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Johan Theorin - Nebelsturm/ Nattfåk

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    Nebelsturm

    von

    4.6|28)

    Verlag: Piper Taschenbuch

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 464


    ISBN: 9783492263672


    Termin: Februar 2011

    Das Buch ist der 2. Band der Reihe (4 Teile).

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    • Johan Theorin - Nebelsturm/ Nattfåk

      Klappentext:
      Ein kalter, finsterer oktober auf Öland. Nebel und Schneestürme kündigen sich an, niemand sollte sich jetzt im Freien aufhalten. Joakim Westin hat die Abergläubigen der Insel nicht um Rat gefragt und ist mit seiner Familie auf dem prachtvollen Hof Aludden im Nordosten Ölands eingezogen. Aus dem Holz eines alten Schiffswracks ist das Anwesen errichtet worden. Man sagt, die Männer, die damals den Leuchtturm und den Hof bauten, haben die Schreie der ertrinkenden Seeleute nie vergessen können.
      Auf der Innenseite der alten Scheune stehen noch immer die Namen der Toten eingeritzt, deren Flüstern man in den Wänden hören kann, und all seinen Bewohnern hat dieser Ort nur Kummer gebracht. Als Joakim dann die schreckliche Nachricht erreicht, ist er noch in Stockholm: Man habe die Leiche seiner Tochter Livia gefunden, ertrunken. Doch diese Meldung stellt sich als tragischer Irrtum heraus.
      Die junge Polizistin Tilda Davidsson wird mit dem Fall betraut. Was hat es auf sich mit dem Unglück auf Aludden?
      Und welche Rolle spielt dabei Joakims Schwester, zu der er längst den Kontakt abgebrochen hat?

      Der Autor:
      Johan Theorin, 1963 in Göteborg geboren, verbringt seine Sommer auf der Insel Öland, deren mythische Landschaft ihn zu dieser Geschichte anregte. »Öland« ist der erste Kriminalroman eines geplanten »Öland-Quartetts«, dessen Teile sich jeweils einer Jahreszeit widmen werden. Auf »Öland«, der im Herbst spielt, erhielt Johan Theorin euphorische Reaktionen: Der Kultkrimi wird derzeit in dreizehn Sprachen übersetzt, die internationalen Filmrechte sind verkauft. (Quelle: amazon)

      Meine Meinung:
      "Jeden Winter versammeln sich die Toten, um Weihnachten zu feiern. Einmal jedoch geschah es, dass sie von einem unverheirateten Weib gestört wurden. Ihre Uhr war stehen geblieben, daher stand sie zu früh auf und machte sich mitten in der Weihnacht auf den Weg zur Kirche. Aus der Kapelle drang Stimmengewirr, als würde ein Gottesdienst abgehalten werden, und der Kirchenraum war voller Menschen. Da entdeckte das alte Weib in der Menge ihren Verlobten aus jungen Tagen. Er war vor vielen Jahren ertrunken, aber dort saß er zusammen mit anderen auf der Kirchbank."
      Schwedische Volkssage aus dem 19. Jahrhundert
      (S. 5 des Buches)

      Joakim Westin ist mit seiner Frau Katrine und den beiden Kindern Livia und Gabriel auf den einsam gelegenen Hof Aludden gezogen. Sie kaufen gerne alte Objekte und renovieren sie dann.
      Anfangs muss Joakim regelmässig noch nach Stockholm, wo sie früher in einem behaglichen Haus gewohnt haben.
      Währenddessen fängt Katrine an, den Hof zu renovieren und kommt hinter das Geheimnis von Aludden. Aber bevor sie davon berichten kann, passiert etwas Schreckliches.

      Der Roman beginnt 1846 mit dem Bau des Hofes, die wichtigste Handlung um Joakim Westin spielt in den Monaten Oktober bis Dezember 1996. Zu der Zeit treibt eine Einbruchsbande ihr Unwesen: sie suchen verlassene Höfe auf und rauben sie aus.
      Erzählt wird auch von der düsteren Vergangenheit des Hofes und den mysteriösen Todesfällen, die sich hier ereignet haben. Dabei sind Mirja Rambe, die Mutter von Katrine und Gerlof behilflich.
      Aber auch in der Gegenwart besteht das Unheimliche: Livia glaubt Stimmen von Toten zu hören.

