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Stephen King - Der Anschlag / 11.22.63

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    • K.-G. Beck-Ewe schrieb:

      Der Titel wurde bewusst vom Rezensionsersteller mit dem deutschen Titel zusammen angegeben und direkt unter dem Erstbeitrag mit dem Link zur deutschen Ausgabe bei amzon versehen. Fünf Minuten nach Einstellen der ursprünglichen Rezension. :-,
      Wenn ich aber unter Rezensionen unter dem Autor Stephen King nachsehe, finde ich keinen Hinweis darauf, dass eine Rezension für "Der Anschlag" vorhanden ist, sondern dort wird nur der Originaltitel angegeben. Das ist auch bei einigen anderen Büchern so, bei denen zuerst die Rezension für das Original verfasst wurde. Das bedeutet dann, dass man in dem zu rezensierenden Buch ersteinmal den Originaltitel nachsehen sollte und dann guckt, ob für den entsprechenden Autor nicht schon eine Rezension für das Original vorhanden ist. Das wusste ich zuerst auch nicht, aber in der Regel werden die Threads dann ja zusammengefügt, wobei man aber im Rezensionsindex dann wiederum nur den Originaltitel findet.
      :study: Jeder Tag, an dem ich nicht lesen kann, ist für mich ein verlorener Tag!
    • Könnte man es vielleicht so einrichten das wenn man die deutsche Ausgabe anklickt wenigstens ein Hinweis auf diesen Thread hier gelegt wird.
      Bis jetzt ist es so das wenn man die deutsche Ausgabe anklickt der Eindruck entsteht das "Der Anschlag" noch nicht rezensiert wurde, das graue Feld recht mit der Beschriftung >Dieses Buch jetzt rezensieren< lädt zur Rezension ein.

      Das ist schon etwas verwirrend.
      :study: Jeffery Deaver - Schule des Schweigens :study:
    • Wie dem auch immer sei, ist es nicht möglich, unter dem deutschen Titel mal den Verweis auf den eigentlichen Rezensionsthread zu verlinken – bei anderen Büchern geht es doch bei verschiedenen Ausgaben (Taschenbuch und Hardcover z.B.) auch … ich hätte nämlich auch fast eine neue Rezension geschrieben, weil ich diesen Thread nicht gefunden habe. :-k

      So, zum Buch:
      Zum Inhalt muss ich ja nicht mehr viel schreiben, das haben ja schon viele getan. Außerdem muss ich vorwegnehmen, dass ich vor ca. 20 – 25 Jahren großer King – Fan war und die alten Klassiker wie ES, The Stand, Christine, Shining, Carrie, Cujo, Friedhof der Kuscheltiere, Needful Things etc. (für den Fall, dass ich eines vergessen habe) buchstäblich verschlungen habe. Dann las ich lange, lange nichts mehr von ihm, bis ich Ende letzten Jahres die Arena in die Finger bekam, ich dachte: Och, liest du einfach noch mal einen King und sehr angetan war.

      So, jetzt zum Anschlag, der mein Interesse durch das Thema geweckt hat (ich mochte schon immer Romane und Filme, die mich ins Amreika der 60er Jahre zurückversetzten).
      King schafft es, in diesem Roman ein Crossover an Historie, Liebesgeschichte, Zeitreise – Krimi und Milieustudie einer Epoche zu einer spannend und interessant erzählten Geschichte zu verbinden. Liebevoll und authentisch gezeichnete Charaktere lässt er auf dem Hintergrund eines Traumas der amerikanischen Geschichte agieren. Wer den Fokus auf welche der genannten Erzählformen legt, entscheidet der Leser selbst. Mich hat die erzählte Geschichte gefangen, egal welchem Schwerpunkt sich King gerade gewidmet hat, daher fand ich die Passagen, die andere als unangenehme Längen empfanden als wenig störend.
      Die historischen Begebenheiten waren meines Erachtens nach (bis auf die üblichen Kleinigkeiten der erzählerischen Freiheit) gut recherchiert, die gewählte Form der Ich-Erzählung ließ mich tief in das Seelenleben und die Gedankenwelt des Jake Epping eintauchen.
      Um den Bogen zum Anfang zu schlagen, ein für mich untypischer King-Roman, der vom Etikett des Horrorschriftstellers meilenweit entfernt ist, und mich toll unterhalten hat. Sehr gute :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:
      "Die wahrhaft menschliche Qualität besteht nicht aus Intelligenz, sondern aus Phantasie." - Terry Pratchett

