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Das Bildnis des Grafen - Christine Wirth (ab 01.02.2013)

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  • Bis Seite 14, erster Abschnitt


    Renoir als Person wirkt bisher sympatisch und kompetent. Der Earl wirkt auf mich unsympathisch und herrschsüchtig.

    Strandläuferin schrieb:


    Das Anwesen der Whitehursts hat es schon ziemlich in sich. Ich stelle es mir einerseits sehr schön, andererseits aber auch düster und geheimnisvoll vor. Natürlich: es ist abgelegen, der Weg dorthin beschwerlich, all das kommt auch dazu. Dass zuerst niemand aufmacht, als Renoir ankommt, trägt dazu noch bei, dass man sich fragt, wohin Renoir hier eigentlich unterwegs bzw. wo er denn bloß gelandet ist. Bei dem riesigen Anwesen rechnet man irgendwie direkt damit, dass Bedienstete herbeieilen und die Tür öffnen; und dann ist es die Ehefrau des Earls. Irgendwie trägt das noch zu diesem rätselhaften Gefühl bei, das man beim Lesen hat.
    Mir ging es ähnlich beim Lesen der Beschreibung. Die Frage die sich mir stellt: Gibt es gar keine Bedienstete, und warum ist das so?

    Pandämonium schrieb:

    Etwas gewöhnungsbedürftig finde ich manche Ausdrücke, die für mich fast ein wenig zu übertrieben oder hochgestochen klingen.
    Z.B. „Er kredenzte ihm den Wein.“ „Der Verdacht, der ihm nicht konvenierte.“
    Natürlich ist zu dieser Zeit die Sprache etwas anders, was mir auch sehr gefällt. Doch während der Beschreibung einer Handlung finde ich diese Ausdrücke nicht so ganz passend und ein klein wenig übertrieben.
    Allerdings muss ich sagen, dass mir das zwar aufgefallen ist, mich aber auch nicht wirklich stört, also kein wirklicher Kritikpunkt ist, zumindest kein ernst zu nehmender. Eher einer, der in dem wunderbaren flüssigen Schreibstil, den authentisch gezeichneten Charakteren, der bildhaften Beschreibungen und der tollen Atmosphäre des Romans sowieso untergeht
    Da stimme ich dir zu. Yael schafft es, dass beim lesen ein Kinofilm im Kopf läuft und es macht Lust aufs weiter lesen.
  • Bis Seite 28

    Nun ist es Zeit, dass wir Valentine etwas besser kennenlernen und verstehen, warum Renoirs Aufgabe eigentlich nahezu unlösbar scheint. Valentine nimmt seine Umgebung eigentlich gar nicht richtig wahr, hat diesen Schleier vor den Augen und ist vollkommen in seine eigene Welt zurückgezogen. Er tut mir zwar leid, gleichzeitig empfinde ich ihn aber auch irgendwie als beängstigend, weil er so unberechenbar ist. Renoirs Verhalten ist da schon ziemlich bewundernswert, weil er ruhig bleibt und versucht, Valentine zwar näher zu kommen, ihn aber nicht unter Druck zu setzen. Und es scheint ja auch, als habe er einen winzigen Erfolg bei dem Jungen erzielt. Nur ob ausgerechnet Escaray Hall, das schon beim Mallord Grimby für Angst und Schrecken sorgt, der richtige Ort ist, um Valentine zu heilen... (Auch, was Renoirs eigene Gesundheit betrifft...)

    Grimby finde ich entgegen der Erwartung, die sein Name mit sich bringt, ganz sympathisch, auch wenn sein sehr uneigennütziges Verhalten (den Garten zu richten, nur um Valentine einen Gefallen zu tun), schon erst ein bisschen misstrauisch macht.
    Lustig fand ich die Szene, in der er sich Renoir gegenüber über die stark befahrenen Straßen beschwert. Ich schaue im Moment "Downton Abbey" auf DVD, und da ergibt sich ob des Fortschritts manchmal Ähnliches. :wink:

    Dass der Earl of Whitehurst Renoirs Heilungsversuche überwachen wollte, erstaunt nicht. Insgesamt ist sein Verhalten aber schwer einzuordnen: er benimmt sich Valentine gegenüber grob und verständnislos, zeigt keinerlei Mitgefühl mit dem Zustand des Jungen und so weiter - und gleichzeitig lässt er den besten Arzt kommen und will immer wieder versichert bekommen, dass dieser Valentine helfen kann. :-k

