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Teil 3: Abschnitte 72 bis 112 (Seiten 296-438)

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    • Bitte nicht wundern, dass ich zur Zeit nicht poste. Aber in den letzten Tagen war viel los und morgen gibt es dann auch wieder einen Beitrag zum Buch. Ich kam einfach nicht zum Lesen.
      Liebe Grüße von der buechereule :winken:

      Im Lesesessel
      Kein Schiff trägt uns besser in ferne Länder als ein Buch!
      (Emily Dickinson)

      Mein Buchblog: Wörterkatze
      aktueller Beitrag:


      2017: 084/28.874 SuB: 2.045 (B/E/H:1.770/256/19)
    • ArisA schrieb:

      Tom steht vor ihm. Ich frag mich was er wohl von David will.

      Diese Frage beschäftigt mich auch. Will er David einschüchtern? Oder Carla zurückgewinnen? Egal was, definitiv ist der Hintergrund seine Karriere, die nicht ruiniert werden darf!

      ArisA schrieb:

      Denn wenns "nur" eine Affäre zwischen den Beiden war, find ich das nicht so tragisch, dass man grad alles verheimlichen muss.

      Für die Nazis ist so eine Affäre ganz schlimm, aber Dora steht doch eigentlich über diesem Rassismus. Ursprünglich hat sie ja auch für Jules geschwärmt. Von dem her verstehen ich im Moment auch nicht, warum Edith totgeschwiegen wird. Es sei denn, sie haben vor der Rache von Maximilian Angst. Und ein Kontakt zu Edith könnte dann Maximilian auf die Fährte zu dem Kind bringen. Also kein Kontakt, um Anastasia zu schützen. :-k

      Teufelsweib schrieb:

      Besonders interessant zu lesen in diesen Kapiteln waren wieder die Szenen bei den jüdischen Familien, die abermals sehr eindringlich geschildert werden. Die Erleichterung der Mutter, dass ihre Kinder in Sicherheit gebracht werden, kann man genauso gut nachvollziehen wie die Verzweiflung und die Ungewissheit darüber, dass die eigenen Kinder in ein fremdes Land gebracht werden, ohne zu wissen, ob man je wieder mit ihnen vereint sein wird.

      Dieser Abschnitt ging mir auch völlig unter die Haut. Ein schwerer Schritt für die Mutter, die weis was es bedeutet. Aber auch für die Kinder, wenn sie irgendwann erkennen, dass die Mutter doch nicht mehr nachkommt. Schlimm, hier ging es nur noch ums nackte Überleben. Auf Gefühle konnte keine Rücksicht genommen werden :cry:

      Claire Winter schrieb:

      Übrigens war etwas, das ich besonders reizvoll und spannend am Schreiben dieses Romans fand, auch diese Möglichkeit, die Menschen auf der einen Seite jung mit ihren Träumen, Wünschen und Vorstellungen und auf der anderen Seite dann später zu erzählen, was aus ihnen als ältere Menschen geworden ist.

      Das ist in der Tat eine sehr interessante Komponente im Buch. Wenn auch die Zukunft für manch einen nicht so rosig aussieht, wie man sie demjenigen gerne gewünscht hätte.
    • Jessy1963 schrieb:

      Und sie erzählen das in einem Tonfall und so emotionslos als würden sie davon berichten wie sie am Wochenende ihren Garten umgegraben hätten. Ich fand das unglaublich. Aber wie gesagt, sie sahen alle genauso aus. Hier bspw. erörtert einer Tötungen in Treblinka. Mit seinem Zeigestock wie ein Erdkundelehrer. Singt sogar noch stolz ein Lied vorher. Unfassbar. Ich habe schon oft gedacht ob die überhaupt je begriffen haben was genau sie da getan haben ? Suchten sie diese Bilder nie nachts in ihren Träumen heim ?

      Vielen Dank für den Link. Ich habe sogar schon kurz reingeschaut - unfassbar! - Die Psychologie der Täter ist etwas, das mich auch sehr beschäftigt, nicht nur bei meinen Recherchen war das sondern eigentlich geht mir das jedes Mal so, wenn ich mich mit dem Thema beschäftige, weil man es einfach nicht begreifen kann. Ein sehr interessantes Buch ist übrigens das "Nürnberger Tagebuch" von Gustave M. Gilbert, der als Gerichtspsychologe die Angeklagten während der Nürnberger Prozesse betreut hat, auch in vielen privaten Gesprächen unter vier Augen. Seine Aufzeichnungen spiegeln sehr klar die zynische Mentalität und den Charakter der Angeklagten.

      €nigma schrieb:

      Jessy1963 schrieb:
      Edith stelle ich mir immer so vom Typ her vor wie Marlene Dietrich
      Das ist bei mir ähnlich, allerdings mit dunklen Haaren.

      Ja, so habe ich sie mir auch immer beim Schreiben vorgestellt, vielleicht noch etwas verletzlicher wirkend als Marlene Dietrich, aber ihr Typ trifft es absolut!

      katzerl schrieb:

      Ich frag mich immer noch, warum Carlas Eltern ihr nie von dieser Zeit erzählt haben. Ich meine, von seiner besten Kindheitsfreundin und wie man aufgewachsen ist, spricht man doch mal, oder?

