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Der Tag, an dem Marilyn starb: Roman
von Donna Milner (Übersetzer: Sylvia Höfer)

Art: Gebundene Ausgabe

Verlag: Piper

ISBN-10: 3492053734
ISBN-13: 9783492053730

Termin: Februar 2010

Bewertung: [ Anzeigen ]
17 Buchbesitzer:
 
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Morgaine

unregistriert

1

Dienstag, 9. Februar 2010, 19:38

Donna Milner - Der Tag, an dem Marilyn starb

Ethel, genannt Ethie, lebt in einer zwar etwas ungewöhnlichen, aber durchaus glücklichen Familie, wie sie dachte. Sie wohnen in einem Haus für Veteranen in South Vancouver, denn Vater Howard ist Kriegsheimkehrer, womit Ethie sich auch seine Verschlossenheit erklärt. Sie hat zwei Brüder, den älteren Frankie und den jüngeren Kipper, der das Down-Syndrom hat.
Doch als sie elf ist, ändert sich Ethies Welt komplett. Denn am gleichen Tag, an dem auch Marilyn Monroe starb, stirbt auch Lucy, Ethies Mutter. Sie hatte gesagt, dass sie Kartenspielen gehen wollte und da Ethie annahm, dass ihre Mutter ebenso wenig wie Kipper dazu fähig sei zu lügen, hat niemand daran gezweifelt.
Am nächsten tag aber findet man ihre Leiche auf einem Segelboot, zusammen mit ihrer ebenfalls toten Freundin Marlene. Das Boot gehört Marlenes Mann, und wie es aussieht, haben beide Frauen sehr dem Alkohol zugesprochen, was ebenso alle verwundert, trank Lucy doch sonst nie etwas.
Kohlenmonoxidvergiftung, heißt es später, ein tragischer Unfall.
Aber was bewog die Mutter dazu, zu lügen, wegzugehen und sich zu betrinken? Hat es etwas mit dem chinesischen Mädchen zu tun, dass vor ihrem Tod an ihrem Haus war?

Donna Milner erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Zum einen fungiert die elfjährige Ethie im Jahre 1962 als Ich-Erzählerin und beschreibt, wie sie selbst und auch der Rest ihrer Familie den Tod der Mutter aufnehmen.
Dann gibt es immer wieder Rückblicke ins Jahr 1941 und weitere Kriegsjahre, in denen Howards Erlebnisse geschildert werden. Howard wird bei einem Einsatz nach Hong Kong gebracht, gerät dort in Kriegsgefangenschaft und bleibt mehrere Jahre dort. Er verliert seinen besten Freund, erlebt eine Menge Gewalt und gibt ein Versprechen, das später tragische Ereignisse in Gang setzen wird.
Auch später gibt es ab und zu noch Howards Sicht, was hilft, seine Entscheidungen zu verdeutlichen und die Geschichte noch spannender macht.
Der Autorin gelingt es, den einzelnen Figuren perfekt gerecht zu werden und wunderbar alle zu beschreiben, lediglich Lucy selbst kam für meinen Geschmack ein wenig zu kurz.
Die Geschichte ist fesselnd, berührend und sehr spannend, wobei der Schreibstil mit dazu beiträgt, dass man das Buch kaum mehr aus der Hand legen kann. Es ist wunderbar flüssig geschrieben, so richtig zum Eintauchen.
Ein außergewöhnlicher Roman, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.
Meine Wertung: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
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Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Biographie, History, Krimi/Thriller, Erzählung, (einige) Klassiker

2

Donnerstag, 11. Februar 2010, 19:53

Ergreifend, erschütternd und eindrucksvoll !