      :study:
      Der Präsident - Sam Bourne
      Reread: Harry Potter und der Gefangene von Askaban (mit meiner Tochter)

      :bewertung1von5: 2017: 45 :bewertung1von5:
    • Ich weiß ja nicht, bei wem ich mich bedanken soll, darum schreibe ich es einfach mal hier:
      Das Verlinken der deutschen Ausgabe ging ja wirklich schnell, vielen Dank für das prompte Aufgreifen der Anregung :thumleft:
      "Die wahrhaft menschliche Qualität besteht nicht aus Intelligenz, sondern aus Phantasie." - Terry Pratchett

      :study:
      Der Präsident - Sam Bourne
      Reread: Harry Potter und der Gefangene von Askaban (mit meiner Tochter)

      :bewertung1von5: 2017: 45 :bewertung1von5:
    • Schon wieder musste ich mich von liebgewonnenen Charakteren und Orten verabschieden! Und schon wieder fiel es mir sehr schwer! Das ist es auch, was mich an Stephen Kings Geschichten am meisten beeindruckt: Er schafft es immer wieder erfundene Persönlichkeiten dem Leser so nah zu bringen, dass er mit fieberhafter Neugier das Leben dieser verfolgt.
      Ich war sofort von Jodie bezaubert. Von Jodie und den süßen und unschuldigen 50er Jahren der USA. In Wirklichkeit waren sie nicht immer so süß und friedlich, (die Rassenunruhen sind da nur ein Beispiel!), aber sie wecken in mir ein Gefühl von heiler Welt.
      Mich persönlich haben das Thema und der zeitliche Rahmen des Romans sehr angesprochen. Schon seit meiner Kindheit hatte ich ein Faible für das Amerika der 50er und 60er Jahre. Die Musik hat mich schon immer begeistert, sodass ich fast alle Songs kannte, die in diesem Buch Erwähnung fanden. Auch Kennedy und die Kuba-Krise gehören zu meinen lieblings Themen der Geschichte. Somit war der Roman wie für mich gemacht. :wink:

      Zum Inhalt möchte ich nichts mehr beitragen, da dass hier schon genügend getan wurde. Ich will aber die Punkte nennen, die mich beeindruckt haben und in Erinnerung geblieben sind.

      1. Mir gefiel sehr die Art wie Lee Oswald dargestellt wurde. Private und intime Details machten ihn zu einer interessanten, aber auch traurigen Gestalt. Manchmal tat er mir leid, manchmal hasste ich ihn.

      2. Die historische Recherche war wirklich bemerkenswert. Stephen Kings historische Interpretation sei dahin gestellt. Es gibt bestimmt unzählige Werke, die das Gegenteil behaupten und Verschwörungstheorien gibt es abermals viele. Aber recherchiert hat der Mann. Das kann man auch im Nachwort lesen. Zum ersten Mal gibt es bei King Literaturangaben. :wink:

      3. Das Thema Zeitreise wurde auch auf einfallsreiche Weise behandelt. Die Idee der vielen Zeitstränge fand ich sehr interessant.

