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Timur Vermes - Er ist wieder da

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    Er ist wieder da: Filmausgabe

    von

    3.6|158)

    Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 416


    ISBN: 9783404173389


    Termin: Oktober 2015

    • Timur Vermes - Er ist wieder da

      Der Autor:
      Timur Vermes wurde 1967 als Sohn einer Deutschen und eines 1956 geflohenen Ungarn geboren, studierte in Erlangen Geschichte und Politik und wurde dann Journalist. Er schrieb für die "Abendzeitung" und den Kölner "Express" und arbeitete für mehrere Magazine. Seit 2007 veröffentlichte er als Ghostwriter vier Bücher, zwei weitere sind in Vorbereitung. (amazon.de)

      Klappentext:
      Sommer 2011. Adolf Hitler erwacht auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Ohne Krieg, ohne Partei, ohne Eva. Im tiefsten Frieden, unter Tausenden von Ausländern und Angela Merkel. 66 Jahre nach seinem vermeintlichen Ende strandet der Gröfaz in der Gegenwart und startet gegen jegliche Wahrscheinlichkeit eine neue Karriere - im Fernsehen. Dieser Hitler ist keine Witzfigur und gerade deshalb erschreckend real. Und das Land, auf das er trifft, ist es auch: zynisch, hemmungslos erfolgsgeil und auch trotz Jahrzehnten deutscher Demokratie vollkommen chancenlos gegenüber dem Demagogen und der Sucht nach Quoten, Klicks und "Gefällt mir"-Buttons. Eine Persiflage? Eine Satire? Polit-Comedy? All das und mehr: Timur Vermes' Romandebüt ist ein literarisches Kabinettstück erster Güte.

      Inhalt:
      Es ist Sommer 2011, als Adolf Hitler plötzlich auf einer Wiese in Berlin aufwacht. Er hat natürlich keine Ahnung, dass es nicht mehr 1945 ist und so kommt ihm erstmal alles etwas merkwürdig vor. Verunsichert und doch mit dem ihm eigenen Selbstbewusstsein macht er sich auf, um Menschen zu finden, die ihn nach Hause bringen können – und findet sich in einer ihm völlig fremden Welt wieder. Hier nimmt ihn keiner als den wahr, der er eigentlich ist, und sein Beharren darauf, dass er “der Führer” sei, löst bei den Mensche eher Heiterkeit aus. Man hält ihn für “den Stromberg von Switch” und für einen begnadeten Komiker und Satiriker – und Hitler merkt, dass hier eine ganze Menge Arbeit auf ihn zukommt, damit ihn das Volk wieder als den anerkennt, der er eigentlich ist.
      Ausgerechnet die neuen Medien – Fernsehen und Internet – machen aus Hitler schnell einen Star. Seine Auftritte in einer Comedy-Show werden zwar zum Teil sehr kritisch betrachtet, insgesamt aber ist das Publikum von der vermeintlichen Kopie Hitlers begeistert und seine Aussagen über die Gesellschaft treffen für viele Menschen genau den Nerv der Zeit. Auf YouTube erhält Hitler rasch Millionen von Klicks und als die BILD-Zeitung auf ihn aufmerksam wird, ist seine Bekanntheit endgültig gesichert. Dass der ehemalige Diktator aber keinesfalls Gesellschaftskritik auf satirischem Niveau betreibt, sondern dass er hofft, dass seine politischen Ziele letztlich doch noch durchgesetzt werden können, scheint niemand zu merken…

