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Teil 2: Abschnitte 34 bis 71 (Seiten 150-295)

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    • €nigma schrieb:

      Aber die Stellung als Ehefrau des bei den Nazis gut angesehenen Maximilian erlaubt es ihr, der Überwachung relativ gut zu entgehen und den Juden zu helfen. Das Geld, das sie dazu investiert, stammt allerdings nicht von Maximilian, sondern aus dem Erbe ihrer Eltern.

      Diese Informationen hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Bei diesem Kapitel hat Edith noch ihr privilegiertes Leben genossen und nur wenige Gedanken an die Juden verschwendet, was sich aber definitiv ab Kapitel 71 ändert, als Jules ihr die Augen öffnet.

      Teufelsweib schrieb:

      Wow, diese Szene steigert die Spannung ungemein! Damit hätte ich nicht gerechnet, dass tatsächlich noch der Verdacht aufkommt, Anastasia sei noch am Leben... Sehr gut gefallen hat mir außerdem Carlas Erinnerung an die Charlie-Chaplin-Karte - einem vermeintlichen Lebenszeichen ihrer Schwester. Bin schon so gespannt, wie es in dieser Hinsicht weitergeht

      Ja, hier wurde die Spannung definitiv um ein vielfaches gesteigert.

      Teufelsweib schrieb:

      Bislang stand ich Jules eher neutral gegenüber, doch mit dieser Aktion, mit der er sich in noch größere Gefahr begibt als normal, wurde er bis jetzt für mich zu einer der sympathischsten und bewundernswertesten Figur in diesem Buch

      Stimmt, Jules konnte ich bis jetzt auch nicht einordnen. Irgendwie ein sehr ruhiger Vertreter. Als damals Dora ihm erklärte, er sollte emigrieren, hat seine Antwort mir die Augen geöffnet. Habe mir auch immer die Frage gestellt, warum viele nicht gegangen sind, als es noch ging. Aber stimmt, Deutschland ist ihre Heimat, wohin soll man gehen, wenn man im Ausland keinen kennt? Vor allem wenn die finanziellen Verhältnisse überschaubar sind? Und abgesehen davon stirbt die Hoffnung zu Letzt. Es dachten wohl viele, die Zeit der Nationalsozialisten wird nicht von Dauer sein. Stimmt ja in gewisser Weise auch, nur diese Zeit war doch etwas länger und dafür um so Härter. Als dies manchen bewusst wurde, war eine Ausreise nicht mehr möglich. Das er dann aber begonnen hat, sich um andere Juden zu kümmern, deren Männer im KZ gelandet sind, finde ich einfach bemerkenswert. Er hat selber nicht viel und dennoch kümmert er sich um Leute, denen es noch schlimmer geht!

      melsun schrieb:

      Vielleicht wissen sie auch das Anastasia noch lebt und mussten sie, aus welchen Gründen auch immer, verstecken?

      Die Frage habe ich mir oft gestellt, ob Paul und Dora wissen, das Anastasia noch lebt. Einerseits denke ich schon, spätestens die Karte dürfte ihnen die Augen geöffnet haben. Aber warum haben sie dann nicht versucht, sie zu finden? Oder ist Anastasia für sie nur in Gedanken gestorben, weshalb sie auch keine Hinweise auf Lebenszeichen wollten? Habe mir auch gedacht, dass Anastasia nach dem Gespräch auf den Klippen vielleicht zu Paul und Dora gelaufen ist und sie mit der Wahrheit konfrontiert hat. Es gab einen noch größeren Streit und Anastasia ist abgehauen oder hat erklärt, sie suche z.B. ihre echte Mutter. Aber warum hätte man dann so ein Suchaufgebot gestartet? Hier bin ich völlig gespannt, welche Aufklärung uns hier erwartet.

      Emili schrieb:

      melsun schrieb:




      Aber er hat sie ja durch die schnelle Hochzeit gleich an sich gebunden. Man kann das nachvollziehen. Das ist ja das tolle an den Personen im Buch, man versteht sie, mag sie, leidet sogar schon mit ihnen. An Edith gefällt mir auch sehr gut das sie so eine bodenständige Person geblieben ist.
      schön, dass ich mit meiner Edith-Vorliebe nicht allein bin. Genau so sehe ich das auch. Sie hat vorschnell gehandelt, ein Fehler gemacht. Es könnte fast jedem passieren. Sie ist eine leidenschaftliche Frau, die sich immer mit ihren Verehrern etwas gelangweilt hat. Auf einmal trifft sie auf so eine Persönlichkeit wie Maximilian (denn ich immer aus irgendeinem Grund Maxwell nennen will ) Der Mann ist schon beeindruckend. Natürlich ist sie interessiert und verliebt sich. Und da ist es auch schon um sie geschehen.

