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Teil 3: "Jetstream" bis "Abendrot" (Seiten 268-398)

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    • Pixi schrieb:

      Diesen Satz von Will an Mona, S. 355 geht mitten ins Herz.
      Jeder sollte einen Will kennen


      Ja.
      "Nicht außerhalb, nur in sich selbst soll man den Frieden suchen. Wer die innere Stille gefunden hat, der greift nach nichts und verwirft auch nichts." (Buddha)
    • Die Kapitelüberschriften

      Ich hatte eben zwei Kapitelüberschriften erklärt bzw. interpretiert, doch beim Absenden ist mein Beitrag - oh Zufall - verloren gegangen. Das bestätigt, was ich ohnehin fühle - lest die Kapitelüberschriften über das Herz, nicht über den Verstand. Fühlt sie einfach.
      Ich möchte keine starren Interpretationen vorgeben oder euch ein Deutungsmuster aufzwängen. Natürlich sind es Begriffe aus der Wissenschaft der Meterologie, stehen aber hier in einem großen emotionalen Kontext. Ich habe ihnen damit quasi eine zusätzliche Bedeutungsebene verschafft.
      Interessant fand ich aber bei der Recherche, wie viele wunderbar poetische Begriffe es in der Wissenschaft vom Wetter doch gibt. Das will so gar nicht zu einer Naturwissenschaft passen - und doch passt es, weil die Menschen immer wieder am Vorhersagen des Wetters scheitern, da es "höheren Mächten" unterworfen ist, genau wie Adrian beim Spiel mit dem Wind.
      "Nicht außerhalb, nur in sich selbst soll man den Frieden suchen. Wer die innere Stille gefunden hat, der greift nach nichts und verwirft auch nichts." (Buddha)
    • Pixi schrieb:

      Ich finde dieses Kapitel so traurig, Mona und Adrian geht es beiden schlecht. Am liebsten hätte ich das Buch zugeklappt, damit die beiden "zusammenprallen"

      Dieses Kapitel hat einem das Herz wirklich schwer gemacht. Beide gehen von falschen Tatsachen aus und verrennen sich so sehr in ihre falschen Gedanken. Das ist unendlich traurig. Dann zusätzlich dieses Konzert und die ganzen Gefühle, die bei Mona hochkommen. Das ist einfach wahnsinnig toll beschrieben und mir hat wirklich das Herz geblutet bei beiden Teilen in diesem Kapitel.

      backmausi81 schrieb:

      Ich finde es voll lieb von Helen, das sie Adrian hilft, obwohl sie so von ihm abserviert wurde. Ich finde in Helen steckt ein feiner Kern und sie ist total sympathisch.

      Helen hat wirklich eine tolle Rolle in diesem Kapitel übernommen. Übrigens genauso wie Judith. Die beiden sind für Mona/Adrian da und kümmern sich sehr liebevoll um sie, wissen genau, was die beiden gerade brauchen. Da können sie froh sein solche Freunde an ihrer Seite zu haben.

      Ein tolles Zitat habe ich noch gefunden:
      ​Ich war so wach, so gegenwärtig, als es geschah - so offen, um ihm einen sicheren Platz in meinem Herzen zu geben, für immer. Wie kriege ich ihn nur wieder dort heraus - und wie bringe ich meinem Herzen bei, dass es sich getäuscht hat? Es benimmt sich, als wolle es ihn nie mehr hergeben.

      Manchmal sollte man eben einfach auf sein Herz hören und ich hoffe sehr, dass Mona das auch noch tun wird. :love:

      Ich :study: gerade:
      George R.R. Martin - A Clash of Kings
    • Bettina Belitz schrieb:

      Pixi schrieb:
      Diesen Satz von Will an Mona, S. 355 geht mitten ins Herz.
      Jeder sollte einen Will kennen

      Ja.


      Und genau deswegen habe ich gestern in der Buchhandlung angerufen und gebeten mir 3 x Mit uns der Wind zu bestellen :pale:
      Diese Bücher werde ich nach und nach an wichtige Personen verschenken.
      Das Buch soll Mut machen, Hoffnung geben neue Wege einzuschlagen und nicht an dem was geschehen ist festzuhalten.
      Ich hoffe diese Person kann aufgrund ihrer Einschränkungen, was die Konzentration und die Merkfähigkeit angeht dieses Buch in vollen zügen genießen. Ich hoffe einfach, dass sie emotional mit den Protagonisten oder auch vorerst nur mit Mona mitfühlen kann, dass sie sich an die Einzelheiten des gerade Gelesenen erinnert. :friends:
      Ich werde es ausprobieren und gemeinsam mit ihr über die Inhalte sprechen, ihr erneut davon erzählen und sie neugierig machen, damit sie dran bleibt und diese tolle Geschichte sie aufmuntert.
    • Monas Albtraum & Wills Worte dazu (bis Kapitel Grüner Strahl)

