Zoran Drvenkar - Du


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    Du

    von

    4.1|26)

    Verlag: Ullstein Taschenbuch

    Bindung: Taschenbuch


    ISBN: 9783548283975


    Termin: Januar 2012

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    • Zoran Drvenkar - Du

      Klappentext:

      DU KANNST DIR NICHT TRAUEN

      Nimm einen Mann, der durch ganz Deutschland reist und keine Gnade kennt. Wo er hinkommt, bleibt niemand am Leben. Nenn ihn Der Reisende, mach ihn zum Mythos und fürchte ihn.

      Nimm fünf Freundinnen, die erst dem Chaos die Tür öffnen und dann die Flucht ergreifen. Nenn sie Die süßen Schlampen und meide sie.

      Nimm einen Vater, der verfolgt wird von seiner Vergangenheit und über Leichen geht, um sein Ziel zu erreichen. Und jetzt stell dir vor, er will die fünf Freundinnen aufhalten. Um jeden Preis. Nenn ihn Der Logist und meide auch ihn.

      Sie alle bewegen sich aufeinander zu, sie sind voller Rache und haben keine Ahnung, dass DU sie beobachtest.

      Über den Autor:

      Zoran Drvenkar wurde 1967 in Kroatien geboren und zog im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern nach Berlin. Seit 1989 arbeitet er als freier Schriftsteller und lebt jetzt in einer alten Kornmühle in der Nähe von Berlin. Er ist der Autor vielfach ausgezeichneter Kinder- und Jugendbücher, unter anderem schrieb er unter Pseudonym den Bestseller "Die Kurzhosengang". Zwei seiner Thriller, "Du bist zu schnell" und "Sorry", werden derzeit verfilmt.

      Mehr Infos unter:


      Allgemeines zum Buch und dessen Aufbau:

      Zunächst etwas zum Cover des Buches und dessen farblicher Gestaltung: Wenn man das Buch im Buchladen sieht, wird man wohl magisch vom Cover angezogen, denn von diesem geht eine mystische Atmosphäre aus. Ein Mann mit geschlossenen Augen strahlt so viel aus, dass man wohl gar nicht anders kann, als das Buch in die Hand zu nehmen. Die bestimmenden Farben sind Schwarz, Weiß und Rot und dies ist auch der Fall, wenn man den Schutzumschlag entfernt. Das Buch selbst ist Schwarz, der Autorenname und das Symbol des Ullstein Verlags sind in Rot abgedruckt, während der Titel des Buches, der aus zwei simplen Buchstaben besteht, in weißer Schrift abgebildet ist. Das Lesebändchen ist ebenfalls rot, genauso wie das Vorsatzpapier. Ich äußere mich deshalb so ausführlich zur farblichen Gestaltung des Buches, weil sie mich sehr beeindruckt hat. Das tiefe Rot wirkt einfach sehr anziehend auf mich, strahlt schon eine gewisse unheimliche Stimmung aus und bei jedem Öffnen des Buches musste ich das Vorsatzpapier für eine Weile betrachten.

      Nun aber mehr zum Inhalt des Buches:

      Mit seinen 575 Seiten ist das Buch sehr umfangreich, was mir sehr gut gefällt, denn ich finde es toll, dicke Bücher in der Hand zu halten.

      Das Buch gliedert sich in drei Teile. Innerhalb dieser Teile gliedert es sich wiederum in kleinere Teile sowie Kapitel und Abschnitte. Jeder der Teile wird von einem Zitat aus einem Liedtext eingeleitet.

      Sehr bezeichnend ist die Widmung des Autors, die aus den zwei Wörtern "für dich" besteht und mir aus irgendeinem Grund Gänsehaut verursacht.

      Ergänzt und abgerundet wird das Buch durch eine Danksagung des Autors. Diese habe ich sehr erfreut gelesen, denn auch mein Name taucht in dieser Danksagung auf mit dem Zusatz "... ihr habt wie besessen gelesen..." und in diesen wenigen Worten erkenne ich mich durchaus wieder.

