Chuck Palahniuk - Lullaby


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    Lullaby

    von

    2.8|4)

    Verlag: Goldmann Verlag

    Bindung: Taschenbuch


    ISBN: 9783442542192


    Termin: Juli 2006

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    • Chuck Palahniuk - Lullaby

      Chuck Plahniuk stand bei mir schon lange auf der Liste. Smarte Gesellschaftskritik mit intelligenter Story ála Fightclub? Immer her damit :)

      Der erste Palahniuk sollte also Lullaby sein - schlichtweg weil mich die Story interessierte und die Kritiken recht annehmbar erschienen.
      Vorab: zumindest für mich war Lullaby wohl die falsche Wahl.
      Worum geht es eigentlich? Hm.. nunja: es geht um eine Gutenacht-Geschichte ('lullaby'), welche die Macht hat, zu töten. Der Hauptcharakter kommt hinter dieses Geheimnis und begibt sich mit anderen obskuren Gestalten auf einen Trip zu den Bibliotheken Amerikas, um möglichst alle Bücher mit der betreffenden Geschichte zu vernichten.

      Kritisch sehe ich dabei eine große Unlogik in der Geschichte:
      Spoiler anzeigen

      Der gute Herr Streater legt in Gedanken eine Menge Leute um, indem er innerlich das Märzlied rezitiert. Die sind dann alle sofort weg vom Fenster. Wie konnte dessen erstes "Versuchskaninchen", der Chefredakteur Duncan, welchem er das Lied vortrug, noch locker flockig nach Hause marschieren? Das macht doch keinen Sinn


      Klingt abgefahren - ist es auch. Für mich in diesem Fall aber etwas sehr übertrieben, da die ganze Sache zu sehr in eine Science-Fiction - Persiflage ausufert.
      Mir hat beim Lesen etwas die Bodenständigkeit gefehlt - ein gewisser Anker der Vernunft, des "Normalen", des "Guten", welches man bei aller begründeten Gesellschaftskritik nicht ausblenden muss. Zu sehr ist mir Palahniuk in diesem Buch bemüht, die Charaktere besonders krass und abstrus darzustellen, die Szenarien möglichst hässlich und verdorben darzustellen.
      Klar, das Beschränken auf das Negative und das Schlechte des Menschen und der Welt in der wir leben kann in Literatur funktionieren - bei Lullaby tut es das nicht. Mir kam das Buch unangenehm unausgereift vor - wie eine fixe Abschrift einer spontanen Idee.

      Sprache und Wortwitz hingegen gefielen mir in diesem Buch sehr - ich gebe dem guten Palahniuk also definitiv noch eine Chance und werde mir dabei ein Buch mit einer etwas 'bodenständigeren' Story aussuchen, mal sehen ob es sich lohnt. Denn Schreiben kann er, soviel steht fest.
      "Wenn ich einer Untergrundkultgemeinschaft beitrete, erwarte ich Unterstützung von meiner Familie!" (Homer Simpson)

      :montag:
    • Eol schrieb:

      ich gebe dem guten Palahniuk also definitiv noch eine Chance und werde mir dabei ein Buch mit einer etwas 'bodenständigeren' Story aussuchen
      Dann mach das lieber nicht mit "Flug 2039". Hier ging es mir ähnlich wie Dir mit "Lullaby": Schreibstil und Wortwitz waren toll, die Handlung definitiv zu abstrus.
      Ich wollte dem Autor auch irgendwann noch die Chance geben mit einer etwas bodenständigeren Geschichte, "Lullaby" scheint die falsche zu sein. :wink:
      :study: Dave Eggers - Der Circle
      :study: 2015 gelesen: 27 :study: SUB: 20
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