      4. Der Soundtrack. Wie schon erwähnt bin ich Fan des Rock `n‘ Roll der 50er und 60er Jahre. „In the mood“ von Glenn Miller passte perfekt! Wenn der Roman verfilmt werden sollte, was ich stark hoffe, dann muss das Lied von Glenn Miller unbedingt drin vorkommen! Das Buch ist prädestiniert in bildlicher
      Form dargestellt zu werden. Während des Lesens hatte ich sehr viele Bilder im Kopf. Ein einmaliges Kopfkino! :thumleft:

      5. Die Verbindung zu anderen Romanen. Als von Beverly und Ritchie die Rede war, fühlte ich mich zuhause. Überhaupt die Erwähnung Derrys hat gut hineingepasst. Derry ist und bleibt böse. :twisted:
      Auch der dunkle Turm wurde erwähnt. Am Ende kommt das Datum 19. November 1999 vor und hat wieder eine wichtige Bedeutung.Ich weiß nicht, ob ich da vielleicht zu viel hineininterpretiere, aber
      Spoiler anzeigen
      immer wenn die „Harmonie“ zugeschlagen hat, hörte Jake eine Glockenmelodie. Da musste ich immer an die Glockenmelodie während des „Flitzens“ denken.


      Fazit: Ein grandioses Werk des Altmeisters! Für mich zählt Stephen King zu dem besten Geschichten-Erzähler. Dieses Werk bekräftigt meine Meinung vom Anfang bis zum Ende. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

      Alles ist Ka! :king:
      :study: Phillip P. Peterson: Paradox
    • Ich habe das Buch vor ca. einem Monat beendet, und es wirkt immer noch nach.

      Zwar habe ich nicht alle Bücher vom King gelesen, jedoch habe ich in meiner Jugendzeit Anfang der 90er ihn regelrecht verschlungen. Sein Schreibstil hat sich im Vergleich schon sehr verändert, das bedeutet aber für mich nicht zum schlechteren, sondern einfach nur anders. Dieses Buch ist so weit entfernt von einem Horrorbuch, aber es ist nicht weniger fesselnd wie "Es" oder "Friedhof der Kuscheltiere".

      Ehrlicherweise muss ich zugeben, die Thematik hätte mich überhaupt nicht interessiert, wenn nicht Stephen King sie geschrieben hätte. Ich habe gar keine Beziehung zu Kennedy, und im Prinzip sind mir sämtliche Verschwörungstheorien um den Mordfall ziemlich egal :uups: . Aber es könnte gut möglich sein, dass ich mir ein Buch über "Soziale Hierarchien in einem Ameisenhaufen" zulegen würde, solange Stephen King draufsteht.

      Die Liebesgeschichte zwischen Jake und Sadie hat genau den richtigen Ton getroffen, daher fand ich das Ende einfach bezaubernd (hab ich das jetzt wirklich geschrieben :pale: )
      Für alle, die eine gute Geschichte lesen wollen, die sich auch mal ausführlicher mit seinen Figuren beschäftigt, kann ich dieses Buch nur weiter empfehlen.
      Ich :study:

      Marlen Haushofer- Die Wand
    • Für mich war Der Anschlag ein solides Buch, das endlich mal wieder den "alten King" zwischen den Zeilen aufblitzen ließ. Aber die Charaktere - allen voran Sadie undJake - waren mal wieder sowas von gut, dass ich mehrmals vor mich hin geseufzt habe. Warum eigentlich immer dieses Gut-Böse-Schema-F? Das hätte Altmeister King, der es schafft, wie kein Zweiter Figuren zum Leben zu erwecken, echt nicht nötig gehabt. Okay, Jake war kein so krasser Gutmensch wie Barbie aus Die Arena (bis heute ist der mein absoluter Hass-Charakter; während des Lesens habe ich mir auf jeder Seite gewünscht, er möge doch endlich das Zeitliche segnen!) - von daher; was soll's. :D

      Das Buch hatte einige Längen (wie das bei vielen King-Romanen der Fall ist), aber die empfand ich unterm Strich erträglich. Sadie hatte leider ziemlich großen Barbie-Charakter, die ging mir irgendwann nur noch auf den Senkel.
      Trotzdem zeigt King hier, dass er ein grandioser Geschichtenerzähler sein kann. Das Potential an Ideen und guter Recherche hat sich endlich wieder gelohnt. Ich sage "endlich wieder", weil ich unterm Strich kein allzu großer Freund seiner neueren Werke bin.
      _______________________________________________
      ... die gleich tot in Ohnmacht fällt.

