, vielen ging es bestimmt so, umso bewundernswerter finde ich auch die Leute, die - selbst wenn es nur kleinste Dinge waren - trotzdem geholfen haben.
    • Moudschegiebchn schrieb:

      Das Jules Edith wirklich für so ein oberflächliches Naivchen hält hat mich doch sehr überrascht. Er kennt sie immerhin schon so lange, da wirkt es fast schon etwas ignorant wie hart er mit ihr ins Gericht geht und ihr dann auch anfangs nicht glauben will als sie sagt so sei es gar nicht. Erst als er Edith (für ihn überraschend) bei der jüdischen Familie antrifft und die Mutter ihm sagt was für eine Hilfe sie ist.


      Edith und Jules sind zwar befreundet, stehen sich aber nicht so nahe, dass sie den jeweils anderen in- und auswendig kennen. Aus der Perspektive kann ich es Jules auch nicht verdenken. Sie hängt die Schauspielerei an den Nagel, lebt pompös und heiratet einen adligen Mann, der sehr gern mit den Nationalsozialisten Geschäfte macht. Und das, obwohl sie in einem freigeistigen Elternhaus großgeworden ist. Von den Fakten her spricht das nicht gerade für einen tiefgründigen Menschen.
    • Kapitel 72-76 Carla
      Als Tom bei David auftaucht, habe ich mich innerlich geschüttelt. Was denkt dieser fiese Typ sich eigentlich, sich in die Angelegenheiten seiner (Ex-)Frau einzumischen? Er sieht seine Felle davon schwimmen und denkt nur an seine eigene Karriere. Carla ist ihm doch egal. David ist so ein ganz anderes Kaliber von Mensch. Er strahlt Wärme aus und echtes Interesse an Carla, an den Gefühlen anderer. Er passt eindeutig mehr zu Carla. Währenddessen stattet Carla in Berlin ihrem eigenen Onkel William einen Besuch ab. Dabei muss sie feststellen, dass er irgendwie in der Vergangenheit stecken geblieben ist und immer noch fest verwurzelt mit dieser „braunen“ Brühe. Das Kennenlernen hat Carla irgendwie auch kalt gelassen. Sie konnte sich wahrscheinlich überhaupt nicht vorstellen, wie unterschiedlich ihre Mutter und ihr Onkel sein können. Nun versteht sie auch, warum es keinen Kontakt zu ihm gab in all den Jahren. Als William ihr von Heinrich erzählt, hat sich mein Verdacht erhärtet, dass dieser der ekelige Mann aus dem Prolog ist, der Anastasia aufgelauert hat.

      Kapitel 76-83 Jules
      Ich fand es toll, wie sich Edith und Jules angesprüht haben… :) Während Jules‘ Meinung in Bezug auf Edith nicht sehr hoch ist, zeigt sie ihm, was in ihr steckt. Ich glaube, er hat mit seiner Ansicht über sie bei ihr einen Nerv getroffen, der sie zum Nachdenken gebracht und ihr auch einen Weg aus ihrer Einsamkeit gezeigt hat, wie sie sich einbringen kann. Da Edith einen Hang zum Gefährlichen hat, kommt ihr das gerade recht, denn zu gern möchte sie Heinrich in die Suppe spucken, auch wenn ihr das zum Verhängnis werden kann. Wie sich Edith bei den jüdischen Familien eingebracht hat, da musste Jules seine Meinung einfach revidieren. Ehrlich gesagt, ich glaube gar nicht mal, dass er Edith so oberflächlich eingeschätzt hat, er ist nur durch die schlimmen Erfahrungen einfach misstrauisch geworden, was ihm aber auch das Leben bisher gerettet hat. Da er Edith schon lange kennt, bin ich überzeugt davon, dass er weiß, dass sie eine von den Guten ist. Doch wenn man jahrelang verletzt wurde, ist es nur natürlich, dass man sich eine Mauer aufbaut, die nicht so leicht einzureißen ist.Als Edith endlich den Mut aufbringt und im Büro ihres Mannes nach Beweisen für seine Naziaktivitäten sucht, findet sie genau diese und das bestärkt sie noch mehr in ihren Helferunternehmungen. Vor allem aber weiß sie nun, dass ihre Ehe abgeschlossen ist. Sie hat jetzt die Gewissheit, dass alle ihre Befürchtungen wahr geworden sind und kann nun dementsprechend agieren.

      Kapitel 84-87 Carla

      So langsam deckt Carla die fehlenden Puzzleteilchen auf, sie weiß inzwischen, dass Anastasia noch lebt und in Berlin eigene Nachforschungen betrieben hat. Als sie ihren Psychiater anruft und ihn nach seiner Meinung fragt, bestätigt er ihr ihre eigene Vermutung, dass Anastasia den Kontakt zur Familie abgebrochen hat, weil sie etwas erfahren hat, was ihr so weh getan hat, dass ein weiterer Kontakt für sie zu schmerzhaft gewesen wäre. David trifft in einer Bar auf Carla und er erzählt ihr, dass Tom ihm Geld geboten hätte, wenn er sie in Ruhe lässt. Carla erzählt ihrerseits, dass sie ihren Onkel getroffen hätte. Carlas nächster Besuch in Berlin führt sie zu Maximilian von Stettenheim in seine Villa am Wannsee, dem Ehemann von Edith. Durch ihn erfährt sie zwar nicht allzu viel, bekommt allerdings die Information, dass er Edith noch 1946 bei der Unterzeichnung der Scheidungspapiere gesehen hat. Und dass Jules Cohn der Grund für das Zerwürfnis zwischen ihm und Edith war.

      Kapitel 88-95 Edith
      Als die Kinder der jüdischen Familie als Auswandererkinder nach England abreisen, unterstützt Edith die Mutter nach Kräften, damit diese ebenfalls ein Visum bekommt und auswandern darf. Sie trifft dort auf Jules, und die beiden kommen sich immer näher. Edith will die Widerstandsgruppe noch mehr unterstützen und hilft, brisante Fotos ins Ausland zu schicken, damit die Welt erfährt, was wirklich in den KZs mit den Juden passiert. Ich besitze das Buch „Faschismus“ von Vespignani, wenn man diese Bilder betrachtet, dann wird einem schlecht, man kann nicht begreifen und ist absolut fassungslos, wie menschliche Wesen anderen so etwas antun konnten. Ich kann Edith absolut verstehen, dass sie da mitmachen will. Edith trifft auf Heinrich, wieder in der italienischen Botschaft auf einem Fest, und versucht, ihn glauben zu machen, dass sie inzwischen eine ähnliche Gesinnung hat wie er. Wie schwer muss ihr das fallen, wo sie doch mit Jules zusammen ist. Ob Heinrich ihr das abgenommen hat? Als sie in der Stadt unterwegs ist und ein Postamt aufsuchen möchte, um wieder einen Brief mit Fotos zu versenden, trifft sie auf Heinrich, der sie in ein Café einlädt, da Edith vor Angst vor ihm fast zusammenbricht. Doch sie macht ihm vor, dass sie glaubt, ihr Mann würde sie betrügen. Heinrich pflichtet ihr bei und sagt ihr, dass das nicht unbekannt wäre. Edith wiegt sich nach diesem Gespräch in Sicherheit, doch im Inneren hat sie ein ungutes Gefühl. Dora und Paul leben außerhalb von Berlin in Kladow. Eines Tages steht der NS-Ortsgruppenleiter vor ihrer Tür und will wissen, was es mit der Scheune auf ihrem Grundstück auf sich hat und dass sich Paul diesbezüglich bei ihm melden solle. Dora ist voller Panik und ruft sofort Paul an, der alles liegen und stehen lässt, um zu seiner Frau zu fahren. Er wird bei dem Ortsgruppenleiter vorstellig und erfährt, dass dieser ein Autoliebhaber ist und ihn fragt, ob er einige der in der Scheune eingelagerten Wagen der Partei zu Verfügung stellen kann. Paul willigt ein und betoniert danach erst einmal den Boden der Scheune, da darunter die ganzen Wertsachen versteckt sind, die er von den Juden in Verwahrung genommen hat. Als Edith bei Dora auftaucht und ihr von dem Betrug ihres Mannes und dem Treffen mit Heinrich erzählt, berichtet Dora ihr, dass sie schwanger ist.

