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Ähnliche Bücher:
Die Abendröte im Westen.
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Art: Taschenbuch
Verlag: Rowohlt Tb.

ISBN: 9783499222870

Termin: März 1998


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  • "tom leo" started this thread

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1

Friday, February 25th 2011, 10:02pm

Cormac McCarthy - Die Abendröte im Westen

Original: Blood Meridian, Or the Evening Redness in the West (1985, Englisch/USA)
Übersetzung: Hans Wolf

ZUM INHALT:
Ein an historische Ereignisse angelehnter Roman über die Indianerkriege und die amerikanische Expansion nach Westen, voller Gewalt und Grausamkeit; ein mythisches Weltuntergangsepos wie nach Bildern von Bosch und Dalí. Hauptfigur ist ein vierzehnjähriger Junge, der 1850 nach Texas kommt und sich einer Bande marodierender Exsoldaten, Desperados und Abenteurer anschließt, die Komantschen, Apachen und friedliche Siedler abschlachten. (Quelle: rororo-Klappentext)

ANMERKUNGEN:
Keine abschließende Rezension, sondern eine kleine Vorstellung. Es sei vorneweg gesagt: ich kam mit diesem Buch nichts ans Ende, sondern legte es nach 80 Seiten und einer ausgesprochen grausamen Szene beiseite.

Im letzten Jahr hatte mich „Die Straße“ und der dortige Stil McCarthys sehr beeindruckt, ja, das zählte eindeutig zu den Highlights des Lesejahres. Und als ich neulich dieses mir bislang unbekannte Buch auf des Autoren Namen hin ergatterte, machte ich mich sicherlich erneut auf eine düstere Atmosphäre gefasst, jedoch nicht auf eine solche Ballung an Gewalt und Hoffnungslosigkeit. Ja, in diesem Universum ist jede Seite der Kampf auf Leben und Tod und, laut Einführungstext in meiner Ausgabe, „beschreibt McCarthy Geschichte und Fortschritt der Menschen als Ausgeburt niederster Triebe, die ihn zum unausweichlichen Untergang verdammen“.

Doch wurde „dieses sein Buch von 1985 in eine Liste des Magazines Time aufgrund einer Umfrage über die 100 besten Bücher in englischer Sprache, erschienenen zwischen den Jahren 1923 und 2005, aufgeführt. In einer Umfrage von 2006, veranstaltet von der The New York Times zum besten amerikanischen Roman, publiziert in den letzten 25 Jahren, stand er sehr weit oben.“ (Quelle: Wikipedia)

Womit kann man das erklären? Vielleicht hat dieser Roman denn also wirklich mit romantischen Assoziationen mit dem goldenen Westen aufgeräumt, und einen Kampf ums Überleben dargestellt? Und somit insbesondere den Amerikanern etwas zu sagen gehabt?

Vielleicht sind andere Leser gewaltsamsten Darstellungen distanzierter eingestellt und können diesen Roman besser einordnen, doch für mich war es zuviel verlangt. Sensibleren Herzen also keineswegs empfohlen und eventuell nicht der beste Einstieg in das Werk des Autors, der hier im Büchertreff bisher eher positive Reaktionen auslöste, von „Child of God“ mal abgesehen ( http://www.buechertreff.de/rezensionen/u…thy-index1.html )?!

Das Buch soll 2011 von Todd Field verfilmt werden.

ZUM AUTOR:
Cormac (eigentlich: Charles) McCarthy wurde 1933 in Rhodes Island geboren und wuchs in Knoxville/Tennessee, auf. Für seine Bücher wurde er u. a. mit dem William Faulkner Award, dem American Academy Award, dem National Book Award und dem National Book Crities Circle Award ausgezeichnet. 2007 erhielt er für seinen epochalen Roman „“Die Straße“ den Pulitzerpreis. McCarthy lebt heute in dritter Ehe in El Paso, Texas. Er hat zwei Söhne. Dem Literaturbetrieb steht er distanziert und kritisch gegenüber.

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: rororo; Auflage: 3 (2. März 1998 )
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499222876
ISBN-13: 978-3499222870
Gruß, tom

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2

Sunday, February 27th 2011, 8:16am

Ich kenne den Roman nicht, habe aber von MCarthy die Border Trilogie - All die schönen Pferde/Grenzgänger/Land der Freien - gelesen.
Das sind auch Western Stories, mythisch überhöht, poetisch und sehr gewalttätig. Sie haben mir nicht gefallen, eher geärgert. Deshalb werde ich diesen Roman nicht lesen - vor allem auch dank Deiner Rezension, in der das Unwohlsein bei der Lektüre deutlich wird.

