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Lew N. Tolstoi - Anna Karenina

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    • So, nun bin ich auch fertig. :)

      Ich muss sagen, ein tolles Buch. Die Art wie Tolstoi selbst die feinsten Nuancen menschlicher Empfindung in Worte kleidet, die sich so ungezwungen lesen als ob man sich keine andere Formulierung haette vorstellen koennen, finde ich sehr bewundernswert. Und nebenbei bekommt man noch ein huebsches Bild vom Russland des neunzehnten Jahrhunderts mit.

      Fuenf Sterne!

      P.S.:
      Original von Susannah
      Nicht wahr? Es müßte doch wengistens angeführt sein, dass es sich um eine gekürzte Ausgabe handelt!! :evil:

      Dazu habe ich an anderer Stelle einen kleinen Vergleich angestellt. :mrgreen:

      Gruesse,
      busfahrer
      zuletzt gelesen: "The Great Gatsby" von F. Scott Fitzgerald
      aktuell: "Die Brüder Karamasow" von Fjodor M. Dostojewskij
    • Puh, was für ein Wälzer. Ich habe die unten angezeigte Ausgabe gelesen, die immerhin 1205 Seiten hat und zwar portionsweise - immer 100 seiten zwischen zwei anderen Büchern und einem Kapitel von "Die Reise nach Westen".

      Ich bin schlichtweg begeistert. Das Buch hat ein erstaunliches thematisches und psychologisches Spektrum - besonders, wenn man die Zeit bedenkt, in der es geschrieben wurde - und die Gegenüberstellung der Charaktere Anna und Lewin ist überaus gelungen. Dass Lewin als Spiegel von Tolstoj selbst gedacht gewesen ist fand ich interessant und gerade seine Überlegungen gegen Ende des Romans zeigen seine Entwicklung im Laufe der Geschichte sehr deutlich auf. Und auch sprachlich ist es ein überaus überzeugendes Buch gewesen.

      Zum immer wieder bemühten Vergleich zwischen Effi Briest und diesem Roman kann ich nur sagen, dass Fontanes Titel eindeutig nicht in der gleichen Liga spielt wie "Anna Karenina". [-( Deswegen würde ich Letzteren immer wieder empfehlen.
      Mehr Bücher finden sich auf Sandammeer und Lesezeit hier. Manches produzieren wir sogar selbst: Kegelberge.
      Hilfe, die ankommen soll geht an Ärzte ohne Grenzen.
    • K.-G. Beck-Ewe schrieb:


      Zum immer wieder bemühten Vergleich zwischen Effi Briest und diesem Roman kann ich nur sagen, dass Fontanes Titel eindeutig nicht in der gleichen Liga spielt wie "Anna Karenina". [-( Deswegen würde ich Letzteren immer wieder empfehlen.


      Du musst allerdings zu diesem Vergleich noch "Madame Bovary" hinzu rechnen, und der Vergleich aller drei Romane bezieht sich ja nicht auf die Qualität der Werke, sondern schlichtweg um Ehebrecherinnen, die kein gutes Ende nehmen :P Wenn es nur um die Qualität ginge, dann hast du natürlich Recht, da kann Fontane nicht mithalten.
      Liebe Grüße Euer Krümel

