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Max Frisch - Homo Faber

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    • Homo Faber haben wir im Januar anfang dieses Jahr gelesen. Ich fand die Lektüre toll, nachdem ich entdeckt hatte, dass sich der Protagonist die ganze Geschichte hindurch am Verändern ist. Der Film dagegen ist - wenn ich so sagen darf - eine einzige Vergewaltigung des Buches. Es ist ja bekannt, dass Literaturverfilmungen meistens nicht so berauschend sind, aber dass die Atmosphäre überhaupt nicht eingefangen werden kann, geschweigedenn die gesamte Veränderung Fabers nicht in irgendeiner Weise aufzeichnet wurde, ist eine schwache Leistung - meiner Meinung nach!
      Klagt nicht, kämpft!
    • Ich habe das Buch vor etwa 2 Jahren in der Schule gelesen und ich fand es furchtbar. Das lag wohl vor allem daran, dass mir die Hauptperson sehr unsympathisch war und immer noch ist. Die GEschichte an sich hätte mir wahrscheinlich wohl gefallen, da sie auch relativ komplex ist und man viel zwischen den Zeilen lesen kann, aber durch die Gefühlskälte und Rationalität von Walter Faber, konnte ich nicht sehr viel mit diesem Buch anfangen.
      Wenn du vom Weg der anderen abkommst, geh deinen eigenen, auf das die anderen dir folgen!
    • ich muss sagen, ich konnte mit dem buch wenig anfangen.
      klar, es war als schullektüre sicher nicht eine der schlimmsten, aber mir lagen themen und personen darin nicht.
      technik, sein verhältnis zur technik, der technische umbruch und seine bedeutung für die welt ... mag für manche interessant sein, mich hat es eher gelangweilt als berührt.
      merveille.

      It was that kind of a crazy afternoon, terrifically cold, and no sun out or anything,
      and you felt like you were disappearing every time you crossed a road.

      Catcher in the Rye. ♥
    • Das war die letzte Lektüre die ich lesen musste, letztes Halbjahr glaube ich. Ich war soweit ich weiß die einzige aus meiner Klasse die es trotz Pflicht komplett gelesen hat. Ich fand es auch garnicht so schlecht, von mir gibt es :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: ich denke es hätte noch einen mehr gegeben wenn es nicht so eine Pflichtsache gewesen wäre. Die Story war sehr interessant, obwohl dieses hin und her springen manchmal etwas verwirrend war.
    • 100. Geburtstag - wieder gelesen

      BabaYaga schrieb:

      Hui, dass ist schon eine Weile her als ich es gelesen habe. Es war eine Klassenlektüre...
      Angesichts des 100. Geburtstages von Max Frisch hier nun einige Bemerkungen zu einem seiner bekanntesten Bücher: Homo Faber. Ein Klassiker der Schullektüre. Puh. Man musste es lesen. Gehört zum Kanon. Und das in einer Lebensphase, in der man eine gewisse Aversion gegen alles entwickelt, das man "muss". Und so entgeht einem so manche Buchperle, so manche Leseerfahrung, die unter anderen Umständen faszinierend gewesen wäre - wie mir. Jahre fristete Homo Faber in meinem Bücherregal ein Staubfänger-Dasein (und er befand sich da in guter Kanon-Gesellschaft), bis ich ihn den Roman pünktlich zu Frischs 100. wieder zur Hand nahm, ein bisschen drin herum blätterte - und dann zu lesen begann.
      Und, es geschah Erstaunliches: Ich fand den Roman spannend., nicht so spannend wie ich so manch anderes Buch finde, aber dennoch: Der Staub rieselte vom Buchrücken, da ich Seite für Seite las. Was wie ein Abenteuerroman mit der Notlandung eines Flugzeuges begann, wurde immer dramatischer. Liebe. Verwicklungen. Inzest. Schuld. Und dann ein Ich-Erzähler, der in seiner technoiden Weltsicht, „Alles ist machbar“, mit dem so ganz unlogischen Schicksal konfrontiert wird. Die Brüche in dieser Weltsicht werden schnell deutlich, immer deutlicher, um so mehr, da er diese Erzähl-, diese Gedankenperspektive nicht aufgibt. Aber: Das, was wirklich wichtig ist, lässt sich mit Ingenieurskunst, Macherfertigkeit, nicht einfach beherrschen. Das Menschliche bleibt auf der Strecke. Es ist gleichzeitig erschreckend und rührend zu lesen, wie Faber vergeblich versucht, an seiner rationalen Weltsicht festzuhalten. Faber ist nicht sympathisch. Ganz und gar nicht. Aber nicht jeder, der einem etwas Wichtiges mitzuteilen hat, ist nett.
      Der Stil des Buches ist kühl, mit einem brodelnden Untergrund an Leidenschaft. Homo Faber war, jetzt da ich nicht muss, leicht zu lesen. Klarer Stil, spannende Handlung, Figuren, die eigentümlich authentisch agieren. Ein Klassiker? Anscheinend. Ein Buch, welches das Staubfänger-Dasein verdient? Ganz sicher nicht. Schon gar nicht in einer Welt, die so kompliziert geworden ist, dass ein Hang nach einfachen Lösungen besteht.
    • Im Zuge meines im letzten Jahr begonnenen Projekts, alte Lieblingsbücher noch einmal zu lesen und zu ergründen, ob ich sie genauso gut finde wie vor 10, 20 oder wie vielen Jahren, stieß ich auf das Hörbuch zu "Homo faber", so dass ich hörte, was ich schon kannte, und neue Bücher parallel lesen konnte.