    EDIT: Yael, ich habe dich das glaub ich schon mal gefragt, aber wie kommst du eigentlich zu den Namen deiner Figuren? Fallen sie dir beim Schreiben ein oder überlegst du sie dir vorher?
  • Tut mir leid, aber mir ist schon wieder was dazwischen gekommen. Bei uns hat es gestern tierisch gestürmt und seitdem ist das Internet weg - ist wohl ein Sendemast umgeknickt oder so. Ich bin mal eben zu meinen Schwiegereltern, um euch bescheid zu sagen. Hoffentlich geht das bald wieder. *grummel*

    Aber immerhin hab' ich jetzt viel Zeit zu lesen! :loool: Ich meld' mich wieder, wenn es wieder geht.
    :study: Hunting Prince Dracula / Kerri Maniscalco

    Shame isn’t a quiet grey cloud, shame is a drowning man who claws his way on top of you, scratching and tearing your skin, pushing you under the surface.
    - Kirsty Eagar in "Raw Blue" -
  • Strandläuferin schrieb:

    Lustig fand ich die Szene, in der er sich Renoir gegenüber über die stark befahrenen Straßen beschwert. Ich schaue im Moment "Downton Abbey" auf DVD, und da ergibt sich ob des Fortschritts manchmal Ähnliches. :wink:

    Aw. Echt? Das ist ja witzig. Dann hab ich den "Zeitenumbruch" authentisch eingefangen. :D Ich muss sagen, die Serie reizt mich ja schon seit längerem. Zurzeit ist sie komischerweise in aller Munde, obwohl ich meine, dass es sie schon eine ganze Weile gibt. Leider kenne ich die Schauspieler nicht, und das ist für mich immer ein Kriterium, einen Film oder eine Serie anzuschauen.

    Strandläuferin schrieb:

    Yael, ich habe dich das glaub ich schon mal gefragt, aber wie kommst du eigentlich zu den Namen deiner Figuren? Fallen sie dir beim Schreiben ein oder überlegst du sie dir vorher?

    Darüber musste ich ein bisschen grübeln, besonders, weil du nicht die Erste bist, die mich das fragt, sondern auch Leute in meinem näheren Umfeld und Bekanntenkreis. Es klingt vielleicht simpel und eigenartig, aber genau genommen fliegen mir die Namen zu; anders kann ich es nicht beschreiben. Wenn sie einen guten Klang haben, wird nicht lang gefackelt und meine Charaktere werden getauft, nachdem ich eine vage Idee der Geschichte im Kopf habe. Hinzu kommt, dass ich viele Bücher und Kostümfilme aus der "Belle Epoque" konsumiere, wo die Namen anders klingen als heute.

    Den Namen "Escaray" habe ich allerdings gestohlen... ich war im Kino und bemerkte, dass die Firma, die die Sitze herstellt, Eskaray hieß. Das fand ich so exotisch, dass ich dachte, mit dem Namen muss ich etwas machen. Ich bin nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube, damals war ich noch nicht am "Grafen". Der Name war sozusagen die Geburtsstunde der Geschichte. :loool:

    Naraya schrieb:

    Aber immerhin hab' ich jetzt viel Zeit zu lesen!
    Siehst du. Internetlos zu sein, ist doch zu etwas gut. :wink: Hab dich übrigens um deinen unverhofften Saunabesuch beneidet... ich hatte früher eine bei meinen Eltern im Haus, aber das gehört mittlerweile nicht mehr zur Familie... :(
    ~ “Sometimes you’re trying your best and you still can’t find a solution, but I try not to waste my life living in a dark place“ ~
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  • bis S. 29

    Ich habe die ersten zwei Abschnitte in einem Rutsch gelesen und bin versucht direkt weiter zu lesen.
    Die Charakteren sind schön beschrieben, ich kann sie mir bildlich vorstellen. Ich bin sehr gespannt wie sie sich die Geschichte weiterentwickelt und was das Geheimnis von Escaray ist. Was Grimbly erwähnt lässt mich auf einen tieferen Konflikt zwischen Whithurst und den Escarays schliessen.
    Valentine scheint zu Renoir vertrauen zu finden, ich denke die Idee mit ihm von Whithurst wegzugehen und damit aus dem Einflussbereich des Earls zu kommen wird ihm helfen. Aber ob das der Earl so einfach akzeptiert?
    Ich freue mich aufs weiterlesen :study:
  • Yael schrieb:

