Bücherwichteln auf BuecherTreff.de

Wie sehr stört euch die falsche Verwendung des Wortes ...

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    • €nigma schrieb:

      Was mich extrem nervt, ist der ebenso kuriose wie weitverbreitete Genitiv à la "meine Oma ihr Motorrad", da ist doch "das Motorrad meiner Oma" viel einfacher.


      Oh je, oh je, da sollte ich mich wohl angesprochen fühlen. :pale: :lol:
      Ich habe irgendwann mal diese Ausdrucksweise einfach übernommen und mich mittlerweile daran gewöhnt. Verständlicher wäre es sicher, wenn ich es wie oben angegeben formulieren würde, aber leider spricht das hier bei uns so gut wie jeder so aus. Neulich hat es sogar einer unserer Lehrer verwendet. :loool:
      Ich schreibe es zum Glück auf die korrekte Weise. Aber wenn ich etwas aufschreibe, klingt es bei mir generell förmlicher, bzw. ausformulierter. :wink:
      :study: Im Herzen de Rache von Elizabeth Miles
      :study:LR: Vor uns die Nacht von Bettina Belitz

      :arrow: gelesene Bücher 2014: 31
      :arrow: SuB: 27 (Start 2014: 33)

      Von seinen Eltern lernt man lieben, lachen, und laufen. Doch erst wenn man mit Büchern in Berührung kommt, entdeckt man, dass man Flügel hat. (Helen Hayes)
    • Hypocritia schrieb:

      sollte es nicht wiederum heißen: "eines meiner Fahrräder"


      Tja, ich möchte jetzt nicht behaupten, ein besonderer Grammatikheld zu sein, es erschließt sich mir nur nicht, warum der Ausdruck "mein eines Bein" verkehrt sein sollte. "Mein eines xxx" ist meines dafürhaltens nach eine verbreitete Wendung, die auch gegen keine mir geläufige Regel verstößt. Den Richtigkeitsbeweis anhand von einer speziellen Grammatikseite muss ich aber leider schuldig bleiben. Der (wohl unzweifelhaft korrekte) Ausspruch "die eine Hand wäscht die andere" dürfte allerdings ein hinreichend ähnlich gelagerter Fall sein, denke ich. Er lässt sich ohne an der Grammatik etwas substanzielles zu ändern abwandeln in "meine eine Hand wächst die andere." "Mein eines Fahrrad wäscht mein anderes" kann demnach auch nur inhaltIich und nicht grammatikalisch Blödsinn sein.
      Ich würde einfach annehmen, dass die Wendung regional unterschiedlich häufig verwendet wird und daher je nach Betrachter als absonderlich auffallen kann.

      Die Alternative Wendung "eines meiner Fahhräder" ist freilich auch korrekt. Sie drückt aber etwas subtil verschiedenes aus. Diese Wendung kann kann nämlich problemlos allein stehen.
      Sage ich dagegen "mein eines Fahrrad", so muss inhaltlich zwangsläufig auch etwas über mein anderes (oder zweites) Fahrrad folgen.

      Analog dazu ist es sinnlos über "mein eines Bein" zu schreiben, ohne etwas darüber folgen zu lassen, was mit dem anderen Bein ist (außer ich möchte damit gleichzeitig betonen, dass ich nur ein Bein habe - dafür ist aber das Wort "Keks" vielleicht ein eingängigeres Beispiel: "Bitte nimm mir nicht auch noch meinen einen Keks weg!). Wenn die Wendung weder in der einen, noch in der anderen hier skizzierten Weise verwendet wird, dann ist er zwar nicht unbedingt grammatikalisch, aber doch stilistisch schlecht gebraucht. So etwas habe ich auch schon gehört. In diesem Fall ist kaltes Grausen natürlich wieder angebracht.
    • Martin Hühn schrieb:

      "Mein eines xxx" ist meines dafürhaltens nach eine verbreitete Wendung, die auch gegen keine mir geläufige Regel verstößt.
      Die weite Verbreitung macht die Formulierung aber nicht besser :wink: Ich finde sie ganz bauchgefühlmäßig auch einfach nur schrecklich.
      Gelesen in 2017: 54 - Gehört in 2017: 24 - SUB: 340

      "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)
    • Meine eine Hand hebt sich gerade, um mich auch mal wieder zu Wort zu melden.
      Ich habe auch keine Regel für oder gegen diese Wortwahl gefunden, allerdings mag ich sie auch nicht.

