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Wiebke Lorenz - Allerliebste Schwester

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    Allerliebste Schwester

    von

    3.6|19)

    Verlag: Heyne Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 240


    ISBN: 9783453435667


    Termin: August 2011

    • Wiebke Lorenz - Allerliebste Schwester

      Die Autorin:
      Wiebke Lorenz (* 16. Februar 1972 in Düsseldorf) ist eine deutsche Journalistin und Schriftstellerin.
      Nach dem Abitur absolvierte Lorenz 1996 ihr Magisterstudium an der Universität Trier in den Fächern Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaft. Ihren ersten Roman schrieb sie noch während ihres Studiums. Nach einem Zeitschriftenvolontariat war sie Redakteurin für die Frauenzeitschriften Brigitte Young Miss, Für Sie und Petra. Von 1998 bis 1999 studierte sie an der Internationalen Filmschule Köln (Drehbuchklasse). Seit 2001 lebt sie als freie Autorin in Hamburg-Hoheluft, schreibt für verschiedene Zeitschriften, darunter Petra, Cosmopolitan, Maxi, Für Sie, und arbeitet für Fernsehsender und Buchverlage. Gemeinsam mit ihrer Schwester Frauke Scheunemann schreibt Wiebke Lorenz unter dem Sammelpseudonym Anne Hertz weitere Frauenliteratur. Zusammen mit dem österreichischen TV-Moderator Christian Clerici hatte sie eine Kolumne in der Zeitschrift Cosmopolitan, daraus entstand das Buch „Er sagt & Sie sagt“. Quelle: Wikipedia

      Klappentext:
      Zwillingsschwestern über den Tod hinaus
      Drei Jahre ist es her, dass Eva unter rätselhaften Umständen ihre Zwillingsschwester verlor. Danach nahm Evas Leben eine von vielen als ungeheuerlich empfundene Wendung: Sie heiratete den Witwer, den Ehemann der verstorbenen Marlene. Allmählich haben sich die Menschen in ihrer Umgebung an dieses Arrangement gewöhnt, doch ihr selbst kommt es wie ein Frevel vor. Immer öfter erscheint ihr Marlene in verstörend realen Tag träumen. Eva droht allen Halt zu verlieren, bis eines Tages in der Buchhandlung, in der sie als Aushilfe arbeitet, ein Mann auftaucht, der ihre Schwester gekannt hat. Auf sonderbare Weise fühlt sie sich zu diesem Unbekannten hingezogen. Kann er ihr helfen, das Rätsel um Marlenes Tod zu lösen?

      Inhalt:
      Jetzt will ich euch ein Geheimnis erzählen, das kein Mensch außer mir kennt. Dies ist der erste Satz aus Astrid Lindgrens Erzählung “Allerliebste Schwester”, einer Geschichte, die auch die beiden Zwillingsschwestern Eva und Marlene als Kinder immer wieder lesen und die sie sehr lieben – die Geschichte von Barbro, die eine geheime Zwillingsschwester hat, Ylva-Li, die unter einem Rosenbusch in einem magischen Reich lebt.
      Evas Zwillingsschwester ist früher einmal nicht geheim gewesen, aber vor nunmehr drei Jahren hat Marlene sich das Leben genommen; eine Tat, die niemand, der sie kannte, verstehen kann, denn gerade Marlene wirkte immer glücklich und ausgeglichen. Kurz vor ihrem Tod hat Marlene versucht, Eva anzurufen, doch die ging nicht an ihr Handy – eine Schuld, mit der sie auch jetzt immer noch nur schwer leben kann. Vielleicht hätte sie Marlene retten können. Vielleicht hätte sie die richtigen Worte gefunden…
      Aber das geht nicht mehr – und so hat Eva statt dessen auf nahezu unheimliche Weise Marlenes Leben übernommen: ihre Arbeit in der kleinen Buchhandlung, ihren Kinderwunsch, ihren Ehemann… und das, obwohl Eva beim besten Willen nicht sagen kann, dass sie Tobias liebt. Aber was hätte sie tun sollen? Es schien alles so richtig zu sein. Doch seit kurzem, seit Eva ihr Baby verloren hat, ist dieses neue Leben nicht mehr so einfach zu ertragen. Und plötzlich erscheint Eva immer wieder ihre tote Zwillingsschwester und scheint sie ermutigen zu wollen, auszubrechen und einen Neubeginn zu wagen – vielleicht ja mit dem attraktiven Simon, den sie in der Buchhandlung kennengelernt hat?