      In diesem Buch gibt es drei große Handlungsstränge. Zu zwei der drei Handlungssträngen gehören mehrere Personen, während ein Handlungsstrang allein von einer einzigen Person bestimmt wird. Im Laufe des Buches begegnen sich alle Handlungsstränge nach und nach. Das Besondere und Einzigartige an diesem Buch ist, dass jedes Kapitel mit dem Namen des Charakters überschrieben ist, der im jeweiligen Kapitel die Hauptperson darstellt. Der Charakter wird jedoch nicht namentlich erwähnt oder mit "Er" oder "Sie" beschrieben, sondern mit "Du", denn der Leser übernimmt die Rolle des jeweiligen Charakters.

      Das Buch spielt in den Städten Berlin und Hamburg sowie in Norwegen.

      Geschrieben ist es aus der Sicht eines allwissenden Erzählers in der Gegenwartsform. Allein Szenen, die in der Vergangenheit spielen, eine Erinnerung eines Charakters darstellen und nicht ausdrücklich mit einer Jahreszahl überschrieben sind, sind in der Vergangenheitsform geschrieben.

      Meine Meinung zum Buch:

      Wie bereits erwähnt, hat die Widmung bei mir Gänsehaut verursacht und sollte nicht der einzige Auslöser dafür bleiben. Schon nach den ersten Seiten steht für mich fest, dass dieses Buch mich gefangen hat. Gefangen in einer Welt, die düster und unheimlich ist, in der ich mich aber doch wohl fühle, weil ich den Autor an meiner Seite spüre, der mir schnell so vertraut wird, dass es mich nicht stört, von ihm mit einem persönlichen und intimen "Du" angesprochen zu werden.

      Die Idee des Autors, den Leser die verschiedensten Rollen des Buches übernehmen zu lassen, finde ich großartig. Teilweise liest sich das Buch so wie ein Drehbuch. Man fühlt sich wie in einem Gedankenexperiment, bei dem man die Identität eines anderen Menschen annimmt. Der Autor beschreibt dem Leser, welche Rolle man übernimmt und führt ihn dann durch die Handlung, sagt ihm, wie er sich zu verhalten hat und legt ihm Wörter in den Mund. Der Autor gibt Anweisungen, denen man als Leser zu folgen hat. Ich fand es einfach genial, die verschiedensten Rollen anzunehmen und jeder Charakter wurde so greifbar und real, dass ich schon allein beim Lesen der jeweiligen Kapitelüberschrift, die ja den Hauptcharakter des jeweiligen Kapitels angibt, wusste, wie ich mich im jeweiligen Kapitel zu verhalten hatte. Das Gedankenexperiment ist also geglückt, denn die Rollen sind alle vollkommen in mir aufgegangen und jeder Charakter war so detailliert und facettenreich beschrieben, dass es mir keine Mühe gemacht hat, sie zu unterscheiden. Ich habe ihr Wesen in mir gespürt und konnte ihre Gedanken und Handlungen problemlos nachvollziehen.

      Dennoch verlangt das Buch Aufmerksamkeit von seinem Leser. Dies liegt vor allem daran, dass man die vielen Charaktere zunächst einmal kennenlernen muss. Es ist also wichtig, sich in die verschiedenen Rollen hineinzuversetzen und sich mit jedem neuen Kapitel darüber klar zu werden, welche Rolle man übernimmt. Dazu kommt, dass das Buch auf mehreren unterschiedlichen Zeitebenen spielt, die ebenfalls durchschaut werden müssen. Zwar umfasst das Buch einen Zeitraum von weniger als einer Woche, doch werden manche Ereignisse zeitversetzt erzählt.