      Diese Frage stellst du zurecht. Auf jeden Fall würde man das machen, vor allem wenn man so eng befreundet war und sich innerlich so nah stand wie Dora und Edith ...

      buechereule schrieb:

      Bitte nicht wundern, dass ich zur Zeit nicht poste. Aber in den letzten Tagen war viel los und morgen gibt es dann auch wieder einen Beitrag zum Buch. Ich kam einfach nicht zum Lesen.

      Das ist doch das Schöne an einer Leserunde, finde ich, dass jeder in seinem eigenen Tempo lesen kann und manchmal hat man halt mal weniger Zeit ... :)

      Schüsselchen schrieb:

      Für die Nazis ist so eine Affäre ganz schlimm, aber Dora steht doch eigentlich über diesem Rassismus. Ursprünglich hat sie ja auch für Jules geschwärmt. Von dem her verstehen ich im Moment auch nicht, warum Edith totgeschwiegen wird. Es sei denn, sie haben vor der Rache von Maximilian Angst. Und ein Kontakt zu Edith könnte dann Maximilian auf die Fährte zu dem Kind bringen. Also kein Kontakt, um Anastasia zu schützen.

      Und ich darf jetzt wieder nichts sagen... ! :)

      Schüsselchen schrieb:

      Das ist in der Tat eine sehr interessante Komponente im Buch. Wenn auch die Zukunft für manch einen nicht so rosig aussieht, wie man sie demjenigen gerne gewünscht hätte.

      Ja, das stimmt, manchmal fühle ich mich in diesem Bezug auch beim Schreiben hin- und hergerissen, aber das Leben ist ja leider auch bei vielen wirklich so, dass nicht alles genau so verläuft wie man es sich wünscht und erhofft.
    • bittersweetlight schrieb:

      Die Entwicklung von Edith finde ich sehr glaubhaft dargestellt. Ihr Leben in der "Parallelgesellschaft", zwischen etlichen Banketten, Festen und dem Pomp hat sie sich genauso leer gefühlt wie damals im Café, wo ihr klar wurde, dass sie nicht zur Schauspielerin geboren ist. Dass diese Festlichkeiten immer mit hohen Vertretern des NS-Regime, mit denen Maximilian super Geschäfte trieb, einhergingen, ließ sie dann zur Schauspielerin im richtigen Leben werden. Maximilians Trophäe, glanzvoll, aber nur netter Beischmuck.
      das hast du sehr treffend formuliert :thumleft:

      Bis zum Kapitel 113

      Das Jules- Kapiteln in dem Abschnitt fand ich sehr spannend. Edith ist nun bei der Hilfsorganisation mit dabei. Die Entwicklung, die Jules und Edith in ihrer Beziehung erleben, hat mir gefallen, aber auch ein wenig überrascht. Obwohl ich davon ausging, dass die zusammen kommen, war ich mir dennoch nicht sicher.
      Sehr spannend war die Szene, als Edith die Sachen in Maximilians Zimmer durchsucht. Da musste ich schon den Atem anhalten :wink:
      Und sehr gut gefallen hat mir die Doras Ehrlichkeit, als sie sagte, dass sie nicht so mutig wäre, in dieser Zeit das Risiko einzugehen, den Juden zu helfen. Sie hat zwar schon einmal bewiesen, dass sie zu einer mutigen Tat fähig ist, doch damals handelte sie spontan. Wohl überlegt, würde sie es nicht tun. Ich weiß nicht, mir gefällt es, wenn die Charaktere menschlich dargestellt werden, mit ihren Schwächen und Stärken.
      Stark fand ich die Szene, als Carla Maximilian besucht hat, und er sein wahres Gesicht gezeigt hat, als er hasserfüllt sagte: Ja, wegen dieses Juden!" Da konnte man als Leser wieder mal so richtig entrüstet sein.
      Nun weiß man, dass Edith ein Kind von Jules bekommt. Ganz schön verstrickt das Ganze.
      Und Dora ist auch schwanger. Was man der Frau von ganzem Herzen wünscht.
      Den ganzen Abschnitt fand ich eigentlich Klasse: da könnte ich die Szene mit den Autos und Paul nennen, die Seiten flogen nur so dahin. Ich habe mir große Sorgen gemacht, dass Pauls Versteck gefunden wurde,oder als Edith ein Mädchen geboren hat und ganz am Ende des Abschnitts, als Doras Kind was passiert.
      Wie gesagt diesen Abschnitt habe ich schneller durchgelesen, als ich mir Notizen machen konnte. :uups:
      Bitte entschuldigt das Durcheinander in meinem Beitrag. Zu viele Emotionen und geringe Eloquenz passen nicht zu zusammen. O:-)
      Ich kann nur sagen, dass dies wahrscheinlich der beste Abschnitt in ganzem Buch war.
      2017: Bücher: 181/Seiten: 72 744
      2016: Bücher: 177/Seiten: 74 766
      ------------------------------
      "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"
      Dalai Lama
    • Kapitel 76 bis 82

      Claire Winter schrieb:

      Ein sehr interessantes Buch ist übrigens das "Nürnberger Tagebuch" von Gustave M. Gilbert, der als Gerichtspsychologe die Angeklagten während der Nürnberger Prozesse betreut hat, auch in vielen privaten Gesprächen unter vier Augen.

      Vielen Dank für den Tipp ! Ich habe mir das Buch mal gleich auf die Wunschliste gesetzt. Das finde ich sehr interessant.

      Teufelsweib schrieb:

      Edith durchläuft in kürzester Zeit eine große Wandlung. Ihre anfängliche Gleichgültigkeit ist dem Tatendrang, Hilfe zu leisten und Gutes zu tun, gewichen. Es scheint, als haben Edith und Dora die Rollen getauscht.