"Der Tag, an dem Marilyn starb" wird auf zwei verschiedenen
zeitlichen Ebenen und aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt.
Die Handlung der von Ethie Coulter aus der Ich-Perspektive dargestellten
Ereignisse setzt am 5.August 1962, dem Todestag von Marilyn Monroe, ein
- und das ist auch der einzige Bezug, den dieser in der deutschen
Fassung etwas unpassend betitelte Roman zu Marilyn Monroe hat. An diesem
verhängnisvollen Tag wird die Mutter der Ich-Erzählerin, Lucy Coulter,
auf dem Segelboot einer Freundin mit dieser zusammen tot aufgefunden.
Die schockierte Familie, bestehend aus dem Vater Howard, den Brüdern
Frankie und Kipper sowie dem Nesthäkchen Ethie, rätselt, warum Lucy sich auf diesem Segelboot
aufgehalten hat und noch dazu untypischerweise ungeschminkt und total
betrunken war... Durch den Tod der Mutter gerät die Welt der Familie
Coulter völlig aus den Fugen. Der schon immer sehr in sich
zurückgezogene Howard gibt sich nur noch dem Whiskykonsum hin, der
älteste Bruder Frankie versucht, die Familie zusammenzuhalten und Ethie
kümmert sich um ihren vom Down-Syndrom betroffenen Bruder Kipper. Der
Leser erlebt hautnah, wie sehr die Kinder unter dem Tod ihrer
warmherzigen, couragierten Mutter und der zunehmenden Entfremdung von
ihrem Vater leiden.

Der zweite Erzählstrang aus der Perspektive eines allwissenden
Erzählers spielt in den Jahren 1941 bis 1945, in denen Howard als
Freiwilliger in Hongkong diente und in japanische Kriegsgefangenschaft
geriet. Die eindringliche Beschreibung der Gräuel, denen die britischen
und kanadischen Gefangenen ausgesetzt waren, von Misshandlungen und
Demütigungen durch die Lageraufseher über Zwangsarbeit und nagenden
Hunger bis zu entsetzlichen Krankheiten bei katastrophalen sanitären und
medizinischen Bedingungen, verlangt dem Leser starke Nerven ab.

Die beiden Erzählstränge wechseln einander ab, so wird es im Laufe
der Zeit immer deutlicher, warum Howard sich so seltsam benimmt. Die
Rückblicke auf die Kriegsjahre enthüllen nach und nach ein Geheimnis,
das Howard seit Jahren mit sich herumschleppt und niemandem anvertraut
hatte...

Der Schreibstil der Autorin hat mich sehr beeindruckt: er ist
teilweise von brutaler Deutlichkeit (Kriegsszenen), andererseits von
großer Wärme und tiefem Einfühlungsvermögen (Familiengefüge der
Coulters) geprägt.

Dieses Buch ist keine leichtverdauliche Kost, aber es ist ein absolut
fesselnder Roman, der den Leser auch nach der letzten Seite nicht so
schnell loslassen wird.
:arrow: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
(Francis Bacon)
:study:

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »€nigma« (11. Februar 2010, 20:17)

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Bevorzugte(s) Bücher-Genre: querbeet

3

Freitag, 12. Februar 2010, 11:37

Klappentext:
Ethie horchte in die Stille des Hauses hinein. Der Duft des grünen Satinkleids ihrer Mutter erfüllte noch immer den Raum, Soir de Paris, so hieß ihr Parfüm. Ethie konnte nicht glauben, dass sie nun für immer fort sein sollte. Aber genau das hatte der junge Polizist gesagt, nachdem Dad ihm die Tür geöffnet hatte: Es habe einen Unfall gegeben, und es tue ihm leid, ihre Mutter sei für immer »heimgegangen«. Jetzt schliefen Ethies Brüder, und Dad saß allein in der Küche, man konnte im Dunkeln die Glut seiner Zigarette sehen. Sicher dachte er darüber nach, warum Mom tot auf einem Segelboot gefunden worden war. Und warum sie getrunken hatte. Hing das alles mit dem fremden Mädchen zusammen, das gestern Morgen dagewesen war? Oder mit seiner Vergangenheit, über die er so lange geschwiegen hatte?

Die Autorin:
Donna Milner lebt mit ihrem Mann im kanadischen Bundesstaat Britisch Columbia. Nachdem ihr erster Roman „River“ 2008 in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde und ein überwältigendes Echo fand, widmet sie sich nun ausschließlich dem Schreiben. „Der Tag, an dem Marilyn starb“ ist ihr zweiter Roman.

