Glaubt ihr eigentlich an Gott?!

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    • Original von Wonneproppen


      Ich bin allerdings seit vielen Jahren kein Kirchgänger mehr, weil man meiner Meinung nach als Gläubiger keine Kirche braucht. Ich bin auch mit vielem was die Kirche so macht oder gemacht hat nicht einverstanden.


      Das muss auch nicht zusammenhängen, finde ich.
      Man kann auch gläubig sein ohne jede Woche in die Kirche zu gehen.
      Liebe Lesegrüße
      Eure Süße
      :study: :)

      Erinnerungen, die unser Herz berühren, gehen niemals verloren.
    • Mmh, ich glaube - vielmehr bin ich mir sicher, dass Religionen der Versuch der Menschen sind, ihr Zusammenleben zu regeln. Dabei ist es leichter, etwas Gottgegebenes allgemein durchzusetzen - zumindest in früheren Zeiten war dies wohl so, als etwas, das man Menschen vernünftig erklärt. sobald eine Religion das Zusammenleben nicht mehr befriedigend regeln kann - z.B. wenn zwei Religionen aufeinander treffen, die nicht meiteinander verenbare Elemente haben - egal ob groß oder klein (Wo schlägt man das Ei auf: Oben oder unten) - gibt es Konflikte. Mit den historisch bekannten Effekten. Andere Gründe sind Landnahme und/oder Geld.

      Glaube ist etwas anderes. Ich bin calvinistisch aufgewachsen, wurde stark lutheranisch und römisch-katholisch beeinflusst, habe mich durch den Kampfsport mit dem Buddhismus und Hinduismus beschäftigt und aus Neugierde während meines Geschichtsstudiums auch stark mit dem Judentum auseinander gesetzt. Durch meine Arbeit habe ich nun auch sehr viel mit dem Islam zu tun. Außerdem ist vergleichende Religionswissenschaft schon immer ein Hobby von mir gewesen. Deswegen habe ich auch in die polytheistischen (griechisch, römisch, germanisch, nordisch) und animistischen Religionen und den sogenannten Wicca-Gauben hinein geschnuppert, sowie einige indianische Vorstellungen in Augenschein genommen. Wie Jung sind mir dabei viele Ähnlichkeiten aufgefallen. Und ich selber sehe mich auch als einen sehr rationalen Menschen, der der Wissneschaftlichkeit stark verhaftet ist.

      Es spielt keine Rolle, wie die Erde und das Universum entstanden sind. Ob es ein "Naturphänomen" war oder die göttliche Hand ist nicht wirklich wichtig in meinen Augen. Und auch wer die Menschen geschaffen hat, kann nur arrogante Hochstapler bewegen, die sich - aus mir unverständlichen Gründen - für die Krone der Schöpfung halten. Wieso sollte die Schöpfung eine Krone haben. Sehr anthropozentrisch diese Vorstellung. Wer oder was auch immer dieses Universum in Bewegung gesetzt hat, wir sind ein Zwischenergebnis. Wir können über uns reflektieren. Das ist gut und sollte uns dazu bringen, besser in dem zu werden, was wir sein können. Religion kann dabei helfen. Zusammen mit einigen anderen Dingen - Wissenschaft, Philosophie, Jurispundenz etc. - kann sie aus nackten Affen etwas machen, das etwas aus dem Rahmen fällt. Darum ist Religion sehr wichtig.

      Ich glaube genau daran im Bezug auf die Religion. In Bezug auf Gebete glaube ich, dass sie eine Art Zauber darstellen - denn Worte sidn ursprünglich Magie, wie mal ein kluger Mann schrieb - die man anwenden kann oder nicht. Wer für jemanden betet, versucht ihm in einem Gefühl der Hilflosigkeit trotzdem Beistand zu geben. Das finde ich lobenswert, selbst wenn keiner "da oben" zuhören sollte. Es ist einfach nett. Und vielleicht geht es ja in Erfüllung. Schaden kann es auf jeden Fall nicht :wink:

      Gibt es Gott? Vielleicht. Manchmal bin ich mir sicher. Öfter aber nicht. Ich glaube, ihm/ihr ist das eine, wie das andere recht. "Was stört es den mond, wenn ihn der Wolf anheult - oder auch nicht?" Wieso sollte ein Schöpfer des universums mit allen Inhalten auf die Verehrung einiger nackter Affen Wert legen? Auf jeden Fall stimmt mich die Möglichkeit seiner Existenz - und vor allen Dingen mein gelegentlicher Glaube daran - optimistisch für die Zukunft. 8)
      Mehr Bücher finden sich auf Sandammeer und Lesezeit hier. Manches produzieren wir sogar selbst: Kegelberge.
      Hilfe, die ankommen soll geht an Ärzte ohne Grenzen.
    • Hallo zusammen,

