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Stephen King - Doctor Sleep

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    Doctor Sleep

    von

    4.4|61)

    Verlag: Heyne Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 720


    ISBN: 9783453438026


    Termin: Juni 2015

    Das Buch ist der 2. Band der Reihe (2 Teile).

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    • Stephen King - Doctor Sleep

      [Eigenzitat aus amazon.de]:

      Immer wieder haben Leute Stephen King gefragt, was eigentlich aus Daniel Torrance geworden ist, dem kleinen Jungen aus einem seiner ersten Romane, dessen Vater in dem umheimlichen Overlook-Hotel erst in den Alkoholismus und dann in die Raserei getrieben wurde. Nun - etwa 36 Jahre später - bekommen wir die Antwort.

      Für lange Zeit ist Danny - in erster Linie, um die Wahrnehmungen des Shining zu unterdrücken - den Weg des Vaters (und seines literarischen Schöpfers) gegangen, bis er in einem kleinen Ort in New Hampshire nicht nur einen Job bekommt, sondern auch bei den Anonymen Alkoholikern eingeführt wird. Und während so sein neues Leben beginnt, beginnt in einem nahe gelegenen Krankenhaus das Leben von Abra Stone, einem Mädchen, dessen Shining so stark ist, dass es seine Eltern in Angst und Schrecken versetzt, bis es nach einem Kindergeburtstag auf einmal zu verschwinden scheint. Aber wie früher Danny will Abra eigentlich nur ihre Eltern vor weiteren Sorgen schützen. Doch dann erfährt sie von Wesen, die Menschen mit dem Shining jagen und sie nimmt Kontakt mit Danny auf um mit ihm gegen sie anzutreten.

      Danny begegnet in dieser Auseinandersetzung nicht nur einem unerwarteten Horror, sondern muss sich auch mit vielen Aspekten seiner Vergangenheit auseinandersetzen, die er bisher noch nicht konfrontiert hatte.

      Natürlich gibt es in diesem Buch etliche Bezüge zum „Shining“ und mit dem alkoholischen Hauptdar-steller, der zu den Anonymen Alkoholikern geht – sowie einer Figur, die ihren Vater nie gekannt hat – hat dieses Buch starke autobiographische Ansätze, die King auch unter anderem in einem Interview mit dem Guardian bestätigt hat. Daneben gibt es auch zwei kleine Kopfnicker in Richtung von Joe Hills „Nos4ra2“/“Christmasland“, wie auch in den Danksagungen an seinen Sohn Owen, der wohl starken Einfluss auf einige Aspekte des Buchs genommen hat. Die King-Familie ist wirklich ihr ganz eigener Literaturbetrieb und in der Berichtserstattung und in diesem Buch wird dem sehr Rechnung getragen.

      Dass King handwerklich im Bereich der Perfektion arbeitet ist nun nicht unbedingt etwas Neues und auch erzählerisch ist dieses Buch überaus überzeugend und mitreißend, so dass man vor dem Aufschlagen darauf vorbereitet sein sollte, dass man vielleicht einige Stunden nicht mehr in seiner normalen Welt tätig sein kann. Insofern ist – auch durch die vielen Rückbezüge – „Dr. Sleep“ sicherlich auch ein guter Einstieg für diejenigen Leserinnen und Leser, die jetzt erst in sein Werk hineinschnuppern möchten. Sehr zu empfehlen. Fünf+-Sterne
      Mehr Bücher finden sich auf Sandammeer und Lesezeit hier. Manches produzieren wir sogar selbst: Kegelberge.
      Hilfe, die ankommen soll geht an Ärzte ohne Grenzen.
    • Vielen Dank für die Vorstellung!

      Meine richtige King-Phase liegt ja schon einige Jährchen zurück, aber ich merke, dass ich momentan sehr große Lust habe, ihn wieder zu lesen. "Doctor Sleep" hört sich sehr interessant an - vor allem, weil "The shining" einer meiner King-Favoriten ist.
      Ein Leser hats gut: er kann sich seine Schriftsteller aussuchen.
      (Kurt Tucholsky)
      ____________________________________
      meinebuecherwelt.wordpress.com/
    • Ach ja, auf Deutsch erscheint das Buch am 28.10.:
      Mehr Bücher finden sich auf Sandammeer und Lesezeit hier. Manches produzieren wir sogar selbst: Kegelberge.
      Hilfe, die ankommen soll geht an Ärzte ohne Grenzen.
    • Shining gestern abend abgeschlossen, jetzt leider erstmal viel zu tun. Sobald ich wieder mehr Zeit habe, wird es sofort bestellt :)
      „Die Zeit nimmt alles. Ob man will oder nicht. Die Zeit nimmt alles, die Zeit trägt es von einem fort, und am Ende ist dort nichts als Finsternis. Manchmal treffen wir andere in dieser Finsternis. Und manchmal verlieren wir sie dort auch wieder.“
      Stephen King - The Green Mile
    • Malgalad schrieb:

      Ich muss leider zuerst Shining lesen, steht aber zum Glück in unsrer Bibliothek rum.
      Dazu eine Frage an K.-G. Beck-Ewe : sollte man den Vorgänger unbedingt gelesen haben oder reicht es ihn vor zig Jahren als Film gesehen zu haben? Oder bleibt man dann beim Buch "Doctor Sleep" auf der Strecke?
      "Ein gutes Buch ist wie ein erholsamer Kurztrip aus dem Alltag."
      »Verlass das Haus nie ohne ein Buch.« Edward Gorey
      "Zu Hause ist da, wo deine Bücher sind" SILBER - Kerstin Gier
    • Es gibt zwei Filme und die bekanntere Kubrick-Verfilmung mit Jack Nicholson geht ein wenig an dem Inhalt des Buchs vorbei. Andererseits kann der Roman durch seine Rückblenden zu entscheidenen Momenten auch für sich selbst stehen. 8)
      Mehr Bücher finden sich auf Sandammeer und Lesezeit hier. Manches produzieren wir sogar selbst: Kegelberge.
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    • Heute angefangen. Es ist noch nichts wirklich im "horror style" passiert, aber durchaus spannend und ein wenig gruselig. Und King fesselt mal wieder. Ich bin vorhin eingeschlafen, weil ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte, obwohl ich seit 3:30 auf den Beinen bin. Die letzten 2 Seiten muss ich noch mal lesen, weil ich vor lauter Erschöpfung gar nicht mehr weiß, was passiert ist, aber weiterlesen MUSSTE.
      Außerdem ist Doctor Sleep auf englisch wirklich gut zu verstehen, nur die Zusammenhänge zu Shining werden aufgrund der (im englischen) etwas anderen Formulierungen nicht immer sofort klar, lösen sich dann aber im Kontext auf.
      Soweit mein erster Eindruck ;)

      Ich mache mir Notizen, um richtig rezensieren zu können, die Ergebnisse folgen dann möglichst bald nach Beendigung des Romans :)
      „Die Zeit nimmt alles. Ob man will oder nicht. Die Zeit nimmt alles, die Zeit trägt es von einem fort, und am Ende ist dort nichts als Finsternis. Manchmal treffen wir andere in dieser Finsternis. Und manchmal verlieren wir sie dort auch wieder.“
      Stephen King - The Green Mile
    • Sooo ich bin durch. Und nein, natürlich habe ich keine Notizen gemacht und beschränke mich auf eine eher kurze Rezension :D

      Eine kurze Zusammenfassung der Handlung:
      Spoiler anzeigen

      Seit den Ereignissen im Overlook Hotel sind einige Jahre vergangen, Dan wächst heran, Wendy und Dick kümmern sich um ihn.
      Eines Tages taucht die Frau aus Zimmer 217 bei ihm auf und er lernt, sein Shining gezielter einzusetzen und Geister "wegzusperren".
      Parallel stellt King den "True Knot" vor, eine Gruppe von Mördern, die alles menschliche verloren haben und zu einer Art Vampir geworden sind, indem sie Kinder mit dem Shining jagen, zu Tode foltern und ihre Essenz "verspeisen".
      Dabei tarnen sie sich als einfache Wohnmobil Reisende, die Amerika durchkreuzen, dabei aber - verborgen - von einem gewaltigen Netzwerk aus Geschäften gespeist werden und beinahe unsterblich geworden sind.
      Ein Zeitsprung. Dan ist erwachsen, er trinkt, nimmt kleinere Jobs an und durchreist die USA, immer auf der Flucht vor seiner Vergangenheit und der verbrannten Erde, die er betrunken hinterlässt.
      Bis er eines Tages in einem kleinen Ort ankommt, in dem er Billy und Casey kennenlernt.
      Sie helfen ihm im Kampf gegen den Alkoholismus und er nimmt eine Stelle in einem Hospiz an. Dort wird er schnell als "Doctor Sleep" bekannt, weil er durch das Shining in der Lage ist, den Sterbenden auf ihrem letzten Weg zu helfen.
      Zeitgleich wird die kleine Abra geboren und nimmt schon im Säuglingsalter unbewusst Kontakt zu ihm auf. Sie verfügt über das wohl stärkste Shining aller Zeiten und so wird auch der "True Knot" bald auf sie aufmerksam.
      Ein Kampf beginnt, Jack hat einen winzigen Gastauftritt, alles sehr spannend, aber weiter ins Detail gehe ich auch im Spoiler nicht.


      Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Es hat eigentlich überhaupt keinen Gruselfaktor, ich würde es eher als Mystery-Thriller bezeichnen. Aber als einen sehr gelungenen. Wie K.G.Beck-Ewe schon geschrieben hat: King arbeitet wieder einmal handwerklich perfekt. Und sogar das Ende ist stimmig, was ja oft sein Schwachpunkt ist.
      Was mich ein wenig stört ist, dass King inhaltlich scheinbar die Ideen ausgehen. Dan erinnerte mich - anfangs - an James Gardener aus Tommyknockers, Abra an Carrie, der "True Knot" an "die Bösen" aus The Stand. So dümpelt die Handlung zunächst auch eher dahin und wirkt etwas uninspiriert, treibt aber dank Kings Fähigkeiten trotzdem an, immer weiter zu lesen. Circa ab der Hälfte des Buches nimmt die Geschichte dann an Fahrt auf, die Charaktere werden eigenständiger und das Buch weiß auch inhaltlich zu überzeugen.
      Um auf den letzten Seiten dann an Duddits zu erinnern. :roll:

      Trotz der Kritikpunkte: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      „Die Zeit nimmt alles. Ob man will oder nicht. Die Zeit nimmt alles, die Zeit trägt es von einem fort, und am Ende ist dort nichts als Finsternis. Manchmal treffen wir andere in dieser Finsternis. Und manchmal verlieren wir sie dort auch wieder.“
      Stephen King - The Green Mile
    • K.-G. Beck-Ewe schrieb:

      Dass King handwerklich im Bereich der Perfektion arbeitet ist nun nicht unbedingt etwas Neues und auch erzählerisch ist dieses Buch überaus überzeugend und mitreißend, so dass man vor dem Aufschlagen darauf vorbereitet sein sollte, dass man vielleicht einige Stunden nicht mehr in seiner normalen Welt tätig sein kann.
      Absolut! Atmosphärisch war dieses Buch wieder allererste Sahne und es gibt absolut nichts zu meckern. Es gibt kingtypische Charaktere und es gab genügend Seiten, so dass sich alles, was man an diesem Autor liebt, ordentlich entfalten konnte.

      K.-G. Beck-Ewe schrieb:

      Insofern ist – auch durch die vielen Rückbezüge – „Dr. Sleep“ sicherlich auch ein guter Einstieg für diejenigen Leserinnen und Leser, die jetzt erst in sein Werk hineinschnuppern möchten.

      K.-G. Beck-Ewe schrieb:

      Andererseits kann der Roman durch seine Rückblenden zu entscheidenen Momenten auch für sich selbst stehen. 8)
      Puh, schwierig. Ich würde eher davon abraten. Ich hätte es nicht ausschließlich mit den abweichenden Film- oder gar keinen Vorkenntnissen lesen wollen, auch wenn es sicherlich möglich wäre. Aber vielleicht bin ich in dieser Hinsicht etwas zu engstirnig. :wink:

      "Doctor Sleep" ist allerdings vollkommen anders als "Shining". Letzteres war ein Buch, das an einem Ort gespielt hat und in dem das Hotel auch die absolute Hauptrolle eingenommen hat, zusammen mit Dannys Vater Jack Torrance. Den Nachfolger kann man getrost als Road Movie bezeichnen. Das Shining selbst war zwar auch in Teil 1 schon wichtig, aber trotz der Betitelung empfand ich es nicht als absolute Notwendigkeit. In "Doctor Sleep" hingegen ist das Shining das Wichtigste überhaupt und man erfährt viel mehr darüber als in "Shining". Gerade diesen Aspekt hat Stephen King absolut genial rübergebracht. Wie Abra mit Danny interagieren konnte, war einfach überragend und seine Einfälle wie sie sich Wörter und Bilder schicken konnten oder der Körpertausch waren absolut genial und davor kann ich nur meinen Hut ziehen. Es hat mich auch an "Der dunkle Turm" erinnert als Roland Eddie herübergeholt hat.