Meine Meinung:
Ethie ist 11 Jahre alt, als ihre Mutter Lucy auf tragische Weise ums Leben kommt; der Todesumstand bleibt für die Familie unerklärlich.
Nun bleibt Ethie mit ihrem schweigsamen, in sich gekehrten Vater, ihrem älteren Bruder Frankie und dem an Morbus Down-Syndrom leidenden Bruder Kipper zurück. Ethie ist diejenige,die sich liebevoll um Kipper kümmert.
Die drei Kinder gehen unterschiedlich mit dem Tod ihrer Mutter um. Die meisten Erinnerungen erfährt der Leser über Ethie.
Der zweite Handlungsstrang führt den Leser zurück in die Jahre 1941 -1945, in dem man einiges über die Kriegserlebnisse des Vaters Howard liest.
Howard und sein Freund Gordy sind in Hongkong stationiert. Dort lernen sie Feng Shun-Ling kennen und lieben.
Viel Unvorstellbares muss Howard erleben, bevor er wieder nach Hause darf – Dinge, die er niemanden erzählt, auch nicht seiner Frau Lucy – je weiter man liest, umso deutlicher ersichtbar wird der Grund, warum Howard sich so verhält.
Fragen tauchen auf: Warum trank Lucy am Tage ihres Todes? Wieso war sie auf dem Segelboot? Was hat es mit dem Mädchen auf sich, das plötzlich vor dem Haus auftaucht?
All diese Fragen werden im Laufe des Romanes beantwortet.

Donna Milner schreibt sehr einfühlsam und mitreissend über eine Familie und ihr Sich-wieder-einfinden in das Familienleben nach dem Tod der Mutter.
Beide Handlungsstränge und Erzählperspektiven wechseln sich ab.
Die Charaktere sind wunderbar beschrieben, als Leser kann man mit ihnen mitfühlen.
Besonders Ethie und Kipper haben mir gefallen.
Auch wenn die Geschichte gegen Ende ein wenig vorhersehbar wird, ist der Roman sehr lesenswert.
Im Original lautet der Titel "Promise of Rain" - der deutsche Titel bezieht sich auf die Anfangszeilen des Romans, hat aber ansonsten nichts mit der Geschichte zu tun.

:bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: / :bewertung1von5:
Jeder trägt die Vergangenheit in sich eingeschlossen wie die Seiten eines Buches, das er auswendig kennt und von dem seine Freunde nur den Titel lesen können. (Virginia Woolf)

:study: Alina Bronsky - Die schärfsten Gerichte...
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4

Freitag, 12. Februar 2010, 16:37

Donna Milner-Der Tag an dem Marylin starb

Kurzbeschreibung
Ethie horchte in die Stille des Hauses hinein. Der Duft des grünen Satinkleids ihrer Mutter erfüllte noch immer den Raum, Soir de Paris, so hieß ihr Parfüm. Ethie konnte nicht glauben, dass sie nun für immer fort sein sollte. Aber genau das hatte der junge Polizist gesagt, nachdem Dad ihm die Tür geöffnet hatte: Es habe einen Unfall gegeben, und es tue ihm leid, ihre Mutter sei für immer »heimgegangen«. Jetzt schliefen Ethies Brüder, und Dad saß allein in der Küche, man konnte im Dunkeln die Glut seiner Zigarette sehen. Sicher dachte er darüber nach, warum Mom tot auf einem Segelboot gefunden worden war. Und warum sie getrunken hatte. Hing das alles mit dem fremden Mädchen zusammen, das gestern Morgen dagewesen war? Oder mit seiner Vergangenheit, über die er so lange geschwiegen hatte?
Über den Autor
Donna Milner lebt mit ihrem Mann im kanadischen Bundesstaat British Columbia. Nachdem ihr erster Roman »River« ein überwältigendes internationales Echo fand und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde, widmete sie sich ganz dem Schreiben. Zuletzt erschien auf Deutsch ihr zweiter Roman »Der Tag, an dem Marilyn starb«.



