Samstag, 31. Juli 2010, 21:13 UTC+2

Du bist nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren
Du suchst eine Buchvorstellung, eine Rezension oder eine Inhaltsangabe?
In unserem Bücher Forum findest Du Empfehlungen, Buchkritiken und Büchertipps zu den verschiedensten Bereichen, wie z.B. Krimi und Thriller, Humor, Satire oder Fantasy, sowie jeglicher Art von Roman und Bestseller. Neben Rezensionen gibt es auch nette Diskussionen und Plaudereien...
[...mehr erfahren]
 
Können über 8.200 Mitglieder mit über 620.000 Beiträgen irren?
 Virtuelles Bücherregal anlegen
 Kalender mit Lesungen deutschlandweit
 Persönliche Buchnachbarn aufspüren
...mehr Infos | Vorschau | Jetzt dabei sein!

Beiträge: 10

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Fantasy, History, Hörbuch

61

Sonntag, 7. Februar 2010, 12:53

Und...

...da geht es auch schon los mit der ziemlich genauen Vorstellung über das, was ein Rettungsassistent weiß, kann und erlebt. Zum Beispiel wissen wir sehr genau, was Pflegepersonal auf Stationen, in Altersheimen, im OP, in der häuslichen Pflege tun und welchen Belastungen sie dort ausgesetzt sind, denn wir machen im Laufe unserer Ausbildung in all jenen Bereichen Praktika. Abgesehen davon kommen wir viel rum, unterhalten uns mit dem Personal und sehen viele verschieden Arbeitsplätze. Was....umgekehrt selten der Fall ist. Also....treffen deine ziemlich genauen Vorstellung nicht ganz zu...

Der Protagonist hält nicht alle für beschränkt, und nur so nebenbei, stellt er immer wieder fest, dass ER ein Idiot ist. Wenn man genau liest, und deshalb auch der Verweis auf Band 2 und 3, wird immer wieder darauf hingewiesen, dass der Rettungsdienst nichts Besonderes ist, eben nur ein Job. Allerdings handelt das Buch vom Rettungsdienst und nicht vom stressigen Alltag einer Kassiererin bei Aldi, weshalb es die Probleme des Rettungsdienstes deutlich hervorhebt. Und wie gesagt, wer sich noch nie von einem arroganten medizinischen Laien vorschreiben lassen musste, wie er seinen Job zu machen hat, kann gewisse Dinge auch nicht nachvollziehen :D ! Apropos "normalos" und geil auf Notruf. Wenn dem nicht so ist, warum gibt es auf Autobahnen dauernd Stau an Unfallstellen? Warum bilden sich immer große Menschenmengen, wenn in der Stadt was passiert? Warum sieht man immer Menschenmengen wenn ein Haus brennt? Und warum gibt es 11 oder 12 Staffeln von ER? Na....bestimmt weil alle immer helfen wollen! Warum hat dann so selten jemand sein Wissen über erste Hilfe angewendet, wenn wir eintreffen? Das sind Phänomene die IMMER auftreten wenn irgendwo etwas passiert, und viele Menschen zugegen sind! Also erzähl mir bitte nicht, dass unsere Sicht der Dinge und unsere Betrachtung bezüglich unserer Gattung von der Hand zu weisen sind.

Und ja, wir machen allen diese Vorwürfe. Wenn man sich das Buch genau durchliest, wird man einen gewissen Grundtenor feststellen können. Mir geht es zu Beispiel darum, die Leute zu etwas mehr Eigenverantwortung zu "erziehen" (Ich weiß, starkes Wort, aber mir fällt gerade kein besseres ein). Viele richtige Patienten, um die wir uns gerne kümmern würden, müssen manchmal bis zu 4 Stunden auf einen Transport warten, weil der RD mit "Mist" belegt ist. Und...ich persönlich fände es schade, wenn meine Mutter 30 Min mit ihrem Infarkt warten müsste, weil die meisten Rettungsmittel mit sinnlos Besoffenen belegt sind (und auch dies ist nicht aus der Luft gegriffen, besonders Samstags abends im Sommer!!!) Dieses Buch träumt von einer besseren Welt, in der jeder, der einen Transport braucht, sofort einen bekommt. In der die Würde der Unfallopfer nicht durch sensationslüsterne Gaffer beschmutzt wird, das Personal jeglicher Fachrichtung einander respektiert und ein sinnvolles Arbeiten im Allgemeinen möglich ist. Ich glaube, dass dieses Buch vor allem deshalb so Böse klingt, weil uns das Arbeiten im Rettungsdienst unseren Idealismus kaputt gemacht hat. Ja, ja...Zyniker sind enttäuschte Romantiker!! :D
Unabhängig davon geht auch darum, zu Zeigen was der Rettungsdienst überhaupt macht, denn wie schon festgestellt, haben die wenigsten eine Vorstellung davon, was der Transporteur im RD überhaupt so den lieben langen Tag macht. Und jene, die glauben, dass sie es wissen, liegen meistens auch falsch. Das unterscheidet uns deutlich von Pflegepersonal, der Polizei, der Feuerwehr die im allgemeinen in der Bevölkerung eine gewisse Akzeptanz und einen gewissen Status haben. Ich bin mir sicher, dass bei einem Brand niemand dem Brandmeister vorschreiben wollen würde, wo er zu löschen hat, wobei das bestimmt auch vorkommt. Und ja....ich weiß, wie viele nervige Angehörige das Pflegepersonal im Krankenhaus herumkommandieren. Ich...weiß das.

Nun, was das Feilen an Sätzen anbelangt...das stimmt!