      also ich bin offiziell römisch/katholisch. Da ich einen kirchlichen Arbeitgeber habe werde ich sicher nicht aus der Kirche austreten.
      Obwohl es mir diese Kirche nicht immer leicht macht. Auf der einen Seite habe ich eine Menge Leute kennengelernt die im Rahmen der Kirche bewundernswürdige Arbeit leisten. Auf der anderen Seite mag ich es nicht wenn man mich zum Beispiel in mein Sexualleben, die Wahl meiner Hobbys oder meinen Medienkonsum einmischt.
      Woran zeigt sich, außer daran das ich Kirchensteuer zahle noch das ich Christ bin? Da muß ich ganz ehrlich sagen an eigentlich nichts. Nicht Mal den Kirchenbesuch zu Weihnachten kann ich so richtig gelten lassen. Da für meine Eltern der Kindergottesdienst zu laut und die Mitternachtsmesse zu spät ist ist mein jährlicher Kirchenbesuch ein evangelischer Gottesdienst. Und auch dieser wird wohl demnächst entfallen. Dazu muß man sagen das ich auch am Wochenende Dienst habe und so meine knappen Wochenende intensiv nutzen will und ein Gottedienst nicht zu meiner Vorstellung von intensiv nutzen paßt. Zudem werde ich in ein paar Jahren Weihnachten arbeiten müssen und Sylvester frei haben da wird die Weihnachtsmesse wohl auch noch wegfallen.

      Mit meinem Glauben ist das eine andere Sache. Obwohl ich mich für einen wissenschaftlich orientierten Menschen halte bin ich gleichzeitig ein gläubiger Mensch. Einen Gottesbeweis halte ich für kompletten Unfug. Glaube ist für mich ein ganz persönlicher Glaubensakt dem ich keinen aufzwingen kann und auch nicht durch einen Beweis vereinfachen kann.
      Reale Entscheidungen müssen aber aufgrund von nachvollziehbaren Fakten getroffen werden. Wo das für viele Menschen nicht mehr möglich ist wird das rationale Wissen dann doch wieder durch Glauben ersetzt. Ich habe das in der Friedeninitiative erlebt. Ein Freund und ich wollten innerhalb der Friedensinitiative an unserem Heimatort einen Arbeitskreis gründen der sich mit den einzelnen Waffensystemen, Strategien und Taktiken auseinandersetzen sollte. Unser Gedanke war das man so mit soliden Argumenten in die politische Debatte gehen könnte. Der Ansatz ist gründlich gescheitert die meisten Aktiven wollten eben lieber glauben das sie recht haben anstatt es rational begründen zu können. Ähnliches kann man ja auch heute bei Themen wie Gentechnik, Atomkraft oder der Diskussion über Computer im Unterricht beobachten.Man sollte aber nie aus dem Auge verlieren das Leute die auf diese Art Glauben für ihren Glauben auch viel tun. Das kann eben von der friedvollen Jugendarbeit, über die politische Arbeit bis zum Selbstmordattentat gehen.

      Mit Gebeten ist das so eine ganz eigene Sache. Gebete sind für mich ein Gespräch mit Gott. In schwierigen Lebensphasen, also etwa als ich mein Studium abgebrochen habe oder ich mich entschlossen habe meinen Arbeitsplatz zu wechseln bete ich mehr.Aber nicht damit irgendwer mir das Problem abnimmt sondern vielleicht könnte man sagen um den Schubser in die richtige Richtung. Vom Studium der Biologie und der Chemie auf Lehramt zur Krankenpflege war ein solcher Fall. Da gab es direkt mehrere dieser Schubser. Zuerst hat mich meine Mutter, Ärztin, gefragt ob ich mir vorstellen könnte in der Pflege zu arbeiten. Da ich mir das vorstellen konnte habe ich Bewerbungen geschrieben und reichlich Absagen bekommen. Aber aber genau bei dem Arbeitgeber wo ich mich beim Bewrbungsgespräch am wohlste gefühlt habe ist dann noch kurzfristig ein Bewerber abgesprungen so das ich meine Ausbildung machen konnet udn jetzt sehr zufrieden in meinem Beruf bin. Klar kann man das auch rational erklären, wenn ich auch dieses Schema nicht anfertigen wollte. Für mich aber ist diese Geschichte eine derjenigen die meinen Glauben gefestigt haben.
      Inzwischen arbeite ich als Krankenpfleger in der Altenpflege. Da ist man täglich mit Krankheit und Tod konfrontiert da tut es gut wenn man weis das da jemand ist der einem zuhört und bei dem ich mich nicht für meine Gefühle und Ängste schämen muß. Auch als Ritual wenn wieder eine Bewohnerin oder ein Bewohner gestorben ist hilft ein Gebet mir Abschied zu nehmen und einen letzten Dienst zu erledigen indem man Gott erzählt warum die Person ein guter Mensch war auch wenn er Schwächen hatte.

