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Beate Rösler - Die Reise des Elefantengottes

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    Die Reise des Elefantengottes

    von

    3.8|6)

    Verlag: Aufbau Taschenbuch

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 350


    ISBN: 9783746630854


    Termin: September 2014

    • Beate Rösler - Die Reise des Elefantengottes

      Das Buch:
      Die Reise des Elefantengottes ist der erste Roman von Beate Rösler
      Es ist als TB am 12. September 2014 im Aufbau Verlag erschienen.
      Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonistinen Asha und Priyanka erzählt, was durch die jeweilige Kapitelüberschrift ersichtlich ist.

      Das Cover ist in dezenten Rottönen gehalten und zeigt zwei indische Glöchchen an einem Band und ein Mehndi ähnliches Muster.
      Als besonderes Highlight ist auf dem oberen und unteren Schnitt ebenfalls ein hübsches Muster in Rot aufgedruckt.

      Die Autorin (Klappentext):
      Beate Rösler wurde 1968 in Essen geboren, studierte Romanische Sprachen in Berlin und arbeitet heute als Deutschlehrerin am Goethe-Institut in Frankfurt/Main.
      Von 2005 bis 2009 lebte sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Neu-Dehli, wo sie indische Studenten unterrichtete.
      Die Reise des Elefantengottes ist ihr erster Roman.

      Klappentext:
      Fragen nach ihren indischen Wurzeln waren für die neununddreißigjährige Priyanka immer ein Tabu.
      Von ihrer Mutter Asha erfährt sie nur, dass ihre Verwandtschaft schon viele Jahre vor ihrer Geburt gestorben ist. Doch dann bekommt sie von ihrem Mann ein Flugticket nach Indien geschenkt.
      Zunächst zögert sie, macht sich aber schließlich auf, um in der exotischen Heimat ihrer Mutter nach ihren Wurzeln zu suchen.
      Ihr Aufenthalt in Dehli wird zu einer Reise in die Vergangenheit, die nicht nur ihr Leben verändert.

      Meine Meinung:
      Die Reise des Elefantengottes ist die Geschichte zweier starker Frauen - Mutter und Tochter.

      Asha, die Mutter, wurde als sehr junge Frau aus ihrem bisherigen Leben gerissen und musste ihre Heimat verlassen.
      Seither will sie nicht mehr über ihre Vergangenheit sprechen und kämpft immer noch mit ihren schmerzlichen Erinnerungen.

      Priyanka, die Tochter, ist eine eher ruhige Frau Ende 30, dieihre Wurzeln nicht kennt und in ihrem Alltagstrott und in einer Ehe festhängt, die sie nicht mehr wirklich glücklich macht.
      Zu ihrem Geburtstag bekommt sie von ihrem Mann eine Flugreise nach Indien geschenkt. Sie soll sich die Heimat ihrer Mutter ansehen.

      Was als 14-tägige Reise geplant war, wird für Priyanka zu einer vielfältigen Entdeckungsreise. Sie lernt nicht nur Indien kennen, sondern findet auch neue Freunde.
      Sie lernt auch ganz neue Seiten an sich selbst kennen und erfährt schlussendlich auch warum ihre Mutter nicht über ihre Vergangenheit sprechen möchte.

      Mein Fazit:
      Beate Röslers Debütroman hat mir gut gefallen.
      Die Geschichte, die abwechselnd Priyankas Erlebnisse heute und Ashas Erinnerungen an ihre Erlebnisse vor 40 Jahren beschreibt, hatte mich gleich zu Beginn schon eingefangen und konnte mich bis zur letzten Seite fesseln.
      Der flüssige Schreibstil von Beate Rösler tat sein übriges dazu und ließ mich das Buch fast in einem Rutsch durchlesen.

      Allein das Ende kam für meinen Geschmack etwas zu abrupt und ich hätte es mir etwas ausführlicher gewünscht.
      Spoiler anzeigen
      Das Maya alles so sang und klanglos hinter sich lässt um in Mumbai neu anzufangen, obwohl ihr Herz doch so an den Kindern hängt, fand ich genauso irritierend und seltsam wie der praktisch nicht vorhandene Abschied von Priyanka und Hema (und auch all den anderen Kindern an denen sie so hing) über die kein Wort verloren wird


      Von mir bekommt Die Reise des Elefantengottes :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: Sternchen und eine klare Empfehlung für Leser die sich für einige Stunden gut unterhalten lassen möchten.
      Life isn't about waiting for the storm to pass.....
      it's about learning to dance in the rain!


      2017 gelesene Bücher 12 :study: 5970 Seiten
      abgebrochen: 0

    • Ende der 60er Jahre flüchtet Asha mit dem Deutschen Karl von Indien nach Berlin und heiratet ihn. Die beiden bekommen eine Tochter, die auf den Namen Priyanka hört. Asha gibt von ihrer Vergangenheit in Indien nichts preis, sie verschließt sie in ihrem Inneren und möchte nie wieder darüber reden. Darüber wird sie depressiv, und als Karl während einer Geschäftsreise in Pakistan stirbt, verschlimmert sich diesen Zustand noch, Asha zieht sich ganz in sich zurück. Die 14-jährige Priyanka ist ihrer Mutter eine große Stütze und versucht alles, um der Mutter das Leben zu erleichtern. Gleichzeitig hat sie so viele Fragen an sie, die sie jedoch nicht zu stellen wagt.