      Was mich heute erstaunt, ist die fast prophetische Gabe des Autors in Sachen technische Entwicklung: Er gibt Walter Faber z.B. den Gedanken ein, dass sich Menschen in der Zukunft nicht mehr persönlich treffen müssen, um miteinander zu kommunizieren. Erstveröffentlichung des Buches war 1957!

      Faber ist der Prototyp eines Menschen, der alles für machbar hält, sachlich, intellektuell und scheinbar unberührt von Emotionen und Affekten. Er tut alles, um die nicht-beherrschbaren Gefühle und Begegnungen aus seinem Leben zu verbannen. Und muss feststellen, dass Zufälle und das Unplanmäßige stärker sind als der durchdachte Entwurf.
      Das Buch ist nichts anderes als eine breit angelegte Rechtfertigungsrede Fabers zum Beweis, dass er an den Widrigkeiten seines Lebens und den Schmerzen, die er anderen zufügt, unschuldig ist, auch wenn er sich durch seine nächsten Handlungen bereits selbst widerlegt.
      Seine Veränderung geschieht leise, unmerklich beinah, ist vor allem eine Veränderung der Wahrnehmung: Faber sieht seine Umgebung auf einmal, er betrachtet Naturschönheiten, das Auftreten und den Alltag anderer Menschen ohne sie zu bewerten und ohne die Überheblichkeit, die man an ihm kennt.

      Meine damalige Wertung von :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: bleibt.
      Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

      Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)
    • Zu diesem Buch bin ich eigentlich ganz zufällig gekommen. Meine Tochter brachte eine Literatur-Liste aus der Schule mit und fragte mich, für welches der genannten Bücher sie sich nun entscheiden soll. Nachdem ich früher schon so gerne "Stiller" von Max Frisch gelesen habe, zog ich mal den alten "Homo faber" aus dem Regal. Um mir einen ersten Blick über die Lektüre zu machen, wollte ich ein bisschen reinlesen.... tja, und dann konnte ich gar nicht mehr aufhören. Gestern habe ich nun Homo faber beendet und ich muss sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat. Die Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen und ich mag auch den Stil Frischs sehr gern. Dieses Kurze, etwas Atemlose. Mir war Walter Faber auch überhaupt nicht unsympathisch. Aber vielleicht liest man das mit Ü40 auch aus einem anderen Blickwinkel heraus. :-, Außerdem bin ich eh nicht so der Romantiktyp und mag es auch ganz gern, wenn mal kein Happy End folgt (im Buch wie im Film). Von mir gibt's :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: aber auch nur deshalb keine 5, weil ich mir die für die ganz ganz ganz besonderen Bücher aufspare :wink:
      :study: Ursula Poznanski "Aquila"
      :study: Sarah Maas "Das Reich der sieben Höfe - Dornen und Rosen"

      :musik: Stephen King "The Stand"

      ***************************
      quidquid agis prudenter agas et respice finem
    • Ich habe "Homo Faber" damals in der 11. Klasse gelesen und fand es damals - im Gegensatz zum Goethe und Schiller Schnickschnack - toll. Obwohl im ganzen Buch ein depressiver Unterton mitschwang. Zumindest habe ich das so empfunden.

