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Ernest Cline - Ready Player One

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    Ready Player One

    von

    4.3|83)

    Verlag: FISCHER Tor

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 544


    ISBN: 9783596296590


    Termin: April 2017

    • Ernest Cline - Ready Player One

      Das Cover, einem alten PC-Spiel nachempfunden, gefällt mir sehr gut. Es passt zu dem Buch.

      Ready Player One spielt in einer Welt, in der es den Menschen schlecht geht. Die Hauptperson des Buches, Wade, lebt in einem Trailerpark, in dem die Trailer nicht mehr nur nebeneinander, sondern sogar übereinander gestapelt stehen. Die Menschen verlagern ihr Leben immer mehr in die virtuelle Realität der OASIS, einer simulierten Welt, in der sie sich dank modernster Ausrüstung, wie Videobrille und haptischen Handschuhen, wie in der realen Welt bewegen können. Der Erfinder dieser Welt, James Halliday, ist zwischenzeitlich verstorben, aber er hat ein sogenanntes Easter Egg hinterlassen. Für die Nicht-Computerspieler unter uns. Ein Easter Egg ist eine versteckte Besonderheit in einem Computerspiel (z. B. ein Geheimlevel).Wer als erstes Hallidays Osterei in der virtuellen Welt findet, wird alles erben, was dieser besessen hat. Und das ist nicht wenig. Es geht um Millionen. Die Jagd beginnt.

      Das Buch liest sich von der ersten Seite an sehr flüssig, die Sprache ist trotz der vielen eingestreuten Begriffe aus der Computerwelt und den Infos zu den 80er Jahren gut zu verstehen. Den Anfang fand ich trotz der flüssigen Sprache etwas ermüdend, da man mit vielen Begriffen aus der Computerwelt, alten TV-Serien und Infos zu alten PC-Spielen regelrecht bombadiert wurde. Für jemanden, der zwar früher mal ganz gerne das eine oder andere Spiel gespielt hat, aber sich nicht wirklich auskennt war das doch recht viel auf einmal.

      Richtig enttäuscht war ich dann leider vom Auffinden des ersten Schlüssels. Nachdem die halbe Menschheit (oder mehr) über 5 Jahre nach dem ersten Schlüssel, dem Kupferschlüssel gesucht hat und es niemandem gelungen ist, hat Wade die entscheidende Idee. Soweit so gut… Wer nun aber denkt, dass es spannend wird, der irrt. Wade hat die Idee, er geht auf die Suche, muss sich durch ein simuliertes Computerspiel zu einem Zauberer vorkämpfen und dort gegen diesen ein Spiel spielen. Das Spiel gewinnt er und erhält den ersten Schlüssel. Alles auf gerade mal 20 Seiten. Hier kam leider keine wirkliche Spannung auf. Ich hätte mir erhofft, dass unser Held an dieser Stelle nicht so einfach durchkommt, sondern ihm vielleicht doch noch einmal der eine oder andere Knüppel zwischen die Beine geworfen wird.

      Ab Seite 150 ungefähr wird es dann aber richtig spannend. Wade sind Verfolger auf den Fersen. Sowohl seinem Freund Aech, als auch seinen erst später Verbündeten, Art3mis und die beiden japanischen Brüder gelangt es kurz nach Wade den Kupferschlüssel zu erlagen. Nun kommt die IOI ins Spiel. Eine Organisation, die nur ein Ziel hat; das Osterei finden und die Herrschaft über die OASIS an sich zu reißen. Die IOI verfügt über genug Männer und Frauen um rund um die Uhr zu spielen und jeweils den Spieler einzusetzen, der die benötigte Geschicklichkeit vorweisen kann. Es beginnt ein skrupelloser Kampf gegen die „High Five“, wie die ersten 5 Finder genannt werden. Dabei schreckt die IOI auch nicht davor zurück auch in der realen Welt Gewalt einzusetzen. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Es wurde immer spannender und spannender, vor allem als Wade sich bei der IOI einschleust um diese zu Fall zu bringen.

      Alles endet in einem großen Showdown, bei dem es mir manchmal so ging, dass ich vergessen habe, dass sich die Spieler “nur” in einer virtuellen Welt bewegen. Es kam mir doch alles sehr real vor, weil ich einfach so stark in die Geschichte eingetaucht war.

      Die Figuren sind sympathisch, aber bleiben etwas farblos. Dadurch, dass man die meiste Zeit mit den Avataren in der virtuellen Welt ist, erfährt man relativ wenig über die realen Menschen hinter den Avataren. Das fand ich ein bisschen schade, weil man dadurch auch wenig über die Gefühls- und Gedankenwelt erfuhr. Am Rande zweifelt Wade ab und an daran, ob es gut ist, sein Leben hauptsächlich in einer virtuellen Realität zu verbringen und keine wirklich sozialen Kontakte zu haben. Manchmal hätte ich mir hier allerdings eine etwas stärkere Auseinandersetzung mit dem Thema gewünscht.

