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Firmin: Adventures of a Metropolitan Lowlife
von Sam Savage

Art: Taschenbuch

Verlag: Orion Publishing Group

ISBN-10: 075382339X
ISBN-13: 9780753823392

Termin: März 2009

Bewertung: [ Anzeigen ]
8 Buchbesitzer:
 
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1

Dienstag, 23. Februar 2010, 13:12

Sam Savage: Firmin - Adventures of a Metropolitan Lowlife (ab dem 24. Februar 2010)

Ab dem 24. Februar planen Lilibeth und ich Sam Savage´s "Firmin" zu lesen.
Einen genauen Ablaufplan oder "Soll" wird es dabei nicht geben und auch die
Ausgaben (sowie deren Sprachen), die wir verwenden sind unterschiedliche
- Bis auf den Starttermin und den Titel gibt es somit keinerlei Vorgaben. :mrgreen:

Wer sich uns also noch anschließen möchte, ist herzlich willkommen!
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2

Dienstag, 23. Februar 2010, 13:16

In alter Tradition hänge ich mal meine Ausgabe an.... :wink:

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3

Mittwoch, 24. Februar 2010, 18:40

Kapitel 1:

Es steht schon mal fest, dass es etwas länger dauern wird, bis ich mit "Firmin" fertig bin, was aber keineswegs am Text liegt. Aber wenigstens brauche ich so nicht zu spoilern.

Was ich an diesem Buch sehr schätze ist die an vielen Ecken recht poetische Sprache, die vielen Bilder, Wortneuschöpfungen und Wortspiele. Ich meine solche Juwelen wie "Cemetery of the unread" auf Seite acht sind schon für sich kaum zu bezahlen, die (eben) sprachliche Auseinandersetzung mit der Kraft der Sprache, der Poesie und deren Bedeutung für die eigene Existenz und umgekehrt ist noch weit bemerkenswerter. Hinzu kommt die Belesenheit des Autors, die sich nicht nur in den offenen Verweisen auf Titel der Weltliteratur (und deren mit magischer Anziehungskraft versehenen Titelblättern) widerspiegeln, sondern eben auch in den namenlosen Verweisen wie "der Charakter auf der Suche nach der dreizehnten Brust", was doch stark an Grass´ "Der Butt" und die dort von den Männern so schmerzlich vermisste dritte Brust erinnert - die Überzählige, die fehlende eben. Man bemerkt schnell, dass der Autor Savage kein "gewöhnlicher" Wald-und-Wiesen-Autor ist, sondern selbst interessant wie sein Schreibstil.

Insgesamt bin ich auch von der Gestaltung meiner Ausgabe angetan (nicht nur von den Abbildungen historischer Buchausgaben, sondern auch von den Illustrationen - sind die in der deutschen Ausgabe eigentlich farbig?? In meiner britischen nämlich leider nicht).

Und wenigstens eine Frage ergibt sich nach der Lektüre des ersten Kapitels: Wird Firmin, als dreizehntes Junges seiner Mutter auch in der Übersetzung auf Seite dreizehn geboren? Mich würde interessieren, ob das eine Bedeutung haben soll.
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4

Mittwoch, 24. Februar 2010, 19:35

Kapitel 1 + 2

Ich finde die Sprache auch sehr schön, auch wenn ich oft meine ach so ungeliebten Schachtelsätze vorfinde.

Total toll ist die Idee, dem ersten Satz ein ganzes Kapitel zu widmen. Ich finde es nämlich auch immer sehr spannend, wie der erste Satz ist. Nach der Lektüre von Fontanes "Effi Briest" weiß man ja auch, dass im ersten Satz (bzw. spätestens auf der ersten Seite) die gesamte Handlung versteckt sein soll.
Ich hab so die Ahnung, dass es das auch ist. Er wollte etwas von ganzem Herzen schaffen (den perfekten ersten Satz) und hat es nicht geschafft. Vielleicht bezieht sich das ja auf sein gesamtes Leben und somit auf das ganze Buch.
Was ich auch sehr interessant finde ist, dass er bisher noch mit keinem Wort erwähnt hat, dass er eine Ratte ist. Vielleicht weiß er das ja auch gar nicht...