      Und an ein Zitat erinnere ich mich bis heute: "Tu sais que la mort est femme ... et que la terre est femme!" :|
    • Wie wahrscheinlich bei vielen anderen auch ist "Homo Faber" an unsrer Schule eine der am meisten gelesensten Lektüren in der Oberstufe.
      So bin auch ich gleich damit konfrontiert worden.
      Dabei muss ich sagen, dass "Homo Faber" mir sehr gut gefallen hat.
      Es war bis jetzt eigentlich eine der besten Schullektüren.
      Walter Faber kam zu Anfang sehr komisch und fremd rüber, wurde im Laufe des Buches aber immer menschlicher und kehrte sich von seinen Prinzipien ab.
      Die Problematik im Buch fand ich gut dagestellt und auch nachvollziehbar, nicht übertriben oder abgehoben.
      Von mir gibts :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: für ein gelungenes Werk.

      "Sei ein Sonnenkind dein Leben lang, denn nur wer Sonne hat, kann Sonne geben."

      :tanzen:
    • Ich hab es als Hörbuch, gelesen von Felix von Mannteuffel. Drauf gekommen bin ich eigentlich über den Sprecher, weil ich den so gerne höre.
      Ich bin ja nicht so ein Klassiker-Leser, aber das Buch, bzw. Hörbuch war einfach klasse. Mein Sohn hatte das Buch vor kurzem in der 10. Klasse in Deutsch durchgenommen und war ebenso begeistert wie ich. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      Es Grüessli

      Lesley
      :winken:

      :study: Ich lese bzw. höre gerade :montag:
    • FallenAngel schrieb:

      Das Buch war mir einfach ... wie könnte ich das beschreiben ... zu verquer und zu keine Ahnung. Jedenfalls hat mir weder die Geschichte, noch eine der beteiligten Personen gefallen. Auch die ganzen negativen Anspielungen Fabers bezüglich Frauen, Aberglauben etc. Das Buch war mir zu negativ und zu abwertend manchen Menschen gegenüber.
      *grins* Und genau wegen deiner Kritikpunkte mag ich Max Frisch. Er ist verquer und ohne den notorischen Nörgler kommen seine Bücher selten aus. Genau dieses etwas abgedrehte liegt mir aber wohl :wink:
      Ich habe Homo Faber seinerzeit in der Schule gelesen, wobei ich aber zumindest den Film vorher kannte. Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht auch das Buch schon vorher gelesen hatte. Jedenfalls war das Fazit: Tolles Buch, aber mit der Deutung meiner Deutschlehrerin, nach der der böse Faber einfach alles falsch macht und am besten an den nächsten Baum gehängt gehört, ging und gehe ich nicht überein. :lol:
    • CKStreet schrieb:

      Ich habe Homo Faber seinerzeit in der Schule gelesen, wobei ich aber zumindest den Film vorher kannte. Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht auch das Buch schon vorher gelesen hatte. Jedenfalls war das Fazit: Tolles Buch, aber mit der Deutung meiner Deutschlehrerin, nach der der böse Faber einfach alles falsch macht und am besten an den nächsten Baum gehängt gehört, ging und gehe ich nicht überein.



      Gut, dass Du den Homo Faber-Thread mal hochgeholt hast, CKStreet.

      Zuerst einmal bin ich erstaunt, dass Du an einem Pflichtlektüre-Buch noch etwas Gutes fandest, denn Deutsch-Lehrer haben ja eine große Gabe, mit ihrer "geekigen" Begeisterung den Schülern etwaiges Positives an solchen Büchern zu verleiden. Aber umso besser für Dich, wenn Du dieses Buch trotzdem noch magst. :thumleft: Kann ich übrigens voll verstehen.