      Kapitel 96-99 Carla
      Carla erfährt von Maximilian, dass Edith ein Kind von Jules bekommen hat. Außerdem berichtete er ihr, dass Edith nach ihrem Besuch 1946 bei ihm noch zu Dora wollte. Die beiden wären seit Jahren sehr eng befreundet gewesen und eigentlich wie Schwestern gewesen. Da Paul Carla gegenüber etwas ganz anderes behauptet hat, ist Carla nun doch überrascht, vielleicht hat sie es innerlich schon vermutet, denn ihr war ja bewusst, dass ihr Vater ihr nicht die Wahrheit gesagt hat. David und Carla fahren zusammen nach Kladow, um sich das alte Haus von Carlas Eltern anzusehen. Bei ihrer Rückkehr im Berliner Hotel zeigt David Carla eine alte Aufnahme, die er in einem Archiv gefunden hat. Die Aufnahme zeigt Maximilian und Heinrich. Auf diese Weise erfahren die beiden, dass die Herren sich gekannt haben. Carla überlegt gemeinsam mit David, ob man Jules erzählen soll, dass er eine Tochter hat.

      Kapitel 100-112 Jules
      Nachdem Jules sich mit Edith in Carls alter Wohnung getroffen hat, wird er auf seinem Weg danach von einer NS-Kontrolle angehalten, doch er kommt noch einmal davon, weil er mit einem gefälschten Ausweis mit falschem Namen unterwegs ist. Kurz zuvor hat er Edith noch gezeigt, dass er eine Waffe besitzt und Edith ist froh darüber, dass Jules sich zur Not wehren kann. Doch die Pistole hat er bei der Kontrolle wenigstens nicht gebraucht. Während dessen schreitet Doras Schwangerschaft voran, und Paul übergibt einige seiner Wagen an den Ortsgruppenleiter. Dora fühlt, dass Edith ihr etwas verschweigt, aber Paul macht Dora klar, dass sie das nur tut, um Dora zu schützen. Während Heinrich Edith observieren lässt und so auch Jules auf die Spur kommt, erfährt Edith, dass sie schwanger ist. Sie erzählt die frohe Botschaft sofort Dora, die sich mit der Freundin freut. Jules wird von der Gestapo abgeholt und keiner weiß so wirklich, wo er gerade ist. Edith versucht Informationen über Heinrich zu bekommen, der sie eiskalt abblitzen lässt. Seine Reaktion wird sogar noch schlimmer, als er erfährt, dass Edith schwanger ist. Er stellt Edith Informationen in Aussicht, wenn sie sich mit ihm einlässt. Ahhh, mich schüttelt es regelrecht, wie widerlich dieser Mann ist. Sowohl Edith als auch Dora bekommen ihre Babys. Ediths Tochter heißt Annabelle, Doras Anastasia. Leider erlebt Dora das nächste Trauma, denn Anastasia hört eines Morgens auf zu atmen. Der Tod des Kindes reißt Dora in ein schwarzes Loch. Das ist wirklich schon grausam, wenn das Kind gerade geboren ist, es den Eltern wieder entrissen wird. Ich kann Doras Verzweiflung fast körperlich spüren.

      Inzwischen setze ich mir meine eigenen Puzzlestückchen zusammen und liege mit meinen bisherigen Vermutungen wohl doch richtig… :wink: Das Buch ist einfach sensationell, ich liebe es immer mehr und werde es bestimmt immer wieder empfehlen und auch an gute Freundinnen verschenken, weil ich weiß, dass auch sie solche schönen Romane sehr lieben. :-,
      Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)

      "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
      Albert Einstein

      "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
      _____________________________________________

      Lese gerade: Das Lied der Störche, Ulrike Renk

      SUB: ca. 1.800 / gelesen 2016: 150/ 57643 Seiten
    • Kapitel 84-87

      Hui, Ihr seid alle schon so weit, ich kann daher die letzten Beiträge nur überfliegen bzw. mit halbgeschlossenen Augen wahrnehmen :wink: um mich nicht zu sehr zu spoilern.
      Mein Mann ist zu Hause und da sind wir immer sehr viel unterwegs, da komme ich im Moment nicht viel zum lesen.

      Der Besuch Carlas ins Berlin ist interessant zu lesen. Das David dort auf einmal auftaucht hat mich nicht wirklich überrascht.

      dreamworx schrieb:

      David trifft in einer Bar auf Carla und er erzählt ihr, dass Tom ihm Geld geboten hätte, wenn er sie in Ruhe lässt

      Das ist schon sehr unverschämt, bei Dr. Norton war er ja auch schon bereits gewesen. Ich fand gut, dass die Herren ihm doch deutlich eine Abfuhr erteilt haben. :thumleft:

      Sie besucht Maximilian von Stettenheim in seiner Wannseevilla. Ich hätte gar nicht gedacht, dass er überhaupt noch lebt. Ich finde das echt interessant zu lesen was aus den Leuten so geworden ist. Ich glaube, sie haben sich, abgesehen logischerweise vom Äusseren her, rein vom Denken und Habitus überhaupt nicht verändert.
      "Das große Glück ist die Summe kleiner Freuden." (Andreas Tenzer)
    • Jessy1963 schrieb:

      Hui, Ihr seid alle schon so weit, ich kann daher die letzten Beiträge nur überfliegen bzw. mit halbgeschlossenen Augen wahrnehmen :wink: um mich nicht zu sehr zu spoilern.
      Mein Mann ist zu Hause und da sind wir immer sehr viel unterwegs, da komme ich im Moment nicht viel zum lesen.

      So ging es mir in der vergangenen Woche und bis diese Woche Mittwoch. Durch den Todesfall bin ich zu nichts gekommen, habe mich ständig um andere sorgen müssen. Doch seitdem das normale Leben halbwegs wieder eingezogen ist, habe ich das Buch nicht mehr aus der Hand gelegt. Ich bin sogar schon durch damit und lese immer wieder einige Passagen nochmals, weil es mich manche Dinge so fasziniert haben. Mach Dir keine Gedanken, dass es etwas länger braucht, am Ende zählt, dass Du das Lesen dieses Buches genossen hast und es Dir noch lange im Gedächtnis bleibt - und dies ist so ein Buch.... :wink:
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    • dreamworx schrieb:

      Das Kennenlernen hat Carla irgendwie auch kalt gelassen. Sie konnte sich wahrscheinlich überhaupt nicht vorstellen, wie unterschiedlich ihre Mutter und ihr Onkel sein können. Nun versteht sie auch, warum es keinen Kontakt zu ihm gab in all den Jahren.