      Für mich war es ein großartiges Vergnügen, den drei Handlungssträngen zu folgen und nach und nach viele kleine Puzzleteile zu einem großen Bild zusammenzusetzen. Denn alle Handlungsstränge laufen irgendwann zusammen und für mich sind diese Zusammenhänge ganz großartig und genial ausgedacht. Nichts wirkt hier konstruiert, alles ist nachvollziehbar und logisch und wunderbar durchdacht. Es sind viele Kleinigkeiten, die man vielleicht als gar nicht so wichtig erachtet, die letztlich aber notwendig sind, um das Puzzle zu lösen. Zoran Drvenkar hat hier tolle Arbeit geleistet, den Leser von Zeit zu Zeit auf eine falsche Fährte zu setzen und ihn zu verwirren, aber letztlich ergibt alles Sinn.

      Einmal angefangen, fiel es mir sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Denn die Geschichte hat mich sofort gefangen genommen. Die Handlung ist durchweg fesselnd und spannend. Es gab für mich während des Lesens keinerlei Längen - im Gegenteil! Jede Seite konnte nicht schnell genug erfasst werden, jeder Absatz nicht schnell genug gelesen werden, jedes Kapitel nicht schnell genug durchblättert werden. Und am Ende bleibe ich zurück und wünsche mir noch mehr Seiten, noch mehr Absätze, nur noch ein weiteres Kapitel. Doch wenn ich ganz ehrlich zu mir bin und den Sog, den das Buch auf mich ausgeübt hat, etwas abschüttel, gebe ich auch zu, dass das Ende an der richtigen Stelle kam. Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören. Auch wenn es schwer fällt. Und das tut es. Denn ich hatte in letzter Zeit selten ein solches Lesevergnügen.

      Das Buch ist ein Thriller, deshalb sollte man sich auf Tote und Verletzte einstellen. Denn die gibt es in diesem Buch zuhauf. Dazu kommen Drogendelikte, Erpressungen, Folterungen. Es ist nicht immer schön, was dem Leser hier geboten wird, aber es passt in das Gesamtwerk. Und es gibt Szenen, die die düstere und unheimliche Stimmung ausgleichen. Aber dazu sage ich hier nicht mehr - lest am besten selbst!

      Stilistisch ist das Buch einzigartig. Jedes Wort sitzt, kein Satz ist überflüssig. Die Besonderheit des Autors ist es, bei wörtlicher Rede keine Anführungszeichen zu verwenden, sondern Bindestriche. Aber daran gewöhnt man sich schnell und dies tut dem Lesefluss keinen Abbruch.

      Toll fand ich, dass die Handlungsorte greifbar werden, indem der Autor Straßennamen oder bekannte Sehenswürdigkeiten der jeweiligen Städte einfügt. So können Leser, die sich in Hamburg oder Berlin gut auskennen, die Handlung noch genauer verfolgen.

      Kleine Rechtschreib- und Grammatikfehler fallen zwar auf, können meiner Begeisterung für dieses Buch aber keinen Abbruch tun.

      Mein Fazit:

      Zoran Drvenkar, für dieses Buch danke ich DIR!

      :flower:
      "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
      Hape Kerkeling


      "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
      Bettina Belitz - Scherbenmond


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    • Vielen Dank für die tolle Rezi, liebes gaensebluemche :flower: Ich hab schon sehnsüchtig darauf gewartet, was DU (kleiner Scherz :wink: ) zu dem Buch sagen wirst.
      Jetzt freue ich mich noch mehr darauf. Ich bin nun nur etwas verwirrt, seit wann ist das Buch denn schon erhältlich? Ich habe mir den 13.10. als Erscheinungstermin notiert und jetzt sehe ich, dass es bei Amazon schon lieferbar ist. Ich dachte, Du hast es von Vorablesen?
      :study:
      :study: 2015 gelesen: 38 :study: SUB: 25
    • Genau, kapo, ich hab das Buch von vorablesen. Hab auch gesehen, dass es bei Amazon schon lieferbar ist. An deiner Stelle würde ich das Buch so schnell wie möglich bestellen, denn DU wirst bestimmt begeistert davon sein! 8)

      :flower:
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    • Brav! :friends: Ich wünsch dir ganz viel Freude mit dem Buch und bin auf deine Meinung gespannt!