Ich wundere mich, dass der eigenwillige Cowboy-Geschichten-Schreiber McCarthy unterdessen auch in Deutschland Erfolg hat. Seine Welten liegen doch für einen Mitteleuropäer weiter entfernt als die Besiedlung des Mars.

** Danke für die Vorstellung dieses Buches **
Es gibt keine grössere Einsamkeit als die des Samurai. Es sei denn die des Tigers im Dschungel

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3

Sunday, February 27th 2011, 11:11am

Danke für die Warnung.

Wenn ich das Buch in der Bücherei oder auf einem Flohmarkt gesehen hätte, hätte ich es wegen des Autors sofort mitgenommen. Aber erst kürzlich habe ich bei "Wir sind die Könige von Colorado" festgestellt, dass extrem gewaltsame Szene mir tatsächlich aufs Gemüt schlagen.

Daher: Lieber nicht.
ich lese gerade

Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

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  • "tom leo" started this thread

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Sunday, February 27th 2011, 3:26pm

Ich betone nochmals, wie beeindruckt ich von "Die Straße" war. Natürlich war auch dort die Atmosphäre "finster", doch ergab sich für mich mehr als nur ein absolut hoffnungsloses Endergebnis. Ja, ich sah eine Note der Hoffnung.

HIER habe ich bis zum Abbruch nur "schwarz" gesehen. Natürlich w¨re es interessant, wenn ein anderer Leser hier durchhalten kann, und uns vielleicht aufzeigen kann, wie sich das Ganze im Gesamtkontext verstehen und bewältigen läßt.


Wenn ich das Buch in der Bücherei oder auf einem Flohmarkt gesehen hätte, hätte ich es wegen des Autors sofort mitgenommen.


SO war's!
Gruß, tom

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Sunday, February 27th 2011, 4:31pm

Quoted

von tom leo:
Natürlich w¨re es interessant, wenn ein anderer Leser hier durchhalten kann, und uns vielleicht aufzeigen kann, wie sich das Ganze im Gesamtkontext verstehen und bewältigen läßt.

Das würde mich auch interessieren.
Die hiesige Bücherei hat es nicht im Katalog, sonst hätte ich es ja mal versuchen können. Auf meinem SUB liegt nur noch die Border - Trilogie des Autoren, die ich unbedingt mal lesen sollte.
Jeder trägt die Vergangenheit in sich eingeschlossen wie die Seiten eines Buches, das er auswendig kennt und von dem seine Freunde nur den Titel lesen können. (Virginia Woolf)


:study: Ich lese gerade:

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Sunday, February 27th 2011, 6:20pm

Quoted

von tom leo:
Natürlich w¨re es interessant, wenn ein anderer Leser hier durchhalten kann, und uns vielleicht aufzeigen kann, wie sich das Ganze im Gesamtkontext verstehen und bewältigen läßt.

Das würde mich auch interessieren.


Ja, wie DU das lesen würde wäre wirklich interessant, zumal ich in anderen Freds zu McCarthy Deine Begeisterung gesehen hatte. Und natürlich fühle ich mich auch etwas verunsichert, wenn dieses Buch in den USA solch einen einschlagenden Erfolg hatte und - gegen meinen Erwartungen - als ganz wichtiges etc. Werk dahingestellt wird. Dann denke ich: okay, ich habe es eben nicht recht zu lesen verstanden, bzw. es war wohl nicht für mich das Leseerlebnis.

Doch eventuell mag es für andere Büchertreffler eine Entdeckung sein!