    Das ist eine lustige Geschichte, die vermutlich auch mit meiner Vorliebe für Nostalgie und Vergangenheit zu tun hat. Mein Schatz und ich haben früher als Hobby ganz alte Fotografien auf Trödelmärkten gesammelt, meist datiert um 1900 bis 1920. Im Frontispitz eurer Ausgabe kann man das auf einer Platte aufgezogene Original sehen. Der fesche Bub soll den Grafen im Jugendalter darstellen, aber ursprünglich stammt er vermutlich aus Baden oder dem Schwabenländle - wir sind höchstwahrscheinlich nicht miteinander verwandt. :wink: Ich glaube, die Aufnahme wurde so um 1915 herum gemacht, was auch wieder in den Zeitrahmen passt. Und irgendwie hat der Junge etwas Geheimnisvolles, fast Melancholisches, das meinem Carrick Escaray entgegenkam.
    Musst du da keine Copyright Gesetze beachten? Da das Foto ja nicht von dir persönlich ist.
    Ich fände auf jeden Fall witzig, wenn mal irgendjemand den jungen Mann auf dem Cover erkennen würde.

    Seite 14-29

    Die Vermutung, dass die Familie Whitehurst finanzielle Probleme hat, wird hier bestätigt.
    Wurde es erst immer nur angedeutet, tritt es jetzt offen zu Tage.
    Sehr seltsam allerdings, dass die Frau des Earls vergisst, dass sie keine Dienstboten mehr haben.
    Will sie das vielleicht nicht wahr haben und verdrängt es?

    Ich habe mir Gedanken über das Alter Renoirs gemacht. Ich hatte ihn bisher recht jung eingeschätzt. So um die 30. Auf S. 20 sagt er jedoch „über das Alter, seiner Karriere Leib und Leben zu opfern“ sei er hinaus. Auch ist von beruflichen Erfolgen und einem guten Ruf die Rede. Beides muss man sich ja erst erarbeiten und das kommt nicht über Nacht.
    Er muss also schon länger in diesem Beruf tätig sein.
    Auch der Kriegsdienst und die daraus resultierende Zeit im Sanatorium lassen darauf schließen, dass er nicht mehr so jung ist, wie ich angenommen habe.
    Allerdings wurden zu der Zeit ja teilweise bereits 15- bis 16-jährige in den Krieg geschickt, wenn ich mich nicht irre.

    Renoir möchte Valentine, zu dem er mittlerweile einen kleinen Kontakt aufbauen konnte, außerhalb seines Zuhauses therapieren.
    Das halte ich für eine gute Idee, denn es kann ja sonst nichts werden, wenn der Earl ewig dazwischenfunkt.

    Die ganzen Andeutungen gefallen mir sehr. Die Villa, über die man sich seltsame Geschichten erzählt, die Fehde zwischen den Familien Escaray und Whitehurst, das Verschwinden Carricks, der grausige Fund in der Grube.
    All das macht mich neugierig und verspricht Spannung.
    Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.
    (Jorge Luis Borges)
  • Pandämonium schrieb:


    Musst du da keine Copyright Gesetze beachten? Da das Foto ja nicht von dir persönlich ist.
    Ich fände auf jeden Fall witzig, wenn mal irgendjemand den jungen Mann auf dem Cover erkennen würde.


    Über das Copyright hab ich mir natürlich Gedanken gemacht. Es ist so, dass Aufnahmen, die über 70 Jahre alt sind, keinem Urheberrecht mehr unterliegen und frei nutzbar sind. Ich habe aber trotzdem die Originalaufnahme in der ersten Ausgabe nicht mehr in der zweiten verwendet, weil ich keine Persönlichkeitsrechte verletzen will. Auf dem Cover selbst ist der junge Mann durch Bildbearbeitungsprogramme ziemlich verfremdet. Den gleichen Gedanken wie du hatte ich auch: es wäre witzig (aber auch ein bisschen beängstigend), wenn ihn jemand wiedererkennen würde.

    Pandämonium schrieb:

    Ich habe mir Gedanken über das Alter Renoirs gemacht. Ich hatte ihn bisher recht jung eingeschätzt. So um die 30. Auf S. 20 sagt er jedoch „über das Alter, seiner Karriere Leib und Leben zu opfern“ sei er hinaus. Auch ist von beruflichen Erfolgen und einem guten Ruf die Rede. Beides muss man sich ja erst erarbeiten und das kommt nicht über Nacht.