      Wir mussten damals Max Frischs Biedermann und die Brandstifter als Hörspiel anhören und noch dazu mit-/nachlesen. Der Unterricht hat mir dieses Frisch-Werk wirklich vergällt (da kommen unangenehme Erinnerungen hoch). Der Homo Faber allerdings blieb ohne mentale schulische Vorbelastung für mich, bis ich ihn an irgendwelchen verregneten Sommertagen aus dem Regal meiner Schwester zog und fast in einer Sitzung durchlas. Homo Faber war lange Zeit für mich so etwas wie "mein Buch" - zum ersten Mal konnte ich erkennen, dass ein Schriftsteller eine Frage aufwarf, ohne gleich die moralische Antwort zu liefern; dafür hat er ein umso besseres Buch geliefert. Ich denke, ich liebe dieses Buch auch heute noch, habe es auch mehrfach verschenkt im Laufe der Jahre.

      Den Titel "Homo Faber" halte ich sowieso für den besten Buchtitel aller Zeiten - der Buchtitel schlechthin, weil er eigentlich schon als Inhaltsangabe fungiert:

      "Homo" - natürlich als Begriff aus der biologischen Taxonomie, aber auch als Übersetzung aus dem Lateinischen als "Mensch", denn Faber ist nun mal eine total menschliche Type mit menschlichen Schwächen und seinen Irrungen.

      "Faber" - sowohl als Nachname des Protagonisten als auch als Übersetzung aus dem Lateinischen als "Handwerker, Künstler, Schmied", ich würde sagen, hier im Sinne des sprichwörtlichen Schmieds, aus "Jeder ist seines Glückes Schmied". Das ist ja schließlich und endlich die zentrale Frage, die Frisch hier aufwirft: in wieweit kann der Mensch, noch dazu so ein Könner, hochtechnologisiert (für die damalige Zeit) wie der Faber, der über soviel Wissen und Fertigkeiten verfügt, wirklich über sein eigenes Schicksal verfügen und darüber bestimmen?

      Und "Homo Faber" zusammengenommen ergibt dann auch ein taxonomisches Wortspiel, also eine Klasse Mensch, der sich aus dem "Homo Sapiens" weiterentwickelt hat, wie man annehmen dürfte (dieser Buchtitel begeistert mich einfach immer wieder!)

      Und das war uns ist für mich Max Frischs Homo Faber auch heute noch (ja, ich merke gerade, ich liebe dieses Buch auch heute noch, oder gerade heute, in dieser Zeit): die Infragestellung der Bedeutung dieses Sprichwortes: Ist der Mensch wirklich "seines Glückes Schmied"?

      Kann man das nachvollziehen, dass dieses wirklich der genialste Buchtitel aller Zeiten sein muss, oder habe ich mich da wieder einmal total verfahren? :-k :eye:


      @CKStreet: Deine Lehrerin hatte schlichtweg "ein Rad ab", sie hat meiner Meinung nach nichts vom Buch kapiert - nur meine persönliche Meinung
      » Unexpected intrusions of beauty. This is what life is. «

      Saul Bellow, (1915-2005 ), U.S. author,
      in Herzog
    • Hypocritia schrieb:

      @CKStreet: Deine Lehrerin hatte schlichtweg "ein Rad ab", sie hat meiner Meinung nach nichts vom Buch kapiert - nur meine persönliche Meinung
      Nicht nur die :wink: Es kommt nicht von Ungefähr, dass Deutsch mein zweites Hassfach nach einer gewissen toten Sprache war. Es wundert mich bis heute, dass ich mit ein paar Jahren Abstand irgendwann freiwillig wieder an Bücher gegangen bin. Im Übrigen lese ich gerade wieder Max Frisch.

