Da ich jetzt auch durch bin, kann ich auch noch kurz zu dem Buch abschliessend äussern.
Erstmal ein riesiges DANKESCHÖN an Hemmi, für die Idee und das Engagement für diese Leserunde!!
Man merkt wieviel Dir dieses Buch bedeutet und ebenso, wieviel Arbeit Du investiert hast. Ich weiss, wie schwierig es ist eine Idee zu einem Roman in eine anspruchsvolle Form zu bringen und aktuelle und korrekte Daten und Fakten zu recherchieren und einzuflechten. Das schätze ich sehr! Auch konnte ich einiges Wissen beim Lesen des Buches erlangen, über die Problematik an sich und die Auswirkungen dieser Konflikte und Kriege. Es ist schrecklich, wenn Kinder unter solchen Umständen Leben und Sterben müssen, oder einsam, durch Landminen verkrüppelt in Krankenhäusern liegen, ohne Zukunft. Darüber habe ich viel nachgedacht.
Mit dem Roman an sich, bin ich jedoch nicht warm geworden. Formal und stilistisch hat er mir leider nicht gefallen. Die oft erwähnten Wiederholungen haben mir das Lesevergnügen arg geschmälert. Manchmal waren es auch solche "unlogischen" Dialoge:
"Iss nur, Elias. Immer iss." ----> hier auch eine der vielen Wiederholungen
"Wollen Sie nicht auch?, fragte der Mann.
"Es ist der Monat Ramadan" anwortet Paul.
"Und deshalb essen sie nichts?"
"Nein, nicht deshalb. Ich will sehen, was der Junge übrig lässt. .... "
Die Charaktere fanden nicht so recht ihren Weg in mein Herz, blieben Fremde. Und so blieb mir auch die Story und Intensionen der Protagonisten verschlossen.
Paul sucht sich Haydar aus, will ihn retten, das Schicksal der vielen anderen Kinder im Camp, scheint ihn nicht zu berühren, es wird auch kaum erwähnt. Das erinnert an reiche Promis, die sich aus der dritten Welt Adoptivkinder mitnehmen, weil sie es ja hier " Im goldenen Westen" so gut haben werden. Die Verwandten, Freunde und anderen Menschen, werden in ihrem Elend zurückgelassen. Das hat für mich immer einen fahlen Beigeschmack.
Ich fand die Story allgemein, besonders nach der Flucht aus dem Camp, recht fiktiv und unwahrscheinlich.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man einen deutschen Journalisten, von dem man sogar argwöhnt er sei ein Spion, am Alltag eines Ausbildungscamps teilhaben und sogar ein Buch schreiben lassen würde (also mich als Zaim hätte Paul da sicher nicht überzeugt) und das er dann auch noch Osamas Stellvertreter zu Gesicht bekommt....nee....
Man erfährt auch nicht wer, zum Ende hin, da hinter den beiden her ist, (oder habe ich etwas überlesen?

) und auch wenig über Pauls Auftrag und Tätigkeit, da hätte ich mir auch mehr Infos und Hintergründe erhofft.
Aber wie gesagt, dass sind nur meine persönlichen Gefühle.
Die Message des Buches ist allerdings eine gute, das möchte ich nochmals ausdrücklich betonen!