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Simon Lelic - Ein toter Lehrer/ Rupture

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    Ein toter Lehrer

    von

    3.9|33)

    Verlag: Knaur TB

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 352


    ISBN: 9783426505199


    Termin: September 2012

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    • Simon Lelic - Ein toter Lehrer/ Rupture

      Autor Simon Lelic
      Titel Ein toter Lehrer
      Seitenzahl 350
      Verlag Droemer
      Genre Thriller
      Preis 16,99€
      Erscheinungsdatum März 2011


      Inhalt bei amazon.de
      „Schulversammlung in der drückenden Hitze eines Londoner Sommers. Der Geschichtslehrer betritt die Aula – und eröffnet das Feuer: Drei Schüler und eine Lehrerin sterben, dann richtet er sich selbst. Auf Druck von oben soll die junge Ermittlerin Lucia May den Fall schnellstmöglich abschließen, doch sie bohrt tiefer – und bringt damit Unvorstellbares ans Licht...“


      Meine Meinung
      Der Roman „Ein toter Lehrer“ ist das Debüt von Simon Lelic und er widmet sich in ihm gleich einer schwierigen, gesellschaftskritischen Thematik: Amoklauf an einer Schule. Doch hier ist es nicht so, dass ein Schüler durchdreht und amokläuft, sondern ein Lehrer, genauer gesagt, der neue Geschichtslehrer der Schule. Er betritt die Aula während einer Versammlung und erschießt drei Schüler, eine Lehrerin und danach sich selbst. Die Schulleitung ist schockiert, möchte aber dennoch den Fall so schnell es geht abhandeln und geht unangenehmen Fragen lieber aus dem Weg. Dies bringt die auf den Fall angesetzte Ermittlerin Lucia May dazu, nachzubohren und einen weiteren Fall von Mobbing hinzu zuziehen, welcher auf den ersten Blick scheinbar nichts mit dem Amoklauf gemeinsam hat, doch May sieht ganz klar Zusammenhänge und widersetzt sich den Anweisungen von Chef und Schulleiter und ermittelt auf eigene Faust. Was sie herausfindet, ist wahrlich erschreckend.

      Der Schreibstil von Simon Lelic war anfangs für mich ziemlich ungewöhnlich. So wird uns der Amoklauf nur indirekt durch Zeugenaussagen beschrieben, denn die Kapitel sind so aufgeteilt, dass sich Zeugenaussagen (jeweils aus der Ich-Perspektive) und Handlungen der Ermittlerin May abwechseln. So fügt sich alle nach und nach zusammen und bleibt spannend.
      Selten wird in den Zeugenaussagen direkt erwähnt, wer da gerade spricht, aber der Leser bekommt es zwischen den Zeilen gut heraus (in dem z.B. gesagt wird: „Er war ein Kollege von mir“ wird man gewahr, dass hier nur ein Lehrer reden kann).
      Ich empfand es als sehr erschreckend, was hinter der Tat steckte und was May herausbekam. Dass ein Mensch nicht „einfach so“ zur Waffe greift und amokläuft, dürfte jedem klar sein. Viele, möglicherweise private und berufliche Probleme, stecken hinter so einer verzweifelten Tat.
      Diese werden anhand der Aussagen ziemlich gut vermittelt und der Leser bekommt einen
      Eindruck von dem Täter.

      Erschreckend fand ich ebenfalls, dass nach dem ersten „Schock“ (denn niemand kann einen Amoklauf gutheißen), eine Art Sympathisierung beim Lesen für den Täter entstand. Dies hat auch Fitzek in seinem Quote sehr gut ausgedrückt, weswegen ich ihn hier gerne zitieren möchte:

      „Hatten Sie schon einmal Mitleid mit einem Kindesmörder? […]“


      Das hat es für mich ziemlich gut auf den Punkt gebracht. Er erschießt drei Kinder, er erschießt eine Lehrerin und dennoch empfindet man beim Lesen eine Art Verständnis, wenn man erfährt, was er alles durchmachen musste.
      Sicherlich war das ein oder andere übertrieben, bzw. kein Grund, so ein Blutband anzurichten, aber der Autor hat es geschafft, dass ich wirklich erschrocken über diese Empfindungen war. Mich würde wirklich interessieren, ob dies jedem so erging, oder ob es Leser gibt, die das alles kalt gelassen hat.
      Auch hier passt Fitzeks Quote wieder super:

      „Selten hat ein Roman mich so aufgewühlt zurückgelassen.“


      Ich bin eigentlich kein Fan von solchen Quotes, aber diese beiden haben es meiner Meinung nach wirklich gut ausgedrückt. Ich konnte dem sofort nach Beendigung des Lesens zustimmen.
      Ebenso das Cover: Oftmals passt das Gezeigte nicht wirklich zum Inhalt. Doch von Anfang an war der Kreideschriftzug des Autorennamens natürlich passend. Doch was ist mit der umgekippten Tasche? Auch diese passt absolut, musste ich am Ende feststellen. Warum? Lese das Buch ;-)