      Nein, das konnte sich Carla wirklich nicht. Im Grunde ist es für sie auch fast ein bisschen gemein, denn sie hat ja selbst nur so wenig Familie und sucht nun voller Neugierde diesen Onkel auf und dann stellt sich heraus, dass er ein solch "brauner Zeitgenosse" ist.

      dreamworx schrieb:

      Ehrlich gesagt, ich glaube gar nicht mal, dass er Edith so oberflächlich eingeschätzt hat, er ist nur durch die schlimmen Erfahrungen einfach misstrauisch geworden, was ihm aber auch das Leben bisher gerettet hat. Da er Edith schon lange kennt, bin ich überzeugt davon, dass er weiß, dass sie eine von den Guten ist. Doch wenn man jahrelang verletzt wurde, ist es nur natürlich, dass man sich eine Mauer aufbaut, die nicht so leicht einzureißen ist.

      Ja, da stimme ich dir zu, das weiß Jules auch im Grunde, auch wenn die Ehe, die Edith geschlossen hat, ihn schon ein wenig irritiert. Ich habe mir beim Schreiben immer vorgestellt, dass es für Jules besonders schmerzhaft ist, dass die Menschen, mit denen er früher Kontakt hatte und befreundet war, zwar die antisemitischen Einstellungen der Nationalsozialisten nicht teilen, aber eben auch nicht laut dagegen aufbegehren oder etwas dagegen tun. Deshalb empfindet er schon so ein Gefühl des "im Stich- gelassen- werdens" von ihnen, auch wenn er das nie aussprechen würde und kann ihr Mitleid auch nicht ertragen. All diese verschiedenen Emotionen, auch die, die du beschreibst, projiziert er erst einmal auf Edith.

      dreamworx schrieb:

      Ich besitze das Buch „Faschismus“ von Vespignani, wenn man diese Bilder betrachtet, dann wird einem schlecht, man kann nicht begreifen und ist absolut fassungslos, wie menschliche Wesen anderen so etwas antun konnten.

      Ja, und ich glaube auch, dass es einen Moment in einer solchen Konfrontation gibt, wo das Entsetzen so groß ist, dass man erkennt, man muss etwas tun und kann sich dem nicht verschließen, sondern muss seine eigene Angst überwinden.

      Jessy1963 schrieb:

      Mein Mann ist zu Hause und da sind wir immer sehr viel unterwegs, da komme ich im Moment nicht viel zum lesen.


      Genieß die Zeit, das Buch läuft ja nicht weg ... :)

      Jessy1963 schrieb:

      Das ist schon sehr unverschämt, bei Dr. Norton war er ja auch schon bereits gewesen. Ich fand gut, dass die Herren ihm doch deutlich eine Abfuhr erteilt haben.

      Ich fand, dass das auch mal dringend notwendig war. Würde ich die Zukunft von Tom übrigens weiterspinnen, würde ich denken, dass er in ein paar Jahren aktiv in der Politik ist, aber dort in einen handfesten Skandal wegen wiederholten Bestechungsversuchen verwickelt ist ...
    • dreamworx schrieb:

      Das Buch ist einfach sensationell, ich liebe es immer mehr und werde es bestimmt immer wieder empfehlen und auch an gute Freundinnen verschenken, weil ich weiß, dass auch sie solche schönen Romane sehr lieben.


      Vielen, vielen Dank, das freut mich riesig, dass dir der Roman so gefallen hat. :) :) :)
      Ich werde auch gleich noch etwas im nächsten Abschnitt dazu posten ...
    • Kapitel 72 - 87

      Kapitel 72 - 75

      Carla ist in Berlin gelandet und macht am ersten Tag eine Sightseeing-Tour durch die Stadt. Ich möchte wirklich wissen, ob ihre Schwester auch dieselben Orte besucht hat. Als nächstes versucht sie im alten Haus der Theussenbergs etwas über Edith heraus zu finden. Da trifft sie auf Frau List, die auch noch etwas in der alten Zeit hängen geblieben ist. Von ihr erfährt sie, dass Edith und Dora nicht nur als Kinder, sondern auch noch als Erwachsene eng miteinander verbunden geblieben sind. Carla stutzt, da ihr Vater ihr eine völlig andere Geschichte erzählt hat. Wieso belügt Paul Behringer seine Tochter so, selbst noch 30 Jahre nach dem 2. Weltkrieg. Ich verstehe es nicht.
      Unterdessen bekommt David in London Besuch von Tom. Was hat das Ekelpaket nur wieder vor? Er gibt wohl nie auf.
      In Berlin lernt Carla ihren immer noch nationalsozialistisch denkenden Onkel Wilhelm kennen. Er hat sich wirklich nicht verändert. Allerdings ist er erstaunt, dass Dora in England lebt, denn sie sind ohne eine Wort gegangen. Wundert mich eigentlich nicht, denn sie waren ja schon anders gestrickt als Wilhelm. Von ihm erfährt sie auch, dass ein "hohes Tier von der SS" nach ihren Eltern gefragt hat. Das war nach dem Krieg, ich vermute mal das Heinrich war. Der vermutlich über Dora etwas von Edith erfahren wollte. Er ist ja bis zu Letzt in sie verliebt und hält sich für den besseren Mann für sie. Außerdem erzählt Wilhelm ihr, dass Edith sich mit einem Juden eingelassen hat. Das kann ja nur Jules sein?

      Kapitel 76 - 83


      Mal ein Kapitel aus Jules sich. Er ist mittlerweile im jüdischen Untergrund und versucht sein bestes für die Juden in Berlin. Er stiehlt Essen und mit seinen Gefolgsleuten fälscht er auch Pässe, so dass die Juden ausreisen konnten. Legal bekommen sie sonst nur einen Pass und ein Visum, wenn sie eine Unbedenklichkeitsbescheinigung haben, die angibt, dass sie das Sühnegeld und die Reichsfluchtsteuer bezahlt haben.
      Für die drei Kinder der Familie Lichtstein hat er Plätze für die Kindertransporte nach England bekommen. Als er bei ihnen ankommt und ihnen die Nachricht überbringen will, trifft er dort auf Edith. Er ist nicht gerade erfreut darüber, da sie sich ins Gefahr bringt und auch ihn. Aber Edith ist mal wieder stur wie immer.
      Edith trifft sich mal wieder mit Dora und dabei kommen sie auf Kinder zu sprechen. Sie erklärt ihr, dass sie zur Zeit mit Maximilian keine Kinder will. Insgeheim bedauert sie, dass sie Dora nichts von ihrer Hilfe für die Juden erzählen kann. Daheim erzählt ihr Maximilian, dass sie in der kommenden Woche bei Heinrich eingeladen sind. Dabei fällt ihr auf, dass ihr Mann Dokumente in einen Tresor einschließt. Da muss sie sicherlich mal nachschauen, Edith ist doch neugierig. Wäre ich auch an ihrer Stelle. Hoffentlich wird sie nur nicht erwischt.
      Sie geht auch wieder zu den Lichtsteins und bietet Jules Geld für ein Visum für die Mutter an. Aber Jules will es nicht annehmen und dann küssen sie sich. Dann passt es auch wieder mit der Jugendliebe von der David immer spricht.
      Heinrich wird befördert. Ich gehe immer noch davon aus, dass er dann auch derjenige ist, der nach Dora und ihren Mann gesucht hat. Auf dem Fest nervt er Edith wieder und sie denkt nur an den Tresor in Maximilians Arbeitszimmer. Am nächsten Tag öffnet sie ihn und findet eine silberne Ehrennadel der SS. Also ist er enger mit der Partei verbunden als Edith vermutet und er ihr weiß machen wollte. Also doch ein Nazi. Arme Edith. Dabei wird sie dann Maximilians Lakai erwischt. Hoffentlich hat er nicht das heruntergefallene Kästchen gesehen! Obwohl ihr alles zuwider ist, beschließt sie nicht zu ihren Eltern in die Schweiz zu gehen, sondern wegen Jules und Dora in Berlin zu bleiben.