Das mit dem Rechtfertigen ist doch selbstverständlich. Das Buch ist unser erstes gemeinsames Baby. Wie würdest du da reagieren^^?

So...heute Nachmittag verlasse ich diese anstrengende Welt für ein paar Stunde und werde zum Drachen :D ! Mowl hat zum Rollenspiel geladen und mit Freuden folge ich seinem Ruf!

Einen wundervollen Nachmittag wünscht euch

Lester

Ps.: Ich möchte hier noch einmal deutlich klarstellen, dass ich jegliche Kritik, sowohl Inhaltlicher, als auch handwerklicher Natur als teil eines persönlichen Standpunkts akzeptiere und auch ernst nehme, unabhängig davon, wie sehr ich dem auch bei meinen Antworten widerspreche. Ich habe gelernt, dass man bei einer Diskussion in den seltensten Fällen die Meinung des anderen ändern kann. Das höchste, was man erreichen kann, ist ein gewisses Verständnis für den eigenen Standpunkt :D !
Wir sind zuweilen aus sehr hartem Holz geschnitzt und es ist mitunter das Gleiche, aus dem man Särge herzustellen pflegt!

(Lester)

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Lester« (7. Februar 2010, 13:14)

  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 10

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Mannheim

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: alle möglichen

62

Sonntag, 7. Februar 2010, 13:05

@zores: Also ich subsumiere mal, dass du dich als Leser von einigen Passagen unangemessen angesprochen fühlst, weil wir jene Dinge, die uns damals (sind immerhin schon fast fünf Jahre) durch Kopf und Herz gegangen sind ohne Schnörkel, ohne Rücksicht und vor allem gemäß unserer Erfahrung thematisiert haben. Das ist bedauerlich, aber es zeigt, dass du es gelesen und dir deine Gedanken darüber gemacht hast. Das und nicht weniger darf man von einer Leserunde wie dieser erwarten. Daher sei nochmal Dank gesagt für deine Äußerungen. ich nehme deine Kritik nicht persönlich, denn dazu müsste ich dich besser kennen und du hast bereits klar gemacht, dass du eine andere Sicht der Dinge hast, worauf jeder Mensch ein definitives Anrecht hat. Worauf deine Weltsicht beruht, vermag ich nicht zu sagen, ich würde aber behaupten, dass wie bei mir auch ein hoffentlich gesunder Mix aus Erziehung und Erfahrungen dafür verantwortlich ist. Daher ist es müßig sich zu fragen, ob sich an der Kommunikation in dieser Diskussion noch etwas verbessern lässt, denn du hast deine Meinung ja auch so schon gefasst. Wenngleich ich sie nicht teile, respektiere ich sie. Fakt ist, das unsere Erfahrungswelten sich deutlich unterscheiden.

Und - diese Bemerkung mögest du mir verzeihen, aber ich muss es aussprechen - ich wage deutlich zu bezweifeln, dass du eine realistische Vorstellung von meiner Arbeit hast, wenn du so viele Aspekte des Buches für unglaubwürdig hältst.

Übrigens ist mir wohl bewußt, das Pflegepersonal und Ärzte einen schweren Job haben und unser Protagonist entwickelt im weiteren Lauf der Geschichte ein deutlich differenzierteres Bild seiner Welt und der anderen Wesen in ihr, aber der Knabe, von dem wir in Band eins reden, ist noch jung, unerfahren und erfüllt von der Naivität des jungen Menschen, unsterblich zu sein und immer Recht zu haben. DAS Zeitalter liegt hinter mir, wenngleich ich im Bezug auf andere Aspekte meines Lebens immer noch genug Flausen im Kopp habe...

Ich betrachte das, was andere Menschen zu unserem Buch äußern stets mit gemischten Gefühlen, denn auf der einen Seite ist es sehr schwer jemandem verständlich von etwas zu erzählen, das er nie erlebt habt - und vieleicht (hoffentlich) auch nie erleben wird - andererseits ist man immer in dem Zwiespalt, Herzblut ins Papier vergossen zu haben und daher auf Kritik vielleicht unangemessen emotional zu reagieren.

Was die stilistischen Fragen angeht: Stil ist eine Mischung aus Bildung, Erfahrung, persönlichem Geschmack und einem mehr oder minder ausgeprägten Verlangen, sich seinem Gegenüber verständlich zu machen. Dieser dynamische Prozess verläuft bei jedem anders und wird natürlich durch Äußerungen kritischer Leser beeinflusst. Die Behauptung, das dies jeder täte, es aber die Kunst wäre, wenn es keiner bemerkt entwertet allerdings meine frühen Bemühungen als Autor und das betrachte ich als unangebracht...
Unter den Blinden ist der Einäugige der Arsch - er muss allen anderen vorlesen...
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 187

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: NRW

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Thriller, Horror, Krimi, Fantasy, Psychothriller

63

Sonntag, 7. Februar 2010, 14:08

Zunächst zu dem was Lester geschrieben hat:

Was ich bisher im Buch über die Arbeit der rettungsassistenten gelesen habe, war für mich nichts besonders neues oder etwas worüber ich mich wundern müsste. Es trifft meine Vorstellungen doch schon ganz gut.

Mag ja sein, dass sich in band 2 und 3 irgendwas ändert, wendet, was auch immer. Davon habe ich aber keine Ahnung, weil ich Band 1 lese. Meine Meinung bezieht sich ausschließlich auf das, was ich bisher gelesen habe. Deswegen lasse ich alles weitere -selbstverständlich- außer acht. Ich weiß ja schließlich nicht, was weiter kommt.