      Ich meine mich erinnern zu können, dass Maximilian es liebt Menschen zu manipulieren. Und ich denke, diese Manipulation hat er auch bei Edith angewandt. Schließlich hat er sie zuvor schon beobachtet. Er kannte ihre Vorlieben und wusste genau, wie er sie für sich gewinnen kann. Und als sie endlich in die Welt hinauskommt (hier Paris) war es für ihn ein leichtes, von ihr das Ja-Wort zu erhalten, wohl wissend, dass Edith ein Typ ist, der schnell und leicht zu begeistern ist und nur selten die Gefahr sieht. Er war sich mit Sicherheit auch bewusst, dass Edith in nicht heiraten würde, wenn sie mehr von ihm erfahren würde (seine Nazi-Verbindung, etc.). Von dem her machte er Nägel mit Köpfe.

      ArisA schrieb:

      Ich fand diese Erinnerung schön und gleichzeitig grausam, weil die Eltern ihr die Karte weg genommen haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Karte von Anastasia war und die Eltern dachten sich vielleciht, dass sich jemand einen Scherz erlaubt

      Kann mir nicht vorstellen, dass die Eltern an einen schlechten Scherz gedacht haben. Viel mehr bin ich der Meinung, dass sie Anastasia tot lassen wollten. Denn die Gefahr, wenn Anastasia wieder auftaucht, dass die Wahrheit bzw. Vergangenheit ans Licht kommt, ist enorm hoch. Oder sie haben die Karte verschwinden lassen, um endlich mit dem Tod von Anastasia abschließen zu können. Denn weitere Hoffnungen die doch nicht erfüllt werden können einem auch sehr zusetzen.

      katzerl schrieb:

      Er ist jedenfalls überzeugt davon, dass Anastasia noch lebt, da er in Berlin erfahren hat, dass vor ihm auch eine junge Frau nach Edith gefragt hat. Aber warum hat sie sich nie gemeldet?
      Carla möchte in Berlin auch versuchen, Wilhelm zu finden.

      Warum Anastasia nicht weitere Versuche gestartet hat, sich bei ihrer Schwester zu melden bleibt eine interessante Frage. Ich bin auch gespannt, wie Carla es anstellen will, Anastasia, Edith oder Wilhelm zu finden? Heutzutage via Facebook kein Thema, aber damals? Und Berlin ist ja nun mal keine kleine Stadt, noch dazu geteilt. Selbst wenn die gesuchten Personen noch in Berlin sind, wird es schwierig mit der Suche, wenn sie in Ostberlin leben ?(
    • Schönen guten Morgen!

      Bis einschließlich Kapitel 71

      Edith gefällt mir auch, sie ist mit ganzem Herzen bei dem, was sie tut - dies trifft aber genauso auf Dora zu und verbindet die Beiden.

      Heinrich ist mir auch alles andere als geheuer. Ich hasse es, wenn Leute kein "Nein" akzeptieren, und Edith hat ihm doch deutlich genug gezeigt, dass sie an ihm kein Interesse hat.

      Es ist faszinierend, Berlin aus Carlas Augen wahrzunehmen. Das ist ja doch ein ganz anderes Berlin als heutzutage. Ich fibde es toll umgesetzt, wie du, Claire, bespreibst, wie die Menschen dort mit der Mauer umgehen. Und wie die Menschen überhaupt mit der Aufteilung in die vier Sektoren umgeggangen sind und wie die Stadt damals ausgesehen haben muss. Das ist ein faszinierender Einblick, Danke, @Claire Winter !

      Ich stimme den anderen zu: Geschichtsunterricht in Form eines gut recherchierten Romans gibt auch mir sehr viel.

      Die Jules-Kapitel sind auch klasse. Auch ich empfinde ihn als ruhiren, aber dafür umso bemerkenswerteren Charakter. Er hat sich mir eingeprägt durch seine stille Art und den Mut, anderen zu helfen. Immer wieder wird auch deutlich, dass die Musik sein Leben ist. Die Nazis haben ihm Spielverbot auferlegt, ein tiefer Einschnitt in seinem Leben. Ich wünsche mir für ihn, dass er wieder spielen darf - wann auch immer.
      Ich lese gerade:
      "Serva III: Drachenfall" von Arik Steen (pausiert)
      "Wege des Herzens" von Maeve Binchy
    • Jessy1963 schrieb:

      Dito ! Ich sags doch, der lässt nicht von ihr. Solche Sorte Männer gibt es aber übrigens heute leider auch noch. Je mehr man sie zurückweist umso verrückter werden die.