      Bei der Interpretation ihres Albtraums nach dem Kiten macht Mona einen entscheidenden Fehler, der all ihre Ängste hervorbrechen lässt: Sie bezieht ihn auf Adrian und sich. Sie war sich die ganze Zeit so sicher, dass ihre Träume von ihren Mitmenschen erzählen, dass sie gar nicht auf die Idee kommt, dieser Traum könne etwas anderes meinen. Und so denkt sie, dieser "dunkle böse Mann", der nach ihr greift, sei Adrian gewesen.
      Will bringt im Telefongespräch schon etwas Licht hinein, indem er sagt, dass dieser Traum einer dieser Träume sein könnten, die fast jede werdende Frau irgendwann im Laufe ihrer späten Jugend hat. Ich hatte ihn übrigens auch ... Und ich weiß, dass meine Schwester und Mutter ähnliche Träume hatten, in unterschiedlichen Varianten, aber immer war es der "böse Fremde", der nach einem greift und einem nach dem Leben trachtet.
      In dem wunderbaren Buch "Die Wolfsfrau - Die Kraft der weiblichen Urinstinkte" erklärt die Autorien Clarissa Pinkola Estés anschaulich, was es mit diesem Traum auf sich hat.
      Ich zitiere:
      "Der innewohnende Räuber taucht nicht nur in vielen Märchen auf, sondern auch in den nächtlichen Träumen der Frauen aller Zeiten und Rassen. Es gibt einen weltweit verbreiteten weiblichen Einweihungstraum, dessen Grundmuster so universell ist, dass kaum eine Frau das Alter von fünfundzwanzig erreicht, ohne eine Variante dieses Traums geträumt zu haben. Meistens wachen Frauen angstvoll zitternd, mit klopfendem Herzen und ruckhaft aus diesem Albtraum auf."
      Für die Autorin - eine Jungianerin und Geschichtenerzählerin - ist es offensichtlich, dass wir in diesem Traum nicht mit einem Bösen von Außen konfrontiert werden, sondern mit den eigenen "Räubern der Psyche", die sich jedoch in Gestalt eines bösen Mannes zeigen. (Es kann also in Monas Falle gar nicht Adrian sein, aber das weiß sie natürlich nicht ...)
      Ich zitiere weiter:
      "Bei einer sehr jungen Frau ist ein solcher Traum ein recht zuverlässiger Hinweis darauf, dass sie beginnt, den angeborenen Räuber in ihrer Psyche wahrzunehmen und sich mit seinen Umtrieben auseinanderzusetzen. In anderen Fällen kann der Traum auf eine vernachlässigte und verdrängte Fähigkeit in der Psyche der Träumerin hinweisen, die jetzt wiederentdeckt und an die Oberfläche geholt wird. (...) Träume sind Pforten zum Nächsthöheren; sie sind Vorbereitungen und Übungsschritte, damit der nächste, entscheidende Schritt von der ganzen Person vollzogen werden kann, nicht nur von einem vorwitzigen, abgespaltenen Aspekt der Ganzheit."
      Um das auf Mona zu beziehen: Durch ihre Krankheit und die damit verbundenen Träume hat Mona eine für ihr Alter ungewöhnlich gute Intuition entwickelt. Da sie immer wieder die Kontrolle verliert, hat sie diese "schwarzen Flecken" durch Einfühlungsvermögen und eine spirituelle Reife, die für ihr Alter ungewöhnlich ist, ausgeglichen. Nun aber folgt sie dieser Intuition (bei Adrian), blendet die Krankheit aber gewaltsam aus. Das kann nicht gut gehen. Sie tut, als habe sie keine Narkolepsie, doch was sie so besonders macht, rührt auch aus diesem Handicap. Damit beschränkt sie sich selbst und macht sich kleiner, als sie ist.
      Das geht so lange gut, solange sie nicht mit dem konfrontiert wird, was sie ist und gerade zu leben beginnt: Eine junge Frau in einem gesunden, vollkommenen Körper, der fühlen und (er)leben will. Durch die sexuelle Annäherung mit Adrian wird sie mit diesem Thema jedoch konfrontiert und alles will gezeigt und gelebt werden - dazu gehört nun mal auch die Schattenseite der Krankheit, die sich übrigens nicht mit der Vollkommenheit widerspricht.
      Gleichzeitig beginnt Mona zu erlauben, dass die Angst (Räuber der Psyche) mehr Macht erhält, als sie eigentlich wollte, und das erkennt auch Will. Deshalb sagt er:
      "Die Gefahr ist gebannt, wenn du das Licht anschaltest" - bedeutet: hinzuschauen beginnst, zu sehen beginnst, dich annimmst, wie du bist. "Der Mann kommt nicht von außen, er ist ein Teil von dir, von deinem Unterbewusstsein, genauso wie das Licht ein Teil von dir ist und das Haus für deine Seele steht."
      Mona selbst sagt: "Die Angst ist nachtschwarz, das fühle ich. Sie ist es, die mich abhalten wollte, das Licht anzuschalten. Sie hat sich nur als böser Mann verkleidet."

      Ich hoffe, ich konnte mit den Erläuterungen nun auch ein bisschen Licht ins Dunkel bringen ... wobei man den Traum auch einfach nur fühlen kann und dabei wird man spüren, dass er sich anders anfühlt als die Drachen-Träume.
      "Nicht außerhalb, nur in sich selbst soll man den Frieden suchen. Wer die innere Stille gefunden hat, der greift nach nichts und verwirft auch nichts." (Buddha)
    • Warum sagt Will Adrian nicht, was mit Mona ist und wo er sie findet, und erzählt Mona nichts vom Gespräch mit Adrian?