      Ich habe es genossen das Buch zu lesen, würde es aber nur Lesern empfehlen, die mit der Welt der PC-Spiele etwas anfangen können. Wen Computerspiele überhaupt nicht interessieren, der wird das Buch voraussichtlich nach nur wenigen Seiten genervt in die Ecke werfen. Vor allem, weil der Leser, der in den 80er Jahren noch nicht bewusst etwas von Computerspielen mitbekommen hat viele Anspielungen eher nicht verstehen wird. So ging es mir zumindest von Zeit zu Zeit.
      Gruß
      Yvonne

      Nicht die haben die Bücher recht lieb, welche sie unberührt in den Schränken aufheben, sondern, die sie Tag und Nacht in den Händen haben, und daher beschmutzet sind, welche Eselsohren darein machen, sie abnutzen und mit Anmerkungen bedecken.
      (Erasmus von Rotterdam)
    • Vielen Dank für die Rezi, Yvonne.
      Das Cover finde ich einfach göttlich und wegen dem ist mir das Buch auch zum ersten Mal aufgefallen. Als ich dann noch gelesen habe, dass es sich auf kultige, alte Videospiele bezieht, gab es für mich kein Halten mehr, denn ich bin mit Atari 2600 und Commodore 64 aufgewachsen. Ich habe es vorbestellt und Ende März sollte es dann bei mir eintreffen. Als ich ein bisschen gegoogelt habe, habe ich festgestellt, dass das Buch schon eine ganz schöne Anhängerschaft besitzt und sogar ein kleiner Kult losgetreten worden ist. Auch im "Virus"-Magazine wurde es "Buch des Monats" und hat u.a. Stephen King hinter sich gelassen. Bin gespannt, selten habe ich ein Buch sehnsüchtiger erwartet. :)
      :study: Melanie Raabe - Die Falle
      :study: 2017 gelesen: 48 :study: SUB: 300
    • "Ready Player One" war nicht so gut wie ich es mir ausgemalt hatte....ES WAR NOCH VIEL BESSER! :bounce: :cheers: :anstossen: :tanzensolo: :applause: :love: :thumleft: :pray:

      Yvonne80 schrieb:

      Für jemanden, der zwar früher mal ganz gerne das eine oder andere Spiel gespielt hat, aber sich nicht wirklich auskennt war das doch recht viel auf einmal.
      Fand ich eigentlich gar nicht. Ich bin zwar mit den alten Konsolen und Computern aufgewachsen, kannte über das ganze Buch betrachtet weniger als 1/3 der erwähnten Spiele und insgesamt vielleicht die Hälfte zumindest vom Namen nach. Und trotzdem hatte ich einen riesigen Spaß als Ernest Cline von den alten Computerspielen berichtet hatte. Und wenn wieder eins aufgetaucht ist, das ich kannte, hab ich mich tierisch gefreut. :) Ich fand es einfach interessant wie das damals aufgebaut war und wie man mit Spielen, über die die XBox- und Playstation-Generation nur müde lächeln kann, ganze Tage verbringen konnte. Mir ging es ja selbst so. :wink:

      Yvonne80 schrieb:

      Wen Computerspiele überhaupt nicht interessieren, der wird das Buch voraussichtlich nach nur wenigen Seiten genervt in die Ecke werfen.
      Würde ich jetzt nicht mal sagen. Der Roman spielt zwar zu 90% in der Online-Welt, aber mutet dabei sehr realistisch an, so dass es mir auch so ging, dass ich zeitweise vergessen hatte, dass ich mich nicht in der Realität befinde. Erinnert hat mich diese Welt desöfteren an die Welt aus der großartigen Otherland-Quadrilogie von Tad Williams. Aber diese hier war definitiv ausgereifter, realistischer und auch moderner. Gut, ein Computerhasser sollte man vielleicht nicht gerade sein, aber wenn man dem Internet, den sozialen Netzwerken und Co. zumindest ein ganz klein wenig abgewinnen kann, besteht schon die Chance, dass man "Ready Player one" mag. Die Verbindung dieser hypermodernen Welt mit den uralten Spielen mit den pixeligen Grafiken war einfach genial.

      Zusätzlich zu der tollen Online-Welt kam auch noch ein überaus sympathischer Hauptcharakter dazu und eine fesselnde und hochspannende Schnitzeljagd, die mich nicht mehr losgelassen hat. Neben den Computerspielen aus den Anfängen kommen noch weitere Punkte aus der Popkultur aus den 80er-Jahren dazu, die unweigerlich mit der Haupthandlung vorhanden sind: Musik aus diesem Jahrzehnt, TV-Serien und vor allem die Filme. Der großartige "War Games" sei hier genannt und auch sehr bekannte Streifen wie "Star Wars" oder "Zurück in die Zukunft". Aber auch Personen, die mit dieser Epoche nicht allzu viel am Hut haben, sollten "Ready Player One" antesten. Es lohnt sich definitiv!