      :flower:
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    • Ich habe das Buch vorhin beendet und kann nur ein weiteres Mal betonen was für ein wundervoller Geschichtenerzähler Zoran Drvenkar doch ist. Auf Grund der Lektüre zweier anderer Bücher von ihm habe ich nichts anderes als ein kleines Meisterwerk erwartet und genau diese großen Erwartungen wurden mit mit dem Genuss von "Du" erfüllt.

      Wie auch in seinen anderen Büchern gilt es hier wieder, ein Puzzlestück, das zwar in der Gegenwart spielt, aber unweigerlich mit der Vergangenheit einiger Person verknüpft ist, zusammenzusetzen. Auf den ersten Blick würde sich die Story wie eine etwas abgedrehte Kriminalgeschichte anhören (was sie ja auch irgendwie ist), aber wenn man nur ein kleines bisschen tiefer gräbt, erfährt man, dass es in dieser Geschichte nicht "nur" um Drogen, Geld und Macht geht, sondern um Gefühle und die Bewältigung von Vergangenem, welches nicht mehr zu ändern ist

      gaensebluemche schrieb:

      Der Autor beschreibt dem Leser, welche Rolle man übernimmt und führt ihn dann durch die Handlung, sagt ihm, wie er sich zu verhalten hat und legt ihm Wörter in den Mund. Der Autor gibt Anweisungen, denen man als Leser zu folgen hat. Ich fand es einfach genial, die verschiedensten Rollen anzunehmen und jeder Charakter wurde so greifbar und real, dass ich schon allein beim Lesen der jeweiligen Kapitelüberschrift, die ja den Hauptcharakter des jeweiligen Kapitels angibt, wusste, wie ich mich im jeweiligen Kapitel zu verhalten hatte. Das Gedankenexperiment ist also geglückt, denn die Rollen sind alle vollkommen in mir aufgegangen und jeder Charakter war so detailliert und facettenreich beschrieben, dass es mir keine Mühe gemacht hat, sie zu unterscheiden. Ich habe ihr Wesen in mir gespürt und konnte ihre Gedanken und Handlungen problemlos nachvollziehen.
      Das hast Du einfach wunderbar ausgedrückt und meine Gedanken zu 100% niedergeschrieben. :friends:
      Wenn ich richtig gezählt habe, waren es insgesamt 13 Personen, die wir das Buch über begleiten. Und jede einzelne Person, auch die, bei denen wir uns nur kurzzeitig im Kopf einnisten, sind einzigartige und lebendige Charaktere geworden. Wie sich Zoran Drvenkar diese immer wieder aus dem Ärmel schüttelt, ist mir schon fast unheimlich!

      gaensebluemche schrieb:

      Gefangen in einer Welt, die düster und unheimlich ist, in der ich mich aber doch wohl fühle, weil ich den Autor an meiner Seite spüre, der mir schnell so vertraut wird, dass es mich nicht stört, von ihm mit einem persönlichen und intimen "Du" angesprochen zu werden.
      Genauso ist es mir auch ergangen. Ich fühlte mich wie mittendrin in der Geschichte, spürte aber regelrecht Zoran Drvenkars schützende, väterliche Hand auf meiner Schulter, die mir als Leser übermittelt hat, dass er mich als hautnahen Beobachter für seine Geschichte ausgewählt hat und mich sicher durch Blut, Schweiss und Tränen führen wird.

      gaensebluemche schrieb:

      Und es gibt Szenen, die die düstere und unheimliche Stimmung ausgleichen. Aber dazu sage ich hier nicht mehr - lest am besten selbst!
      Zustimmung Nummer 3: Diese ausgleichenden Momente sind für mich eindeutig die, in denen die wunderbare Freundschaft der 5 Mädchen zum Tragen kommt, soviel kann man verraten, denke ich. Es war einfach wundervoll mitzuerleben, wie die Mädchen füreinander einstehen ohne auch nur einen Anflug von Zweifel, Eifersucht oder sonstigen negativen Gefühlen untereinander.