Was die "normalos und geil auf Notruf" angeht:
Ich habe NIE behauptet, dass dem NICHT so ist. Mir ging es dabei nur um das Thema >alle über einen Kamm scheren<.
Natürlich gibt es solche Menschen. Dem habe ich nie widersprochen. Wogegen ich aber widerspreche ist, dass ALLE Menschen so sind.


Zitat

Dieses Buch träumt von einer besseren Welt, in der jeder, der einen Transport braucht, sofort einen bekommt. In der die Würde der Unfallopfer nicht durch sensationslüsterne Gaffer beschmutzt wird, das Personal jeglicher Fachrichtung einander respektiert und ein sinnvolles Arbeiten im Allgemeinen möglich ist.
Dann verhält sich der Traum des Buches aber im Widerspruch zu seinem Inhalt. Die Rettungsassistenten Rolf und Domenico respektieren das Personal anderer Fachrichtungen ja auch nicht im geringsten.

Und zum Thema "arbeit von Polizei, Feuerwehr...":
Die Arbeit eines Feuerwehrmannes kann ich mir nicht im geringsten vorstellen. Ich hab nicht die geringste Ahnung davon wie es ist in einem brennenden Haus zu stehen und was man in dieser Situation zu tun hat. Ich weiß auch nicht, welche Aufgaben alles in den Bereich eines Feuerwehrmannes fallen. Absolut keine Ahnung. Die Arbeit eines Rettungsassistenten kann ich mir da schon deutlich besser vorstellen.

Und zu Mowl:
Welche Aspekte habe ich als unglaubwürdig dargestellt?
Ich habe mich dabei ausschließlich auf den Satzbau bezogen. Es ging darum, dass die Sätze einen konstrierten Eindruck auf mich machten, nichts weiter. Meiner persönlichen Meinung nach, sollten die Sätze in einem guten Buch eben nicht so konstruiert wirken. Aber das ist nunmal geschmackssache.

Zitat

Übrigens ist mir wohl bewußt, das Pflegepersonal und Ärzte einen schweren Job haben und unser Protagonist entwickelt im weiteren Lauf der Geschichte ein deutlich differenzierteres Bild seiner Welt und der anderen Wesen in ihr ....
Es geht mir dabei gar nicht so sehr um Sebastian. Ich spreche eigentlich die ganze Zeit von Domenico und Rolf. Sie sind diejenigen die schlecht über das Pflegepersonal sprechen. Nicht Sebastian.

Aber langsam schweifen wir wohl von eigentlichen Thema, nämlich dem Buch, ab. Ich werde jetzt also erstmal noch ein wenig weiterlesen. Mal sehen wie sich das ganze noch entwickelt.

Gruß, Zores

Achja:

Zitat

@zores: Also ich subsumiere mal, dass du dich als Leser von einigen Passagen unangemessen angesprochen fühlst,
es geht mir gar nicht um mich persönlich. Ich fühle mich nicht besonders angesprochen, wie ich ja schon erwähnt habe. Unangemessen finde ich nur die allgemeine Art und Weise, über fremde Menschen, die man nicht kennt, zu Urteilen :wink:
Ich :study: gerade:
...



  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 179

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Dresden

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Fantasy, History, Love & Romance, Sach/ Fachbuch, Krimi/ Thriller

64

Sonntag, 7. Februar 2010, 21:46

Die Rettungsassistenten Rolf und Domenico respektieren das Personal anderer Fachrichtungen ja auch nicht im geringsten.


Hallo Zores, an dieser Stelle muss ich doch ganz kurz wiedersprechen: S. 98, Sebastian fragt warum die Schwestern und Pfleger so unangebracht reagierten, und Domenico antwortet "Nö, aber wenn man dauernd von allen Seiten mit Kacke bombardiert wird, schaltet man irgendwann auf Durchzug!"
Das zeigt doch das er die Art der anderen zwar nicht akzeptieren, aber doch immerhin nachvollziehen kann.

Ansonsten kann ich deine "Vorwürfe" gut nachvollziehen, wurde aber durch die Erläuterungen von mowl und lester überzeugt: ich kann mir gut vorstellen, das man bei einem emotional so aufwühlenden Job einfach irgendwie alle über einen Kamm schert, und auch wenn einem bewusst ist, das es die anderen, die "Normalos", auch noch gibt, so bemerkt man bei einem Einsatz naturgemäß nur die negativen Beispiele, da sich die anderen ja ordnungsgemäß zurückhalten.

Ich bin jetzt am Ende des Buches angelangt und fand es sehr interessant, da es mir Einblicke in eine Welt geschaffen hat, die ich ansonsten gar nicht kannte. Die einzige Stelle, die ich bedenklich fand wa am Ende, als

  Spoiler Spoiler

Roman sagt: "... außerdem findet sich immer irgendein Depp, der für so einen voll gesoffenen Trottel anruft...". Das finde ich ziemlich irreführend. Ich war vor kurzem in einem "Erste Hilfe Lehrgang" und auch dort kam das Thema auf die Frage nach der Notwendigkeit des Anrufens bei Betrunkenen. Die Antwort war: Auf jeden Fall anrufen! Untermalt mit Beispielen (die Lehrperson ist auch Rettungsassistentin) was passieren kann wenn man nicht anruft. Nun fühlt man sich aber plötzlich als Idiot, wenn man für jemanden anruft der Betrunken ist... Ich kann schon verstehen, das es nicht angenehm ist, jemanden zu bergen, der scheinbar selbst verschuldet in so einen Zustand kam. Auch der Gedanke, es gäbe auch noch andere, wahrscheinlich wichtigere Notfälle, und dann ist der RW mit einem Besoffenen belegt... Und doch, wie soll man sich nun eurer Meinung nach als Passant verhalten: Einfach vorbeigehen?