      Fazit: Das ist eins dieser ganz wenigen Bücher, von dem man jahrelang schwärmen wird. Eins von denen, die man immer und immer wieder empfehlen wird und am liebsten jedermann aufzwingen möchte. Die man niemals vergisst, die auf ewig einen Platz in der Bestenliste haben werden. Ich weiß mit Sicherheit, dass ich mein Buch des Jahres eben ausgelesen hab. Einfach großartig! :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
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    • Kapo schrieb:

      Erinnert hat mich diese Welt desöfteren an die Welt aus der großartigen Otherland-Quadrilogie von Tad Williams.
      DAS klingt gut! :thumleft: Ich war mir bislang unsicher, ob das Buch was für mich ist, aber jetzt bin ich doch überzeugt davon, dass ich es auch lesen muss. Vor allem auch deshalb, weil du, Kapo, sagst, dass es sich auch für Leser lohnt, die nicht in den 80er groß geworden sind. :wink:
      "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
      Hape Kerkeling

      "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
      Bettina Belitz - Scherbenmond
    • gaensebluemche schrieb:

      Kapo schrieb:

      Erinnert hat mich diese Welt desöfteren an die Welt aus der großartigen Otherland-Quadrilogie von Tad Williams.
      DAS klingt gut! :thumleft: Ich war mir bislang unsicher, ob das Buch was für mich ist, aber jetzt bin ich doch überzeugt davon, dass ich es auch lesen muss. Vor allem auch deshalb, weil du, Kapo, sagst, dass es sich auch für Leser lohnt, die nicht in den 80er groß geworden sind. :wink:
      Ich könnte mir vorstellen, dass Du es magst und ich denke, mir hätte das Buch auch gefallen, wenn statt den 80ern die 70er oder 60er hergenommen worden wären, also eine Dekade mit denen ich nicht wirklich was zu tun hatte. :)
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    • Ich bin bei weiten keine Person die oft zockt, auch ich habe zwar die Gameboy, Playsation, Atari ... Welt "mitgemacht", gern ab und an gespielt, aber bei leibe kein richtiger Zocker.
      Ich war gespannt auf dieses Buch, die Thematik fand ich bei "Erebos" schon sehr gut, also hatte das Buch gute Chancen, doch hat es der Schriftsteller wirklich geschafft mit so einem Thema zu punkten?

      Wer wünsche es sich nicht manchmal raus aus dem Alltag, Probleme hinter sich lassen zu können. Rein in eine Welt die neu, spektakulär, spannend, einfach nur anders ist. Freunde täglich zu treffen, auch wenn sie von einem ganz anderen Kontinenten kommen?! Einen Charakter zu erstellen, ganz nach seinen Wünschen und Träumen?
      All das ist im Jahre 2044 kein Problem mehr, dank neuster und guter Technik ist genau dies möglich, raus aus der armen Welt, rein in die OASIS Welt. Es ist kein "normales" Computerspiel mehr, es ist viel mehr, man lebt richtig darin.

      James Halliday Gründer und Erfinder von OASIS hat es geschafft Millionen Menschen für seine aussergewöhnlichen Spiele zu begeistern. Es war seine Lebensaufgabe neue Spiele zu kreieren, ältere Filme, Songs sowie einige Computerspiele miteinander zu verknüpfen. Leider war er durch diese Aufgabe ein sehr einsamer und zurückgezogener Mensch, so das er nicht viele Kontakte zur "Aussenwelt" aufrecht erhalten konnte. Sein letzter Wille, bevor er stirbt, all sein Vermögen soll ein guter, der Beste OASIS Spieler erben. So versteckt er zu Lebzeiten noch ein Easteregg in seinem Spiel der Spieler der es als erstes findet, wird somit sein ganzes Erbe bekommen. Es wird keine leichte Aufgabe sein, das ist allen klar, nur das es wirklich so schwer wird, haben wahrscheinlich die meisten Spieler nicht gedacht. Es vergehen Jahre, bis jemand auf das "erste Tor" stösst ...

      Die Jagd kann beginnen!

      Ein Buch das einen fasziniert, aber auch ein wenig die Augen öffnet. Dank modernster und immer wieder verbesserter Technologie auch nicht ganz so abwägig.

      Ich muss zugeben mich hat dieses Buch begeistert. Es war was neues, etwas anderes. Der Autor hat es geschafft ein Buch zu zaubern das einen sehr schnell in die Bann zieht. Die Charaktere, besonders Wade hat mich fasziniert. Er ist kein "Superheld", genauso wenig wie seine Spielerfreunde. All die Personen sind menschlich, sie verhalten sich so, sind keine wahnsinn Schönheiten, haben ihre Ecken und Kanten, einfach Personen mit denen man sich sehr schnell verbunden fühlt. Normale Menschen eben, die sich hinter ihren "Spielerfiguren verstecken".

      Ein wirklich sehr gelungenes Buch, was von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.
      Auch mit wenig "Spielerwissen", versteht man alles und hat wunderbare Lesestunden.