      Für mich ein gutes Debüt, welches nicht blutig ist, aber spannend und schockierend. Besonders die Erzählweise mit den unterschiedlichen Sichtweisen hat mir sehr gut gefallen und war mal etwas Neues. Das Thema ist brisant und leider immer wieder aktuell. Ich, der selbst erst seit kurzem aus der Schule ist, konnte mich gut in die Schüler hineinversetzen, verstand aber auch die Lehrerseite. Schockierend war für mich außerdem, wie Presse und vor allem Polizei damit umgegangen sind. Aber lest selbst.
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: von :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      Ich :study:gerade
      gelesen 2011:
      102
      Mein Blog
    • Mensch Dave, wegen Dir wächst meine Wunschliste noch ins Unendliche! Schluss jetzt. :lol:
      Hört sich echt toll an und das Buch werde ich mir bald besorgen. Spannend finde ich vor allem, dass das Buch teilweise aus Zeugenaussagen besteht (erinnert mich an "Tannöd") und auf die Art und Weise wie es der Autor schaffen will, dass man Mitleid mit einem Kindermörder hat.

      Deutet eigentlich irgendwas darauf hin, dass es eine Reihe mit der Ermittlerin werden könnte?
      :study: Melanie Raabe - Die Falle
      :study: 2017 gelesen: 48 :study: SUB: 300
    • Tolle Rezie, ich werde mir das Buch heute gleich mal nach der Arbeit in meiner Lieblingsbuchhandlung genauer ansehen. Mir hat damals das Buch von Silvia Roth "Querschläger" schon sehr gut gefallen, welches in etwa die gleiche Thematik hat. :winken:
    • Ein Buch, das mich wirklich nachdenklich zurückgelassen hat. Man schlägt es nicht zu und geht zum Tagesgeschehen über, nein, man bleibt unwillkürlich sitzen und denkt über das nach, was man gelesen hat. Ja, es wühlt mich als Leserin auf. Ja, ich habe Mitleid mit einem Mann, der in einer Schule um sich schießt - und ehrlich gesagt, damit hatte ich als allerletztes gerechnet, immerhin ist für uns an den Schulen die Angst vor Amokläufern präsent. Angst. Aber nicht Mitleid mit den Tätern.
      Dennoch. Lelic vermag es, in seinem Roman deutlich zu machen, dass es die eine Seite gibt, nämlich den Amokläufer, den Kindermörder, aber auf der anderen Seite ist Szajkowski auch Opfer - Mobbingopfer von Kollegen, der Schulleitung und von Schülern. Er ist hilflos, kann sich nicht wehren, alle schauen weg, alle lachen irgendwie heimlich über ihn, auch die, die Mitleid haben, wissen nicht recht, wie sie ihm helfen sollen. Und er selbst schafft es nicht, etwas zu unternehmen, sich zu wehren, sich aus der Situation zu befördern. Es ist schrecklich, das zu lesen. Es lässt einen nicht kalt.
      Für mich ist das Buch weniger ein Thriller als ein Roman über das, was Mobbing und Ausgrenzung mit Menschen machen können. Ich will damit auf keinen Fall gutheißen, was der Täter in diesem Roman anrichtet, gar nicht, absolut nicht, und nur, wer den Roman gelesen hat, wird verstehen, wie schwierig es ist, sich zu positionieren. Eines ist aber vollkommen klar: Lelic hat mit "Ein toter Lehrer" ein Buch geschrieben, das wahrscheinlich niemand, der es liest, wieder vergessen wird. Es lässt einen wirklich nachdenklich zurück und irgendwie ratlos.
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Strandläuferin ()

    • Klappentext:
      Schulversammlung in der drückenden Hitze eines Londoner Sommers. Der Geschichtslehrer betritt die Aula – und eröffnet das Feuer: Drei Schüler und eine Lehrerin sterben, dann richtet er sich selbst. Auf Druck von oben soll die junge Ermittlerin Lucia May den Fall schnellstmöglich abschließen, doch sie bohrt tiefer – und bringt damit Unvorstellbares ans Licht …