      Stimmt, so habe ich das noch gar nicht gesehen. So ist es.

      ArisA schrieb:

      Was ich eigentlich noch zu den Kindern sagen wollte, die nach England "geschickt" werden. Erst kürzlich hab ich einen Show-Ausschnitt gesehen (leider weiss ich nicht mehr welche Show es war). Eine Frau hat auf dem Dachboden Fotos von Kindern gefunden mit Briefen von Eltern, die diese adobtiert haben. Sie hat rausgefunden, dass er im Krieg über 100 Kindern geholfen hat nach England zu kommen. Und so hat sie das einer Show mitgeteilt und die haben dann Nachkommen dieser Kinder zur Show eingeladen und die Frau hat ihren Mann mitgenommen. Die Showmasterin hat dann das Publikum gefragt, wer denn ohne diesen Mann nicht da wäre soll aufstehen. Und da stand das ganze Publikum auf. Leider weiss ich keine Namen mehr, aber es war sehr eindrücklich. Auch die Reaktion des Mannes.

      Wie berührend ! Sowas finde ich toll.


      Edith besucht oft die jüdischen Familien, hilft mit Lebensmitteln und liest den Kindern Geschichten vor. Anfangs findet das Jules ehr nicht gut da er auch Angst hat, dass man sie damit die gebildete Hilfegruppe in Gefahr bringt aber Edith lässt sich nicht abbringen. Sie verlieben sich ineinander. Jules gelingt es ein Visum für die drei Mädchen der Familie Lichstein zu besorgen, leider nur für die Kinder.
      Dora fühlt ich in dem Gartenhaus sehr wohl, sie erholt sich langsam wieder. Die Freundinnen treffen sich nach wie vor. Allerdings erscheint imho hier zum ersten Mal ein kleiner "Riss". Edith erzählt Dora nichts von ihren Aktivitäten und die Hilfe für die jüdischen Familien. Und auch nicht von ihren Gefühlen für Jules.
      Obwohl wenn ich es mir recht überlege war der Riß eigentlich vorher schon da. Dora hatte Edith auch nicht erzählt wie schlecht es ihr ging bevor sie von der Brücke springen wollte.

      Edith kramt heimlich im Tresor bei Maximilian und findet sowohl eine Ehrennadel als auch Papiere welche belegen dass dieser die Nazs schon sehr lange, bereits schon vor dem Machtantritt, unterstützt hat. Das entsetzt sie sehr.
      Heinrich Raven indes ist noch immer dran an Edith und versucht durch Auskünfte über ihren Mann irgendwelche Dinge zu entdecken die gegen ihn verwendet werden könnten. das gelingt im nicht aber ich denke, er wird da nicht aufgeben.
      "Das große Glück ist die Summe kleiner Freuden." (Andreas Tenzer)
    • Jessy1963 schrieb:

      Heinrich Raven indes ist noch immer dran an Edith und versucht durch Auskünfte über ihren Mann irgendwelche Dinge zu entdecken die gegen ihn verwendet werden könnten. das gelingt im nicht aber ich denke, er wird da nicht aufgeben.

      Und ich fürchte, im Zweifelsfall wird einfach Edith als Schwachstelle herhalten müssen. :(
      Ich lese gerade

      “Words are pale shadows of forgotten names. As names have power, words have power. Words can light fires in the minds of men. Words can wring tears from the hardest hearts.”
      ― Patrick Rothfuss, The Name of the Wind
    • Emili schrieb:

      Sehr spannend war die Szene, als Edith die Sachen in Maximilians Zimmer durchsucht. Da musste ich schon den Atem anhalten

      Dieser Sekretär Johann scheint immerhin Maximilian nicht verraten zu haben, dass er dessen Frau in seinem Arbeitszimmer erwischt hat.

      Jessy1963 schrieb:

      Edith erzählt Dora nichts von ihren Aktivitäten und die Hilfe für die jüdischen Familien. Und auch nicht von ihren Gefühlen für Jules.

      Das finde ich auch sehr viel klüger. Die einzige vernünftige Methode etwas geheimzuhalten, ist es, es mit sich selbst auszumachen. Selbst die beste und wohlmeinendste Freundin könnte unbeabsichtigt etwas ausplaudern, was in Ediths Fall wirklich lebensgefährlich gewesen wäre.
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
    • Anmerkungen bis Kapitel 83

      Jessy1963 schrieb:

      Ich vermute mal, dass Anastasia die Tochter von Edith und Jules ist und nicht von Dora und Paul. Das Kind wäre nach Hitlers Gesetzen Halbjüdin gewesen. Vielleicht hat Edith sie ihnen aus Sicherheitsgründen "überlassen." Und dieser Heinrich hat ihr später in Cornwall genau das gesagt, dass ihre vermeintlichen Eltern nicht ihre Eltern sind. Das würde diese überstürzte Flucht und das Abtauchen samt Nachforschungen in Berlin über die Theussenbergs auch erklären.

      Genau das vermute ich auch.

      Claire Winter schrieb:

      Ja, das was bis jetzt nur befürchtete Vermutung war, wird hier nun endgültig zur bitteren Gewissheit für Edith und das ist wirklich ein schrecklicher Moment für sie.