      Zum Glück musste ich diese Erfahrung noch nicht machen!

      Jessy1963 schrieb:

      ie deutsche Geschichte hat mich schon immer sehr interessiert

      Das merkt man :) .
      Mein Opa hat auch immer viel vom Krieg und der Zeit danach erzählt, aber in unserer Gegend war der Blickwinkel wohl etwas anders (ich bin aus Ostösterreich). Außerdem war er damals noch sehr jung. Er ist 1925 geboren. Sonst hatte ich eher wenig mit Leuten zu tun, die die Zeit selbst miterlebt haben. Mein zweites Großelternpaar wurde erst im Krieg (1942) geboren.

      Buchfresser schrieb:

      Die Jules-Kapitel sind auch klasse. Auch ich empfinde ihn als ruhiren, aber dafür umso bemerkenswerteren Charakter. Er hat sich mir eingeprägt durch seine stille Art und den Mut, anderen zu helfen. Immer wieder wird auch deutlich, dass die Musik sein Leben ist. Die Nazis haben ihm Spielverbot auferlegt, ein tiefer Einschnitt in seinem Leben. Ich wünsche mir für ihn, dass er wieder spielen darf - wann auch immer.

      Ich hoffe auch, dass er wieder spielen wird können! Aber nachdem er mittlerweile eine Biografie veröffentlicht hat, denke ich, dass er die Verbindung zu seiner Musik sicher nie ganz verloren hat.
      Ich lese gerade

      “Words are pale shadows of forgotten names. As names have power, words have power. Words can light fires in the minds of men. Words can wring tears from the hardest hearts.”
      ― Patrick Rothfuss, The Name of the Wind
    • dreamworx schrieb:

      Dora hätte ich nie so eingeschätzt, dass es sie so sehr aus der Bahn wirft, als sie das Kind verliert. Natürlich ist eine Fehlgeburt schrecklich, doch sie ist gesund und kann noch ein Kind bekommen. Aber sie ist völlig außer sich und regelrecht depressiv, dabei hat sie mit Paul einen tollen Mann und wirkte nach außen immer so stark. Währenddessen hätte ich eher Edith für die Schwächere gehalten, doch die entpuppt sich als willensstarke und eigensinnige Person, der man das so gar nicht zutraut.

      Es freut mich sehr, dass du das erwähnst, denn mir lag sehr daran, diese Entwicklung von Dora und Edith zu zeigen, davon zu erzählen, wie das Leben sie mit seinen Herausforderungen und Schicksalsschlägen eben auch verändert. Das war beim Schreiben für mich auch ungeheuer spannend.

      ArisA schrieb:

      Als Hitnergrundwissen zu einem Buch kann ich es mir einfach besser merken, als wenn ein Lehrer vor der Klasse sitzt und Daten runterleiert....

      Das kann ich absolut verstehen. Ich frage mich bis heute, warum Geschichte so unterrichtet wird - auch aus eigener Erfahrung, ich hatte in der Schule Geschichtsleistungskurs. Es muss ja kein Roman sein, den man für den Unterricht nimmt, aber wenn man zum Beispiel Tagebücher oder Briefe aus einer Zeit liest, erhält man doch einen ganz anderen emotionalen Bezug und ein viel tieferes Verständnis dafür. Mir geht das jedenfalls so ...

      Schüsselchen schrieb:

      Habe mir auch immer die Frage gestellt, warum viele nicht gegangen sind, als es noch ging. Aber stimmt, Deutschland ist ihre Heimat, wohin soll man gehen, wenn man im Ausland keinen kennt? Vor allem wenn die finanziellen Verhältnisse überschaubar sind?