      Ach ja Gebete für Kranke finde ich nicht verkehrt. Vielleicht kann man ja auch im Rahmen von Leid, Schmerzen und Krankheit einen Schubs bekommen der das Leben positiv verändert? Zudem freut es mich eigentlich immer wenn Menschen an meinem Schicksal teilhaben und es mit guten Wünschen oder eben auch Gebeten begleiten. Das muß einen ja nicht direkt zum hoffnungslosen Fall machen.

      @Morgana
      Du hast geschrieben das du vermutest das gläubige Menschen weniger Angst vor dem Tod haben. Da kann ich nur persönlich sagen das ich vor dem Tod keine Angst mehr habe. Soviele tote Bewohner die sich zuletzt nur noch schrecklich gequält haben sahen tod entspannt und irgendwie glücklich aus. Angst habe ich vor der Zeit davor vor Schmerzen, dem Gefühl der Hilflosigkeit wenn ich eventuell meinen Stuhlgang nicht mehr selbst entsorgen kann, der Wut wenn sich Pflegende über meinen Kopf hinweg über mich unterhalten und ähnliche Erlebnisse.
      Das hat bei mir aber weniger mit Glauben als vielmehr mit Gesprächen mit meinen Bewohnern zu tun die sich teilweise ihren Tod wünschen und sehr offen und aus Sicht eines "Jungen Hüpfers" sehr radikal mit diesem Thema umgehen.

      Gruß Jochen
    • Also ich bin, obwohl gebürtige Bayerin ;) ,evangelisch. Zumindest nach außen hin, denn im Inneren bin ich mir nicht so sicher, ob ich überhaupt glaube. Ich habe früher oft darüber nachgedacht, ob ich daran glaube, dass Gott die Welt erschaffen hat, oder ob ich nicht eher der Meinung bin, dass die Menschen sich ihren Gott geschaffen haben, weil sie sich Unerklärliches zu erklären versuchten und weil sie Hoffnung und rost in dunklen Zeiten suchten. Inzwischen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es eher letzteres ist, das mich überzeugt, aber das idt auf keinen Fall etwas schlechtes! Ganz egal ob es Gott nun gibt oder nicht, er spendet vielen Menschen Trost und Wärme und gibt ihnen was sie suchen. Und das müsste man doch eigentlich als etwas gutes betrachten, oder nicht? Sicher verstehe ich auch die recht weit verbreitete Meinung, dass die Kirche und die Religion an sich, schon sehr viel Schaden angerichtet hat, aber genau betrachtet waren es die Menschen die glaubten und nicht der Glaube selbst. Und gibt es nicht auch viele andere Gründe aus denen Menschen Schaden anrichten? Ist es nicht in gewißem Maße verständlich, dass Menschen diesen Schaden anrichten, wenn sie gefährdet sehen, woran sie glauben, oder worin sie ihre Hoffnung setzen? Ganz egal, ob dies nun ihre Religion ist, oder auch beispielsweise, naja, ihren Staatsappartat.. Auch an diesen kann man glauben und seine Hoffnungen setzen und wie viele Menschen haben schon im Namen ihres Staates oder um dessen Ehre zu verteidigen oder ihn zu schützen Schaden angerichtet? Algemein ist Religion für mich immer wieder ein gern gesehener Grund sich wortwörtlich über "Gtt und ie Welt" Gedanken zu machen und ein wenig zu philosophieren.. (Was sicher auch ein Grund dafür ist, dass ich in der Schule meine Chance genutzt habe, den Religionsunterricht durch Philosophie zu ersetzen. ;) )

      lg Rabe
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?

      Charles Dickens
    • Ja!

      Allerdings ganz anders als das von den Religionen vorgegeben wird.
      Es geht in die Richtung der alten Naturvölker, die in allem noch Gott sahen: Bäumen, Pflanzen, Tiere, Flüsse, das Universum usw. Gott ist überall, jeder Mensch trägt den göttlichen Funken, jeder Stein ist göttlich.

