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Rolando Villazón - Kunststücke/Malabares

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    Kunststücke

    von

    3.5|2)

    Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 272


    ISBN: 9783499268847


    Termin: Februar 2016

    • Rolando Villazón - Kunststücke/Malabares

      Klappentext:
      Der Clown Macolieta lebt in einer rigorosen Unordnung mit seinen Büchern, aufziehbaren Blechfiguren, Schminktöpfen, Jonglierbällen, einer Sonnenblume als einziger Pflanze und einer Spinne als Haustier. Er war in die Clownin Sandrine verliebt, doch er traute sich nicht, ihr das zu sagen. Jetzt ist sie weg, und Macolieta sehnt sich nach ihr. Seine Kunststücke zeigt er bei Kindergeburtstagen, zu denen er mit seinen zwei Freunden Max und Claudio in einem kleinen gelben Auto fährt, in dem «Yellow Submarine» von den Beatles läuft. Abends spielt er Schach in einer Bar, und wenn er allein ist, schreibt er in sein blaues Buch – über sein Alter Ego, den Clown Balancín. Der hat alles, was ihm fehlt: Geld, Erfolg, ein Publikum, das ihn feiert, eine Frau, die ihn liebt.
      In einem phantasievollen ironischen Gedankenspiel werden die beiden Lebensläufe immer stärker ineinander verwoben, bis Balancín aus dem Buch heraus ins Dasein tritt.
      (von der Verlagsseite kopiert)

      Zum Autor:
      Rolando Villazón wurde 1972 in Mexiko Stadt geboren, als Enkel des Wieners Emilio Roth. Villazón besuchte die deutsche Schule in Mexiko Stadt und begann seine künstlerische Ausbildung am dortigen Konservatorium. 1999 hatte er seinen internationalen Durchbruch und wurde zu einem der bedeutendsten und beliebtesten Sänger seiner Generation. Neben seiner Gesangskarriere arbeitet er auch als Opernregisseur und ist für sein zeichnerisches Talent bekannt. Rolando Villazón lebt in Paris und ist Mitglied des Collège de Pataphysique. (von der Verlagsseite kopiert)

      Allgemeine Informationen:
      Originaltitel: Malabares
      Erstmals erschienen 2013 bei Espasa Libros in Barcelona
      Aus dem Spanischen übersetzt von Willi Zurbrüggen
      Formell gegliedert (von 1.1.1. bis 2.3.3.): Zwei Teile, unterteilt in je drei Triaden zu je drei Kapiteln, Epilog, Danksagung
      270 Seiten

      Eigene Meinung / Bewertung:
      Sie klingt zauberhaft, die Inhaltsangabe. Fröhliche Clowns, traurige Clowns; drei Freunde, die als Clowntrio bei Kindergeburtstagen auftreten; ein buntes unordentliches Zimmer; ein knallgelbes Auto, in dem immer dasselbe Lied läuft; ein blaues Heft, in das eine Geschichte geschrieben wird. Und am Ende die Hauptperson aus dieser Geschichte, die aus der Fiktion heraustritt und sich mit ihrem Erschaffer und Schöpfer verbindet, so dass aus zwei Geschichten eine, aus zwei Leben ein erfülltes wird.

      Selten liest man ein Buch, in dem der Autor seine wunderbare Geschichte so kaputt schreibt. Er begräbt sie unter Sprache und erstickt sie mit Worten. Mit überbordenden Sätzen, manierierter Wortwahl und aufgeblasenen Bildern erzählt er alles im selben Tempo, so dass die Wirkung einem Schauspiel ähnelt, in dem die Darsteller sich ausschließlich mit großen Posen ausdrücken.
      „An deiner Nase hat sich ein Schweißtropfen gebildet, der sich zum Absprung bereit macht, gleich einem Fallschirmspringer, der ins Leere stürzt, um am Boden zu zerschellen und in tausend winzige Tröpfchen zu zersprühen.“ (S. 165)
      „Das Einzige, worin sich alle Geschichten gleichen, ist die Oberfläche des Geschehens; das Warum haust in einem dunklen, verschlungenen, unzugänglichen Untergrund, der …“ (S. 207)
      „Sie zieht dich hinein in das warme Meer ihrer Körperfieberwelt.“ (S. 234)

      Der Roman wird allerorts vom Feuilleton gelobt, von Rezensenten gepriesen und mit Superlativen bedacht. Daniel Barenboim z.B. vergleicht Villazon mit Borges, García Márquez und Vargas Llosa.
      Tatsächlich? Im Hinblick auf die sprachliche Fähigkeit, auch Stille und Langsamkeit darzustellen, Personen zu formen und Handlung aufzubauen kann Villazon den großen Lateinamerikanern (noch) nicht das Wasser reichen.

      "Ein Roman voller Zauber, Humor und Poesie“, heißt es auf dem rückwärtigen Cover. Ich hätte mir den Zauber leiser, den Humor unaufdringlicher und die Poesie verhaltener gewünscht.
      Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

      Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)
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