      Gedankenwelten
    • Na, da muss ich aber was hören... Meint ihr wirklich? Ich war begeistert von Fontanes Effi Briest.
      Würde dann Amma Karenina etwa zu den wichtigsten Büchern meiner Lesekarriere gehören? Da bin ich zugegeben gespannt... Ich habe mich bisher noch nicht rangetraut.
      Aber es reizt mich wirklich sehr. Allein die Ausgaben, da gibt es so schöne. Das würde meiner Sammlung wirklich nicht schaden. :lol:
      in another way, from another point of view...
    • Ich habs gerade im Urlaub gelesen und mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Ich hab auch gezögert, aber ich hab bis zum Schluß durchgehalten und man kann es stellenweise nur schwer aus der Hand legen. Nur am Schluß fand ichs ein ganz kleines bisschen zu sehr unnötig in die Länge gezogen. Aber ich bin froh das ich mich drübergetraut habe.
      Nur die anderen Büchr, die ich mithatte im Urlaub sind etwas zu kurz gekommen. ;)
    • Ich bin soeben mit dem Roman fertig geworden und bin noch ganz in dieser anderen Welt versunken. :drunken:
      Anfangs habe ich es nur stückchenweise gelesen und kam so nur zögernd in die Geschichte rein und konnte die verschiedenen Charaktere mit deren Handlungen nur teilweise folgen und verstehen. Doch nach und nach fand ich mich sehr gut in diesem Roman zurecht und konnte es die letzten Tage nur schwer aus der Hand legen.Die Hauptprotagonistin Anna Karenina war mir erst mal sehr lange eine suspekte Person, doch nachdem in der zweiten Hälfte des Buches mehr auf sie eingegangen wurde, konnte ich ihr Wesen mit ihren quälenden Gedankengängen sehr nachvollziehen und empfand sehr viel Mitleid für ihr tragische Leben.
      Viele Kapitel, in denen Lewin oder besonders die liebenswerte Kitty auftreten, empfand ich als sehr angenehm, aufheiternd und herzlich zu lesen, wogegen es auch andere Kapitel gab, durch die ich mich eher quälen mußte.(Landwirtschaft, Politik)
      Doch wird mir dieses Buch mit Begeisterung im Gedächtnis haften bleiben und ich werde es sehr gerne weiterempfehlen. :)
      "Neue Bücher rochen nach Druckerschwärze, nach Leim, nach Erwartungen. Alte Bücher dufteten nach Abenteuern, ihren eigenen und jenen, von denen sie erzählten. Und gute Bücher verströmten ein Aroma, in dem das alles steckte, und dazu noch ein Hauch von Magie."
      Kai Meyer


    • Anna Karenina ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher! Ich war total gefangen in ihrer Gefühlswelt und Tolstois Schreibstil war einfach nur schön...
      Ich habe damals Effi Briest, Madame Bovary unf Effi Briest direkt nacheinander gelesen, was im Nachhinein ein Fehler war, da die beiden anderen Bücher im direkten Vergleich doch hinter diesem hier zurückbleiben (so gut sie auch, jedes für sich genommen, sein mögen.

      Was mir an dem Buch nicht so gefallen hat, waren diese ellenlangen Auslassungen Lewins über Landwirtschaft und Politik. Es gibt wohl eine gekürzte Fassung des Buches, wo genau dies rausgeschnitten wurde. Sollte ich es nochmals lesen, werde ich mir diese Ausgabe zulegen.

      Insgesamt jedoch ein absolut lesenswertes Buch, dem ich auch fünf Sterne geben würde.
    • Effi schrieb:

      Was mir an dem Buch nicht so gefallen hat, waren diese ellenlangen Auslassungen Lewins über Landwirtschaft und Politik.


      So etwas nervt mich auch. Da wäre die gekürzte Ausgabe auch eher etwas für mich.
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
    • €nigma schrieb:

      Was mir an dem Buch nicht so gefallen hat, waren diese ellenlangen Auslassungen Lewins über Landwirtschaft und Politik.

      €nigma schrieb:

      So etwas nervt mich auch. Da wäre die gekürzte Ausgabe auch eher etwas für mich.
      Ach, hätte ich vorher davon gewußt, hätte ich wahrscheinlich auch nach dieser gekürzten Ausgabe gegriffen. Aber vielleicht gehören diese ausschweifende Textpassagen einfach zu so ´nem Klassiker dazu. :wink: Bin jedenfalls froh, dieses Buch gelesen zu haben, da es einen nachhaltig guten Eindruck bei mir hinterlassen hat. :thumright:
      "Neue Bücher rochen nach Druckerschwärze, nach Leim, nach Erwartungen. Alte Bücher dufteten nach Abenteuern, ihren eigenen und jenen, von denen sie erzählten. Und gute Bücher verströmten ein Aroma, in dem das alles steckte, und dazu noch ein Hauch von Magie."
      Kai Meyer


    • Die Auslassungen zu Landwirtschaft und Politik sind in dieser Zeit topaktuell gewesen und haben sicherlich sehr viele Leute interessiert, weil sie zeiten, was man sonst nur in nicht unbedingt zugänglich geschriebenen und sehr teueren Spezialliteraturen finden konnte. Für mich gehören diese Passagen - und Lewins NAchdenken darüber - ganz entschieden mit zum Wert des Romans (auch wenn ich gelegentlich froh war, wenn dann die Handlung weiterlief. :wink: )
      Mehr Bücher finden sich auf Sandammeer und Lesezeit hier. Manches produzieren wir sogar selbst: Kegelberge.
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    • Sicherlich ein ganz großer Roman, den ich gerne gelesen habe, vielleicht sogar gerade WEGEN mancher hier kritisierter Stellen. Man lernt ungeheuer viel über das Denken Tolstois und das Leben im Russland jener Jahre.