      Meine Meinung:
      Ich habe vor zwei Jahren bereits “Was? Wäre? Wenn?” von Wiebke Lorenz gelesen und es sehr gut gefunden, darum habe ich mir auch von “Allerliebste Schwester” sehr viel versprochen. Und wieder war ich auch begeistert und konnte diesen Roman stellenweise überhaupt nicht aus der Hand legen.
      Die Protagonistin Eva ist sympathisch genug, als dass man sich mit ihr identifizieren könnte, aber von Anfang an schwingt eben auch bei ihr mit, dass mit ihr irgendwas nicht stimmt. Den Mann der eigenen Schwester heiraten und dann quasi deren Leben weiterführen? Das ist komisch, und da man auch schnell mitbekommt, dass Eva Tobias eigentlich gar nicht liebt, bekommt man als Leser schnell das Gefühl, dass hier irgendwas überhaupt nicht stimmt und dass mehr hinter dieser Geschichte stecken muss. Dies verstärkt sich dann nur noch mehr, als Eva anfängt, sehr überstürzte Entscheidungen zu treffen und plötzlich Marlene vor sich stehen sieht, mit der sie sich dann immer öfter zu beraten beginnt. Die Dialoge der Schwestern sind besonders gelungen, weil man durch sie und durch einige Rückblicke mehr über die Vergangenheit der Zwillingsschwestern erfährt und darüber Informationen erhält, wie die beiden aufgewachsen sind und wie sie sich – nicht zuletzt durch das sehr extreme Verhalten ihrer Eltern – ganz unterschiedlich entwickelt haben.
      Dadurch, dass Eva offensichtlich psychisch angeschlagen ist, wurde sie mir als Erzählerin immer lieber, ich mag es, wenn ich selbst überlegen muss, was ich dem Erzähler glauben kann und was besser nicht, und ich fand es sehr unterhaltsam zu lesen, wie Eva oftmals Handlungen, die man selbst nicht einfach nachvollziehen konnte, für sehr gelungen hielt. Gerade dadurch wurden einige Szenen mit Tobias und ihr sehr komisch, auch wenn ich sagen muss, dass er mir von Anfang an eher unheimlich war und ich aufgeatmet habe, als Marlene ihrer Schwester zum ersten Mall riet, abzuhauen…
      Die Handlung ist toll konstruiert, kommt mit einigen überraschenden Wendungen daher, und das bis zum Schluss, womit ich nicht mehr gerechnet hatte, und sie ist sehr spannend zu verfolgen. Wiebke Lorenz bleibt also für mich eine der Autorinnen, nach deren Romanen ich Ausschau halten werde – und zwar vor allem dann, wenn sie Wiebke Lorenz und nicht eine Hälfte von Anne Hertz ist. :wink:

      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:
    • Strandläuferin schrieb:

      Den Mann der eigenen Schwester heiraten und dann quasi deren Leben weiterführen?

      Jetzt habe ich einige Minuten geknobelt, warum mir dieses Thema so bekannt vorkam, und fand dieses Buch dazu:
      Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

      Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)
    • Marie schrieb:

      Jetzt habe ich einige Minuten geknobelt, warum mir dieses Thema so bekannt vorkam, und fand dieses Buch dazu:

      An "Sturmflut" habe ich beim Lesen der Rezension auch gleich gedacht.
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
    • Meine Meinung:
      Eigentlich hatte ich mich auf einen netten Krimi gefreut, als ich das Buch in die Hand nahm. Allerdings wurde ich schon bald eines besseren belehrt. Mit einem Krimi hat dieses Buch so überhaupt nichts zu tun. Familiengeschichte, wie es bereits im Klappentext heißt, trifft es hier wohl eher. Doch auch das ist nicht ganz richtig, weil immer mal wieder mysteriöse Züge hinzukommen. Denn die tote Marlene ist nicht ganz von der Bildfläche verschwunden. Immer mal wieder taucht sie als Geist und nur für Eva sichtbar auf. Nur durch ihr Erscheinen wird überhaupt etwas über ihren Tod in Erfahrung gebracht. Das finde ich nicht unbedingt schön. Auch Eva selbst ist ir nur teilweise sympathisch. Wer heiratet bitte den Mann seiner verstorbenen Schwester und nimmt auch noch deren Job an – wirft praktisch sein ganzes Leben über den Haufen. Zumal die beiden Schwestern so grundverschieden waren und Eva gerade ihre erste Musik-CD veröffentlichte. Argh! Nein! Auch sonst fand ich das Buch nicht unbedingt spannend. Die Geschichte plätscherte nur so dahin. Wie gesagt, ich hatte mir etwas anderes erhofft und wurde enttäuscht.

      Ich gebe diesem Buch:
      :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      :montag: Wolkenschloss - Kerstin Gier

      Auroras kleine Bücherwelt
    • Ich habe "Allerliebste" Schwester jetzt in 2 Tagen verschlungen und kann nur sagen, dass die Rezi von Strandläuferin mir aus der Seele spricht.

      Eva ist eine sehr interessante Figur, einerseits hat sie unsympathische Eigenschaften an sich (
      Spoiler anzeigen
      das Verhältnis mit dem Mann ihrer Schwester
      ), andererseits kann man auch Mitleid für sie empfinden, nachdem man nach und nach Details aus ihrer Kindheit/Jugend erfährt (
      Spoiler anzeigen
      von den Eltern geprügelt und neben ihrer angepassteren Zwillingsschwester benachteiligt
      ).
      Lange muss man herumrätseln, ob Eva gestört ist, oder ob eher ihr Mann Tobias nicht ganz normal ist. Diese überraschenden Wendungen" im Handlungsverlauf" haben das Buch für mich sehr faszinierend gemacht.
      Meiner Meinung nach ist es ein Roman, der sich sehr für eine Leserunde eignet. Auch für die Einzellektüre vergebe ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
    • Ich habe dieses Buch gerade beendet und bin irgendwie enttäuscht, es hat mich gelangweilt, ich war froh, dass es nur so wenige Seiten umfasst. Eva handelt für mich in keinster Weise nachvollziehbar, wie @DarkAurora schon schrieb hat sie quasi das komplette Leben ihrer Zwillingsschwester übernommen, den Mann, das Auto, den Job,

      Spoiler anzeigen
      Letztendlich sogar den Geliebten


      Ne, das war mir zuviel, niemand würde sich so komplett aufgeben.
      Deshalb gibt es von mir nur 2 Sterne, da mich sogar das Ende noch unzufrieden zurückgelassen hat. Für mich war die Geschichte noch nicht abgeschlossen.
      Eine Chance bekommt die Autorin trotzdem noch von mir, da mir "Alles muss versteckt sein" sehr gut gefallen hat.
      Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel herausgucken.

      Georg Christoph Lichtenberg
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