Bücherwichteln auf BuecherTreff.de

Régis de Sá Moreira - Das geheime Leben der Bücher

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen


    Affiliate-Link

    Das geheime Leben der Bücher

    von

    3.1|34)

    Verlag: Knaur TB

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 176


    ISBN: 9783426635995


    Termin: Dezember 2009

    • Régis de Sá Moreira - Das geheime Leben der Bücher

      Originaltitel: Le Libraire
      aus dem Französischen übersetzt von Anna Krantz
      174 Seiten

      Klappentext:
      Viele wünschen sich, sie könnten von Luft und Liebe leben. Er, der Buchhändler, lebt vom Lesen, denn nur dann hat er das Gefühl, geliebt zu werden. Seine Buchhandlung ist sein Universum, die Bücher sind seine Schützlinge. Und bei jedem Klingeln seiner Türglocke ist er immer wieder bereit, seine frohe Botschaft zu verkünden: Lesen hilft und macht glücklich.

      Der Autor:
      Régis de Sá Moreira, Sohn einer Französin und eines Brasilianers, wurde 1973 geboren. Er ist in Frankreich aufgewachsen und lebt zur Zeit in Paris, wo er als freiberuflicher Autor arbeitet. Das geheime Leben der Bücher ist sein erstes Buch in deutscher Sprache.


      "Aber das Interessanteste an dem Buchhändler war, dass er selbst einem Buch ähnelte. Er sah aus, als habe er einen kartonierten Einband und eine Vielzahl von Seiten im Inneren, auf denen ohne Zweifel und ohne Unterbrechung das Leben des Buchhändlers geschrieben wurde - von den kleinen über die mittleren bis zu den großen Ereignissen. Es war unmöglich zu sagen, wie viel Seiten bereits beschrieben und wie viele noch zu schreiben waren." (S. 31 / 32)
      Der Buchhändler lebt vom Lesen - das kann man wörtlich nehmen. Er isst nichts, er trinkt nur Kräutertee (nach jedem Kunden eine Tasse, die Sorte - von Rosenblättern bis Brennessel - wird durch das Verhalten des Kunden bestimmt), ernährt sich vom Lesen. Er verkauft ausschließlich Bücher, die er selbst gelesen hat, und seine Bücher leben mit ihm. Sie halten mittags wie er ein Schläfchen, sie sprechen mit ihm. Manchmal kommt Gott in seine Buchhandlung, aber er redet nicht. Regelmäßig besuchen ihn Zeugen Jehovas und "die Frage" und "die Traurigkeit". Er denkt oft an die drei Frauen, in ihm in seinem Leben etwas bedeuteten. Er hält seine Buchhandlung Tag und Nacht geöffnet. Ab und zu reißt er Seiten aus einem Buch; diese Seite schickt er einem seiner zehn Brüder und Schwestern, die über die ganze Welt verstreut leben, und bringt die betreffenden Bücher in einem gesonderten Raum unter. Dass er in seiner Buchhandlung auch lebt und schläft, dürfte klar sein.

      Ein Buch so zart wie Seidenstoff, so leicht wie eine Feder, so erwärmend wie ein Frühlingstag. :love:
      - Nein, das bin nicht ich, die hier so lyrisch wird, das ist das Buch, das aus mir spricht! -

      Fazit: Ein Buch für diejenigen, die Lesen nicht nur als Zeitvertreib ansehen, sondern auch ein sinnliches Verhältnis zu ihren Büchern haben.


      1000 :kiss: für meine liebe BT-Freundin, die mich mit diesem Buch überraschte.

      Marie
      Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

      Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)
    • Vielen Dank für die Rezi, Marie. Ich finde ja, Bücher über Bücher oder das Lesen an sich sind viel zu selten. Oder einfach nur schwer zu entdecken. Dieses Buch werde ich mir also auf jeden Fall zulegen und hoffen, dass meine Ausdrucksweise nicht zu sehr ins Lyrische abwandert. ;)
      Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht überwindet, erst dann wird es Frieden geben.
      Jimi Hendrix
    • Vielen Dank für die schöne Rezension! Das hört sich ja wirklich vielsprechend an und wandert auch gleich auf die Wunschliste.
      :study: Aristotle and Date discover the secrets of the universe / Benjamin Alire Sáenz

      Shame isn’t a quiet grey cloud, shame is a drowning man who claws his way on top of you, scratching and tearing your skin, pushing you under the surface.
      - Kirsty Eagar in "Raw Blue" -
    • Tolle Rezi. Ich war von dem Buch genauso hingerissen wie Du, Marie.

      Ich habe eine etwas andere Ausgabe:
      Lesende Grüße
    • Sugar schrieb:

      Dieses Buch werde ich mir also auf jeden Fall zulegen und hoffen, dass meine Ausdrucksweise nicht zu sehr ins Lyrische abwandert.

      Wenn man anschließend ins Prosaische wiederfindet, sollte man sich einen lyrischen Ausrutscher hin und wieder gönnen. :wink:

      funke schrieb:

      ich finde das Cover wirklich, wirklich wunderschön

      Ja, das ist es . Als Poster würde ich es mir sofort an die Wand pinnen.