      Doch der schönen Rezis und manchen schönen Gedanken wollte ich jetzt nur noch eines hinzufügen. Da hier öfter auch von Flaubert und Fontane die Rede war und den immer wieder kehrenden Vergleich unvergleichbarer Werke (?), wollte ich zumindest noch auf eine spanische Parallele hinweisen, die in der selben Kategorie anzusiedeln ist und als echter Klassiker gehandelt wird. Ich habe den Link zu Leopoldo Alas (alias Clarin) und "Der Präsidentin" eingestellt. Ich las das Buch wohl auf Französisch und kann nichts zur deutschen Übersetzung sagen. Doch Suhrkamp steht ja eigentlich für gute Qualität.
      Brigitte Giraud - Un loup pour l'homme
      Michel Houellebecq - Non réconcilié (Gedichte)
      Marilyn Monroe - Tapfer lieben: Ihre persönlichen Aufzeichnungen, Gedichte und Briefe
      Swami Vivekananda - Karma-Yoga. Der Pfad der Arbeit

      (Un-)Gelesenes: buechertreff.de/user/2161-tom-leo/#shelfce
    • tom fleo schrieb:

      Ich las das Buch wohl auf Französisch und kann nichts zur deutschen Übersetzung sagen. Doch Suhrkamp steht ja eigentlich für gute Qualität.


      Das klingt interessant und ich habe gesehen, dass es in unserer Bücherei vorrätig ist. Danke für den Tipp!
      Ich kann allerdings nur die deutsche Übersetzung lesen.
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      (Francis Bacon)
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    • Eben habe ich mir "Die Präsidentin" aus der Bücherei geholt, werde das Buch zumindest mal anlesen und bin schon ganz gespannt. Mein Wissen über spanische Geschichte hält sich in Grenzen, ich hoffe, das ist nicht zu hinderlich.
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      (Francis Bacon)
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    • €nigma schrieb:

      Eben habe ich mir "Die Präsidentin" aus der Bücherei geholt, werde das Buch zumindest mal anlesen und bin schon ganz gespannt. Mein Wissen über spanische Geschichte hält sich in Grenzen, ich hoffe, das ist nicht zu hinderlich.


      Ich bin sehr gespannt über Deine Eindrücke, eventuell Rezension. Das Buch steht literarisch meines Erachtens auf sehr hohem Niveau. Vielleicht hast Du Mut zu einer Rezi? Mein Lesen liegt dafür nun doch zu lange zurück...*
      Oft kennen wir als spanische Weltliteratur/Klassiker ja "nur" den Don Quichotte. Vielleicht eine gute Gelegenheit, seine Perspektiven zu erweitern. Viel Spaß/Dabeisein beim Lesen!
      Brigitte Giraud - Un loup pour l'homme
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    • tom fleo schrieb:

      Vielleicht hast Du Mut zu einer Rezi? Mein Lesen liegt dafür nun doch zu lange zurück...*
      Falls mir dieses umfangreiche Buch so gut gefällt, dass ich es bis zum Ende lese, kann ich mich an einer Rezi versuchen.

      tom fleo schrieb:

      Oft kennen wir als spanische Weltliteratur/Klassiker ja "nur" den Don Quichotte.
      Den habe ich auch nicht gelesen. :uups: Spanien lag bisher völlig außerhalb meiner "Sphäre", da ich vornehmlich auf den englischsprachigen Bereich fixiert bin und ansonsten auch gern Bücher zur deutschen und neuerdings manchmal zur französischen Geschichte lese.
      "Die Präsidentin" spricht mich an, weil ich dann Vergleiche zu "Anna Karenina", "Effi Briest" und "Madame Bovary" anstellen könnte. ;)
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
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