      Es gibt aber einen Grund, warum ich der fesselnden Geschichte nicht die Höchstwertung geben kann und das waren die enttäuschenden Bösewichte bzw. Monster. Ich kann es fast immer noch nicht fassen, dass er eine wie Durchschnittsspießer aussehende Langweilertruppe, die mit Wohnmobilen durchs Land zieht als diese riesige Bedrohung darstellen wollte. Und dann noch deren bescheuerte Künstlernamen. #-o Sorry, aber das konnte ich fast nicht ernst nehmen und sollte er das ironisch gemeint haben, hätte er sich das eher für eine Kurzgeschichte aufheben sollen und nicht für so einen wichtigen Roman im King-Universum. Das Ende war dann auch bezeichnend:
      Spoiler anzeigen
      Ich konnte es gar nicht glauben, dass die superschlaue, uralte, über alles erhabene Anführerin Rose sich so leicht aufs Kreuz legen und auf der Nase herumtanzen hat wie es hier passiert ist. Das war eines Bösewichts nicht würdig! [-(


      Ich vergebe :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: für eine tolle Geschichte, die aber etwas an ihren schwachen Bösewichten krankt.
      :study:
      :study: 2017 gelesen: 51 :study: SUB: 301
    • Kapo schrieb:

      In "Doctor Sleep" hingegen ist das Shining das Wichtigste überhaupt und man erfährt viel mehr darüber als in "Shining".


      Dafür ist der "Dr.-Sleep"-Moment eher eine - wenn auch interessante und teils bewegende - Nebensache.
      Mehr Bücher finden sich auf Sandammeer und Lesezeit hier. Manches produzieren wir sogar selbst: Kegelberge.
      Hilfe, die ankommen soll geht an Ärzte ohne Grenzen.
    • K.-G. Beck-Ewe schrieb:

      Kapo schrieb:

      In "Doctor Sleep" hingegen ist das Shining das Wichtigste überhaupt und man erfährt viel mehr darüber als in "Shining".


      Dafür ist der "Dr.-Sleep"-Moment eher eine - wenn auch interessante und teils bewegende - Nebensache.
      Da muss ich Dir recht geben. Vielleicht heißt ja ein dritter Band dann "Steam" und es geht hauptsächlich um die Doctor-Sleep-Sache. :lol:
      :study:
      :study: 2017 gelesen: 51 :study: SUB: 301
    • Nun habe auch in in wenigen Tagen dieses neue Werk von King durchgeschmökert und bin begeistert.

      Kapo schrieb:

      Zitat von »K.-G. Beck-Ewe«
      Andererseits kann der Roman durch seine Rückblenden zu entscheidenen Momenten auch für sich selbst stehen. 8)

      Puh, schwierig. Ich würde eher davon abraten. Ich hätte es nicht ausschließlich mit den abweichenden Film- oder gar keinen Vorkenntnissen lesen wollen, auch wenn es sicherlich möglich wäre. Aber vielleicht bin ich in dieser Hinsicht etwas zu engstirnig. :wink:
      Ich habe "Shining" nicht gelesen, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, aber beide Verfilmungen gesehen. Und damit hatte ich genug Vorkenntnisse, um Dans Rückblenden und die Geschehnisse am Ende zu verstehen.

      Kapo schrieb:

      Es gibt aber einen Grund, warum ich der fesselnden Geschichte nicht die Höchstwertung geben kann und das waren die enttäuschenden Bösewichte bzw. Monster. Ich kann es fast immer noch nicht fassen, dass er eine wie Durchschnittsspießer aussehende Langweilertruppe, die mit Wohnmobilen durchs Land zieht als diese riesige Bedrohung darstellen wollte. Und dann noch deren bescheuerte Künstlernamen. #-o Sorry, aber das konnte ich fast nicht ernst nehmen und sollte er das ironisch gemeint haben, hätte er sich das eher für eine Kurzgeschichte aufheben sollen und nicht für so einen wichtigen Roman im King-Universum.
      Ich fand die Truppe schon ziemlich furchterregend und gerade durch die bescheuerten Namen, waren sie für mich beinahe so gruslig, wie Pennywise :clown: Irgendwie hatte ich immer eine fahrende Freakshow vor Augen, obwohl sie das ja wohl nicht sind, sonst wären sie mehr aufgefallen. Ich fand die Atmosphäre ziemlich düster und ich werde - seiner Warnung am Ende des Nachworts folgend - Wohnmobile künftig mit anderen Augen sehen :wink:
      Zum Ende:
      Spoiler anzeigen
      Rose hat sich einfach selbst über- bzw. ihre Gegner unterschätzt. Das hatte in meinen Augen nichts mit übertölpeln zu tun. Dan und Alba waren, wenn auch selbst am Ende ihrer Kräfte, doch einen Ticken stärker.