      Es ist ja nicht nur so das er die Nazis mit hohen Summen unterstützt, sondern dies auch schon getan hat bevor sie überhaupt an der totalen Macht waren. So hat er sich natürlich schon frühzeitig ihr wohlwollen gesichert. Dadurch erklärt sich auch warum ihn keiner belästigt von wegen "Warum bist du nicht in der Partei?"

      bittersweetlight schrieb:

      Die Entwicklung von Edith finde ich sehr glaubhaft dargestellt. Ihr Leben in der "Parallelgesellschaft", zwischen etlichen Banketten, Festen und dem Pomp hat sie sich genauso leer gefühlt wie damals im Café, wo ihr klar wurde, dass sie nicht zur Schauspielerin geboren ist. Dass diese Festlichkeiten immer mit hohen Vertretern des NS-Regime, mit denen Maximilian super Geschäfte trieb, einhergingen, ließ sie dann zur Schauspielerin im richtigen Leben werden. Maximilians Trophäe, glanzvoll, aber nur netter Beischmuck.

      Stimmt, so beschreibt sie es selbst immer wieder. Ich kann mir auch gut vorstellen dass sie aus dieser Rolle gar nicht mehr richtig rausgekommen ist und ihr gar nicht mehr klar war mit wem sie sich da ständig (gezwungenermaßen) umgibt...

      Jessy1963 schrieb:

      Wilhelm sagt ja auch zu Dora als er sah dass sie die Bilder bemerkt hatte "Das war meine beste Zeit" Absolut, er war vorher ein Nichts und hinterher ein Nichts. Wie so viele aus dieser Zeit.

      Zur Zeit der Nazis hatten genau solche Menschen ja plötzlich Möglichkeiten die sie sich gar nicht erträumt hätten. Das war ja auch ein Teil der Propaganda, nur haben sie das schöner verpackt. Ich denke das war auch mit ein Grund warum die Nazis sich überhaupt halten konnten: All diese kleinen Wichte die vorher nichts waren, waren plötzlich jemand und konnten sich wichtig fühlen/aufführen.
      Meine Klassenlehrerin aus der 5. hatte auch eine Freundin die als junges Mädchen im BDM war, die hat immer noch von den Ausflügen geschwärmt.

      €nigma schrieb:

      Ich habe mich zwar nicht darüber gewundert, dass Dora ihrem unsympathischen Bruder nichts von ihrer geplanten Emigration gesagt hat, aber ich fand es merkwürdig, dass Wilhelm offenbar nie etwas unternommen hat, um herauszubekommen, was mit seiner Schwester geschehen ist.

      So ein bisschen seltsam finde ich das auch, aber @katzerl hat schon Recht: eine gute Beziehung hatten sie nie zueinander, also ist es am Ende gar nicht mehr sooo verwunderlich.

      katzerl schrieb:

      Ich frag mich immer noch, warum Carlas Eltern ihr nie von dieser Zeit erzählt haben. Ich meine, von seiner besten Kindheitsfreundin und wie man aufgewachsen ist, spricht man doch mal, oder?

      Weil irgendwas vorgefallen sein muss das so schrecklich und furchtbar ist, dass sie nicht darüber reden können. Etwas anderes kann ich mir einfach nicht vorstellen. Selbst wenn Anastasia das Kind von Jules und Edith sein sollte und Dora + Paul sie (ursprünglich zeitweise?) aufgenommen haben, das könnten sie Carla doch sagen! Da muss noch mehr dahinter stecken...

      Schüsselchen schrieb:

      Das ist in der Tat eine sehr interessante Komponente im Buch. Wenn auch die Zukunft für manch einen nicht so rosig aussieht, wie man sie demjenigen gerne gewünscht hätte.

      Da kann ich nur zustimmen. Glaubwürdig ist es, in jedem Fall. Es kann nicht für alle so schön und rosig ausgehen, leider. Gerade bei Dora bricht es mir immer ein bisschen das Herz wenn ich den Unterschied zwischen ihr in jung und in 1975 sehe. :(

      Jessy1963 schrieb:

      Vielleicht wird er sie überwachen lassen, er arbeitet ja in der "richtigen" Abteilung dafür.

      Eigentlich dürfte er es nicht machen, Maximilian hat doch dafür gesorgt das es Heinrich von seinem Vorgesetztem verboten worden ist. :scratch:
      Def. Moudschegiebchn: Des's'säggssch ün heest Marienkäfer.
      »Ich stupste sie zusammen, ließ sie klimpern, klickern, Lachstein und Buchstein kicherten sich eins.
      Natürlich. Lachstein erzählte Buchstein einen Witz.« Ulla Hahn, Aufbruch
    • €nigma schrieb:

      Jessy1963 schrieb:
      Edith erzählt Dora nichts von ihren Aktivitäten und die Hilfe für die jüdischen Familien. Und auch nicht von ihren Gefühlen für Jules.

      Das finde ich auch sehr viel klüger. Die einzige vernünftige Methode etwas geheimzuhalten, ist es, es mit sich selbst auszumachen. Selbst die beste und wohlmeinendste Freundin könnte unbeabsichtigt etwas ausplaudern, was in Ediths Fall wirklich lebensgefährlich gewesen wäre.

      Vom Prinzip her hast Du recht. Aber einer besten Freundin kann man alles erzählen finde ich. Also ich konnte und kann das immer. Allerdings kann man das heute natürlich nicht mit den Zeiten von damals vergleichen. Aber die beiden kennen sich so viele Jahre... Ich habe da eher das Herz auf der Zunge. Etwas "mit mir selbst ausmachen" war noch nie so mein Fall. Aber da ist ja auch jeder anders. :wink:

      Moudschegiebchn schrieb:

      Eigentlich dürfte er es nicht machen, Maximilian hat doch dafür gesorgt das es Heinrich von seinem Vorgesetztem verboten worden ist.

