Ich habe es nun auch "endlich" durch. Endlich deswegen, weil mir die Fußball-WM dazwischen kam und
ein neuer kätzischer Familienzuwachs; ich hatte also nicht viel Zeit.
Ich hätte gern mehr und schneller gelesen, aber die Seiten des englischen Exemplars beinhalteten viele,
kleingedruckte Sätze. Also, insgesamt gesehen war es eng und kleingedruckt. Das ist mir übrigens schon
bei anderen Vergleichen deutsch-englisch aufgefallen, die deutschen Ausgaben haben oft mehr Seiten als
die englischen. (Vielleicht liegt's ja auch daran, dass wir längere Wörter benutzen?

)
Der Anfang kommt wortgewaltig daher. Bis ins kleinste Detail werden die Verbrennungen und die Torturen,
die damit verbunden sind, beschrieben. Manchmal dachte ich: Okeeeeh, so genau wollte ich das jetzt gar
nicht wissen. Aber die Wortgewaltigkeit hat mich auch stark beeindruckt!
Irgendwann dachte ich dann: Mensch, wann taucht "sie" denn endlich auf?? Und auf einmal war sie da und
nicht mehr wegzudenken. Warum sie immer "Marianne Engel" genannt wurde und nie nur "Marianne" hatte
sicherlich auch seine Bewandnis. Der Hintergrund dazu ist mir aber verborgen geblieben - in der Beziehung
bin ich oft etwas trampelig.
Anfangs, wenn sie anhob, aus der Vergangenheit zu erzählen, dachte ich: Och nö, bleib noch etwas in der
Gegenwart (mit historischen Geschichten habe ich es eh nicht so), aber wenn sie dann mitten im Redefluss
war und das Kapitel wechselte, war ich enttäuscht, dass ich erst wieder eine Weile warten musste, um mehr
über die Beziehung der beiden zu erfahren.
Das Ende kam wirklich ein bisschen holter-di-polter, und um Rückschlüsse zu ziehen, was uns der Autor
damit eigentlich sagen möchte, bin ich - siehe oben - zu trampelig.
Ein paar Fragen blieben mir offen. Aber vielleicht trägt das dazu bei, dass dieses Buch - neben meiner
Krimi-Kost, die teils an mir vorüberrauscht - einen nachhaltigen Klang hinterlässt.
Ich vergebe

, eigentlich noch einen halben obendrauf.