      Habt ihr schon einmal die göttliche Luft der Bäume im Wald geatmet? Ach, dann kann ich auftanken. Hi, und Klecks ist meistens auch dabei :thumleft:
      Liebe Grüße Euer Krümel

      Gedankenwelten
    • Ja, ich glaube an Gott und ich habe auch kein Problem damit, das zuzugeben.
      Obwohl auch ich schon festgestellt habe, dass einige Leute damit nicht so umgehen können/ wollen (?) wie ich.
      Allerdings muss ich an dieser Stelle klar stellen, dass ich nicht so gläubig bin, wie es die römisch-katholische Kirche (der ich angehöre) immer gerne hätte bzw. verlangt. [-X
      Ich habe meine eigenen Ansichten.
      Ich hab zum Beispiel ein Problem mit der vatikanischen Ansicht, dass nur Männer Priester werden dürfen. Das ist absoluter Schwachsinn.
      Und dass sie das Keuschheitsgelübde ablegen müssen ist genauso dumm! Priester sollen nämlich gleichzeitig den Leuten sagen wie wunderbar es ist, Kinder zu haben - unser Pfarrer sollte sogar mal eine vergewaltigte und Schwangere Frau von der Abtreibung wegbringen :idea: - , aber wie sollen sie das bitte beurteilen können, wenn sie keine eigenen Kinder haben. Ihre Worte klingen für mich dann irgendwie hohl. Sie mögen ja kinderlieb sein etc., aber es selbst zu erleben ist noch mal etwas vollkommen anderes!
      Ich schere mich auch nicht darum, ob ich regelmäßig in die Kirche gehe, denn das ist Gott garantiert egal. Wer gehen möchte, dem steht es frei, da habe ich wahrlich nichts zu meckern, aber für mich ist das nichts. Mein Großonkel sagte einmal: "Wenn ich einen Spaziergang durch den Wald mache, bin ich Gott mindestens genauso nah, wie die Leute in der Kirche!" und ich finde, dass er damit absolut Recht hatte. :thumleft:
      Ich halte Gott für eine Kraft im Universum, die keinesfalls in Konflikt mit den Wissenschaften steht. Die Evolutionstheorien mögen stimmen, das meiste mag biologisch zu begründen sein, aber sie erklären nur das "Wie?", für mich ist Gott aber die Antwort auf die Frage nach dem "WARUM". :!:
      Warum gab es den Urknall, warum entstand eine Atmosphäre, durch die Leben möglich ist? Warum hat unser Planet genau den richtigen Abstand zur Sonne? Warum entwickelte sich Leben? ...
      Außerdem ist Gott für mich nicht irgendein Wesen, sondern eher eine Kraft - schwer zu beschreiben. Etwas, das man in allen Dingen spürt. Manchmal im Frühling, wenn die ersten Blumen anfangen zu blühen oder kleine Wunder des Alltags: Zum Beispiel dass ausgerechnet ein Baby (was, biologisch betrachtet, den schwächeren Körperbau verglichen mit Erwachsenen hat) einen Flugzeugabsurz überlebt, wenn alle anderen umkommen.
      Oder einfach eine Person, die eine wunderschöne Stimme beim Singen hat, die mich fast zu Tränen rührt, oder ein besonders begnadeter Autor, dessen Geschichten mich verzaubern und in ihren Bann ziehen - das sind für mich kleine Wunder.
      Es gibt noch viele weitere Beispiele, aber sie aufzuzählen würde zu lange dauern.
      Jedenfalls sind das für mich Zeichen, dass es Gott gibt. O:-)

      Ich glaube auch an Jesus, dass er ein herausragend guter Mensch war und seiner Zeit weit voraus.
      Ich glaube ebenso daran, dass er eine Mutter hatte. Nur habe ich eine andere Interpretation der Ausdrucksweise, das sie heilig war/ ist und das Kind von Gabriel empfing.
      Es ist MAL WIEDER eine Metapher. Eine Metapher dafür, dass Jesus mit seinem Gerechtigkeitssinn und seinem fast schon modernen Weltbild gesegnet war - so wie die begnadeten Sänger/-innen oder Autoren/ Autorinnen.
      Außerdem mag ich viele Geschichten der Katoliken (besonders angetan haben es mir allerdings die Apokryphen)! :twisted:

      Ich finde es besser, sich aus allen Religionen das beste (das auf einen am ehesten zutrifft) herauszupicken und sich somit seine eigene Art von Religion zu schaffen.
      Religion als solche ist sowieso nur Heuchlerei. Eine Legitimation für Kriege, Einmischung und was weiß ich nicht noch was alles.
      Einige Traditionen (der Besitz eines Rosenkranzes und dessen Gebete), die Verzierung einiger der wichtigsten Kirchen bewundere/ mag ich aber, keine Ahnung warum.
      Genauso respektiere ich auch die Religion von Naturvölkern. In jeder Geschichte muss ein Quäntchen Wahrheit liegen, daran habe ich schon immer geglaubt (auch bei denen aus "normalen" Büchern). In allen Überlieferungen sind ohnehin entweder Metaphern oder die verschiedenen Bereiche der Natur als Kraft gemeint!
      Somit ist es mir auch egal, ob jemand Gott, Allah, Odin, Osiris oder sonst was sagt, es ist für mich jedesmal die selbe Kraft.
      Ich bin eben seltsam, ist mir bewusst. :loool:
    • Ich bin evangelisch, mit Konfirmation und allem drum und dran, aber habe seit Jahren keine Kirche mehr von innen gesehen, es sei denn, ich war zu einer Hochzeit eingeladen. Ich habe eigentlich noch nie so wirklich an Gott geglaubt, die Konfirmation habe ich auch nur deswegen mitgemacht, weil es sich halt so gehörte und weil man viel Geld geschenkt bekam. :wink: Ich habe zwar auch in der evangelischen Jugendarbeit als Betreuerin einer Kinderspielgruppe mitgearbeitet und war Redaktionsmitglied bei der Gemeindezeitung, aber das hatte für mich alles nichts mit Glauben oder Gott zu tun, es hat einfach Spaß gemacht und war auch nicht wirklich religiös ausgerichtet.
      In der 10. Klasse haben wir mit unserem Religionslehrer eine Klassenfahrt in ein Franziskaner-Kloster bei Bad Bentheim (Kloster Bardel) gemacht und es hat mir dort so gut gefallen, dass ich am liebsten auch ins Kloster gegangen wäre, aber wiederum nicht, weil ich an Gott glaubte, sondern weil es einfach eine schöne Atmosphäre dort war und mir der Lebensstil der Mönche gefallen hat. Ich denke, für mich ist es egal, ob jemand nun an Gott glaubt oder nicht -- es muss jeder seinen eigenen Weg gehen und sein Leben so gestalten, wie es ihm gefällt, und wenn ich etwas sehe oder erlebe, was ich schön finde, ist es mir völlig gleich, ob da jetzt irgendein Gott dahinter steht oder nicht. :)

      Es gibt ein tolles Buch von Mary Doria Russell, "The Sparrow" ("Der Sperling" heißt es glaub ich auf deutsch), indem wird an einer Stelle deutlich gezeigt, was mich am meisten an gottesfürchtigen Menschen stört, die keine andere Meinung zulassen: Ein Mann wird schwer verletzt und die Ärztin ist nicht in der Lage, ihn zu retten, und als man ihr vorwirft, nicht genug getan zu haben, sagt sie in etwa: "Wo ist euer Gott jetzt? Gott bekommt immer sofort die Lorbeeren für eine gute Tat, aber wenn so etwas wie hier passiert, ist immer der Arzt schuld, nie euer Gott! An den schlechten Dingen sind immer die Menschen schuld!" Das ist für mich genau die Sache, die es mir persönlich unmöglich macht, an Gott zu glauben.
    • An welchen Gott ?
      Oder Götter ?
      Kann man eine Idee wie das Göttliche überhaupt in eine Form prägen?

      Ich selbst habe nach dem Studium von kath. Theologie und Philosophie und langer aktiver Arbeit in der kath. Kirche (Auch als Religionslehrer und Laiendiakon) diesem Verband die Mitgliedschaft gekündigt.

      Ob Gott nun mit mir böse ist, weiß ich nicht. Aber es ist mir auch egal. Ein Wesen, das sich die Zustände auf dieser Erde anschaut, ohne einzugreifen (ich weiß: menschliche Freiheit etc) kann ich nicht mit göttlichen Eigenschaften in Verbindung bringen.

      Nun bin ich agnostischer Pantheist = Heide.
      Ich respektiere alles Leben und versuche so zu leben, dass ich mein Leben vor mir verantworten kann. Niemand anders ist für mein Tun und Denken verantwortlich.
      Das ist schwer, aber so kann ich bewusst leben. Und dann ist es egal, ob es "jenes höhere Wesen, welches wir verehren" gibt oder nicht.

      Jeder soll seinen Glauben leben solange er/sie allen anderen das gleiche recht zugesteht.
      Dann wäre die Welt viel schöner.

      Übrigens : Thor lebt, hab erst kürzlich mit ihm einen Met gehoben :-$
      Neue Lektüre:
      John Norman : Die Nomaden (Gor-Reihe, Bd 4 )
      Wo man liest, da lass dich ruhig nieder,
      böse Menschen lesen keine Bücher
    • @Hans im Schnok:
      *wegbrech*
      Ja, Freya wollte auch vorbeikommen, musste aber dem Weihnachtsmann beim Beladen des Schlittens helfen - die Wichtel waren zu schwach! :mrgreen:

      Was das nicht-Eingreifen trotz der Zustände in der Welt betrifft, so muss ich sagen: Wie dumm wäre es denn auch, wenn Gott oder sonst wer/ etwas uns ständig retten oder ermahnen würde? Irgendwann müssen wir mal selber Verantwortung tragen!