      Meine Meinung:
      Diese Rezension ist wieder eine von denen, bei der ich das Gefühl habe, dem Buch mit meinen Worten nicht gerecht zu werden.
      Die Handlung besteht aus einem Lehrer, der während einer Schulversammlung durchdreht und drei Schüler und eine Lehrerin erschießt. Danach richtet er sich selbst. Die Ermittlerin Lucia May soll den Fall abschließen und stößt schnell auf fatale Hintergründe, die mit dieser Tat zusammenhängen.
      Damit macht sie sich alles andere als beliebt.
      Mobbing ist hier das Hauptthema, sei es beruflich oder auch schulisch gesehen. Wie schnell werden Erwachsene und auch Kinder Opfer, wenn sie nicht so sind wie die breite Masse!
      Die Figuren waren mir fast alle unsympathisch, was allerdings an dieser Handlung und deren Rollen liegt, die Ermittlerin selbst, gefiel mir ganz gut, wobei sie meiner Meinung nach etwas mehr Selbstbewusstsein verdient hätte.
      Wirkliche Probleme macht mir aber anfangs der Schreibstil. Das Buch ist auf vielen Erzählungen aufgebaut, die allerdings einseitig sind, also ohne Gegenfragen oder ähnliches, und oft etwas abgehackt wirkte. So kamen mir viele Sätze unvollendet vor und ich empfand das Lesen schnell als anstrengend und hektisch! Jedoch hielt ich dann weiterhin durch und ab etwa Seite 80 fesselte mich dieses Buch dann absolut.
      Allerdings musste ich es oft absetzen, das Gelesene sacken lassen, um mich von den Grausamkeiten zu erholen. Und genau damit beeindruckte mich Simon Lelic. Der Roman ist eigentlich relativ unblutig und dennoch beschreibt Simon Lelic diese Geschichte auf eine derart grausame Art und so detailliert, dass ich als Leser Pausen brauchte.Hier wiederum spielt der Autor mit dem Leser. Ich hab mich öfter gefragt ob der Lehrer wirklich Täter und nicht eher Opfer war.
      Die Sprache ist recht hart und klar. Ausdrücke tauchen des Öfteren mal auf und der Autor nimmt auch sonst kein Blatt vor dem Mund.
      Das Cover ist passend zu dieser Handlung gestaltet. In einem schattierten Grau, auf dem eine am Boden liegende Schultasche abgebildet ist.

      Fazit:
      Simon Lelic hat mit 348 Seiten einen wirklich beeindruckenden Debütroman geschrieben. Mir jedenfalls wird diese Geschichte lange in Erinnerung bleiben und ich hab mich wirklich gefragt ob dieser Geschichte nicht vielleicht irgendwo so ähnlich schon passiert ist.
      Denn Gewalt an Schulen sowie Mobbing ist leider ein aktuelles und ernstes Thema. Nicht nur betroffene Schüler, sondern auch Lehrer sind oft machtlos.
      Simon Lelic wurde 1976 geboren und lebt mit seiner Familie in Brighton. Derzeit schreibt er an seinem dritten Buch.
      Laß die Leute reden so bleib ich wenigstens im Gespräch :wink:
    • So, nun habe ichdas Buch auch durch und muss sagen, auch als Lehrer fand ich es sehr interessant. Das britische Schulsystem hat einige Unterschiede zu unserem - auch was die Funtkion des Schulleiters angeht -, so dass ich nicht ständig nach Parallelen suchen musste. Es geht eigentlich auch weniger um das System Schule an sich, das hier ziemlich aus dem Ruder gelaufen ist, sondern um Verantworlichkeiten beim Mobbing am Arbeitsplatz und unter Schutzbefohlenen.

      Die einseitig dargestellten Interviews Lucias geben dem Buch eine interessante Unmittelbarkeit und bauen das Netz der Verantwortlichkeiten für die Toten auf der Schulversammlung mosaikartig auf.

      Bin mal gespannt, wie es weitergeht mit diesem Autoren.
      Mehr Bücher finden sich auf Sandammeer und Lesezeit hier. Manches produzieren wir sogar selbst: Kegelberge.
      Hilfe, die ankommen soll geht an Ärzte ohne Grenzen.
    • Simon Lelic - Ein toter Lehrer

      Die gesamte Schule ist in der Aula versammelt, als der Geschichtslehrer diese betritt und das Feuer eröffnet. Er tötet drei Schüler, eine Lehrerin - und anschließend sich selbst. Das Urteil ist schnell gefällt, der Lehrer war ein kranker Psychopath, ein Verrückter - und wenn man drüber nachdenkt, erschien er von Anfang an sehr merkwürdig.