In meiner Ausgabe wird Firmin übrigens weder auf Seite 13 geboren, noch habe ich Zeichnungen. Das finde ich jetzt übrigens Schade. :(

Besonders berührend ist es auch, wie liebevoll Firmin von Büchern erzählt. Dass er selbst bei einzelnen Wörtern Unterschiede im Geschmack und der Aura feststellt. Man merkt richtig die Liebe, die der Autor zu Büchern hat.

Seine Mutter ist mir aber echt unsympathisch. Ich weiß schon, warum ich eigentlich Angst vor Ratten habe :lol: .

Und zu letzt noch zum Autor: er ist zwar kein Wald-und-Wiesen-Autor, aber ein Wald-und-Wiesen-Arbeiter.... Er war ja im Laufe seines Lebens schon Tischler, Fischer und hat Fahrräder repariert. :lol: .

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5

Donnerstag, 25. Februar 2010, 10:58

Und zu letzt noch zum Autor: er ist zwar kein Wald-und-Wiesen-Autor, aber ein Wald-und-Wiesen-Arbeiter.... Er war ja im Laufe seines Lebens schon Tischler, Fischer und hat Fahrräder repariert. .

Das habe ich auch gelesen, allerdings ein Wald-und-Wiesen-Arbeiter mit einem Doktorgrad in Philosophie, den er auch noch in Yale gemacht hat. Gerade darum ist es ja so bemerkenswert, dass er so viele, scheinbar unspektakuläre Jobs hatte.

Du könntest im Übrigen Recht haben, dass er sich nicht vollkommen darüber im Klaren ist, dass er eine Ratte ist, andererseits sind seine Lebensumstände, seine Mutter und seine Geschwister schon vielsagend (besonders für ihn). Dass wir, was Ratten anbelangt unterschiedlicher Meinung sind, wissen wir ja schon, aber ich mag auch (gut gemachte) Schachtelsätze ganz gern :lol: .

DAs mit den Abbildungen ist wirklich schade! Hast du die gebundene oder die Paperback-Ausgabe?? Und gibt es trotzdem die Buchcover zu Beginn jedes Kapitels, oder fehlen die auch?
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6

Donnerstag, 25. Februar 2010, 12:06

Das mit den Abbildungen ist wirklich schade! Hast du die gebundene oder die Paperback-Ausgabe?? Und gibt es trotzdem die Buchcover zu Beginn jedes Kapitels, oder fehlen die auch?

Ich habe die gebundene Ausgabe, aber als Leseexemplar. Ich glaube jedoch nicht, dass sich die vom Layout von den normalen Ausgaben unterscheidet. Ich muss aber sagen, dass meine einzelnen Seiten so dick sind, die müssten schon als Pappe gelten :mrgreen: .
Ich habe überhaupt keine Illustrationen, also auch keine Buchcover am Anfang eines neuen Kapitels. Sind denn das immer bekannte Bücher der Weltliteratur oder was sind das für Cover?

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7

Donnerstag, 25. Februar 2010, 20:21

So, nachdem mich mein PC beim Abschicken meines Beitrags gerade aus dem Netz geworfen hat,
versuche ich es nun erneut.

Abgesehen von acht Illustrationen im Buch gibt es fünfzehn (teilweise historische) Buchcover,
eines vor jedem Kapitel: Vladimir Nabokow Lolita; Zane Grey: The Dude Ranger; Iwan Turgeniev:
Fathers and Sons; D. H. Lawrence: Lady Chatterley´s Lover; George Elliot: Middlemarch; James
Matthew Barrie: Peter and Wendy (Peter Pan); William Burroughs: The Naked Lunch; Miguel de
Cervantes: Don Quixote de la Mancha; Grace Metalious: Peyton Place; Mark Twain: The Adventures
of Huckleberry Finn; Charles Dickens: The Adventures of Oliver Twist; Kenneth Grahame: The
Wind in the Willows; Herman Melville: Moby Dick or the White Whale; John Steinbeck: Grapes of
Wrath; Lewis Caroll (Charles Lutwidge Dogson): Alice´s Adventures in Wonderland.
Vielleicht hätte man sich in der deutschen Ausgabe ja die Mühe machen können Pendants zu den
U.S. - Covern zu finden, aber so viel Liebe zum Detail ist halt selten geworden.