Sorry für meine wirr geschriebenen Gedanken... :pray:
:study: "Zusammen ist man weniger allein" von Anna Gavalda :study:
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 10

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Mannheim

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: alle möglichen

65

Montag, 8. Februar 2010, 10:52

@zores


Und - diese Bemerkung mögest du mir verzeihen, aber ich muss es aussprechen - ich wage deutlich zu bezweifeln, dass du eine realistische Vorstellung von meiner Arbeit hast, wenn du so viele Aspekte des Buches für unglaubwürdig hältst.



Ich sagte nicht, dass du etwas unglaubwürdig darstellst, sondern dass du anscheinend viele Schilderungen im Kontext des Buches für unglaubwürdig hältst - so kann man sich mißverstehen.

Wie lester sich bereits bemüht hat darzustellen: Wir alle pauschalieren, jeden Tag in verschiedensten Kontexten. Rein psychologisch gesehen ist dies ein Schutzmechanismus und dass wir bei Leuten, die wir kennen deutlich zu differenzieren in der Lage sind, ändert nichts an der Tatsache, dass der/die/das persönlich nicht genau gekannte bei so gut wie jedem Menschen die Verwendung von Sterotypen evoziert. Und nein - ich glaube nicht, dass du frei von diesem Fehler bist. Ferner glaube ich auch nicht, dass dich dieser Punkt nicht berührt, denn dazu reitest du viel zu sehr auf dem Thema herum. Wenn du für dich doch weißt, dass nicht alle Menschen so sind und du ein Element der Submenge [nicht alle] bist, ist ja alles gut, denn diese Passagen richten sich zuerst an jene Elemente in dieser Menge, welche zur großen Submange [alle anderen] gehören...

Ferner würde mich interessieren, woher du deine so genaue Vorstellung im Bezug auf das Berufsbild Rettungsassistent hast.

Im Übrigen schreibt man Bücher in aller Regel für Menschen, die man nicht kennt und wenn eine der Hauptintentionen war, Leuten die so offensichtlich und so oft beim Tun nicht denken einen Anstoss zu geben, es mal zu versuchen, dann kann es sein, dass man auch jene anspricht, die in den Augen des Autors nicht zur Primärzielgruppe gehören. Wenn ich mich zum Beispiel in Podcasts über die Dummheit, Arroganz, Kurzsichtigkeit und was weiß ich nicht noch alles vieler Menschen aufrege, die im Web 2.00 unterwegs sind, fühlt sich mit Sicherheit der eine oder andere zu Unrecht angemacht, aber das nehme ich in Kauf, wenn ich dadurch schaffe, jemanden zum Überdenken seiner Handlungsweisen zu bringen. Es ist ein erhobener Zeigefinger, quasi die Vorform einer Androhung von Sanktionen, doch oft reicht es schon völlig aus, wenn sich ein Individuum vor sich selbst bloßgestellt fühlt, denn dass ist einer der Hauptmechanismen, die ein soziales Zusammenleben überhaupot erst möglich machen - nämlich das Gewissen. Man muss es nur manchmal zunächst aufwecken...
Unter den Blinden ist der Einäugige der Arsch - er muss allen anderen vorlesen...
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 187

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: NRW

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Thriller, Horror, Krimi, Fantasy, Psychothriller

66

Montag, 8. Februar 2010, 12:47

Ich denke nicht, dass ich frei von fehlern bin. Das ist wahrscheinlich niemand.

Ich reite auch auf nichts rum. Ich habe (wie das in einer Leserunde üblich ist), meine Meinung zu dem Buch gesagt. Nichts weiter.
Daraufhin fing dann eine Diskussion an, von wegen niemand könne sich vorstellen, was ein Rettungsassistent bei seiner Arbeit tut, außer ein Rettungsassistent selbst. Meiner Meinung nach, ist das doch etwas hoch gegriffen. Aber ich denke, das Thema sollten wir beenden, weil wir da eh auf keinen grünen Zweig kommen.

Ich verstehe noch immer nicht, wie ich auf irgendeine Art und Weise geäußert haben sollte, dass ich irgendwas für unglaubwürdig halte. Aber das ist auch nicht das erste Mal während dieser LR, dass meine Worte verdreht wurden.

Was ist das für eine Leserunde, in der ich nicht schreiben darf,
welches Eindruck dieses Buch auf mich macht, ohne dafür verurteilt zu
werden?
So macht mir das keinen Spaß, sorry. Ich behalte meine Meinung dann besser für mich, denn langsam artet das hier in einem Streit aus, und das ist sicher nicht Sinn der Sache.

Gruß, Zores
Ich :study: gerade:
...



  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 4 208

Geschlecht: Weiblich

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Thriler/Psychothriller; Sach-/Fachbücher (Medizin, Notfallmedizin, Gerichtsmedizin,Serienmörder)

67

Montag, 8. Februar 2010, 23:23

Was ist das für eine Leserunde, in der ich nicht schreiben darf,
welches Eindruck dieses Buch auf mich macht, ohne dafür verurteilt zu
werden?
So macht mir das keinen Spaß, sorry. Ich behalte meine Meinung dann besser für mich, denn langsam artet das hier in einem Streit aus, und das ist sicher nicht Sinn der Sache.

Zores, glaub mir, von Streit ist das weit entfernt. ;)
Mowl und Lester provozieren gerne, aber nicht, um jemanden irgendwie "blöd anzumachen" oder ihnen gar die eigene Meinung abzusprechen, sondern um zum Nachdenken anzuregen (und weil es ihnen Spaß macht). Glaub mir -ich kenne es aus bester eigener Erfahrung- mit jemandem wie Lester zu diskutieren kann bisweilen sehr anstrengend und nervenzehrend sein, aber bei Beiden weiß ich, dass keine böse Absicht dahintersteckt. Sie sind einfach so und diskutieren sehr gerne.