      Mir ist bei meinen Recherchen noch einmal bewusst geworden, wie frei wir heute reisen und einfach in ein anderes Land in Europa gehen können. Das war ja damals überhaupt nicht so. Man brauchte immer ein Visum und die Auflagen dafür waren sehr streng. In die Schweiz zum Beispiel konnte man in den Dreißiger Jahre als Deutscher noch ohne Visum einreisen, doch nachdem die Zahl der jüdischen Flüchtlinge immer weiter zunahm, versuchte die Schweiz dagegen vorzugehen. Das ist mit ein Grund, warum die Pässe der deutschen Juden ab 1938 mit einem roten "J" abgestempelt wurden, so konnte man sie an der Schweizer Grenze erkennen und ihre Einreise ablehnen, wenn sie nicht wirklich ein Visum hatten.

      Schüsselchen schrieb:

      Warum Anastasia nicht weitere Versuche gestartet hat, sich bei ihrer Schwester zu melden bleibt eine interessante Frage.

      Das ist in der Tat eine ganz entscheidende und wichtige Frage ...

      Buchfresser schrieb:

      Es ist faszinierend, Berlin aus Carlas Augen wahrzunehmen. Das ist ja doch ein ganz anderes Berlin als heutzutage. Ich fibde es toll umgesetzt, wie du, Claire, bespreibst, wie die Menschen dort mit der Mauer umgehen. Und wie die Menschen überhaupt mit der Aufteilung in die vier Sektoren umgeggangen sind und wie die Stadt damals ausgesehen haben muss. Das ist ein faszinierender Einblick, Danke, @Claire Winter !

      Vielen Dank! :) Es hat mir auch viel Spaß gemacht, diesen Part des vergangenen Berlins zum Leben zu erwecken!

      katzerl schrieb:

      Buchfresser schrieb:
      Die Jules-Kapitel sind auch klasse. Auch ich empfinde ihn als ruhiren, aber dafür umso bemerkenswerteren Charakter. Er hat sich mir eingeprägt durch seine stille Art und den Mut, anderen zu helfen. Immer wieder wird auch deutlich, dass die Musik sein Leben ist. Die Nazis haben ihm Spielverbot auferlegt, ein tiefer Einschnitt in seinem Leben. Ich wünsche mir für ihn, dass er wieder spielen darf - wann auch immer.
      Ich hoffe auch, dass er wieder spielen wird können! Aber nachdem er mittlerweile eine Biografie veröffentlicht hat, denke ich, dass er die Verbindung zu seiner Musik sicher nie ganz verloren hat.

      Das freut mich jetzt sehr, dass ihr das schreibt ... :) :) :)
    • Kapitel 63 - 71

      ninchen1985 schrieb:

      Carla ist wieder zurück in London wo sie einen Entschluss fasst. Sie will ihre Reise nach Berlin nachholen und bucht sich einen Platz in der Abendmaschine. Zusätzlich beschließt sie Tom nach ihrer Rückkehr endgültig zu verlassen. Finde ich Super, dass Carla den Schritt gehen will. Tom ist einfach nicht der Richtige für sie.


      Ich finde es auch gut das Carla dies durchziehen will, ich hoffe nur für sie das es auch ohne große Probleme hin bekommt. Ich bin mir bei Tom nicht so sicher ob er sie einfach so gehen lässt.
      Immerhin ist sie diesmal gut in Berlin angekommen, und ich bin gespannt was sie dort alles in Erfahrung bring. Leicht kann ich mir das in dieser großen Stadt nicht vorstellen. :-?
      Und was wird Willhelm sagen wenn er seine Nichte begegnet? Es bleibt auf jedenn Fall richtig spannend. :)


      melsun schrieb:

      Das ist natürlich ein Hammer für Carla. Ihre Schwester lebt? Da fällt ihr wieder ein, dass sie kurz nach Anastasias Verschwinden eine Karte erhalten hat von Charlie Chaplin, ohne Absender, sie war sich sicher das sie von ihrer Schwester ist. Leider haben ihre Eltern ihr die Karte gleich weggenommen. Vielleicht wissen sie auch das Anastasia noch lebt und mussten sie, aus welchen Gründen auch immer, verstecken?


      Das ist sicher ein richtiger Schock für Carla. Vor allem wenn ihre Eltern auch wirklich wissen das Anastasia noch lebt, ist es um so schlimmer für sie. Aber ob das wirklich so ist, da bin ich mir noch nicht so sicher.


      katzerl schrieb:

      Vorher besucht sie noch David, um ihn wegen seiner Artikel zur Rede zu stellen. (Hatte David vielleicht indirekt mit Anastasias Verschwinden zu tun?)