Meine Meinung:

„Der Tag an dem Marylin starb“ ist eine wirklich bewegene Familiengeschichte. Anhand zweier Handlungssträngen wird zum einen beschrieben, wie Ethie den Tod ihrer Mutter bewältigt, zum anderen wird die Vergangenheit von Ethies Vater, einem ehemaligen Soldaten des zweiten Weltkrieges, sehr eindrucksvoll geschildert. Ethies Mutter Lucy stirbt sehr plötzlich, doch war es wirklich ein Unfall? Es scheint viel mehr dahinter zu stecken...Nach Lucy´s Tod stürzt die Familie in ein tiefes Loch und hat einige Krisen zu durchleben, Lucys Vater Howard scheint in schwere Depressionen zu fallen. Nach und nach kommt Ethie hinter das Geheimnis, über das ihr Vater nie sprechen konnte, und welches wahrscheinlich auch für Lucys Tod verantwortlich ist...Beschäftigt man sich etwas näher mit den Umständen von Marylin Monroes Tod, erkennt man auch langsam den Titelbezug.

Besonders die Ereignisse der Kriegsvergangenheit in Hong-Kong sind für den Leser sehr bewegend, er kann sich gut im die Gefühlslage Howards hineinversetzen und leidet mit den Kriegsgefangenen mit. Das Ende ist nahezu bilderbuchhaft, wenn nicht sogar etwas klischeeüberzogen.Donna Miller schreibt in einem sehr klaren Stil, durch den man der Handlung gut folgen kann.

Für das Ende gibt es einen Stern Abzug, doch wenigstens bietet sich hier die Möglichkeit kleine Rührungstränchen trocknen zu lassen- 4 von 5 Sternen!
-Lesen ist die schönste Art zu Träumen, Träumen ist die beste Art zu fliegen-
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Brigitte

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5

Freitag, 12. Februar 2010, 16:51

@britta

Das Buch wurde bereits vorgestellt und wäre auch für dich ganz leicht über den Rezi-Index zu finden gewesen! :idea: Ich habe daher, um doppelte Themen zu vermeiden, die Threads zusammengefügt. :wink:
:study:"Im Sommer der Geheimnisse" Adéle Geras
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6

Freitag, 12. Februar 2010, 18:52

Donna Milner- Der Tag, an dem Marilyn starb

Krieg und Frieden

„Der Krieg hat einen langen Arm. Noch lange, nachdem er vorbei ist, holt er sich seine Opfer.“

-Martin Kessel-


Am selben Tag wie Marilyn Monroe stirbt auch Lucy; Mutter der elfjährigen Ethie und zweier Söhne. Sie lässt eine große Leere und viele offene Fragen zurück. Jahre später erinnert sich Ethie an die erste Zeit nach dem Tod ihrer Mutter. Wie schwer es für sie und ihre beiden größeren Brüder war. Der eine verzichtete auf ein Studium, der andere wird von vielen wegen des Down-Syndroms nicht ernst genommen. Howard, der Vater, kann sich nicht um die Kinder kümmern. Er ist Kriegsveteran, Alkoholiker und lebt in seiner eigenen Welt aus der er ausbrechen muss um seine Familie zusammen zu halten. Und dann ist da noch dieses asiatische Mädchen, das immer wieder auftaucht und das Haus von Ethie und ihrer Familie betrachtet.

In zwei Handlungsstränge wird in „Der Tag, an dem Marilyn starb“ eine tragische Familiengeschichte erzählt. Der eine Handlungsstrang erzählt von Howards Jahren im Krieg und seiner Kriegsgefangenschaft zwischen 1941-1945. Der andere Erzählstrang handelt von Ethies Erinnerungen an die Zeit nach dem Tod ihrer Mutter.
Der gefühlvolle Schreibstil von Donna Milner hat mich dabei sehr berührt und manchmal wollte ich mich regelrecht in das Buch vergraben und mich verstecken, weil ich so mit gelitten habe. Die Charaktere waren so authentisch dargestellt das man meinen könnte eine Biographie zu lesen. Obwohl man Howard besser verstehen lernt, nachdem man nach und nach das Drama seiner Kriegsgefangenschaft kennen lernt, möchte man ihm zurufen aus seiner Lethargie zu erwachen. Frankie, der große Bruder, ist so aufopferungsvoll das man seine Liebe durch die Seiten spürt. Ethie, die größte Bezugsperson für ihren besonderen Bruder fehlt einfach die Mutter. Wie es bei jedem anderen Kind auch wäre. Man möchte trösten, helfen, Tante Mildred für ihre Unverfrorenheit schütteln… und vergisst darüber dass man doch nur ein Buch liest.