Kapitel 2 und 3:

Mir schwahnt schon jetzt, dass Firmins hartes Leben auch im weiteren Verlauf des Romanes kein
Zuckerschlecken werden wird, obwohl man diesem sympathischen Charakter eigentlich nichts
schlechtes wünscht.
Davon aber ganz abgesehen war ich ziemlich erstaunt, dass das vollkommen wörtliche Verschlingen
von Büchern durch Firmin (legt es doch die Fundamente seiner Intellektualität) sich schließlich
in ein metaphorisches wandelt. Ich dachte, dass er weiterhin in der Lage sein würde
Unterschiede zwischen den Büchern am Geschmack zu erkenn und schließlich bis ins Detail durch
Verzehr wissen, was in ihnen stand. Aber so ist es womöglich viel dramatischer, wo er doch jetzt
seinen Frevel an den Schätzen in seinem Umfeld bedauert.
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8

Donnerstag, 25. Februar 2010, 20:57

Kapitel 3

Ich fand es lustig, dass er das erste Mal draußen war. Ich glaube, er hat sich echt geschämt für seine Familie.
Wir haben ja nun auch erfahren, dass er doch weiß, dass er eine Ratte ist, aber mich hat gewundert dass sie nicht zu den anderen Ratten gehen. Ich dachte eigentlich immer, dass die immer so zusammenhängen. Aber ich beschäftige mich auch nicht ganz so sehr mit den possierlichen Tierchen :pale: .

Was ich sehr deprimierend finde ist, dass er sich selbst so als Freak und Außenseiter wahrnimmt. Ist Inzest denn für Nager so ungewöhnlich? Oder ist Firmin durch sein Wissen schon zu sehr vermenschlicht?
Aber es stimmt, was du sagst. Nach so einem Lebensanfang, wird es für den Kleinen wohl nicht viel besser werden. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt:D

Bei den Büchern muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich keins gelesen habe. Und die meisten kenne ich nicht mal. :shock: Aber es ist echt schade, dass ich sie nicht sehe. So etwas erheitert mich immer gleich zum Anfang eines neuen Kapitels.

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9

Freitag, 26. Februar 2010, 12:47

Kapitel 4+5

Firmin tut mir immer mehr leid. Diese arme kleine Ratte, die keine Ratte sein möchte. Ich habe richtig mitgelitten, als er sich das erste Mal selbst im Spiegel gesehen hat. Und es ist auch so traurig, dass er vor seinem eigenen Spiegelbild flüchtet, weil er sich selber als Schädling empfindet.
Dazu kommt ja dieser unbändige Wunsch ein Mensch zu sein. Er will reden, lachen, weinen und "seine Hübschen" berühren können.
Warum sind nicht alle Mäuse und Ratten so wie er oder Stuart Little (den Firmin ja bekanntlich nicht leiden kann, denn er ist niedlich). Dann hätte ich auch nichts gegen sie...

Und ich bin durch die Lektüre wieder ein Stück schlauer geworden. Ich weiß nun, dass es Philoprogenitivität gibt bzw. dass man den Charakter an der Schädelform erkennen kann. Ob das in echt so gut geht, weiß ich nicht, aber es war doch wirklich süß, als Firmin sich selbst analysiert hat.

Nun steht er auch noch vor einer großen Existenzkrise. Sein Zuhause soll platt gemacht werden. Ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht. Wenn er sich anderen Ratten anschließen müsste, würde er doch sicher eingehen wie eine Primel. Und außerdem kann er dann nicht mehr lesen und auch nicht so gut die Menschen beobachten. Hoffentlich wird alles gut!

Die Sprache finde ich immer noch sehr schön. Es ist alles leicht poetisch angehaucht und doch lässt es sich ganz einfach lesen. Das macht das Buch sehr angenehm.
Aber ich stelle immer wieder fest, dass ich echt nicht belesen bin. Die ganzen Bücher und Protagonisten, die Filme und die Schauspieler... die meisten kenne ich überhaupt nicht. :uups:
Was aber aber ein wenig fehlt, ist die Spannung an sich. Die Geschichte lässt sich gut lesen und ist interessant, aber es fehlt ein Spannungsbogen (meiner Meinung nach). So plätschert die Story einfach vor sich hin.

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10

Samstag, 27. Februar 2010, 11:01

Ist Inzest denn für Nager so ungewöhnlich?


