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KLR: Kapitel 11 - Ende

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    • Rosaltia und Tweety
      Wenn ihr euch nicht nochmal ein neues Buch anschaffen wollt. Hier könnt ihr die fehlenden Kapitel nachlesen.
      gutenberg.spiegel.de/wilde/dorian/gray01.htm

      Na ja E-Book :wink:aber immerhin
      Gruss
      Serjena
      Meine Ausgabe ist halt schon ziemlich älter 1972, enthält alledings noch Essays und Gedichte welche ebenso fasziniertend zu lesen sind; wie zum Beispiel " Der Verfall des Lügens" oder in seinem Essay " Feder, Stift und Gift" *in dem er den genialen Kunstkritiker, Maler, Geldfälscher und Giftmörder Thomas Griffiths Wainewhright zum Anlass nimmt, die phantasievolle Vorstellung , das Maskenspiel, das genussfreudige Dandytum, ja die "Sünde" als Katalysatoren eines künstlerisch gesteigerten Daseins zu rühmen.
      *Nachwort von Siegfried Schmitz.

      Gedicht:
      Vergeudete Tage
      Ein schöner schlanker Knabe, nicht geschaffen für den Schmerz der Welt,
      Mit goldenem Haar, in dichten Büscheln über den Ohren,
      Und sehnsüchtigen Augen, halb getrübt von törichten Tränen
      Wie tiefblaues Wasser, das man durch Regenschleier sieht,
      Bleichen Wangen, von keinem Kuss befleckt,
      Roter Unterlippe, aus Furcht vor der Liebe nach innen gebogen,
      Und weißem Hals, weißer als die Brust der Taube -
      Ach! ach! wenn alles umsonst sein sollte.
      Hinter ihm Kornfelder und Schnitter in einer Reihe,
      In beschwerlichster Arbeit, mühsam sich plagend,
      Ohne den Klang eines frohen Lachens oder der Laute;
      Und ohne Augen für die purpurne Glut der Abendsonne
      Träumt der Knabe weiter; er weiß nicht, Nacht ist Nacht,
      Und zur Nachtzeit sammelt niemand Früchte.

      (Nach einem Gemälde von Miss V.T.)
      Das Bewußtsein, vor dem Schlafengehen gute Lektüre zu haben, ist eines der angenehmsten Gefühle, die ich kenne.
      peter e. schumacher (1941 - 2013), Aphorismensammler und Publizist
    • @Rosalita: Ich besitze die Ausgabe "Das Bildnis des Dorian Gray. SZ-Bibliothek Band 44", ISBN:3937793437.

      Ich habe eine ganz neue Eigenschaft bei mir entdeckt: und zwar werde ich sehr sehr wütend, wenn ich merke, dass bei einem Buch der Schluss fehlt! :evil:

      @Serjena: Danke für den Link! Danke, danke, danke..... das hebt meine Stimmung. :D

      Tweety
    • @Serjena, danke für den Link! Ich werde mir auf jeden Fall nach und nach die fehlenden Kapitel nachlesen! (Auch wenn e-books nicht ganz so mein Ding sind, ich hoffe, die setzen sich nie durch!! :roll: )
      Herzliche Grüße
      Rosalita

      :study:
      Wenn das Schlachten vorbei ist - T.C. Boyle


      *Life is what happens to you while you are busy making other plans* (Henry Miller)
    • Ich bin leider noch nicht durch, vielleicht schaffe ich es heute abend?!
      Es ist ein wahrer Lesegenuß!

      Mir fiel noch, apropos 12./13. Kapitel auf, daß Dorian nun "hörbar" wie Lord Henry früher spricht, oder wie seht Ihr das? Ähnliche Neigung zu "Sprüchen"...
      Colum McCann - Zoli
      Olivier Roy - Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod
      Michel Houellebecq - Non réconcilié (Gedichte)
      Marilyn Monroe - Tapfer lieben: Ihre persönlichen Aufzeichnungen, Gedichte und Briefe

      (Un-)Gelesenes: buechertreff.de/user/2161-tom-leo/#shelf
    • Ich kann mich nicht zu einem eindeutigen Entscheid durchringen, ob das Hin und Her bei Dorian in den letzten Kapiteln, ja die fast schon angekündigte "Umkehr" NUR Spielerei ist und er absolut ein Fall ohne Hoffnung ist. Es widerspricht meinem, natürlich sehr subjektiven, Wunsch nach Freiheit, selbst in solch einer Grenzsituation, will meinen: Freiheit, eben doch noch einen anderen Weg einzuschlagen. Anstatt den Menschen als "eindeutig" schlecht einzustufen, würde ich als Grundmerkmal eher die Gespaltenheit bei Dorian hervorheben: selbst bis zuletzt bleibt eben doch auch noch eine, wenn auch sehr narzistische, angedeutete, Ahnung eines Anders-Seins, ja Sein-Wollens. Aber in den jeweils entscheidenden Momenten kippt er immer in die "falsche" Richtung. Was ihn hätte in die andere Richtung gehen lassen scheint sehr wackelig und narzistisch, aber welche Beweggründe (von uns selbst auch) sind absolut "rein", sei es im Negativen oder im Positiven?