      Meine Meinung:
      Es ist extrem schwierig, etwas zu dem Buch zu schreiben. Timur Vernes ist in jedem Fall ein total mutiger Roman gelungen, der einen während des Lesens schon manchmal sprachlos macht und der mich danach etwas ratlos zurückgelassen hat.
      Erstmal ist da der Ich-Erzähler Hitler, der das Lesen so schwierig macht. Normalerweise identifiziert man sich als Leser mehr oder weniger mit dem Ich-Erzähler, weil man sich so in sein Denken einfühlt, in seine Gefühlswelt hineindenkt und so weiter. Will man das bei Hitler? Keinesfalls, und doch passiert das unwillkürlich und sorgt bei mir für gemischte Gefühle.
      Sprachlich meint man schnell, Hitler in dem Roman wiederzuerkennen. Vermes übernimmt Formulierungen, die man aus Hitlerreden und Propaganda der damaligen Zeit kennt. Das ist erschreckend, gleichzeitig aber natürlich auch irgendwie stimmig.
      Der Roman ist mehr als Satire, er geht deutlich weiter. Vermes entwirft ein Szenario, das in seiner hypothetischen Art durchaus irgendwie glaubwürdig ist. Hitlers Verhalten wird als “Method Acting” verstanden, er wird als Comedy-Star gefeiert, als einer, der das ausspricht, was in der Gesellschaft falsch läuft. All seine Grenzüberschreitungen werden als satirisch und komisch gefeiert, er selbst als einer, der sich was traut, keine Tabus kennt. Hinter allem, das zeigt Vermes deutlich, steht eine Gefahr: Hitler wird zum Star, wird umjubelt und gefeiert, bekommt letztlich seine eigene Fernsehsendung und politische Parteien reißen sich um ihn. Könnte einer wie er auch heute Erfolg haben? Ist unser “es darf nie wieder passieren” schneller gesagt als gedacht – wenn wir durch die Medien so leicht zu manipulieren sind?
      Das Buch ist mir unheimlich. Bei allem, was es satirisch und komödiantisch leistet, ist es auch durchaus gesellschaftskritisch und mahnend, und durch die drastische Art, wie es erzählt wird, durchaus auch dazu geeignet, seinen Lesern Gänsehautmomente zu verpassen. Man kann diesem Buch mit guten Gewissen viele Leserinnen und Leser wünschen – aber nur wache, die auch bereit sind, sich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen…
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:
    • Strandläuferin schrieb:

      Es ist extrem schwierig, etwas zu dem Buch zu schreiben
      So ging es mir, ich hörte das HB, brach aber dann ab , warum weiß ich gar nicht mehr genau :-k Irgendwie war mir die Stimme von Chr. Maria Herbst dann doch zu anstrengend.

      Strandläuferin schrieb:

      Sprachlich meint man schnell, Hitler in dem Roman wiederzuerkennen.
      Und auch Hör-mäßig, denn Chr. Maria Herbst bekommt den Tonfall Hitlers sehr gut hin, was erst sehr erschreckend ist aber humorvoll gestaltet wird.


      Satire in etwas krasser Art verpackt , mit schwarzem Humor gesalzen und mit ner Prise Zynismus abgeschmeckt .


      Hörprobe: http://www.audible.de/search?advsearchKe…r+ist+wieder+da :musik:

      Ich habe trotz Abbruch 3,5 Sterne vergeben
      "Ein gutes Buch ist wie ein erholsamer Kurztrip aus dem Alltag."
      »Verlass das Haus nie ohne ein Buch.« Edward Gorey
      "Zu Hause ist da, wo deine Bücher sind" SILBER - Kerstin Gier
    • Floxine schrieb:

      Und auch Hör-mäßig, denn Chr. Maria Herbst bekommt den Tonfall Hitlers sehr gut hin, was erst sehr erschreckend ist aber humorvoll gestaltet wird.
      Das kann ich mir vorstellen. Wobei ich dann ehrlich gesagt auch eher auf das Hörbuch verzichten würde. Irgendwie... ist mir das zu heftig. Trotz allem, was daran eine tolle Idee ist und so weiter... es bleibt auch erschreckend.
    • Strandläuferin schrieb:

      Das Buch ist mir unheimlich. Bei allem, was es satirisch und komödiantisch leistet, ist es auch durchaus gesellschaftskritisch und mahnend, und durch die drastische Art, wie es erzählt wird, durchaus auch dazu geeignet, seinen Lesern Gänsehautmomente zu verpassen. Man kann diesem Buch mit guten Gewissen viele Leserinnen und Leser wünschen – aber nur wache, die auch bereit sind, sich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen…

      Ich zitiere Dich einmal, Strandläuferin, weil ich finde, Du hast es auf den Punkt formuliert, was mir beim Lesen durch den Kopf ging.
      Es IST unheimlich, gesellschaftskritisch und mahnend.
      Zugleich auch lustig, man ist oft dabei mit dem Lachen zu beginnen, zeitgleich bleibt es einem im Halse stecken, wegen des Themas an sich.

      Daher empfinde ich das Buch als sehr gelungen.
      Gelungen, um es kritisch zu lesen und sich damit auseinander zu setzen.
      :study: Gruß, sand.korn :study:
    • Floxine schrieb:

      Zitat von »Strandläuferin«
      Es ist extrem schwierig, etwas zu dem Buch zu schreiben

      So ging es mir, ich hörte das HB, brach aber dann ab , warum weiß ich gar nicht mehr genau :-k Irgendwie war mir die Stimme von Chr. Maria Herbst dann doch zu anstrengend.