      Ein kleine Warnung aber noch: Der Schreibstil ist meiner Meinung nach schon ansrpuchsvoll und die Story komplex, aber ein Großteil des Buches ist aus der Sicht von 5 16-jährigen Mädchen geschrieben. Diese sind zwar alles andere als normale Durchschnittsteenager, aber vielleicht könnte dies für manch Erwachsenen trotzdem ein Identifikationsproblem sein. Aber: Es ist definitiv kein Jugendbuch.

      Gaensebluemche, anscheinend sind wir momentan noch die beiden einzigen Büchertreffler, die es komplett gelesen haben, deswegen würde ich gerne noch Deine Meinung zum Ende hören (Es darf und soll sich natürlich jeder andere auch angesprochen fühlen, der es schon beendet hat :wink: ):

      Spoiler anzeigen
      Der Reisende hat am Ende sein Gegenstück gefunden: Die Dunkelheit und die Tiefe. Ich interpretiere es so, dass die Tiefe die Dunkelheit nur so finden konnte, dass die Dunkelheit (Ragnar) der Tiefe (der Reisende) das einzige, was ihm wirklich wichtig war, seinen Sohn, weggenommen, also getötet hat. Ich denke, etwas anderes hatte der Reisende nicht. Weder von seiner Exfrau, noch von Job, Freunden oder Hobbys hat er gesprochen als ob es ihm auch nur irgendetwas bedeuten würde. Der Sohn könnte ein leuchtendes Aufflackern in der Tiefe gewesen sein, so dass ihn die Dunkelheit überhaupt sehen bzw. bemerken konnte. Oder denke ich hier zu abstrakt und die "Auflösung" (wenn man das überhaupt so nennen kann) ist naheliegender? :-k Was passiert eigentlich jetzt nachdem sie sich gefunden haben? Die Suche des Reisenden ist jedenfalls abgeschlossen. Mir kam es auch so vor als ob Ragnar es erst im Laufe der Erzählung des Reisenden begreift. Zuerst sagt er noch "Was?" und scheint nicht so recht zu begreifen, was der Reisende will, aber am Ende stimmt er ihm zu: "Jetzt sind wir angekommen." Werden sie nun beide sterben? Wird sich Ragnar fügen?


      Meine Bewertung: ganz klare :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: !
      :study:
      :study: 2015 gelesen: 38 :study: SUB: 25
    • Kapo, ich freu mich, dass dich das Buch ebenso begeistern konnte wie mich! Es ist aber auch wirklich toll!

      Ich hab jetzt das letzte Kapitel noch mal gelesen und hab es so verstanden:

      Spoiler anzeigen
      Ragnar wird meiner Meinung nach sterben. Es wird der letzte Mord sein, der auf die Kappe des Reisenden geht. Ich glaube kaum, dass er Ragnar verzeihen könnte, dass dieser Marten getötet hat. Ragnar erkennt wohl auch, dass er sterben wird und findet sich damit ab, indem er sagt "Wir sind angekommen." Der Reisende ist schließlich auch angekommen, aber das verstehe ich nicht so, dass er auch sterben wird. Vielmehr hat er das, was er jahrelang gesucht hat, gefunden und kann sich nun an einem Ort niederlassen. Der letzte Satz lautet ja "Nur eins bleibt noch übrig. Du." Vielleicht wird der Reisende also einfach im Hotel bleiben, es wieder aufbauen und dort leben. Könnte ich mir vorstellen.


