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Justin Cronin - Die Zwölf/ The Twelve

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    • Auf die Fortsetzung des "Übergang" habe ich mich sooo gefreut.
      "Der Übergang" gehörte zu meinen absoluten Favoriten unter allen Büchern. :)

      Dem entsprechend war auch meine Erwartung an die Fortsetzung, auch wenn ich mich immer wieder ermahne grundsätzlich an alle Bücher ohne eine Erwartung heranzugehen, konnte ich mich davon diesmal nicht hüten. "Der Übergang" war großartig.... O:-)
      und dann "Die Zwölf" - es hat mich erwischt, wie ein Eimer kaltes Wasser...

      Wenn ich meine Enttäuschung bewerten würde, wären es :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: Sterne geworden, bei dem Roman leider nicht.

      Am besten ich zitiere Kapo, denn besser würde ich es wohl kaum ausdrücken können

      Kapo schrieb:

      Die Faszination, die "Der Übergang" ausgestrahlt hat, war leider vollkommen verschwunden. Die großen Momente, die großen Gefühle, die Atmosphäre...das Meiste hat Justin Cronin wohl vergessen. :( Flogen im Vorgänger die Seiten nur so vorbei, habe ich hier von Anfang an eine für den Autoren ungewohnte Sperrigkeit bemerkt, die sogar darin gipfelte, dass mir an einigen Stellen richtig langweilig wurde.
      Ganz genau so erging es mir auch :(

      Von meinem persönlichen Empfinden, das zum größten Teil von den unerfüllten Erwartungen geprägt ist, abgesehen, ist es immer noch kein schlechtes Buch.
      Und Justin Cronin zweifelsohne ein lesenswerter Autor. Schade nur, dass das was er im zweiten Teil erzählt hat, mich so wenig interessiert hat.
      Von mir :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:
      2017: Bücher: 144/Seiten: 58 080
      2016: Bücher: 177/Seiten: 74 766
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      "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"
      Dalai Lama

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Emili ()

    • Kurz vor Erscheinen von "Die Zwölf" hatte ich mit "Der Übergang" begonnen. Aufgrund einiger Rezis zu Band 2 habe ich dann die Lust verloren und das Buch erst einmal zur Seite gelegt.

      Frage:
      Kann man "Der Übergang" auch gut für sich allein lesen und es dabei belassen?
      "Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler" (Philippe Dijan)

      Tauschgnom
    • Fandorina schrieb:

      Kurz vor Erscheinen von "Die Zwölf" hatte ich mit "Der Übergang" begonnen. Aufgrund einiger Rezis zu Band 2 habe ich dann die Lust verloren und das Buch erst einmal zur Seite gelegt.

      Frage:
      Kann man "Der Übergang" auch gut für sich allein lesen und es dabei belassen?



      Klar kann man. Aber darüber brauchst Du Dir doch jetzt noch keine Gedanken zu machen. Lies doch einfach erst mal den ersten Teil. "Der Übergang" war gar nicht übel.
      Über den zweiten Teil kann ich nichts sagen, den kenne ich nämlich nicht. :)
      “Bücher sind Feunde, die stets für uns Zeit haben.“
      “Und Phantasie, Phantasie vor allem, ohne deren Hilfe sich keine Probleme lösen lassen, die kleinen nicht und die großen erst recht nicht.“

      Otfried Preußler 20.10.1923 - 18.2.2013
    • Lesebuch schrieb:

      Fandorina schrieb:

      Kurz vor Erscheinen von "Die Zwölf" hatte ich mit "Der Übergang" begonnen. Aufgrund einiger Rezis zu Band 2 habe ich dann die Lust verloren und das Buch erst einmal zur Seite gelegt.

      Frage:
      Kann man "Der Übergang" auch gut für sich allein lesen und es dabei belassen?