      Darauf gibt es mehrere Antworten. Zunächst einmal DARF Will es schlicht und ergreifend nicht. Als Heilpraltiker untersteht er der Schweigepflicht. In diesem Falle sogar beiden gegenüber - Mona und Adrian. Er darf nicht dem einen von dem anderen erzählen, denn damit würde er seine Schweigepflicht unterlaufen und vor allem Mona sucht ihn als Patientin auf. Will ist seriös genug, um sich daran zu halten.
      Doch auch ohne Schweigepflicht würde er es nicht tun, denn Will weiß, dass er nicht auf diese Weise ins Leben anderer Menschen eingreifen darf, sondern sie ihren eigenen Weg gehen lassen muss. Es wäre auch wirklich sehr heikel in diesem Fall. Wie Will schon sagt: Wenn Adrian nun aktiv würde, könnte es sein, dass Mona wegrennt. Gleichzeitig muss Mona sich dem stellen, was passiert ist, und damit auch ihrer Angst stellen. Nur so kann sie wachsen!
      Würde Will Mona gegenüber eine väterliche Rolle übernehmen, sie zur Adrian führen und mit ihm reden, hätte wieder jemand anderes ihr Leben geregelt. Doch es ist Zeit für Mona, flügge zu werden und erneut zu prüfen, was sie alleine schaffen kann und wie sehr sie dabei ihrer Intuition und ihrem Körper vertrauen kann. Will weiß um die absolute Notwendigkeit dieser Lektionen. Er verhält sich also vorbildlich.
      Gleichzeitig muss Adrian lernen, dass Passivität - ausgedrückt und gelebt wie ein Krieger - auch ihre goldene Seite haben kann. Adrian hat sich immer für seine Passivität verflucht, aber nun hat er zum ersten Mal die Mitte zwischen Handlung (Will kontaktieren) und Abwarten gefunden bzw darf sich darin ausprobieren. Das bedeutet aber auch, (ins Leben) zu vertrauen; etwas, woran es Adrian mangelt. Will zitiert hier sehr passend Voltaire: "Ein Augenblick der Geduld kann vor großem Unheil bewahren, ein Augenblick der Ungeduld ein ganzes Leben zerstören." Adrian kann nun die Erfahrung machen, dass seine passive Seite gar nichts Schlechtes ist, wenn er sie in den richtigen Momenten zulässt und zu seiner Königsdisziplin erklärt - und das muss er im Spiel mit dem Wind übrigens auch tun.
      Will ermuntert Mona und Adrian also, ihre besonderen Eigenschaften vertrauensvoll zu leben und zu kultivieren - und ein spiritueller Lehrer macht genau das. Er handelt nicht für andere, sondern lässt sie handeln und sich ausprobieren, aufdass sie stark, frei und groß werden und ihre eigenen Schritte gehen.
      Wenn man das nicht gewöhnt ist, könnte man es gemein oder "spooky" finden. Doch ich kann nur sagen: Hut ab, Will!
      (Will ist jedoch auch ein Mensch und ich glaube, er musste sich vor allem Mona gegenüber ganz schön am Riemen reißen, um nichts zu sagen ... :wink: )
      "Nicht außerhalb, nur in sich selbst soll man den Frieden suchen. Wer die innere Stille gefunden hat, der greift nach nichts und verwirft auch nichts." (Buddha)
    • Clip "Take me with you"

      Hier der Link zu dem Video, das Adrian als einziges auf seinem Kanal gelassen hat und das nicht von ihm stammt, das er aber mit dem Zitat "Be like water, my friend" kommentiert hat.
      "Nicht außerhalb, nur in sich selbst soll man den Frieden suchen. Wer die innere Stille gefunden hat, der greift nach nichts und verwirft auch nichts." (Buddha)
    • bis zum Ende

      Bettina Belitz schrieb:

      Doch ich kann nur sagen: Hut ab, Will!
      (Will ist jedoch auch ein Mensch und ich glaube, er musste sich vor allem Mona gegenüber ganz schön am Riemen reißen, um nichts zu sagen ... )


      Das muss ich auch sagen. Er hat sich bestimmt so für Mona gefreut, dass es aus ihm heraussprudeln hätte können. Aber wie du schon sagt Bettina, er unterliegt der Schweigepflicht.
      Ich glaube dadurch, dass Mona und Adrian so zueinander gefunden haben ist das Vertrauen auch 1000x stärken, als wenn es mit Hilfe von irgendwem geschehen wäre.

      Ich habe das Buch soeben ausgelesen und bin noch völlig überwältigt. Meine Gedanken kann ich jetzt noch nicht zusammen fassen, ich werde aber eine Rezension schreiben und ich weiß jetzt schon, dass sie mit :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: Sternen und :love: :love: :love: :love: :love: Herzen aufallen wird.

      Auch habe ich mir vorgenommen, als eure Beiträge zu dieser Leserunde noch einmal zu lesen und sie auf mich wirken zu lassen.
      Am liebsten würde ich mein Lesezeichen wieder nach vorne in das Buch legen :uups:

      Der Prolog lässt sich nun auch viel leichter verstehen und er sagt so viel aus!
      [...] Und endlich eins werden.

      Ganz ehrlich, mir würde es auch gut tun, endlich eins zu werden. Es wird ein schwieriger Weg und ich kann nur hoffen auch Menschen wie Will, Sina, sowie Judith und Sanne zu begegnen :friends:
    • Pixi schrieb:

      Ganz ehrlich, mir würde es auch gut tun, endlich eins zu werden. Es wird ein schwieriger Weg und ich kann nur hoffen auch Menschen wie Will, Sina, sowie Judith und Sanne zu begegnen


      Wie Will schon im Epilog sagt (für mich ist es Will, der da spricht ... ): "Es ist alles da." Deshalb reicht es aus, wenn du dir selbst begegnest, auch wenn es über die Spiegel unserer Mitmenschen manchmal schneller geht, sich selbst zu erkennen. Aber eigentlich ist alles in uns.
      "Nicht außerhalb, nur in sich selbst soll man den Frieden suchen. Wer die innere Stille gefunden hat, der greift nach nichts und verwirft auch nichts." (Buddha)
    • Pixi schrieb:

      Im Erwachsenenalter, in denen sich Manuel, Mona, Sina und Adrian befinden, ist es auf jeden Fall ein Zeichen von Überforderung, Verzweiflung und diese Situation im Moment nicht lösen zu können.


      Tränen reinigen die Seele.

      Pixi schrieb:

      Der einzige Mensch, der dich so annimmt und versteht, wie du bist, solltest du sein. Dann ist es auch egal, ob die anderen es tun oder nicht. [...] Ich benutze meine Arme nicht, um andere vor dem Leben zu schätzen, sondern sie mitten hineinzustoßen.


      Das Buch ist voll von schönen Vergleichen. :drunken:

      Pixi schrieb:

      Jeder sollte einen Will kennen


      Schön formuliert und es ist teilweise schon urkomisch wie das Schicksal sowas beeinflusst. Als es mir am schlechtesten ging fand ich bzw. wurde ich durch Will gefunden (allerdings ist mein Will Mehrzahl :drunken: ).