      Eigentlich nicht aber das ist ja auch schon etwas her und zwischenzeitlich ist Heinrich ja in Heydrichs Kreisen sehr angesehen und auch schon befördert worden.
      "Das große Glück ist die Summe kleiner Freuden." (Andreas Tenzer)
    • Emili schrieb:

      Und sehr gut gefallen hat mir die Doras Ehrlichkeit, als sie sagte, dass sie nicht so mutig wäre, in dieser Zeit das Risiko einzugehen, den Juden zu helfen. Sie hat zwar schon einmal bewiesen, dass sie zu einer mutigen Tat fähig ist, doch damals handelte sie spontan. Wohl überlegt, würde sie es nicht tun. Ich weiß nicht, mir gefällt es, wenn die Charaktere menschlich dargestellt werden, mit ihren Schwächen und Stärken.

      Nein, dafür ist Dora ein zu bedachter und vorsichtiger Mensch und das Erlebnis im Krankenhaus mit der SA hat sie auch traumatisiert. Im Gegensatz zu Edith ist sie dort ja bereits einmal direkter Zeuge dieser willkürlichen und brutalen Gewalt geworden. Ich fand es sehr wichtig zu zeigen, dass solche Erlebnisse eben auch Konsequenzen haben und nicht jeder mutig sein kann, selbst wenn er es will.

      Jessy1963 schrieb:

      katzerl schrieb:
      Und ich fürchte, im Zweifelsfall wird einfach Edith als Schwachstelle herhalten müssen.
      Das denke ich auch. Vielleicht wird er sie überwachen lassen, er arbeitet ja in der "richtigen" Abteilung dafür.

      Heinrich hätte inzwischen auf jeden Fall die Möglichkeiten dazu.

      €nigma schrieb:

      Jessy1963 schrieb:
      Edith erzählt Dora nichts von ihren Aktivitäten und die Hilfe für die jüdischen Familien. Und auch nicht von ihren Gefühlen für Jules.
      Das finde ich auch sehr viel klüger. Die einzige vernünftige Methode etwas geheimzuhalten, ist es, es mit sich selbst auszumachen. Selbst die beste und wohlmeinendste Freundin könnte unbeabsichtigt etwas ausplaudern, was in Ediths Fall wirklich lebensgefährlich gewesen wäre.

      Ja, und sie will natürlich auch die Freundin selbst nicht durch dieses Wissen in Gefahr bringen.

      Moudschegiebchn schrieb:

      Es ist ja nicht nur so das er die Nazis mit hohen Summen unterstützt, sondern dies auch schon getan hat bevor sie überhaupt an der totalen Macht waren. So hat er sich natürlich schon frühzeitig ihr wohlwollen gesichert. Dadurch erklärt sich auch warum ihn keiner belästigt von wegen "Warum bist du nicht in der Partei?"

      Genau daran sieht man auch, wie strategisch und kaltblütig Maximilian vorgeht, dass er zu allem bereit ist, um seine eigenen Interessen zu vertreten.

      Moudschegiebchn schrieb:

      Eigentlich dürfte er es nicht machen, Maximilian hat doch dafür gesorgt das es Heinrich von seinem Vorgesetztem verboten worden ist.

      Ja, das stimmt aber inzwischen ist ja Heinrich einige Karriereschritte weiter und im Rang aufgestiegen. Er besitzt so viel Macht und steht der Führungsspitze der Regierung so nah, dass sich die Verhältnisse beinah umgedreht haben. Maximilian ist nicht nur auf sein Wohlwollen angewiesen, sondern sucht auch bewusst den Kontakt mit ihm, weil er davon profitiert.
    • Jessy1963 schrieb:

      Vom Prinzip her hast Du recht. Aber einer besten Freundin kann man alles erzählen finde ich. Also ich konnte und kann das immer. Allerdings kann man das heute natürlich nicht mit den Zeiten von damals vergleichen. Aber die beiden kennen sich so viele Jahre... Ich habe da eher das Herz auf der Zunge. Etwas "mit mir selbst ausmachen" war noch nie so mein Fall. Aber da ist ja auch jeder anders.

      Ja, Edith fällt es aber auch nicht leicht. Sie verspürt ja immer wieder das Bedürfnis mit Dora zu reden, hält sich dann aber zurück. Was Dora angeht, habe ich es immer so gesehen, dass es mehr ihre Depression ist, die sie daran hindert, sich Edith anzuvertrauen.
    • Claire Winter schrieb:

      Ich fand es sehr wichtig zu zeigen, dass solche Erlebnisse eben auch Konsequenzen haben und nicht jeder mutig sein kann, selbst wenn er es will.

      Eben, wollen ist das eine, können etwas ganz anderes... Das hast du auch sehr gut dargestellt! :thumleft: Seitdem wir das Thema zum ersten Mal in der Schule durchgenommen haben habe ich mich immer wieder gefragt wie ich wohl zu der damaligen Zeit gehandelt hätte. Aber beantworten kann man so eine Frage einfach nicht, wir sind in der Zeit nicht aufgewachsen und wissen wie es ausgeht.