Ich bin nun endlich mal dazu gekommen dieser Frage auf den Grund zu gehen. Und die Antwort lautet: Ungewöhnlich nicht unbedingt, aber "Inzucht kann zu Missbildungen und geringer Lebenserwartung führen." (Lange, Monika: Ratten glücklich & gesund. 3. Auflage. München: Gräfe und Unzer Verlag 2002. S. 30. [Siehe Abbildung]).
Außerdem habe ich erfahren, dass es bei vielen Züchtern von Nagetieren durchaus üblich ist über eine Generation auch inzestös zu züchten (z.B. Mutter mit Sohn), so eben auch bei Ratten. Über mehr als eine Generation (am Stück) wird dies zwar vermieden, soll aber ein Grund dafür sein, dass einige Haustierarten überzüchtet und so anfälliger für Krankheiten sind und eine niedrigere Lebensdauer haben.
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11

Samstag, 27. Februar 2010, 18:43

Kapitel 4 und 5:

Was du zu diesen Kapiteln geschrieben hast kann ich nur bestätigen. Das zentrale Thema des Buches scheint klar der Hader mit der eigenen Existenz und schlimmer noch: mit der Art und Beschaffenheit des eigenen Ichs zu sein. :-? Firmin lebt nicht nur in quasi selbstverordneter Isolation von seinen Artgenossen, sondern existiert auch noch einen großen Teil seiner Lebenszeit in der Scheinwelt, die Kunst (in seinem Fall Bücher und Filme) bieten und ist sich dessen auch noch vollauf bewusst.

Die drohende Zerstörung seines Lebensmittelpunktes, die durch einen stadtplanerischen Faschisten, oder faschistischen Stadtplaner (wie man sein Bild von Edward Logue in Wehrmachtsuniform am Ende des fünften Kapitels auch immer deuten möchte) läuft dabei auf einen doppelten Nullpunkt in seinem Leben hinaus - einen realen, durch den Verlust von Unterkunft und Umfeld und einen imaginären durch den Verlust des ungehinderten Zugangs zu Druckerzeugnissen und alten S/W - Streifen.

Beachtenswert ist dabei erneut Savage´s Belesenheit und Hang zu doppeldeutigen Bildern - mit der Imagination der drohenden Zerstörung durch einen als Offizier der Wehrmacht gekleideten Mann nimmt Firmin das Bild seiner persönlichen "Nullpunktliteratur" (im Sinne von ohne diese Leben müssen) zum einen vorweg und projiziert diese zugleich im Verweis auf den Zustand der Literaturlandschaft in Deutschland nach 1945. :applause:

Und gerade mit dieser drohenden Katastrophe haben wir doch einen Spannungsbogen.
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12

Montag, 1. März 2010, 13:12

Kapitel 6 & 7

Ich fand die letzten beiden Kapitel wirklich sehr gelungen. Sie unterscheiden sich komplett voneinander und doch ist keins besser oder schlechter. Ich fand beide sehr schön.

Im sechsten Kapitel findet Firmin ein Buch über Aliens. Ich habe mich wirklich sehr amüsiert bei der Geschichte. Die Vorstellung, dass Aliens denken, dass die wichtigste Spezies auf der Erde die Ratten sind, weil es mehr Ratten als alles andere gibt, fand ich extrem lustig. Aber auch sehr beängstigend. Ich weiß ja, dass es selbst in den Großstädten mehr Ratten als Einwohner gibt, aber gefallen tut mir diese Vorstellung nicht :pale: . Lustig war die Geschichte aber allemal. Für Firmin fand ich die Vorstellung toll, dass er auch einfach ein Außerirdischer ist und deswegen so anders ist. Leider hat er auch gleich erkannt, dass das wohl nicht der Fall ist.
Dieses Mal habe ich sehr mitgelitten bei der Vorstellung, dass Firmin sich so viel Mühe gibt und Norman Geschenke macht und der die Blume dann einfach wegwirft. Natürlich fände ich an Normans Stelle das alles auch mehr als komisch und würde die Blume wohl auch schnellstmöglich verschwinden lassen, aber wenn man es aus Firmins Sicht sieht, ist es sehr traurig.
Auch seine Vorstellungen und Geschichten deprimieren mich. Er wäre so gern ein Mensch... Er leidet so sympathisch. Er jammert nicht so, wie es oft in anderen Büchern der Fall ist. Die Kapitel sind zwar immer wieder mit seinem Leid gespickt, aber mich nervt es nicht. Das macht es noch schwerer :-? .