      Mein bescheidenes TauschMUH-Regälchen...
    • Ich hab das Buch seit heute durch und es war mein erstes S. King-Buch ("Puls" hatte ich zur Hälfte durch und dann musste es in die Bücherei zurück).
      Meine Meinung - natürlich gibt es nicht wirklich Vergleichsmöglichkeiten - etwas zu langatmig, allerdings ist die Idee genial! Einige Male hatte ich schon richtige Schockmomente!

      Die große Liebe des Protagonisten war mir von Anfang bis Ende unsympathisch.

      Egal, ich kann jetzt immerhin sagen, dass ich auch ein Buch von ihm durchgelesen habe. :mrgreen: War ein kleiner Scherz...
    • Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht, die Zeit zurückdrehen und Dinge ändern zu können?

      Jake Epping, frisch geschiedener Lehrer an einer High School in Maine, bekommt eine solche Chance und tritt durch ein Portal zwischen den Zeiten, das ihn zurück ins Jahr 1958 bringt. Sein Auftrag: das Attentat auf JFK in Dallas am 22. November 1963 verhindern.

      Bis dahin muss er sich erst einmal ein Leben in der Vergangenheit aufbauen, sich an die Besonderheiten der 50er und 60er Jahre gewöhnen und vor allem versuchen, nicht allzu sehr als "Fremdkörper" aufzufallen. Er beginnt wieder als Lehrer zu arbeiten und lernt dabei die neue Schulbibliothekarin Sadie Dunhill kennen, die nach der Trennung von ihrem Mann noch einmal von vorne anfangen möchte und ihm schnell sehr ans Herz wächst.

      An all das gewöhnt er sich im Laufe der Zeit, beginnt sich sogar wohlzufühlen in seinem "neuen" Leben - doch den eigentliche Zweck seiner Zeitreise darf er nicht aus den Augen verlieren, und so bemüht er sich, sich frühzeitig auf die Spur des Attentäters Lee Harvey Oswald zu setzen und eine Möglichkeit zu finden, den Anschlag auf den Präsidenten zu vereiteln. Dies bedeutet viel Planungsaufwand und einiges Versteckspiel und die ständige Angst, aufzufliegen oder zu versagen ...

      Meine Leseerfahrungen mit King waren bislang relativ unterschiedlich - von superspannend bis stinklangweilig war alles dabei - und ich hatte in den letzten Jahren eher wenig Lust auf seine Bücher, weil Grusel und Horror nicht so recht mein Ding sind.

      In diesem Buch zeigt er sich aber von einer Seite, die ich gar nicht vermutet hätte, nämlich als äußerst unterhaltsamer Geschichtenerzähler, der das Zeitkolorit der 50er und 60er Jahre in Amerika minutiös einfängt und unserem zeitreisenden Helden Jake eine Fülle an tollen Nebenfiguren zur Seite stellt, so dass das eigentliche Highlight des Buches für mich Jakes persönliche Geschichte war. Ich habe sowieso ein kleines nostalgisches Faible für jene Zeit und habe hier so richtig geschwelgt, wobei man King auch zugute halten muss, dass er kein rosarot verklärtes Bild der Fifties und Sixties zeichnet, sondern auch die hässlichen Seiten in den Fokus bringt wie die Rassentrennung oder auch die Rolle der Frau.