      Claire Winter schrieb:

      Genau daran sieht man auch, wie strategisch und kaltblütig Maximilian vorgeht, dass er zu allem bereit ist, um seine eigenen Interessen zu vertreten.

      Ein äußerst......symphatischer Charakterzug. :evil: Tom erinnert mich so ein bisschen an Maximilian, wobei ich glaube das letzterer abgebrühter ist. Vielleicht auch einfach deswegen weil er eine ganze Ecke mehr Geld hat.

      Claire Winter schrieb:

      Ja, das stimmt aber inzwischen ist ja Heinrich einige Karriereschritte weiter und im Rang aufgestiegen. Er besitzt so viel Macht und steht der Führungsspitze der Regierung so nah, dass sich die Verhältnisse beinah umgedreht haben. Maximilian ist nicht nur auf sein Wohlwollen angewiesen, sondern sucht auch bewusst den Kontakt mit ihm, weil er davon profitiert.

      Stimmt. :-k Irgendwo sagt Maximilian auch mal zu Edith das er Heinrich nicht mehr ignorieren kann weil dieser mittlerweile zu wichtig ist.
      Def. Moudschegiebchn: Des's'säggssch ün heest Marienkäfer.
      »Ich stupste sie zusammen, ließ sie klimpern, klickern, Lachstein und Buchstein kicherten sich eins.
      Natürlich. Lachstein erzählte Buchstein einen Witz.« Ulla Hahn, Aufbruch
    • Kapitel 72 - 83

      Carla
      Wenig überraschend stattet Tom David einen Besuch ab. Er wird auf ihn einreden das er seine Frau in Ruhe lassen soll, die Vergangenheit ruhen, richtet mehr Schaden als nutzen an....lauter so Unsinn. :roll: Warscheinlich schreckt er auch nicht vor Bestechung und/oder Drohungen zurück, aber David scheint mir nicht wie der Typ der sich von sowas beeindrucken lässt.
      Carlas Besuch bei ihrem Onkel zeigt deutlich dass er noch genau so ekelig ist wie früher. Wie man auch noch so stolz die Fotos hinstellen kann... [-( Am interessantesten fand ich die Info das Heinrich sich nach dem Krieg bei Wilhelm nach Dora und Paul erkundigt hat. Das erhärtet natürlich den Verdacht das Heinrich der Mann aus dem Prolog sein könnte.
      Spoiler anzeigen
      Ich konnte/kann mir auch Maximilian als den Mann aus dem Prolog vorstellen. Der Tote war zwar ein SS Mann und kann damit sehr gut Heinrich sein, aber was wenn beide in England waren?


      Edith, Jules
      Das Jules Edith wirklich für so ein oberflächliches Naivchen hält hat mich doch sehr überrascht. Er kennt sie immerhin schon so lange, da wirkt es fast schon etwas ignorant wie hart er mit ihr ins Gericht geht und ihr dann auch anfangs nicht glauben will als sie sagt so sei es gar nicht. Erst als er Edith (für ihn überraschend) bei der jüdischen Familie antrifft und die Mutter ihm sagt was für eine Hilfe sie ist. Da bewundere ich Edith auch, nachdem ihr durch Jules klar geworden ist in welcher Not sich die Juden befinden fackelt sie nicht lange und hilft auf eigene Faust, obwohl Jules es ihr verboten hat. Ich finde es auch sehr mutig von ihr dass sie ihre Position als Maximilians Ehefrau nutzen will um mehr beisteuern zu können. Das ist ja nicht ungefährlich, gerade mit Heinrich der sie nach wie vor mit argusaugen beobachtet...
      Und so sehr es mir auch hochkommt sobald er den Mund aufmacht hat er nicht Unrecht mit seiner Aussage das Maximilian nicht so fehlerlos sein kann wie er Edith gegenüber ja gerne tut. Später findet sie auch entsprechende Belege wie sehr ihr Mann mit den Nazis verbunden ist. Er mag zwar nicht in der Partei sein und wohl trotz der großen überwiesenen Summen nicht viel von den Nazis halten, aber hat er einen Plan wie er sich wieder aus der Affäre zieht wenn die Nazis nicht mehr an der Macht sind? Natürlich kann er nicht sicher wissen wann und ob das passiert, aber Fall der Fälle müsste er eine "Rücksicherung" haben. Er ist doch viel zu sehr um sich selbst, seine Position und sein Geld besorgt um da nur auf ein Pferd zu setzen.
      Def. Moudschegiebchn: Des's'säggssch ün heest Marienkäfer.
      »Ich stupste sie zusammen, ließ sie klimpern, klickern, Lachstein und Buchstein kicherten sich eins.
      Natürlich. Lachstein erzählte Buchstein einen Witz.« Ulla Hahn, Aufbruch
    • Moudschegiebchn schrieb:

      Weil irgendwas vorgefallen sein muss das so schrecklich und furchtbar ist, dass sie nicht darüber reden können. Etwas anderes kann ich mir einfach nicht vorstellen. Selbst wenn Anastasia das Kind von Jules und Edith sein sollte und Dora + Paul sie (ursprünglich zeitweise?) aufgenommen haben, das könnten sie Carla doch sagen! Da muss noch mehr dahinter stecken...

      Oh ja, und ich fürchte mich schon fast davor, es zu erfahren!