Und ich kann beide Seiten verstehen (ihre wie auch Deine). Das Problem gerade besteht aber, glaube ich, wirklich darin, dass Mimik, Gestik ect fehlen, all das eben, was eine direkte Interaktion ausmacht.


Und der Rett.ass. ist kein besserer oder schlechterer Beruf als alle anderen, trotzdem kann man sich wirklich nur ein komplettes Bild davon machen, wenn man in dem Job arbeitet.
Das ist aber genauso bei allen anderen Berufen. Ich weiß nicht, mit welchen Problemen eine Einzelhandelskauffrau täglich zu tun hat, ich kann es mir denken, werde es aber nicht wirklich nachvollziehen können, solange ich nicht selbst als solche tätig bin.


Ich könnte noch so viel mehr dazu schreiben, aber ich hab grad keine Lust. :wink:
Mir ist nur wichtig, dass Du (und auch andere hier) verstehen, dass es gewünscht ist, dass die eigene Meinung geäußert wird, dass die Beiden das auch weißgott niemandem übel nehmen, aber eben darauf reagieren (weil sie es gerne tun).
"Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont."
Konrad Adenauer


  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 10

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Mannheim

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: alle möglichen

68

Montag, 8. Februar 2010, 23:57

Wortwörtlich variiert meist örtlich...

@zores: wie das Leben so spielt - und das ist gewiß nicht nur der räumlichen Distanz durch das Internet sondern auch der persönlichen Distanz im wahren Leben gedankt - reden wir vielleicht in mancherlei Hinsicht aneinander vorbei. Sprachlicher Duktus wird oft unterschiedlich aufgefasst und was für einen selbst ganz normal und natürlich klingt, ist für das Gegenüber vielleicht schon nahe an einer Beleidigung. Das funktioniert in beide Richtungen und es ist schwer, sich von der Vorstellung zu lösen, dass jemand anders die eigene Denkungsart nicht einfach nachvollziehen kann, weil es an einer gemeinsamen Erfahrungsbasis mangelt. Daher wollen wir das diskutieren ruhen lassen und ich nehme aus deinen Äußerungen mit, dass wir Menschen in diesem Buch zu sehr über einen Kamm scheren. Damit kann ich wirklich gut leben, denn wie schon erwähnt war das irgendwie eine unserer Intentionen - auch wenn sich das jetzt vielleicht unfreundlich anhört, ist es nicht böse gemeint.

Wenn ich so jeden Tag durch die Straßen Mannheims gehe und fahre, ist es mir ein Bedürfnis, Menschen zu beobachten, ihnen zuzuhören, ihre Sprache und ihren Gestus zu studieren und dabei zu raten, wer oder was sie wohl sein mögen. Dabei ist mir in den letzten 10 Jahren aufgefallen, dass sich der Ton in einer negativen Art entwickelt hat, die ich zuvor nicht kannte. Es scheint tatsächlich aggressiver und fordernder zuzugehen in unserer Kommunikation und einer der Gründe dafür ist wahrscheinlich, dass es den Leuten an der Geduld mangelt, zu lesen, bzw. überhaupt irgendein Medium konzentriert über einen Zeitraum von mehr als 2 oder 3 Minuten wahrzunehmen. Quasi eine Art kollektives Aufmerksamkeitdefizitsyndrom. Solche Leute erreicht man (leider) nur noch mit dem Holzhammer und ihre Zahl wird immer größer. Es mag sein, dass es genau diese Menschen sind, die uns im Gesundheitswesen, aber auch in vielen anderen Bereichen das Leben schwer machen, weil die Gesellschaft bzw. ihre Eltern es verabsäumt haben, ihnen zu zeigen, wie man verantwortungsvoll kommuniziert und sich informiert.

Es ist schwer zu erklären, in welcher Weise diese Erfahrungen denn nun genau unser schreiberisches Wirken beeinflusst haben, aber es ist unbestritten, dass das Ergebnis streckenweise hart an der Grenze läuft und dessen bin ich mir bewußt. Jetzt haben wir jemanden gefunden, der das nicht gut findet, weil es vielleicht an ein paar Stellen zu deftig war. Das ist für mich OK, wenn es für dich auch OK ist, dass wir das Buch deswegen trotzdem nicht umschreiben.

Darum Friede und Dankeschön für deine Kritik!
Unter den Blinden ist der Einäugige der Arsch - er muss allen anderen vorlesen...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »mowl« (9. Februar 2010, 00:08)

  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 187

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: NRW

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Thriller, Horror, Krimi, Fantasy, Psychothriller

69

Dienstag, 9. Februar 2010, 14:01

Bis Seite 122

Ich könnte jetzt auf all das was ihr (Coco und mowl) geschrieben habt, genau eingehen, mit Zitieren und so, aber dazu hab ich jetzt ehrlichgesagt keine Lust und auch keine Zeit :wink:

Vielleicht war es wohl wirklich einfach nur ein Missverständnis und ich hab das ein oder andere falsch aufgenommen.
Auch ich wollte, wie gesagt, hier niemanden persönlich angreifen oder so. Ich würde sagen wir belassen es dann jetzt einfach mal dabei, und widmen uns wieder dem eigentlichen Thema, nämlich dem Buch :) .