      Genau darauf setzt der Roman sein Augenmerk. War der Lehrer wirklich ein kaltblütiges Monster und warum hat er das Blutbad veranstaltet? Detective Lucia May soll den Fall schnell klären, denn die Schule bangt um ihren guten Ruf und möchte den Vorfall möglichst schnell vergessen. May hingegen erhält durch etliche Zeugenaussagen ein ganz anderes Bild über den Täter. Sie erfährt von Mobbing seitens der Schüler und anderer Lehrer gegen ihn und von Grausamkeiten und Gewalt, denen er sich ausgesetzt sah. Aber ist es wirklich angebracht mit dem Amokläufer Mitleid zu haben

      " Irgendwer ist ausgetickt. Bei der Versammlung. In der Aula.
      Hat um sich geballtert." Seite 10

      Überraschend ist nicht nur die Geschichte, in der Simon Lelic aufzeigt, dass es immer zwei Seiten einer Story gibt, sondern auch die Erzählweise. Der Hauptteil des Buches besteht nämlich aus Zeugenaussagen. Eltern, Lehrer, Schüler oder auch der Direktor der Schule - sie alle kommen zu Wort. Die Zeugen berichten über ihr Verhältnis zum Amokläufer, wie sie ihn einschätzen, und bietet somit viele verschiedene Blickwinkel, denn jeder hat etwas anderes zu dem Fall zu berichten. Unterbrochen werden die Zeugenaussagen durch Kapitel in denen Lucia May in diesem Fall ermittelt. Sie selbst ist übrigens auch manchmal Mobbingopfer ihrer männlichen Kollegen. Durch die Gesamtheit der Aussagen erhält Lucia ein interessantes Gesamtbild über den Geschichtslehrer und will dieses weiter verfolgen, wobei sie oft gegen verschlossene Türen läuft.

      Die verwendete Erzählweise ist speziell und ungewohnt vor allem, da dem Leser bei den Zeugenaussagen immer nur die Passagen der Zeugen vorgelegt werden, nicht aber die des Fragenstellers. Schnell gewöhnt man sich aber an dieses Verfahren und baut sich sein eigenes Bild über den Täter, wie ein Puzzle, zusammen. Der Roman hat mir gut gefallen, sowohl vom Schreibstil, als auch vom Inhalt her. Es ist wirklich erschreckend, was manche Menschen anderen antun. Allerdings habe ich des Öfteren Zeugenaussagen als etwas langatmig empfunden, in denen der Befragte vom Thema abkommt und Belangloses erzählt. Dieses mag zwar in der Realität auch der Fall sein, aber beim Lesen des Romans hat es mich etwas gestört.


      Fazit:
      Alles in allem bietet der Roman eine sehr interessante Sichtweise auf das Thema Mobbing. Das Buch erhält von mir 4 von 5 Sternen.

      • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
      • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      Viele Grüße
      Claudia

      Schaut gerne in meinen Bücher-Blog hinein: claudias-buecherregal.blogspot.com/
    • Ich stimme meinen Vorrednern in allen Punkten zu, "Ein toter Lehrer" war ein absolut aufwühlendes Buch. Simon Lelic hat wirklich das geschafft, was ich vor dem Lesen eigentlich nicht glauben wollte: Man sympathisiert sich mit einem Amokläufer und hat Mitleid mit diesem. Fassungslosigkeit und Ungläubigkeit haben sich beim Lesen eingestellt. Was diesem Lehrer widerfahren ist, ist nahezu unglaublich.

      Ich muss allerdings sagen, dass ich persönlich teilweise das Problem hatte, das Ganze nachzuvollziehen. Ich bin an einer Schule gewesen, an der es solche Fälle nicht gab. Wenn es in einem Schuljahr eine einzige richtige Schlägerei gab, dann war das schon viel und weder physische noch psychische Gewalt waren an der Tagesordnung. Es wurde sehr schnell eingeschritten falls sich irgendwo etwas angebahnt hatte und Mobbing (ich glaube das Wort gab es damals noch gar nicht) wurde bereits im Ansatz erstickt. Umso erschreckender war das, was ich in dieser Geschichte miterlebt habe. Wenn wir damals auch nur versucht hätten, ansatzweise so mit einem Mitschüler oder gar mit einem Lehrer umzugehen, wäre die Hölle losgewesen. Was Schulleitung und Polizei hier abliefern, hat mich einfach nur kopfschüttelnd zurückgelassen, die Hilflosigkeit einiger Eltern hat mich richtig traurig gemacht, genauso wie das eiskalte Verhalten einiger der Schüler.

      Dass die ermittelnde Polizistin selbst auch ein Mobbing-Opfer ist, war mir allerdings etwas zuviel des Guten und das wäre für die Geschichte auch nicht wirklich wichtig gewesen. Das war ein wenig zuviel des Guten. Ansonsten war es ein wirlich mitreissendes und schön zu lesendes Buch. Ein Krimi oder gar ein Thriller ist es nicht wirklich, ich würde es eher als Psychodrama einordnen. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      :study: Melanie Raabe - Die Falle
      :study: 2017 gelesen: 48 :study: SUB: 300
    • Wow was für ein Debütroman!
      Ich kann mich meinen Vorrednern anschließen, dies ist nicht unbedingt ein Krimi. Es ist die Geschichte eines Mannes der bei einem Amoklauf Menschen getötet hat und in seinem Leben viel ertragen musste ohne Hilfe zu erhalten.