      Was nicht heißt, dass mir der Part über das zu verhindernde Attentat nicht gefallen hätte, im Gegenteil war es sehr spannend, Jake über die Schulter zu blicken, wie er mit dem Wissen von heute versucht, seine verantwortungsvolle und womöglich folgenschwere Aufgabe zu meistern, bis hin zum nervenaufreibenden Showdown und einem für mich relativ überraschenden, aber passenden Schluss.

      Allerdings habe ich doch auch ein klein wenig zu meckern: ich habe einige kleine Logikfehler gefunden (z.B. fährt Jake in der Jetztzeit erst einen Subaru, später ist es ein Toyota, oder eine Figur geht in ihrer ersten Szene am Stock, der dann nie wieder erwähnt wird). Aber das nur als kleinen Klugschiss am Rande.

      Alles in allem richtig gute Unterhaltung mit großartigem Personal, Spannung, Gefühl und ganz viel Liebe zum nostalgischen Detail.

      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
      (Leonard Cohen)
    • Stephen King - Der Anschlag

      Kurzbeschreibung amazon.de:

      „Wenn die Vergangenheit grausam zuschlägt – Stephen King schreibt die amerikanische Geschichte neu

      Am 22. November 1963 fielen in Dallas, Texas, drei Schüsse. John F. Kennedy starb, und die Welt veränderte sich für immer. Wenn man das Geschehene ungeschehen machen könnte – wären die Folgen es wert? Jake Epping kann in die Vergangenheit zurückkehren und will den Anschlag verhindern. Aber je näher er seinem Ziel kommt, umso vehementer wehrt sich die Vergangenheit gegen jede Änderung. Stephen Kings neuer großer Roman ist eine Tour de Force, die ihresgleichen sucht – voller spannender Action, tiefer Einsichten und großer Gefühle.

      Jake Epping lebt ein normales Leben, bis sein Freund Al ihm ein großes Geheimnis enthüllt: Er kennt ein Portal, das ins Jahr 1958 führt. Und Al gewinnt ihn für eine wahnsinnige Mission. Jake soll in die Vergangenheit zurückkehren und das Attentat auf John F. Kennedy vereiteln, um den Gang der Geschichte positiv zu korrigieren. Und so beginnt für Jake ein neues Leben in einer für ihn neuen Welt. Es ist die Welt von Elvis und JFK, von großen amerikanischen Autos und beschwingten Highschool-Tanzveranstaltungen. Es ist die Welt des gequälten Einzelgängers Lee Harvey Oswald, aber auch die der Bibliothekarin Sadie Dunhill, die Jakes große Liebe seines Lebens wird – eines Lebens, das gegen alle normalen Regeln der Zeit verstößt. Und je näher Jake seinem Ziel kommt, den Mord an Kennedy rückgängig zu machen, desto bizarrer wehrt sich die Vergangenheit dagegen – mit aller gnadenlosen Gewalt, die sich auch gegen Jakes neue Liebe richtet ...“


      Meine Gedanken, Anmerkungen und Meinung:

      Hier zeigt sich mal wieder, welch großartiger Geschichtenerzähler Stephen King ist! Es handelt sich um eine umfangreiche, gut durchdachte und recherchierte Story.

      Bevor es zu der eigentlichen Handlung, dem Attentat an JFK und der Verhinderung dieses Angriffs kommt, wird lang und ausführlich das Leben von Jake Epping, alias George Amberson, und seine Reise in die Vergangenheit beschrieben.
      Wie man es von King gewohnt ist, werden die Ereignisse detailliert erzählt und manche Szenen zu ausführlich dargestellt. Mir persönlich war der Teil in dem George den vermeintlichen Attentäter Lee Oswald, welcher gerade erst in die USA zurück gekehrt ist, abhört und beobachtet, viel zu langatmig.
      Das ist aber auch schon mein einziger Kritikpunkt. Ansonsten ist mir Hauptakteur George von Seite zu Seite sympathischer geworden und immer mehr ans Herz gewachsen. Ich habe mich so an ihn gewöhnt und sein Leben mit Interesse verfolgt, dass ich nach über 1.000 Seiten fast wehmütig bin, dass die Geschichte schon zu Ende ist.