      Pixi schrieb:

      Kriton, Adrians Schulfreund gefällt mir richtig gut. Er hätte allen Grund sauer auf seinen Freund zu sein. Er wurde als Außenseiter ja auch von Adrian stehen gelassen. Jetzt findet er genau diesen schmalen Grad, was eine Freundschaft braucht.
      Er geht mir Adrian zu Monas Haus - gibt ihm aber zu verstehen, dass er seiner Entscheidung jetzt nach gehen muss, denn es gibt noch wen anderes in Kritons Leben, seine Schlangenbabys


      Ich hätte es schön gefunden, wenn diese Freundschaft intensiver geworden wäre. Ich meine sie wurde immerhin angedeutet, aber ich hatte das Gefühl, das Kriton eher weiter als Kumpel zu betrachten ist und nicht als richtig guter Freund (der wie ein Bruder ist).

      Bettina Belitz schrieb:

      "Be like water, my friend"


      Ich liebe dieses Zitat. :love: :thumleft:

      Pixi schrieb:

      Ganz ehrlich, mir würde es auch gut tun, endlich eins zu werden. Es wird ein schwieriger Weg und ich kann nur hoffen auch Menschen wie Will, Sina, sowie Judith und Sanne zu begegnen


      In irgendeiner Form begegnet man diesen Menschen ziemlich sicher, auch wenn ich lange nicht dran geglaubt habe. Es gibt halt auch sehr empathische Menschen.
      :study: Ulysses (James Joyce) 586 / 987 Seiten
      :study: Titan (Robert Harris) 232 / 541 Seiten

      SUB: 543
    • Es gibt da ein schönes Sprichwort aus dem Buddhismus:

      Der Lehrer erscheint, wenn der Schüler bereit ist.

      Das kann ein Will sein, das kann Will in Plural sein, das kann auch ein Tier sein, das einen fordert, eine Erfahrung, ein Erlebnis ... oder eben ein spiritueller Lehrer. Insofern kann man darauf vertrauen, dass man nicht alleine ist und einem jene Menschen, Wesen und Erfahrungen begegnen werden, die einem zur Weiterentwicklung dienen.
      Will heißt übrigens nicht zufällig Will. Will bedeutet für mich Wille, die Bereitschaft, da zu sein und zu verändern, und das nicht nur im Lehrer, sondern auch im Schüler und umgekehrt. Schüler und Lehrer sind dann eigentlich nicht mehr zu trennen, denn für jeden seriösen Lehrer ist auch der Schüler jemand, von dem er lernt. So steht es ja auch im Epilog:
      "Sie sind ich und ich bin sie. Wir alle sind Meister."
      "Nicht außerhalb, nur in sich selbst soll man den Frieden suchen. Wer die innere Stille gefunden hat, der greift nach nichts und verwirft auch nichts." (Buddha)
    • Cookie02 schrieb:

      Allerdings muss der erste Schritt jetzt von Mona ausgehen, weil ich nicht wüsste, wie er sie finden sollte... obwohl ich am Ende des Kapitels - als er überlegt sich jemandem anzuvertrauen, der ihn nicht kennt und so eine Art Lehrer für ihn sein könnte - sofort den älteren Mann im Park im Sinn hatte, und wenn dieser und Mona's Will wirklich die selbe Person sind... dann wäre das noch eine Möglichkeit, wie sie sich wiedersehen könnten!

      Daran habe ich auch schon gedacht und ich hoffe, dass es so kommt. :lechz:

      Pixi schrieb:

      Ich hoffe das Wochenende oder die Tage auf dem Festival haben ihre Geschwister- und Vertrauensbindung gestärkt.

      Das glaube ich schon, denn Manuel hat ja gesehen, wozu Mona fähig ist und ich glaube sie hat sich nun auch ein bisschen mehr Respekt bei ihm verschafft mit ihrer Aktion.

      Pixi schrieb:

      Wie kommt er da nur gerade auf Köln?
      Köln und Bonn sind nicht so weit von einander entfernt.

      Wir wissen doch auch immer noch nicht, wo Mona wohnt, oder? Vielleicht habe ich auch etwas überlesen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wo das sein wird!

      Es scheint so, als wäre es mal an der Zeit gewesen, dass Mona und Manuel sich offen über ihre Krankheit unterhalten. Mona hat bis zu dem Zeitpunkt im Auto noch nicht gewusst, wie es ihren Eltern und ihrem Bruder am Anfang ihrer Krankheit ging und wie sie sich dabei fühlen? Dann wird's aber mal Zeit!
      Zum Thema Sina: Gut, ich kann mir vorstellen, wie blöd das alles für sie gewesen sein muss auf dem Festival, ist ja auch nachvollziehbar, aber wenn sie deswegen Manuel verlässt, dann ist sie eh nicht die Richtige für ihn, denn sowohl seine Freundin als auch Monas zukünftiger Freund sollten sich mit der Situation anfreunden können bzw. sie akzeptieren.

      Mona erlebt nach ihrem Hoch auf dem Festival nun so etwas wie ein schweres, tiefes Loch, in das sie fällt. Sie denkt, dass dieser Tag dazu dagewesen ist, ihr zu zeigen, dass sie ohne fremde Hilfe nicht zurechtkommt, dass sie für immer von ihrer Krankheit abhängig ist, dass sie sich ihrem Schicksal fügen muss. Aber sollte der Tag ihr bei alledem nicht auch gezeigt haben, dass es für sie möglich ist, etwas Neues zu wagen und ihre eigenen Erfahrungen zu machen? Vielleicht kommt das bei ihr später noch. Sie denkt ja im Moment noch, dass Adrian sie zu etwas gezwungen hätte, was sie noch nicht wollte. Irgendwie auch logisch, dass man erstmal in so ein Loch fällt.

