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Das Einstein-Mädchen: Roman
von Philip Sington (Übersetzer: Sophie Zeitz)

Art: Taschenbuch

Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag

ISBN-10: 3423247835
ISBN-13: 9783423247832

Termin: Juni 2010

Bewertung: [ Anzeigen ]
7 Buchbesitzer:
 
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Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Krimi/Thriller, Psychothriller, Love&Romance, Fantasy, Historische Romane

1

Samstag, 19. Juni 2010, 00:21

Philip Sington - Das Einstein-Mädchen

(Nun bin ich doch wirklich mal die Erste, die ein Buch rezensiert. Ich bin mit total unsicher, ob ich das Buch in das richtige Genre gepackt habe. Auf dem Buchrücken steht in einer Kritik, das es ein historischer Thriller ist, jedoch erscheint mir das Buch ganz und gar nicht in das Genre "Thriller" oder "Historische Romane" zu passen...bei Bedarf kann das ganze gerne noch verschoben werden :uups: )

Klappentext:

Berlin 1932. Eine junge Frau wird im Wald bei Caputh bewusstlos aufgefunden und in die Charité eingeliefert. Als sie aus dem Koma erwacht, kann sie sich an nichts erinnern, nicht einmal an ihren Namen. Bei ihr findet man nur einen Programmzettel von einem Vortrag Albert Einsteins. Martin Kirsch, der zuständige Psychiater, ist fasziniert von diesem Fall- und von seiner Patientin. Wer ist sie?Gibt es eine Verbindung zu Einstein, dem berühmtesten Wissenschaftler der Welt?

Zum Autor:(Beschreibung aus dem Klappentext des Buches)

Zitat

Philip Sington studierte Geschichte in Cambridge und arbeitete als Journalist und Magazinherausgeber, Drehbuch- und Theaterautor. Er lebt mit seiner deutschen Frau und seinem kleinen Sohn in London. Unter dem Pseudonym Patrick Lynch (hinter dem sich das Autorenduo Philip Sington und Gary Humphreys verbirgt) hat er mehrere Wissenschaftsthriller veröffentlicht, die sich international millionenfach verkauft haben.

Eigene Meinung:

Zunächst wurde ich nicht enttäuscht, was die Psychiatrie bzw. die psychiatrischen Behandlungsstrategien psychisch Kranker in der Vorkriegszeit bzw. der Phase während der Machtergreifung Hitlers, angeht. Es wurden zwar nicht viele Strategien erläutert, aber die ganze Entwicklung der Erforschung und Behandlung psychischer Krankheiten steckte noch in den Kinderschuhen, auch wenn schon zu früherer Zeit viel mit Medikamenten und anderen Therapieansätzen herumexperimentiert wurde. So wird die Insulinschocktherapie und ihre Auswirkungen sehr detailgenau beschrieben. Kennt man sich etwas aus, kann man leichte Parallelen zur heute noch gängigen Elektrokrampftherapie ziehen (welche jedoch oftmal nur noch eingesetzt wird, wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten vollends ausgeschöpft sind).

Sehr interessant waren die vielen verschiedenen Einstellungen zu psychisch erkrankten Menschen und die ersten Ansätze weniger Psychiater, des Verständnisses, dass diese Menschen nicht "irre" sind (was auch heute leider noch häufig als Stigma in den Köpfen der Gesellschaft rum schwirrt), sonder wirklich krank und medizinische/psychische Hilfe benötigen.

Leider hatte das Buch ein paar wenige "Durststrecken", vor allem, als die ganzen Therorien Einsteins erläutert worden sind. Sicher kann auch ein "Physiklaie" seine Gedanken nachvollziehen, aber manchmal empfand ich das ganze doch minimal ermüdend (vielleicht interessiert mich die ganze Materie aber auch einfach nicht sooo sehr). Allerdings erlangte man so einen kleinen Einblick in das Leben Einsteins und seiner Familie und bekam sofort Lust auch weiter über sein Leben zu recherchieren (was ich auch direkt getan habe! :-))

Zu Beginn verwirrten mich die ganzen genannten Namen und die verstrickete Geschichte um Marija, Kirsch und Einstein, so dass ich Schwierigkeiten hatte von Anfang an im Geschehen zu sein, dies löste sich jedoch nach ein paar Kapitel auf.

Mich fesselte das Geschehen nicht wie ein guter Thriller, trotzdem wollte ich aber doch stets wissen wie es weiter geht und konnte das Buch nur schlecht für lange Zeit aus der Hand legen.