So ca. ab Sebastians zweiten Praktikumstag wird alles etwas "sachlicher", was mir ziemlich gut gefällt. Was ich auch gut finde, ist wie Domenico und Rolf mit Sebastian umgehen. Heute kennt man es meistens nur noch so, dass die Praktikanten für die Drecksarbeit "missbraucht" werden. Ich meine damit, klar, Sebastian tut eigentlich nichts, kann er ja auch nicht. Aber ihm wird alles genau erklärt. Was man wann, wie und warum macht. Ihm werden die verschiedenen Geräte erklärt und vorallem wird er auch mal dazu aufgefordert selbst etwas nachzudenken.
Häufig ist es so, wenn irgendwo ein Praktikant ist, dann wirs er irgendwo abgestellt und es heißt "sie zu, dass du klar kommst". Oder man ignoriert ihn einfach. Natürlich machen diese Praktikanten dann auch viele Fehler, weil sie ja eigentlich gar nicht wissen, was sie zu tun haben. Und dafür kriegen sie dann einen drüber.

Die Sache mit dem Wachenleiter lässt sich gut nachvollziehen. Wie oft sind es gerade diejenigen, die von nichts eine Ahnung haben, die anderen erklären was sie zu tun haben. Kommt mir sehr bekannt vor. :)

Gruß, Zores
Ich :study: gerade:
...



  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 187

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: NRW

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Thriller, Horror, Krimi, Fantasy, Psychothriller

70

Mittwoch, 10. Februar 2010, 14:41

Liest eigentlich noch jeman mit, oder seit ihr alle schon fertig??
Ich :study: gerade:
...



  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 1 661

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Hamburg

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Fantasy, gute Liebes- und Frauenromane, Psychothriller

71

Mittwoch, 10. Februar 2010, 15:34

Ich lese noch mit, aber im Moment komme ich nicht wirklich voran.
Ich glaube, mir fehlt ein wenig die Spannungskurve. Es wird halt erzählt, aber mir fehlt die Handlung, falls ihr versteht.
Klar, ich glaube, es soll darauf hingearbeitet werden, warum er sich umbringen will, aber noch ist keine wirkliche Spannung deswegen aufgekommen... Das Buch reißt mich nicht mit und ich habe nicht diesen "Ich muss weiterlesen!!!!"-Effekt.

"Jeder Fehler erscheint unglaublich dumm, wenn andere ihn begehen." (Georg Christoph Lichtenberg)

:study: Sebastian Fitzek - Der Augensammler
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 764

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Braunschweig

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Psychothriller, Fantasy, Klassiker, Horror, Jugendbücher

72

Mittwoch, 10. Februar 2010, 15:39

Ich lese noch mit, aber im Moment komme ich nicht wirklich voran.
Ich glaube, mir fehlt ein wenig die Spannungskurve. Es wird halt erzählt, aber mir fehlt die Handlung, falls ihr versteht.
Klar, ich glaube, es soll darauf hingearbeitet werden, warum er sich umbringen will, aber noch ist keine wirkliche Spannung deswegen aufgekommen... Das Buch reißt mich nicht mit und ich habe nicht diesen "Ich muss weiterlesen!!!!"-Effekt.
Da muss ich Lilibeth leider recht geben. Bin drauf und dran das Buch abzubrechen weil ich parallel noch andere Bücher lese die mehr Spaß machen. Sorry, ich hoffe ihr nehmt mir das nicht übel. Das ich leider auch der Grund warum ich mit wenig an der Leserunde beteilige.
:study: "Nachtseelen" von Olga A. Krouk

"Bücher müssen schwer sein, weil sie eine ganze Welt in sich tragen"
Tintenherz - Cornelia Funke
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 476

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Rheinland-Pfalz

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: History, Erzählung, Biographie, Hörbuch

73

Mittwoch, 10. Februar 2010, 19:38

Mir fehlen noch 20 Seiten, bevor ich dann einen abschließenden Beitrag schreibe. Leider fehlt mir momentan die Zeit. Aber es wird spätestens am Wochenende geschehen.
Grüße von FrauImMond

:study: Aussöhnung mit dem inneren Kind von Erika J. Chopich/Margaret Paul
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 10

Geschlecht: Männlich

Wohnort: Mannheim

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: alle möglichen

74

Mittwoch, 10. Februar 2010, 23:28

an die anderen Mitleser

Also zumindest ich bin nicht böse, wenn ihr sagt, der Wow-Effekt fehlt ist, das ein Punkt, den wir damals nicht bedacht haben, weil wir unsere Erzählung während des Schaffensprozesses auf drei Teile angelegt haben, obwohl der Erste schon fast geschrieben war. Ich möchte mal sagen, dass wir streckenweise von unserer eigenen Arbeitsart überholt worden sind. Wir versuchten - und versuchen noch immer - das bei anderen Projekten besser zu machen.

Mich würde aber reizen zu erfahren, bei was für momentan gelesenen Büchern ihr euch diesbezüglich besser bedient fühlt - Neugier ist doch was feines, oder?
Unter den Blinden ist der Einäugige der Arsch - er muss allen anderen vorlesen...
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 476

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Rheinland-Pfalz

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: History, Erzählung, Biographie, Hörbuch

75

Donnerstag, 11. Februar 2010, 20:30

Auch ich habe das Buch nun ausgelesen.
Es war sehr interessant, Sebastian bei seiner ersten Praktikumswoche zu begleiten. Er hat viel erlebt und sammelt erste Erfahrungen. Das fand ich gut zu lesen, mehr aber auch nicht.
Ehrlich gesagt hat mich das ständige hin und her auch etwas irritiert. Ich musste mich jedes Mal wieder neu rein finden, wo Sebastian mit seiner Erzählung zuletzt stehen geblieben war, bevor er wieder etwas kommentiert hat.
Ich kam mit den Kommentaren auch nicht immer zurecht. Manchesmal konnte ich nur den Kopf schütteln, wie man denn sooo negativ denken kann. Aber o.k., wie bereits gesagt, habe ich keine Ahnung, was der Job von einem abverlangt.
Ich gebe dem Buch :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: .
Grüße von FrauImMond

:study: Aussöhnung mit dem inneren Kind von Erika J. Chopich/Margaret Paul
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 3 367

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Bremen

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Ich mutiere zum Fast-Alles-Leser!