      Ganz klar ein Highlight in diesem Jahr!
      Es geht uns mit Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber nur wenige erwählen wir zu unseren Freunden.
    • Freut mich, dass es Dir so gut gefallen hat, Nelly. Es bestätigt dann zum Glück auch meine Meinung, dass selbst Leser, die nicht so sehr auf die Zockerwelt der 80er Jahre fixiert sind wie ich, Gefallen an diesem genialen Buch finden könnten. :)
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    • Klappentext:
      Im Jahr 2044 hat die reale Welt für Wade Watts nicht mehr viel zu bieten. Und so flieht er – wie die meisten Menschen – in das virtuelle Utopia von OASIS. Hier kann man leben, spielen und sich verlieben, ohne von der bedrückenden Realität abgelenkt zu werden. Da entdeckt Wade in einem Online-Game den ersten Hinweis auf einen unsagbar wertvollen Schatz, den der verstorbene Schöpfer von OASIS in seiner Cyber-Welt versteckt hat. Plötzlich ist Wade eine Berühmtheit, doch er gerät auch in das Visier eines Killerkommandos – in OASIS und in der Realität. Wade weiß, dass er diese Hetzjagd nur überleben kann, wenn er das Spiel bis zu seinem unvorhersehbaren Ende spielt...

      Über den Autor:
      Ernest Cline ist der Drehbuchautor des erfolgreichen Independent-Films „Fanboys“. „Ready Player One“ ist sein Debütroman. Wie seine Romanfigur James Halliday ist auch Ernest Cline ein großer Fan der 1980er Jahre und ihrer einzigartigen Popkultur. Er lebt mit seiner Familie im texanischen Austin und ist stolzer Eigentümer eines DeLorean, des berühmten Autos aus dem Film „Zurück in die Zukunft“.

      Allgemeines zum Buch:
      „Ready Player One“ umfasst 511 Seiten und gliedert sich in einen Prolog sowie drei Teile mit insgesamt 39 Kapiteln. Die drei Teile tragen als Überschriften die Titel „Level“ 1 bis 3, da man drei Level spielen und gewinnen muss, um die Aufgabe des Buches zu erfüllen. Die Kapitel sind allein mit ihrer jeweiligen Kapitelnummer überschrieben. Abgerundet wird das Buch durch eine sympathische Danksagung des Autors.

      Geschrieben ist das Buch aus Sicht des Ich-Erzählers und der Hauptfigur Wade Watts in der Vergangenheitsform.

      Das Cover des Romans ist herrlich schräg und bunt und macht beim Stöbern im Buchladen sofort auf sich aufmerksam. Natürlich passt es hervorragend zum Inhalt des Buches, denn unter anderem besteht eine Aufgabe des Spielers darin, PacMan zu spielen.

      „Ready Player One“ ist im März 2012 als gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag und Leseband im Penhaligon Verlag erschienen. Die Originalausgabe erschien 2011 unter dem Titel „Ready Player One“ bei Crown Publishers, an imprint of the Crown Publishing Group, a division of Random House, Inc., New York. Übersetzt wurde das Buch von Hannes und Sara Riffel.

      Meine Meinung zum Buch:
      Das Leben im Jahr 2044 ist kein schönes Leben mehr. Armut und Hungersnöte bedrohen die Menschheit, Missgunst, Neid und der Konsum von harten und weichen Drogen bestimmen den Alltag. Die Menschen leben in Trailer-Parks, in dem die Wohnwagen übereinander gestapelt sind, weil einfach nicht mehr freier Platz auf dem Boden vorhanden ist. Da ist es kein Wunder, dass sich die meisten Menschen in die virtuelle Welt flüchten. Denn was die Technik betrifft, ist die Entwicklung vorangeschritten. 3-D-Brillen, haptische Anzüge und Handschuhe, eine winzige Konsole – mehr braucht es nicht, um völlig in die OASIS, eine virtuelle Welt, abzutauchen. Hier trifft man Freunde, geht einkaufen oder zur Schule – die OASIS ist grenzenlos, man kann sogar fremde Galaxien und Planeten besuchen, wenn man über das entsprechende virtuelle Transportmittel und das nötige Kleingeld verfügt.

      Der Schöpfer der OASIS, James Halliday, hat kurz vor seinem Ableben in seinem Testament verfügt, dass sein gesamtes Vermögen im Umfang von mehreren hunderten Milliarden an denjenigen übergehen soll, der in der Lage ist, drei Schlüssel zu finden und damit drei Tore zu öffnen, um schließlich das goldene Ei – das EasterEgg - zu finden. Diese drei Schlüssel sind irgendwo in der OASIS versteckt und mit dem Lösen von Rätseln verknüpft. Dem besten Spieler allein gebührt die Ehre, das Vermögen von Halliday zu erben.

      Natürlich stürzt sich die halbe Menschheit auf diese Aufgabe, die OASIS wird Stück für Stück durchsucht und doch soll es fünf Jahre dauern, bis der erste Hinweis entdeckt, das erste Rätsel gelöst, der erste Schlüssel gefunden wird. Wade Watts, ein Teenager, der nicht mehr viel vom Leben zu erwarten hat, verbringt jede Minute seiner Freizeit – und teilweise auch die seiner Schulzeit – damit, nach Hinweisen zu suchen. Dabei orientiert er sich vor allem an der Lebensgeschichte von Halliday, die viel über seine Lieblingsfilme, -serien, -lieder und –spiele verrät. Geschickt kombiniert Wade Hinweise und Andeutungen und gelangt so schließlich in den Besitz des ersten Schlüssels. In einer Rangliste, die den Fortschritt eines jeden Spielers auf der Suche nach dem Goldenen Ei aufzeichnet, erscheint Wades Name plötzlich auf dem ersten Platz und nun weiß die ganze Welt, dass der erste Schlüssel gefunden wurde und von wem. Es dauert nicht lange, und schon wird Wade von anderen Spielern verfolgt. Und das nicht nur in der virtuellen Welt. Es drohen auch Gefahren im echten Leben und die Konkurrenz schreckt vor nichts zurück. Wade lebt in ständiger Bedrohung und kennt doch nur ein Ziel: Auch noch die anderen beiden Schlüssel so schnell wie möglich zu finden.