Insgesamt ein gelungener, doch recht anspruchsvoller Roman, den ich jederzeit weiter empfehlen würde an Menschen, die sich für die Geschichte und Medizin bzw. Pychatrie/Psychologie der Zeit um 1933 und natürlich für Einsteins Geschichte interessieren.

Für mich hat das Buch :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: von 5 Sternen verdient!
:) Wohl dem, der gelernt hat zu ertragen, was er nicht ändern kann :)
Gelesene Bücher 2010: 77 (33983 Seiten)
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2

Samstag, 19. Juni 2010, 06:06

@Seestern
Sehr ansprechende Rezension. Danke. Bin mir sicher, dass das Buch mich interessieren würde. Physik, Medizin, Psychologie - was will man mehr :wink:
2010 gelesen: 100 :study:
---------------------
"Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"
Dalai Lama
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3

Samstag, 19. Juni 2010, 08:47

Deine Rezession hat mir wirklich Lust gemacht, dieses Buch zu lesen. Beim nächstes Büchershopping wird es sicher in meinem Körbchen landen :D
Mein Herzschlag kommt dem Pulsieren eines Sternes gleich,
also bin ich ein Kind des Universums.


(Andreas Pommerencke)
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4

Samstag, 19. Juni 2010, 10:41

Da bin ich beruhigt, dass die rezi ok ist, danke!...hab da irgendwie immer etwas Sorge... :uups:

Laut Vorablesen kommt es ab den 1.7. in den Handel :wink:
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5

Samstag, 19. Juni 2010, 10:48

Danke für deine Rezi Seestern. Ich habe das Buch auch gerade eben fertig gelesen.
Auch ich erwartete laut Leseeindruck und Cover einen Thriller, um dann festzustellen, dass es da nicht hin passt, und auch historisch nur bedingt. Doch auch vorablesen scheint dies bemerkt zu haben, denn das Buch ist nun unter Literatur zu finden.
Deine hier angegebenen Beurteilungspunkte stimmen so ziemlich mit meinen überein. Die verschiedenen Behandlungstherapien und die unterschiedlichen Meinungen der Ärzte waren ja recht interessant, aber auf Dauer für mich zu detailiert, auch gehörten Naturwissenschaften bisher nicht zu meinen Vorlieben. Somit waren "Durststrecken" vorhersehbar. Man sollte daher nochmals darauf hinweisen, dass Philip Sington ein Autor für Wissenschaftsthriller ist, was hier auch voll zum Tragen kommt, wenn auch der Thriller dabei zu kurz geraten ist. Dagegen regte mich das Buch über das Leben von Einstein nachzulesen an. Das Zusammenspiel von Fiktion und Tatsachen gelang dem Autor sehr gut. Was mir fehlte war ein Sympathieträger. Das hätte Kirsch sein können, aber ich konnte nie in sein Innerstes vordringen. Und vor allen Dingen hätte ich mir mehr Spannung gewünscht. Es gab zwar einiges an Verschlüsseltem, Geheimnisvollem, das sich am Schluß auch aufklärt, aber fesselnde Momente vermißte ich trotzdem, keine Spannung im herkömmlichen Sinne.
Ich empfehle das Buch all jenen, die sich für wissenschaftliche Themen in Romanform begeistern können. Unter dieser Berücksichtigung kann ich mich auf :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: einigen.

Liebe Grüsse
Wirbelwind

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6

Samstag, 19. Juni 2010, 10:50

Ich habe gestern gesehen unsere Buchhandlung hat es bereits ausliegen. :)

Liebe Grüsse
Wirbelwind

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7

Dienstag, 22. Juni 2010, 21:06

Aus Zürich schickt ein (vorerst) Unbekannter ein Manuskript an eine Frau namens Elisabeth, die auf dem Weg nach Berlin ist. Sein Wunsch: Sie soll dem Buch einen Titel geben.
Im Mai 1933 sucht Alma ihren Verlobten Martin Kirsch, der seit zwei Wochen verschwunden ist. Er war Arzt für Psychiatrie an der Berliner Charité. Unterstützt wird Alma von dem gemeinsamen Freund Robert Eisner, einem Kollegen Martins.

