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KLR: Kapitel 5 - 10

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    Das Bildnis des Dorian Gray

    von

    4.2|103)

    Verlag: Insel Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 294


    ISBN: 9783458360841


    Termin: Juni 2015

    • Hi,

      also ich bin jetz mitten im 6. Kapitel und bin super begeistert... selten, dass mich ein Klassiker so fasziniert ;-)
      Auf fast jeder Seite entdeckt man Aussagen, die aus Kalender-Sprüchen stammen könnten, so richtige Lebensweisheiten :-)
      Basil ist momentan ja etwas in den Hintergrund geraten und diese Sybil ist mir auf den ersten Eindruck zu geschwätzig, naiv und untergeben (vermutlich war das aber früher so, v.a. bei Frauen niederen Standes)... wie bei "Der Untertan" bin ich wieder mal überrascht, wie schnell das doch damals mit dem Verloben ging ;-)

      Dann warte ich mal, bis andere soweit sind, dann können wir uns genauer austauschen.

      Gruss Silke.
    • Ich kann garnicht aufhören zu lesen. Das Buch ist klasse. Und das mit den Kalenderweisheiten stimmt absolut. Soviel aus diesem Buch kann man auf das Leben beziehen.
      Gerne würde ich einige dieser Zitate herausgreifen, aber es sind einfach zu viele.

      Ich vermute jetzt einfach mal, dass Dorian mit seiner vielleicht ewigen Jugend nicht glücklich wird.

      Tweety
    • 5. Kapitel

      Wir erfahren einges über Sybils Familie und Vergangenheit, die ja da so rosig nicht ist. :roll:
      Da werden wohl noch die einen oder anderen Geheimnisse aufkommen, mal sehen wie unser guter Dorian bzw. und v.a. Henry mit der Sache klarkommt!
      Ihr Bruder Jim verlässt die Familie, wie man aber angedeutet wird, nicht aufgrund seines eigenen Wunsches.
      Herzliche Grüße
      Rosalita

      :study:
      Wenn das Schlachten vorbei ist - T.C. Boyle


      *Life is what happens to you while you are busy making other plans* (Henry Miller)
    • Hi,

      ich bin mittlerweile im 8.Kapitel und endlich kommt das Bildnis ins Spiel... ein wenig anders als ich vermutet hatte.
      Spoiler anzeigen
      Ich dachte eigentlich vor Lesebeginn, der Pakt sei absichtlich geschlossen... also dass das Bild altert, anstelle von Dorian... aber das ist ja mehr Zufall. Und interessant ist auch, dass es nicht einfach "nur" altert, sondern seine Verfehlungen und Sünden widerspiegelt.

      Die Beziehung zu Sybil nimmt eine tragische Wende, aber ich hab mir schon sowas gedacht, als Dorian plötzlich anfing seine Enttäuschung über sie zu äussern... nur weil sie mal nicht gut gespielt hat war seine Liebe dahin... kann ja nicht weit her gewesen sein damit... er war wohl eher in eine Vorstellung verliebt, denn in die Frau selber.

      Bin gespannt wie es weitergeht.
      Gruss Silke.
    • Hallo!

      Ich liebe dieses Buch! Es ist wirklich einzigartig!

      Zu Kapitel 6 möchte ich noch ergänzen, welch egoistisches Weltbild Henry hat:

      Eine Dissonanz entsteht, wenn man gezwungen ist, mit anderen Menschen zu harmonieren. Das eigene Leben – das ist das Entscheidende.


      Kapitel 7
      Nach dem peinlichen Auftritt zeigt Dorian Gray erstmals so richtig seinen miesen Charakter.
      Er nimmt überhaupt keine Rücksicht auf die Gefühle von Sibyl, hat weder Verständnis noch Mitgefühl. In Wirklichkeit fühlt er sich als Opfer, es ist sein Stolz, der verletzt ist, und er sucht die Schuld für sein Verhalten nicht bei sich, sondern bei Sibyl.
      „Grausamkeit! War er grausam gewesen? Es war die Schuld des Mädchens, nicht die seine.“

      Nachher zeigt er aber doch einen Anflug von schlechtem Gewissen, vielleicht aber auch nur, weil er sich geschmeichelt fühlte als Sibyl weinend und bittend ihm zu Füßen lag.