      Adrians Mutter hat mich extrem aufgeregt.
      ​"Warum machst du das eigentlich?"
      "Bitte?" Mit einem künstlichen Lächeln dreht sie sich zu mir herum. Aha. Deshalb sollte ich verschwinden. Damit ich die Flasche nicht sehe. Denkt sie etwa, das ändert die Sache?
      "Das da!" Ich deute auf den Küchenschrank, dessen Tür immer noch einen Spalt offen steht. Ein vorwitziger Abendsonnenstrahl leuchtet hinein, sodass das Braun der Flasche golden aufglimmt. Rasch drückt Mama die Tür zu.
      "Ich räume den Einkauf ein, was denn sonst?"

      Ich finde es gut, dass Adrian seinen Mut zusammennimmt und seine Mutter darauf anspricht. Doch die tut weiter so, als wäre nichts. Sie muss auch schon eine extrem hohe Mauer um sich herum aufgebaut haben. Vielleicht ist es ihre einzige Möglichkeit, mit der Situation ihres Mannes umzugehen, aber ich finde es doch ziemlich feige von ihr und traurig macht mich das auch.

      Das mit Selinas Person war auch irgendwie wieder typisch Adrian. Guckt nicht richtig aufs Foto die ganze Zeit, sondern rennt wieder blind durch die Gegend, um sich selbst zu schützen. Und das hat er jetzt davon. Hätte er sich dieses Foto auf dem Person mal direkt im Wald angesehen, hätte er gleich gewusst, dass es nicht Mona ist, aber das Schicksal nimmt nun einmal seinen Lauf ... Immerhin kann er jetzt auf seine Intuition vertrauen und die Verbindungen zu Mona leichter herstellen.

      Noch ein wunderschönes Zitat zum Schluss:
      ​Welch ein Glück, unter Milliarden von Sternen den einen ganz besonderen gefunden zu haben. Und welch ein himmelschreiendes Unglück, ihn gleich darauf wieder verloren zu haben.

      Ich :study: gerade:
      George R.R. Martin - A Clash of Kings
    • Bettina Belitz schrieb:

      Will ermuntert Mona und Adrian also, ihre besonderen Eigenschaften vertrauensvoll zu leben und zu kultivieren - und ein spiritueller Lehrer macht genau das. Er handelt nicht für andere, sondern lässt sie handeln und sich ausprobieren, aufdass sie stark, frei und groß werden und ihre eigenen Schritte gehen.


      Ich mag deine Erklärung und ich glaube auch, dass es wichtig war, dass Mona und Adrian von selbst wieder zueinander finden. Der einzige Punkt, den ich nicht ganz nachvollziehen kann, ist, dass Will den Kontakt zu Mona in diesem Moment beendet hat. Ja, er wollte, dass sie sich nicht an ihn hält und lernt, sich selbst zu vertrauen. Doch hätte er den Kontakt zu ihr fortbestehen gelassen, hätte er - falls sich Mona und Adrian nicht wieder gefunden hätten - einem von beiden vielleicht doch noch in die richtige Richtung lenken können (wenn man von der Schweigepflicht mal absieht :uups: ). Deshalb fällt es mir schwer zu verstehen, warum er den Kontakt zu Mona in diesem Moment abgebrochen hat, ohne zu wissen, ob die zwei sich je wiederfinden? :scratch:
      Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen. Kurt Tucholsky :wink:

    • Purpurlicht

      Krass! Ich kann überhaupt nicht mehr aufhören zu lesen heute. Zum Glück habe ich heute einen freien Tag. Ich werde es heute definitiv durchlesen. :study:
      Was da passiert kann ich kaum in Worte fassen.
      Erst sieht Mona Adrians Auto direkt vor sich und jetzt das! Beide rufen Will mitten in der Nacht an, kurz hintereinander. Das gibt es doch gar nicht. Zufälle gibt es wohl wirklich nicht.

      Pixi schrieb:

      Was ein wunderbarer Satz Diesen Satz werde ich mir aufschreiben und in mir in schwierigen Situationen durchlesen. Es bringt nichts sich über etwas Geschehenes aufzuregen und sich zu ärgern.

      Ich habe mir diesen Satz auch markiert. Da sind mir ein bisschen die Tränen gekommen, als ich ihn gelesen habe. :uups: Das war einfach zu schön ausgedrückt in der Situation. Ich hätte auch gerne so einen Will in meinem Leben.
      Und noch einen Satz habe ich mir markiert:
      ​ Ich bin nicht auf der Welt, um Erwartungen zu erfüllen.
      :applause: Nagel auf den Kopf getroffen!

      Pixi schrieb:

      Merkt Will, das Mona und Adrian ihm die gleiche Situation schildern? Eben nur aus anderen Blickwinkeln?
      Ab wann mein ihr, merkt er es?

      Ja, er merkt es definitiv. Ich glaube er weiß es schon als Adrian ihm sagt, dass dieses Mädchen dauernd in Ohnmacht gefallen ist, aber definitiv weiß er es an dieser Stelle:
      ​Thomas ist ungewöhnlich still geworden, ich höre nur noch seinen Atem, ruhig und tief.

      Das ist kurz nachdem Adrian ihm die Situation geschildert hat und erzählt hat, was er ungefähr mit dem Mädchen gemacht hat.

      Habe in diesem Kapitel noch zwei kleine Fehlerchen gefunden:
      S. 329: ..., aber gleichzeitig verraten die Schatten und Ringe unter ihnen, dass er es nicht immer leichthatte.
      S. 336: nun mache diese Tatenlosigkeit zur deiner Königsdisziplin.

      Ich :study: gerade:
      George R.R. Martin - A Clash of Kings
    • Nebelmeer & Purpurlicht

      Nebelmeer

      Ich finde das Manuel noch total cool reagiert, als er das Tattoo von Mona sieht. Ich hätte sowieso gedacht, das er Mona von dem Festival runterschleift, sobald er sie gefunden hat. Aber das hat er nicht gemacht. Was wohl in ihn vorgeht, wo jetzt seine Schwester so rebellisch reagiert? Manuel ist ein guter Bruder, Ich glaube, das er immer für Mona da sein wird.