      Außerdem glaube ich noch, mich an folgendes zu erinnern:

      Spoiler anzeigen
      An irgendeiner Stelle im Buch steht, dass der Reisende irgendwann aufhört, zu morden. Aus irgendeinem Grund spürt er dieses innere Bedürfnis danach einfach nicht mehr. Er gibt die Suche nach der Dunkelheit auf. Aber dann findet er seinen toten Sohn und plötzlich spürt er wieder diese Unruhe. Das Kapitel, in dem der Reisende seinen toten Sohn findet, endet mit den Worten "Der Reisende ist wieder unterwegs."


      :flower:
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    • @ gaensebluemche:
      Das Schöne an seinen Büchern ist ja auch immer, dass man viel in die Enden hineininterpretieren kann und so lange darüber nachsinnen kann bis einem der Kopf raucht. Man braucht sich nur den "Du bist zu schnell"-Thread ansehen. :wink:

      Spoiler anzeigen
      Deine Interpretation finde ich auf alle Fälle interessant! :thumleft: Dass Ragnar sterben wird, wird wahrscheinlich wirklich so sein. Mir kam es nur so komisch vor, weil die Fügung so plötzlich kam. Fast so als ob er etwas gesehen oder gespürt hatte und gemerkt hat, dass er nicht davonkommen wird. Allerdings kann ich mir irgendwie kaum vorstellen, dass der Reisende weiterleben wird. Vielleicht will er ja auch sterben (er hat ja jetzt sowieso nichts mehr wofür es sich zu leben lohn), und denkt, durch diese "Vereinigung" der beiden im Tod, entsteht so etwas wie was Neues: Du. Ich denke auch, dass er das Morden noch nicht ganz beendet hatte oder es zumindest nicht wusste und auch gar nicht beurteilen konnte. Es lagen ja vorher zwischen den Morden auch immer viele Jahre dazwischen, in denen er keinen Drang zum Töten hatte und in denen er ein ganz normales Leben geführt hat, bis es ihn wieder wie aus heiterem Himmel erwischt hat.
      Weißt Du, was ich noch komisch und irgendwie auch unangenehm fand: Dass ich den Reisenden irgendwie gemocht habe, trotz der sinnlosen Morde. :uups:


      @ Hirilvorgul: Ich kann es Dir nur weiterempfehlen und würde mich sehr über eine weitere Meinung freuen. :friends:
      :study:
      :study: 2015 gelesen: 38 :study: SUB: 25
    • Kapo schrieb:

      @ Hirilvorgul: Ich kann es Dir nur weiterempfehlen und würde mich sehr über eine weitere Meinung freuen. :friends:
      Die bekommst du auf jeden Fall, aber ein bisschen gedulden wirst du dich noch müssen. :) Ich bin doch gerade im Jahresendspurt-Fieber :P
      Gelesen in 2015: 32 SUB: 222

      "Ich glaube, es würde mir nichts ausmachen, im Fegefeuer zu schmoren, solange es dort eine Leihbücherei gibt." (Stephen King)


    • @ Kapo:

      Spoiler anzeigen
      Irgendwie mochte ich ihn auch! :pale: Ich mochte eigentlich alle! Selbst Marten, der nur eine kleine Rolle spielte, mochte ich sehr!


      Übrigens habe ich gestern mal eine Nachricht an den Autor geschrieben. Mal schauen, ob er sich meldet.