Da ich Donna Milners Werk erst so kritisch gegenüber stand, weil es so überhaupt nicht in mein Beuteschema passte, war ich fasziniert davon, wie sehr mich diese Geschichte gefesselt hat. Ihr bedeutsamer Roman berührt einen ganz tief innen drin und lässt einen auch nachhaltig nicht so schnell wieder los. „Der Tag, an dem Marilyn“ starb ist wirklich eine emotionale Achterbahnfahrt, die ich nur empfehlen kann.

:bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: von mir!
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Brigitte

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7

Samstag, 13. Februar 2010, 09:58

@Lancre

Ich zitiere mich mal ausnahmsweise selbst:

Das Buch wurde bereits vorgestellt und wäre auch für dich ganz leicht über den Rezi-Index zu finden gewesen! :idea: Ich habe daher, um doppelte Themen zu vermeiden, die Threads zusammengefügt.
:wink:
:study:"Im Sommer der Geheimnisse" Adéle Geras
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8

Samstag, 13. Februar 2010, 12:04

alles klar,danke :)
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9

Mittwoch, 17. Februar 2010, 12:45

Überraschend guter Familienroman

Als ich erfahren habe, dass ich „Der Tag, an dem Marylin starb“ auf vorablesen.de gewonnen habe, war ich erstmal leicht enttäuscht, haben mich die anderen Leseproben doch weitaus mehr interessiert. Ich komme eigentlich aus der Fantasyecke, lese zwar ab und zu auch anderes – Aber ein Familiendrama? Sofort dachte ich an einen Schnulzenroman à la Rosamunde Pilcher, was ja nun mal gar nicht mein Fall ist. Ich wurde positiv überrascht. „Der Tag, an dem Marylin starb“ von Donna Milner ist ein wirklich gutes Buch.


Lucy stirbt am 5 August 1962 aufgrund eines tragischen Unfalls. Zurück lässt sie die elfjährige Ethie, den am Downsyndrom leidenden Kipper, den ältesten Bruder Frankie und den vom zweiten Weltkrieg seelisch zerrütteten Vater Howard, der seine Sorgen im Alkohol ertränkt. Viele Fragen stellen sich den Angehörigen: Was hatte Lucy an jenem Tag auf dem Schiff zu suchen, dessen defekte Gasleitung schließlich ihren Tod verursacht hat? Wieso war die sonst tadellos gekleidete und eitle Frau in ihren Arbeitsklamotten unterwegs? Wieso war sie betrunken, wo sie doch sonst kaum Alkohol anrührt? Und was hat das alles mit Howards Vergangenheit zu tun? Diese und mehr Fragen stellen die Familie vor eine große Hürde, die es zu überwinden gilt, um das Familienheil wiederherzustellen.

Die Charaktere sind gelungen und glaubwürdig. Die kleine Ethie, der naiv-gutgläubige Kipper, der auf die Familie bedachte Frankie und der in seiner eigenen Welt lebende Vater – Alle erleben im Laufe des Romans eine Entwicklung. Auf den nur knapp 380 Seiten werden aus den anfangs schon gut beschriebenen Figuren echte Persönlichkeiten mit Schwächen und Stärken.

Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven. Die Gegenwart, die den Tod von Lucy und dessen Folgen behandelt, wird aus der Sicht von Ethie beschrieben. Die Vergangenheit, die die Zeit des Vaters in japanischer Gefangenschaft beschreibt, wird aus Howards Sicht erzählt. Diese beiden Handlungsstränge verflechten sich zunehmend und laufen zum Ende hin vollkommen zu einem Handlungsstrang zusammen. Durch diesen Blick auf die Vergangenheit offenbaren sich dem Leser viele Erklärungen dazu, wieso die Gegenwart der Familie so ist, wie sie ist. Er erklärt die Gründe für die Schuldgefühle des Vaters. Außerdem werden auch nebensächliche Dinge angesprochen, die dem aufmerksamen Leser sicher auffallen werden. So wird unter anderem erklärt, wieso der Vater eine Vorliebe für Regenspaziergänge oder Sardinen hat.