      Wenn wir es nicht auf die Reihe kriegen, haben wir dann üerhaupt das Recht uns "Schöpfung Gottes" zu nennen? Seine Hilfe zu erwarten? - Diese Diskussion führten wir mal auf dem Gymnasium, war sehr interessant! :idea:

      Außerdem (von meinem Gottesbild aus betrachtet) "denkt" Gott nicht in diesem Sinne. Vielleicht hat er nicht mal ein Bewusstsein oder was wir darunter verstehen. Vielleicht werden wir deshalb uns selbst überlassen. Ich sehe Gott nämlich nicht als jemand/ etwas, der/ das mal eben schnell eingreifen kann.
      Dieses Bild würde Gott zu sehr vermenschlichen und ich glaube nicht, dass ein Gott so menschlich ist, sonst wäre es kein Gott.

      Wie gesagt, für mich ist es eine Kraft, die in allen Dingen steckt, egal ob gut oder böse. Und wie dumm sich das jetzt auch immer anhören mag (mir fällt es gerade heutzutage manchmal auch selber schwer daran zu glauben): Ich bin der Ansicht, dass es auch Böses in der Welt geben muss, sonst könnten wir das Gute weder erkennen, noch wüssten wir es zu schätzen! O:-)
    • Wie wahr, missmarple, wie wahr..!!

      Hallo @ll, besonders missmarple.
      Nun, wie am besten anfangen..? Ich habe gezweifelt und doch geglaubt. Und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass Gott lebt. Wie oft hat er schützend seine Hand über mich gehalten, der ich doch in so manchen Krieg verwickelt war. Du sollst nicht töten, ist eines der Bibel-Gebote. Ich habe getötet; -aber ich war Soldat im Krieg. Warum, so habe ich mich oft gefragt, betet man vor einem Einsatz oder danach, wenn man -mit Glück- überlebt hat..? Real beantworten kann man dies nicht, dazu fehlen die entsprechenden Worte. Immer habe ich die Kraft und den Glauben in den Büchern Genesis gesucht, gefunden und gebraucht. Heute brauche ich sie mehr denn je, denn anders könnte ich mein Leben nicht mehr gestalten.
      "Bonprix" weiß, wovon ich rede/schreibe.
      Ja, ich glaube an IHN.
      Eine gute Zeit, rolf723
      Durch Zufall sind wir geworden, und danach werden wir sein, als wären wir nie gewesen.

      hometown.aol.de/rvonameln/homepage/homepage.html
    • @rolf723:
      Ich weiß zwar - Gott sei Dank! - nicht, wie es ist, jemanden töten zu müssen, aber ich kann mir denken, dass es nicht sehr angenehm ist. Zumindest nicht hinterher, wenn man es erst mal realisiert (ich denke während des Kampfes ist es vielleicht mehr wie ein Rausch; das Adrenalin, die Angst, ...)?!
      Ich kenne drei amerikanische Soldaten, einer von ihnen war im Irak - und wäre deshalb fast psychisch drauf gegangen! :!:
      Als ich die Familie besucht habe (während meines Urlaubs im Sommer) wollte ich ihn "trösten", keine Ahnung, ihm irgendetwas sagen, das ihm vielleicht helfen könnte, aber mir ist nichts eingefallen, das nicht abgedroschen oder dumm geklungen hätte - schließlich weiß ich ja nicht wirklich wovon ich da rede. Er war früher so ein guter Kerl: Nett, fast immer gut gelaunt, hilfsbereit, zuvorkommend, STARRKÖPFIG, aber das war gut so.
      Jetzt ist er nicht mehr als ein Wrack! Manchmal erschreckt er heute noch (erzählt seine Frau), wenn Kinder spielen und ein lautes Geräusch zu hören ist (ähnlich eines Schusses oder Einsturzes) und extreme Schlafstörungen hat er auch.
      Da gerade in seinem Umfeld sowieso alle superchristlich sind, wollte ich nicht auch noch mit diesem thema anfangen. Einen Streit hab ich trotzdem mitbekommen und leider ist ihm Gott anscheinend kein so Trost wie dir! :cry:
    • Tja, das altbekannte Thema...ehrlich gesagt, ich würde wahnsinnig gerne glauben, wirklich. Nur...kann ich es nicht.

      Die empirischen Wissenschaften haben z. B. einzig zum Ziel, die Welt unter Rückgriff auf Theorien zu erklären, um die verschiedensten Prozesse rational zu verstehen. Es kann der Wissenschaft also nicht darum gehen, irgendwelche dieser Theorien mit einem Schöpfer als "Lückenbüßer" zu stopfen, sondern sie kann lediglich die neutrale Möglichkeit offen lassen, dass alles auf eine intelligente, über uns stehende "Macht" zurückführbar sein kann.