      Es ist schon faszinierend, wie King das Schicksal eines Alkoholikers beschreibt, der zum Glück die Kurve noch gekriegt hat und sich langsam und mühevoll einen Platz in der Welt sucht. Dass er ihn auf so wunderbare Weise findet und so vielen Menschen auf ihrem letzten Weg bestehen kann, ist mehr, als er sich erhoffen konnte. Es ist eine schöne Vorstellung, so begleitet die letzte große Reise antreten zu können. Ich würde mir wünschen, dass dieses Buch auch so manchen aufrütteln kann, der an der Grenze zwischen Alkoholgenuss und -sucht steht.

      Von mir gibt es :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: für ein Buch, dass ich kaum aus der Hand legen konnte und das mich sehr berührt hat.
      Gelesen in 2017: 53 - Gehört in 2017: 23 - SUB: 334

      "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)
    • Wie im Thread schon festgestellt worden ist, ist die Fortsetzung von "Shining" so gar nicht wie dieser Klassiker angelegt und vielleicht liegt es daran, dass das Buch meine Erwartungen nicht erfüllt hat. Der Schwachpunkt mit den wenig imposanten Bösewichtern ist eine Sache, die mich auch gestört hat, denn die altgediente Anführerin der Bösen hätte
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      zumindest ein einziges Mal die Oberhand über das Helden-Mädchen erlangen können, finde ich. Sie war der Kleinen ja überhaupt nicht gewachsen. Dass sich so ein uraltes, angeblich gerissenes, Wesen durch bloße Provokation am Telefon dahin bringen lässt, sich von der minderjährigen Gegnerin die Bedingungen für das alles entscheidende Zusammentreffen aufdiktieren zu lassen, konnte ich so gar nicht glauben.Der Kopf der Bande war damit genauso leicht zu überrumpeln wie der Rest der gewissenlosen Gang. Und das von Leutchen wie du und ich sozusagen.

      Außerdem hatte ich den Eindruck, dass sich gewisse Themen wie in einer Endlosschleife andauernd wiederholten: die Alkoholismusprobleme ziehen sich durch das Buch wie ein roter Faden, wobei aber Dans großes schlimmes Geheimnis gefühltermaßen auf jeder 5. Seite wieder aufgegriffen wurde und dann gibt es da eben noch einen roten Faden und das sind die Kindheitserlebnisse das Hauptcharakters. Die kenne ich aber bereits. Deshalb haben mich die Verweise auf die gute Mutter, den entgleisten Vater, den rettenden Ratgeber Halloran und die verwesenden Erscheinungen im Overlook-Hotel wenig interessiert.
      Stellen im Buch, bei denen es mir kalt über den Rücken gelaufen wäre, gab es leider selten. Momentan fällt mir dazu nur
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      die Entführung, Folterung und Einverleibung des armen Baseballjungen ein, der schließlich darum bittet, getötet zu werden.
      Das wäre die Gänsehaut-Liga gewesen, mit der ich eigentlich gerechnet hatte. Leider hat mich das (kunstvoll) beschriebene Drehen des gedanklichen Rades und andere Kniffe, die King hier anwendet, nicht gerade gefesselt, sondern eher ermüdet. Der Fortgang der Handlung hat sich für mein Empfinden arg in die Länge gezogen, wohingegen am Ende der finale Showdown mit Rose relativ unspektakulär und kurz abgehandelt wurde.
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      Vom Geist über den Rand der Platform geschoben. Einfach so. :-? Die Geisterlösung fand ich da zu simpel.

      Auch nicht so toll fand ich die Tatsache, dass
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      Dan tatsächlich Abras Onkel ist. Auf mich wirkte das zu konstruiert und war einfach unnötig, weil ich die Bindung zwischen Dan und Abra auch so gut akzeptieren hätte können.