      “Ein toter Lehrer” lässt mich nachdenklich und geschockt zurück. Ich bin aber auch immer wieder geschockt wenn ich höre was heutzutage in Schulen alles passiert.
      Klar Schüler testen neue Lehrer aus und schauen wie weit sie gehen können, aber was hier passiert ist wirklich heftig!
      Auch wie sich die Lehrer teilweise gegenseitig fertigmachen fand ich unglaublich, ich konnte zum Beispiel nicht glauben das
      Spoiler anzeigen
      die Lehrer nichts gegen den Blog unternehmen und ihn sogar mitverfolgen!

      Die Geschichte von Elliot hat mich stark berührt, unfassbar was er alles durchmachen musste und noch schlimmer das niemand eingegriffen hat...

      Simon Lelic hat es auf jeden Fall geschafft das schwierige Thema Amoklauf aufzugeifen und zeigt beide Seiten der Geschehnisse.
      Der Schreibstil war anfangs gewöhnungsbedürftig, aber ich bin dann schnell reingekommen und fand es interessant die verschiedenen Zeugenaussagen und Lucias Ermittlungen zu verfolgen.

      Vielen dank für die tollen Rezensionen,ohne sie hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht entdeckt. :thumleft:
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      "The stories we love best do live in us forever,
      so whether you come back by page or by the big screen,
      Hogwarts will always be there to welcome you home."

      (J.K. Rowling)
    • Und schon ist es mir wieder passiert - ich klicke auf "Zur Wunschliste hinzufügen" und dann kommt die Meldung "Das Buch befindet sich bereits auf deiner Wunschliste" :pale: Ich sollte es mir jetzt wohl dringend zulegen und dann auch gleich lesen :wink:
      Gelesen in 2017: 51 Gehört in 2017: 21 SUB: 334

      "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)
    • Ich fand den Einstieg in das Buch aufgrund der zunächst merkwürdigen Erzählweise sehr mühsam, aber nach einigen Kapiteln hat mich das Buch total gepackt. Ich kenne solche Formen von Mobbing nicht, war selbst an einer Schule, an der es so etwas einfach nicht gab. Dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass solche Zustände mittlerweile an einigen Schulen zum Alltag gehören.

      Einige von euch sprechen davon, dass sie Mitleid mit dem Lehrer hatten. Mir ging es nicht so. Ich fand ihn von Anfang an merkwürdig. Damit will ich nicht sagen, dass ihm das Verhalten der Schüler selbst zuzuschreiben ist, auf keinen Fall! Sein Schicksal hat mich sicher auch nicht kalt gelassen. Aber ich würde nicht so weit gehen, zu sagen, dass er mir leid tut. Sein Handeln lässt sich nicht rechtfertigen oder entschuldigen.

      Viel mehr berührt hat mich dagegen das Schicksal von Lucia. Am Anfang dachte ich auch, dass es unnötig ist, mit ihr noch ein zweites Mobbing-Opfer ins Spiel zu brigen. Aber letztlich hat mich der Handlungsstrang, der sich mit ihr beschäftigt, mehr interessiert als der über den umsichschießenden Lehrer. Es ist unfassbar, was Lucia passiert! Und auch wenn es in gewisser Weise dem ähnelt, was die Schüler mit dem Lehrer abziehen, war ich doch hier viel mehr betroffen.
      "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
      Hape Kerkeling

      "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
      Bettina Belitz - Scherbenmond
    • Meine Meinung:
      Dies ist ein Buch, das man so schnell nicht aus der Hand legen kann. Obwohl es nicht unbedingt superspannend ist, ist es doch höchst interessant und regt auf jeden Fall viel zum Nachdenken an. Es ist Wahnsinn, was an dieser Schule, der zum Tatort für einen Amoklauf erkoren wurde, vor sich geht. Doch nicht nur da, denn Lucia May bringt etwas ans Licht, das man so niemals gedacht hätte.
      Der Schreibstil ist super, so dass die Seiten nur so davonfliegen und den Leser in seinen Bann ziehen. Das Buch wird abwechselt als Vernehmungsprotokoll und in der Gegenwart (also nicht aus grammatikalischer Sicht, hierbei wird schon „Es war …“ etc. benutzt :D ) geschrieben. Die Protokolle sind anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da jegliche Kennzeichnung der vorkommenden wörtlichen Rede fehlt und am nur die Antworten der Personen liest, nicht aber die dazugehörigen Fragen. Auch weiß man zunächst nie, wer da gerade vernommen wird, das erschließt sich immer erst nach und nach. Dadurch dass der Wechsel zwischen Protokoll und gegenwärtige Handlung sich im gesamten Buch immer wieder abwechseln, weiß der Leser auch erst nach und nach, was genau passiert ist und was den Lehrer im Endeffekt zu der Tat getrieben hat. Der Lehrer soll übrigens gerade mal 27 Jahre alt sein. Von seinem Verhalten, seiner Aufmachung etc. hatte ich jedoch immer einen etwas älteren Mann vor Augen.