      Ernest Cline hat mit „Ready Player One“ ein Buch geschaffen, das an Ideenreichtum kaum noch zu überbieten ist. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Rätsel er sich ausgedacht hat und um wie viele Ecken gedacht und wie viele Verbindungen hergestellt werden müssen, um sie zu lösen. Als Leser macht es unheimlichen Spaß, zusammen mit dem Hauptcharakter Wade auf eine Reise durch die OASIS zu gehen und dem EasterEgg dabei immer näher zu kommen. Die Handlung ist einfach großartig konstruiert und es macht enormen Spaß, das Buch zu lesen. Manchmal hat man zwar den Eindruck, dass es Wade stellenweise zu leicht gelingt, Rätsel zu lösen und Aufgaben zu erfüllen. Aber es sei ihm vergönnt.

      Auch wenn man selbst nicht so viel von den Achtzigern mitbekommen hat, bereitet es doch großes Vergnügen, in die Zeiten von „Star Wars“ und der Atari-Konsole abzutauchen. Im Buch werden viele TV-Serien, Bands, Filme und Spiele erwähnt. Es macht aber überhaupt nichts, wenn man sie persönlich nicht kennt. Die wichtigsten Informationen werden dem Leser vom Autor an die Hand gegeben und so kann man der Handlung trotzdem problemlos folgen. Leser, die sich mit der Popkultur der 80er Jahre auskennen, werden natürlich zusätzlichen Spaß haben, auf bekannte Titel von Filmen oder Spielen zu stoßen. Das sorgt für zusätzliches Lesevergnügen – aber wie gesagt: Das Buch lässt sich auch problemlos lesen und verstehen, wenn man mit Spielen wie „Dungeons & Dragons“, Filmen wie „Der Tag des Falken“ oder Liedern wie „Schoolhouse Rock“ nicht viel anfangen kann.

      Da das Buch ungefähr 30 Jahre in der Zukunft spielt, enthält es auch einige Fachbegriffe, die mit Computern oder Technik zu tun haben. Aber auch hier wird der Leser nicht überfordert, sondern wichtige Begriffe werden erklärt und so fällt es überhaupt nicht schwer, der Handlung zu folgen und die Zusammenhänge zu verstehen.

      Schön ist, dass sich das Buch nicht allein mit Computerspielen und der Suche nach dem Goldenen Ei beschäftigt. Es ist auch ein kritisches Buch, dass sich mit den Nachteilen einer virtuellen Realität beschäftigt. Unter anderem wird dies wieder durch die Hauptfigur Wade dargestellt, der im realen Leben keine Freunde hat, dem es im Gegensatz dazu aber leicht fällt, in der virtuellen Welt Freunde zu finden. Hier ist er total entspannt und locker und versteckt sich hinter seinem Avatar, der seiner menschlichen Gestalt nur entfernt entspricht. Auf zwischenmenschliche Beziehungen wird sehr ausführlich eingegangen und es macht Spaß zu beobachten, wie sich das Verhältnis zwischen Wade und seinen „Freunden“ entwickelt. Die Figuren sind allesamt sehr detailliert beschrieben und werden dem Leser schnell sympathisch.

      Ernest Cline gibt sich sehr viel Mühe damit, die Handlungsumgebung und das Verhalten der Figuren zu beschreiben. Teilweise vergisst man als Leser sogar, dass man sich in einer virtuellen Welt befindet, so realistisch sind die Beschreibungen des Autors. Teilweise waren sie allerdings auch etwas zu ausführlich und stellenweise wird der Leser mit Informationen etwas überschlagen.

      Das Buch endet mit einem großen Showdown, bei dem die Seiten nur so dahinfliegen. Das Buch ist in sich abgeschlossen, bietet aber durchaus Potential für eine Fortsetzung.

      Mein Fazit:
      Ein unterhaltsames und spannendes Buch, das den Leser nicht nur in eine virtuelle Welt, sondern gleichzeitig in die Welt der 80er Jahre entführt.