EINE Meinung könnte uns manchmal vom Lesen abhalten. Es ist mir aber durchaus auch schon passiert, ein Buch als außergewöhnlich einzustufen, dass hier teils mit einem oder zwei Sternchen bewertet wurde. Also...: nur zu! Wer wagt's?
Gruß, tom

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Monday, February 28th 2011, 10:12pm

Nebst „Der Strasse“ las ich „Kein Land für alte Männer“ einen ebenso sehr düsteren Roman, spröde und sehr Trostlos. Ein wirklich sehr guter Roman.
Dieses Buch scheint Cormac McCarthy jedoch nicht gelungen zu sein, oder er hat eine Entwicklung durchgemacht von diesem sehr frühen Werk bis hin zu „The Road“ die den Lesern besser entspricht.
Serjena

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8

Thursday, August 11th 2011, 3:23pm

Mein erster Beitrag in diesem Forum. Wo ist es passender als in dem Thread zu meinem Lieblingsbuch? :D

Im Gegenteil zu meinen Vorrezensenten war ich von dem Buch fasziniert und beeindruckt. Die Wucht die dieser Roman ausstrahlt fasziniert mich noch heute (bisher 4mal gelesen).
Für mich ist es mehr als die Zerstörung des Mythos Western, es ist eine Parabel zur gesamten Geschichte der Menschheit. Und in dieser Geschichte ist seit jeher eine der großen Konstanten die Gewalt.
So auch treffend in der Einleitung des Buches geschildert „Clark, der letztes Jahr die Expedition ins Afrikagebiet Nordäthiopiens leitete, sowie Tim D. White von der Universität Berkeley erklärten zudem, die genauere Untersuchung des dort aufgefundenen 300 000 Jahre alten Schädels habe ergeben, dass dieser skalpiert worden sein

Der Schreibstill den McCarthy dabei beherrscht, ist so schnörkellos schneidend und beeindruckend, wie bei sein anderen großen Werken. Wenn nicht sogar noch intensivster.
"Man sieht nur, was man weiß" - Goethe

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tom leo

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Wednesday, September 5th 2012, 7:17pm

ich kam mit diesem Buch nichts ans Ende, sondern legte es nach 80 Seiten und einer ausgesprochen grausamen Szene beiseite.

Dann hast du es noch 20 Seiten länger ausgehalten als ich. Bei S. 60 war Schluss, als nach einer Schlacht mit Indianern die Gefallenen und Getöteten detailreich beschrieben werden.

Nichts gegen Bücher, in denen die Greuel eines Krieges dem Leser bildlich vor Augen geführt werden, Remarque tut es, in "Tristan Sadler" oder "Traum des Kelten" findet man auch entsprechende Passagen, doch zwischen realitätsnaher Schilderung und der Beschreibung eines blutigen Gemetzels liegen Welten. Eine Aneinanderreihung gewaltvoller, blutiger und grausamer Szenen muss ich mir nicht antun, auch wenn sie stilistisch meisterhaft geschrieben sind.
ich lese gerade

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10

Wednesday, September 5th 2012, 10:01pm

Ich sah erst heute die ältere Antwort von MrBrown.


... Thread zu meinem Lieblingsbuch? :D

Im Gegenteil zu meinen Vorrezensenten war ich von dem Buch fasziniert und beeindruckt. Die Wucht die dieser Roman ausstrahlt fasziniert mich noch heute (bisher 4mal gelesen). (...)


Wie ich oben dazu ermunterte, wartete ich auf eine andersartige Reaktion auf dieses Buch, das für viele von uns zu gewalttätig ist (siehe Maries Beitrag von heute). Insofern: danke für Deine Meinung und Dein Verstehen!
Gruß, tom

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11

Sunday, January 6th 2013, 10:50pm

Hier noch eine Verlinkung zu eineAusgabe im englischen Original: Blood Meridian: or The Evening Redness in the West

Kurzbeschreibung (amazon.de):
Blood Meridian is an epic novel of the violence and depravity that attended America's westward expansion, brilliantly subverting the conventions of the Western novel and the mythology of the Wild West. Based on historical events that took place on the Texas--Mexico border in the 1850s, it traces the fortunes of the Kid, a fourteen-year-old Tennesseean who stumbles into a nightmarish world where Indians are being murdered and the market for their scalps is thriving. 'Cormac McCarthy's violent lyric masterpiece, Blood Meridian acquires an amoral, apocalyptic dimension through the Miltonic grandeur of the language ...It is a barbarously poetic odyssey through a hell without purpose' Irish Times 'McCarthy's achievement is to establish a new mythology which is as potent and vivid as that of the movies, yet one which has absolutely the opposite effect ...He is a great writer' Independent 'A bloody and starkly beautiful tale' Stephen Amidon, Sunday Times
Gruß, tom

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