      Ich gebe diesem Buch:
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      :study: Liebe zwischen den Zeilen - Veronica Henry
      :montag: Verstecken gilt nicht! - Melina Royer

      Auroras kleine Bücherwelt
    • Meine Meinung:
      Es gibt viele Bücher über Amokläufe an Schulen, aber „Ein toter Lehrer“ ist für mich das erste, welches einen Lehrer als Täter hat und war deswegen umso interessanter für mich.
      Die Polizeibeamtin Lucia May übernimmt die Ermittlungen in diesem Fall und durch den Schreibstil sind wird direkt in ihre Arbeit eingebunden. Die einzelnen Kapitel sind als Zeugenaussagen niedergeschrieben, wobei es immer wieder dazwischen welche gibt, die über Lucia May geschrieben sind. Wir lernen sie sowohl beruflich als auch privat etwas näher kennen.

      Zusammen mit ihr, nähert man sich langsam dem Motiv des Lehrers an. Das Buch handelt vordergründlich um Mobbing gegen Lehrer, was ein wichtiges, aber noch fast unbemerktes Thema ist. Bei Lehrern stellt man sich immer Autoritätspersonen vor, doch sie sind auch nur Menschen und wenn Schüler Schwachstellen entdecken, zögern sie oft nicht, diese für ihre Zwecke zu benutzen. Und wenn die Suche nach Hilfe scheitert, kommt die Resignation. Es sind aber nicht nur die Schüler, auch einige Lehrer stellen sich gegen Samuel, was es ihm noch schwieriger macht, täglich zur Arbeit zu erscheinen. Ich muss zugeben, Samuel ist mir das ganze Buch über nicht sympathisch geworden. Er besitzt eine sehr eigene Persönlichkeit, bei der ich durchaus glaube, dass sie aneckt. Es ist allerdings auch so, dass er mit seinem sehr eigenen Verhalten niemanden verletzt, viel eher ist er ein sehr zurückgezogener Mensch und wenn man ihm nicht mag, würde er sich wunderbar ignorieren lassen. Was viele nicht machen, eben weil er sich nicht groß auflehnt, wird er zur perfekten Zielscheibe und auch wenn ich ihn nicht sonderlich mag, so hat er die Dinge, die ihm wiederfahren keinesfalls verdient. Er ist zwar Täter und man darf nicht außer Acht lassen, dass er unschuldige Menschen getötet und trotzdem, ich empfand Mitleid für ihn.

      In den Kapiteln über und mit Lucia May erleben wir selbst, wie es sich anfühlt gemobbt zu werden. Als einzige Frau in der Polizeistation muss sie sich einiges gefallen lassen und auch wie bei Samuel ignorieren es Außenstehende, oder tolerieren ist. Wie sagt der Mobber so schön: „Ist doch nur Spaß!“

      Neben dem Mobbing eines Lehrers und dem am Arbeitsplatz spielt aber noch eine andere Geschichte eine wichtige Rolle. Ich werde sie jetzt nicht verraten, weil es doch eine Überraschung war, was ich jedoch sagen kann: damit wurde das Buch perfekt.

      Generell werden alle Geschichten im Buch großartig verknüpft, sind niemals übertrieben beschrieben, sondern durchaus nachvollziehbar.

      Am meisten hat mir aber wohl die Reaktion des Direktor auf den Amoklauf gefallen, weil sie so viele Wahrheit beinhaltet, er…ok, jetzt ist wirklich Schluss, sonst verrate ich noch zu viel.