      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:
      "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
      Hape Kerkeling

      "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
      Bettina Belitz - Scherbenmond
    • Yvonne80 schrieb:

      Richtig enttäuscht war ich dann leider vom Auffinden des ersten Schlüssels. Nachdem die halbe Menschheit (oder mehr) über 5 Jahre nach dem ersten Schlüssel, dem Kupferschlüssel gesucht hat und es niemandem gelungen ist, hat Wade die entscheidende Idee. Soweit so gut… Wer nun aber denkt, dass es spannend wird, der irrt. Wade hat die Idee, er geht auf die Suche, muss sich durch ein simuliertes Computerspiel zu einem Zauberer vorkämpfen und dort gegen diesen ein Spiel spielen. Das Spiel gewinnt er und erhält den ersten Schlüssel. Alles auf gerade mal 20 Seiten. Hier kam leider keine wirkliche Spannung auf. Ich hätte mir erhofft, dass unser Held an dieser Stelle nicht so einfach durchkommt, sondern ihm vielleicht doch noch einmal der eine oder andere Knüppel zwischen die Beine geworfen wird.
      Ich hatte auch stellenweise den Gedanken, dass es Wade zu leicht gelingt, die Aufgaben zu lösen. Aber eigentlich hat der Autor das doch ganz nachvollziehbar erklärt: Wade beschäftigt sich seit Jahren mit nichts anderem als Halliday und seiner Biographie. Er hat sämtliche Filme und Serien angeschaut, die in dem Almanach erwähnt werden, hat alle Spiele gespielt, jedes Lied angehört. Er kennt sich einfach aus. Und dieses Wissen und die Erfahrung hilft ihm am Ende weiter. Ist eigentlich ganz logisch.

      Yvonne80 schrieb:

      Alles endet in einem großen Showdown, bei dem es mir manchmal so ging, dass ich vergessen habe, dass sich die Spieler “nur” in einer virtuellen Welt bewegen. Es kam mir doch alles sehr real vor, weil ich einfach so stark in die Geschichte eingetaucht war.
      Stimmt, so ging es mir auch. Stellenweise habe ich auch total vergessen, dass ich mich in einer anderen Realität befinde. Das hat der Autor wirklich hervorragend hinbekommen!

      Kapo schrieb:

      Erinnert hat mich diese Welt desöfteren an die Welt aus der großartigen Otherland-Quadrilogie von Tad Williams.
      Stimmt! Nachdem ich das Buch nun auch gelesen habe, gebe ich dir da voll Recht! Hach ja, noch so eine Reihe, die ich mal wieder lesen müsste...
      "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
      Hape Kerkeling

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    • gaensebluemche schrieb:

      Ich hatte auch stellenweise den Gedanken, dass es Wade zu leicht gelingt, die Aufgaben zu lösen. Aber eigentlich hat der Autor das doch ganz nachvollziehbar erklärt: Wade beschäftigt sich seit Jahren mit nichts anderem als Halliday und seiner Biographie. Er hat sämtliche Filme und Serien angeschaut, die in dem Almanach erwähnt werden, hat alle Spiele gespielt, jedes Lied angehört. Er kennt sich einfach aus. Und dieses Wissen und die Erfahrung hilft ihm am Ende weiter. Ist eigentlich ganz logisch.
      So denke ich auch. Und ich hab das für mich noch zusätzlich erklärt, dass die IOI einfach schematisch vorgeht, während Wade im Gegenzu sein Herzblut in die 80er Jahre und deren ganze Ausprägungen gesteckt hat und richtig Freude daran hatte.

      gaensebluemche schrieb:

      Kapo schrieb:

      Erinnert hat mich diese Welt desöfteren an die Welt aus der großartigen Otherland-Quadrilogie von Tad Williams.
      Stimmt! Nachdem ich das Buch nun auch gelesen habe, gebe ich dir da voll Recht! Hach ja, noch so eine Reihe, die ich mal wieder lesen müsste...
      Tu das, Du wirst es nicht bereuen. :)

      P.S.: Tolle Rezi, gaensebluemche! :thumleft:
      :study: Melanie Raabe - Die Falle
      :study: 2017 gelesen: 48 :study: SUB: 300
    • Drei durchweg positive Rezis, da musste ich mir das Buch holen.
      Ich wollte gerade nur kurz ein oder zwei Seiten lesen, bis mein Laptop hochgefahren ist, und jetzt habe ich schon zwanzig Seiten, dabei ist noch nicht so viel passiert, aber es ist toll! Danke für die Empfehlung, mein erster Eindruck sagt mir, dass ich mit dem Buch keinen Fehler gemacht habe. :friends:
      "All we have to decide is what to do with the time that is given to us."
    • Seta schrieb:

      Drei durchweg positive Rezis, da musste ich mir das Buch holen.
      Ich wollte gerade nur kurz ein oder zwei Seiten lesen, bis mein Laptop hochgefahren ist, und jetzt habe ich schon zwanzig Seiten, dabei ist noch nicht so viel passiert, aber es ist toll! Danke für die Empfehlung, mein erster Eindruck sagt mir, dass ich mit dem Buch keinen Fehler gemacht habe. :friends:
      Ich wünsche Dir viel Spaß mit diesem tollen Buch, Seta. Schön, dass Dein erster Eindruck schon so positiv ist. Bin gespannt wie Deine endgültige Bewertung ausfällt. :)
      :study: Melanie Raabe - Die Falle
      :study: 2017 gelesen: 48 :study: SUB: 300
    • Auch ich wünsche dir natürlich noch viel Spaß mit dem Buch, Seta! Freut mich, dass es dir schon jetzt so gut gefällt. Und es wird noch besser! :wink:
      "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
      Hape Kerkeling