Die Geschichte nimmt zunehmend an Fahrt auf. Donna Milner beschreibt die Kriegsszenen sehr genau, was mich ziemlich überrascht hat. Aber auch die Gegenwart wird gut beschrieben. Das Buch lässt sich flüssig lesen, Verständnisprobleme treten keine auf. Die Erzählung hat einige spannende Wendungen, sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit. Nur das Ende will mir nicht ganz gefallen. Einerseits bleiben ein paar Fragen um Lucy ungeklärt. Andererseits hätte es für die Familie zwar nicht besser ausgehen können, aber es hat meiner Meinung nach etwas zuviel von dem „All was well“-Ende von Harry Potter. Wie gesagt, es ist sicher ein gutes Ende für die Familie (Und irgendwie ist es auch ein schönes Ende für den Leser), nur es war etwas zu schön.

Abschließend kann ich sagen: Kaufen! Das Buch hat mich echt überrascht und es wird sicher nicht das letzte mal gewesen sein, dass ich es gelesen habe. Ich schwanke bei meiner Bewertung zwischen 4 und 5 Sternen. Aber ich denke, für das Ende ziehe ich einen Stern ab.

Das macht dann :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: Sterne (Aber denkt euch ruhig noch einen halben Stern dazu. ;-) )
In tiefen, kalten, hohlen Räumen
Wo Schatten sich mit Schatten paaren
Wo alte Bücher Träume träumen
Von Zeiten, als sie Bäume waren
Wo Kohle Diamant gebiert
Man weder Licht noch Gnade kennt
Dort ist's, wo jener Geist regiert
Den man den Schattenkönig nennt
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10

Mittwoch, 17. Februar 2010, 22:08

Es ist komisch - aber ich weiß garnicht wo ich anfangen soll. Dieses Buch hat mich berührt und tief aufgewühlt und owbohl es eigentlich gar nicht mein Genre ist, so habe ich es doch sehr gerne gelesen und es wird vermutlich auch nicht das letzte Mal gewesen sein.

Ethie, eigentlich Ethel, ist elf und wächst mit zwei Brüdern auf, von denen einer das Downsyndrom hat. Ihr Vater kehrte einst traumatisiert aus dem Krieg zurück und ist sehr zurückgezogen. Dann stirbt plötzlich ihre Mutter, am selben Tag wie Marilyn Monroe, und nichts ist wie vorher. Das Leben muss weitergehen, allerdings ist das nicht so ganz einfach. Denn die Vergangenheit holt die Gegenwart ein und bringt ein Geheimnis zutage, das viel zu lange verborgen war.

Aus zwei Perspektiven und Zeitebenen wird diese Geschichte erzählt. Die Gegenwart erfährt der Leser aus Ethies Sicht, die Vergangenheit hingegen erzählt die Erlebnisse ihres Vaters im Krieg aus seiner Sicht. Die zwei Erzählstränge fließen nach und nach ineinander und man erkennt Zusammenhänge. Bis es allerdings soweit ist, wird man in einer Sprache, die zwar immer ihre leisen Untertöne beibehält, aber dabei auch immer zur jeweiligen Situation und Figur passt, durch die Geschichte geführt. Man lernt die Figuren kennen und schätzen. Mit ihren Eigenarten, Stärken und Schwächen, wachsen sie einem so schnell ans Herz, dass man sich oft auch dabei ertappt, über sie nachzudenken wenn man nicht gerade liest, bei ihnen ist und mit ihnen fühlt. So authentisch wie sie sind würde man sie zu gerne mal wirklich kennen lernen.

Was mich erst überraschte waren die Kriegserlebnisse. Sie waren etwas, mit dem ich so in der Form nicht gerechnet hatte und die mich trotzdem positiv überrascht haben. Die Art ihrer Darstellung fand ich sehr anschaulich und nah. Es war durch die klare, sachliche, aber doch emotionsgeladene Sprache, einfach sich in Howard, Ethies Vater, hinein zu versetzen. Man erlebte seine Erfahrungen, und die seines besten Freundes, quasi hautnah mit und gerade das war einer der Punkte, die mich so sehr berührten. Auch wenn mich die Gegenwart zu Anfang doch viel mehr fesselte, wandelte sich dies in Laufe des Buches doch und ich konnte mich auf beides gleich viel freuen.