      Fazit:
      Mich hat die Geschichte auf ganzer Linie überzeugt. „Ein toter Lehrer“ ist ein sehr bedrückendes und trauriges Buch, was einem lange im Gedächtnis bleibt.
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
    • Ein Buch voller Täter und Opfer - voller Lobbyisten, Wegsehern und Machtlosen - eine eindringliche Geschichte über einen Amoklauf, dessen Hintergründe und das Umfeld. Wie wurde oben so wahr geschrieben: Dieses Buch lässt einen nicht so schnell los, man gerät ins Nachdenken und versucht nachzuvollziehen, man möchte verzweifelt in die Geschichte eingreifen, die handelnden Personen schütteln und sie zu anderem Handeln anregen und fragt sich gleichzeitig: Hätte ich denn anders reagiert ? Hätte ich früh genug wahrgenommen, was hier falsch läuft um noch eingreifen und der Geschichte einen anderen Verlauf geben zu können ?
      Zum Inhalt wurde schon genug gesagt, daher beschränke ich mich auf meine Gedanken zum Buch. Simon Lelic gelingt es durch seine Erzählweise, dem Leser eine direkte Beteiligung am Geschehen zu suggerieren, man ist hautnah dabei, wenn die Polizistin verhört und bekommt die Berichte der einzelnen Zeugen ungefiltert und direkt erzählt.
      Es ist ein fiktiver Roman - plakativ, an manchen Stellen sicherlich übertrieben und überzogen - aber unrealistisch auf gar keinen Fall. Wie wenig empathisch und rücksichtsvoll weite Teile der Gesellschaft in den letzten Jahren und Jahrzehnten geworden ist bekommt man jeden Tag aufs neue zu spüren, gerade wenn man auch im Bereich Schule arbeitet. Es ist oft erschreckend mit welcher Selbstverständlichkeit andere ausgeschlossen geärgert und mit weit unter der Gürtellinie liegenden Beleidigungen und Beschimpfungen viele Kids auf den Schulhöfen und in den Klassen aneinandergeraten. Auch die Brutalität, mit der stellenweise reagiert wird ist enorm.
      Ebenso die beiläufige Respektlosigkeit, mit der Lehrer untereinander oder den Kindern gegenüber handeln - sollen sie doch eigentlich diejenigen sein, die an der Erziehung zu eben dem gegenteiligen Verhalten beitragen - ist mir unverständlich.
      Jetzt muss ich direkt einschränkend dazu sagen: Nicht alle Lehrer und Kinder sind so, noch nicht mal die Mehrheit, allerdings kommt es mir alarmierend vor, wie viele es doch sind.
      Ein Buch, welches mich so zum Nachdenken anregt, ein Autor, der es schafft, eine solche Atmosphäre zu schaffen, in der über diese Dinge gesprochen wird, kurz: eine Geschichte die so aufrüttelt hat meiner Meinung nach einen guten Beitrag dazu geleistet, dass die Entwicklung sich zumindest ins Bewusstsein rückt, um dann den beschriebenen Tendenzen entgegenzuwirken. Nicht mehr wegschauen, sein Verhalten anderen Mitmenschen gegenüber zu reflektieren und nicht allen Zielen die Mittel und Wege des Erreichens unterzuordnen.
      Von mir bekommt Lelic für sein gelungenes Debut gute :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      "Die wahrhaft menschliche Qualität besteht nicht aus Intelligenz, sondern aus Phantasie." - Terry Pratchett

      :study:
      Kein Land für alte Männer - Cormac McCarthy
      Reread: Harry Potter und die Kammer des Schreckens (mit meiner Tochter)

      :bewertung1von5: 2017: 42 :bewertung1von5:
    • Oder: A thousand cuts.
      Komischerweise das gleiche Buch ... :wink: beides übrigens sehr aussagekräftige, zum Buch passende Titel ... Da kommt der deutsche ziemlich blass daher.
      Edit: Ah, ok, ich habe mal auf der Autorenhomepage gesucht - "A thousand cuts" heißt es in den USA, und "Rupture" in GB - warum auch immer das so ist.
      "Die wahrhaft menschliche Qualität besteht nicht aus Intelligenz, sondern aus Phantasie." - Terry Pratchett

      :study:
      Kein Land für alte Männer - Cormac McCarthy
      Reread: Harry Potter und die Kammer des Schreckens (mit meiner Tochter)

      :bewertung1von5: 2017: 42 :bewertung1von5:

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Mojoh ()

    • Während einer Schulversammlung betritt der Geschichtslehrer die Aula und beginnt mit einer Waffe um sich zu schießen. Er tötet drei Kinder, eine Lehrerin und schließlich sich selbst. Detective Lucia May soll auf Druck ihres Chefs hin den Fall so schnell wie möglich abschließen, doch sie widersetzt sich den Anweisungen und ermittelt weiter. Sie analysiert die Zeugenaussagen, rekonstruiert die Geschehnisse an der Schule in den letzten Wochen und Monaten – und bringt Unvorstellbares ans Licht …


      In seinem Debütroman „Ein toter Lehrer“ beschäftigt sich Simon Lelic mit einem Amoklauf an einer Schule. Das Ungewöhnliche daran ist, dass der Täter kein Schüler ist, wie oft der Fall, sondern ein Lehrer, der zur Waffe greift. Doch Lelic verurteilt den Mann nicht, sondern versucht zu ergründen, was der Auslöser für eine so schreckliche Tat gewesen sein könnte.