      Weiterhin ist mir schon oft aufgefallen, dass viele Autoren (und nicht nur die) auch Schwierigkeiten mit bestimmten Verben haben. Da hing doch jemand schon ein Bild oder einen Mantel auf und wog den Kopf hin und her. Aber vielleicht hängte dem Autor beim Schreiben ja auch die Zunge aus dem Mund und er wiegte sein Gewicht in Gold auf ... :-k


      Irgendwie schüttelt's mich gerade wieder :roll:
      "deine beschreiebung alleine lässt vermuten, dass es sich um schmöckerroman einzigartiger klasse handelt, nämlich übertriebenem bullshid, der mit der wirklichkeit keinene hinreichenden effekt auf die wirklichkeit erstreckt."(Simon Stiegler)
      Stimmt! Ich schreibe spannende Unterhaltungsliteratur, die den Leser aus der Wirklichkeit entführt, bis zum Ende gelesen wird und bei der der Leser am Ende fragt: Wann erscheint der nächste Band? Schreiben will halt gelernt sein
    • Martin Hühn schrieb:

      Hypocritia schrieb:

      Ich hatteschon mal im (Druck-)Fehler-Thread geschrieben, dass mir das kalte Grausen kommt, wenn ich in einem Buch so etwas lese wie: "Mein eines Bein zitterte heftig." Muss das nicht heißen: "Mein linkes (rechtes) Bein zitterte heftig."?


      Wieso sollte es linkes oder rechtes Bein heißen müssen?

      Kaltes Grausen ist in diesem Fall unangebracht, weil der Ausdruck vollkommen korrekt ist. Es ist kein sprachlicher Fehler, sich nicht darauf festzulegen, welches Bein genau gemeint ist. Ein anderes Beispiel: Mein eines Fahrrad hat einen Platten. Mein anderes Fahrrad funktioniert einwandfrei. Auch hier zwingt mich keine sprachliche Regel, anzugeben, ob ich mit dem erstgenannten nun mein blaues Fahrrad, das links im Schuppen steht oder mein rotes Fahrrad, das ich sowieso gerade wegwerfen wollte meine. Auch für Beine gibt es da keine gesonderten Regeln, die stets eine genauere Angabe erzwingen (obgleich es hilfreich beim Laufen sein kann, wenn man sie selbst unterscheiden kann :-)).


      Tja,
      ich geb's ungern zu, aber es sieht so aus, als hätte Martin recht ( :wuetend: :wink: ) - nein, ganz deutlich: Martin hat recht (da muss einfach nochmal ein Smilie her: :evil: ). Mittlerweile habe einen Germanisten dazu konsultiert, und der argumentierte genauso wie Martin. Mir wurde sogar die grammatikalische Grundlage dazu genannt, ich finde diese jedoch im Moment nicht - sobald ich sie gefunden habe, poste ich nochmal.

      Wieder was gelernt: auch wenn es für mich scheußlich klingt, muss es nicht unbedingt falsch sein (und nochmal: :wuetend: grrrr! :evil: :loool: ).
      » Unexpected intrusions of beauty. This is what life is. «

      Saul Bellow, (1915-2005 ), U.S. author,
      in Herzog
    • Hypocritia schrieb:

      Tja,
      ich geb's ungern zu, aber es sieht so aus, als hätte Martin recht ( :wuetend: :wink: ) - nein, ganz deutlich: Martin hat recht (da muss einfach nochmal ein Smilie her: :evil: ). Mittlerweile habe einen Germanisten dazu konsultiert, und der argumentierte genauso wie Martin. Mir wurde sogar die grammatikalische Grundlage dazu genannt, ich finde diese jedoch im Moment nicht - sobald ich sie gefunden habe, poste ich nochmal.

      Wieder was gelernt: auch wenn es für mich scheußlich klingt, muss es nicht unbedingt falsch sein (und nochmal: :wuetend: grrrr! :evil: :loool: ).