      Wie auch schon in seinem Debütroman "Öland" schafft Theorin auch in "Nebelsturm" eine Atmosphäre zu schaffen, die spannend und durchaus auch unheimlich ist.
      Man darf mit "Nebelsturm" keinen typischen Krimi erwarten - die Spannung liegt eher in der Atmosphäre und ist auch eine Mischung aus Familiengeschichte, Geistergeschichte und Kriminalroman.

      "Nebelsturm" wurde von der Schwedischen Krimiakademie als bester Kriminalroman des Jahres 2008 ausgezeichnet.
      Jeder trägt die Vergangenheit in sich eingeschlossen wie die Seiten eines Buches, das er auswendig kennt und von dem seine Freunde nur den Titel lesen können. (Virginia Woolf)

      :montag: Sonia Heiss - Rimini
    • Das war ein toller Tipp! :thumleft: Aufgrund der Rezis hier im Forum habe ich die beiden ersten Romane des Jahreszeitenzyklus von Johan Theorin, von dem ich vorher noch nie gehört hatte, gelesen und bin begeistert. Dieser Autor ist für mich wohl die Neuentdeckung des Jahres.
      "Nebelsturm" ist eine gelungene Mischung aus Krimi, Geister- und Familiengeschichte. Auch die zeitversetzten Erzählungen über die Geschichte von Åludden haben mir sehr gefallen. Die Atmosphäre ist einmalig. Ein wirklich außergewöhnliches Buch, das zu Recht den Preis als bester schwedischer Kriminalroman 2008 bekommen hat!

      Ein klarer Fall für :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :thumleft:
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
    • Conor schrieb:

      Es ist nicht zwingend, "Öland" gelesen zu haben, um "Nebelsturm" zu verstehen.


      Das stimmt. Trotzdem fand ich es angenehm, "Öland" vorher gelesen zu haben. Sonst hätte ich Gerlof vielleicht schlechter einordnen können. Deshalb würde ich dafür plädieren, erst "Öland" und dann "Nebelsturm" zu lesen, wenn man die Möglichkeit hat.
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
    • Das freut mich, dass dir die beiden Bücher von Theorin gefallen haben, Enigma! :)
      Und natürlich hast du auch recht damit, dass - wenn man die Möglichkeit hat - "Öland" vorher gelesen werden sollte.

      Jetzt bin ich auf die beiden Folgebände gespannt und hoffe, sie fallen ebenso gut aus. Quelle:

      Liebe Grüße
      Jeder trägt die Vergangenheit in sich eingeschlossen wie die Seiten eines Buches, das er auswendig kennt und von dem seine Freunde nur den Titel lesen können. (Virginia Woolf)

      :montag: Sonia Heiss - Rimini
    • Jetzt habe ich alle drei Bücher von Theorin gelesen. Nicht in der offiziell richtigen Reihenfolge, aber in der richtigen Reihenfolge für mich. Denn "Nebelsturm" gefällt mir am besten.

      Großartig, wie Theorin die düstere Atmosphäre eines kalten, dunklen skandinavischen Winters schildert. Auch wenn ich paranormale Erscheinungen, die sich nicht real erklären lassen, im Allgemeinen nicht mag: Hier passen sie.
      Auch wie der Autor die einzelnen Fäden (die Vergangenheit, Joakims Geschichte und die Einbruchserie) zusammenfasst, ist sehr gelungen. Vor allem, weil die Verknüpfung und der gemeinsame Höhepunkt in der Nebelsturm-Nacht nicht gewaltsam konstruiert erscheinen, sondern sich glaubhaft und logisch aus den vorangegangenen Handlungen ergibt.

      Für €nigma war der Autor DIE Neuentdeckung im Jahr 2010. Bei mir dauerte es ein Jahr länger.
      Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

      Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)
    • Hi Conor,

      danke für die Rezension,
      Wiedermal super geschrieben, auch mit dem zitat :thumleft:

      Habe das Buch auch gleich auf meine Wunschliste gesetzt :wink:
      Auch Öland und den 3. Teile werde ich auf die Wunschliste setzen :loool:

      So, dann kann der April kommen, dann habe ich nämlich Geburtstag, und ich bekomm nur Bücher,
      da ich nichts anderes will, bringt eh alles nix und von Büchern kann ich nie genug haben.... :study:

      In dem Sinne, besten Dank
      Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.
      Abraham Lincoln, 16. US Präsident
    • €nigma schrieb:


      Das stimmt. Trotzdem fand ich es angenehm, "Öland" vorher gelesen zu haben. Sonst hätte ich Gerlof vielleicht schlechter einordnen können.
      Ich bin ganz aus den Wolken gefallen als Gerlof wieder aufgetaucht ist. Ich dachte, dass Theorins Bücher, die auf Öland spielen, nur lose einzelne Geschichen sind, die aber rein gar nichts miteinander zu tun haben. Dass dieser tolle, einerseits tiefsinnige, andererseits recht einfach gestrickte Mensch wieder aufgetaucht ist, hat mich riesig gefreut. Und wie ich aus der Leseprobe zu "Blutstein" entnommen habe, taucht er auch dort wieder auf. :cheers:

      "Öland" war schon ein richtig toller Krimi, aber dass der Autor sich mit dem Nachfolger noch übertrifft, hätte ich nicht gedacht. Und dabei begann es noch recht verhalten und ich musste mich erst an die Familie Westin gewöhnen. Aber ab dem Unglück wurde das Buch einfach großartig und hat eine Atmosphäre erzeugt, die seinesgleichen sucht. Zudem habe ich Joakim und vor allem auch seine Kinder sehr ins Herz geschlossen. Die Kapitel, die über die vielen Unglücksfälle aus der Vergangenheit berichten, die mit dem Anwesen Aludden verbunden sind, waren ebenfalls toll zu lesen und eine sehr gute Idee um die gruselige Atmosphäre noch stärker zu betonen. Es waren wirklich sehr schaurige Momente dabei, alles auf sehr subtile Art und Weise. Das Buch wurde aber nie zu einem reinen Gruselroman, sondern eine gute Mischung aus mehreren Genres, die Conor in ihrer Rezension schon sehr treffend genannt hat.
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      :study: Greg F. Gifune - Teufelsatem
      :study: 2017 gelesen: 51 :study: SUB: 301
    • Theorins erstes Buch Öland wurde als Geisterbuch angekündigt - zu Unrecht wie man beim Lesen feststellen musste. Doch dafür passt Nebelsturm, sein zweites Werk, unter diese Rubrik. Wobei man hinzufügen muss: auch in diese Rubrik. Denn es ist zugleich ebenso ein Krimi wie eine Familiengeschichte.
      Joakim Westin zieht mit seiner Familie nach Öland in einen alten renovierungsbedürftigen Hof, um den sich viele Geschichten ranken. Doch bald nach ihrem Einzug stirbt ein Mitglied der Familie und Joakim ist im Gegensatz zur Polizei davon überzeugt, dass es kein Unfall war. Er beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Die Geschichte des Hofes, die ein grausames Geheimnis verbirgt, beginnt sich immer mehr mit dem seiner Familie zu verspinnen...
      Theorin beschreibt glänzend die unheimliche Atmosphäre des Hofes, auf dem scheinbar mehr als die real existierenden Personen leben. Dazu die gespenstische Stimmung Ölands im Winter - schnell ist man versucht, auch an Geister zu glauben. Doch was mich am meisten begeisterte, ist seine Fähigkeit, trotz aller mysteriösen Umstände (und derer gibt es mehr als genug) für (fast) alles eine durchaus rationale Erklärung zu haben, so dass sich der 'moderne, rationale' Verstand nicht mit solchem 'Unsinn' wie Gespenstern herumschlagen muss. Und trotzdem - ein Rest Zweifel bleibt, der sich gerade deshalb nicht so schnell vertreiben lässt.
      Spannend, gruselig, aufregend - einfach klasse!
      :study: Evangelio von Feridun Zaimoglu
      :musik: QUALITYLAND von Marc-Uwe Kling
    • Mit den Jahren werde ich offenbar immer wählerischer (Ihr werdet sagen: mäkeliger), denn meine Begeisterung über diesen allgemein beliebten Krimi hält sich in Grenzen. Nicht nur, dass es einen viel zu plumpen Hinweis auf den Mörder gibt, ist dessen Motiv doch sehr an den Haaren herbeigezogen und auch das Verhalten des Opfers erscheint mir wenig plausibel. Um den dünnen Fall aufzupeppen, muss dann natürlich mal wieder die "Atmosphäre" herhalten. Die wird in skandinavischen Krimis vor allem durch das Wetter erzeugt, vorzugsweise durch Schnee und Graupelschauer, denn nichts macht einen Mord gemütlicher als ungemütliches Klima. Hier sind es nun gar Nebelstürme, mit denen einem der Autor von Anfang an so penetrant in den Ohren liegt, dass man praktisch schon auf Seite drei weiß, es muss zum großen Finale mit Nebelsturm kommen. Das ist dann auch die einzige einleuchtende Erklärung, warum am Schluss tatsächlich alle Akteure ohne zwingende Notwendigkeit umeinander hampeln, wo doch ihre verschiedenen Unternehmungen durch das gefährliche Wetter nicht etwa erleichtert, sondern im Gegenteil erheblich erschwert werden.
      Zusätzlich zum Wetter sollen auch noch Gespenster Stimmung in die Bude bringen. In modernen Romanen kann ich so etwas eigentlich nur in Form einer Parabel oder Satire ertragen, zumindest aber muss sich der Spuk zeitgemäß geben, wie etwa in den Stephen King-Büchern. Aber murmelnde Stimmen, knarrende Dielen, ein Schiffsbalken mit den eingeschnitzten Namen ertrunkener Seeleute, Kirchenbänke und Kapellen, das sind doch alles ganz alte Hüte. Dann erzählt auch noch Gerlof irgendeinen Blödsinn von einer Geistererscheinung, was bei ihm, wie aus der angehängten Leseprobe des folgenden Romans hervorgeht, genetisch bedingt ist, denn schon Mutti und Vati Gerlof hatten eine feine Witterung für das Übersinnliche, vor allem wenn es galt, Todesfälle voraus zu ahnen. Gar nicht nachvollziehen kann ich die Szene am Grab gegen Ende des Buchs. Da kippt die unheimliche Atmosphäre für einen Moment in blanken Horror um, was überhaupt nicht zu der bisherigen Geschichte passt.