      Ich finde auch, dass es nicht so leicht ist, dieses Buch zu bewerten, beziehungsweise etwas dazu zu schreiben; es hat so viele verschiedene Ebenen, auf denen man es betrachten muss, und behandelt natürlich ein wirklich delikates Thema.
      Nicht nur, dass Hitler zurückkommt - was allein ja schon geung Stoff zum Gruseln bietet - er ist auch noch die Identifikationsfigur des Romans. Da aus der Ich-Perspektive geschrieben wird, denkt man sich unwillkürlich in die Gedankenwelt des Protagonisten hinein. Will man das bei diesem speziellen Protagonisten aber wirklich? Hitler ist nicht der Böse, als den man ihn normalerweise zu betrachten gewohnt ist, sondern einfach ein Typ mit Ideen und Visionen, die er noch durchsetzen will. Und dieses Ziel verfolgt er, indem er sich schnell an die veränderten Gegebenheiten anpasst und sich das neue mediale System zunutze macht.

      Redet er also von Kriegen und Lebensraumerweiterung und all diesen Dingen, von denen er fest überzeugt ist, muss man als Leser schon ein bisschen aufpassen, weil alles mit solch einer Selbsverständlichkeit geschrieben ist, dass die Grenze zur Satire meiner Meinung nach schon hauchfein überschritten wird. Das ist die eine Seite.
      Die andere Seite ist, dass, wenn man sich auf die Handlung einlässt, wirklich eine gute Comedy geliefert bekommt. Heutzutage, das hat der Autor ganz richtig erkannt und in seinem Roman zugespitzt dargestellt, kann Adolf Hitler nur als Comedian gesehen werden. Oder als Witzfigur. Da ist es schon lustig zu lesen, dass er auf der Straße zunächst immer mit "der Stromberg aus Switch" angesprochen wird, oder dass er durchaus zutreffend und schlagfertig über deutsche Politiker herzieht - allen voran die der NPD, über die er maßlos entsetzt ist. Er wird von den Personen im Roman als perfekt ausgearbeiteter Künstler gesehen, der "Method Acting" betreibt, also als Schauspieler so sehr in seine Rolle geschlüpft ist, dass er sie niemals ablegt.
      Da fällt einem als Leser plötzlich auf, dass man denkt "Er hat eigentlich recht, der Hitler" und gleich darauf "Moooooment...".
      Es ist eben so: Die Gefahr ist, dass man sich von Wortgewandtheit einlullen lässt und aufhört, selbstständig zu denken. Das zeigt dieser Roman auf, der zwar komödiantisch beginnt, aber im weiteren Verlauf und vor allem gegen Ende immer mehr erschreckend aufzeigt, wie leicht das System Medien und damit eine gesamte Bevölkerung manipuliert werden kann und auch heute - ohne Hitler - immernoch manipuliert wird.
      Ein krasses Buch auf jeden Fall, dessen Konzept wirklich bis ins kleinste Detail ausgearbeitet ist - sogar der Preis von 19,33 €. Eine ziemlich geniale und schlau platzierte Gesellschaftskritik. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      Wenn wir uns nicht gelegentlich verirren, dann haben wir uns nicht genug bewegt.
      Florian Illies

      :flower:
      Mein Blog
    • Ich muss sagen, dass es mir beim Lesen ganz anders ging als Euch. Mir ist es nämlich nicht gelungen, den Hitler des Buches mit "dem" Hitler zu verbinden. Ich habe mir am Anfang immer versucht klarzumachen: "Das ist der Hitler, der Massenmörder, die Bestie... usw." - es hat einfach nicht funktioniert. Für mich war er, wie auch für einige Personen im Buch, einfach immer "der Stromberg aus Switch. Ich konnte ihn einfach nicht ernst nehmen. Und das ist für mich auch das größte Manko: Es kam mir alles so unglaubwürdig vor. Nun ist mir klar, dass die Idee an sich natürlich schon sehr unrealistisch ist, aber die Geschichte sollte doch wenigstens in sich stimmig sein. Keiner, absolut keiner nimmt ihn für voll, aber Hitler merkt das nicht? Die Liste, die man an negativen Dingen über ihn sagen kann, ist endlos, aber dumm war er doch nun weiß Gott nicht.