      Kapitel 84 - 87

      Wie auch ihr Vater behauptet auch Wilhelm, dass Edith 1943 gestorben sei. Mittlerweile vermute ich, dass sie untergetaucht ist zu diesem Zeitpunkt und sie nicht gefunden werden wollte. Oder hat Maximilian ihr etwas angetan? Wir wissen allerdings, dass sie 1946 noch gelebt hat, wenn Jules nicht lügt. Und dass Jules lügt bezweifle ich. Carla beschließt auch in Kladow und der ehemaligen Wohnung ihrer Eltern in Berlin weiterzuforschen. Jedenfalls hat Anastasia Wilhelm nicht besucht.
      In London bekommt Dr. Norton Besuch von Tom, der herauszufinden versucht, ob er seine Frau als paranoid einstufen lassen kann. Dr. Norton wird es unheimlich und verneint dies, da sie absolut geistig fit sei. Er ist schockiert darüber und ist erfreut als Carla ihn anruft. Er berichtet ihr auch von seinem Gespräch mit Tom und Carla fragt ihn wegen Anastasias Verschwinden. Sie muss also irgendetwas schreckliches erfahren haben. Das sie nicht die Tochter von Paul und Dora ist, sondern von Edith und Jules? :-k Ist sie deswegen abgehauen? :scratch:
      Am Abend trifft sie überraschend in Berlin auf David, der sich direkt nach Toms Besuch auf den Weg zu ihr gemacht hat. Er erzählt ihr davon und als das Gespräch auf ihre Recherche kommt, sagt er ihr auch das er Kontakte zum Mossad hat. Ein gut vernetzter Journalist. Am nächsten Morgen macht sie Carla auf dem Weg zu Maximilian von Stettenheim. Er hat das Kriegsende relativ unbeschadet überstanden. Er war zwar im Internierungslager wegen seiner Rüstungsfirmen, aber scheinbar hat er es geschafft alle Beweise, darunter wohl auch die silberne Ehrennadel der SS, verschwinden zu lassen. Carla versucht bei ihm etwas über Edith zu erfahren und von ihm erfährt sie, dass sie sich 1946 voneinander scheiden gelassen haben. Dabei kommt das Gespräch auf Edith und Jules und man spürt immer noch die Wut von Maximilian.

      Damit genug für heute von mir. Die Kapitel haben mir wieder sehr gefallen und ich finde sie richtig gut geschrieben. Die Perspektivwechsel zwischen Edith, Jules und Carla machen die Handlung richtig spannend und ich kann das Buch heute kaum aus der Hand legen.
      Liebe Grüße von der buechereule :winken:

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    • buechereule schrieb:

      Die Kapitel haben mir wieder sehr gefallen und ich finde sie richtig gut geschrieben. Die Perspektivwechsel zwischen Edith, Jules und Carla machen die Handlung richtig spannend und ich kann das Buch heute kaum aus der Hand legen.


      So ging es mir heute auch, weshalb ich den dritten Abschnitt nun auch durch habe. Eigentlich schade, wenn man auf Etappen liest, kann man mehr schreiben und spekulieren. So wurden nun doch so manche Fragezeichen geklärt. Allerdings sind dafür neue dazugekommen. Bin mal gespannt, ob bis Buchende noch alles aufgeklärt werden kann. :-k Bin mal optimistisch, da ich offene Enden nicht leiden kann. [-(

      Claire Winter schrieb:

      Ja, vielen ging es bestimmt so, umso bewundernswerter finde ich auch die Leute, die - selbst wenn es nur kleinste Dinge waren - trotzdem geholfen haben.

      Ich denke, wer und wieviel geholfen hat hängt bestimmt auch damit zusammen, wer was zu verlieren hat. Jules hat nichts mehr zu verlieren. Ihm wurde bereits alles genommen. Auch Angehörige hat er nicht, die es zu schützen galt. Von dem her kann er mehr Risiko eingehen, als vielleicht ein manch anderer, der Angst hätte, mit seinen Taten seine Kinder etc. in Gefahr zu bringen. Für sich selbst eine Gefahr einzugehen ist doch etwas anderes als wenn man noch für andere Verantwortlich ist. Und so erging es auch Jules. Er war gar nicht davon begeistert, dass Edith mitmachen will. Er möchte sie in Sicherheit wissen und sich nicht sorgen müssen.

      dreamworx schrieb:

      Er passt eindeutig mehr zu Carla.

      Stimmt, dieses Knistern zwischen Carla und David konnte man stellenweise sogar spüren. Ich fand es auch toll, dass er unerwartet nach Berlin flog um Carla bei ihren Recherchen zu unterstützen. Damit zeigt er wirklich mehr Anteilnahme und Interssan an Carla als der Ehemann. Ok, um so mehr erfahren wird, um so mehr kann er ja auch Jules berichten. Da fällt mir aber spontan wieder eine Frage ein. Warum hat eigentlich Jules nicht schon eher nach Edith gesucht? Sie hätten ja noch eine schöne Zeit haben können. Jetzt erst im Alter nach ihr zu suchen hat irgendetwas verzweifelndes an sich. Ist er vielleicht krank und hat nicht mehr lange zu leben und möchte deshalb noch einmal Edith treffen?

      dreamworx schrieb:

      Als Edith endlich den Mut aufbringt und im Büro ihres Mannes nach Beweisen für seine Naziaktivitäten sucht, findet sie genau diese und das bestärkt sie noch mehr in ihren Helferunternehmungen. Vor allem aber weiß sie nun, dass ihre Ehe abgeschlossen ist. Sie hat jetzt die Gewissheit, dass alle ihre Befürchtungen wahr geworden sind und kann nun dementsprechend agieren.

      Irgendwie hat es mich schon gewundert, dass Edith so lange gebraucht hat, bis sie in den Tresor geschaut hat. Misstrauisch wurde sie ja zum ersten Mal, als Heinrich sie nach der Hochzeit angesprochen hat, dass ausgerechnet sie so einen Mann geheiratet hat.
      Aber egal, lieber später als nie. Und was man nicht definitiv weis kann man bis dahin ja auch noch gut ignorieren.
      Überrascht war ich nur, dass ihr Rumschnüffeln ohne Folgen blieb. Habe stark damit gerechnet, dass der Sekretär sie verrät. Oder hat er es vielleicht nur die Reaktion von Maximilian blieb aus, weil er weiß, dass Edith eh keine Wahl mehr hat? Oder weil ihm bewusst ist, dass sie es eh irgendwann erfahren hätte. Hat hierzu eh schon lange gebraucht...

      dreamworx schrieb:

      Durch ihn erfährt sie zwar nicht allzu viel, bekommt allerdings die Information, dass er Edith noch 1946 bei der Unterzeichnung der Scheidungspapiere gesehen hat. Und dass Jules Cohn der Grund für das Zerwürfnis zwischen ihm und Edith war.

      Irgendwie habe ich das leise Gefühl, dass Maximilian irgendwie ganz leicht Edith nachtrauert, auch wenn er das nicht zugeben würde. Ist schon interessant. Ein so vermögender Mann mit gutem Namen und noch mehr Einfluss, konnte die Puppen tanzen lassen und sitzt jetzt einsam in seinem Palast. Der Alkohol, sein guter Freund. Irgendwie schon erschreckend traurig. Allerdings auch etwas gerecht.

      dreamworx schrieb:

      Ob Heinrich ihr das abgenommen hat?