Mit diesen beiden Vorgaben steigt der Leser in den Roman ein, muss aber sofort die Uhr um ein halbes Jahr zurückdrehen bis zum Oktober 1932, als eine junge Frau gefunden wird, verletzt, ohne Kleider oder Papiere, die einen Hinweis auf ihre Identität geben könnten. Wegen eines in der Nähe gefundenen Programms zu einem Vortrag Albert Einsteins wird die Frau "Einstein-Mädchen" genannt. Neben den körperlichen Blessuren leidet sie an Gedächtnisverlust. Dr. Martin Kirsch bemüht sich, die Patientin auf seine Station zu verlegen, denn er glaubt, die schöne Unbekannte zu kennen. Aber Kirschs Position im Krankenhaus ist nicht unumstritten.

Einen Spannungsroman mit Krimi-Elementen (den ich allerdings nicht als Krimi oder Thriller bezeichnen würde) in der Zeit unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg anzusiedeln, ist eher ungewöhnlich. Auch wenn das "Opfer eines Verbrechens mit Amnesie" zu beliebten Krimi-Motiven gehört, hat der Autor mehr daraus gemacht als die Suche nach dem "Wer ist es?" Er macht den Leser vertraut mit den Behandlungsversuchen an psychisch kranken Menschen in einer dunklen Zeit, die gerade einmal 60-70 Jahre her ist. Kirsch, der nach anderen Heilungswegen sucht, ist selbst auch ein Zerrissener: Zwischen seinen Gefühlen für das Einstein-Mädchen und Alma, mit der er verlobt ist, geplagt von Trauer um seinen toten Bruder und gezeichnet vom Kriegseinsatz als Chirurg, aus dem er ein seelisches Trauma und eine schwere Krankheit mitgebracht hat.
Sein Weg, hinter das Geheimnis des Einstein-Mädchens zu kommen, führt Kirsch nach Zürich, wo Einsteins erste Frau lebt und wo dessen Sohn in einer psychiatrischen Klinik untergebracht ist. Tatsächlich scheint Albert Einstein selbst die zentrale Figur der mysteriösen Geschichte zu sein. In diesem Zusammenhang referiert der Autor Einsteins Forschung so, dass sie auch einem Laien verständlich wird. (Ich muss zugeben: Zum ersten Mal habe ich zumindest kapiert, um was es Einstein überhaupt ging.)

Seine Spannung bezieht das Buch weniger aus spektakulären Ereignissen oder temporeichen Szenen, sondern aus der gekonnten Verknüpfung von tatsächlicher Historie mit fiktiver Handlung, von historischen und fiktiven Personen. Es stören allerdings zwei lose Handlungsfäden, die der Autor nicht zu Ende geführt hat.

  Spoiler Spoiler

1. Robert Eisners Experiment mit dem Wahrheitsserum bleibt folgenlos für ihn, für Kirsch und für Elisabeth.
2. Kirsch schrieb an Alma einen Abschiedsbrief, der von einem Dienstmädchen fälschlicherweise zur Post gegeben wurde, obwohl er ihn nicht abschicken wollte. Davon ist später nicht mehr die Rede.

Die wechselnden Schauplätze und die schnellen Übergänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Kirschs und Elisabeths Handlungen erfordern vor allem im letzten Drittel eine erhöhte Konzentration beim Lesen.

Bei der Auflösung stellt sich mir eine Frage, die mich bei historischen Romanen immer wieder beschäftigt: Wie weit darf ein Autor einer realen Person Taten oder Untaten zuschreiben? Darf die künstlerische Freiheit so weit gehen, dass sie einen Menschen, der tatsächlich gelebt hat, diskreditiert?
Glücklicherweise hat Sington seinen Roman mit einer grandiosen Pointe beendet, die diese Frage überflüssig macht. Aber eine neue aufwirft:

  Spoiler Spoiler

Wie konnte Eduard in seiner abgeschotteten Schweizer Klinik von den geheimen Euthanasieplänen der Nazis gegenüber Menschen mit geistigen, psychischen oder körperlichen Beinträchtigungen wissen?
ich lese gerade

Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich (Nietzsche)
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8

Dienstag, 22. Juni 2010, 21:30

  Spoiler Spoiler

Falls Alma den Brief tatsächlich erhalten hat, ist mir auch unklar warum sie nicht auf dessen Inhalt eingeht.
Und woher Eduard sein Wissen hat, obwohl er doch von der Außenwelt so abgeschottet ist, bleibt im Dunkeln. Vielleicht würde der Autor mit guter Kombinationsgabe, da helles Köpfchen antworten. :wink:

Marie mit wievielen Sternchen bewertest du das Buch?

Liebe Grüsse
Wirbelwind

:study: Colin Cotterill, Totentanz für Dr. Siri
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9

Dienstag, 22. Juni 2010, 21:50

Ich schließe mich an: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: . Während des Lesens war ich 5 Sternen nahe, aber dann waren es doch ein paar Ungereimtheiten zuviel für die volle Punktzahl.