      Nun trat auch erstmals das Bildnis ins Geschehen.

      Es hatte ihn gelehrt, seine eigene Schönheit zu lieben. Würde es ihn lehren, seine eigene Seele zu verabscheuen?
      Herzliche Grüße
      Rosalita

      :study:
      Wenn das Schlachten vorbei ist - T.C. Boyle


      *Life is what happens to you while you are busy making other plans* (Henry Miller)
    • Noch mal zu den "Sprüchen": die faszinieren mich ja auch und könnte ich auch teils unterschreiben, aber wohl mit MEINER Interpretation, nicht aber in einem Kontext des Zynismus.

      Schon im 5. Kapitel läßt sich durch die kritischen Äußerungen der Mutter und des Bruders ein dunkle Wolke erahnen, doch Sybil kann dies "natürlich" nicht auf sich beziehen.

      Zu Sybil: vielleicht ist sie für unser Zeitalter "zu naiv", aber ich finde darin auch etwas Erfrischendes. Übrigens denke ich, dass unser erstes Verliebtsein ähnlich aussah (zumindest wollte ich auch damals meine erste große Liebe "sofort" heiraten!), oder? Aber der Sprung vom Verliebtsein und dem Himmelhochjauchzend zur Ehe, bzw. Verlobung war damals eben schnell gemacht (für Dorian in einer ersten Zeit ja ebenso).

      Noch etwas zum Namen: Vane kommt im Englischen von vanity, also auch "Eitelkeit". Sollte sie nicht quasi ein Spiegel für Dorian werden (Vanity mirror sind die kleinen Handtaschenspiegel für Frauen...)? Ich denke auch noch an "(in) vain", also etwas wie "umsonst, vergeblich".
      Colum McCann - Zoli
      Olivier Roy - Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod
      Michel Houellebecq - Non réconcilié (Gedichte)
      Marilyn Monroe - Tapfer lieben: Ihre persönlichen Aufzeichnungen, Gedichte und Briefe

      (Un-)Gelesenes: buechertreff.de/user/2161-tom-leo/#shelf
    • Sybil und Dorian.
      Hier treffen zwei Menschen zusammen welche nur in ihrer Scheinwelt leben. Sybil für welche das Theaterspielen die einzige grosse Liebe ist, sie kennt gar nichts anderes und Dorian der „Selbstverliebte“, Jüngling.
      Sybil kann gar nichts anderes kennen wenn man beachtet wie theatralisch die eigene Mutter ist.

      Die Mutter welche in Ihrer Jugend eine ähnliche Erfahrung gemacht haben muss, und nun zwei Kinder hat. welche jetzt ihre Tochter macht.
      Er war dein Vater und ein Gentleman. Er hatte sogar vornehme Verbindungen.

      Ebenfalls merkt man dies an den Aussagen, wie Sybil das Leben ihres Bruder in Australien mit schwärmerischen Worten „erfindet“, sie lebt in ihren Träumen.

      Nun kommt ein Gentleman der oberen Klasse und bringt ihr Bewunderung entgegen, dass er nicht Sybil meint mit dieser Bewunderung, kann sie nicht erkennen, so lebensunerfahren wie sie nun mal ist.
      „Ich habe Rosalindas Arme um mich gespürt und Julias Mund geküsst“

      Da ist es das natürlichste dass sie sich in ihn verliebt, ein Gentleman, ihr „Märchenprinz“, das Theaterspielen wird zur Nebensächlichkeit, sie kann nur noch schlecht spielen.
      Wie oberflächlich Dorian Gray ist, zeigt sich, wie er hinter der Bühne Sybil behandelt., er wird bösartig, eben weil er in ihr nicht den Mensch, sondern nur die „Schönheit“ des „Theaterspielens“ sah.
      Nur kurz regt sich sein Gewissen, wie er sein Bildnis am nächsten Morgen betrachtet, den ersten grausamen Zug entdeckt, ihm bewusst wird das dieser Zug am Abend zuvor auf seinem Gesicht lag, und schon schiebt er die Schuld auf das Mädchen infiziert von den Worten Lord Henry.