      Klar kann man. Aber darüber brauchst Du Dir doch jetzt noch keine Gedanken zu machen. Lies doch einfach erst mal den ersten Teil. "Der Übergang" war gar nicht übel.
      Über den zweiten Teil kann ich nichts sagen, den kenne ich nämlich nicht. :)


      Nun, ich hänge jetzt halt seit Wochen bei Seite 152 fest. Aber wenn man den zweiten Teil nicht zwingend lesen muss, motiviert mich das doch, den ersten weiterzulesen. Das Geschichte gefiel mir nämlich bis dahin sehr gut.
      "Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler" (Philippe Dijan)

      Tauschgnom
    • Fandorina schrieb:

      Nun, ich hänge jetzt halt seit Wochen bei Seite 152 fest. Aber wenn man den zweiten Teil nicht zwingend lesen muss, motiviert mich das doch, den ersten weiterzulesen. Das Geschichte gefiel mir nämlich bis dahin sehr gut.
      Dann lass ich dich einfach von den begeisterten Rezis zu Teil 1 motivieren :wink: Über "Die Zwölf" kannst du dann immer noch nachdenken. Es ist ja auch nicht so, dass er grottenschlecht war. Er ist nur nicht so herausragend wie der erste.
      Gelesen in 2017: 50 Gehört in 2017: 21 SUB: 325

      "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)
    • Hirilvorgul schrieb:

      Fandorina schrieb:

      Nun, ich hänge jetzt halt seit Wochen bei Seite 152 fest. Aber wenn man den zweiten Teil nicht zwingend lesen muss, motiviert mich das doch, den ersten weiterzulesen. Das Geschichte gefiel mir nämlich bis dahin sehr gut.
      Dann lass ich dich einfach von den begeisterten Rezis zu Teil 1 motivieren :wink: Über "Die Zwölf" kannst du dann immer noch nachdenken. Es ist ja auch nicht so, dass er grottenschlecht war. Er ist nur nicht so herausragend wie der erste.


      Werde ich machen. Wenn hier nicht alle so mega begeistert gewesen wären vom "Übergang", hätte ich mir das Buch nie zugelegt.

      Jetzt hoffe ich mal, dass ich noch nicht allzu viel vergessen habe, wenn ich es mal wieder zur Hand nehmen kann.
      "Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler" (Philippe Dijan)

      Tauschgnom
    • Fandorina schrieb:

      Frage:
      Kann man "Der Übergang" auch gut für sich allein lesen und es dabei belassen?
      Wenn dich das Buch anspricht, lies es auf jeden Fall. Man kann es auch bei diesem einem Buch belassen, wenn man die Fortsetzung nicht lesen möchte.
      Ich hätte es z.B. extrem schade gefunden, wenn ich "Der Übergang" nicht gelesen hätte.
      Bin immer noch begeisterte Anhängerin von "Übergang" :drunken:
      2017: Bücher: 144/Seiten: 58 080
      2016: Bücher: 177/Seiten: 74 766
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      Dalai Lama
    • Ich habe mich so auf den 2. Teil gefreut und habe es vorgestern beendet:

      Ich hatte dieses mystische wie beim 1. Teil erwartet und dass es auch viel um Amy geht.
      Aber dem war leider nicht so, ich fand das Buch seeehr langatmig und stellenweise sogar langweilig.

      Trotzdem ist das Buch insgesamt schon spannend und besonders Alicia hat mich sehr fasziniert.
      Teils Mensch, teils Viral und trotzdem jagt sie ihre Brüder und Schwestern und erlöst sie von ihrem jetzigen Dasein, zu dem sie unfreiwillig verdammt sind.

      Das Ende hat mich dann doch sehr gefesselt und überrascht.

      Die Story an sich ist sehr faszinierend und dieses "was wäre wenn.." macht es einen einfach, sich in die Lage der Charaktere zu versetzen.

      Auch wenn es für mich langatmig war, empfehlen würde ich es trotzdem, denn nicht jeden langweilt dieser Militärkram :mrgreen:

      Ich vergebe :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: Sterne für das Buch.
      Berühre den Wind und du wirst sehen was Freiheit bedeutet
    • Ich bin jetzt fast durch mit dem Buch, habe nur noch den Epilog vor mir, und bin eigentlich ziemlich begeistert - obwohl ich aufgrund mancher Rezension doch Schlimmes befürchtet hatte. Aber mir gefällt es gut und es vermochte mich mindestens so zu fesseln wie der erste Teil :thumleft:

      Allerdings habe ich offenbar irgendwo nicht aufgepasst oder war zu müde beim Lesen, daher meine Frage:
      Spoiler anzeigen
      Warum ist Wolgast auf einmal ein Viral? :scratch: Starb er nicht im ersten Teil an der Strahlenkrankheit? :-k Oder ist er gar keiner, sondern eher eine Art Geist?
      Ich habe grad wenig Hoffnung, dass sich das im Epilog noch klärt, befürchte viel eher, dass ich komplett gepennt habe ... 8-[
      :study: Melinda Nadj Abonji - Tauben fliegen auf (Lese-Challenge "Deutscher Buchpreis")
      :musik: Lize Spit - Und es schmilzt
      :montag: Becky Chambers - Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten







      "There is freedom waiting for you, on the breezes of the sky, and you ask 'What if I fall?'
      Oh but my darling, what if you fly?"
      (Erin Hanson)

    • Lustig, wie sehr die Meinungen auseinander gehen. :wink:
      Ich bin noch nicht ganz durch, ich finde "The Twelve" (lese auf Englisch) bis jetzt aber wesentlich tempo- und actionreicher als den besonders im ersten Drittel doch recht langatmigen ersten Teil. Gerade die gesamte Amy-Geschichte zieht sich für meine Begriffe in "The Passage" doch ziemlich. Den Vorgänger fand ich daher durchaus gut und faszinierend, aber nicht überragend.

      In der Fortsetzung rückt Amys Charakter eher in den Hintergrund, es geht um die politische und gesellschaftliche Dimension der Veränderungen, um das "Monster Mensch". Das Zwischenmenschliche, die Begegnungen der unterschiedlichen Charaktere, ihre jeweilige Motivation - das ist die Dimension, die ich persönlich sehr spannend finde. Dazu findet Cronin eine Sprache, die das Buch über einen durchschnittlichen Horror-Roman weit hinaushebt. Die Charaktere sind nachvollziehbar und realistisch, verbleiben nicht im Eindimensionalen, sondern wirken durchweg glaubwürdig. Mich vermag "The Twelve" immer noch zu fesseln, ist meiner Meinung nach noch deutlich stärker, da straffer als der Vorgänger und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Teil.
      Abschließende Wertung dann, wenn ich wirklich durch bin.
    • Sorry, we made vampires; it seemed like a good idea at that time.

      Hier nun also Justin Cronins zweiter von drei Teilen seiner apokalyptischen Saga. The Twelve ist Prequel und Sequel von The Passage zugleich, steigt fünf Jahre nach dem Ende des ersten Teiles wieder in die Handlung ein, blickt zugleich aber zurück auf die Ereignisse im Jahre 0 , als die Zwölf auf die Menschheit trafen, und schildert so unter anderem die Ereignisse, die zur Gründung der ersten Kolonie in Kalifornien führten. Ein kurzes Zwischenspiel nimmt den Leser mit aufs Feld zur Landarbeit, erklärt Personen näher, die in The Passage eine kurze Vorstellung gaben, und liefert eine Vorschau auf Ereignisse, die später im Buch Bedeutung erlangen. Cronin mixt schon wie im ersten Teil eine klassische, mystische Erlöser-Story mit Vampirgeschichten, alternativen Gesellschaftsentwürfen und handfester Militär-Action.

      Meine Meinung

      Keine apokalyptische und post-apokalyptische Literatur ohne Erlöser-Reminiszenzen. Cronin versucht gar nicht, das zu verschleiern, sondern macht es offensichtlich, vom biblischen Prolog bis hin zu den titelgebenden 12: Die 12 ersten Virals, die 12 letzten Überlebenden aus Denver, Apostel auf ihre Weise allesamt.

      Am stärksten sind die Passagen aus dem Jahre 0. Der beginnende Überlebenskampf, die Verzweiflung und der Wahnsinn angesichts der um sich greifenden Vampir-Epedemie sind glaubhaft beschrieben. Auch wenn das Sujet der Virals wirklich extrem abgenutzt ist, schafft es Cronin, der Situation einige spannungsgeladene Effekte zu verleihen. Merkwürdig schwach sind dagegen die Beschreibungen der Zwölf im späteren Verlauf der Handlung. Sollten die nicht furchteinflößend sein? Wo ist die Größe, wo ist das Teuflische, wo bleibt die Verführung des Bösen? Hier hat The Passage mehr gekonnt. Einzig The Zero kann noch überzeugen.
      Am schwächsten sind bereits wie im ersten Teil die mystischen Elemente rund um Amy, dem Mädchen von Nirgendwo. Surreale Traumsequenzen, imaginierte Gespräche mit Vaterfiguren – nee, Kinder auf mystischen Reisen vermögen mich nicht zu fesseln. Amys Magic-Mystery-Tour rückt in diesem Band allerdings angenehm in den Hintergrund, im Fokus steht der Überlebenskampf von Mensch, Viral und allem dazwischen; die Betonung liegt hier auf Kampf. Die Actionszenen sind gut konstruiert, kulminieren allerdings in einem restlos überzogenen Showdown, der wirkt, als hätte Cronin der Verfilmung schon einmal vorgegriffen.