  Spoiler Spoiler

Dann muss er wohl ein HELLseherisches Köpfchen haben. Denn er weiß sogar den Namen eines der Drahtzieher der Säuberung: Eugen Fischer.

@ Wirbelwind,
was sagst Du zu der Pointe? Mich hat sie begeistert,

  Spoiler Spoiler

ich finde es immer wieder toll, wenn Autoren mich reinlegen. Wenn sie mir im Buch zig Hinweise geben, wie der Hase läuft, und ich es nicht merke, sondern am Ende völlig überrascht bin.
ich lese gerade

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10

Mittwoch, 23. Juni 2010, 09:51

Nun das Ende war unerwartet und das freut mich stets, denn meist rieche ich den Braten schon von weitem. :lol:

Liebe Grüsse
Wirbelwind

:study: Michaela Murgia, Accabadora
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11

Freitag, 25. Juni 2010, 22:05

Mir hat der Roman auch gut gefallen. Vielleicht waren die Ausführungen über Einsteins Theorien ein wenig zu ausführlich, aber das hat mich dann letztendlich auch nicht so sehr gestört. :wink:
Das Ende war überraschend!
Ich kann mich den positiven Rezensionen hier nur anschließen.

:bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
Jeder trägt die Vergangenheit in sich eingeschlossen wie die Seiten eines Buches, das er auswendig kennt und von dem seine Freunde nur den Titel lesen können. (Virginia Woolf)

:study: Alina Bronsky - Die schärfsten Gerichte...
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12

Montag, 28. Juni 2010, 16:30

Ich häng mich mal dran :winken:

Klappentext:
Berlin 1932. Eine junge Frau wird im Wald bei Caputh bewusstlos aufgefunden und in die Charité eingeliefert. Als sie aus dem Koma erwacht, kann sie sich an nichts erinnern, nicht einmal an ihren Namen. Bei ihr findet man nur einen Programmzettel von einem Vortrag Albert Einsteins. Martin Kirsch, der zuständige Psychiater, ist fasziniert von diesem ungewöhnlichen Fall - und von seiner Patientin. Wer ist diese Frau? Gibt es eine Verbindung zu Einstein?

Meine Meinung:
Die ist mal ein Thriller der ganz anderen Art und ich hätte Ihn eher als Krimi bezeichnet.Zum einen geht es um die Protagonistin Marija und zum anderen um den Protagonisten Martin Kirsch, Psychiater an der Berliner Charite, dessen Sorge und Verdacht um Marija schon fast zur Obsession wird.
Der Autor versteht es den Leser immer wieder zu verwirren und auf die falsche Fährte zu locken. Ich weiß nicht wie oft ich meine Theorien und Vermutungen wieder verworfen hab. Verschiedene Handlungen werden dezent in einander verbunden und Albert Einsteins Leben sowie seine Theorien spielen dabei eine große Rolle.
Ich musste bei diesem Roman immer wieder absetzen und nachdenken. Manchmal zog sich die Handlung etwas, war aber dennoch interessant genug, dass ich weiter lesen wollte um endlich zu erfahren was es mit dem Einstein-Mädchen auf sich hat.
Philip Sington hat bei diesem Roman meiner Meinung nach sehr gut recherchiert, was man an den verschiedenen Orten, Geschehnissen, Krankheiten und deren Handlungsmethoden feststellen konnte.
Der Roman spielt in den Dreißiger Jahren in Berlin und bringt auch den Krieg und seine Folgen zur Sprache. Auf die Handlung selber, möchte ich jetzt gar nicht so eingehen, denn ich denke genau das macht diesen Roman aus. Der zukünftige Leser sollte die Chance bekommen selber zu rätseln und zu grübeln, welche Handlung nun wie zusammenhängt.
Der Roman hat 457 Seiten und am Ende befindet sich eine historische Anmerkung die noch einmal Aufschluß gibt.
Philip Sington studierte Geschichte in Cambridge und arbeitete als Journalist und Magazinherausgeber, Drehbuch- und Theaterautor. Er lebt mit seiner deutschen Frau und seinem kleinen Sohn in London.

Fazit: Dieser Roman ist keine leichte Kost, dafür aber umso lesenswerter und interessant. Ein Roman mit vielen Handlungssträngen, Theorien und Ereignissen. Eine Geschichte die noch lange nachwirkt.
Laß die Leute reden so bleib ich wenigstens im Gespräch :wink:
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13

Sonntag, 18. Juli 2010, 22:32

Leider nicht so gut wie die LP vermuten ließ....