      Hier wurde mir Heinrich mit seiner Spitzfindigkeit schon sehr unheimlich. Er stellt jede einzelne Veränderung an Edith fest, die noch nicht mal ihrem Mann auffällt. Andererseits hat er auch ein größeres Augenmerk auf Edith gerichtet als Maximilian.

      dreamworx schrieb:

      Er wird bei dem Ortsgruppenleiter vorstellig und erfährt, dass dieser ein Autoliebhaber ist und ihn fragt, ob er einige der in der Scheune eingelagerten Wagen der Partei zu Verfügung stellen kann. Paul willigt ein und betoniert danach erst einmal den Boden der Scheune, da darunter die ganzen Wertsachen versteckt sind, die er von den Juden in Verwahrung genommen hat.

      Das ist mal eine gute Idee, die Luke zuzubetonieren. Eigentlich hatte er bis jetzt eh schon Glück gehabt, dass ihm noch keiner auf die Schliche gekommen ist.

      dreamworx schrieb:

      Außerdem berichtete er ihr, dass Edith nach ihrem Besuch 1946 bei ihm noch zu Dora wollte.

      War Edith noch bei Dora, oder ist sie nie angekommen? Kann mir vorstellen, dass Edith vielleicht ihr Kind abholen wollte, Dora es aber nicht mehr hergeben wollte. Es kam zu einem Streit und das große Verwürfnis. Oder ging Edith vielleicht auch rein zufällig über die Klippen? Wäre ein Grund, warum sie nie wieder aufgetaucht ist und auch von Jules nicht gefunden wurde :-k

      dreamworx schrieb:

      Dora fühlt, dass Edith ihr etwas verschweigt, aber Paul macht Dora klar, dass sie das nur tut, um Dora zu schützen.



      Interessant ist die Angst, die mittlerweile auch bei Nichtjuden herrscht. Edith möchte Dora nichts über ihre Liebschaft erzählen um sie nicht zu gefährden. Und Dora will es im Gegenzug eben wegen dieser Gefahr auch nicht wissen. Kann man sich heutzutage nicht vorstellen. Wenn es die beste
      Freundin ist, vor allem bei so inniger Bindung wie bei Schwestern, dann möchte man doch alles wissen. Ein Schweigen der anderen zu akzeptieren wird schon schwierig, aber es nicht wissen wollen, wegen der Gefahr… kann man mit Sicherheit nur verstehen, wenn man diese Zeit damals miterlebt hat. Denn die Lösung: Ich weiß nichts, ich höre nichts, ich sehe nichts – ich bin unschuldig trifft gegenüber unbekannten Leuten zu. Aber bei einer mir nahestehenden Person würde ich gerne wissen, sehen und hören wollen, um einerseits die Person zu verstehen und um andererseits ihr ggf. helfen zu können. Doch helfen kann man überwiegend nur, wenn man die Gefahr kennt. :-k
      Ah, auch dieses mir aufgehende Fragezeichen hat sich mit weitere Seiten geklärt. Dora will schon wissen, was Edith auf dem Herzen hat. Aber sie drängt sie nicht. Macht sich aber dennoch ihre eigenen Gedanken.

      dreamworx schrieb:

      Er stellt Edith Informationen in Aussicht, wenn sie sich mit ihm einlässt.

      Warum habe ich irgendwie schon so etwas erwartet? Vielleicht weil diese Art der Überlegenheit schon in anderen Romanen/Filmen über diese Zeit aufgetaucht ist. Aber egal, es ist einfach zum :puker: :puker: :puker: Für das, dass er Edith liebt, kann ich auch nicht verstehen, was er mit diesem erzwungenem Stelldichein will. Aber sehr wahrscheinlich geht es ihm gar nicht um Liebe sondern einfach nur um den Besitz und seinem angekratzten Ego. Nach dem Motto, ich bin mächtig, ich bekomme was ich will!

      dreamworx schrieb:

      Leider erlebt Dora das nächste Trauma, denn Anastasia hört eines Morgens auf zu atmen.

      Das fand ich total schlimm. Ich habe mich so für Dora gefreut, als sie wieder schwanger wurde. War zwar irgendwie skeptisch, weil die Theorie von Anastasia ist Ediths Kind, nicht aufgegangen wäre. Als das Kind dann zur Welt kam habe ich mich um so mehr für Dora gefreut und in Gedanken überlegt, wie dies jetzt zum Prolog passen soll. Um so schlimmer dann dieses Ende. Ein totes Kind im Bett aufzufinden. Meine Güte, was hat Dora nur angestellt um so bestraft zu werden? Auch wenn ich innerlich schon so eine Vermutung hatte, weil das Kind sehr viel schlief, aber gewünscht hätte ich Dora einen anderen Verlauf. Wie soll es mit ihr nun weitergehen? Nach solchen Erfahrungen will man doch keinen dritten Versuch mehr starten geschweige denn zu Leben. Vor allem, wenn die beste Freundin noch dazu ein kleines gesundes Baby hat, was einen daran erinnert was man selber nicht mehr hat. Oje, Edith kann hier bestimmt nicht die gute Freundin sein, die ihr helfen kann. :cry:
      Habe diese Konstellation im eigenen Privatleben schon erlebt. Beide Freundinnen schwanger, die eine ein gesundes Baby, die andere eine Totgeburt. Die Freundschaft ging zu Ende, da die Nichtmutter den Anblick des Babys der anderen nicht ertragen konnte.
      Doch gut zu wissen, dass Dora auch diesen Schicksalsschlag irgendwie überstanden hat, da sie in der Gegenwart auch noch da ist, wenn auch traumatisiert.

      Jessy1963 schrieb:

      Das ist schon sehr unverschämt, bei Dr. Norton war er ja auch schon bereits gewesen. Ich fand gut, dass die Herren ihm doch deutlich eine Abfuhr erteilt haben

      Bei David war ich mir sicher, doch bei Dr. Norton war ich positiv überrascht. Habe eigentlich gedacht, dass er sich regelmäßig mit Tom austauscht über die Erfolge oder Nichterfolge seiner Frau. Um so positiver fand ich diese Erkenntnis, das er sich nicht einmal auf die Erpressung eingelassen hat. :thumleft:

      Jessy1963 schrieb:

      Ich finde das echt interessant zu lesen was aus den Leuten so geworden ist.

      Interessant, aber irgendwie ungerecht. Dora hat viele Schicksalsschläge erlitten und ist traumatisiert im Heim. Ihr Bruder hat viele Schicksale von Juden negativ beeinflusst und sitzt putz munter daheim. :wuetend: Und das schlimmste daran ist, dass so die Realität aussieht! :wuetend: :wuetend: :wuetend:

      buechereule schrieb:

      aber scheinbar hat er es geschafft alle Beweise, darunter wohl auch die silberne Ehrennadel der SS, verschwinden zu lassen.

      Entweder hat er es geschafft, oder sich entsprechend rausgeredet. Er konnte ja schon immer gut Reden und die Dinge so auslegen, wie er es gebraucht hat. Wie bereits Ediths Mutter erkannte: Er hat einen Charakter, der sich anzupassen weis! :twisted:
    • Schönen guten Morgen!

      Ja, das empfinde ich auch als hart, dass Dora so leiden muss und im Heim lebt, während es Wilhelm gut geht. Aber das ist sehr realistisch.

      Ich empfinde es auch als fürchterlich für Dora, dass sie wieder ihr Kind verliert, und dann noch so plötzlich. Das ist ein Schicksalsschlag, den sicher keiner so wegstecken kann. Es tut mir fürchterlich Leid für sie, und die ganze Situation ist einfühlsam geschildert, finde ich.