      Ein bißchen sauer war ich auch, dass ausgerechnet die Szene nicht beschrieben wurde, die mich am meisten interessiert hätte: Wie schafft es Hitler, die Oma seiner Sekretärin, die ja das dritte Reich noch miterleben musste, von sich zu überzeugen? Hier hat den Autor anscheinend seine Vorstellungskraft verlassen.

      Ich bewerte das Buch jetzt einfach als eine einigermaßen gelungene Gesellschafts- und Medienkritik, die für meinen Geschmack aber doch gerne eine Spur härter hätte ausfallen können. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht überwindet, erst dann wird es Frieden geben.
      Jimi Hendrix
    • Ich habe das Buch als äußerst gelungene Gesellschaftssatire gelesen.

      Vermes gelingt es wunderbar, den Charakter Hitlers als glaubwürdig zu schildern, ich sage bewusst glaubwürdig und nicht realistisch, weil ich letzteres nicht wirklich beurteilen kann.
      Da erwacht ein Hitler knapp siebzig Jahre nach seinem eigentlichen Ableben und den unvorstellbaren Grauen und der Zerstörung die er und seine Partei über die Welt gebracht hat und versucht sich mit genau der gleichen Ideologie erneut in der heutigen Gesellschaft zu etablieren. Dabei hat er sich nicht im Geringsten verändert, sondern auf dem Hintergrund der Geschichte die Gesellschaft, so dass ihn niemand ernst nimmt und sein Verhalten und seine Äußerungen als äußerst konsequente Satire und „Method Acting“ wahrnimmt. Durch dieses Misverständnis, das dem Ich-Erzähler Hitler meiner Meinung nach nicht bewusst ist, verfolgt er sein Ziel, erneut eine politische „Karriere“ zu fördern, unterstützt von vielen Protagonisten, die eine „Comedy-Karriere“ fördern.
      Ich habe mich manches Mal dabei ertappt, wie ich dachte: „Recht hat er!“ – und bin dann sofort erschrocken … Darf man das ? Ich denke, man darf – solange man nicht unreflektiert seine Konsequenzen und Folgerungen aus dem, was er sagt übernimmt. Daher stimme ich oben gesagtem vollkommen zu: Es ist ein Buch für wache und reflektierte Leser, die verstehen, was und vor allem wer etwas sagt. Man sollte aber inzwischen, 2 – 3 Generationen nach dem dritten Reich, soviel Abstand haben, um – ohne irgendetwas zu vergessen – das Geschehen zumindest satirisch verarbeiten können. Bei platter Comedy wäre ich wohl nicht so überzeugt …

      Natürlich bestehen zwei Gefahren: Zunächst ist es sicherlich schwierig, für Betroffene, oder deren Angehörigen und Nachkommen die „Leichtigkeit“ zu besitzen, um über solche Satire zu lachen. Hier würde ich eine deutliche Nicht-Empfehlung für das Buch aussprechen – ich könnte absolut derartige Befindlichkeiten und Kritik verstehen.
      Außerdem könnte man dieses Buch auch als Verharmlosung verstehen –
      Spoiler anzeigen
      mit welchem Satz entlässt einen Vermes doch noch aus der Lektüre: "Es war nicht alles schlecht" … - und bei diesem Satz dreht sich mir der Magen um, zeugt er doch von unreflektiertem Umgang mit der Geschichte.

      Für mich bleibt letztlich eine mutiges, konsequente, lustige aber auch nachdenkliche Satire – vielen Dank Herr Vermes – alles richtig gemacht -
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:
      "Die wahrhaft menschliche Qualität besteht nicht aus Intelligenz, sondern aus Phantasie." - Terry Pratchett

      :study:
      Kein Land für alte Männer - Cormac McCarthy
      Reread: Harry Potter und die Kammer des Schreckens (mit meiner Tochter)

      :bewertung1von5: 2017: 42 :bewertung1von5:
    • Da ist Hitler plötzlich wieder bei uns in der Gegenwart, im Jahre 2011. Ein erschreckender und beängstigender Gedanke,
      der in diesem Buch aber Realität wird.