      Was den Buchtitel anbelangt, so finde ich ihn auch sehr gelungen. Allerdings habe ich mir noch nie allzu viel Gedanken um Buchtitel gemacht... solange sie nicht mit etwas wie"Monsteraliens vernichten die Erde" oder "Als ich super-süßes Girlie mit meinen magischen Shopping-Kräften die Männer verzauberte" ein großes Nicht-Anfassen-Schild vor sich hertragen :wink:
    • Ich habe Homo Faber erst nach der Schule gelesen - unsere einzige Schullektüre von Max Frisch war Andorra, doch das war eine meiner liebsten Schullektüren überhaupt. Als nun also meine Schwester Homo Faber mit nach Hause brachte, habe ich es auch lesen müssen.
      Und was soll ich sagen: Max Frisch kann es einfach. :wink:

      Der Schreibstil lässt sich sehr gut lesen, auch wenn er vergleichsweise anspruchsvoll ist, trotz meist eher kurzer Sätze. Ein Überbleibsel aus dem Deutsch-Unterricht ist voll, dass ich dauernd Stilmittel und Interpretationsansätze entdeckt habe... das hat mir den Lesespaß aber nicht verdorben, sondern eher noch erhöht, da es wirklich einige Möglichkeiten gibt, die Geschichte zu deuten.

      Die Geschichte selbst ist auf den ersten Blick zwar eher schlicht (und auch kurz zusammengefasst), aber es steckt eben in den Details und Frisch versteht es, kleine Anspielungen fallen zu lassen und durch Vorausdeutungen die Neugierde des Lesers zu steigern. Auch die verschiedenen Stationen, die Faber absolviert, sind faszinierend und die Veränderungen, die er durchläuft, nachvollziehbar und glaubhaft.
      Ich muss aber sagen, dass der erste Teil mir besser gefallen hat - Teil zwei war mir am Anfang zu verworren und undurchsichtig. In Teil 1 gab es zwar auch Stellen, die ich mehrfach lesen musste, aber Teil 2 war um einiges verwirrender, zumindest zu Beginn. Gegen Ende zog das Buch durchaus starke Momente aus der veränderten Erzählperspektive und gerade der letzte Satz ist unglaublich ausdrucksstark.

      Auch den Anhang habe ich voller Interesse gelesen; einige der Erklärungen haben dazu beigetragen, meine Meinung und mein Verständnis einiger Szenen zu revidieren, andere waren einfach nur interessant und wieder andere waren in meinen Augen belanglos, insgesamt aber kann man durch die Lektüre des Anhangs nochmal einiges mitnehmen.

      Ich gebe Homo Faber :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: ; hätte der zweite Teil mich zu Beginn nicht so verwirrt, wären es 4 Sterne geworden.
      Das Buch hat mir aber (gerade in Teil 1) wirklich gut gefallen und ich finde es schade, dass Homo Faber nicht eine meiner Abilektüren war...
      Carpe Diem.
      :study: James A. Sullivan - Die Granden von Pandaros
      2017 gelesen: 210 Bücher mit 84.869 Seiten (2016: 262 Bücher mit 102.636)
    • kampfguerkchen schrieb:

      second_chance schrieb:

      lol Ich glaub ich werde das Buch nicht lesen :mrgreen: zumindest in den nächsten Monaten nicht.
      Deinem Profil nach zu urteilen, würde dir das Buch auch nicht gefallen. Nicht bös gemeint ;)
      Nun habe ich das Buch wirklich gelesen, was eine gute Entscheidung war. Aber ich bin froh, damit noch ein paar Jahre gewartet zu haben.

      Die Handlung ist nicht mehr langweilig und ich musste auch über den Titel nachdenken. Ich glaube mit Homo Faber können sich viele teilweise identifizieren. Entweder weil man Fremden (gerade in öffentlichen Verkehrsmitteln) nicht offen gegenüber tritt, manchmal über seinen eigenen Schatten springt und darüber selbst erstaunt ist oder weil man Dinge tut, auf die man keine Lust hat.