      Er weiß vielleicht das Anastasia noch lebt, aber das er was mit ihren verschwinden zu tun haben soll? Das hoffe ich mal nicht. Denn wenn er wirklich an Carla interessiert ist, wäre das für ihn sicherlich kein guter Vorteil.

      katzerl schrieb:

      David hat ihr eine Biografie von Jules geschenkt. Die würde ich auch gerne lesen!


      Ich auch. :) Wir werden doch hoffentlich noch ein paar Auszüge erfahren.

      ArisA schrieb:

      Jessy1963 schrieb:

      Ich dachte schon immer die Leute rollen bestimmt schon mit den Augen und denken, ich mach hier voll auf Oberlehrer.

      Ne. Darfst noch etwas weiter Lehrerin sein :thumleft:


      Das sehe ich auch so. Für mich ist es auch immer wieder interessant eure Erzählungen zu lesen. Dankeschön dafür. :thumleft:

      Emili schrieb:

      in gewisser Weise schon, man könnte ja sagen, dass sie selbst an ihrer Situation schuld ist. Aber eigentlich möchte ich so über Edith nicht denken, ich mag die Frau ganz gerne. Ich finde, dass sie als Protagonistin sehr gelungen ist. Wie soll ich sagen So lebendig, menschlich...


      Ich mag Edith genauso, ich finde es klasse wie sie sich bis jetzt entwickelt hat. Sehr postiv, ich hätte nicht erwartet das sie so Bodenständig bleibt. Und jetzt will sie auch noch den Juden helfen. :pray: Sehr mutig von ihr, ich bin gespannt wie sie das umsetzten will.

      Teufelsweib schrieb:

      Aller Gefahren zum Trotz, versorgt Jules heimlich die Familien von deportierten Männern mit Lebensmitteln und Informationen über den Verbleib ihrer Liebsten.
      Bei diesen Szenen hatte ich wirklich Tränen in den Augen so nahe gingen mir die Lebensumstände der hinterbliebenen Familien und die Beschreibungen der Menschen, die das "Glück" hatten und aus dem KZ zurückkehrten, psychisch und physisch jedoch völlig verändert. Bislang stand ich Jules eher neutral gegenüber, doch mit dieser Aktion, mit der er sich in noch größere Gefahr begibt als normal, wurde er bis jetzt für mich zu einer der sympathischsten und bewundernswertesten Figur in diesem Buch.


      :cry: Mir ging es genauso. Durch diese Szene ist Jules einem viel lebendiger geworden, vorher war er doch noch eher eine Randfigur.
      SuB Anfang 2017/aktuell: 738/754
      gelesene Bücher/Seiten 2017:
      89/35 974 (Pkt.: 365,06)
      :study:
    • Madl10 schrieb:

      Ich mag Edith genauso, ich finde es klasse wie sie sich bis jetzt entwickelt hat. Sehr postiv, ich hätte nicht erwartet das sie so Bodenständig bleibt. Und jetzt will sie auch noch den Juden helfen. Sehr mutig von ihr, ich bin gespannt wie sie das umsetzten will.
      da ich schon weiter bin, liebe Madl, weiß ich, dass es interessant wird. Auf jeden Fall fand ich Ediths Entwicklung sehr spannend. Nicht nur ihr politisches Engagement, was ich an der Frau bewundere. man muss sehr mutig sein, in dieser Zeit es zu wagen, jemandem zu helfen. Aber auch ihr Privatleben lässt den Atem hier und da anhalten. :)
      2017: Bücher: 144/Seiten: 58 080
      2016: Bücher: 177/Seiten: 74 766
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      "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"
      Dalai Lama
    • Anmerkungen

      Buchfresser schrieb:

      Dass Dora so am Boden zerstört ist, nachdem sie ihr Kind verloren hat, ist wirklich tragisch.

      Ich habe an dieser Stelle so mit ihr gelitten, da musste ich auch das Buch für einen Moment weglegen. Ich kann sehr gut nachvollziehen das es ihr danach so schlecht geht. Es ist grausam schwanger zu sein & sich zu freuen, nur damit einem dann mitgeteilt wird das Kind sei tot...

      Claire Winter schrieb:

      Das hat mich bei meinen Recherchen auch geschockt, mir war vorher auch nicht klar, wie schwierig es war zu emigrieren und wie verzweifelt die Menschen sich darum bemüht haben.