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      Bettina Belitz - Scherbenmond
    • Ich habe diesem Buch alle annähernd freien Minuten meines Wochenende geopfert und ich habe es nicht bereut. Obwohl ich keine Zeit hatte, habe ich das Buch verschlungen. An dieser ein großes Dankeschön an euch Rezensenten! :thumleft:

      Inhalt: Wir befinden uns im Jahr 2044. Umweltverschmutzung und Ressourcenknappheit haben die Welt zu einem Ort gemacht, der von Armut und Hunger regiert wird. Die Menschen flüchten sich deshalb in das kostenlose Spiel namens OASIS. Dort wird der Spieler dank modernster Technik Teil eines virtuellen Universums, das fast grenzenlose Möglichkeiten eröffnet. Genau dort wird der größte Wettkampf der Welt eröffnet: Die Jagd auf das Erbe des OASIS-Erfinders...

      Meine Meinung: Als Hommage an die 80er Jahre betitelt, hat mich das Buch zu Anfang abgeschreckt. Ende des 20. Jahrhunderts geboren, konnte ich nur mit einem Bruchteil der Anspielungen auf Filme, Musik, Spiele und Technik etwas anfangen, die in diesem Buch haufenweise erwähnt werden. Grund dafür ist Halliday, der "Vater" von Oasis, ein fanatischer Fan der 80er Jahre und seit inzwischen fünf Jahren Bewohner des Himmels. Sein milliardenschweres Erbe wartet allerdings immer noch irgendwo in den Weiten von OASIS darauf, gefunden zu werden.

      Der Protagonist Wade lebt in einem armen Viertel in dem Wohnwagen seiner Tante und verbringt so viel Zeit wie möglich in OASIS. Er ist ein Jäger auf der Suche nach Hallidays Erbe, mit dessen Vermögen er sein elendes Leben hinter sich lassen will. Allerdings sitzt er auf dem Schulplaneten Ludus fest und hat kaum die Möglichkeit, auf anderen Planeten nach den drei Schlüsseln zu suchen, die das Tor zu Hallidyas goldenem Ei öffnen sollen. Trotzdem erscheint sein Name eines Tages als erstes nach fünf Jahren auf dem offiziellen Scoreboard der Jagd und von einer Sekunde auf die nächste wird Wades Avatar Parzival zu einer weltweiten Berühmtheit. Neben neuen Verbündeten gewinnt Wade mit dem IOI auch einen mächtigen Gegner und muss nicht nur um sein virtuelles Leben fürchten, sondern wird auch in der Realität verfolgt.

      Man erfährt zwar gleich zu Beginn, dass der Protagonist den ersten Schlüssel findet, aber wie das Ganze geschieht, dazu bedarf es fast 200 Seiten. Ein Großteil besteht dabei allerdings aus Beschreibungen von OASIS, Hallidays Leben und der Realität. Schnell entsteht bei dem Leser ein umfassendes Bild einer Welt, in der Realitätsflucht die einzige Möglichkeit bietet, seinem Leben einen Sinn zu geben. Somit werden diese eigentlich recht leeren Seiten interessant, denn es gibt ständig etwas Neues zu entdecken. OASIS ist nun einmal fast endlos und deshalb scheint auch die Geschichte sich ins Endlose fortsetzen zu können. Diese virtuelle Realität fasziniert den Spieler und auch den Leser, denn unendliche Möglichkeiten lauern und die Idee, Orte aus Lieblingsfilmen und -büchern zu besuchen und zu erkunden, ist spannend und erwecket den Wunsch, sich selbst einloggen zu können. Dank einer 3D-Brille und haptischen Handschuhen ist es nämlich so, als würde man ein zweites anonymes und erfülltes Leben leben.

      Im Gegenteil dazu erlebt man nur relativ wenig von der wirklichen Welt, die am Abgrund steht und keine wünschenswerte Zukunft darstellt. An dieser Stelle findet sich zudem die Frage, ob Realitätsflucht der richtige Weg ist, mit dem Leben zurecht zu kommen. Wade ist nämlich ein Beispiel dafür, wie echte Gefühle durch eine virtuelle Realität entstehen und wie unerfüllbar sie sind. Denn die Avatare zeigen nicht zwingend den wahren Charakter eines Menschen. Wades Verhaltensweise weist beispielsweise Unterschiede zwischen ihm selbst und seiner Figur Parzival auf.

      Das Buch lässt sich flüssig lesen, von großartigen technischen Erklärungen wurde Gott sei Dank abgelassen und auch äußerst detaillierte Beschreibungen von Kämpfen und Computerspielen der 80er Jahre fehlen. Großflächig in OASIS angesiedelt bietet "Ready Player One" zudem viel Potential für Überraschungen und ein Finale, das zuerst in der Realität den Grundstein setzt und schließlich virtuell mit einem opulenten Ende besticht.