Die Tatsache, dass ich doch über eine Woche brauchte um das Buch auszulesen, ist hier zudem nicht negativ, sondern mehr als positiv. Manchmal brauchte ich einfach Pausen, die auch mal Tage anhielten, um mich einerseits ein wenig zu lösen, da es mich doch sehr berührt hat, und andererseits so das gelesene noch intensiver auszukosten. Denn es ist einfach keine allzu leichte Kost, doch gerade das und das Gesamtpaket der Geschichte ist einfach so wunderbar, dass ich eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen kann.

:bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
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Donnerstag, 18. Februar 2010, 08:52

Ich hab das Buch bei meinem Bücherdealer bestellt.
Dieses Forum hier ist nicht gut für meine Finanzen... :-?
Ich :study: :
Ein König für Deutschland von Andreas Eschbach

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Hiyanha« (18. Februar 2010, 09:29)

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12

Donnerstag, 18. Februar 2010, 10:01

Dieses Forum hier ist nicht gut für meine Finanzen... :-?
Bist Du nicht Mitglied in einer Bücherei ? Ohne Bücherei würde es um meine Finanzen auch sehr schlecht stehen...
Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
(Francis Bacon)
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Donnerstag, 18. Februar 2010, 13:51

Nein, bin ich nicht.
Ich bin eine bekennende Bücher-entjungferungs-Fetischistin. :uups:
Ich liebe es einfach, als Erste ein neues Buch zu lesen. Der Geruch, das Knistern beim ersten Aufschlagen, das Wissen, dass es mein Buch ist und ich es jederzeit nochmal lesen kann, wenn mir danach ist...
Allein der Gedanke daran, mich mit einem Bücherei-Buch in meine Kuscheldecke zu mummeln, von dem ich nicht weiss ob mein "Vorleser" es nicht womöglich bei seinem großen Geschäft auf dem Klo gelesen hat (hat er sich danach auch die Hände gewaschen? :-# ) , geht für mich gar nicht. :-?

Oh Mann, bin ich wirklich so verschroben? :pale:
Okay, ich bin verschroben, notorisch pleite - und glücklich. Meistens, jedenfalls. :mrgreen:


P.s.:
Mein Bücherdealer sagte mir bei der Bestellung übrigens, dass das Buch erst Ende des Montas rauskommt und auch bei Amazon läuft es unter der Rubrik "Noch nicht erschienen".
Warum haben es denn so viele von Euch schon gelesen? :-k
Ich :study: :
Ein König für Deutschland von Andreas Eschbach

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Hiyanha« (18. Februar 2010, 14:20)

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Donnerstag, 18. Februar 2010, 14:22

Allein der Gedanke daran, mich mit einem Bücherei-Buch in meine Kuscheldecke zu mummeln, von dem ich nicht weiss ob mein "Vorleser" es nicht womöglich bei seinem großen Geschäft auf dem Klo gelesen hat (hat er sich danach auch die Hände gewaschen? :-# ) , geht für mich gar nicht. :-?
Die Bücher in unserer Bücherei sind größtenteils in sehr guter Verfassung, die wenigen alten Schwarten leihe ich gar nicht aus.
Da ich allabendlich das Update des Medienbestands online kontrolliere und dann sofort vorbestelle, bin ich meist der Erst- oder Zweitleser neuer Bücher. Und ich wische alle entliehenen Bücher außen mit einem Sagrotantuch ab.
Trotzdem gebe ich ziemlich viel Geld für Bücher aus, aber wenigstens brauche ich dann nur fremdsprachliche Bücher zu kaufen.

Zitat

Warum haben es denn so viele von Euch schon gelesen? :-k
Bei vorablesen gewonnen. :-$
Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
(Francis Bacon)
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15

Freitag, 19. Februar 2010, 08:05

Und ich wische alle entliehenen Bücher außen mit einem Sagrotantuch ab.


Echt? :mrgreen:
Okay, unter solchen Bedingungen sollte ich mir die Büchereigeschichte vielleicht doch noch mal überlegen. :-k
Mir wachsen meine Bücher so langsam nämlich auch aus simplem Platzmangel über den Kopf. :-?