      Dr. Norton hat wirklich Charakter bewiesen und sich nicht erpressen lassen. Er hat sich verantwortungsvoll verhalten und die Schweigepflicht bewahrt. Carla kann ihm wirklich vertrauen.

      Das Knistern zwischen ihr und David hat mir sehr gefallen, es schleicht sich so leise und unaufdringlich ein und ist doch in jeder Zeile zu spüren.
      Ich lese gerade:
      "Serva III: Drachenfall" von Arik Steen (pausiert)
      "Das bisschen Hüfte, meine Güte" von Renate Bergmann
    • Kapitel 72-112

      Guten Morgen :winken: . Leider konnte ich die letzten Tage nicht lesen, Mittwoche hatten wir auch einen Todesfall in der Familie und da hatte ich natürlich keine Zeit. Gestern abend habe ich aber wieder angefangen und das Buch in einem Rutsch bis 3 Uhr nachts durchgelesen, ich konnte nicht mehr aufhören, sooooo spannend war das.


      Teufelsweib schrieb:

      Besonders interessant zu lesen in diesen Kapiteln waren wieder die Szenen bei den jüdischen Familien, die abermals sehr eindringlich geschildert werden. Die Erleichterung der Mutter, dass ihre Kinder in Sicherheit gebracht werden, kann man genauso gut nachvollziehen wie die Verzweiflung und die Ungewissheit darüber, dass die eigenen Kinder in ein fremdes Land gebracht werden, ohne zu wissen, ob man je wieder mit ihnen vereint sein wird.

      Schrecklich, einfach nur schrecklich, schon alleine der Gedanke daran, dass ich meine Kinder weggeben müsste in eine unbestimmte Zukunft, sie evtl nie wieder sehe, unvorstellbar. Man darf gar nicht drüber nachdenken, das ist der blanke Horror.

      Teufelsweib schrieb:

      Edith durchläuft in kürzester Zeit eine große Wandlung. Ihre anfängliche Gleichgültigkeit ist dem Tatendrang, Hilfe zu leisten und Gutes zu tun, gewichen. Es scheint, als haben Edith und Dora die Rollen getauscht.

      Ediths Entwicklung finde ich auch toll, habe ich ja schonmal geschrieben. Sie ist mein liebster Charakter aus dem ganzen Buch. Sie verliert Stück für Stück ihre Naivität und wird zu einer starken, mutigen Frau.

      Jessy1963 schrieb:

      Örgs, was für ein ekeliger Onkel. Da hast Du aber voll das Klischee rangenommen, liebe @Claire Winter ! Feinrippunterhemd mit Hosenträgern, ungepflegte Haare, schäbige Einrichtung, billiger Schnaps und die BILD-Zeitung samt Nackedei-Mädchen auf dem Tisch Herrlich. Sorry, aber da musste ich doch ein wenig grinsen.

      Genau das habe ich auch gedacht, aber das passt auch 100% zu dem Bild das man von ihm hatte, einfach nur ein richtiger Widerling.

      €nigma schrieb:

      Bei Wilhelm hatte ich immer den Schauspieler Bernd Michael Lade vor Augen.

      Den Schauspieler kannte ich auch nicht, hab gleich mal gegoogelt, ich finde auch der würde sehr gut passen. Komischerweise habe ich bei diesem Buch öfter an Schauspieler gedacht, ich könnte mir wirklich sehr gut vorstellen, dass das Buch verfilmt wird. Sowas denke ich selten beim Lesen.

      Claire Winter schrieb:

      Ein sehr interessantes Buch ist übrigens das "Nürnberger Tagebuch" von Gustave M.

      Danke für den Tipp, das habe ich mir gleich mal bestellt, ich interessiere mich sehr für diese Zeit und habe schon viele Bücher gelesen, aber noch keines aus dieser Sicht.

      Emili schrieb:

      Sehr spannend war die Szene, als Edith die Sachen in Maximilians Zimmer durchsucht. Da musste ich schon den Atem anhalten

      Ja ich auch, ich dachte die ganze Zeit gleich kommt einer rein :shock: . Und als Johann sie dann erwischt hat, dachte ich jetzt ist es vorbei, der konnte sie ja eh nicht leiden.

      Emili schrieb:

      Nun weiß man, dass Edith ein Kind von Jules bekommt. Ganz schön verstrickt das Ganze.
      Und Dora ist auch schwanger. Was man der Frau von ganzem Herzen wünscht.

      Darüber habe ich mich auch total gefreut, die Protagonisten sind so plastisch dargestellt, dass ich echt total mit ihnen gefühlt und gelebt habe. :thumleft:

      Emili schrieb:

      und ganz am Ende des Abschnitts, als Doras Kind was passiert.

      Also das hat mich auch echt geschockt, ich hatte es ihr so gewünscht und dann sowas. Ein Albtraum. Wie schlimm muss das auch für ihren Mann gewesen sein, er hatte ja Angst, dass er seine Frau nun auch noch verliert wenn sie noch einen Selbstmordversuch unternimmt.

      Jessy1963 schrieb:

      Die Showmasterin hat dann das Publikum gefragt, wer denn ohne diesen Mann nicht da wäre soll aufstehen. Und da stand das ganze Publikum auf. Leider weiss ich keine Namen mehr, aber es war sehr eindrücklich. Auch die Reaktion des Mannes.

      Das habe ich auch mal irgendwie gesehen, war das in die 25... auf RTL? Das war so rührend, wie toll muss das für ihn gewesen sein zu sehen was er geschafft hat. :love:

      Jessy1963 schrieb:

      €nigma schrieb:

      Jessy1963 schrieb:
      Edith erzählt Dora nichts von ihren Aktivitäten und die Hilfe für die jüdischen Familien. Und auch nicht von ihren Gefühlen für Jules.

      Das finde ich auch sehr viel klüger. Die einzige vernünftige Methode etwas geheimzuhalten, ist es, es mit sich selbst auszumachen. Selbst die beste und wohlmeinendste Freundin könnte unbeabsichtigt etwas ausplaudern, was in Ediths Fall wirklich lebensgefährlich gewesen wäre.

      Vom Prinzip her hast Du recht. Aber einer besten Freundin kann man alles erzählen finde ich. Also ich konnte und kann das immer. Allerdings kann man das heute natürlich nicht mit den Zeiten von damals vergleichen. Aber die beiden kennen sich so viele Jahre... Ich habe da eher das Herz auf der Zunge. Etwas "mit mir selbst ausmachen" war noch nie so mein Fall. Aber da ist ja auch jeder anders.

      Edith wollte damit Jules und seine Freunde schützen, denn selbst wenn Dora ihr versprochen hätte nichts zu sagen, unter Folter hätte sie ihr Versprechen sicher nicht halten können... Da musste man genau aufpassen wem man was erzählt hat, sonst konnte das ganz schnell nach hinten losgehen.

      Schüsselchen schrieb:

      Claire Winter schrieb:
      Ja, vielen ging es bestimmt so, umso bewundernswerter finde ich auch die Leute, die - selbst wenn es nur kleinste Dinge waren - trotzdem geholfen haben.

      Ich empfinde auch den größten Respekt für die ganzen Helden dieser Zeit, ich weiß nicht, wie ich mich verhalten hätte, und ich möchte es auch niemals erfahren müssen. Soviel Mut den sie aufgebracht haben, obwohl sie von den Konsequenzen wussten.

      Schüsselchen schrieb:

      Und was man nicht definitiv weis kann man bis dahin ja auch noch gut ignorieren.