      Parallelen zu anderen King-Werken:
      Das Portal in eine andere Zeit und somit eine andere Welt, hat mich sofort an das „Flitzen“ in der Reihe um den „dunklen Turm“ erinnert
      Außerdem stoßen wir zu Anfang der Zeitreise wieder auf eine bekannte Kulisse - Derry eine Kleinstadt mit sturen und merkwürdigen Bewohnern, die alle Fremden grimmig beäugen und diese am liebsten wieder verschwinden sehen.

      Fazit: Eine umfangreiche und großartige Geschichte, mit sympathischen Charakteren. Eine absolute Lese-Empfehlung!
      Trotz dem oben erwähnten, etwas zähen Teil der Handlung, würde ich :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: vergeben. Einfach weil mich dieses Werk insgesamt sehr beeindruckt und gut unterhalten hat. Für mich, für dieses Lese-Jahr, auf jeden Fall ein Highlight!
    • Stephen King - Der Anschlag

      Inhalt (Klappentext von NSB.ch)
      Stephen King schreibt die amerikanische Geschichte neu Am 22. November 1963 fielen in Dallas, Texas, drei Schüsse. John F. Kennedy starb, und die Welt veränderte sich für immer. Wenn man das Geschehene ungeschehen machen könnte wären die Folgen es wert? Jake Epping kann in die Vergangenheit zurückkehren und will den Anschlag verhindern. Aber je näher er seinem Ziel kommt, umso vehementer wehrt sich die Vergangenheit gegen jede Änderung. Stephen Kings neuer großer Roman ist eine Tour de Force, die ihresgleichen sucht voller spannender Action, tiefer Einsichten und großer Gefühle.



      Aufbau und Handlung / eigene Meinung:
      Als ich den Klappentext gelesen hatte, war ich enormst gespannt auf dieses Buch. Über 1'000 Seiten über ein solches Thema zu schreiben... Ich war zuerst sehr skeptisch, die dicke (ich hatte etwas die Befürchtung, dass es zu langatmig geschrieben ist) und dann das Thema. Gut, es gibt vermutlich kein anderer Schriftsteller (oder Schriftstellerin) die sich an ein solches Thema wagen würde. Als eingefleischter JFK Fan musste ich dann dieses Buch einfach lesen, was dann kam hat mich umgehauen. Das Buch ist über die gesamte Zeit spannend, ergreifend und so gut geschrieben, dass man es kaum noch weglegen kann. Dem ganzen noch einen Hintergrund einer Liebesgeschichte zu verpassen ist das sogenannte I-Tüpfelchen. Einfach ein bombastisches Buch das sich zu lesen lohnt!
      Man fühlt sich einfach mit Jake Epping verbunden, leidet mit ihm, denkt mit ihm. Das Gesamtpaket, dass Stephen King hier vollbracht hat ist einfach eine Meisterleistung und kann nicht anders beschrieben werden


      Ich habe schon einige Bücher von ihm gelesen, dies ist aber für mein Geschmack sein bestes.