      Fazit: "Ready Player One" ist bereits ein Jahreshighlight für mich und ich finde es schade, dass die 500 Seiten so schnell verflogen sind. Schauplatz und Charaktere sind gut gewählt, mir gefällt auch die Thematik, die allesamt das Buch einzigartig und erinnerungswürdig machen.
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      "All we have to decide is what to do with the time that is given to us."
    • Das freut mich, Seta, dass dir das Buch so gut gefallen hat! :applause: Da hattest du ja eine sehr sinnvolle Wochenend-Beschäftigung. :wink:
      "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
      Hape Kerkeling

      "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
      Bettina Belitz - Scherbenmond
    • Nach so vielen positiven Rezensionen und als gleicher Jahrgang wie Halliday einerseits und als leidenschaftlicher Zocker (leider inzwischen zu selten) war "Ready Player One" ja für mich quasi zur Pflichlektüre geworden. Und es hat mich nicht enttäuscht, sondern meine Erwartungen noch übertroffen. Ein verdammt tolles Buch, das alle Chancen hat, um den Titel "Mein persönliches Jahreshighlight" ganz oben mitzuspielen.

      Zum Inhalt ist ja inzwischen viel und ausgiebig geschrieben worden, ich spare mir das hier mal.

      "Ready Player One" ist ein literarischer Streifzug durch die 70er und 80er Jahre der auf originelle Weise das Lebensgefühl dieser Zeit zum Aufhänger für eine äußerst spannende Geschichte in der Zukunft nimmt. Musik, Kino und technische Entwicklungen im Bereich Heimcomputer und Spielekonsolen von den Kinderschuhen bis zur heutigen Zeit werden in diesem Roman verarbeitet.
      Die Protagonisten sind sehr gut beschrieben, es gibt die symphatischen Hauptfiguren in Form von Parzival, Art3mis und Aech, den obligatorischen Bösewicht in Form des Abteilungsleiters des Konzerns IOI und weitere klassische Rollen wie ...
      Spoiler anzeigen
      den weisen Berater OG, das übliche heroische Opfer Daito, die klassische Liebesgeschichte mit zwischenzeitlicher Trennung (Parzival und Art3mis), die tragische (Dreiecks)Liebesgeschichte zwischen Og und Kira und Halliday als den, der den kürzeren zieht und letztlich doch seinem besten Freund verzeiht

      ... sie für ein "Quest"Abenteuer nur allzu typisch sind. Von der Storyentwicklung her also nichts Neues, aber durch ein tolles Setting der Geschichte besticht Ernest Cline mit seiner Erzählung, lässt nostalgische Gefühle aufkommen und erzählt in flüssig zu lesendem Stil aus seiner Welt. Gerne hätte ich noch mehr Einzelheiten über die OASIS erfahren und sicher auch 200 - 300 Seiten mehr von ihr erzählt bekommen.
      Aber auch ohne die hat "Ready Player One" :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: von mir verdient und ist eine Leseempfehlung für eigentlich alle, da nicht nur Zocker oder Angehörige der 70er Jahre Generation dieses Buch toll finden dürften (diese natürlich besonders) :wink: sondern einfach jeder, der einen guten Abenteuerroman mit clever aufgebautem und ausgeschmückten Setting mag.

      gaensebluemche schrieb:

      Er [Wade] hat sämtliche Filme und Serien angeschaut, die in dem Almanach erwähnt werden, hat alle Spiele gespielt, jedes Lied angehört. Er kennt sich einfach aus. Und dieses Wissen und die Erfahrung hilft ihm am Ende weiter. Ist eigentlich ganz logisch.
      Naja, das haben die Jungs und Mädels von IOI ja wohl auch und mit ihrem Mehr an Geld und Manpower sicherlich intensiver als es eine Einzelperson je können würde ... aber hey, er hat hat Glück gehabt und das gehört ja bekanntlich auch dazu. :wink:

      gaensebluemche schrieb:


      Zitat von »Kapo«
      Erinnert hat mich diese Welt desöfteren an die Welt aus der großartigen Otherland-Quadrilogie von Tad Williams.


      Stimmt! Nachdem ich das Buch nun auch gelesen habe, gebe ich dir da voll Recht! Hach ja, noch so eine Reihe, die ich mal wieder lesen müsste...
      (Edit: Ich kann keine zwei verschachtelten Zitate zitieren) :uups:

      Das würde ich jetz nicht so ganz unterschreiben, obwohl mich Ready Player One stellenweise auch an die Otherland Serie erinnert hat, aber eher vom allgemeinen Thema her als dass ich die Welt als ähnlich ausgereift empfand. Dafür würden mir die oben erwähneten 200 - 300 Seiten mehr Schilderung der OASIS fehlen. Von der Komplexität her ist sie wohl sicherlich größer und gewaltiger als in Otherland, allerdings beschreibt Tad Williams es deutlich ausführlicher (daher auch vier Bücher mit ungefähr 8x sovielen Seiten) :wink:
      "Die wahrhaft menschliche Qualität besteht nicht aus Intelligenz, sondern aus Phantasie." - Terry Pratchett

      :study:
      Kein Land für alte Männer - Cormac McCarthy
      Reread: Harry Potter und die Kammer des Schreckens (mit meiner Tochter)

      :bewertung1von5: 2017: 42 :bewertung1von5:

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Mojoh ()

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