      :flower:
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    • Ein
      mysteriöser Serienkiller mordet scheinbar wahllos in großen Abständen.
      Der Vater eines Mädchens stirbt, sie dröhnt sich mit in seinem Zimmer
      gefundenen Drogen zu und ruft ihre Freundinnen als Unterstützung an. Ihr
      Onkel, der Drogenbesitzer, macht sie für den Tod verantwortlich und
      hetzt die Mädchenclique mit seinem Sohn und seinen Handlangern durch
      Deutschland und Norwegen. Immer wieder verwischen Erinnerungen,
      Gegenwartsschnappschüsse und zufällige Treffen der Protagonisten den
      Ereignisrahmen. Schließlich treffen alle zusammen und die Wahrheit war
      doch ganz anders…

      Ich
      habe fast 200 Seiten gebraucht, um in den Roman hineinzufinden. Diese
      "Du"- Perspektive macht es sehr verwirrend und wirkt nur scheinbar
      distanziert. Jedes Kapitel ist aus Sicht eines Charakters geschrieben
      und durchschnittlich 10-15 Seiten lang. Da jeder Charakter dieselbe
      Situation anders erlebt, mit anderen Erinnerungen verknüpft und sich
      teilweise auch selbst anlügt, weiß man bis zur letzten Seite nicht, was
      wirklich passiert ist und wer wie mit wem verknüpft. Und selbst nach dem
      letzten Satz kann man sich noch nicht sicher sein: Waren alle ehrlich?

      Durch
      den "Du" Stil simuliert Drvenkar Distanz, gleichzeitig ist die
      Perspektive intimer als die reine Ich-Erzählweise, da der Charakter
      quasi gleichzeitig von innen und von außen beleuchtet wird. Zu Beginn
      sehr gewöhnungsbedürftig, machte es den Roman doch zu einem echten
      Leseereignis, der, sobald erstmal ordentlich Fahrt aufgenommen, kaum
      noch aus der Hand zu legen ist. Man muss zwar sehr genau lesen, da eine
      Fülle von Charakteren und Ereignissen angesprochen werden, hat man sich
      aber erst einmal hineingefunden, läuft ein rasantes Kopfkino ab. Nichts
      für zwischendurch, aber für Freunde von intelligenten psychoanalytischen
      Krimis mit ein paar freien Abenden definitiv zu empfehlen!
      2012: 99 Bücher, 41.226 Seiten
      :study: Die Nacht von Shyness
      Hier mein MeinBuch-DeinBuch Regal
    • Gestern habe ich tatsächlich eine Antwort des Autors auf meine Nachricht bekommen:



      liebe martina


      danke für deine mail
      und ganz besonders für deine begeisterung
      ich habe den link gleich an meinen verlag weitergeleitet
      damit die auch sehen
      daß jemand versteht und achtet was sie tun

      gracias

      und ich freu mich schon
      auf deine nächste besprechung


      bye

      zoran


      Ich freu mich! :cheers:

      :flower:
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    • Hier gibt es ein total interessantes Interview mit Zoran Drvenkar. Was für ein sympathischer Mensch! :thumleft:

      :flower:
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    • Hier deine etwas andere Rezi dazu :wink:
      __________________________________________

      Wow, dieses Buch hat dich total angesprochen. Erst einmal war da das Cover, was dich anzuschauen schien, obwohl du beim zweiten hinschauen merktest, dass der Mann nach untern schaut. Dennoch, dieses Cover passt total zu diesem Buch, denkst du, denn es bringt die Atmosphäre der Geschichte gut herüber.

      Die Geschichte ist deiner Meinung nach völlig verrückt. Du hattest im Vorfeld schon die eine oder andere Rezension über diesen Thriller gelesen und warst direkt angetan von dem Reisenden.
      Der Reisende, mit dem die 570seitige Story beginnt, veranstaltet direkt im ersten Kapitel einen Massenmord, der genau nach deinem Geschmack war. Die Brutalität und Kälte der Morde, ließen dich schaudern und begeistert weiter lesen.
      Du merktest, dass viele Personen in dem Buch eine Rolle spielen werden, denn es ging gleich weiter mit verschiedenen jungen Mädchen, welche wohl alle zusammen Freundinnen waren und von denen du erfährst, dass sie „Die süßen Schlampen“ genannt werden. Jede hat ihre eigenen Kapitel, sodass du dich mit jeder intensiv beschäftigen musst. Du wirst gewahrt, dass die fünf unterschiedlicher gar nicht sein können, dennoch halten sie zusammen und gehen im wahrsten Sinne durch dick und dünn.