      Es ist auch sehr tiefsinnig, dass eigentlich "alle Hindernisse" aus dem Weg geräumt worden sind, d.h. die Zeugen seiner Untaten, dass aber das Bild von ihm als letzter Zeuge bleibt: es vernichten scheint die Rettung zu bringen! Und es geschieht genau das Gegenteil: der "rettende" Akt der Zerstörung des Bildnisses wird zur Selbstzerstörung. Was "umgekehrt" worden war, in falsche Paralellen gesetzt worden war findet wieder "seine Richtigkeit": das Bildnis die Situation bei der Herstellung, und Dorian sein "wahres Aussehen". Die Vernichtung des Bildnisses war die Beseitigung der letzten Chance einer "Reue", eines Mahnmales?!

      Ich denke auch, dass das Wort, bzw. die Realität "Seele" eine große Rolle spielt (siehe Gespräch zwischen Lord Henry und Dorian).

      Mich würde ja auch noch interessieren, inwieweit man das Buch mit dem Faust vergleichen kann??? Kennt einer von Euch da mehr von? Bei mir ist es mit dem Lesen schon etwas lange her...
      Colum McCann - Zoli
      Olivier Roy - Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod
      Michel Houellebecq - Non réconcilié (Gedichte)
      Marilyn Monroe - Tapfer lieben: Ihre persönlichen Aufzeichnungen, Gedichte und Briefe

      (Un-)Gelesenes: buechertreff.de/user/2161-tom-leo/#shelf
    • tom fleo
      Mich würde ja auch noch interessieren, inwieweit man das Buch mit dem Faust vergleichen kann??? Kennt einer von Euch da mehr von? Bei mir ist es mit dem Lesen schon etwas lange her...

      Oskar Wilde nimmt hier wirklich Themen aus „Faust“ auf.
      Da Faust mit seinem Irdischen Leben unzufrieden ist geht er mit Mephisto einen Pakt ein.
      In diesem Sinne kannst du's wagen. Verbinde dich; du sollst, in diesen Tagen, mit Freuden meine Künste sehn. Ich gebe dir, was noch kein Mensch gesehn.

      Mephisto verpflichtet sich, Faust im diesseits zu dienen, ihm alle Wünsche zu erfüllen, tiefste Einsichten zu gewinnen, dafür verpflichtet sich Faust, Mephisto im Jenseits zu dienen, ihm seine Seele zu geben.
      „Pakt mit dem Teufel“
      Diese Verpflichtung wird fällig wenn Faust durch die Dienste Mephistos totale Ruhe und Zuzfriedenheit erlangt hat.
      Werd ich beruhigt je mich auf ein Faulbett legen, So sei es gleich um mich getan! Kannst du mich schmeichelnd je belügen. Daß ich mir selbst gefallen mag. Kannst du mich mit Genuß betrügen- Das sei für mich der letzte Tag! Die Wette biet ich!

      tom fleo
      Ich kann mich nicht zu einem eindeutigen Entscheid durchringen, ob das Hin und Her bei Dorian in den letzten Kapiteln, ja die fast schon angekündigte "Umkehr" NUR Spielerei ist und er absolut ein Fall ohne Hoffnung ist...

      Ich denke ja auch dass hier Dorian schon zu sehr dem "Wahnsinn" verfallen ist, es ist zu spät für einen "Umkehr" ins Gute, und somit ist eine Bestrafung des "Sünders" unvermeidlich.

      Mein Schlusswort:
      Wie ja bekannt, wurde Oskar Wilde sehr für dieses Werke kritisiert, es sei „amoralisch“ Wilde hingegen behauptete durch die Bestrafung mit dem Tode von Dorian Gray, würde er moralisieren.
      Seine Schönheit war es, die ihn zugrunde gerichtet hatte, seine Schönheit und die Jugend, um die er gefleht hatte. Ohne die beiden wäre sein Leben vielleicht frei von Makel gewesen. Seine Schönheit war ihm nur eine Maske gewesen, seine Jugend nur Trug.

      Betrachten wir jedoch Oskar Wildes Leben, er liebte nämlich die Selbstinszenierung, , er liebte ja sehr das Schöne, er war ein Dandy, seine Homosexualität( welche er in das Werk einfliessen lässt), erkennt man viel von seinem eigenen Leben in diesem Werk. Ebenfalls erkennt man eine gewisse Ironie wie er die "vornehme Londoner Gesellschaft" der damals viktorianischen Zeit beschreibt.
      Das Bewußtsein, vor dem Schlafengehen gute Lektüre zu haben, ist eines der angenehmsten Gefühle, die ich kenne.
      peter e. schumacher (1941 - 2013), Aphorismensammler und Publizist
    • Hallo!

      Ich finde die Parallelen zu Oscar Wilde sehr interessant. Es gehört doch eine Menge Mut dazu, hier die eigene Persönlichkeit einfließen zu lassen, sozusagen autobiografische Aspekte zu verarbeiten. Und sich in gewisser Weise ja dann auch lustig darüber zu machen bzw. es sehr kritisch zu beobachten.

      Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen! Amoralisch finde ich es gar nicht, aber da galten wohl zu Wildes Zeiten andere Levels. Ich empfand es sehr gesellschaftskritisch und sehr ironisches Werk!
      Herzliche Grüße
      Rosalita

      :study:
      Wenn das Schlachten vorbei ist - T.C. Boyle


      *Life is what happens to you while you are busy making other plans* (Henry Miller)
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