      Die Geschichte ist in Zeugenaussagen und Kapiteln mit den Geschehnissen um Lucia aufgeteilt, die sich immer abwechseln. Die Zeugenaussagen werden aus der Ich-Perspektive der jeweiligen Person geschildert. Der Leser wird dadurch in die Rolle des Zuhörers, als säße er demjenigen genau gegenüber, versetzt. Dabei weiß man anfangs gar nicht um wessen Schilderungen es sich handelt. Dies wird erst nach mehreren Sätzen eindeutig klar. Da Lehrer, Schüler und Eltern zu Wort kommen, erhält man ganz verschiedene Sichtweisen und einen Einblick wie sie zu dem Täter stehen bzw. standen. Anhand der Zeugenaussagen findet Lucia heraus, dass der Geschichtslehrer Samuel Szaikowski schweren Mobbing seitens der Schüler und sogar einiger Lehrer ausgesetzt war. Etwas verstörend fand ich leider die Emotionslosigkeit in diesen Abschnitten. Beim Leser wird selbstverständlich Wut und Fassungslosigkeit hervorgerufen, doch die erzählenden Personen wirken eher teilnahmslos, als würde sie das alles nichts angehen, obwohl jeder einzelne von ihnen davon auf irgendeine Weise betroffen ist. Dass zwischendurch immer wieder jemand in belanglose Ausführungen abschweift, störte weniger – ganz im Gegenteil, ließen sie die Aussagen dadurch wieder realistischer wirken. In den Kapiteln um Lucia, die in der dritten Person geschrieben sind, begleiten wir sie bei den Ermittlungen und stellen fest, dass sie, als einzige Frau in ihrer Abteilung, den Attacken mehrerer Arbeitskollegen hilflos ausgesetzt ist. Lucia bringt weitere Mobbing-Fälle, die an der Schule stattfanden und tragisch endeten, mit dem Amoklauf in Verbindung. Sie will beweisen, dass Samuel Szaikowski kein kranker Psychopat war und er nicht allein die Schuld am Tod der Schüler und der Lehrerin trägt.

      Als nach und nach ans Licht kommt, welche Leiden der Lehrer ertragen musste, war ich schier sprachlos. Schockierend ist, dass seine Hilfegesuche von anderen Personen ignoriert oder als übertrieben dargestellt wurden. Was die Situation besonders tragisch macht, ist, dass Szaikowski Tage vor seiner Tat zwar indirekt, aber ganz offensichtlich Warnsignale gegeben hat in der Hoffnung, dass ihm jemand helfen würde. Leider wurde er aber wieder nur ignoriert, sodass er persönlich keinen anderen Ausweg mehr sah um sich endlich zu wehren. Ähnlich verhielt es sich im Fall von Elliott Samson, der dem Psychoterror seiner Mitschüler ausgesetzt war, dessen Eltern Hilfe beim Direktor ersuchten, der jedoch nichts dagegen unternahm.

      Obwohl ich mit Samuel Szaikowski mitgelitten habe, konnte ich keine Sympathie für ihn aufbringen, da er doch ein eher merkwürdiger Zeitgenosse war, der seinen Mitmenschen den Umgang mit ihm nicht leicht machte. Außerdem bleibt immer noch die Tatsache bestehen, dass er mehrere Menschen getötet hat, was unentschuldbar ist. Bevor man allerdings vorschnell ein Urteil über einen solchen Täter fällt oder ihm Klischees zuschreibt, muss man meiner Meinung nach die genaueren Umstände hinterfragen um sich so ein Bild der Gesamtsituation des Menschen machen zu können bevor man ihn als irren Psychopaten abstempelt. Genau das macht Lucia, die selbst von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen ist und sich dadurch gut in die Situation des Lehrers hineinversetzen kann. Obwohl sie sich mit aller Kraft für die Lösung des Falls einsetzt und sogar ihre Arbeitsstelle aufs Spiel setzt um für Gerechtigkeit zu sorgen, wurde auch sie mir nicht sympathisch. Dass sie fast bis zum Schluss nichts gegen die Angriffe ihrer Kollegen, die immer perverser wurden, unternommen hat, hat mich sehr schockiert.

      „Ein toter Lehrer“ ist garantiert kein Buch ohne Schwächen, doch indem sich der Autor Simon Lelic mit den gesellschaftskritischen Themen Mobbing und Amoklauf auseinandersetzt, wird der Leser zum Nachdenken angeregt. Ein Roman, der selbst nach beenden noch nachwirkt!

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      Viele Grüße von Teufelsweib

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