      Ja ich denke auch sie wollte einfach nicht wahrhaben, dass doch nicht alles so perfekt ist, wie Edith es sich vorgestellt hatte, aber Maximilian hat das ja auch geschickt eingefädelt mit der schnellen Hochzeit. Sie kannte ihn ja noch gar nicht so richtig. Außerdem wollte sie zuerst auch gar nicht wahrhaben das irgendwas nicht stimmt.
      Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel herausgucken.

      Georg Christoph Lichtenberg
    • buechereule schrieb:

      Wie auch ihr Vater behauptet auch Wilhelm, dass Edith 1943 gestorben sei.

      Wilhelm lügt zumindest nicht, sondern weiß es nicht besser. Die meisten Leute mussten nach 1943 glauben, dass Edith an ihrer Lungenentzündung verstorben sei.

      Schüsselchen schrieb:

      doch bei Dr. Norton war ich positiv überrascht. Habe eigentlich gedacht, dass er sich regelmäßig mit Tom austauscht über die Erfolge oder Nichterfolge seiner Frau. Um so positiver fand ich diese Erkenntnis, das er sich nicht einmal auf die Erpressung eingelassen hat.

      Ich weiß nicht, warum die anderen Mitleser Dr.Norton etwas unterstellen woll(t)en. Ich bin gleich davon ausgegangen, dass er sei Berufs-Ethos nicht verletzt und es nicht riskieren wird, wegen Tom seine Approbation zu verlieren.

      melsun schrieb:

      Den Schauspieler kannte ich auch nicht

      Das wundert mich, er ist doch ziemlich bekannt. :-k
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
    • buechereule schrieb:

      Dabei fällt ihr auf, dass ihr Mann Dokumente in einen Tresor einschließt. Da muss sie sicherlich mal nachschauen, Edith ist doch neugierig. Wäre ich auch an ihrer Stelle. Hoffentlich wird sie nur nicht erwischt.

      Im Grund hat Edith ja immer geahnt, dass ihr Maximilian etwas verheimlich, aber nun wird es immer mehr zu einer drängenden Gewissheit ...

      buechereule schrieb:

      Damit genug für heute von mir. Die Kapitel haben mir wieder sehr gefallen und ich finde sie richtig gut geschrieben. Die Perspektivwechsel zwischen Edith, Jules und Carla machen die Handlung richtig spannend und ich kann das Buch heute kaum aus der Hand legen.

      Vielen Dank! Mir hat dieser Wechsel der Perspektiven beim Schreiben auch viel Spaß gemacht ... :)

      Schüsselchen schrieb:

      ch denke, wer und wieviel geholfen hat hängt bestimmt auch damit zusammen, wer was zu verlieren hat. Jules hat nichts mehr zu verlieren. Ihm wurde bereits alles genommen. Auch Angehörige hat er nicht, die es zu schützen galt. Von dem her kann er mehr Risiko eingehen, als vielleicht ein manch anderer, der Angst hätte, mit seinen Taten seine Kinder etc. in Gefahr zu bringen. Für sich selbst eine Gefahr einzugehen ist doch etwas anderes als wenn man noch für andere Verantwortlich ist.

      Damit hast du bestimmt recht. Zumindest bei den meisten, denn man hat ja instinktiv das Bedürfnis, die Menschen zu schützen, die einem nahestehen und die man liebt.

      Schüsselchen schrieb:

      Irgendwie habe ich das leise Gefühl, dass Maximilian irgendwie ganz leicht Edith nachtrauert, auch wenn er das nicht zugeben würde. Ist schon interessant. Ein so vermögender Mann mit gutem Namen und noch mehr Einfluss, konnte die Puppen tanzen lassen und sitzt jetzt einsam in seinem Palast. Der Alkohol, sein guter Freund. Irgendwie schon erschreckend traurig.

      Ja, Maximilian hat Edith zumindest nie vergessen. Aber am Ende seines Lebens bleibt ihm, der sich immer nur für seine eigenen Interesse eingesetzt hat, zwar sein materieller Wohlstand, aber sonst sehr wenig, denn er ist - wie du es schon sagst - ein einsamer Mann ...

      Schüsselchen schrieb:

      Interessant ist die Angst, die mittlerweile auch bei Nichtjuden herrscht. Edith möchte Dora nichts über ihre Liebschaft erzählen um sie nicht zu gefährden.

      Das war damals auch so. Im Grunde konnte man niemandem mehr in diesem System von Bespitzelung und Blockwarten vertrauen. Erschreckend ist übrigens trotzdem, wie breitwillig ein großer Teil der Bevölkerung bereit war, seine Nachbarn und Bekannte zu denunzieren. Hitler selbst hat sich über diese Mentalität seiner Landsleute einmal beschwert. Das lässt ziemlich tief blicken, finde ich.

      Schüsselchen schrieb:

      Für das, dass er Edith liebt, kann ich auch nicht verstehen, was er mit diesem erzwungenem Stelldichein will. Aber sehr wahrscheinlich geht es ihm gar nicht um Liebe sondern einfach nur um den Besitz und seinem angekratzten Ego. Nach dem Motto, ich bin mächtig, ich bekomme was ich will!

      Ja, so sehe ich das auch. Heinrich ist besessen von Edith, gerade weil sie ihn nicht will, wird es für ihn eine immer fixere Idee, sie zu bekommen. Liebe kann man das sicherlich nicht nennen, aber die Frage ist auch, ob ein Mensch wie er überhaupt dazu fähig wäre.

      Schüsselchen schrieb:

      buechereule schrieb:
      aber scheinbar hat er es geschafft alle Beweise, darunter wohl auch die silberne Ehrennadel der SS, verschwinden zu lassen.

      Entweder hat er es geschafft, oder sich entsprechend rausgeredet. Er konnte ja schon immer gut Reden und die Dinge so auslegen, wie er es gebraucht hat. Wie bereits Ediths Mutter erkannte: Er hat einen Charakter, der sich anzupassen weis!

      Maximilan war ja immer strategisch und intelligent genug, vorauszudenken und sich nicht selbst zu belasten. Deshalb wird er von dem Augenblick an, als klar war, dass Deutschland den Krieg verloren hat, alle Vorkehrungen getroffen haben, damit man ihn so wenig wie möglich belasten kann ...

      Buchfresser schrieb:

      Ja, das empfinde ich auch als hart, dass Dora so leiden muss und im Heim lebt, während es Wilhelm gut geht. Aber das ist sehr realistisch.

      Mir fiel das auch beim Schreiben nicht leicht, mehr dazu vielleicht noch mal im letzten Abschnitt, um nichts zu verraten. :study:

      Buchfresser schrieb:

      Das Knistern zwischen ihr und David hat mir sehr gefallen, es schleicht sich so leise und unaufdringlich ein und ist doch in jeder Zeile zu spüren.

      Oh, ich freue mich, dass du das schreibst, denn das war mir ganz wichtig, das genau so zu erzählen ... :)

      melsun schrieb:

      Schrecklich, einfach nur schrecklich, schon alleine der Gedanke daran, dass ich meine Kinder weggeben müsste in eine unbestimmte Zukunft, sie evtl nie wieder sehe, unvorstellbar. Man darf gar nicht drüber nachdenken, das ist der blanke Horror.

      Nein, das ist einfach nur furchtbar! Ich glaube, ich habe es hier schon einmal in einem der Beiträge geschrieben, aber mich hat dieses Thema beim Recherchieren auch total mitgenommen.

      melsun schrieb:

      Danke für den Tipp, das habe ich mir gleich mal bestellt, ich interessiere mich sehr für diese Zeit und habe schon viele Bücher gelesen, aber noch keines aus dieser Sicht.