Da dieses Buch interessante Themen für mich beinhaltete ,denn ich interessiere mich für Psychologie und Physik, freute ich mich sehr das Buch lesen zu dürfen.
Philip Singtons Beschreibungen von Orten oder der Physik sind zu meist großartig im Detail geschildert und vermitteln Tiefe und der Stil seiner Wort- und Satzwahl ließt sich phantastisch doch war ich vom gesamten Buch etwas enttäuscht, denn nach der LP war ich sehr gespannt ob der Autor das umsetzt was mir die LP versprach. Ich hatte eine ganz andere Vorstellung von der Geschichte und hatte mir somit etwas anderes erhofft und bin somit nun etwas enttäuscht.
Sie versprach Thrilleratmosphäre mit psychologischer Spannung verknüpft mit einem sprachlich wunderbaren Schreibstil der einen in die Atmosphäre von Berlin in den 30er Jahre versetzt. Der Sprachstil war auch weiterhin sehr gut und ließ sich flüssig lesen, aber die Story ist definitiv kein Thriller.
Leider gab es keine richtige Spannung und auch nicht die erwartete Atmosphäre und mir fehlte die Tiefe der Charaktere und somit tat ich mich schwer mit der Motivation zum weiterlesen..
Meiner Meinung nach ist es ein ruhiger, historischer literarischer Roman.
Es ist kein seichter Lesestoff oder schnelles Buch für zwischendurch, sondern anspruchsvollere Literatur die Konzentration erfordert.
Psychologisch ist die Geschichte sehr interessant gestaltet aber manche Längen darin erschweren den Lesefluss.
Leider hörte man zum Ende nichts mehr von Alma, obwohl es am Anfang doch so aussah als ob sie zu den Hauptcharakteren gehöre.
Gut gefallen hat mir der Einblick in die Psychiatriezeit der 30er Jahre.
Einige Handlungen verliefen leider im Sande, sie wurden nicht wieder erwähnt oder aufgegriffen, was für den Leser schade ist, denn er will ja wissen was daraus resultiert.
Insgesamt gesehen konnte ich leider nicht richtig in die Handlung des Geschehens eintauchen, denn es gab für mich zu viele verwirrende Stellen und Sprünge in der Story und finde somit die Geschichte nicht ganz perfekt durchdacht.

:bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: ,5 Sterne
„Man sollte auch gute, ja, ausgezeichnete
Bücher verbieten, bloß damit sie mehr gelesen und beachtet werden.“

Albert Camus, Schriftsteller und Philosoph

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14

Montag, 16. August 2010, 12:31

Das Buch:
Ein junges Mädchen wird im Wald gefunden, ohne persönliche Dokumente, außer einer Karte. Sie wird fortan das Einstein-Mädchen genannt. Martin Kirsch interessiert dieser Fall mehr als irgend ein anderer und er beschäftigt sich mit dem Mädchen. Plötzlich ist Dr. Martin Kirsch unauffindbar und seine Verlobte Alma macht sich mit ihrem besten Freund Robert auf die Suche nach ihm........
Meine Meinung:
Philip Sington entführt den Leser in die Welt der Psychatrie der damaligen Zeit. Hierbei erhält man einen interessanten Einblick, welche Versuche damals mit psysisch kranken Menschen durchgeführt wurde, und welche Behandlungsmethoden angewendet werden. Sington hat eine brilliante Recherche in Bezug auf Albert Einstein und den Nationalsozialismus durchgeführt und lässt diese Erkenntnisse in das Buch einfließen. Hierbei muss ich aber sagen, dass stellenweise durch eine große Ausführlichkeit, lange "Durststrecken" entstanden, vor allem, wenn es um Einstein geht. Er verliert sich zunehmend in der Historie um Albert Einstein. Hier hat für mich die Leseprobe mehr versprochen, als das Buch gehalten hat. Jedoch erschwert er das Lesen nicht durch schwierige Schreibweise. Man kann sich schnell in die Hauptpersonen einfinden, da er eine einfache Schreibweise nutzt, ohne riesige sprachliche "Umwege" zu benutzen. Dennoch ist es spannend und interessant geschrieben und hat einen hohem Lernfaktor.
Fazit:
Anspruchsvolles, spannendes Buch welches nichts für eine Lektüre für zwischendurch ist. Trotz der angemerkten Kritik würde ich es zum Lesen weiterempfehlen.
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