      Liebe Hypocritia,

      ich, dein ewig dankbares Wichtelkind, leide mit jeder Faser meines Körpers mit dir. Aber es ist besser, etwas klingt scheußlich und ist richtig, als etwas klingt scheußlich und ist zudem noch falsch. Wenn man in diversen Foren unterwegs ist, dann stehen einem nicht selten die Haare zu Berge, was manche Zeitgenossen für ein Deutsch schreiben.
      Mein liebstes Beispiel: "Ich kauf mir nen Buch und meiner Schwester nen Lesezeichen." :scratch:
      Ich möchte mich da immer schreiend aus dem Fenster werfen, allerdings mach ich das dann doch nicht weil...
      a. ... ich im vierten Stock wohne.
      b. ... der Aufprall bestimmt noch mehr weh tut, als der obige Satz.
      c. ... immer keiner da ist, der bei den aktuellen Heizölpreisen das Fester hinter mir wieder zu macht.

      Am besten also Augen zu und durch. :loool:

      Liebe Grüße aus Bayreuth
      El
      "No such word as can't. No such word as babagoozle neither!"
      (The Kid in Ch. Higsons The Enemy)

      Mein Bücherblog... Bücher wie Sterne

      Ich :study: gerade
      Leseliste 2017
    • Mein Lieblingsthema. Ja, mich stören ganz viele falsche Wörter Begriffe, die ich höre und lese in Büchern (oder auch sonst wo). Nur ein paar Beispiele:

      aus gegebenem Anlass, fest überzeugt, Situation, in der sie sich befinden, macht Sinn, nichtsdestotrotz,
      schlussendlich, allererste, Stillschweigen, integrierter Bestandteil, es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass, Bevölkerung, neu renoviert, ich möchte nochmals wiederholen, Aktivitäten,schwere Verwüstungen, steile Felswand, tiefe Schlucht, dunkle Ahnungen, bereits schon, elterliche Wohnung, etc.
      Peter Waldbauer, Jahrgang 1966, ist Betriebswirt und wohnt als freiberuflicher Dozent und Autor in der Nähe von Heidelberg. Er veröffentlichte bisher Essays und fünf Bücher.
    • Peter Waldbauer schrieb:

      aus gegebenem Anlass
      ... möchte ich fragen, was daran falsch sein soll.

      Peter Waldbauer schrieb:

      fest überzeugt
      Ich bin fest überzeugt, dass das "fest" in der Wendung zwar unnötig, aber nicht verkehrt ist.

      Ich möchte darauf hinweisen: Die Phrase "

      Peter Waldbauer schrieb:

      nochmals wiederholen
      ist nicht verkehrt. Ich werde es wiederholen: Die Phrase "nochmals wiederholen ist nicht verkehrt." Ich wiederhole es nochmals: "nochmals wiederholen" ist nicht verkehrt. Falsch ist es nur, wenn es sich um die erste Wiederholung handelt.

      Felswände können auch steil (oder weniger steil) und Schluchten tief (oder nicht so tief) sein und Ahnungen kann man durchaus als dunkel bezeichnen, wenn man diesen Aspekt betonen möchte.

      Ich bin immer wieder verwundert, was alles voller Überzeugung als falsch bezeichnet wird.
    • Hypocritia schrieb:

      Ich hatteschon mal im (Druck-)Fehler-Thread geschrieben, dass mir das kalte Grausen kommt, wenn ich in einem Buch so etwas lese wie: "Mein eines Bein zitterte heftig." Muss das nicht heißen: "Mein linkes (rechtes) Bein zitterte heftig."?
      Ich möchte diesen Fall noch einmal aufgreifen. Wir hatten zwar schon geklärt, dass da kein Fehler vorliegt, waren uns aber weitgehend einig, dass es einer solchen Wendung an Eleganz mangele. Zufällig bin ich aber neulich gleich auf zwei Beispiele gestoßen, die Zweifel an dieser Sicht sähen:

      "sein eines Ohr war gespitzt, das andere hing herab" (Arthur Conan Doyle; Das Zeichen der Vier; S.102)