    Renoir ist im "besten Mannesalter", also Anfang bis Mitte Vierzig. Er hat schon einiges hinter sich und sich auch ein Renommee als Psychologe erarbeitet, bevor er in den Krieg zog. Wer wissen möchte, wie ich ihn mir in etwa vorstelle, kann gern mal auf meinem Blog vorbeischauen, wo ich ein kleines Geheimnis verrate. Aber klickt nur, wenn ihr euch noch kein allzu festes Bild von seinem Äußeren gemacht habt.

    Pandämonium schrieb:


    Sehr seltsam allerdings, dass die Frau des Earls vergisst, dass sie keine Dienstboten mehr haben.
    Will sie das vielleicht nicht wahr haben und verdrängt es?

    So ist es! Teresa Whitehurst gibt sich ziemlich unnahbar und grob, aber auf Whitehurst Manor haben schon vor längerer Zeit Veränderungen stattgefunden, die ihr so gar nicht *konvenieren*... :wink:
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  • Bis Ende 1. Kapitel/ Seite


    Ich habe eben das erste Kapitel zu Ende gelesen, viele offene Fragen die sich mir gestellt haben und Lust aufs weiter Lesen macht.

    Strandläuferin schrieb:

    Grimby finde ich entgegen der Erwartung, die sein Name mit sich bringt, ganz sympathisch, auch wenn sein sehr uneigennütziges Verhalten (den Garten zu richten, nur um Valentine einen Gefallen zu tun), schon erst ein bisschen misstrauisch macht.
    Ich finde sein Verhalten sehr merkwürdig, Einerseits wirkt er sehr freundlich und offen und anderseits macht er nur Andeutungen, will auf Nachfragen keine Antworten geben, Bin schon gespannt welche Rolle Grimby noch spielen wird.

    Baba schrieb:

    Ich bin sehr gespannt wie sie sich die Geschichte weiterentwickelt und was das Geheimnis von Escaray ist. Was Grimbly erwähnt lässt mich auf einen tieferen Konflikt zwischen Whithurst und den Escarays schliessen.
    Ich auch, worum geht es in diesem Konflikt und seit wann besteht er. Eine Bemerkung von Grimby, war ja; dass Escaray dem Earl freundlich gegenüber war, obwohl andere in dieser Situation ihm den Tod gewünscht hätten.

    Pandämonium schrieb:

    Sehr seltsam allerdings, dass die Frau des Earls vergisst, dass sie keine Dienstboten mehr haben.
    Will sie das vielleicht nicht wahr haben und verdrängt es?
    Finde ich auch seltsam, wenn ich mich erinnere gab es 2-3 mal diese Situation, wo sie "angeblich" nicht mehr wusste dass sie keine Dienstboten haben.

    Gruselig fand ich die Schilderungen, was Renoir und Valentin beim Einzug in Escaray Hall erleben. Ich habe richtig mit gelebt und hatte auch ein bisschen Herzrasen :uups:
    Ich werde jetzt noch weiterlesen.
  • Juhu, ich hab' wieder Internet! Meine Güte, wie schwer einem doch 2 Tage ohne fallen, schrecklich!

    Kapitel 1

    Pandämonium schrieb:

    Etwas gewöhnungsbedürftig finde ich manche Ausdrücke, die für mich fast ein wenig zu übertrieben oder hochgestochen klingen.
    Z.B. „Er kredenzte ihm den Wein.“ „Der Verdacht, der ihm nicht konvenierte.“
    Natürlich ist zu dieser Zeit die Sprache etwas anders, was mir auch sehr gefällt. Doch während der Beschreibung einer Handlung finde ich diese Ausdrücke nicht so ganz passend und ein klein wenig übertrieben.


    Ich finde, die Sprache passt wunderbar zur Geschichte und trägt für mich auch zur richtigen Atmosphäre bei. Mich würde es eher stören, wenn eine Geschichte, die um diese Zeit spielt in modernen Worten erzählt wäre. So hat es den Anschein, als würde die Geschichte auch direkt um diesen Zeitpunkt herum erzählt. Generell finde ich es super, wie die Handlung geschildert wird und die Perspektiven immer fast unmerklich wechseln, das finde ich extrem gut gemacht!