      In einem muss ich meinen Kommentar von oben verbessern: In der Charakterzeichnung schwächelt Cronin schließlich doch. Dass einige Personen aus dem Jahre 0 reine Abziehbilder sind und in Klischees ertrinken (King lässt hier wirklich grüßen) – geschenkt. Ärgerlicher dagegen, dass auch einige der Hauptfiguren seltsam blass bleiben. Vor allem Peter gewinnt kaum an Konturen, dabei erhält er in beiden Büchern ausreichend Raum, die eine glaubhafte Charakterstudie ermöglichen sollten. Amy selbst rückt etwas aus ihrer Rolle als reines Symbol heraus, erhält mehr Persönlichkeit. Dennoch bleibt sie auch hier mehr Verheißung als Mensch, so viele – etwas sprunghafte – Wandlungen sie auch durchmachen mag. Dafür führt Cronin andere, lesenswerte Charaktere ein und gesteht altbekanntem Personal wichtigere Rollen zu: Allen voran gefällt Guilder, der eine grimmige, zynische Komik in die Geschichte bringt, eine Komik, die dem komplett humorlosem Teil dringend gefehlt hat. Alicia ist eine der stärksten Rollen. Die Grenzen zwischen Gut und Böse sind zwar klar gezogen, moralische Ambivalenzen gibt es kaum; einige Personen stehen aber doch näher an dieser Grenze als andere, die (naja, meine) Sympathien wenden sich überraschenden Kandidaten zu.

      Nicht zuletzt versucht sich Cronin auch an der Gegenüberstellung verschiedener Gesellschaftssysteme. Neben die kalifornische Kolonie aus dem ersten Teil rücken Kerrville, Texas, und das Homeland; beides Systeme mit totalitären Zügen, das eine – noch – zurückhaltend, das andere ganz klar und überdeutlich. Diese Gegenüberstellung, tiefere Einblicke in den kollektiven Geist der Virals und die Strategien, mit denen die menschlichen und weniger menschlichen Überlebenden ihren Fortbestand sichern wollen, machen Lust auf Mehr.

      Fazit:
      Ein Vampirroman, in dem Vampire nicht glitzern, sondern töten, ziemlich viel Action, interessante Nebenfiguren und sprachliche Qualitäten weit über dem Durchschnitt: Mit diesen Elementen tröstet The Twelve darüber hinweg, dass nicht alle Charaktere gelungen sind, dass die biblischen Anklänge mit dem Holzhammer daherkommen und dass die ungemein exakten Beschreibungen zu einigen Längen führen.

      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

      Nun zu den offenen Fragen :-k

      Zum Homeland:
      Spoiler anzeigen
      Wie legt das Homeland fest, wer Col wird? Rekrutieren die sich aus den Gefangenen und aus den übrigen Flatlanders? Ich nehme es an, aber wirklich deutlich wird es nicht.


      Nun ja, vielleicht ist das etwas, was Cronin sich für den dritten Band gespart hat.

      Zur Handlung im letzten Drittel:
      Spoiler anzeigen
      Ich hatte es so verstanden, dass die Widerständler das Projekt/den Tempel in die Luft sprengen wollen und gar nicht wissen, wie Guilder Amy im Stadion hinrichten will. Was macht dann Eustace plötzlich mit der Bombe im Stadion? Wann haben die den Plan geändert? Hab ich das was überlesen?

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von wintermute () aus folgendem Grund: 5x gelesen und doch noch Tippfehler *grummel*

    • Also ich fand ja schon den ersten Teil total klasse und mich hat der zweite Teil auch total überzeugt.
      Ich bin nicht enttäuscht worden, einzig Amy's "Geschichte fand ich etwas undurchsichtig und musste da wirklich manchmal zweimal lesen und
      fand es immer noch etwas undurchsichtig.
      Im Großen und Ganzen vergebe ich aber wieder :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: und bin schon super gespannt auf den letzten Teil!
      Schade nur, das man immer wieder raus aus der Geschichte ist und Details vergisst, wenn man so lange warten muss.
      :study:
    • Der erste Teil dieser Trilogie hat mich ja nicht wirklich vom Hocker gehauen - zu viele Längen, zu viele unnötige Teilhandlungen und allgemein einfach viel zu klobig kam der daher. Weil mich aber die letzten 300 Seiten nochmal absolut eingenommen haben und das Ende richtig krass war, dachte ich, dass dieser 800-Seiten-Schinken auf jeden Fall einen Versuch wert ist. Und mein Optimismus wurde nicht enttäuscht.