    • Nach der Lektüre von 'Feuerkind' irgendwann vor langer Zeit war es um mich geschehen, ich habe Stephen King eine Zeit lang regelrecht verschlungen und alles gelesen, was mir von ihm in die Hände kam. Dann kam eine lange 'king-lose Zeit', bis ich irgendwann vor kurzem auf 'die Arena' stiess. Dieses Buch hat mich absolut fasziniert. Ich fand die Thematik sehr interessant und ich mag seinen Schreibstil.
      Dieser Schreibstil findet sich auch bei 'der Anschlag' wieder. Man ist gespannt darauf, wie sich die Geschichte entwickelt und wie das Ende ausfällt. Zusätzlich gibt es immer wieder eigene Spannungsbögen, die dafür sorgen, daß man einfach immer weiterlesen muss, ich zumindest. Allerdings fand ich tatsächlich auch, daß im 'Anschlag' ein paar Längen sind, die nicht unbedingt erforderlich sind für den Handlungsverlauf. Auch die Anzahl der vorkommenden Personen fand ich zum Teil wieder etwas viel und unübersichtlich, speziell wenn Namen sich bei anderen Leuten wiederholten (jaja, die Harmonie der Zeit), war ich manchmal etwas überfordert.
      Wie King die Thematik angeht, finde ich ganz hervorragend, alleine die 'Reset-Idee' ist genial.
      Ob das Ende vorhersehbar ist oder nicht, da hat wohl jeder so seine eigene Meinung, ich habe es etwas anders vermutet.
      persönliches Fazit: ein hervorragendes Werk, das nicht ganz an 'die Arena' heranreicht! Wer sich für Zeitreisen und/oder das Amerika der 60er Jahre interessiert, sollte es unbedingt lesen! King-Fans sowieso!
      :study:
      Kai Meyer - Die Seiten der Welt / Nachtland
      Ferdinand von Schirach - Die Würde ist antastbar
      :musik:
      Ernest Cline - Ready player one
    • Ich kann mich der Begeisterung meiner Vorredner nicht ganz anschließen. Alle haben in dem Sinne recht, dass es ein solider King ist, der das Zeug hat, Leser für sich einzunehmen. Was mich aber immens gestört hat, hat Kapo sehr gut zum Ausdruck gebracht:

      Kapo schrieb:

      Und da wären wir auch schon bei einem Kritikpunkt: "Der Anschlag" hatte durchaus einige Längen. Aber dem Zeitpunkt, an dem der Attentäter Lee Harvey Oswald wieder US-Boden betritt, verwendet Jake ziemlich viel Zeit, um ihn zu beschatten und dessen Leben möglichst minutiös nachzuvollziehen. Dieser Teil mit seinen endlosen Aneinanderreihungen von Straßennamen und Gebäuden und den unzähligen Treffen Oswalds mit seinen Genossen hat mir nicht so gut gefallen.
      In Sachen Logik sind mir auch 2 Dinge aufgefallen: Zum einen hat sich Jake überraschend schnell bereit erklärt, alles liegen und stehen zu lassen und in die Vergangenheit zu reisen um den Anschlag zu verhindern und mehrere Jahre dort zu verbringen.
      Der erste Punkt, also die Längen, haben mir den Lesespaß leider ziemlich verdorben. Teilweise musste ich mich zum Weiterlesen aufraffen, weil ich keine richtige Lust verspürte, diesen Oswald noch länger zu verfolgen. Aber auch als Jake sich entschieden hat
      Spoiler anzeigen
      es in Derry erneut zu versuchen,
      habe ich schon innerlich aufgestöhnt. Mir ist auch nicht ganz klar, weshalb es denn so ein langer Zeitraum sein muss, indem die Ankunft Jakes ins Jahr 1958 gelegt wurde (und nicht näher an 1963). Wäre das Ganze etwas geraffter dargestellt gewesen, hätte mir der Roman wahrscheinlich eher zugesagt.

      Diesen beiden Aussagen kann ich mich wiederum vollkommen anschließen.

      gaensebluemche schrieb:

      Nicht jeder Leser dieses Romans hat die 60er Jahre selbst erlebt. Aber King schafft es problemlos, seine Leser in diese Zeit einzuführen und insbesondere das besondere Lebensgefühl der 60er lebendig werden zu lassen. Es sind viele kleine Details, für die King einen untrüglichen Blick hat und die ein farbenprächtiges und faszinierendes Bild ergeben. Das fängt bei den Autos an und hört bei der Bekleidung und Ausdrucksweise der Figuren auf. Es fällt nicht schwer, sich in der Vergangenheit wohlzufühlen, wenn man dabei von einem großartigen Erzähler und liebevollen Charakteren begleitet wird.