      Ich kann es verstehen, das Mona im Internet einen Jungen sucht. Dort kann sie sein wie sie möchte, ohne Krankheit, ohne einen Beschützer, einfach frei.

      Manuel ist mit der Krankheit von Mona aufgewachsen. Kein Wunder das er immer so besorgt um sie ist. Ob er damit klar kommt, das er nicht mehr auf Mona aufpassen soll? Ich glaube nicht. Ich glaube eher, das er henauso gefangen ist in der Krankheit von Mona.

      Purpurlicht

      Da hat der Will aber eine unruhige Nacht. Erst ruft Mona an und dann Adrian, aber keiner weiss von den anderen. Ob Will wohl mit guten Ratschlägen den beiden helfen kann, das sie zueinander finden. Ich finde es interessant das er von Mona "Will" und von Adrian "Thomas" genannt wird.
      :study: Ein Tag ohne ein Buch, ist ein schlechter Tag! :study:

      Gelesene Bücher 2015: 176
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      Bücherblog: Mausis Leselust
    • bis Seite 359

      Mona ist überzeugt davon, von Adrian vergewaltigt worden zu sein und völlig am Boden zerstört. Sie flieht zurück in die Sicherheit von Sannes und Judiths Zelt und bedient sich dort an deren Sachen. Schläft in ihrem Bettchen und isst von ihren Sachen (ja, ich musste dabei an Schneewittchen denken). Adrian ist ebenfalls am Boden zerstört und versteht die Welt nicht mehr - er hält Mona/Selina/Imagine für eine völlig durchgeknallte Braut mit Persönlichkeitsstörug, die für ihn sowas wie seine persönliche Rache für die Aktion mit Helen darstellt - Karma sozusagen (ich glaube übrigens, dass es sowas wirklich gibt ^^' Habe da auch schon was ähnliches erlebt).

      Judith und Sanne machen sich auf die Suche nach Mona und finden diese letztlich völlig verweint auf dem Festivalgelände. Sie schien selbst kaum noch zu wissen, wo sie eigentlich hin wollte. Einerseits möchte sie zurück zu Manuel und andererseits wollte sie auch das Konzert von 30 Seconds to Mars sehen, das sie sich aber eigentlich innerlich schon abgeschrieben hat. Doch Judith und Sanne haben andere Pläne und bringen sie kurzer Hand auf die Behindertentribüne des Konzerts. Die darauffolgende Szene des Konzerts ist unglaublich bildhaft und realistisch beschrieben, so dass ich das Gefühl hatte, als könnte ich das Konzert sehen und wenn ich nur lange genug auf Youtube suchen würde, vielleicht wirklich dieses Konzert finden. Für Mona ist das Konzert eine Mischung aus Trigger (weil sie es eigentlich mit Adrian besuchen wollte und dieser vorhatte sie auf die Schultern zu nehmen, so wie es nun die meisten Besucher tun), Herzenswunsch (da sie diese Band schon immer sehen wollte und viel mit der Musik verbindet) und Ventil (da sie die Botschaft der Musik als "Nein - zur Vergewaltigung" und "Nein - zu ihrem Schicksal", aber gleichzeitig als "Ja - zu ihrem Leben" sieht).

      Es stellt sich heraus, dass Judith und Sanne Manuel ebenfalls informiert haben und mit diesem vereinbart haben, dass sie sich das Konzert ansehen darf, oder zumindest einen kleinen Teil, bevor er sie dann mitnimmt. Mona will nun nur noch nach Hause und sich lieber wieder in ihren sicheren Käfig zurückziehen, als sich weiter der Welt auszusetzen, die sie nun so sehr verletzt hat. Adrian will ebenfalls von Rock am Ring fliehen, als wäre das Festival ein böser Traum gewesen, aus dem er schnell erwachen möchte. Es folgen klärende Gespräche zwischen Adrian und Helen (welche zu ihm steht und ihn nach Hause fährt) und Mona und ihrem Bruder (der doch mehr erleichtert als böse auf sie ist).
      Die Gespräche haben mir sehr gut gefallen, da sie viele der Punkre ansprechen, die mich gestört haben und ich Helens und Manuels Perspektive erfrischend fand.

      Monas Vergewaltigungsfantasie nimmt kein Ende - sie hat davor sogar solche Angst, dass sie nicht einmal daran denkt, dass sie grade die Idee der Vergewaltigung, die durch die Angst von ihrer Familie genährt wurde, als Tatsache abtut. Dabei ist es offensichtlich, dass Adrian sie höchstens am Busen angefasst haben könnte und da sie doch ein Blackout hatte und sie grade beim Liebesspiel waren, hätte sie ihr Obertel auch selbst ausgezogen haben können. Außerdem hat sie keine Verletzungen im Schambereich und kein Blut im Schlüpfer, obwohl sie noch Jungfrau ist und eine Vergewaltigung mehr Spuren hinterlassen hätte als Schlamm an der Hose, blaue Flecken und eine Beule...
      In ihrer Verzweiflung ruft sie ihren Heilpraktiker Will an (der nun eher wie ihr Psychologe wirkt - ein Heilpraktiker bietet sicher keine Seelsorge an und hat auch keine Ausbildung dazu - meine Mutter hat vor ein paar Jahren die Heilpraktikerausbildung gemacht und mir von 8ihren Fächern erzählt). Dieser bringt sie wieder zurück auf den Boden der Tatsachen und sorgt dafür, dass sie wieder klar denken kann. Sie schien bis dahin unter einer Art Schock zu stehen.
      Er leitet sie dazu an zu duschen, ein kleines Gläschen Alkohol zu trinken und eine lustige Serie zu schaun, bis er sie in einer Stunde wieder zurück ruft. So lange möchte er sich wohl um den anderen Fall kümmern, denn er hat noch einen zweiten Anruf erhalten.