      Der Anfang der Geschichte fiel mir zunächst etwas schwer. Hitler als Ich-Erzähler ist doch so eine Sache für sich, schließlich
      will man sich in so eine Person keinesfalls hineinfühlen, aber irgendwie wird man doch dazu gezwunden.
      Mit der Zeit habe ich mich dann an ihn "gewöhnt", wobei der Schreibstil, der durchgehend so typisch Hitler ist, wie man es aus
      seinen damaligen Reden kennt, mich Distanz zu Hitler als Erzähler halten ließ.
      Dennoch habe ich oft schmunzeln müssen, wenn Hitler mit den neuen Gegebenheiten unserer moderen Welt konfrontiert wird,
      beispielsweise war er doch sehr verwirrt über einen "Media Markt"- Prospekt oder tat auch seine Meinung über die Schweden als
      Möbelhersteller Nummer eins kund. Diese Komik ist in schöne Worte verkleidet, nicht offensichtlich sondern unterschwellig.
      Oft musste ich manche Sätze öfter lesen um zu verstehen, was eigentlich gerade gesagt wurde.

      Insgesamt war das Buch für mich eine absolute Gesellschaftssatire. Der Autor kritisiert vor allem die Politik bzw. die Politiker
      in unserem Lande, die immer stärker werdende Beeinflussbarkeit der Bevölkerung durch die Medien und auch die leichte
      Durchschaubarkeit der Menschen. Dass diese Kritik nun ausgerechnet in Form von Hitler geäußert wird, fand ich genauso
      gewöhnungsbedürftig wie genial. Es scheint eigentlich eine Farce zu sein, dass der Mann, der Deutschland vor 80 Jahren
      zerstört hat und ein immer währendes Trauma geschaffen hat, unsere Gesellschaft nun be- und verurteilt. Doch andererseits
      ist es genau dieser klare Blick für das Verhalten der Menschen, der Hilter damals an die Spitze brachte, weswegen mir das Ganze
      nicht unglaubwürdig erschien. Hitler weiß, was er tun und was er sagen muss, um auch in unserer Gegenwart wieder in aller
      Munde zu sein und sich bekannt zu machen. Diesmal schafft er das nicht als Politiker, sondern als Comedian - zumindest
      aus Sicht des Volkes. Er selbst ist gleich geblieben: Seine Nazi-Ideologie, seine Reden, sein Verhalten. Doch die Menschen
      glauben natürlich nicht, dass Hitler selbst vor ihnen steht, sondern sehen in ihm einen zwar etwas seltsamen, aber perfekten
      Hilter - Komiker, der mit seiner Show nur auf das damals Geschehene aufmerksam machen will und verhindern will, dass sowas
      nochmals geschieht. Doch Hitler erschleicht sich auf diesem Wege langsam auch wieder einen Weg in die Politk.
      Erschreckend für mich war dabei vor allem, dass die Menschen tatsächlich über ihn lachen und dass er dadurch so schnell wieder
      einen hohen Einfluss auf die Gesellschaft hat. Ich würde sagen, dass das Trauma der Nazi - Zeit doch zu tief sitzt als dass jemand,
      der ausgerechnet Hitler imitiert so beliebt werden würde, aber ganz ehrlich:
      Wenn ich unsere Mediengesellschaft so betrachte, bei der eigentlich jeder durch genügend und gut inszinierte Werbung Einfluss
      auf die Bevölkerung erhält, dann bin ich mir dessen unglücklicherweise keinesfalls sicher.

      Für mich zeigte das Buch zum Teil eine erschütternde Wahrheit, enthielt aber auch eine brilliante Komik.
      Wie auch die anderen Rezensenten schon sagten: Man muss bereit sein sich mit dem Inhalt dieses Buches auseinander zu setzen.
      Wenn man das möchte, ist das Buch sicherlich zu empfehlen. Ich vergebe :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
    • Meine Meinung:

      Hitler ersteht im Sommer 2011 von den Toten auf mit einem Filmriss von 45 bis 2011, aber mit den gleichen Motivationen von damals.
      Timur Vermes hat versucht aus diesem Geschehen eine lustige Geschichte zu schreiben, was ihm auch meist gelungen ist.

      Fangen wir mal an mit dem Preis, 19,33 Euro.