      Der Glaube kommt doch meist dann ins Spiel, wenn Menschen auf der Basis religiöser Überzeugungen versuchen, den Naturwissenschaften am Zeug zu flicken. Aber wenn z.B. in den nächsten Jahren ein "Einstein der Biologie" ^^ erscheint und die Evolutionstheorie letztgültig belegt, dann ist auch derjenige seinen Glauben los, der ihn vom derzeitigen Kreationismus abhängig gemacht hat. So gesehen kann Glaube zu einem gefährlichen Irrweg werden, wenn die strikte Trennung von den empirischen Wissenschaften nicht gelingt.


      Viele Menschen stellen doch folgende Gleichungen auf:

      Wissenschaft = Wahrheit

      Glaube = Nicht-Wissenschaft = Un-Wahrheit


      Ich meine, beide Gleichungen sind falsch. Die Welt ist bunt und nicht schwarz-weiß, und sie ist viel größer und komplexer als jede naturwissenschaftliche oder religiöse Anschauung sie jemals abbilden kann.

      Und "Gott" ist eine Erfindung dieser Welt. Eine Romanfigur, die einzig dazu dient, seine Geschichte besser zu "verkaufen".
      Wenn es zwei oder mehr Möglichkeiten gibt, etwas zu tun, und wenn eine dieser Möglichkeiten zu einer Katastrophe führt, dann wird sich irgendjemand für genau diese Möglichkeit entscheiden.
    • Original von FallenAngel
      Ich bin der Ansicht, dass es auch Böses in der Welt geben muss, sonst könnten wir das Gute weder erkennen, noch wüssten wir es zu schätzen! O:-)


      Über dieses Thema hatten WIR eine sehr interessante Diskussion. Wie wäre die Welt, wenn alles "gut" wäre und niemals schlimme Dinge geschehen würden,es keine "bösen" Menschen gäbe? Es war wirklich sehr sehr interessant. :thumleft:
      Gibt es schließlich eine bessere Form, mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?

      Charles Dickens
    • Original von Cerura


      Der Glaube kommt doch meist dann ins Spiel, wenn Menschen auf der Basis religiöser Überzeugungen versuchen, den Naturwissenschaften am Zeug zu flicken. Aber wenn z.B. in den nächsten Jahren ein "Einstein der Biologie" ^^ erscheint und die Evolutionstheorie letztgültig belegt, dann ist auch derjenige seinen Glauben los, der ihn vom derzeitigen Kreationismus abhängig gemacht hat. So gesehen kann Glaube zu einem gefährlichen Irrweg werden, wenn die strikte Trennung von den empirischen Wissenschaften nicht gelingt.



      Ich weiß nicht, ob ich da grad etwas verwechsle und auch sonst kenn ich mich nicht so gut aus, aber sonst würd ich sagen: Die Evolutionstheorie widerspricht dem Glauben doch nicht, oder?
      Liebe Grüße, Anna

      :study: Reif Larsen: Die Karte meiner Träume
      :study: Miguel de Cervantes: Don Quijote ------> :jocolor:
    • Original von *anna
      Ich weiß nicht, ob ich da grad etwas verwechsle und auch sonst kenn ich mich nicht so gut aus, aber sonst würd ich sagen: Die Evolutionstheorie widerspricht dem Glauben doch nicht, oder?


      Das kommt eben immer ganz drauf an, was als Glaube interpretiert wird. Im Grunde ist es möglich, alles und jeden für bestimme Ansichten zu benutzen und für eigene Darstellungen zu veranschaulichen.

      @Rabe

      Gäbe es kein "Böse" auf der Welt, wäre der Begriff "Gut" wiederum auch schon hinfällig. Denn dann würden wir nicht unterscheiden können.
      Und ich denke, dass macht es auch hauptsächlich aus, was uns Menschen von anderen "Tieren" unterscheidet.
      In der Welt von "Tieren" gibt es nur das Gesetz der Natur, kein "Gut", kein "Böse" sondern nur den natürlichen Lauf der Dinge. Und genau so würde imho auch "unsere" Welt dann aussehen.

