Jan Costin Wagner - Nachtfahrt


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    Nachtfahrt

    von

    2|2)

    Verlag: Bastei Entertainment

    Bindung: Kindle Edition


    eISBN: 9783838748115


    Termin: September 2013

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      habe ich mir nun auch die "Nachtfahrt" besorgt und ich muss sagen, ich bin bitter enttäuscht, zumal dieses Werk auch noch den Philip-Marlowe-Preis gewonnen hat.

      Es geht um einen Möchtegern-Schriftsteller, der nach Cap Ferret an die Atlantikküste ("ans Ende der Welt") flüchtet, weil er seinen Verleger umgebracht hat, der seinen Roman zerrissen hat und weil er, auf Vermittlung seines Verlegers in Frankreich eine Biographie eines Schauspielers schreiben soll.

      Er fühlt sich als Gott, (deshalb auch die Aufteilung des Buches in 7 Tage) als unantastbar, was auch noch dadurch bestärkt wird, dass er im Casino mit 2 Spielen gleich 190000 Francs gewinnt.

      Man weiß also, dass er der Mörder ist, man weiß, dass er noch jemanden umbringen wird. Wagner versucht irgendwie ein Psychogramm zu erstellen, was ihm gründlich misslingt, dass kann z.B. Rendell weitaus besser.

      Was zudem noch stört, ist das "Falschdeutsch", ich dachte zunächst, das sei ein Stilmittel, um ihn als unfähigen Schriftsteller darzustellen, aber es taucht manchmal auf, manchmal aber nicht. Wenn ein Roman schon mit zwei grammatisch falschen Sätzen beginnt , kriege ich die Krise.

      Anderen hat er wohl gefallen, mir auf jeden Fall nicht.
    • Klappentext:
      Ein junger, freundlich lächelnder Mann steigt in einem Hotel in einem noblen französischen Badeort ab. Er soll die Biograühie des alternden Schauspielstars Fraikin schreiben, der ihn seit Stunden in seiner nahegelegenen Villa erwartet. Doch Mark Cramer hat es nicht eilig; mit provozierender Ruhe genießt er die wärmenden Sonnenstahlen am Strand, bevor er am Abend bei einem Besuch im Casino sein letztes Geld am Roulettetisch riskiert - ohne erkennbare Regung ein Vermögen gewinnt.
      Mark Cramer ist gelangweilt - von sich, von seinem Leben, von seinem Auftraggeber. Mit seismographischer Genauigkeit registriert er von der ersten Begegnung an die Schwächen und Eitelkeiten Fraikins. lotet mit punktgenauem psychologischem Spürsinn die Brüche und Verwerfungen von dessen Charakter und Leben aus. Mit kaltem Zynismus protokolliert er den Niedergang des Schauspielers und führt ihn mit der Emotionslosigkeit eines Experimentators zu seinem folgerichtigen Ende.


      Das klingt nicht unbedingt nach Krimi (und eigentlich hatte ich das Buch von meinem Bücherei-SuB geholt, weil ich keine Lust auf einen Krimi hatte).
      Es ist kein Krimi im Sinne von "Mord - Suche nach Mörder und Motiv - Mörder und Motiv gefunden", sondern, wie morse schon schrieb, das Psychogramm eines Mörders, verfasst in der Ich-Form. Das Kunststück der Protagonist = Mörder-Krimis ist es, den Leser auf die Seite des Mörders zu ziehen und ihn hoffen zu lassen, dass das Verbrechen gelingt. Kein neues Verfahren also.

      Aber ein misslungenes. Mark Cramer ist ein Ekelpaket, durch und durch verlogen, zynisch und selbstsüchtig; auf grobe Art macht er sich an Fraikins Ehefrau heran, mimt den interessierten Jouralisten und Freund und hat doch nichts als Verachtung für den alten Schauspieler und die Liebe seiner Frau übrig. Er hat schon gemordet, und er will es wieder tun.
      Der Ich-Erzähler schildert seine widerwärtige Geschichte von der Planung und Ausführung eines Mordes, die bevölkert wird von zumeist unsympathischen Figuren. Er macht keinen Entwicklungsprozess, keine Veränderung durch, hat auf der letzten Seite noch denselben Schlag an der Waffel wie auf der ersten. Seine Beweggründe sind im Endeffekt nicht durchschaubar.

      Jan Costin Wagner ist ein erstaunliches Debüt über die Vergeblichkeit des Selbstbetrugs, die vernichtende Ehrlichkeit der Lüge und die tödliche Freiheit emotionaler Kälte gelungen, ein Debüt, dessen luzide, nervöse Bösartigkeit den Leser vom ersten Satz an in den Bann schlägt, heißt es bei Amazon. Phrasen, die schlau klingen, aber leer und sinnlos sind.
      Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)
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