Im siebten Kapitel passiert nun etwas, was Firmins komplettes Leben durcheinander bringt. Norman kann gar keine Liebe für ihn empfinden, sondern will ihn vergiften. Das muss so furchtbar für die kleine Ratte sein. Und damit meine ich nicht die physischen Schmerzen, sondern die psychischen. Norman war sein Freund, sein Verbündeter, sein Kollege, seine ganze Familie... und dann das! :cry:
Aber toll fand ich hier den letzten Satz im Kapitel: "Da Pembroke Books schon bald in Vergessenheit geraten würde und der Besitzer ein Mörder war, der das Kainsmal an den Schläfen trug, war es Zeit, Pläne zu schmieden.". Zum einen zeigt dieser Satz endlich wieder Hoffnung, dass Firmin doch nicht aufgeben wird und sich eine neue Existenz aufbauen kann und will. Andererseits finde ich es sehr lustig, wie er Norman beschreibt. So kann er wenigstens Abstand zu ihm gewinnen... zu diese MÖRDER mit dem Kainsmal :lol: .

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13

Montag, 1. März 2010, 16:53

Kapitel 6 und 7:

Viel habe ich dem, was du geschrieben hast nicht mehr hinzuzufügen.

Aber ich habe doch tatsächlich versucht nährere Informationen über Jerry Magoons "The Nesting" in Erfahrung zu bringen. Ich habe wirklich (angesichts der ganzen realen Referenzen, die in Savage´s Buch immer wieder auf den Plan gerufen werden) gedacht, dass es sich dabei um einen wirklich Autor und ein wirkliches Buch handelt, das Firmin im sechsten Kapitel beschrieben wird. Hätte ich darüber nachgedacht, wäre mir sicher der Gedanke gekommen, dass die Rechte an diesem Roman, bei einem Autor, der zu Beginn der Sechziger noch am Leben war, noch gar nicht verfallen sein könnten und dass sich Savage somit mit dem Copyright in Konflikt gesetzt hätte, indem er den Inhalt von "The Nesting" zusammengefasst hat. :uups: Da kann man mal sehen, wie sehr diese Geschichte ihre Leser in ihren Bann schlägt.

Relativ gespannt bin ich nun, was Firmin mit den Plänen meint, die er zu Ende des siebenten Kapitels in Angriff nehmen will. Will er sein Leben grundlegend ändern; Will er sich einen neuen Ort zum Leben und Lesen suchen, da sein Aufenthaltsort dort bei Pambrooke Books keine Zukunft mehr hat, oder will er sich am Ende doch an Norman Shine rächen?? :-k
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14

Dienstag, 2. März 2010, 10:01

Kapitel 8 & 9

Das achte Kapitel fand ich tragisch-komisch. Firmin hat sich so sehr abgestrampelt, um sich endlich ausdrücken zu können und alles, was dabei rauskommt ist: "Auf Wiedersehen Reißverschluss". Ich konnte mir so richtig vorstellen, wie er ewig vor dem Spiegel geübt hat und dann doch feststellen muss, dass sein Körper einfach nicht funktionieren kann wie eine Hand.
Dass er dann im Park getötet werden sollte, fand ich jedoch nicht ungewöhnlich. Eichhörnchen werden eben als kleine putzige Nager angesehen. Da kommt es nicht so gut, wenn eine Ratte ankommt. Gerade nicht, wenn sie auch noch zu einem kleinen Mädchen ankommt. Im echten Leben hätte ich wohl genauso reagiert, aber Firmin tat mir natürlich unendlich leid.

Das neunte Kapitel bedeutet ja nun eine komplette Kehrtwende für Firmins bisheriges Leben. Endlich hat er jemanden gefunden, der ihn so akzeptiert, wie er ist. Jerry scheint Firmin ja wirklich lieb zu haben und sich ganz doll zu sorgen. Das war wirklich schön zu sehen nach den bisherigen Anstrengungen. Dass er nun auch zu einer Leseratte (haha, Wortspiel :wink: ) gekommen ist, ist natürlich doppeltes Glück. Er darf dort ja sogar lesen. Was will man (bzw. Firmin) denn mehr: gutes Essen, Zuneigung und Bücher. Nur seine Hübschen fehlen leider. Vielleicht stört ihn das auf Dauer.
Was mir Angst macht, ist der letzte Satz: "Vermutlich hat er bis zum Schluss angenommen, dass ich nur so tat als ob.". Da fragt man sich doch unweigerlich: Welcher Schluss??? Stirbt Jerry oder muss Firmin ihn aus anderen Gründen verlassen? Liegt Firmin beim Erzählen seines Lebens vielleicht im Sterben? Aber ich würde es ihm gönnen, dass er nun ein paar Jahre friedlich vor sich hinleben kann (obwohl er ja jetzt schon seine Lebenserwartung übertroffen hat, denke ich).