      Was natürlich nur eine Theorie meinerseits ist^^
      Wenn es zwei oder mehr Möglichkeiten gibt, etwas zu tun, und wenn eine dieser Möglichkeiten zu einer Katastrophe führt, dann wird sich irgendjemand für genau diese Möglichkeit entscheiden.
    • Ich denke auch, dass der Mensch einen Glauben braucht. Denn dieser gibt uns Zuversicht, Hoffnung und auch Moralvorstellungen!! Wenn ich mal daran denke, was wir mit unserem Planteten schon alles gemacht haben, und was man wahrscheinlich noch alles tun wird, dann frage ich mich manchmal wirklich, warum??! Und würde es die Religion nicht geben, würde die tief in uns versteckte Moral verloren gehen.
      Natürlich hat die Kirche viel schlimmes gemacht, ich glaube, dass kann man gar nicht abstreiten. Aber was sie getan haben, hat ja nicht Gott getan! Es waren die Menschen, die dachten sie hätten Gott verstanden! Also zählt für mich das Argument nicht, dass man nicht glaubt, weil die Kirche so viele Fehler begannen hat!
      Es ist ein Unterschied, ob ich sage, ich glaube an Gott, ich glaube an die Bibel, oder aber auch ich glaube an die Kirche!!
      Ich persönlich glaube an Gott. Auch, wenn es viele Sachen gibt, wo ich Fragen habe, aber auf die ich keine Antwort finde...Und ich wahrscheinlich auch keinen sehr festen Glauben habe, aber wenn ich mir die Welt angucke, so fällt es mir doch irgendwie schwer zu glauben, dass all das, nur auf Grund eines Zufalls entstanden ist! In meinen Augen befassen sich Naturwissenschaften mit einem höheren Plan!!!

      Aber letztendlich muss jeder für sich allein entscheiden ob er glauben will oder nicht...
      Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.
      (Herman Hesse)
    • @anna:
      Generell finde auch ich, dass der Glaube in keinster Weise mit der Evolutionstheorie in Konflikt steht. Wie gesagt: Ersterer ist die Antwort nach dem WARUM? und letztere ist die Antwort auf die Frage WIE?
      Natürlich gibt es immer wieder Leute, die meinen nur eines von beiden sei komplett richtig, weil sie persönlich nur an eines der beiden glauben, aber das ist intolerent und irgendwie auch falsch. Denn das Eine schließt das Andere nicht aus - wie denn auch?! :idea:



      @Vuelta:
      Ich finde es auch schrecklich, wenn Leute diese total unterschiedlichen Begriffe durcheinander bringen. Wie du schon sagtest: Die Kirche ist nicht Gott (geschweigedenn umgekehrt)!
      Und auch ich glaube, das der Glaube das Einzige ist, was eine ganze Menge Menschen noch gblieben ist.
      Ob ich persönlich es bevorzuge in die Kirche zu gehen oder nicht ist da vollkommen gleichgültig, das muss jeder für sich entschieden - so viel Freiheit sollte jeder Mensch noch haben!
      Und auch wenn ich viele Dinge, die die Kirche getan hat, verurteile, so muss man doch (wenigstens ab und zu) auch die guten Dinge sehen, die die Kirche getan/bewirkt hat!
    • Ich glaube nicht an Gott als einen alten Mann mit langem, weißem Bart, der irgendwo über uns auf einer Wolke sitzt (sehr überspitzt ausgedrückt). Aber ich bin der Meinung, das irgendwas schon dafür verantwortlich ist, das unser Leben so läuft, wie es läuft... Ob es nun das Schicksal ist oder Gott oder ob Gott unser Schicksal leitet, ich denke, da sollte sich jeder seine eigenen Gedanken drüber machen.

      Ich bin allerdings auch der Meinung, das ich nicht unbedingt einer Religion angehören muss, um an Gott zu glauben. Am schlimmsten finde ich es, wenn sich am Weihnachtstag die Kirchen mit den "ach so gläubigen" Menschen füllen, die an allen anderen Tagen im Jahr nicht über ihn nachdenken...

      Unter anderem gebe ich Vuelta recht, weil ich denke, das viele Leute ohne ihren starken Glauben schon oftmals verzeifelt wären...
      Ich mache immer mehrere Diäten, weil ich von einer nicht satt werde :D
    • @moplue:
      Das Bild, das du angesprochen hast, finde ich auch schlimm.
      Erst bringt man den Gläubigen bei (laut Bibel), dass man sich kein Abbild von Gott machen soll, weil das ebenfalls nur ein Götze wäre, wie in all den anderen "falschen" Religionen auch und dann sowas! ](*,)
      Außerdem ist der Begriff "Gott" für mich so oder so deshalb benutzt worden, weil es sich eben nicht um eine Macht handelt, die wie ein Mensch ist!
      Und ja: Mich regen die Leute auch auf, die z.B. an Weihnachten in die Kirche gehen, nur um zu beweisen wie super-christlich sie sind! Oder die alten Weiber, die mit meiner Oma Sonntags in der Kirche hocken. :roll: Die gehen nur hin, um zu lästern (über jemandes Kleider, Vorfälle in der Familie, ...) :evil:

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