      Auf der anderen Leitung ist Adrian, der Will als Qigong-Lehrer aus dem Park kennt. In ihrem Gespräch kommt mir Will völlig verändert vor. Er hat nichts mehr von dem netten, gelassenen Mann, sondern provoziert den aufgebrachten Adrian eher weiter. Eigentlich müsste er innerhalb von Sekunden erkannt haben, dass es hier um ein und denselben Fall geht, mischt sich aber nicht ein und behandelt beide so, als wüsste er nichts vom anderen. Andererseits hat er damit wohl recht, denn es ist nicht seine Aufgabe die beiden zusammen zu führen, sondern lediglich beiden aus ihrem Gedankenkäfig zu helfen. Adrian hat vor dem Anruf bei Will Kontakt zu Selina aufgenommen, die er für Mona hält. Er möchte ihr den Ausweis zurück geben und fragt sie deshalb nach ihrer Adresse (daraufin hab ich mir meinen Ausweis aus dem Geldbeutel geangelt, weil ich 100%ig überzeugt war, dass die Adresse da drauf steht und das tut sie auch :-, ). Habe ich hier etwas überlesen? Ist es vielleicht eigentlich ihr alter Schülerausweis oder Studentenausweis oder ist das ein Logikfehler? Jedenfalls merkt Adrian nun sehr schnell, dass Selina nicht Mona ist, aber stellt auch fest, dass er nun gar keine Chance hat sie unter all den Monas da draußen zu finden.

      Mona redet derweilen mit Sina, zu der sie plötzlich einen ungeahnten Draht findet. Nun hat das Buch nur aus der Perspektive von Mona und Adrian erzählt, aber es dennoch geschafft Helens, Manuels und Sinas Perspektive näher zu bringen, die ich mir, wie ich bereits angedeutet hatte, sehr gewünscht hatte.

      Ich bin gespannt, wie es ausgeht und hoffe darauf, dass Mona und Adrian ihren Weg finden, mit sich im Reinen, gereift, aber ohne Adrian als Medizinstudenten und Mona mit ihm in einer WG, das wäre mir zu viel Schmalz.
    • Kompletter dritter Abschnitt!

      Ich konnte gestern abend auch nicht mehr aufhören zu lesen und habe das Buch nun auch beendet. Und es war wirklich toll :love: .

      Am Anfang dieses Abschnitts war ich echt sauer auf Mona. Erstens, weil sie die Situation im Wald einfach so interpretiert und dann davonrennt, wie ein kleines Kind. Und dann, nachdem Manuel so toll reagiert hat und sie sogar noch einen Teil des Konzerts schauen ließ, will sie einfach nur noch weg. Ohne Rücksicht auf Verluste. Dass Manuel wegen ihr total übermüdet ist, ist ihr egal, Hauptsache weg von RaR. Das fand ich auch kindisch und rücksichtslos. Manuel hat mir da sehr gut gefallen, auch dass er fast Respekt zeigt wegen ihrem Tattoo. So hätte ich ihn gar nicht eingeschätzt.

      Dann aber bei der Szene mit Adrian bei Mona zuhause, hat Manuel meine Achtung wieder verloren. So wie er sich da aufführt, das geht ja gar nicht. Er ist der Bruder, dabei haben die Eltern die "Oberaufsicht" und die Mutter sieht auch endlich ein, dass sie bisher übertrieben haben, aber Manuel benimmt sich weiterhin wie ein Irrer. Irgendwo steht dann auch, dass er ohne die Aufpasserrolle gar nichts mit sich anzufangen weiß und sich dann seinem eigenen Leben stellen muss. Ich frage mich, ob Manuel sich da selber reinmanövriert hat oder ob die Eltern bzw. die Mutter (der Vater spielt hier ja kaum eine Rolle) das von ihm verlangt haben. Auf jeden Fall wird es Zeit, dass er sich da ändert.

      Adrian hat mir da schon ein bisschen leid getan. Er hatte eh schon Bammel vor der Begegnung und dann entpuppt sich das Ganze als "Familientag" und er weiß gar nicht, was los ist :shock: . Aber er merkt unterschwellig, dass die ganze Familie irgendwie von Angst beherrscht wird. Das war echt eine richtig krasse Szene. Aber zum Glück konnten Mona und Adrian alles klären. Zuerst ist Mona erschrocken, als Adrian erklärt hat, dass er nach Usedom gehen will, aber dann findet sie es doch richtig. Man merkt, sie will sich erst selbst finden und ausleben und danach kann sie sich eine richtige, enge Beziehung mit Adrian vorstellen.

      Achja, sehr schön fand ich auch noch, dass Mona sich nun mit Sina versteht und diese ihre Partei ergreift. Ich denke, dass die Beziehung zwischen Sina und Manuel nur eine Chance hat, wenn Manuel sich ändert und sich ein eigenes Leben aufbaut. Aber Sina ist mir da sehr sympathisch geworden.

      Insgesamt fand ich es ein sehr passendes, wunderschönes Ende. Es ist alles geklärt, aber das weitere Leben ist offen und der Fantasie des Lesers überlassen.
      2017 gelesen: 73 Bücher / 31132 Seiten

      :study: Die Gerechte - Peter Swanson
      :study: Eine kurze Geschichte von fast allem - Bill Bryson
      :study: Land der Verheißung - Leila Meacham
      :study: Woman in Cabin 10 - Ruth Ware
    • Jetstream und Nebelmeer

      Bettina Belitz schrieb:

      Das bestätigt, was ich ohnehin fühle - lest die Kapitelüberschriften über das Herz, nicht über den Verstand. Fühlt sie einfach.