      Obwohl er im ersten Moment erschrickt wie er von Lord Henry vom Tode des Mädchens erfährt gelingt es dem Zyniker Wotton, Dorian mühelos mit geschliffenen Worten dahin zu bringen bis dieser sagt.
      Es war eine wunderbare Erfahrung. Weiter nichts. Ich möchte wissen, ob das Leben noch etwas so Wundervolles bereithält!

      Seine Worte sind absolut "Menschenverachtend", das eigene "Ich" steht über allem.
      Lord Wotton zeigt sich aber auch mit seinen spöttischen, abfälligen Worten als „Frauenverächter“

      Der Maler der Dorian besucht erkennt sofort das hier eine Veränderung stattgefunden hat, er lässt sich zu einem Geständnis hinreisen, dem Geständnis der grossen Verehrung zu Dorian.
      Dennoch kann er nichts ausrichten denn Dorian steht schon zu sehr unter dem Einfluss von Lord Wotton.

      Das Buch dass Lord Henry, ich möchte sagen mit „bösartigem Vergnügen“ Dorian schenkt, ist nur die Fortsetzung seiner Manipulationen.
      Das Bewußtsein, vor dem Schlafengehen gute Lektüre zu haben, ist eines der angenehmsten Gefühle, die ich kenne.
      peter e. schumacher (1941 - 2013), Aphorismensammler und Publizist

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von serjena ()

    • Danke, @tom fleo für die aufschlussreichen Worterklärungen, da kriegt die Sache ja schon wieder ein ganz anderes Profil! Das ist ja alles wirklich sehr passend!

      Kapitel 9

      In Kapitel 9 wird so richtig klar, wie manipuliert - fast schon hörig - Dorian Henry ist. Ist Henry anwesend, so sagt Dorian zu allem ja und amen. Aufschlussreich auch das Gespräch zwischen Dorian und dem Maler. Hin und wieder zeigt sich Dorians Gewissen, doch sobald die Sprache auf Henry kommt, verfällt er in die Hörigkeit.

      Habt ihr eigentlich eine Erklärung dafür, warum Dorian niemandem (nicht Henry, nicht dem Maler) erzählen will, dass sich das Bild verändert? Ist ja an und für sich kein Grund zum Schämen, oder? Irgendwie fehlt mir da ein bisschen die Begründung. Was meint ihr?
      Herzliche Grüße
      Rosalita

      :study:
      Wenn das Schlachten vorbei ist - T.C. Boyle


      *Life is what happens to you while you are busy making other plans* (Henry Miller)
    • Original von Rosalita
      Habt ihr eigentlich eine Erklärung dafür, warum Dorian niemandem (nicht Henry, nicht dem Maler) erzählen will, dass sich das Bild verändert? Ist ja an und für sich kein Grund zum Schämen, oder? Irgendwie fehlt mir da ein bisschen die Begründung. Was meint ihr?


      Ich denke, dass ist sein verletzter Narzissmus. Wenn man dies an sich bemerkt, ist das sicherlich nicht angenehm ;)
      Liebe Grüße Euer Krümel

      Gedankenwelten

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Buchkrümel ()

    • Rosalita:
      Habt ihr eigentlich eine Erklärung dafür, warum Dorian niemandem (nicht Henry, nicht dem Maler) erzählen will, dass sich das Bild verändert? Ist ja an und für sich kein Grund zum Schämen, oder? Irgendwie fehlt mir da ein bisschen die Begründung. Was meint ihr?