      Wir haben die Nazi-Zeit über mehrere Jahre im Geschichtsunterricht durchgenommen und ich habe damals nie verstanden wie das sein kann. Die Nazis haben die Juden gehasst (das alleine konnte ich schon nicht verstehen) und dann haben sie ihnen auch noch so viele Steine in den Weg gelegt? Das die Nazis die Juden mit wortwörtlich nichts gehen lassen wollten ist ja leider nicht verwunderlich. Aber selbst wenn die Juden diese horrenden Abgaben gezahlt haben war es keine Garantie dafür dass der Antrag wirklich durchkommt. Man hat ihnen doch schon alles genommen, warum dann nicht einfach ausreisen lassen damit "dieser Abschaum" wie sie es genannt haben nicht mehr in "ihrem" Land ist?

      Jessy1963 schrieb:

      aber einen direkten "Judenbann" der es ihnen untersagt ganze Strassenzüge und Stadtviertel zu betreten, darüber wusste ich bisher auch noch nichts.

      Was damals alles erlassen wurde finde ich sowieso irre. Diese extra Judenbänke z.B. oder das Ladenbetreiber mitunter Schilder hatten auf denen stand "Hunde und Juden dürfen hier nicht rein!" finde ich heftig. Einen Mensch mit einem Hund gleichsetzen?! Ziemlich früh gab es auch in den Straßenbahnen agbeteilte Bereiche nur für Juden bzw. Arier. Diese wurden durch ein Band getrennt, einfach um deutlich zu machen wer wohin gehört... [-(

      Claire Winter schrieb:

      Und wenn man überlegt, dass es mehrere versuchte Attentate auf ihn gab, die alle fehlschlugen, hat das schon fast etwas Gespenstisches, finde ich.

      Oh ja, finde ich auch. Irgendwo habe ich mal gehört das Hitler durchaus Russland hätte einnehmen können, wenn er sich nicht entschieden hätte einen Teil seiner Truppe anderswo hingeschickt um an irgendwelche Ölfelder (da bin ich mir nicht mehr sicher) zu kommen. Man stelle sich DAS mal vor! :shock:

      Emili schrieb:

      Ein mieser ekliger Typ (irgendwie schmierig stelle ich ihn mir vor)

      Heinrich stelle ich mir auch immer so ein bisschen schmierig vor. *schüttel* Ich kann dem Mann nichts, aber auch gar nichts abgewinnen. Je mehr ich lese, umso mehr verabscheue ich ihn. :puker:
      Def. Moudschegiebchn: Des's'säggssch ün heest Marienkäfer.
      »Ich stupste sie zusammen, ließ sie klimpern, klickern, Lachstein und Buchstein kicherten sich eins.
      Natürlich. Lachstein erzählte Buchstein einen Witz.« Ulla Hahn, Aufbruch
    • Kapitel 64 - 71

      Carla
      Wie anfangs von mir befürchtet bahnt sich eine Beziehung zwischen Carla und David an. Darüber bin ich ehrlich gesagt etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite ist das wirklich klischeehaft, auf der anderen freue ich mich für Carla. :) David schein ihr wirklich gut zu tun. Tom ist einfach überhaupt nicht der Mann für sie, ich weiß auch gar nicht was sie in ihm mal gesehn haben muss. :scratch:
      Die Vermutung allerdings das Anastasia noch leben könnte hat mich auch umgehauen! Da drängte sich mir auch die Frage auf: Wusste Carlas Vater die ganze Zeit über, vielleicht sogar ihre Mutter, dass Anastasie noch lebt? Wollen sie deswegen so unbedingt das Carla nichts herausfindet, damit keine alten Wunden aufgerissen werden? Der Kriegsveteran wollte ihr ja auch keine antworten geben und dachte für sich das Carla gar nicht klar ist welchen gefallen er ihr eigentlich tut...

