Meine Meinung:
Im vierten Band von François Lelords Hector-Reihe geht es um Petit Hector, dem Sohn von Hector, dem Psychiater, und seiner Frau Clara.
Eigentlich hat Petit Hector großes Glück: er hat die besten Eltern der Welt, ist gut in der Schule, hat viele Freunde und sogar eine Freundin. Trotzdem ist Petit Hector nicht immer glücklich. Sorgen drücken ihn, er macht sich Gedanken um seinen Alltag und die Welt. Wie sein Vater beginnt er seine Gedanken und Lebensweisheiten in ein kleines Notizheft zu schreiben. So dokumentiert er die Lektionen, die ihm das Leben lehrt.
In den folgenden, recht kindlich geschriebenen, Kapiteln, stellen sich Hector immer wieder unterschiedliche Fragen, die sein Papa und seine Maman versuchen, ihm zu erklären.
Besonders gefallen hat mir dabei, dass Papa und Maman keineswegs immer einer Meinung sind. Während Maman die Auffassung vertritt, dass man stets das Gute tun soll, denkt sein Papa, dass man auch die Konsequenzen bedenken muss, bevor man handelt.
Während Petit Hector in einem behüteten Elternhaus auf wächst, hat er Freunde, deren Familien es nicht so leicht haben. Da ist z.B der asiatische Binh, der bei seinen Großeltern auf wächst, oder der muslimische Orhan, dessen Vater schwer arbeiten muss. Petit Hectors Eltern haben jedoch Kontakt zu diesen verschiedenen Familien. Petit Hector hält für sich fest:
“Verschiedenheit heißt, dass nicht alle gleich sind. Man kann aber trotzdem gern mit ihnen zusammen sein, selbst mit denen, die die Verschiedenheit nicht mögen.“
Zunächst fand ich es schade, dass man nicht erfährt, wie alt Petit Hector ist. Aber dadurch hat der Autor Fragen aufwerfen können, die eher unterschiedlichen Altersstufen zuzuordnen sind.
Während ich den zweiten Band „Hector und die Geheimnisse der Liebe“ abgebrochen habe, hat mir dieser Roman gut gefallen. Da Petit Hector die Hauptperson war, empfand ich die kindlich-naive Sprache angemessen.
Der letzte Eintrag Petit Hectors in sein Notizheft erscheint mir als Schluss sehr passend:
„Die Straße des Lebens, das ist ungefähr das Gleiche wie das Leben mit dem ganz großen L.“
Fazit: Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, kleine philosophische Ausflüge aus der Sicht eines Kindes, aber auch das Schmunzeln kommt nicht zu kurz.
Von mir