Bei vorablesen gewonnen. :-$

Ich sollte mich in dem Vorablesen-Thread wohl öfter mal rumtreiben. Scheinbar lohnt sich das ja wirklich. :shock:
Weisst Du, ich traue solchen "Tu-das-oder-das-und-dann-kannst-Du-das-oder-das-gewinnen" - Aktionen nie so recht über den Weg, weil ich immer denke, dass eigentlich niemand wirklich etwas zu verschenken hat. Aber die Sache mit dem Vorablesen reizt mich jetzt schon... :-k
Ich :study: :
Ein König für Deutschland von Andreas Eschbach
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16

Freitag, 19. Februar 2010, 12:24

Weisst Du, ich traue solchen "Tu-das-oder-das-und-dann-kannst-Du-das-oder-das-gewinnen" - Aktionen nie so recht über den Weg, weil ich immer denke, dass eigentlich niemand wirklich etwas zu verschenken hat.
Ich bin bei solchen Sachen auch sehr skeptisch, aber hier besteht die einzige "Verpflichtung" darin, zu den gewonnenen Büchern eine Rezi zu schreiben. Wer das nicht macht, bekommt keine weiteren Bücher mehr. Ansonsten wirst Du weder durch Werbung noch sonst in irgendeiner Weise belästigt.
Ich habe seit dem letzten Februar insgesamt 10 Bücher bekommen und ich mache durchaus nicht jede Woche mit, sondern nur, wenn mich ein Buch sehr reizt.
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(Francis Bacon)
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Morgaine

unregistriert

17

Freitag, 19. Februar 2010, 12:35

vorablesen ist in Ordnung, wie Enigma schon schreibt, man gibt halt nur seinen Leseeindruck ab und kommt dann in den Lostopf. Die Bücher sind meistens Leseexemplare und man bekommt sie halt schon vor dem eigentlichen Veröffentlichungstermin. Die Sperrfrist darf man dabei dann ignorieren.

Das gleiche ist bei Buchbotschafter.de der Fall, die Seite ist auch klasse. :D

Ich bin bei beiden Seiten schon ganz lange aktiv und unerwünschte Werbung oder Spam gab es noch nie von dort.
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18

Freitag, 19. Februar 2010, 13:40

Das gleiche ist bei Buchbotschafter.de der Fall, die Seite ist auch klasse. :D
Davon habe ich noch nie gehört. Das muss ich mir gleich mal ansehen. :compress:

War wohl nix!
Wie ich gerade feststelle, gehöre ich überhaupt nicht in deren Zielgruppe. Das gewünschte Alter ist 8 - 20 Jahre, darüber hinaus wird alles als "älter" zusammengefasst. Da sind zwei meiner Söhne schon zu alt... :mrgreen:
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »€nigma« (19. Februar 2010, 13:47)

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Morgaine

unregistriert

19

Freitag, 19. Februar 2010, 19:23

Das gleiche ist bei Buchbotschafter.de der Fall, die Seite ist auch klasse. :D
Davon habe ich noch nie gehört. Das muss ich mir gleich mal ansehen. :compress:

War wohl nix!
Wie ich gerade feststelle, gehöre ich überhaupt nicht in deren Zielgruppe. Das gewünschte Alter ist 8 - 20 Jahre, darüber hinaus wird alles als "älter" zusammengefasst. Da sind zwei meiner Söhne schon zu alt... :mrgreen:
Das macht nichts, dort sind schon etliche Vorableser, die auch älter sind. :wink:
Nur sind die Bücher überwiegend halt Jugendbücher, wobei jetzt auch Der Kinderdieb und The Forest - Wald der 1000 Augen dabei waren, die ja ganz klar in die Fantasyecke gehören.
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Beiträge: 7 227

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Biographie, History, Krimi/Thriller, Erzählung, (einige) Klassiker

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Freitag, 19. Februar 2010, 19:30

Nur sind die Bücher überwiegend halt Jugendbücher,
Ich lese fast keine Jugendbücher...

die ja ganz klar in die Fantasyecke gehören.

...und überhaupt keine Fantasy-Romane. :mrgreen:

Ich habe noch einen Blick auf die Lesejury geworfen, die vielleicht für manche Büchertreffler (auch ältere Herrschaften) interessant sein könnte. Allerdings passen die dort vorgestellten Bücher nicht so in mein Beuteschema. Bei vorablesen bin ich persönlich am besten aufgehoben. :thumleft:
Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
(Francis Bacon)
:study:
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