    Renoir ist mir auch sehr sympathisch. Ich hoffe nur, dass er sich da selbst nicht zu viel vornimmt, den jungen Valentine zu kurieren. Ob jemand, der selbst noch nicht völlig mit seinen eigenen Gespenstern der Vergangenheit zurecht kommt, wirklich einem anderen so gut helfen kann, ohne selbst in ein tiefes Loch zu fallen? Ich weiß es nicht.

    Der alte Whitehurst hingegen ist ein richtiges Ekel!

    Die Sache mit dem Bild erinnert mich extrem an Oscar Wilde, überhaupt habe ich von der Stimmung her das Gefühl, mich bei Oscar Wilde zu befinden. :love:
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  • Das Bild auf dem Cover gefällt mir unglaublich gut und ich kann mir den Grafen genau so vorstellen.

    Wasm ich so begeistert, denn ich war vor dem Buch wirklich sehr skeptisch, der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Ich war direkt in der Geschichte drin und brauchte nicht lange um mir die Charakter vorstellen zu können. Yael schreibt sehr gut und bildlich, ich kann mir die Gegebenheiten und Personen direkt vorstellen und hatte bisher keine Hänger. Das war mein Problem mit Jane Eyre. Hut ab, ich bin angenehm überrascht und bisher begeistert. Leider hatte ich die letzten zwei Tage nicht viel Zeit zum lesen, muss aber immer wieder an Renoir denken. Werde gleich mit den Herren zu Bett gehen. :-,
    Hunde sind wie Bücher, man muss nur in ihnen lesen können, dann kann man viel lernen.


    Oliver Jobes
  • @Naraya, @Vicidog ~ schön, dass ihr da seid! Ich muss sagen, ich hätte nicht gedacht, dass ich soviel Freude daran habe, eure Meinungen und Beiträge zu lesen, und dass sie (bisher...) so unglaublich positiv sind!

    Naraya schrieb:

    Ich finde, die Sprache passt wunderbar zur Geschichte und trägt für mich auch zur richtigen Atmosphäre bei. Mich würde es eher stören, wenn eine Geschichte, die um diese Zeit spielt in modernen Worten erzählt wäre. So hat es den Anschein, als würde die Geschichte auch direkt um diesen Zeitpunkt herum erzählt. Generell finde ich es super, wie die Handlung geschildert wird und die Perspektiven immer fast unmerklich wechseln, das finde ich extrem gut gemacht!

    Das war so toll zu lesen aus Gründen, die auszuführen hier den Rahmen sprengen würde. Vielen Dank dafür! Die Perspektive hat mir immer ein wenig Kopfzerbrechen bereitet in der letzten Zeit, weil sie nach Schriftstellerregeln nicht zu häufig gewechselt werden sollte.

    Naraya schrieb:

    Die Sache mit dem Bild erinnert mich extrem an Oscar Wilde, überhaupt habe ich von der Stimmung her das Gefühl, mich bei Oscar Wilde zu befinden. :love:

    Ich fühle mich geehrt! :friends: Tatsächlich haben zwei meiner Romane Titel, die an Oscar Wilde angelehnt sind, ohne dass ich es gemerkt habe. Hier könnt ihr ein kurzes Interviewlesen, wo ich darauf Bezug nehme.

    @Vicidog ~ dein Beitrag ging runter wie Honig. Ich hoffe, bei dir daheim geht alles bestens. Ich wünsche Felix alles Gute und dass er sich von den Strapazen gut erholt, der tapfere kleine Mann.

    Vicidog schrieb:

    ...muss aber immer wieder an Renoir denken. Werde gleich mit den Herren zu Bett gehen.
    Aber nicht untreu werden, gell? :wink:
    ~ “Sometimes you’re trying your best and you still can’t find a solution, but I try not to waste my life living in a dark place“ ~
    Mads Mikkelsen


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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Yael ()

  • bis Seite 62


    Es wird mysteriöser, Valentin trifft erneut Carrick Escaray und zwar in unterschiedlichem Alter. Träumt Valentin dies alles oder trifft er eine Geist? Carrick bestätigt seine Tod zu mindestens nicht. Allerdings weiß er Sachen, die er eigentlich wissen kann, außerdem frage ich mich,warum die Spielsachen von Valentins Schwester in der Gartenlaube zu finden sind. Es wird zwar erklärt, das Carrick den Butler anwies sie dort zu verstecken, da der Earl alles verbrannt hat. Von der zeitlich abfolge dürfte Escaray und Whitehurst keinen Kontakt mehr gehabt haben.