      "der eine von ihnen, welcher als Oberstleutnant"... (Daniel Defoe; Robinson Crusoe)
    • eine Wand ist per se steil, da senkrecht, sonst wäre es keine Wand, sondern ein Abhang:
      ein Anlass ist immer etwas "Gegebenes", sonst wäre es kein Anlass, ein "nicht gegebener Anlass" gibt es nicht
      Probe: "aus nicht gegebenem Anlass möchte ich darauf hinweisen, dass... "
      überzeugt sein, heisst bereits fest an etwas glauben (vgl. stilisieren - (hoch)stilisieren)
      eine Schlucht ist per se tief, sonst wäre es keine Schlucht, sondern eine Mulde oder Senke
      bei den meisten Wörtern oben handelt es sich also um Doppelmoppel; im Gegensatz zum Sprichwort "hält dieses nicht besser", sondern in der Literatur eher schlechter, weniger ist mehr
      Bsp.: Blut und Tränen, Leid und Tod
      zum Satz "möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass..."
      Wo sonst, wenn nicht an dieser Stelle? An anderer Stelle?
      zu "nochmals wiederholen": d`accord, wird allerdings meistens im Sinne einer ersten Wiederholung gebraucht
      Peter Waldbauer, Jahrgang 1966, ist Betriebswirt und wohnt als freiberuflicher Dozent und Autor in der Nähe von Heidelberg. Er veröffentlichte bisher Essays und fünf Bücher.
    • Peter Waldbauer schrieb:

      eine Wand ist per se steil, da senkrecht, sonst wäre es keine Wand, sondern ein Abhang:
      Nein, ist sie nicht. Felswände können sehr verschiedene Neigungswinkel haben, das Gleiche gilt für Pyramidenwände, Zeltwände ...
      Schluchten dagegen zeichnen sich durch Steilheit, nicht durch tiefe als allgemeine Eigenschaft aus. Aber selbst wenn dem nicht so wäre: Die Eigenschaft noch einmal zu betonen wäre keineswegs falsch.

      Peter Waldbauer schrieb:

      ein Anlass ist immer etwas "Gegebenes", sonst wäre es kein Anlass, ein "nicht gegebener Anlass" gibt es nicht
      Probe: "aus nicht gegebenem Anlass möchte ich darauf hinweisen, dass... "
      Probe: "Aus Anlass möchte ich darauf hinweisen" -> Dieser Satz wäre unsinnig. "Aus gegebenem Anlass" ist dagegen ein klarer Verweis auf den den Zuhörern bekannten Anlass. Und zudem ist das eine feste Redewendung und sie als falsch zu bezeichen ist offensichtlich verkehrt. Mangelnde sprachliche Eleganz und die Verwendung leerer Worthülsen ist vielleicht nicht hübsch, aber kein Fehler.

      Peter Waldbauer schrieb:

      überzeugt sein, heisst bereits fest an etwas glauben
      Nein, das heißt es nicht. Immer, wenn jemand eine Meinung annimmt, ist er davon überzeugt. Feste Überzeugung dagegen zeichnet sich dadurch aus, dass sie schwer zu revidieren ist. Nur weil viele Überzeugungen fest sind, ändert das nichts daran, dass es auch welche gibt, die so bröselig wie Sand sind.

      Peter Waldbauer schrieb:

      bei den meisten Wörtern oben handelt es sich also um Doppelmoppel; im Gegensatz zum Sprichwort "hält dieses nicht besser", sondern in der Literatur eher schlechter, weniger ist mehr
      Stimmt, darum handelt es sich bei den meisten der obigen Beispiele. Nur leider handelt es sich (mit Ausnahme von "bereits schon") nicht um Fehler. Wo und ob sie geschickt eingesetzt sind, kann man durchaus diskutieren. Aber im Duden stehen sie nicht als Beispiele für Fehler.

      Übrigens frage ich mich, warum man so missgünstig sein sollte, etwas gegen eine "elterliche Wohnung" zu haben. Oder war es der großzügige Gedanke, alle Eltern müssten ganze Häuser besitzen? Und was ist mit dem Plural von Aktivität? Muss es immer nur bei einer Tätigkeit bleiben, oder warum sind Aktivitäten plötzlich verkehrt?