      Zuerst fällt positiv auf, dass in einem religiös anmutenden ersten Kapitel nochmal die wichtigsten Ereignisse aus Band 1 zusammengefasst werden. Ist man dann wieder auf einem guten Stand, gehts gleich erstmal wieder in das Jahr des Viral-Ausbruchs, was perfekt ist, um wieder in diese brutale Weltuntergangsstimmung reinzufinden, die sich mehr oder weniger durch das gesamte Buch ziehen wird. Die letzten Überlebenden versuchen irgendwie, vor den mit Leichen übersähten Städten zu fliehen und sich irgendwie zu retten. Besonders gut an diesem Teil hat mir die Schilderung der verschiedenen menschlichen Reaktionen auf ein solch traumatisierendes Erlebnis. Dieser Einblick in die Psyche hat mir sehr gut gefallen und schon direkt meine Stimmung positiv beeinflusst.

      Danach geht es weiter. Damit, dass sich diverse Gruppierungen zusammenfinden und versuchen, ein neues System zu erschaffen, nach dem die Menschen sicher leben können. Dass das nicht so leicht ist, versteht sich ja von selbst. Und dann passiert es auch noch, dass es dem menschlichen Geschlecht leider immanent zu sein scheint, Macht gerne auch mal zu missbrauchen und das Wohl einiger weniger über das Wohl aller zu stellen. Folter, Intrigen, aber auch Rebellion und Mut sind großen Themenschwerpunkte.

      Kritikpunkte habe ich aber leider trotz allem ein paar. Zum einen sind wirklich viele krasse Schilderungen von Gewalt in diesem Roman enthalten. Ob es jetzt um ein Massaker der Virals oder um eine brutale Vergewaltigung geht, stellenweise ist dieses Buch nichts für schwache Nerven. Was mir aber viel schwerer im Magen liegen geblieben ist die Aktivität der Rebellen. Selbstmordattentate, denen Unschuldige zum Opfer fallen, sind deren Hauptaufgaben und gerade in der heutigen Zeit ist das ein sehr sensibeles Thema, das für mich nicht reflektiert genug behandelt worden ist. Vor allem, weil man als Leser klar die Position der Rebellen einnimmt und deren Tun grundsätzlich unterstützt, denn sie kämpfen gegen das repressive Regime. Aber mal ehrlich: alle, die mit Sprengstoffgürteln in Menschenmengen gehen, sind der Meinung, sie tun das Richtige und befreien sich von der Unterdrückung. Bei wem liegt die Deutungsmacht um Gut und Böse, richtig und falsch? Das kam viel zu kurz.

      Amys und Alicias Entwicklungen finde ich besonders stark in diesem Buch. Und es gibt außerdem die eine oder andere überraschdende Wendung. Ganz zu schweigen von dem fulminanten Showndown. Wie auch im Vorgängerband war das Ende auch hier mit Abstand am stärksten. Und mit dem Ende meine ich die letzten 200 Seiten. Auch wenn ich fast den gesamten Monat für dieses Buch gebraucht habe - das war es wert. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      Wenn wir uns nicht gelegentlich verirren, dann haben wir uns nicht genug bewegt.
      Florian Illies

      :flower:
      Mein Blog
    • Meine Meinung:

      Dieses Gefühl hatte ich schon bei "Der Übergang"

      Kapo schrieb:

      obwohl mich dann manches doch sehr an Randall Flagg und seine Schergen in Stephen Kings "The Stand - Das letzte Gefecht" erinnert hat.

      Ich fand das Buch inhaltlich um einiges schlechter als "Der Übergang". Das ist leider auch das Problem bei Serien, das man sie zwangsläufig vergleicht mit dem Vorgänger und der erste Teil war wirklich toll. Also ich fand den zweiten Teil nicht mies, aber irgendwie fehlte mir etwas, was der Titel mir vorgaukelte. Natürlich war auch der Überraschungseffekt weg, aber ich glaube, dass das größte Problem war, das ich einfach ein anderen Plot erwartet habe, als der Autor letztlich präsentierte.

      Fazit:

      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:
      :study: Ulysses (James Joyce) 560 / 987 Seiten
      :study: Titan (Robert Harris) 206 / 541 Seiten

      SUB: 543
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