      Moudschegiebchn schrieb:

      Eben, wollen ist das eine, können etwas ganz anderes... Das hast du auch sehr gut dargestellt! Seitdem wir das Thema zum ersten Mal in der Schule durchgenommen haben habe ich mich immer wieder gefragt wie ich wohl zu der damaligen Zeit gehandelt hätte. Aber beantworten kann man so eine Frage einfach nicht, wir sind in der Zeit nicht aufgewachsen und wissen wie es ausgeht.

      Stimmt, beantworten kann man so was nie! Man würde zwar gern sagen, dass man anders gehandelt hätte, aber schon allein wenn man zurückblickt und sich anschaut, wie sich das entwickeln konnte, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass man zu denen gehört hätte, die gegen das Regime aufgestanden sind.
      Ich lese gerade

      “Words are pale shadows of forgotten names. As names have power, words have power. Words can light fires in the minds of men. Words can wring tears from the hardest hearts.”
      ― Patrick Rothfuss, The Name of the Wind
    • Schönen guten Morgen!

      Bitte entschuldigt, dass ich mich erst jetzt wieder zu Wort melde, ich hatte gestern und vorgestern starke Migräne.

      Bis einschließlich Kapitel 83

      Ja, mich hat auch überrascht, wie Jules Edith wahrnimmt. Das passt so gar nicht zu meinem Bild von ihr, macht die Geschichte aber nochmal spannender.

      Stimmt, bei Edith musste ich auch immer an Marlene Dietrich denken, was das Ausssehen betrifft.

      Auch ich finde, dass man einer besten Freundin alles erzählen kann. Jedoch kann ich auch Edith in dieser Situation verstehen. Sie sieht die Gefahr, die sich daraus für Dora ergeben könnte und möchte nicht, dass ihr und ihrer Familie etwas passiert. Das kann ich ihr schon nachfühlen, das sie lieber schweigt als ihre beste Freundin zu gefährden. Dabei weckt sie natürlich Doras Sorge um sie eret recht.

      Ediths innerer Konflikt ist sehr gut nachvollziehbar, finde ich.
      Ich lese gerade:
      "Serva III: Drachenfall" von Arik Steen (pausiert)
      "Das bisschen Hüfte, meine Güte" von Renate Bergmann
    • Kapitel 72-83

      Moudschegiebchn schrieb:


      Wenig überraschend stattet Tom David einen Besuch ab. Er wird auf ihn einreden das er seine Frau in Ruhe lassen soll, die Vergangenheit ruhen, richtet mehr Schaden als nutzen an....lauter so Unsinn. :roll: Warscheinlich schreckt er auch nicht vor Bestechung und/oder Drohungen zurück, aber David scheint mir nicht wie der Typ der sich von sowas beeindrucken lässt.


      Ich denke auch das Tom einiges versuchen wird um David von Carla fernzuhalten. Mal sehen wie David darauf reagiert.

      Moudschegiebchn schrieb:

      [
      Carlas Besuch bei ihrem Onkel zeigt deutlich dass er noch genau so ekelig ist wie früher. Wie man auch noch so stolz die Fotos hinstellen kann... [-( Am interessantesten fand ich die Info das Heinrich sich nach dem Krieg bei Wilhelm nach Dora und Paul erkundigt hat. Das erhärtet natürlich den Verdacht das Heinrich der Mann aus dem Prolog sein könnte.


      Das Wilhelm sich nicht groß geändert hat, das war ja nicht anders zu erwarten. Ich finde es nur immer zum ko.... , das ausgerechnet solche Menschen immer ein hohes alter erreichen und sich dann auch noch bei relativ guter Gesundheit erfreuen können.
      Das Wilhelm aber sogar keine Ahnung hatte das seine Schwester nach England gezogen ist hat mich doch etwas gewundert. Ich hatte angenommen das zumindest Wilhelm gewust hat wo sie sich aufhält.
      Er weiß zumindestens das Edith sich mit "dem Juden" eingelassen hatte. Das bedeutet das sicherlich auch Maximilian davon erfahren hatte.

      [

      Buchfresser schrieb:



      Auch ich finde, dass man einer besten Freundin alles erzählen kann. Jedoch kann ich auch Edith in dieser Situation verstehen. Sie sieht die Gefahr, die sich daraus für Dora ergeben könnte und möchte nicht, dass ihr und ihrer Familie etwas passiert. Das kann ich ihr schon nachfühlen, das sie lieber schweigt als ihre beste Freundin zu gefährden. Dabei weckt sie natürlich Doras Sorge um sie eret recht..


      Ich finde es von Edith absolut richtig Dora nichts zu erzählen. Den sie könnte ihr denk ich sowieso nicht helfen, gerade geht es ihr nach der Fehlgeburt wieder etwas besser, da wäre sowas doch wieder nur ein rückschlag. Und wie auch Dora selber sagt, sie könnte niemand mehr so helfen wie damals dem Arzt im Krankenhaus. Sie hat einfach zu viel angst.
      SuB Anfang 2017/aktuell: 738/780
      gelesene Bücher/Seiten 2017:
      104/46 736 (Pkt.: 414,16)
      :study:
    • Ja, @Madl10, so empfinde ich das auch. Für Dora wäre das ein emotionaler Rückschlag, und nachdem sie jetzt nicht mehr in der Lage ist, so zu helfenm wie sie es damals war, würde es sie nur unnötig aus der Bahn werfen, die Sorge um ihre Freundin und die Selbstvorwürfe, nicht emgr so helfen zu können wie früher, würden sie innerlich aufzehren. Deshalb finde ich es auch richtig von Edith, nichts zu sagen.
      Ich lese gerade:
      "Serva III: Drachenfall" von Arik Steen (pausiert)
      "Das bisschen Hüfte, meine Güte" von Renate Bergmann
    • Bis Kapitel 112

      Emili schrieb:

      Die Entwicklung, die Jules und Edith in ihrer Beziehung erleben, hat mir gefallen, aber auch ein wenig überrascht. Obwohl ich davon ausging, dass die zusammen kommen, war ich mir dennoch nicht sicher.
      Stimmt, so ging es mir auch. Nachdem Jules so hart mit Edith ins Gericht ging, hatte ich kleine Zweifel daran und dachte eher, er würde den Kontakt zu Edith abbrechen um sie zu schützen, aber das lässt sich die junge Frau ja nicht gefallen...