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15

Dienstag, 2. März 2010, 12:56

Kapitel 10 & 11

Eigentlich kann ich hier nicht viel zu sagen, außer, dass ich es Firmin von ganzem Herzen gönne, dass er endlich ein schöneres Leben hat.
Aber wie ich vorhin vorhergesagt habe, vermisst er seine Hübschen und auch den Bücherladen. Zum Glück hat er ja einen Weg gefunden, sie wieder zu besuchen.
Was ich mich frage ist, ob er wirklich am Klavier spielen kann oder ob er eigentlich nur auf irgendwelche Tasten haut und denkt, er würde dieses und jenes spielen. Wenn er nämlich wirklich bekannte Stücke spielen würde, müsste Jerry das doch bemerken.
Ich würde mich auch total freuen, wenn Firmin es doch schafft auf der Schreibmaschine zu schreiben. Es könnte zwar schlimme Konsequenzen geben, wenn rauskommt, dass er schlau ist, aber er wünscht sich doch so sehr, sich ausdrücken zu können !!!
Ich hoffe auf jeden Fall, dass Firmin die Zeit noch eine Weile genießen kann.

Im elften Kapitel geht es um ein anderes Buch von Jerry. Ich finde es ebenfalls nicht so gut, wie Kuckuckseier, aber interessant ist es allemal. Ich wundere mich nur, dass Sam Savage doch so stark an Außerirdischen interessiert ist. Es handeln ja beide Bücher im Buch davon und Jerry selber sieht sich auch als außerirdischen Künstler.

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16

Dienstag, 2. März 2010, 13:17

Kapitel 12

Hmm, irgendwie passiert auch hier nicht wirklich viel.

Firmin erkennt zum ersten Mal, dass auch Menschen sich für ihre "Gattung" schämen können. Das macht ihn sicherlich etwas froh.
Er hat auch weiterhin ganz viel Spaß mit Jerry und sie haben sogar ab und zu eine kleine Jamsession, was ich doch sehr lustig finde. Ich stelle mir da richtig diese kleine Ratte vor, die wippend vor einem Klavier sitzt und in die Tasten hat :lol: .
Am Ende gehen sie noch ins Kino. Auch hier finde ich die Vorstellung amüsant, dass sich eine Ratte Pornos anguckt und sich freut, dass ein Mann im Maus-/Rattenkostüm von Frauen in Katzenkostümen gejagt wird. Der Arme braucht echt eine Rattenfrau, die ihn auch liebt. Aber ich denke, das würde ihn nicht froh machen. Er würde sie bestimmt hässlich finden :( . Außerdem meinte er doch damals bei seiner Schwester, dass es das letzte Mal war, dass er solche Gefühle hatte, oder? :-k

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17

Dienstag, 2. März 2010, 18:26

Hey, jetzt gibst du richtig Gas, was?? :mrgreen: Ich fürchte, dass ich erst übermorgen fertig werde.

Kapitel 8 und 9:

Selbst wenn der Weg dorthin schwer war, gönnt man Firmin seine "zweite Liebe zu einem Menschen" doch sehr. Immerhin ist sein Leben bei Jerry nicht nur angenehmer, sondern auch weniger einsam, weil von Interaktion und Zusammenleben geprägt. :D Allerdings habe ich das unbestimmte Gefühl, dass in dieser Sache das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, also dass der Gesamtausgang wohl eher der Tragik der vorangegangenen Kapitel folgen wird. Was meinst du?
Schön finde ich weiterhin die "gattungsverleugnenden Tendenzen" Firmins und die damit verbundenen Reflexionen auf die Menschen. Ich meine die extreme Gespaltenheit unserer Spezies wird hier doch richtig schön auf die Schippe genommen, wenn die kleine Ratte im Park versucht zu kommunizieren und dabei angegriffen und sogar verletzt wird von Leuten, die ihre Zeit damit verbringen Eichhörnchen zu füttern (die können auch Krankheiten übertragen oder sich ungebeten in irgendwelchen Häusern einnisten). Oder letztlich auch das Benehmen von Norman Shine: Einerseits lässt er sogar die Pflege seiner Bücher schleifen, weil der Stadtteil in dem sich sein Geschäft befindet dem Untergang geweiht ist, andererseits unternimmt er den Versuch quasi kurz vor Abriss noch einer einzelnen Ratte den Garaus zu machen. :-s
Wir haben wirklich ein Ding an der Waffel!