      Inzwischen musstest du sogar einmal grinsen, weil du im Netz erfahren hast, dass das Buch ursprünglich „Die süßen Schlampen“ heißen sollte. Schnell wird dir aber bewusst, dass „DU“ der perfekte Titel für diesen Roman ist, denn er wird weder in der Er-, noch in der Ich-Perspektive geschrieben, sondern aus der Du-Sicht.
      Dies bedeutet, dass du selbst jeder der vielen Akteure sein wirst und du dich bemühen musst, keine zu verwechseln. Dies fällt dir Anfangs schwer und du hast Mühe, das Buch zu verstehen. Alles ist noch ziemlich unklar für dich, denn die Kapitel sind zwar kurz, aber dadurch folgen sie schnell aufeinander, was dich leicht verwirrt. Oftmals musstest du überlegen, wer noch mal was genau wie sagte und vor allem, wer noch mal welche einen Charakter hatte und wie zuvor gehandelt hat.

      Über die Seiten hinweg ist es dir aber immer einfacher gefallen und nach dem du als jeder der über 10 Hauptakteure 1-2x ein Kapitel gelesen hast, bist du recht sicher in der Handhabung geworden, sodass du die verzwickte Story genießen konntest.
      Dir ist zu diesem Zeitpunkt völlig unklar, wie alle die Handlungsstränge zusammenführen sollen. Für dich haben alle Personenparteien nicht das Geringste miteinander zutun. Doch du irrtest dich! Bald kommst du dahinter, was dein Mord in einem Luxushaus, 5 kg reines Kokain und deine fünf Schlampen miteinander zutun haben.

      Zoran Drvenkars Schreibstil gefällt dir von der ersten Seite an. Du findest, er schreibt „schwer“, aber gut verständlich. Du hast keine Verständnisprobleme, liest aber dennoch ziemlich lange an dem Buch, da es nicht nur storytechnisch einen großen Umfang hat. 570 Seiten voll beschrieben mit deiner Empfindung nach kleiner Schrift, ergeben hier ein massiges Buch mit viel Klasse!
      Spannung, thrill und verrückte Handlungen wechseln sich hier ab und du erlebtest ein Bad der Gefühle. Voller Hingabe und mit großem Interesse liest du Kapitel für Kapitel und Abschnitt für Abschnitt und erfreust dich daran, dass es dir gelungen ist, die Story immer mehr zu verstehen und dir wird klar, was für ein Ausmaß ausgelöst wurde.

      Du bist begeistert von Zoran Drvenkars Ideenreichtum und empfindest die Du-Perspektive als ultimatives Sahnehäubchen des Ganzen.
      Zwischendurch wurde es dir ab und an etwas langatmig und du musstest dich mehr durch das Buch kämpfen, als es zu genießen, doch gegen Ende, als auch noch das letzte Geheimnis um den Reisenden gelüftet wird, bist du restlos von diesem Thriller begeistert.

      Mehr davon, denkst du dir, sodass du auch gleich Zoran Drvenkars „Sorry“ erstehst. An dieser Stelle bist du dankbar, diesen Autor nun auch für dich entdeckt zu haben und kannst dieses Buch als einen Geheimtipp unter den Thriller, die du bereits kennst, bedingungslos weiterempfehlen.


      „Du“ musst Du unbedingt lesen!
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: von :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      Ich :study:gerade
      gelesen 2011:
      102
      Mein Blog
    • DaveAndy, ich finde deine Rezi auch richtig cool! Ist es dir schwer gefallen, sie so zu formulieren?

      EDIT: Ich sehe gerade, dass du schreibst, es sei nicht so einfach gewesen!
      "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
      Hape Kerkeling


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