      Ich frag trotzdem mal: Ist es denn Absicht, dass eine doppelt vorkommt? @Bettina Belitz

      Jetstream und Nebelmeer

      So nimmt das Festival also für beide sein Ende. Leider kommt es nicht nochmal zu einer Aussprache oder einer Begegnung, aber vermutlich wäre das auch noch viel zu früh. Beide sind verletzt und fühlen sich betrogen, aber wenigstens hat es für beide zumindest etwas Positives, was daraus entsteht: Mona erlebt doch noch "Closer to the edge" live und fasst da den Entschluss, dass sie auch in Zukunft nicht immer nur im Käfig leben will. Und Adrian spricht sich immerhin richtig mit Helen aus und kommt durch sie auf eine neue Idee: Kiten auf dem Wasser.

      Ich fand Helen in dieser Situation übrigens toll! Sie hätte immer noch sauer auf Adrian sein können, aber sie hilft ihm sofort und ist ehrlich zu ihm - das finde ich auch wichtig! Sie geht liebevoll mit ihm um und ich denke, das braucht er jetzt auch. Ich hoffe nur, er bereut es nicht irgendwann, all seine Videos gelöscht zu haben. Aber vielleicht merkt Mona daran, dass etwas passiert sein muss, wenn sie das sieht. (Falls sie jemals wieder auf den Kanal sehen sollte.) Die Begegnung zwischen Mona und Manuel hingegen war weniger positiv. Es scheint wirklich so zu sein, als würde er sich hinter der Krankheit seiner Schwester verstecken, damit er bloß nicht selbst sein eigenes Leben in die Hand nehmen muss.

      Ich finde es traurig, dass Manuel mit Sina schon so umgeht, als hätte er sie sowieso verloren. Das kann man auch anders lösen, wenn man es will - aber ich glaube auch, dass er sich auf Sina gar nicht richtig einlassen will. Er sagt es ja auch im Auto, dass er nicht weiß, was er ohne Sina überhaupt mit seinem eigenen Leben anfangen soll. Und ich muss zugeben, dass Mona mich in dieser Szene schon sehr genervt hat: sie will nicht anders behandelt werden wegen ihrer Krankheit, aber trotzdem hat ihr Bruder bitte nach ihrer Pfeife zu tanzen. Ich kann Sina da wirklich verstehen, ich würde auch seufzen. Erst will Mona unbedingt zu diesem Festival und dann muss sie natürlich auch bestimmen, wann wieder nachhause gefahren wird. Ich verstehe wirklich, dass sie gerne weit weg möchte, aber anstrengend fand ich sie da trotzdem! Und wo sind ihre Träume hin, aus diesem Käfig auszubrechen? Jetzt will sie sich wieder einfach nur fügen, aus eigenem Entschluss. Nun ja... da kann ich im Moment sogar Adrian besser verstehen, der versucht wenigstens, irgendeinen Plan für sich zu finden. Kriton klingt übrigens sympathisch am Telefon, vor allem dieses besondere Lachen.
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      Shame isn’t a quiet grey cloud, shame is a drowning man who claws his way on top of you, scratching and tearing your skin, pushing you under the surface.
      - Kirsty Eagar in "Raw Blue" -
    • Naraya schrieb:

      Ich finde es traurig, dass Manuel mit Sina schon so umgeht, als hätte er sie sowieso verloren. Das kann man auch anders lösen, wenn man es will - aber ich glaube auch, dass er sich auf Sina gar nicht richtig einlassen will. Er sagt es ja auch im Auto, dass er nicht weiß, was er ohne Sina überhaupt mit seinem eigenen Leben anfangen soll. Und ich muss zugeben, dass Mona mich in dieser Szene schon sehr genervt hat: sie will nicht anders behandelt werden wegen ihrer Krankheit, aber trotzdem hat ihr Bruder bitte nach ihrer Pfeife zu tanzen. Ich kann Sina da wirklich verstehen, ich würde auch seufzen. Erst will Mona unbedingt zu diesem Festival und dann muss sie natürlich auch bestimmen, wann wieder nachhause gefahren wird. Ich verstehe wirklich, dass sie gerne weit weg möchte, aber anstrengend fand ich sie da trotzdem! Und wo sind ihre Träume hin, aus diesem Käfig auszubrechen? Jetzt will sie sich wieder einfach nur fügen, aus eigenem Entschluss. Nun ja... da kann ich im Moment sogar Adrian besser verstehen, der versucht wenigstens, irgendeinen Plan für sich zu finden. Kriton klingt übrigens sympathisch am Telefon, vor allem dieses besondere Lachen.


      Auch zu diesem Rückfall Monas hab ich schon ein paar Sätze geschrieben ... Schau am besten mal in meinen Beitrag zu Monas Albtraum. Vielleicht beantwortet das ein paar Fragen zu Monas widersprüchlichem Verhalten. Ich denke, man kann auch hier versuchen, sich in Nachsicht zu üben. Wir alle haben schon unsere Rückfälle gehabt, wenn wir etwas Neues versucht haben, und bei Mona war es wirklich viel Neues auf einmal in sehr kurzer Zeit und das dazu noch mit realen gesundheitlichen Gefahren im Gepäck. Klar lässt sie sich nun von ihrer Angst einkassieren, doch nachdem diese Ängste so lange von ihrem Umfeld geschürt wurden, ist es absolut verständlich, dass sie nun denkt: Oh je, die hatten alle recht, nur ich habe mich geirrt ... Dann fällt es sehr schwer, auf das Neue zu vertrauen, zumal die Erinnerung an die Ursache ihrer Blessuren gelöscht ist.
      Fühlt euch mal da rein - ich glaube, da will jeder nur noch weg. Sich an etwas nicht erinnern zu können, kann große Ängste auslösen. Vergesst bitte auch nicht, dass sie Adrians Perspektive im Gegensatz zu uns nicht hat! Wir sind ihr um ein Vielfaches an Wissen voraus.
      "Nicht außerhalb, nur in sich selbst soll man den Frieden suchen. Wer die innere Stille gefunden hat, der greift nach nichts und verwirft auch nichts." (Buddha)
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