      Der Schreibstil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig aber passt perfekt. Es sind kurze, schnörkellose Sätze. Nur das Wort "obschon" taucht manchmal etwas zu oft hintereinander auf.
    • Ich habe "Homo faber" trotz Deutsch Leistungskurs erstaunlicherweise nicht in der Schule gelesen. Aber unser Zehntklässler liest es jetzt in der Schule, deshalb werde auch ich meine Bildung erweitern und es auf dem E-Book-Reader mitlesen. Es lebe die Onleihe! :thumleft:
      Unser mittlerer Sohn hat es vor ein paar Jahren ganz freiwillig gelesen, als einer seiner Freunde es im Gymnasium lesen musste. Er fand es gut, jetzt bin ich sehr gespannt.
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
    • Hypocritia schrieb:

      Wir mussten damals Max Frischs Biedermann und die Brandstifter als Hörspiel anhören und noch dazu mit-/nachlesen. Der Unterricht hat mir dieses Frisch-Werk wirklich vergällt (da kommen unangenehme Erinnerungen hoch).

      Siehst Du, und bei mir kommen dabei nur angenehme Erinnerungen hoch. :) Frischs "Biedermann" und Zuckmayers "Hauptmann von Köpenick" waren die ersten Bücher bzw. Stücke, die wir in der Schule gelesen haben, und ich war stolz wie Bolle, es nun endlich mit "richtiger" Literatur zu tun zu haben. Außerdem habe sie mir eine leise Ahnung vermittelt von dem, was da noch an Schätzen auf mich wartet.
      Später haben wir dann auch "Homo faber" gelesen, woran - was selten vorkommt - die ganze Klasse Spaß hatte, aber wir hatten in der Unterstufe auch einen guten Deutschlehrer. Mein Favorit war damals aber "Mein Name sei Gantenbein".
      Mit Frisch ging es mir dann so wie mit Hesse und Hemingway, ich habe ihn seit meinen Jugendtagen nie wieder gelesen. Allerdings habe ich noch drei Bücher von ihm auf Halde, ich werde es demnächst wohl nochmal wagen.

      Gruß
      mofre
      :study: Ich lese gerade

      "What on earth could be more luxurious than a sofa, a book and a cup of coffee?" (Anthony Trollope)
    • Ich habe "Homo faber" inzwischen beendet und bin nicht übermäßig begeistert.
      Dass Walter Faber ein kühler und sachlicher Typ ist, eher an Fakten als an Beziehungen interessiert, hat mich nicht gestört, zumal ich mich da gut in ihn reindenken kann :wink: . Aber seine ständigen Entschuldigungen für seine Fehler machen ihn nicht sympathisch. Bei mir hätte er mehr gepunktet, wenn er z.B. ehrlich gesagt hätte: "Ich wollte Hanna damals nicht heiraten." als es so darzustellen, dass sie ihn nicht gewollt habe.
      Der Schreibstil hat mich stellenweise extrem genervt. Die kurzen, abgehackten Sätze passen zwar sehr gut zu seinem Charakter, als angenehm zu lesen empfand ich sie nicht. Vor allem die ständigen Wiederholungen ("wie gesagt","offen gestanden"), die sicherlich ein literarischer Kunstgriff sein sollen, gingen mir auf die Nerven.
      Das Schlimmste waren allerdings die Längen an einigen Stellen. Die endlos ausgewalzte Schilderung des holperigen Weges zum Haus seines früheren Freundes Joachim hätte mich beinah dazu gebracht, meinen E-Book Reader an die Wand zu werfen. Das Wort "Zopilot" wird mich bis in meine Albträume verfolgen.
      Der zweite Teil des Romans (die Reise mit Sabeth) hat mir dagegen besser gefallen, ich kam beim Lesen schneller voran und fand auch die Schilderung über das Leben in den Fünfzigern (die Emanzipiertheit Hannas, die "Freizügigkeit" Sabeths und die Tatsache, dass damals in schon beträchtlichem Ausmaß Geschäftsreisen per Flugzeug absolviert wurden - das hätte ich nicht erwartet) interessant.
      :arrow: Insgesamt komme ich auf :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: . Das Buch ist sicher besser zu lesen als manche anderen Schullektüren, aber die besondere "Verehrung" kann ich nicht nachvollziehen. :-k


      PS. Mein Sohn, der sich für die Schule gerade durchackert, fühlt sich nach eigener Aussage ebenfalls von oben angesprochener Schilderung der Fahrt zu Joachim nervlich extrem strapaziert. Ihm hat in diesem Schuljahr "Kabale und Liebe" besser gefallen.
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
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