      Das Buch soll eine Satire sein zieht aber eher auch die heutige Gesellschaft durch den Kakao. Ob dies "Fernsehgrößen" sind, aktuelle Politiker oder aktuelle Geschehen in Deutschland. Man begleitet im Hitler vom Aufstieg aus der Gosse zur Landes bekannten Fernsehgröße und hat wieder Erfolg mit seinen neuen eigentlich doch alten Plänen und Propaganda. Timur Vermes bringt ihn, sein Verhalten, sein Denken und seine Sprache sehr authentisch aufs Papier. Der Spagat zwischen Komik und Sympathie aber auch Beklommenheit zieht durch das ganze Buch.
      Im Buch wird Media Markt erwähnt, wobei sich Hitler aufregte das bei den knappen Ressourcen das Volkseigentums Papier so verschleudert wird und hirnloser Dreck produziert wird. Auf den ersten Blick lustig, auf den Zweiten Blick hat hier Hitler echt recht. Volksverdummung.
      Das Buch ist stellenweise recht lustig macht aber auf den Zweiten Blick nachdenklich. Es ist an einigen Stellen langatmig, das man doch einige Passagen
      auch mal quer liest.
      Das Buch ist aus der Sicht Hitlers geschrieben. Was einem Anfangs beim Lesen ein paar Probleme bereitet. Man hat ein etwas bedrückendes Gefühl.
      Bei einigen Szenen musste ich lachen andere machen nachdenklich, auch hat man das Problem das man sich ja sonst in den die Hauptpersonen hinein versetzt, was mir hier Gott sei dank nicht gelingt.
      Ich habe viele Absätze wenn Hitler sich seine Gedanken machte quer gelesen, ich fand es sehr langatmig und immer das gleiche auch konnte ich es stellenweise echt nicht mehr lesen.
      Das Buch vermittelt einem das Gefühl das ein Hitler auch heute wieder so eine Größe wie zu den damaligen Zeiten wird, da er sich wie damals bei Reden sehr gut in Szene setzen konnte und seine Anhänger findet. Auch wenn dies Heute eher als Fernsehstar ist.
      Das Buch vermittelt einem das Gefühl Mein Freund der Führer. Man schaue sich die Rezis und Sternchen bei Amazon an, 564 Rezis davon bewerten 344 Personen
      das Buch mit 5 Sternen. Die Rezis habe ich zum Teil gelesen. Es sind ausführliche auch kritische Meinungen. das Buch spaltet, es macht nachdenklich.
      Die Grundidee des Buches fand ich nicht schlecht, das Buch hat seine Längen, auch fand ich die letzten Seiten und das Ende doch sehr ausbaufähig.
      Was bleibt einem wenn man das Buch zu Ende gelesen hat? Das beklemmende grausige Gefühl das ein Hitler es heute genauso schaffen könnte, das wir aus damaligen Zeit den Folgen eigentlich nichts dazu gelernt haben. Erschreckend fand ich das ich lachen konnte, über Hitler und ihn stellenweise sympathisch fand.

      Fazit: Ich glaube die Frage ob ein Hitler auch in der heutigen Zeit wieder Erfolg hat sich mit dem Buch leider doch beantwortet.
      Ich kann dem Buch nur 3 Sterne geben. Das Buch macht nachdenklich. Sternabzug gab es für den Schluss, für die Längen, es war oberflächlich, die Gedanken Hitlers waren mit zu viel des Guten, der Witz des Ganzen nutze sich doch schnell ab.
      Es hat mir aber auch Gefallen, stellenweise wollte ich es abbrechen, aber es zog einen in den Bann, es nimmt viele Dinge aufs Korn trifft den Nagel auf den Kopf.

      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      :flower: Viele liebe Grüße Steffi ♥♥♥
      http://meinelesewelt.blogspot.com


    • Ich kann mich meinem Vorredner (fast vollständig) nur anschließen. Es fing alles so gut an. Die Idee war auch ziemlich gut, aber dann hat mich die Story nach und nach losgelassen, was darauf zurückzuführen war, dass es tatsächlich recht oberflächlich ausfiel. Eine so hohe Bewertung bei Amazon kann ich auch nicht so ganz verstehen, da dieses Buch zu flach für die 5 Sterne ist. Sonst war es durchaus unterhaltsam und regt einen bei vielen Dingen zum Nachdenken an. Im Unterschied zu meinem Vorredner würde ich aber einen halben Stern mehr vergeben.
    • Ich finde das Buch ist super geschrieben.

      Neben all den Dingen die schon genannt wurden, kommt noch hinzu (jedenfalls bei mir), dass man sich das bildlich vorstellen kann wie Hitler (scheinbar ahnungslos) durch Deutschland läuft und ernsthaft versucht wieder an die Spitze zu kommen. Und das krasse dabei ist einfach, dass die Leute zu seinen Fans werden. Zwar nur als Komiker, aber das ist schon ein Anfang.
      Man denkt auf jeden Fall über die Situation nach.
      Und es ist erschreckend wie oft man mit dem Ich-Erzähler (Hitler...) einer Meinung ist, was z.B. die Bildzeitung angeht, die Arbeitslosen (die die absichtlich arbeitslos bleiben!!) und so vielen anderen beschriebenen Probleme im Buch.
      Das lässt zu Denken übrig, ob sowas nicht ernsthaft nochmal passieren kann.