Wie dem auch sei: Firmin geht in Sachen Wertung bei mir jetzt schon auf die fünf Sterne zu!
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18

Dienstag, 2. März 2010, 18:41

Hey, jetzt gibst du richtig Gas, was??
Ich habe mir jetzt extra ein anderes Buch zum Lesen am Nachmittag genommen. :loool:

Allerdings habe ich das unbestimmte Gefühl, dass in dieser Sache das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, also dass der Gesamtausgang wohl eher der Tragik der vorangegangenen Kapitel folgen wird. Was meinst du?
Auf jeden Fall. Das kann nicht gut ausgehen. Und da habe ich jetzt schon Angst vor. :pale:

Wir haben wirklich ein Ding an der Waffel!
Oh jaaaa. Das wird uns so richtig schön unter Nase gerieben. Aber Firmin will ja trotzdem so sein. Vielleicht erkennt er es ja am Ende, dass Menschen nicht besser oder schlechter sind, als andere Tiere.

Wie dem auch sei: Firmin geht in Sachen Wertung bei mir jetzt schon auf die fünf Sterne zu!
So viel wird es bei mir wohl nicht werden. Aber ich bin auch total überrascht, warum das Buch an sich so schlecht bewertet wurde. Ich denke, bei mir werden es 4 Sterne.

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19

Dienstag, 2. März 2010, 23:44

Bis zum Schluss

Ich habe extra heute Nachmittag ein anderes Buch gelesen, aber ich hatte es dann auch gleich ausgelesen :loool: . Nun bin ich also mit Firmin fertig.

Die große Tragödie ließ ja nicht mehr lange auf sich warten: Jerry ist gestorben. Komischerweise tat es mir dann nicht so leid, wie ich gedacht hätte. Auch Firmin schien es gar nicht so schlecht zu gehen danach. Und auch den kompletten Abriss des Scollay Square haben wir beide, ohne mit der Wimper zu zucken, weggesteckt.

Was mich jedoch komplett verwirrt hat, war die "Sache" mit Ginger. Was war das??? Ich dachte erst, Firmin wäre im Schacht abgestürzt und wäre gestorben. War es doch nur ein Traum oder hat er es sich einfach vorgestellt? Mit dieser Szene konnte ich dann gar nichts anfangen.

Das Ende hat mir irgendwie auch nicht gefallen. Firmin war alt und es ging ihm physisch und psychisch nicht mehr gut. Savage hätte ihn friedlich einschlafen lassen sollen. Aber ich habe mich natürlich sehr darüber gefreut, dass er das "Große Buch" noch gefunden hat. Das war ein würdiger Abschluss. Der Kreis hat sich geschlossen, wie man so schön sagt.

Alles in allem vergebe ich somit gute 3,5 :bewertung1von5: .

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20

Donnerstag, 4. März 2010, 11:12

Kapitel 10 und 11:


Sonderlich vielsagend finde ich diese Kapitel nicht. Außer Firmins Leben bei Jerry, seine Genesung und Jerrys zweites Buch ist nicht sonderlich viel Interessantes dabei herumgekommen. Nicht, dass mir dieser Abschnitt nicht gefallen hätte, aber es liest sich bisweilen etwas wie Füllmaterial, dass letztlich den Unterschied zwischen Roman und Novelle ausgemacht hat. Gespannt bin ich, welche Folgen Firmins zeitweise Rückkehr in das Ladenlokal von Norman Shine noch haben wird, auch wenn ich ja jetzt nur noch auf die Katastrophe warten muss (Ja, ich habe auch jene von deinen Posts gelesen, die für mich eigentlich noch in der Zukunft liegen sollten. :-, ).

Dieses Mal ist es fast schon peinlich, wie langsam ich bin, und das obwohl mir das Buch sehr gut gefällt :uups: . Naja, ich werde versuchen mich heute zu beeilen, um dann doch nicht so weit hinterherzuhinken!
Bist nicht die ungelesenen Bücher
die verstauben oben im Regal
Licht ist mir egal
...


Marcus Wiebusch
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