      Edith, Jules, Dora & Paul
      Das die Ehe von Edith und Maximilian schlecht ist überrascht mich nicht, es war absehbar das dieser gewisse Zauber von Maximilian irgendwann nachlässt. Irgendwo bin ich auch froh das Edith langsam klar wird mit was für einen Mann sie sich da eingelassen hat, anfangs war sie da doch erschreckend naiv... Sie hat sich einfach von seinem Verhalten blenden lassen, mit ihm war es aufregend und anders, da hat die rosarote Brille sie ganz viel übersehen lassen. Gegen Maxmilian hege ich eine tiefe Abneigung, er ist überheblich + arrogant ohne Ende, total anmaßend und fühlt sich über alles und jeden erhaben. Zusätzlich weist er Züge eines Tyranns auf, ziemlich zu Beginn sagt er zu Edith »Ich teile nicht.« - das lässt schon vieles ahnen. Doras befürchtung Maxmilian könne gar nicht die Tiefe von Edith sehen bestätigt sich auch. Er behandelt sie mehr wie ein nützliches Spielzeug, ein hübsches Accessoire das seine Ehefrau ist. Edith hat später ja die gleiche Vermutung. Das er treu ist glaube ich keine Sekunde, er ist ein Mensch der sich nimmt was er will. Die Ehe macht einen sehr lieblosen Eindruck. Ich glaube aber auch das da die Erziehung von Maximilian mit reinspielt, er wird es nicht anders kennen. Alleine die getrennten Schlafzimmer. :-s
      Wie er aber die Juden hergezogen ist, von wegen »war schon immer so das man auf ihnen rumgehackt hat« und »sind doch selbst Schuld wenn sie hierbleiben« ist hass in mir aufgelodert. Ist das sein ernst?! Da er doch so dick mit seinen Busenfreunden ist, dürfte ihm nicht unbekannt sein was für horrende Summen die Menschen zahlen müssen damit sie vielleicht ausreisen können. Was für eine versnobte, weltferne Meinung ist das denn?! »Das war schon immer so mit den Juden und da die Nazis an der Macht sind unterstütze ich die mal« ](*,) :puker: :puker: :puker:
      Jules dagegen erklärt es ja warum manche Menschen nicht gehen können/wollen. Ich kann auch sehr gut nachvollziehen warum er bleiben will obwohl er selbst in Gefahr ist. Er ist ein sehr einfühlsamer Mensch, das merkt man ja schon daran wie er sich gegenüber Dora verhält er sie von dem Selbstmord abhält. Er handelt auch sehr selbstlos, auch wenn sie ihn jeden Moment abholen können hilft er anderen jüdischen Familien.
      Heinrich dagegen... :evil: Seine fixierung ist doch wirklich nicht mehr gesund, ich verstehe auch nicht wieso Maximilian das so zu entgehen scheint. Eigentlich ist es erbärmlich wie sehr Heinrich sich an Edith klammert obwohl die ihm mehr als einmal klar gemacht hat das sie nie eine Beziehung mit ihm anfangen wird. Das er dabei seine Machtposition ausnutzen will macht es nur noch erbärmlicher, er will also lieber ihre Liebe erpressen als zu hoffen sie auf anderen Wegen für sich zu gewinnen? ](*,) #-o :puker: Ja, so wird sie bestimmt besser von ihm denken.... Leider spielt sich Heinricht ja nicht nur auf, er hat tatsächlich Macht und das macht ihn gefährlich.
      Def. Moudschegiebchn: Des's'säggssch ün heest Marienkäfer.
      »Ich stupste sie zusammen, ließ sie klimpern, klickern, Lachstein und Buchstein kicherten sich eins.
      Natürlich. Lachstein erzählte Buchstein einen Witz.« Ulla Hahn, Aufbruch
    • Moudschegiebchn schrieb:

      Ziemlich früh gab es auch in den Straßenbahnen agbeteilte Bereiche nur für Juden bzw. Arier. Diese wurden durch ein Band getrennt, einfach um deutlich zu machen wer wohin gehört...

      Das ist oder war leider ein weiter verbreitetes Phänomen. Man denke an die schwarze Bürgerrechtlerin Rosa Parks, die sich dergleichen Diskriminierung (in diesem Fall von Farbigen) in den öffentlichen Verkehrsmitteln in den USA nicht gefallen lassen wollte.
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
    • Moudschegiebchn schrieb:

      Man hat ihnen doch schon alles genommen, warum dann nicht einfach ausreisen lassen damit "dieser Abschaum" wie sie es genannt haben nicht mehr in "ihrem" Land ist?

      Ja, das war auch wirklich pervers, aber wenn man ausreisen wollte und durfte, brauchte man eben auch ein Land, das einen aufnahm und die Begeisterung dort, die jüdischen Flüchtlinge aufzunehmen, hielt sich im Ausland eben leider auch in Grenzen. Das war ein grauenhafter Kreis, in dem sich die Menschen damals bewegt haben. Später, also ab 1941 war dann ohnehin jede Auswanderung verboten, weil man die Gesamtvernichtung, also ihren Genozid, bestimmt hatte.

      Moudschegiebchn schrieb:

      Was damals alles erlassen wurde finde ich sowieso irre.