      Als Priyanka als mittlerweile 39-jährige Frau von ihrem Ehemann Marc ein Flugticket nach Indien geschenkt bekommt, begibt sie sich trotz vieler Ängste und Vorbehalte auf die lange Reise, um mehr über die Familie ihrer Mutter Asha und ihre Verwandten zu erfahren und herauszufinden, welches Geheimnis sie alle umgibt, was ihre Mutter so verzweifeln ließ. Im Gepäck von Priyanka ist ihr Talismann „Ganesha“, der Elefantengott, der sie seit ihrer Kindheit begleitet. Was wird Priyanka in Indien herausfinden, und wie sehr wird es ihr Leben und das ihrer Mutter beeinflussen?

      Beate Rösler hat mit ihrem Roman „Die Reise des Elefantengottes“ einen wunderschönen Debütroman vorgelegt. Der Schreibstil ist einfühlsam, spannungsgeladen und atmosphärisch dicht, wunderbar flüssig zu lesen und lässt den Leser von der ersten Seite an in eine bittersüße Geschichte eintauchen, aus der man nur schwer wieder hervorkommen möchte. Mit ihren Landschaftsbeschreibungen und dem täglichen indischen Treiben malt sie dem Leser farbenprächtige Bilder in den Kopf und lässt die Vielfalt Indiens und dessen Gerüche im Geiste auferstehen. Das Buch erzählt zwei Geschichten gleichzeitig, einmal die von Mutter Asha durch Rückblenden in die Vergangenheit und zum anderen die von Priyanka, wobei auch die Sichtweise von deren Ehemann Marc mit eingeflochten wird.

      Beate Rösler hat durch ihre eigene Zeit in Indien einen guten Einblick in das dortige gesellschaftliche und politische Geschehen, in die verschiedenen Religionen, Gesellschaftsstufen und deren Werte und Lebensalltag erhalten und lässt dieses sehr schön in die von ihr erzählte Geschichte einfließen. Die Protagonisten sind sehr vielschichtig angelegt und wirken besonders authentisch und lebensecht. Asha ist eine gezeichnete Frau, die einmal mutig die Flucht ergriffen hat, um der von der Vergangenheit zu entfliehen, doch diese holt sie in Gedanken immer wieder ein und lähmt sie derart, dass sie in ihrem Leben immer mehr eingeschränkt ist. Sie liebt ihre Tochter, ist jedoch nicht in der Lage, mit ihr offen zu reden. Priyanka war schon als junges Mädchen an eine depressive Mutter und den Umgang mit ihr gewöhnt und haben sie stark gemacht. Doch als ihre Ehe in der Krise steckt und sie endlich die Möglichkeit besitzt, etwas über die Vergangenheit ihrer Mutter herauszufinden, packt sie die Gelegenheit beim Schopf und springt über ihren eigenen Schatten und die Ängste, um endlich Antworten zu finden. Die Zeit in Indien verändert sie sehr, sie wirkt mutig, offen und stärker, um auch ihre anderen familiären Probleme zu lösen. Sie macht sich regelrecht frei, um wieder atmen und das Leben genießen zu können. Durch diese Eigenschaften öffnet sie auch die Herzen der anderen, das ihrer Mutter und das von Marc.

      Beate Rösler ist mit ihrem Gesellschaftsroman ein kleines Meisterwerk gelungen. Sehr behutsam mit den Augen einer Insiderin erzählt sie eine traurige Geschichte, widmet sich schwierigen Themen wie Kinderhandel und Zwangsheirat und legt auch die Rolle der Frau in Indien sehr schön in den Vordergrund. Für alle, die wunderbar erzählte Geschichten lieben und die sich bei der Lektüre gern an exotische Plätze träumen, ist dieses Buch absolut erste Wahl. Einfach wunderschön, ein Lesehighlight 2014! Chapeau!!!

      Wunderbare :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: !
      Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)

      "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
      Albert Einstein

      "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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      Lese gerade: Das Lied der Störche, Ulrike Renk

      SUB: ca. 1.800 / gelesen 2016: 150/ 57643 Seiten
    • In ihrem hier vorliegenden überzeugenden Debütroman erzählt Beate Rösler, die selbst einige Jahre in Neu-Dehli gelebt hat die Geschichte von Priyanka. Ende der 60 er Jahre ist ihre Mutter Asha von Indien nach Berlin geflüchtet, hat dort Karl kennengelernt und geheiratet und eine Tochter geboren. Schon früh erlebt Priyanka, dass ihre Mutter nicht über Indien und ihre Vergangenheit sprechen will. Ihre Familie sie bei eine Epidemie umgekommen. Mehr sagt sie nicht. Schon bevor Karl stirbt, aber erst recht danach leidet Asha unter Depressionen. Die 14 jährige Priyanka versucht nach dem Tod des Vaters die Mutter nicht durch Fragen noch mehr zu quälen, sondern sie will ihr eine Stütze sein. Doch das gelingt ihr nur schlecht.

      Zeitsprung. Priyanka ist 39 Jahre alt und erhält von ihrem Mann Marc, einem sehr beschäftigten Restaurantbetreiber ein Ticket nach Dehli. Er selbst weigert sich mitzukommen, und so fährt sie alleine auf die Suche nach Überlebenden, konfrontiert mit einer ganz anderen Welt mit eigenen Werten und Regeln. ihrer Familie. Eine Suche, aus der letztlich eine Suche wird nach sich selbst.

      Sehr geschickt erzählt Beate Rösler abwechselnd Begebenheiten aus Ashas und Priyankas Leben, die sich doch so ähneln - von Ashas Kulturschock, als sie 1969 in einer Berliner Studenten-WG ankommt und kein Wort versteht... von Priyankas Ankunft in Delhi, als sie noch kein Hindu erlernt hat und unwissentlich in diverse Fettnäpfchen tritt... Beide Frauen lernen schnell, gehen an ihre Grenzen....

      Ein gelungenes Debüt über das Leben zweier Frauen an den Grezen ihrer jeweiligen Kulturen.
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