    Mittlerweile habe ich mich auch an den Sprachstil gewöhnt uns er gefällt mir zu nehmend besser. Mir gefälllt auch, dass es aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben wird, so erfährt man einiges von Renoir und Valentin.

    Werde leider in dieser Woche nicht viel zum lesen kommen, versuche aber jeden Tag wenigsten ein paar Seite zu lesen und meine Meinung dazu zu posten.
  • Ach ihr Lieben,
    hab den Anfang versäumt und bei mir geht es rund, dazu bin ich noch an anderer Stelle ganz schön eingeteilt, versuche trotzdem mitzulesen, das geht ja beim zweitenmal lesen etwas flotter. Bin von Euren Eindrücken ganz begeistert, genau so ging es mir beim ersten lesen des Buches, beim zweitenmal liest man etwas genauer oder doch nicht :scratch: zumindest kommt es mir so vor. Versuche doch dran zu bleiben und mich manchmal zu melden.
    Liebe Grüsse Mara
    :study: Ich bin alt genug, um zu tun, was ich will und jung genug, um daran Spaß zu haben. :totlach:
  • Hallo zusammen,

    ich hängemich hier gleich mal bei Mara dran: Seid mir nicht böse,aber ich schaffe es momentan zeitlich nicht, hier aktiv mitzumachen. :cry: Ich werde Eure Leserunde aber verfolgen, und hoffe, dass ich später noch einsteigen kann. Das Buch lese ich auf jeden Fall schon mit (nur im Moment auch nicht so schnell wie Ihr), schließlich habe ich mich schon lange darauf gefreut.

    Euch allen noch viel Spaß und liebe Grüße. :winken:
    Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht überwindet, erst dann wird es Frieden geben.
    Jimi Hendrix
  • Ich muss kurz etwas schreiben, das noch mit Oscar Wilde zu tun hat: vor kurzem lief im Fernsehen die Neuverfilmung vom Bildnis des Dorian Gray, und obwohl ich sie noch nicht zuende gesehen habe (mitgeschnitten), war ich verblüfft von dem Anwesen, das Dorian geerbt hat: fast genauso habe ich mir das Foyer von Escaray Hall vorgestellt! :loool: Das war wirklich verblüffend!

    @Mara und @Sugar ~ ich freue mich, dass ihr trotz Zeitmangel versucht, hier mitzumachen. Und gute Besserung an dich, @Mara.

    Mara schrieb:

    Bin von Euren Eindrücken ganz begeistert, genau so ging es mir beim ersten lesen des Buches
    Ich bin so stolz und glücklich darüber, dass ich bald platze! Ich hoffe, die Erstleser werden nicht enttäuscht... ich werde Kritik aber ganz bestimmt auch hinnehmen können.

    Nicole B schrieb:

    Werde leider in dieser Woche nicht viel zum lesen kommen, versuche aber jeden Tag wenigsten ein paar Seite zu lesen und meine Meinung dazu zu posten.
    :friends:
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  • Kapitel 1 (bis Seite 43)

    Ich habe nun auch das erste Kapitel gelesen.

    Ganz toll gefallen mir wieder die Charaktere - Christine, dir gelingt es, jeder einzelnen Figur ihre Eigenheiten zu verpassen, so dass sie nie austauschbar sind. Stattdessen sind sie in meiner Vorstellung direkt greifbar und sehr real. Oft hat man ja beim Lesen das Gefühl, dass Figuren irgenwie abgepaust sind, das ist hier gar nicht so. Ich bin übrigens auch große Gaspard Renoir Verehrerin :mrgreen: Einzig mit Valentine habe ich - wie auch schon beim ersten Lesen - so meine Startschwierigkeiten. Mir erscheint er wie ein verängstigtes Tier oder ein sehr kleines Kind (S. 20/21), er ist die einzige Figur, zu der ich als Charakter erst später Zugang finde. Das hat aber irgendwie auch seine Berechtigung, denn er ist ja schwer traumatisiert und komplett in sich zurückgezogen.