76

Donnerstag, 11. Februar 2010, 20:48

...bis Seite 88

Liest eigentlich noch jeman mit, oder seit ihr alle schon fertig??
Jau, ich lese noch! so langsam wie in meinem Leben noch nie zuvor, aber ich lese. So langsam bin ich zum einen, weil mir die Zeit fehlt (Überstunden für krankheitsbedingte Ausfälle, wie bereits geschrieben) und zum anderen, weil es für mich kein Buch ist, das ich so mal eben durchlesen kann. Die angesprochenen Themen beschäftigen mich schon sehr.

Der Zeigefinger ist meiner Meinung nach schon recht hoch erhoben, in Bezug auf die Gaffer und die mangelnde Erste-Hilfe-Kenntnis. Ich gebe zu, dass für mich in der Zeit zwischen Führerschein-Erste-Hilfe-Kurs und meiner Ausbildung die Stabile Seitenlage auch nur ein verzweifeltes Kopfkratzen ausgelöst hat. Inzwischen schleppe ich eine Ambu-Maske in meiner Handtasche mit mir rum für den Notfall :uups: . Und dass euch die Gaffer auf den Sack gehen, kann ich mir nur zu gut vorstellen. Ich bin inzwischen auch der Meinung, dass ein Erste-Hilfe-Kurs alle paar Jahre Pflicht sein sollte.

Mit eurem erhobenen Zeigefinger eckt ihr bestimmt ganz schön an, aber das regt ja auch zum Nachdenken an und damit habt ihr auch euer Ziel erreicht, könnte ich mir vorstellen. :wink:
Tauschticket


Das Missliche an neuen Büchern ist, dass sie uns hindern, die alten zu lesen.
J.Joubert
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 3 367

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Bremen

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Ich mutiere zum Fast-Alles-Leser!

77

Dienstag, 16. Februar 2010, 10:39

...bis Seite 137

Ist ganz schön ruhig hier geworden. Und ich muss gestehen, dass der Teil, den ich gestern gelesen habe mir die Lust am Lesen doch arg verleidet hat. Nachdem ja schon die ganze Zeit auf unfähigen Ärzten und unfreundlichem Pflegepersonal und den Gaffern herumgehackt wird, kriegen es auf Seite 102 in dem 3-zeiligen Absatz alle anderen dicke: Die "Normalos". Sprich alle Menschen, die nicht im Rettungsdienst tätig sind. Sind ja alle BESCHEUERT (auch im Buch groß geschrieben). Eigentlich sind nur diejenigen, die im Rettungsdienst arbeiten, diejenigen die wissen, wie das Leben läuft. Sebastian und seine Combo im RTW blasen erst einmal allen rund um den Patienten den Marsch, weil sonst eh keiner einen Plan hat. Keiner. Alles nur unwissende Normalos, Gaffer, blasiere Ärzte und Pfleger.

Sorry, das sind mir der Pauschalisierungen zu viele. So weckt das bei mir kein Verständnis für die Situation im Rettungsdienst, ich reagiere eher ablehnend =;
Tauschticket


Das Missliche an neuen Büchern ist, dass sie uns hindern, die alten zu lesen.
J.Joubert
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 187

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: NRW

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Thriller, Horror, Krimi, Fantasy, Psychothriller

78

Mittwoch, 17. Februar 2010, 13:39

Ich geb auf...

ich habe mich dazu entschlossen das Buch jetzt abzubrechen.
Mir fehlt einfach die Motivation zum Lesen.
Es fehlt wirklich an Spannung und es gibt einfach zu viele Momente die mich irgendwie ärgern.
Seit mir bitte nicht böse, aber ich mag einfach nicht mehr weiterlesen, sorry.

Gruß, Zores
Ich :study: gerade:
...



  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 1 661

Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Hamburg

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Fantasy, gute Liebes- und Frauenromane, Psychothriller

79

Mittwoch, 17. Februar 2010, 13:50

Bis Seite 172

Ich glaube, so langsam habe ich mich an alles gewöhnt, und jetzt lese ich eigentlich ganz gern im Buch. Es liest sich ja auch sehr schnell und alles. Ich weiß auch nicht, warum ich nicht weiterkomme. Aber ich habe mir jetzt fest vorgenommen es heute auszulesen (spätestens morgen). Sind ja immerhin nur noch 70 Seiten. Die müssen ja zu schaffen sein.
Trotzdem hat sich immer noch keine wirkliche Spannung eingestellt. Es gibt viele Orte, viele Personen und viele Krankheiten, aber es liest sich eben mehr wie ein Erlebnisbericht, als wie ein Roman.

Trotz der vielen Kritik, muss ich mal einen positiven Punkt anbringen. Ich finde die "Weisheiten" der Autoren zwischendrin immer schön. Klar, das sind oft Sprüche, die man so oder so ähnlich schon oft gehört hat, mich erfreuen sie aber trotzdem immer. :D

"Jeder Fehler erscheint unglaublich dumm, wenn andere ihn begehen." (Georg Christoph Lichtenberg)

:study: Sebastian Fitzek - Der Augensammler
  • Zum Seitenanfang

Beiträge: 4 208

Geschlecht: Weiblich

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Thriler/Psychothriller; Sach-/Fachbücher (Medizin, Notfallmedizin, Gerichtsmedizin,Serienmörder)

80

Mittwoch, 17. Februar 2010, 20:59

Sorry, dass ich mich länger nicht gemeldet hab. Werd das aber in den nächsten Tagen nachholen.