      Peter Waldbauer schrieb:

      zu "nochmals wiederholen": d`accord, wird allerdings meistens im Sinne einer ersten Wiederholung gebraucht
      Ob das nun meistens unrichtig benutzt wird oder nicht, wage ich nicht zu beurteilen, aber ja, das kommt zweifellos vor. Und es gibt garantiert auch irgendwelche tatsächlich falschen Anwendungen der meisten dieser Beispiele. Solche Fälle aufzuführen wäre sicherlich hilfreich. Aber eine Liste von Begiffen, in der fast kein Fehler steckt, als "falsch" zu deklarieren, das ist nicht richtig. Genauso gut könnte ich jetzt schreiben "Füße" sei verkehrt. Warum? Es könnte ja auch jemand nur einen Fuß gemeint haben.
    • Martin Hühn schrieb:

      es auch welche gibt, die so bröselig wie Sand sind.
      Dann sind es keine Überzeugungen, sondern vage Vermutungen.

      Martin Hühn schrieb:

      im Duden stehen sie nicht als Beispiele für Fehler.
      Der Duden ist keine wissenschaftliche Quelle, sondern er "schaut dem Volk aufs Maul". Wird ein Wort zwar falsch, aber nur genügend häufig verwendet, erscheint es automatisch irgendwann im Duden. Im Duden stehen deshalb auch Wörter wie "Dingsda" und "Dingsbums".

      Martin Hühn schrieb:

      etwas gegen eine "elterliche Wohnung" zu haben.
      Das Adjektiv bezieht sich immer aufs Substantiv. Eine Wohnung kann nicht "Elternteil" von etwas sein, sie kann keine jungen Wohnungen erzeugen (vgl. "fünfstöckiger Hausbesitzer").

      Martin Hühn schrieb:

      "Aus gegebenem Anlass
      vgl. nasses Wasser, katholischer Papst, etc.
      Es schadet nicht "noch mal darauf hinzuweisen", aber es ist unnötig und schlechtes Deutsch.

      Martin Hühn schrieb:

      warum sind Aktivitäten plötzlich verkehrt?
      Von Aktiviät existiert genauso wenig eine Pluralform wie von Passivität, Wut oder Zorn.
      Es ist eine Fehlübersetzung aus dem Englischen ("aktivities" bedeutet Tätigkeiten, nicht Aktivitäten).
      Mehrere Tätigkeiten = Aktivität.
      Peter Waldbauer, Jahrgang 1966, ist Betriebswirt und wohnt als freiberuflicher Dozent und Autor in der Nähe von Heidelberg. Er veröffentlichte bisher Essays und fünf Bücher.
    • Meine Güte, darauf antworte ich jetzt nicht mehr im Einzelnen. Jede dieser Aussagen ist falsch, teilweise habe ich das nachgewiesen, teilweise lässt es sich einfach nachschlagen. Es ist nicht besonders schwer, herauszufinden, dass "elterlich" "den Eltern gehörend" bedeutet. "Elternteil" ist dagegen tatsächlich falsch, denn das bedeutet diese Wort nicht. Und man kann dazu auch getrost den Duden verwenden. Der ist nämlich keineswegs eine Sammlung von allem, was das Volk so absondert und unterscheidet durchaus zwischen richtig und falsch.

      P.S. Es entbehrt in diesem Zusammenhang übrigens nicht einer gewissen Komik, dass du ganz ungeniert von "vagen Vermutungen" schreibst. Ist dir nicht aufgefallen, dass Vermutungen immer etwas Vages an sich haben? Merkst du nicht, dass die Betonung dieser Eigenschaft der Vermutung weder verkehrt noch schlechtes Deutsch war?
    • Normalerweise treibe ich ich mich nicht im Autoren-Bereich rum und so allmählich fühle ich mich wie der Besserwisser in Sachen Sprachwissenschaft vom Dienst, aber ich möchte hier mal einhaken. Mir scheint, als würden Peter und Martin hier verschiedene Ansätze in Sachen Sprachgebrauch haben, die nicht unter einen Hut zu bringen sind. Martin konzentriert sich auf das, was wirklich gesagt wird, geht also beschreibend vor, während für Peter verordnete Regeln, "gutes Deutsch", wichtiger sind. Nun ist der Witz leider - was die Sprecher machen, ist auch die richtige Sprache. Einzelne Sprecher können natürlich durchaus mal Redewendungen oder einzelne Wörter falsch benutzen, weil sie zum Beispiel die allgemein anerkannte Bedeutung nicht kennen. Aber wenn eine ganze Gruppe sich irgendwann, auch unbewusst, darüber einig ist, dass Form XY gebraucht und verstanden wird, ist das eben die neue korrekte Form. Das ist Sprachwandel, völlig normal, wissenschaftlich gut erklärt. "Fehlübersetzungen" zum Beispiel gibt es, wenn im englischen Text "door" steht, man auf Deutsch aber "Tisch" verwendet. Was du, Peter, meinst, sind Lehnübersetzungen.
      Gelesene Bücher 2011: 35, 2012: 29, 2013: 35, 2014: 68, 2015: 52, 2016: 66
      2017: 48 (gehört: 05)
    • Saoirse schrieb:

      Martin konzentriert sich auf das, was wirklich gesagt wird, geht also beschreibend vor, während für Martin verordnete Regeln, "gutes Deutsch", wichtiger sind.
      Da ist etwas schief gelaufen. Einer der Martins müsste Peter heißen, damit der Satz einen Sinn ergäbe.

      Aber: Egal, welchen der Martins du durch Peter ersetzen möchtest, ich kann dieser Deutung nicht zustimmen. Gutes Deutsch, ein geschickter, elaborierter Sprachgebrauch ist mir enorm wichtig UND ich halte Falschaussagen darüber, was alles verkehrt sei nicht für einen Weg dort hin ... und all diese Begriffe stehen in dem Kontext "was wirklich gesagt wird".
    • Ach, da hast du natürlich recht. Mit beiden Anmerkungen! Den Tippfehler hab ich korrigiert, man sollte wirklich mitdenken, wenn man seine Sätze umstrukturiert...
      Zum zweiten Absatz: Klar, da hab ich sehr vereinfachend geschrieben, ebenfalls mein Fehler. Ich verstehe deine Ansicht und würde mich selber ähnlich positionieren. Es ist wichtig, sich differenziert und sehr klar ausdrücken zu können, gerade als Autor, denn in diesem Bereich des Forums geht es ja nicht zuletzt darum. :) Jetzt geh ich mir erstmal noch einen Kaffee einflößen, vielleicht hilft mir das im Laufe des Tages noch beim Finden der richtigen Worte. :geek:
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    • Peter Waldbauer schrieb:

      eine Schlucht ist per se tief, sonst wäre es keine Schlucht, sondern eine Mulde oder Senke
      Das ist schlicht und ergreifend falsch. Schlucht, Mulde und Senke sind Begriffe für verschiedene Arten von Vertiefungen im Gelände. Eine Schlucht zeichnet sich durch eine im Verhältnis zur Tiefe eher geringe Breite und steile seitliche Abgrenzungen aus. Mulden und Senken dagegen sind im Verhältnis zu ihrer horizontalen Ausdehnung flach und meist von weniger steilen und abrupten Übergängen in die Umgebung begrenzt. Mit dem Zusatz "tief" kann man also darstellen, dass es sich um eine Schlucht handelt, deren Grund zig, vielleicht hunderte Meter unter dem Niveau der Umgebung liegt, zur Abgrenzung von einer Kerbe im Gelände, die aufgrund ihrer Schmalheit und der scharfen Abgrenzung zur Umgebung auch eine Schlucht ist, in der es aber vielleicht nur ein Dutzend Meter runtergeht.
      Meine öffentliche Akte: www.rene-bote.jimdo.de oder bei Facebook
    • Mich stört es, wenn die Leute bei Vergleichen die Andersartigkeit mit "wie" benennen, anstatt mit "als".
      Beispiel:
      Das Hochhaus ist größer als der Baum. (Nicht wie der Baum!)

      Wie oft wird das "wie" fälschlich gebraucht ...
      Nicht nur von Ungebildeten; es ist mir auch in politischen Diskussionen im Fernsehen aufgefallen.
      "Wie" benutzt man nur, wenn etwas genauso ist, wie das Andere.
      Wenn Schuld und Leid sich plötzlich begegnen, wird selbst der Frömmste in Versuchung geführt, dem Hass zu erliegen.
      Paul Goodway erleidet diesen Konflikt in:
      BLUE EYED BASTARD - Folgen eines Sündenfalls
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