      Man hat das Buch zwar in 0,nix gelesen, aber die Glückswirkung hält an. Ich freue mich jetzt noch darüber, dass es so etwas Wunderbares auf der Welt gibt wie dieses Buch. Bei mir ist de Sá Moreiras zweites Buch auf der Wunschliste gelandet.
      Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

      Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)
    • Ich habe das Buch 2006 gelesen und weiß leider gar nicht mehr, was genau mir nicht gefallen hat. Das habe ich wahrscheinlich verdrängt. :wink:
      Ich fand es aber damals so schlecht, dass ich es mit einem dicken Minus in meine gelesen-Liste eingetragen habe. Und mit einem Minus bewerte ich wirklich nur ganz selten Bücher. Ich kann auch leider nicht mehr reinblättern, weil ich es verkauft habe.
      Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.
      (Jorge Luis Borges)
    • Marie schrieb:

      @ Padämonium,
      schade, dass du nicht mehr weißt, was dir an dem Buch nicht gefiel. Denn ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, was das sein kann. :scratch:

      Wenn ich mal wieder in der Bibliothek bin, dann schaue ich, ob sie es da haben. Vielleicht kann ich dann mehr berichten.
      Ich habe seit gestern auch echt schon gegrübelt, kann es aber leider nicht mehr fassen. :-k
      Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.
      (Jorge Luis Borges)
    • Jetzt kann ich mitreden:
      "Das geheime Leben der Bücher" ist wirklich etwas Besonderes, ein Buch, das aus dem Rahmen fällt. Es ist so unwirklich, dass es mich mehrmals an die Surrealisten erinnert hat.
      Beim Lesen wäre ich gerne in die Haut des Buchhändlers geschlüpft:
      Wie toll wäre es an manchen Tagen, man könnte nur von Luft, Büchern u Kräutertee leben! Den Tee wähle ich mir auch immer nach Stimmung, nach Kunde ist noch viel besser.
      (Nebenbei: Trinkt er nicht Maiglöckchentee u sind die nicht giftig??)
      Und wer von uns wäre nicht gerne manchmal so rigoros und frei von äußeren Zwängen wie er?
      "Es gibt viele interessante Dinge, die man über Eisberge in Erfahrung bringen kann!" - Ich habe mir fest vorgenommen, diesen Satz in mein Leben einzubauen. Bisher habe ich es aber erst bei Menschen versucht, denen ich von dem Buch erzählt habe u die mich kennen u mögen.
      Der nächste Schritt wäre nun bei einer Konferenz u dann bei Fremden darauf zurückzugreifen!
      Was mich erstaunt hat:
      Für Paare kennt der Buchhändler ja wirklich gar keine Gnade! Die sind der Abschaum.... :scratch:
      "Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst - aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist." Elias Canetti
    • cheriechen schrieb:

      Es ist so unwirklich, dass es mich mehrmals an die Surrealisten erinnert hat.

      Ja, das Buch hat etwas von "Traumlandschaft".

      cheriechen schrieb:

      Trinkt er nicht Maiglöckchentee u sind die nicht giftig?

      Für Dich und mich natürlich. Aber nicht für DIESEN Buchhändler. - Es geht wohl eher um den Duft, der die Buchhandlung durchzieht und einem beim Lesen in die Nase steigt.
      Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

      Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)
    • Okay, dann dürfen die Maiglöckchen dieses Jahr wieder in Ruhe blühen. Im Moment schlafen sie ja unter dem dreifach verfluchten Schnee... :batman: :twisted: :evil:
      Mir fiel heute beim Aufwachen ein, dass mir vor Jahren eine Apothekerin erzählt hat, dass sie 6mal in einer Saison das Gegengift (Antidot?) zu Maiglöckchen rausrücken musste. Die Leute zogen animiert von Lifestyle-Zeitschriften in die Wälder um Bärlauch zu sammeln u dann war bei den botanisch weniger bewanderten Maiglöckchen auf den Tisch gekommen ](*,) .
      Also: Merke! Maiglöckchen ist und bleibt giftig!! Außer in diesem Buch für diesen Buchhändler...

      Jetzt habe ich noch etwas im Kopf, das muss ich gleich mal googeln: Maiglöckchen macht fruchtbar...?! Vielleicht spinne ich aber auch total...

      Oh, tatsächlich! Zumindest so ähnlich: Spermien können Maiglöckchenduft "riechen", das Auflegen von Maiglöckchenduft zur Erfüllung des Kinderwunsches ist allerdings nicht belegt, vielmehr ergeben sich Möglichkeiten zur Empfängnisverhütung :scratch: ..

      @Marie (Irgendwann erklärst du mir bitte mal, wie ich so einen Link hier hinpinnen kann?!? :uups: )

      Was es nicht alles gibt!?
      "Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst - aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist." Elias Canetti
    • Von der Sprache her ist es total einfach zu lesen. Aber es ist manchmal verwirrend. Der normale Alltagsmaßstab zum Verstehen von Zusammenhängen ist nicht anwendbar!
      Das muss man hinnehmen, sonst macht es - denke ich - keinen Spaß!
      "Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst - aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist." Elias Canetti
    Anzeige
    BuecherTreff.de in den Medien