      birgitk schrieb:

      Stephen King lässt Charaktere entstehen, die man gleich ins Herz schließt. Sehr symathisch ist auch hier wieder, dass dies immer irgendwie versehrte Menschen sind, allso keine tollen super gut aussehende Helden.
      Die Darstellung der Zeit fand ich toll. Man konnte mal so richtig in die Vergangenheit abtauchen und den amerikanischen Alltag eine Zeit lang miterleben (und erschnüffeln, wegen des allgegenwärtigen Zigarettenrauchs). Ich muss sagen, mit den 50ern/60ern kenne ich mich eigentlich gar nicht aus (bis auf die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse), deswegen war ich von den Beschreibungen sehr angetan. Und natürlich auch wieder von den vielen Charakteren. Meine Zuneigung für Sadie entwickelte sich langsam, während es mit Jake eher auf und ab ging. Dafür konnte ich ganz viele Bewohner von Jodie sofort ins Herz schließen. :love:

      Am Ende werde ich wohl :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: vergeben, freue mich aber auf weitere Werke von King. Seit The Stand weiß ich ja, was er kann. :wink: Wer weiß, vielleicht gehöre ich zur Ältere-Werke-Fraktion, das werde ich aber noch herausfinden. ES kenne ich zum Beispiel noch nicht und dank euch weiß ich jetzt auch, dass es in Der Anschlag Anspielungen darauf gab. Ich bin gespannt auf ein Wiedersehen mit Derry. :thumleft:
      :queen: Colonia im Mittelalter // Dieter Breuers
      :jocolor: Verschwundene Reiche: Die Geschichte des vergessenen Europa // Norman Davies (Projekt)


      You cannot open a book without learning something. - Konfuzius
    • Stephen King hat mich als Autor nie groß interessiert, da er bei mir im Bereich "Horror" gespeichert ist, und das so gar nicht mein Genre ist. Als ich aber von diesem Zeitreise-Buch gehört habe, dachte ich, ich probier es einfach mal, klang ja so gar nicht wie Horror.

      Und was soll ich sagen? Ich liebe dieses Buch! Ich habe es vor zwei Jahren im Urlaub innerhalb von fünf Tagen verschlungen, ein Jahr später stieß ich auf das Hörbuch und habe anschließend fünf tolle Wochen im Amerika der 50er/60er Jahre im Auto auf dem Weg zur Arbeit verbracht. Und nun überlege ich schon wieder, ob ich es mir noch mal anhören soll, weil ich es einfach so unglaublich toll und intensiv finde.

      Eine Verfilmung ist übrigens angedacht. Die letzte Meldung, die ich dazu gefunden habe, stammt aus 2013 und befasst sich mit der Überlegung des Filmstudios, das ganze als Serie oder Mini-Serie, ähnlich wie bei "Die Arena" geschehen, umzusetzen. Das finde ich auch geeigneter als einen Film, denn diese ganzen Handlungsstränge könnte man niemals adäquat in 120 Minuten +x unterbringen, und es wäre zu schade, die Handlung auf tatsächlich nur die Observation Oswalds runterzubrechen. Hoffentlich wird bald mit der Produktion begonnen.

      Eine Rezension, die ich früher schon mal geschrieben habe, stelle ich mal im Bereich Hörbücher ein, denn ich nehme auch darauf Bezug.
      "I went down the road, the road was a-muddy.
      I stubbed my toe, my toe was a-bloody.
      You all there?
      Count two an three an four an fi'!
      My true love's a butterfly!"


      aus "Der Anschlag" von Stephen King

    • Kapo schrieb:

      Eine absolut geniale Nachricht: J.J. Abrams wird eine Serie zu "Der Anschlag" drehen: KLICK!
      :cheers:


      Sehr cool! :lechz:
      "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
      Hape Kerkeling

      "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
      Bettina Belitz - Scherbenmond
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