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Hans Küng - Glücklich sterben?

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    Glücklich sterben? Hans Küng im Gespräch...

    von

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    Verlag: Piper

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 160


    ISBN: 9783492056731


    Termin: September 2014

    • Hans Küng - Glücklich sterben?

      Klappentext
      Hans Küng verbindet frühere Texte über das Sterben mit seinen Glaubensüberzeugungen und theologischen Einsichten zu einer klaren Position: »Glücklich sterben« im Sinne von Hans Küng hat nichts mit »Selbstmord« zu tun, sondern meint ein menschenwürdiges Ende des Lebens. „Gerade weil ich an ein ewiges Leben glaube, darf ich, wenn es an der Zeit ist, in eigener Verantwortung über Zeitpunkt und Art meines Sterbens entscheiden.“ Hans Küng
      Lange war es ein Tabu in Deutschland, und nun hat es ausgerechnet ein katholischer Theologe gebrochen. Hans Küng hat im Gespräch mit Anne Will erklärt, dass er es für erlaubt hält, sein Leben zu beenden, wenn es unerträglich geworden ist. Seitdem ist eine Diskussion im Gange, die keinen unberührt lässt. Ein Buch voller Argumente für eine realistische und trostreiche Sicht des Sterbens.
      Bislang galt gerade für Christen das absolute Verbot der Selbsttötung, unter welchen Umständen auch immer. Nun legt Hans Küng dar, dass er es für jeden Menschen erlaubt hält, sein Leben zu beenden, wenn es unerträglich ist. Und diese Meinung vertritt er nicht obwohl, sondern weil er gläubiger Christ ist, gerade weil er glaubt, dass der Tod nicht das Ende ist. Hans Küng fragt: Muss man immer alles aushalten, bis zum Schluss? Seitdem Hans Küng als junger Priester das qualvolle Sterben seines Bruders mit ansehen musste, seit er Zeuge des Dahindämmerns seines Freundes Walter Jens wurde, ist in ihm die Überzeugung gewachsen, dass niemand zu einer solchen Existenz gezwungen sein muss.
      (von der Verlagsseite kopiert)

      Zum Autor:
      Hans Küng, geboren 1928 in Sursee/Schweiz, ist Professor Emeritus für Ökumenische Theologie an der Universität Tübingen und Ehrenpräsident der Stiftung Weltethos. Er gilt als einer der universalen Denker unserer Zeit. Sein Werk liegt im Piper Verlag vor. Zuletzt erschienen von ihm »Was ich glaube«. (von der Verlagsseite kopiert)

      Allgemeine Informationen:
      Nach einem persönlichen Vorwort und der Einleitung über die Frage, ob Sterben glücklich sein kann, findet man die Abschrift eines Interviews mit Anne Will zum Thema, das die ARD am 20.11.2013 ausstrahlte.
      Im weiteren Teil des Buches äußert sich Küng, zum Teil mit sehr persönlichen Erfahrungen, zum Thema „Sterben, Tod und ewiges Leben“.
      In einem Postscriptum schildert er eine schwere gesundheitliche Krise in der Mitte des Jahres und wie er sie in Bezug zu dem vorher Gesagten und zu seiner eigenen Entscheidung versteht.
      159 Seiten

      Eigene Meinung / Bewertung:
      Er leidet an der Parkinson-Krankheit und Makuladegeneration (Augenerkrankung, die zur Erblindung führen kann), doch sein kämpferisches Wesen hat er nicht verloren. Möglicherweise ficht er zurzeit seinen letzten Kampf aus, sowohl mit der katholischen Kirche, als auch mit den Medien, als auch mit seiner eigenen Vergänglichkeit.
      Küng möchte den Zeitpunkt seines Todes selbst bestimmen dürfen. – Als Schweizer gerät er zwar nicht mit den Gesetzen seines Heimatlandes in Konflikt, aber als katholischer Priester mit den Geboten seiner Kirche. -

      Pauschal lassen sich die Positionen von Kirche und Küng so darstellen:
      -Die Kirche sagt: Gott gibt das Leben, und nur Gott hat das Recht, es zu nehmen; er bestimmt Tag und Stunde.
      -Küng sagt: Gott hat uns mit dem Leben auch die Verantwortung dafür gegeben. Nach einem Leben in Verantwortung darf der Mensch auch das Ende seines Lebens (und nur seines eigenen!) verantwortlich gestalten.

      Küng lehnt das Wort „Selbstmord“ ab, da „Mord“ als Begriff stets das Verbrechen an einem menschlichen Leben meint. Er spricht auch nicht von „lebensmüde“, sondern von „lebenssatt“, spielt also mit der Zweideutigkeit.
      Er geht noch einen Schritt weiter und verlangt eine Enttabuisierung des selbstbestimmten Sterbens. Das hieße in seiner Konsequenz, dass unter Ärzten, unter Juristen und Kirchenleuten ein Umdenken stattfinden muss, das die meisten Menschen schon längst hinter sich haben. Umfragen zeigen, dass Küngs Meinung beim Volk offene Türen einrennt.
      Bereits 1995 hielt Küng gemeinsam mit seinem Kollegen und Freund Walter Jens mit dem Buch „Menschenwürdig sterben“ ein Plädoyer für einen selbstbestimmten Abschied vom Leben. Jens „verpasste den Zeitpunkt“, über sein Ende selbst zu entscheiden. (Inge Jens, S. 61). Küng hofft, dass er ihn für sich nicht versäumt.

      Eigentlich hatte Küng nach dem dritten Band seiner Memoiren „Erlebte Menschlichkeit“ kein Buch mehr schreiben wollen. Jedoch wurde er beim Thema „Selbstbestimmtes Sterben“ von einigen Journalisten und Kirchenleuten so gründlich missverstanden, dass er dieses Buch nachlegte. Er rede von unwertem Leben, forciere den Selbstmord Demenzkranker und mache Ärzte zu Mördern, hieß es.
      Auch mit sehr gewagten Interpretationsversuchen wird man keine dieser Aussagen verifizieren können. Im Gegenteil. Was Küng für sich selbst wünscht, ist ein humaner Tod. Und die gesetzlichen und medizinischen Grundlagen für alle, die denselben Wunsch haben.
      Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

      Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)
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