    An den Stil musste ich mich vor ein paar Jahren, als ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, auch erst gewöhnen, so wie es vielen hier scheinbar ja auch geht. Da hab ich jetzt eoinen Vorsprung, auch weil ich andere Sachen von Christine gelesen habe - für mich ist das eben der typische Christine-Stil, sehr passend auch für die Zeit, in der die Handlung angesiedelt ist. Und diese Zeit wird ebenfalls ausführlich geschildert und ausgeschmückt, ich habe beim Lesen die Autos fast hören können, als der arme Grimby sich nicht über die Straße getraut hat - es muss schon eine extreme Umstellung für die Menschen gewesen sein. Ich glaube, wenn erstmal schwebende Alltagsfortbewegungsmittel erfunden und etabliert werden, dann wird es uns nicht anders gehen :-,

    Was mir besonders gut gefällt, ist die Detailverliebtheit: hier ein wurmstichiges Buffet, ein Ohrensessel vor dem Kamin, der "europäisches Handwerk" verrät (S. 7), dort ein abgewetzter Bugholzstuhl oder ein rußgeschwärztes Ofenrohr - in jedem Raum gibt es was zum Schauen.

    Gegen Ende des Kapitels nimmt die Handlung dann Fahrt auf: Wir nehmen zum ersten Mal Valentines Perspektive ein statt der Renoirs, als er eine Vision hat, wir lernen das titelgebende Gemälde kennen und bekommen noch einmal einen sehr eindringlichen Einblick in Renoirs eigene Kriegserlebnisse ...
    :study: Tad Williams - Das Herz der verlorenen Dinge
    :musik: Ernest Cline - Armada
    :montag: Deon Meyer - Devil's Peak

    "There is freedom waiting for you, on the breezes of the sky, and you ask 'What if I fall?'
    Oh but my darling, what if you fly?"
    (Erin Hanson)

  • So langsam wird es richtig spannend und es tun sich wahre Abgründe auf, was die Familiengeschichte der Escarays und der Whitehursts betrifft.

    Vor allem die Szenen, in denen Valentine mit Carrick spricht, gefallen mir richtig gut. Sie verbreiten so eine schöne Schauerstimmung, das hat so ein bißchen was von Edgar Allan Poe, auch wenn das zeitlich natürlich nicht hinkommt. Aber ich mag diese Atmosphäre, wie in den guten alten Schauergeschichten. Ein Moor, etwas Nebel, ein altes Herrenhaus, eine düstere Familiengeschichte, das Porträt - klasse!

    Ich bin auch schon sehr gespannt, was Renoir und Valentine noch herausfinden werden. Vor allem scheint der alte Whitehurst ja

    Spoiler anzeigen
    etwas mit dem Tod von Valentines Familie zu tun zu haben. Seine Eltern und seine Schwester waren also nicht auf dem torpedierten Schiff, aber wie und wo sind sie dann gestorben? War das am Ende abgekartet, weil Whitehurst an das Erbe heran wollte? Immerhin hat er ja schon Carricks Mutter ins Verderben gestürzt, das alte Ekel!


    Und wichtig ist natürlich auch die Frage, warum der alte Hazelgrove Valentine mit Maurice anspricht. Ist Valentine am Ende gar kein Whitehurst, sondern jemand anderes? Fragen über Fragen...
    :study: Hunting Prince Dracula / Kerri Maniscalco

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  • @Naraya ~ ich will ja nichts verraten, aber
    Spoiler anzeigen
    du bist auf einer heißen Spur! Hazelgrove erklärt Renoir, dass der Earl ein notorischer Lügner ist... inwieweit er damit recht hat, wird sich noch zeigen.


    Eigentlich ist der Earl ein bemitleidenswerter Mann, der verbittert und vom Leben enttäuscht ist - geht nicht zu hart mit ihm ins Gericht... :wink: Natürlich wirkt er unsympathisch und herrisch; auf der anderen Seite wird sein Verhalten später ein wenig verständlicher (hoffe ich zumindest).

    @daniii ~ lass dich drücken! :friends:
    Spoiler anzeigen
    Ich glaube, ohne dich hätte ich gar nicht den Mut gefunden, das Manuskript zu veröffentlichen.
    ~ “Sometimes you’re trying your best and you still can’t find a solution, but I try not to waste my life living in a dark place“ ~
    Mads Mikkelsen


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  • ich wollte nur mal kurz melden dass ich vor Freitag nicht mehr zum posten komme, ich hoffe ich kann ein paar Seiten lesen. Wir haben die nächsten Tage eine grosse Tagung bei uns an der Hochschule und ich habe sonst noch viel Arbeit. Am Wochenende werde ich mich dann aber ganz bestimmt zum gelesenen äussern und auch weiterlesen.
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