      Absolut. Wenn man sich überlegt, dass später Gesetze erlassen wurden, dass Juden keine Seife oder Rasierseife kaufen durften oder sämtliche optische und technische Hilfsmittel abgeben mussten. Da findet man einfach keine Worte für!

      Moudschegiebchn schrieb:

      Wie er aber die Juden hergezogen ist, von wegen »war schon immer so das man auf ihnen rumgehackt hat« und »sind doch selbst Schuld wenn sie hierbleiben« ist hass in mir aufgelodert. Ist das sein ernst?! Da er doch so dick mit seinen Busenfreunden ist, dürfte ihm nicht unbekannt sein was für horrende Summen die Menschen zahlen müssen damit sie vielleicht ausreisen können. Was für eine versnobte, weltferne Meinung ist das denn?! »Das war schon immer so mit den Juden und da die Nazis an der Macht sind unterstütze ich die mal«

      Ja, hier zeigt sich wirklich der kalte Zynismus von Maximilian und wie er wirklich denkt.
    • €nigma schrieb:

      Das ist oder war leider ein weiter verbreitetes Phänomen. Man denke an die schwarze Bürgerrechtlerin Rosa Parks, die sich dergleichen Diskriminierung (in diesem Fall von Farbigen) in den öffentlichen Verkehrsmitteln in den USA nicht gefallen lassen wollte.


      Finde ich toll, dass du das erwähnst! Da könnten wir die Diskussion gleich weiterführen - aber das würde hier vielleicht ein bisschen den Rahmen sprengen ...
    • Kapitel 63 - 71

      Carla ist zurück in London und hat ein Ticket gebucht für den gleichen Abend nach Berlin. Aber davor macht sie sich noch einmal auf zu David und fragt ihn nach seinen Motiven in Bezug auf ihren Vater und dessen Vergangenheit. Er erklärt ihr, dass die Sache von damals nicht mit der Hilfe für Jules zu tun hat. Sie sprechen auch über ihre Beziehung im Sommer und dann erzählt er ihr im Pub, dass ihre Schwester vermutlich noch lebt. Denn als er in Berlin war um zu recherchieren, ist er bei den Recherchen auf eine junge Frau aufmerksam gemacht worden, die Anastasia sehr ähnelt. Carla ist geschockt und fliegt nach Berlin.

      Jules trifft sich mit Edith um über Dora zu reden und Edith ist schockiert, dass Dora sie so täuschen konnte. Dora und Paul haben ein Haus in Kladow gekauft und Dora geht es nun mit dem Garten auch etwas besser. Im März 1939 beschließen Ediths Eltern und Bruder Deutschland zu verlassen. Sie überschreiben die Firma und ihre Wohnungen auf Edith und Maximilian. Maximilian ist für mich ein richtiges Ekel, der sich auch in der Zeit an den Zwangsverkäufen der Juden bereichert hat. Außerdem ist die Vorbereitung für den Krieg im vollen Gange. Edith versucht Jules zu finden, aber sie trifft nur die Nachbarin an. Auf dem Empfang im Kaiserhof trifft sie wieder auf Heinrich, der sie wieder versucht einzuschüchtern. Ein widerlicher Charakter, aber auch wiederum sehr gut dargestellt, wie alle Figuren. Sie sind einfach authentisch. Obwohl sie mit der Abreise ihrer Familie beschäftigt ist, sucht sie immer noch Jules. Sie trifft ihn auch und er zeigt ihr, wie es den da gebliebenen Juden in Berlin ergeht. Sie ist schockiert und will helfen, aber Jules ist dagegen. Aber Edith will sich nicht fügen.
      Liebe Grüße von der buechereule :winken:

      Im Lesesessel
      Kein Schiff trägt uns besser in ferne Länder als ein Buch!
      (Emily Dickinson)


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      2017: 078/25.467 SuB: 2.006 (B/E/H:1.744/246/16)
    • buechereule schrieb:

      Maximilian ist für mich ein richtiges Ekel, der sich auch in der Zeit an den Zwangsverkäufen der Juden bereichert hat.


      Finde ich schön, dass du das nochmal erwähnst, denn daran zeigt sich sehr deutlich sein wahrer Charakter. An diesen "Zwangsarisierungen" haben sich damals ja unglaublich viele Deutsche bereichert. Das ist wirklich ein (weiteres) dunkles Kapitel, denn in vielen Fällen gab es auch nach dem Krieg nicht eine echte Wiedergutmachung dafür.
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