      Super Buch. Ich gebe dem Buch :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :applause:
      Eine gute Verfilmung wäre definitiv witzig ^^
      A man walks into a bar and asks for a glass of water.
      The bartender pulls out a shotgun and points it at him. The man says
      'Thank you' and leaves...
    • Ich schnappe nach Luft

      Wow! Da schnappe ich wirklich nach Luft. Facebook meets Hilter!

      Ich hätte niemals gedacht, dass einmal in Zusammenhang mit Rezensionen über ein Buch, das die "Wiederauferstehung" Hitlers zum Thema hat, Adjektive wie "recht lustig" auftauchen. Dass in diesen Rezensionen klar wird, dass Hitler als Fernsehstar offenbar genauso denkbar ist wie Thomas Gottschalk als Bundespräsident. Dass die Rezensenten alles über "Stromberg aus Switch", "Method Acting","Comedians" und "Shows " wissen, aber offensichtlich nicht mehr über Hitler als in 30 Zeilen Brockhaus steht.

      Und dass doch mit nicht zu leugnender Begeisterung ein Buch rezensiert wird, dass genau dann das Wichtigste schludig bleibt, als es darauf ankommt, der Zeitzeugin ins Auge zu sehen. Rezensiert von Leuten, die sich aufgrund der Ich-Erzählung in Hitler "hineinversetzen", aber nicht wissen "ob sie das dürfen".

      Ich konnte noch nie über Hitler lachen. Und wenn ich im Urlaub in einem englischen Pub vom befreundeten Wirt immer mit Hitlergruß begrüßt wurde (weil er das mit seinem britischen Humor komisch fand), fand ich das gar nicht komisch. Er hat übrigens damit aufgehört, nach dem ich ihm im vollen Laden in akzentfreiem Englisch gedroht habe,ihm das nächste Mal - mit Verlaub - die Fresse zu polieren.
      Los Principios y las Revoluciónes se mueren en los Pantalones
    • Ich werde nun mal eine kleine Meinung aufgrund der Fernsehsendung "Hart aber fair" wagen, ohne das Buch gelesen zu haben bzw. es vorzuhaben. Mir erscheint die Idee, Hitler als Witzfigur darzustellen, bedenklich. Insbesondere einige Stellen, die dort zitiert und vom Hörbuch abgespielt wurden, haben mir die Neugier auf das Buch genommen, worüber ich nun doch dankbar bin. Für mich ist es eine Geschmacklosigkeit, Nazigrößen fast wortwörtlich zum Thema "Rassenfrage" zu zitieren und das auch noch irgendwie "sympathisch" darzustellen. Es ist besonders ein Schlag ins Gesicht für diejenigen, die durch Hitler nicht nur ihr Leben und ihre Heimat, sondern auch Familie und Freunde verloren haben - auch wenn es schon lange her ist: damit ist nicht nur das kulturelle Leben verarmt, sondern viele Menschen auf immer traumatisiert. So etwas verharmlost man nicht. Ich finde es echt gefährlich, wenn man sich beim Lesen denkt: "Hm, ganz so schlimm war er vielleicht doch nicht" oder "Hat ja schon recht, irgendwie." Es gibt andere Wege, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, auch für die junge Generation. Zum Lachen war die eben wirklich icht. Deswegen muss kein Deutscher Schuldgefühle haben, aber bitte sensibel damit umgehen.

      Oft ist Humor die beste Waffe, und viele Deportierte haben ihn vermutlich nicht einmal im KZ verloren, aber selbst Charlie Chaplin sagte später, dass er "Der große Diktator" nie gemacht hätte, wenn er gewusst hätte, dass Hitler noch viel skrupelloser war als Adenoid Hynkel.

