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Blog?

    • Ich weiss wen du meinst. Sie lebt aber weniger vom Bloggen, mehr von ihren Bücherempfehlungsabenden in Bibliotheken. Sie war wohl jahrelang eine von zwei CH-Buchbloggerinnen (eine deckt die "hohe" Literatur ab, die andere den Fantasybereich), mittlerweile sind wir etwa zwei Handvoll Buchblogger, zumindest in der Deutschschweiz, ob es in der Romandie oder im Tessin welche gibt weiss ich nicht. In Deutschland gibts ca. 1300 Buchblogs (2000 dünken mich zuviel, aber das kann schon sein, kommen ja immer mehr dazu, aber es gibt auch immer welche die aufhören), das sind schon recht viel verglichen mit unsren knapp zehn Blogs :wink:

      Den CH-Verlagen waren Buchblogger auch eher unbekannt, ausser Diogenes war schon lange aktiv diesbezüglich. Wir Schweizer sind eher zurückhaltend, egal ob Verlage oder Blogger ;-) Doch letztes Jahr gabs in Frankfurt ein Schweizer Frühstück, wo sich die Verlage vorgestellt haben, damit die deutsche Bloggerwelt unsere Verlage kennenlernt, die eher klein und auf ein oder wenige Themen spezialisiert sind. Das Feedback von beiden Seiten war nach der Veranstaltung positiv. Auch hatte ich im Laufe der Messe noch Gespräche mit zwei CH-Verlagen, die nicht dabei waren (sich nicht getraut haben), die sich das für die Zukunft überlegen. Ob es dieses Jahr auch sowas gibt, weiss ich noch nicht, kann es aber nur empfehlen. Oder sonst die Verlage direkt ansprechen.

      Ja, ich frage manchmal auch bei Schweizer Verlagen an, aber eher selten, da alle ihre Nische haben und ich davon eher wenig lese ausser Diogenes und Unionsverlag. Der Kontakt ist aber immer nett und zuvorkommend und offen.

      Was war das denn für ein Journalist? Wieder einer der Angst um sein Feuilleton hatte oder ein neutraler Schreiber?
    • talisha schrieb:


      Was war das denn für ein Journalist? Wieder einer der Angst um sein Feuilleton hatte oder ein neutraler Schreiber?
      Das war ein Journalist einer großen Zeitung, mit dem ich auf der Buchmesse sprechen konnte. Leider komme ich nicht auf den Namen mehr. Er war sehr interessiert, hat sich das angeschaut und analysiert. Ihm haben die Beweggründe interessiert. Wer schreibt, warum, über welche Art von Literatur? Steht da vielleicht ein Germanistik- oder Journalistikstudium dahinter oder eine Tätigkeit im Literaturbetrieb oder so? Welche Bücher werden besprochen, in welcher Qualität?

      Er hat nur gemeint, dass es da sehr große Unterschiede gibt, schon in der Qualität des Internetauftrittes aber auch im Schreibstil. Von den büchern meint er, dass er auch erst negativ über das Bloggen dachte, aber inzwischen davon ausginge, dass man sich gegenseitig nichts wegnimmt, da unterschiedliches Lese-Publikum und meist unterschiedliche Genre besprochen werden. Fantasy und Jugendbücher z.B, kommen im Feuilleton nur sehr marginal vor, wenn#s keine Klassiker sind. Er hat aber auch mit Augenzwinkern gemeint, dass selbst Journalisten ihren Blättern mit eigenen Blogs Konkurrenz machen und die Anzahl der Blogs ist auch nicht gerade klein.

      Der Journalist hat sich dann noch über mein blog erkundigt, der damals ganz am Anfang stand und hat mir Tipps gegeben. Er war also recht aufgeschlossen.

      Ich glaube, die "Angst" vieler Journalisten beruht daher, dass wir auf den Messen einfach mal unter der Bezeichnung "Presse" laufen, die ja Oberbegriff für alles ist, was redaktionelle werke sind. Dazu, dass es eben ein großes Qualitätsgefälle gibt und es manchen einfach reicht, dass Cover in die Kamera zu halten und zu beschreiben, wie schön das ist. Und der schon eben angesprochene Interentauftritt, der bei einigen immer noch so aussieht, wie zu Anfangszeiten des Internets. Kaum lesbare Schriftfarbe, auf quietschbunten Hintergrund. Solche Blogs, die Augenkrebs verursachen, lese ich aber auch nicht.