      Aber das Bild? Was sollte er dazu sagen? Es barg das Geheimnis seines Lebens und erzählte seine Geschichte.

      Wie sollte er denn erklären, dass seine Bitte welche er im Atelier des Malers geäussert hatte Wirklichkeit wurde, nein ein solches Geheimnis behält man lieber für sich.
      Das Bewußtsein, vor dem Schlafengehen gute Lektüre zu haben, ist eines der angenehmsten Gefühle, die ich kenne.
      peter e. schumacher (1941 - 2013), Aphorismensammler und Publizist
    • Original von Rosalita
      Habt ihr eigentlich eine Erklärung dafür, warum Dorian niemandem (nicht Henry, nicht dem Maler) erzählen will, dass sich das Bild verändert? Ist ja an und für sich kein Grund zum Schämen, oder? Irgendwie fehlt mir da ein bisschen die Begründung. Was meint ihr?


      Doch, ich glaube schon, dass es einen "Grund zum Schämen" gäbe. Ist dieses Bild ein perfektes Abbild von Dorian, spiegelt es in seiner kommenden Verzerrung die innere Verwandlung wider und wird so eventuell für andere zum Spiegel des innerlich armen und immer ärmer werdenden Dorians.
      Sind wir nicht auch manchmal instinktiv dazu geneigt, einem "äußerlich" schönen Menschen auch innere Schönheit zuzusprechen, bzw. umgekehrt? Das will Dorian wohl für sich behalten.
      Falls Dorian aber z.B. Lord Henry gegenüber auch eine innere Verwahrlosung zugeben könnte, dann vielleicht nicht den Verlust seiner Schönheit. Wird ab dieser Stelle, d.h. der sichtbaren Veränderung des Bildes, nicht klar, dass die äußerlich bleibende Schönheit von Dorian eine "künstliche" ist? Eigentlich ist sie nicht mehr echt. Dorian weiß es, oder müßte es wissen...
      Colum McCann - Zoli
      Olivier Roy - Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod
      Michel Houellebecq - Non réconcilié (Gedichte)
      Marilyn Monroe - Tapfer lieben: Ihre persönlichen Aufzeichnungen, Gedichte und Briefe

      (Un-)Gelesenes: buechertreff.de/user/2161-tom-leo/#shelf
    • Sein Blick fiel auf das gelbe Buch das Lord Henry ihm geschenkt hat.

      Um nähere Informationen zu diesem Buch zu erhalten habe ich "Wikipedia" konsultiert, und siehe da:

      Yellow Book (Literatur)
      aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

      Das Yellow Book war eine britische Literatur- und Kunstzeitschrift, die von 1894 bis 1897 erschien. Ihr Name leitet sich her von einem "Yellow Book", das in dem Roman Das Bildnis des Dorian Gray (1890) von Oscar Wilde als ein Buch mit verderbender Wirkung eine Rolle spielt.

      In Das Bildnis des Dorian Gray wird das "Yellow Book" als Werk aus der "französischen Symbolistenschule" beschrieben. Oft wurde es mit dem 1884 veröffentlichten Werk À rebours (dt. Gegen den Strich) von Joris-Karl Huysmans gleich gesetzt. Wilde selbst bezeichnete das "Yellow Book" jedoch als reine Erfindung. Das Buch schildert den Niedergang eines jungen Parisers, der alle Leidenschaften und Denkweisen erfahren will. Dorian Gray identifiziert sich schließlich selbst mit dem Helden und beginnt seine unmoralischen Eskapaden.

      de.wikipedia.org/wiki/Yellow_Book_%28Literatur%29
      Das Bewußtsein, vor dem Schlafengehen gute Lektüre zu haben, ist eines der angenehmsten Gefühle, die ich kenne.
      peter e. schumacher (1941 - 2013), Aphorismensammler und Publizist
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