      Ich mag übrigens auch die Satiresendungen nicht, die Hitler thematisieren, sei das hier oder im Ausland.
      ~ “Sometimes you’re trying your best and you still can’t find a solution, but I try not to waste my life living in a dark place“ ~
      Mads Mikkelsen


      Autorenseite auf FB
      I solve crimes and blog about it
    • Da denke ich genauso drüber wie Flordemaria und Yael.
      Ich habe das Buch nicht gelesen und werde es auch ganz sicher nicht lesen. Nicht weil ich humorlos bin oder Satire nicht mag (ganz im Gegenteil) aber ich finde das Ganze einfach nur geschmacklos und auch makaber.
      Das ist ein Thema wo einem das Lachen eher im Halse steckenbleiben sollte. Wo Satire einfach mal nicht angebracht ist.
      Ne. sorry, aber es gibt gewisse Grenzen an Pietät die man schlichtweg wahren sollte. Aber heutzutage muss eben alles den "Comedy"-Touch bekommen, keine Ahnung warum das so ist. :-?
      In dem Fall ist es imho einfach nur daneben.
      "Des Menschen größtes Verdienst bleibt wohl, wenn er die Umstände soviel als möglich bestimmt und sich so wenig als möglich von ihnen bestimmen läßt." (Johann Wolfgang von Goethe)
    • Das Thema ist natürlich brisant und jeder kann dazu selbstverständlich seine Ansicht haben, aber ich finde das Ganze so
      doch etwas dramatisiert. Ich glaube, keiner der Rezensenten hier (mir eingeschlossen) hat sich während des Lesens gedacht:
      "Na, so schlimm war Hitler ja doch nicht. Der kann ruhig wiederkommen." :shock: . Ich persönlich habe auch ganz sicher keine
      Sympathie für die Figur Hitler in dem Buch entwickelt. Dass Hitlers Taten ein Gräuel waren, die bis heute schockieren, unverzeihlich
      sind und die so niemals wieder passieren dürfen, ist Fakt, darüber gibt es nichts zu diskutieren.
      Aber dieses Buch verharmlost in meinen Augen diese Taten nicht oder demütigt die Opfer des Nationalsozialismus
      oder fordert gar auf, über diese Ereignisse zu lachen. Es stellt Hitler in die Mitte des Geschehens, ja, aber das im Grunde nur,
      um damit unsere oft so absurde Gesellschaft zu karikieren. Und genau diese Stellen über unsere Gesellschaft waren es auch, die
      mich zum Lachen gebracht haben. Keine Sekunde habe ich über die NS-Zeit gelacht. Wie käme ich dazu?!
      Im Gegenteil, wenn dieses Thema explizit zur Sprache kam, wurde ich immer wieder extrem nachdenklich. Dazu ist das Buch nämlich
      auch da aus meiner Sicht: Um an diese Ereignisse zu erinnern, um an die Person Hitler in ihrer Kaltblütigkeit zu erinnern, damit so
      etwas wie vor 80 Jahren nie wieder geschieht. Damit die Welt, die so in die Medienwelt versunken ist, daran häufiger denkt und manche
      Leute vielleicht ihr Konsumverhalten und ihre Werte etwas überdenken. Und das finde ich auch rechtens. Ich meine, das
      Thema Hitler/NS-Zeit ist natürlich heikel, aber es sollte auch nicht tot geschwiegen werden.
      Natürlich muss man dieses Buch aber reflektieren, wenn man es einfach als Witz ansieht und es einfach so runter liest, ist das
      nicht Sinn der Sache, das ist völlig klar. Aber genau das wurde ja auch in allen Rezis gesagt: Man muss bereit sein, sich mit dem
      Inhalt dieses Buches ernsthaft auseinander setzen, nur dann sollte man es lesen.

      Flordemaria schrieb:

      Dass die Rezensenten alles über "Stromberg aus Switch", "Method Acting","Comedians" und "Shows " wissen, aber offensichtlich nicht mehr über Hitler als in 30 Zeilen Brockhaus steht.
      Achja, und ich will nur noch anmerken, dass ich (und so wie ich das einschätze auch die anderen Rezensenten hier) die komplette
      NS-Geschichte von Anfang der 30er Jahre bis zum Ende des 2.Weltkrieges äußerst genau kenne und damit eindeutig mehr weiß
      "als in 30 Zeilen Brockhaus steht".
    • Ich habe mir das Buch gestern auf den Kindle geladen und angelesen. Bis jetzt gefällt es mir. Als Hörbuch würde es mir nicht gefallen, mich nervt dieser Sprachstil.

      Darf man sowas? Klar, auf jeden Fall. Eigentlich, wenn man es so recht bedenkt, geniale Idee, seltsam, dass noch kein anderer auf diese Idee gekommen ist. Ich find gut, dass das Thema satirisch aufgearbeitet wird. Zeigt, dass sich unser Verhältnis zur Geschichte (hoffentlich) normalisiert.
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