      Emili schrieb:

      Und sehr gut gefallen hat mir die Doras Ehrlichkeit, als sie sagte, dass sie nicht so mutig wäre, in dieser Zeit das Risiko einzugehen, den Juden zu helfen. Sie hat zwar schon einmal bewiesen, dass sie zu einer mutigen Tat fähig ist, doch damals handelte sie spontan. Wohl überlegt, würde sie es nicht tun. Ich weiß nicht, mir gefällt es, wenn die Charaktere menschlich dargestellt werden, mit ihren Schwächen und Stärken.
      Da kann ich dir nur zustimmen, die Charakterisierung sämtlicher Figuren ist wirklich äußerst gelungen! Auch für diese Aussage muss man Dora bewundern, ich fand es mutig, dass sie die eigene "Feigheit", die eigentlich ja gar keine ist, so offen zugibt.

      Emili schrieb:

      Und Dora ist auch schwanger. Was man der Frau von ganzem Herzen wünscht.
      Ich habe mich so gefreut für sie und so sehr gehofft, dass dieses Mal nichts schief geht, aber dann ...

      Emili schrieb:

      Den ganzen Abschnitt fand ich eigentlich Klasse: da könnte ich die Szene mit den Autos und Paul nennen, die Seiten flogen nur so dahin. Ich habe mir große Sorgen gemacht, dass Pauls Versteck gefunden wurde,oder als Edith ein Mädchen geboren hat und ganz am Ende des Abschnitts, als Doras Kind was passiert.
      In diesen Kapitel geschah wirklich unglaublich viel und der Leser durchlebt eine wahre Achterbahnfahrt an Emotionen! Einfach toll und ich muss mich schon zusammenreißen nicht einfach bis zum Schluss durchzulesen, weil es nun extrem spannend ist :lechz:

      Moudschegiebchn schrieb:

      Tom erinnert mich so ein bisschen an Maximilian, wobei ich glaube das letzterer abgebrühter ist.
      Daran musste ich auch schon denken. Charakterlich gibt es durchaus einige Parallelen zwischen den beiden und auch in Bezug auf ihre Frauen und ihr Ansehen denken sie fast gleich.
      Viele Grüße von Teufelsweib

    • €nigma schrieb:

      Dieser Sekretär Johann scheint immerhin Maximilian nicht verraten zu haben, dass er dessen Frau in seinem Arbeitszimmer erwischt hat.
      ich war mir fast sicher, dass dieser Vorfall Folgen für die Edith haben wird. Die Hoffnung, dass der Sekretär nichts weiter erzählen wird, war zu gering. Zum Glück hat er aber nichts Maximilian erzählt.

      Claire Winter schrieb:

      Ich fand es sehr wichtig zu zeigen, dass solche Erlebnisse eben auch Konsequenzen haben und nicht jeder mutig sein kann, selbst wenn er es will.
      ich finde auch, dass es wichtig ist. Es ist einfach zu sagen: Ich hätte dies, ich hätte das... Wenn man aber tatsächlich in einer Gefahrsituation sich befindet, oder Todesangst erlebt hat, würde man, glaub ich, zwei mal überlegen. Dora hat es damals im Krankenhaus erlebt, was es heißt, solch ein Risiko einzugehen, und hat aus der Situation mehr über sich selbst gelernt, und zwar, dass sie nicht so mutig ist. Ich fand es auch schön, dass du es so dargestellt hast. Es gab nicht nur Helden, es gab auch Leute die Angst hatten, einfach große berechtigte Angst...

      Buchfresser schrieb:

      Ediths innerer Konflikt ist sehr gut nachvollziehbar, finde ich.
      das sehe ich auch so. :) Es ist nicht einfach für sie Dinge vor ihrer besten Freundin zu verheimlichen. Und dennoch hält sie sich zurück. Was ich gut finde. Denn sie ist in dem Moment um ihrer Freundin besorgt. Wenn sie Dora alles erzählen würde, würde sie sie in Gefahr bringen. Außerdem würde sie die Hilfsorganisation gefährden.

      Teufelsweib schrieb:

      In diesen Kapitel geschah wirklich unglaublich viel und der Leser durchlebt eine wahre Achterbahnfahrt an Emotionen! Einfach toll und ich muss mich schon zusammenreißen nicht einfach bis zum Schluss durchzulesen, weil es nun extrem spannend ist
      ganz genau, Achterbahn der Gefühle. So hab ich das auch erlebt. Ich konnte, übrigens, mich nicht mehr stoppen, so sehr wollte ich wissen wie es weiter geht. :)
      2017: Bücher: 181/Seiten: 72 744
      2016: Bücher: 177/Seiten: 74 766
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      "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"
      Dalai Lama
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