Was ich aber dazu sagen möchte: eigentlich bin ich diejenige, die diese Leserunde angeleiert hat, bin Mario und Brigitte immer wieder damit auf die Nerven gegangen. Deswegen tut es mir auch sehr leid, wenn dieses Buch nicht gefällt (Zores und Melli ;) ). Im Nachhinein überlege ich wirklich, ob es richtig war, dass ich so insistiert hab. Ich habe dieses Buch kurz nachdem es erschienen ist gelesen, also alle drei Bände, mir hat es sehr gut gefallen, kann aber auch daran liegen, dass ich mich mit Vielem gut identifizieren kann. Dachte auch, dass es etwas für jemanden ist, der mit dem Rettungsdienst nichts zu tun hat, einfach deswegen, weil es eben das "Innenleben", die Sichtweise eines Rett.ass. zeigt, der ganz am Anfang steht und sich mit der Zeit und vor allem mit der Arbeit mit Menschen/Patienten entwickelt und das eben nicht unbedingt zum Positiven.
Ich hatte eben auch den "Vorteil", das ich mit beiden Autoren persönlichen Kontaklt hatte (damals war ich mit Claus noch nicht zusammen), ich habe auch Kritik geübt und habe auch jetzt noch Kritikpunkte an den Büchern. Aber wenn ich es jetzt mit doch einigen Jahren Abstand nochmal lese, kann ich einiges noch besser nachvollziehen und verstehen. Trotzdem ist mir auch klar, dass es einiges gibt, dass den Lesern negativ aufstoßen kann.

In der ganzen Leserunde ging/geht es ja vielmehr um den Beruf an sich als um das Buch. So etwas Ähnliches hab ich schon gedacht, auch befürchtet, aber irgendwie auch gehofft.
Wisst Ihr, es geht nicht darum, dass der Beruf des Rett.ass. etwas Besonderes oder gar Besseres ist als alle anderen Berufe! Aber es ist eben ein Beruf mit einem hohen Frustrationspotential. Die meisten, die diesen Job erlernen, möchten mal Medizin studieren und nehmen diese Zeit als Sprungbrett, als Zeit, um den Schnitt zu verbessern, als Zeit, um Medzinisches und den Umgang mit Patienten zu lernen.
Dann gibt es diejenigen, die es einfach toll finden, "Leben zu retten" und "mit dem Blaulichtauto zu fahren".
Und dann gibt es diejenigen, die zu Beginn der Ausbildung schon wissen, dass sie Rettungsassistent sein möchten (wie mich). Man geht mit einem gewissen Idealismus rein, der einem aber von Patient zu Patient flöten geht. Es folgt Verbitterung, Ärger, Zynismus. Das bleibt nicht aus, bei keinem, egal aus welchen idealistischen Motiven man angefangen hat.
Die rechtliche Lage, die Umstände beim eigenen Arbeitgeber, die Steine, die einem in den Weg gelegt werden, die Arbeit mit den Menschen, deren Anspruchsdenken immer höher wird, das prägt, und leider meistens im negativen Sinne. Zudem ist es ein bestimmter Schlag Menschen, die diesen Beruf ergreifen, man muss irgendwie schon ein wenig "bekloppt" sein, um diesen Beruf über mehrere Jahre auszuüben.

Ich könnte noch so viel mehr dazu schreiben, aber ich denke, es ist besser, wenn ich es jetzt mal gut sein lasse.
Wenn einer von Euch (oder jeder), der dieses Buch gelesen hat, das nächste Mal, wenn er in irgendeiner Weise mit dem Rettungsdienst zu tun hat (als Ersthelfer, Angehöriger oder Patient) an dieses Buch und vielleicht an die Beiträge hier denkt, dann hat es vielleicht schon ein wenig den Zweck erfüllt.
Es ist nicht immer der allwissende Notarzt vonnöten, Rett.ass. sind nicht nur "Sanis" und "Krankenwagenfahrer". Sie wissen (meistens...;) ) was sie tun, eigentlich machen sie ihre Arbeit auch wirklich gerne, aber wie bei allen anderen Berufen sind sie eben auch manchmal (des öfteren) frustriert.

Und jetzt muss ich doch einen Satz aus dem Buch zitieren: "Menschen, die im Rettungsdienst arbeiten, sind Menschen, die im Rettungsdienst arbeiten."

Amen. ;)
"Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont."
Konrad Adenauer


  • Zum Seitenanfang

Keine Buchkritik oder Inhaltsangabe zu Deinem Buch gefunden?
Dann verfasse doch einfach eine eigene Buchvorstellung oder Rezension. In unserem Bücher Forum findet man u.a. Bestseller und manchmal sogar eine entsprechende Leseprobe und Zusammenfassung. Wir freuen uns auf Deinen Besuch!
[...mehr erfahren]
 
Können über 8.200 Mitglieder mit über 620.000 Beiträgen irren?
 Virtuelles Bücherregal anlegen
 Kalender mit Lesungen deutschlandweit
 Persönliche Buchnachbarn aufspüren
...mehr Infos | Vorschau | Jetzt dabei sein!
Du willst uns unterstützen?
Amazon-Einkauf...
...für dich = Provision für uns.
Spenden...
...nach Herzenslust versenden.
Weltbild-Einkauf
...für dich = Provision für uns.