      Freut mich. Gerne! :)

      melsun schrieb:

      Also das hat mich auch echt geschockt, ich hatte es ihr so gewünscht und dann sowas. Ein Albtraum. Wie schlimm muss das auch für ihren Mann gewesen sein, er hatte ja Angst, dass er seine Frau nun auch noch verliert wenn sie noch einen Selbstmordversuch unternimmt.

      Das ist für ihn auch ganz schrecklich, gerade weil er Dora so liebt. Diese Erlebnisse sind deshalb auch ein Schlüssel, um zu verstehen, was später in seinem Leben passiert.
    • melsun schrieb:

      @€nigma ich kenne den nicht, weil ich auch nur wenig TV schau. Irgendwie langweilt mich das, da nehm ich mir lieber ein Buch zur Hand.

      Ich sehe auch nicht viel fern, aber den "Tatort" lasse ich mir schon seit Jahrzehnten nur ungern entgehen. In letzter Zeit schalte ich allerdings öfter mal aus, da es z.T. eine einzige Zumutung ist.
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
    • @melsun
      Mein herzliches Beileid :friends:

      Schüsselchen schrieb:

      Ich denke, wer und wieviel geholfen hat hängt bestimmt auch damit zusammen, wer was zu verlieren hat. Jules hat nichts mehr zu verlieren. Ihm wurde bereits alles genommen. Auch Angehörige hat er nicht, die es zu schützen galt. Von dem her kann er mehr Risiko eingehen, als vielleicht ein manch anderer, der Angst hätte, mit seinen Taten seine Kinder etc. in Gefahr zu bringen. Für sich selbst eine Gefahr einzugehen ist doch etwas anderes als wenn man noch für andere Verantwortlich ist. Und so erging es auch Jules. Er war gar nicht davon begeistert, dass Edith mitmachen will. Er möchte sie in Sicherheit wissen und sich nicht sorgen müssen.
      das fand ich auch interessant. Als Edith noch nicht dabei war, hat er ihr ihren Lebensstil im Prinzip krumm genommen, als sie allerdings helfen wollte, da wollte er sie der Gefahr nicht aussetzen. Was aber auch verständlich ist. Er liebte ja die Frau. Da wurde ihm bewusst, was er verliert, sollte es mit ihr was geschehen.

      Schüsselchen schrieb:

      Ein so vermögender Mann mit gutem Namen und noch mehr Einfluss, konnte die Puppen tanzen lassen und sitzt jetzt einsam in seinem Palast. Der Alkohol, sein guter Freund. Irgendwie schon erschreckend traurig. Allerdings auch etwas gerecht.
      dass der Maximilian nun den Lebensabend allein verbringt, und sein einziger Freund Alkohol ist, fand ich ganz in Ordnung. Er hat mit seinem Verhalten dazu beigetragen, dass sein Alter so aussieht, wie es nun aussieht. Es geht ihm noch zu gut, find ich :-,
      2017: Bücher: 180/Seiten: 72 444
      2016: Bücher: 177/Seiten: 74 766
      ------------------------------
      "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"
      Dalai Lama
    • Kapitel 88-99

      Ich komme jetzt endlich wieder zum Schreiben. Meine Mama hatte gestern große Geburtstagsfeier und ich war ziemlich eingeteilt, sodass ich die letzten zwei Tage nicht mal ins Buch schauen konnte.

      dreamworx schrieb:

      Edith trifft auf Heinrich, wieder in der italienischen Botschaft auf einem Fest, und versucht, ihn glauben zu machen, dass sie inzwischen eine ähnliche Gesinnung hat wie er. Wie schwer muss ihr das fallen, wo sie doch mit Jules zusammen ist. Ob Heinrich ihr das abgenommen hat?

      Heinrich beobachtet Edith so unglaublich genau und kann sie anscheinend ziemlich gut deuten. Ich glaube, in der Botschaft ist er nicht hundertprozentig auf sie hereingefallen, aber als er sie dann auf der Straße trifft, denke ich schon. Sie versucht ja Heinrich auszuhorchen, um Informationen für die Gruppe um Jules zu bekommen. Also hilft sie ja Jules am Ende damit und das macht es ihr sicher leichter.

      dreamworx schrieb:

      Das Buch ist einfach sensationell, ich liebe es immer mehr und werde es bestimmt immer wieder empfehlen und auch an gute Freundinnen verschenken, weil ich weiß, dass auch sie solche schönen Romane sehr lieben.

      Da kann ich mich nur anschließen! Ich hatte vorgestern Besuch von zwei lesenden Freundinnen, da hat es eine davon bereits auf ihrer Wunschliste :) .

      Schüsselchen schrieb:

      Warum hat eigentlich Jules nicht schon eher nach Edith gesucht? Sie hätten ja noch eine schöne Zeit haben können. Jetzt erst im Alter nach ihr zu suchen hat irgendetwas verzweifelndes an sich. Ist er vielleicht krank und hat nicht mehr lange zu leben und möchte deshalb noch einmal Edith treffen?

      Vielleicht wusste er auch einfach nicht, wo er mit seiner Suche ansetzen sollte? Ich habe den Eindruck, es wurde ziemlich gefinkelt eingefädelt, dass niemand weiß, wo Edith abgeblieben ist. Bin schon gespannt, wie es weitergeht!

      Schüsselchen schrieb:

      Irgendwie habe ich das leise Gefühl, dass Maximilian irgendwie ganz leicht Edith nachtrauert, auch wenn er das nicht zugeben würde. Ist schon interessant. Ein so vermögender Mann mit gutem Namen und noch mehr Einfluss, konnte die Puppen tanzen lassen und sitzt jetzt einsam in seinem Palast. Der Alkohol, sein guter Freund. Irgendwie schon erschreckend traurig. Allerdings auch etwas gerecht.

      Edith war wohl doch etwas Besonderes für ihn, so wie er über sie redet. Er war richtig fasziniert von ihr. Ich bin jetzt mal böse, aber ich finde das wirklich gerecht und überhaupt nicht traurig!

      Schüsselchen schrieb:

      Hier wurde mir Heinrich mit seiner Spitzfindigkeit schon sehr unheimlich. Er stellt jede einzelne Veränderung an Edith fest, die noch nicht mal ihrem Mann auffällt. Andererseits hat er auch ein größeres Augenmerk auf Edith gerichtet als Maximilian.

      Da hat mir Heinrich auch ziemlich Angst gemacht. Ich muss sagen, ich finde es immer etwas unheimlich, sowas in Büchern zu lesen. Also dass jemand einen anderen aufgrund von dessen Verhalten so genau deuten kann. Ich selbst hab so eine Beobachtungsgabe überhaupt nicht und bin da extrem oberflächlich :pale: . Deshalb finde ich den Gedanken, dass jemand mich so genau deuten könnte echt gruselig....

      Claire Winter schrieb:

      Vielen Dank! Mir hat dieser Wechsel der Perspektiven beim Schreiben auch viel Spaß gemacht ...

      Jetzt bin ich neugierig: Hast du das Buch so in der Reihenfolge geschrieben, wie wir es jetzt lesen oder das erst im Nachhinein so aufgeteilt mit den Zeitsprüngen zwischen 1975 und der Kriegszeit?

      @melsun: Mein herzliches Beileid!
      Ich lese gerade

      “Words are pale shadows of forgotten names. As names have power, words have power. Words can light fires in the minds of men. Words can wring tears from the hardest hearts.”
      ― Patrick Rothfuss, The Name of the Wind
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