      Gut gefallen hat mir als Nebenfigur der ebenfalls leicht shiningbegabte Billy, der in guter alter Manier den Beschützer für die arme Abra gibt, auch wenn das nicht immer so großartig klappt und für den suchtgeplagten Dan ein toller Kumpel ist. Die Idee, dass Dan seinen Frieden in der Tätigkeit im Hospiz findet, ist auch sehr gut erdacht und man kann sich gut vorstellen, dass er den Senioren an der Schwelle des Todes eine große Hilfe ist.
      Etwas mehr Horror und weniger Esoterik wäre mir lieber gewesen und so kann ich "Doctor Sleep" nur durchschnittliche :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: geben, auch wenn es ein paar wirklich gelungene Szenen gab.
      Ich kann nur hoffen, dass "Joyland", das mir noch bevorsteht, ein bisschen "kerniger" geraten ist. Von King habe ich schon viele, viele wesentliche bessere Romane gelesen.
      Am Lesen: Tatjana Kruse - Sticken, stricken, strangulieren + John Boyne - The Thief of Time


      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von novelista ()

    • Daniel Torrance, der kleine Danny aus "Shining", ist erwachsen geworden. Nach den traumatischen Ereignissen im Overlook Hotel hatte er einen schwierigen Start ins Erwachsenenleben mit Drogen- und Alkoholproblemen, nun ist er aber seit langem trocken und arbeitet in einem Hospiz, wo er für seine besondere Gabe bekannt ist, Sterbenden den letzten Weg zu erleichtern - daher auch der Name "Doctor Sleep". Auch seine hellsichtigen Fähigkeiten sind ihm erhalten geblieben.

      Die gleichen Fähigkeiten besitzt auch die dreizehnjährige Abra Stone in einem noch viel größeren Maße als Dan, zu dem sie eines Tages telepathisch Kontakt aufnimmt. Genau diese Besonderheit macht das Mädchen zum gefundenen Fressen für die Mitglieder des "True Knot", einer mit Wohnmobilen kreuz und quer durch die USA ziehenden Gemeinschaft, deren Mitglieder ihre ungewöhnliche Jugendlichkeit einem besonderen Lebenselixier verdanken. Dieses geht allmählich zur Neige, und Abra könnte ihnen aufgrund ihrer stark ausgeprägten Hellsichtigkeit von großem Nutzen sein.

      Bis Dan und Abra sich kennenlernen, sind schon zig Seiten ins Land gegangen, auf denen wir Dans und Abras jeweilige Vorgeschichte und ein bisschen was über den True Knot erfahren. Es dauert also eine ganze Weile, bis es mit der ganz großen Spannung losgeht, aber das bedeutet keineswegs, dass man ödes, langweiliges Vorgeplänkel über sich ergehen lassen müsste. Im Gegenteil. Dans steiniger Weg aus dem Alkoholismus und sein liebevoller Umgang mit den Menschen im Hospiz werden von Stephen King genauso wunderbar beschrieben wie die seltsamen Vorkommnisse rund um die kleine Abra und die befremdlichen Rituale des True Knot.

      Ganz abgesehen von den übersinnlichen Elementen, die ich in Romanen sonst meistens nicht mag, die King aber so einbindet, dass sie mich überhaupt nicht gestört haben, zeigt er sich auch hier einfach wieder als großartiger Beobachter des menschlichen Wesens in all seinen Facetten und versteht es, tolle Charaktere zu schaffen, und auch die Art von Grusel in diesem Buch hat mir sehr zugesagt - unheimlich, sinister, aber nicht eklig im Sinne von ausgewalzten Splatterszenen.

      Schön auch, wie "Shining" hier mit einfließt. Man muss das Buch nicht gelesen haben, um "Doctor Sleep" zu verstehen, aber natürlich macht es noch ein bisschen mehr Spaß, wenn man die Anspielungen auf die Geschehnisse von "damals" erkennt.

      Kurz: ein würdiger Nachfolger für "Shining", der alles hat, was einen guten King ausmacht.

      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
      (Leonard Cohen)
    • Gestern begonnen, grade mal bis Seite 25 gekommen und schon hab ich mich in der Nacht fast nicht ins Bad getraut. Das kann ja noch heiter werden...! :|

      Unglaublich, wie einen King vom ersten Augenblick in die Geschichte kickt. :applause:
      Ein Leser hats gut: er kann sich seine Schriftsteller aussuchen.
      (Kurt Tucholsky)
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