      Man muss aber auch sagen, dass die Anzahl der Leser von Internetartikeln steigt, während die Umsätze der Zeitungen stetig rückläufig sind. Vielleicht liegt darin ja auch diese Angst.
      Wütende Artikel über uns "Möchtegernkritiker", habe ich auch schon gelesen. Es scheint aber auch im journalistischen Bereich immer mehr Menscvhen zu geben, die das phänomen mit positiven Interesse betrachten.
      Zumindest mein Eindruck von den Buchmessen.

      A pro pos, Verlage. Ich fand das letztes Mal so witzig, als ein Mitarbeiter eines kleinen Verlages gesagt hat, ihn wäre das Bloggen völlig unbekannt gewesen und er wäre völlig überrollt wurden von dem Interesse an seinen Büchern. Mehr Blogger als Fachbesucher, wie etwa Bibliotheksmitarbeiter. Er müssen sich das nächste Mal anders vorbereiten. :lol:
    • @findo: Ganz lieben Dank dafür!

      Ich muss meinen Blogroll auch anders einstellen. Ich habe den noch nicht so lange und im Moment nur wenige Blogs drinnen. Da habe ich die letzten beiden Wochen schon gemerkt, das ich deswegen nur bei denen vorbei schaue, weil es so bequem ist, auf den Link zu klicken. Man kann da wohl ein "weiterlesen" Button drunter machen. Das habe ich zumindest auf einem Blog gesehen, die muss ich mal fragen.

      Danke auch für den interessanten post zu dem Journalisten!
      Ja, so negative Artikel über Buchblogger habe ich auchs chon gelesen. Gerade von der Welt gab es da mehrer. Aber das sehe ich gelassen und denke auch, dass es so wohl Angst als vielleicht auch Neid ist. Denn wenn jemand Bücher liebt, kann er eigentlich nicht ernsthaft was dagegen haben, dass sie unter die Leute kommen. Und was solls, dass nicht jeder höhere Literatur liest. Hauptsache die Leute lesen überhaupt.
      Hat der Journalist gesagt, aus welchen Gründen die Leute bloggen? Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass es immer so unschuldig ist, wie viele sagen. Dieses "ich will nur mein Hobby teilen und schreib so gerne Rezensionen".

      Habt Ihr schon mal Geld für einen Artikel bekommen? Also was Du oben schreibst, dass Die Buchbloggerin davon leben kann?

      Ja, es gibt wirklich unglaublich unterschiedliche Blogs. Ich mag die bunten auch nicht.
      Spoiler anzeigen
      Und meine Freundin hat so einen. Aber sie findet es toll.

      Allerdings nervt es mich noch mehr, wenn es eine mieße Rezension ist. Im Sinne von nichts-sagend bis spoilernd.
      ->zu meinem Bücherblog Hundertmorgenwald


    • Die angesprochene Schweizerin lebt eher von den Lesungen, die sie in Bibliotheken hält, das stimmt schon, aber sonst habe ich noch niemanden getroffen, die davon leben können. Die Booktuberin Sara Bow kann davon leben, weil sie Kosmetik/Mode und Bücher Videos macht, aber eben Videos. Zusätzlich managt sie aber auch andere Blogger und lebt praktisch davon. Da dei Bücher oft nicht mein Genre sind, kann ich nicht beurteilen, wie oberflächlich oder tiefgründig das ist.

      Ich denke, einige bloggen auch wegen der kostenfreien Rezensionsexemplare. Wird keiner sagen, aber mir wäre das zu einfach. Ich kaufe mir Bücher, die ich nicht frei bekomme, so oder so.

      Die meisten Journalisten sehen eben, aufgrund sinkender Auflagen, ihre Felle wegschwimmen.

      Ich weiß zumindest, warum ich blogge und das reicht mir schon.
    • Mal sehen, wie viel die Verlage von der Buchmesse in Frankfurt aufzuarbeiten haben. Da treiben sich ja viele Blogger herum.
      Ich habe gerade eine ganze Menge Rezensionsexemplare angefragt. C.H.Beck konnte ich mir noch verkneifen, von dem hatte ich erst welche bekommen.
      Das geht nicht sofort nochmal.
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