      Die polizeilichen Ermittlungen in modernen Krimis scheinen auch immer mehr die Aufgabe zu haben, den Verbrechern ihre Arbeit nach Kräften zu erleichtern.

      Spoiler anzeigen
      Als Tilda die Zulassungsnummer eines verdächtigen Lieferwagens überprüfen lässt, stellt sich heraus, dass er seit Monaten stillgelegt ist und den Schriftzug einer nicht existenten Firma trägt. Trotzdem erfolgt kein Zugriff, was mit ziemlicher Sicherheit zwei Tote und zwei Verletzte verhindert hätte.
      Beim großen Finale wird nicht nur einer der brutalen Einbrecher, an einem Heizkörper gefesselt, ohne polizeiliche Bewachung in dem abgelegenen Haus zurückgelassen, wo sich immerhin zwei kleine Kinder aufhalten, auch die Tatsache, dass draußen noch ein Mörder herumschleicht, scheint niemanden auch nur im Geringsten zu interessieren.
      Völlig idiotisch ist es auch, dass Joakim den Dieb am nächsten Morgen losbindet, weil er so harmlos wirkt (obwohl er in der Nacht zuvor um ein Haar die ganze Scheune abgefackelt hätte), und ihn dann noch allein mit seinen Kindern fernsehen lässt, während er draußen den Platz für den Hubschrauber freischaufelt.

      Ich habe den Eindruck, dass die moderne Kriminalliteratur in der Krise steckt. In den letzten Jahren habe ich nur selten einen halbwegs überzeugenden Krimi gelesen, dafür immer mehr abstruse Geschichten, in denen die Mordmotive und psychologischen Zusammenhänge oft nur noch sehr vage beschrieben sind. Statt sich krampfhaft irgendwas Originelles auszudenken, sollten sich die Autoren meiner Meinung nach wieder etwas mehr an die Realität halten: an die altbewährten Mordmotive (denn es sind doch immer wieder die gleichen Gründe, aus denen Menschen morden), an eine nachvollziehbare Psychologie, an die Beschreibung einer Polizeiarbeit, die nicht nur von absoluten Deppen ausgeführt wird. Aber vielleicht bin ich ja einfach nur krimimüde. :(

      Gruß
      mofre
      :study: Ich lese gerade

      "What on earth could be more luxurious than a sofa, a book and a cup of coffee?" (Anthony Trollope)
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