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Wiener Intermezzo
von Marie Andrevsky

Art: Broschiert

Verlag: Sieben-Verlag

ISBN-10: 3940235075
ISBN-13: 9783940235077

Termin: August 2007

Bewertung: [ Anzeigen ]
3 Buchbesitzer:
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1

Freitag, 22. Februar 2008, 18:30

Marie Andrevsky: Wiener Intermezzo

Autor/in: Marie Andrevsky
ISBN -10: 3940235075
ISBN -13: 9783492248259
Verlag: Sieben-Verlag
Genre: Liebesroman
Seitenanzahl: 172


Klappentext
Rudolf von Krieglach trifft bei einem Jagdausflug die junge Clara von Fallersberg, die er unwissentlich kompromittiert. Der einzig ehrenhafte Ausweg für Rudolf ist eine überstürzte Eheschließung, die er in Wien zu annullieren gedenkt. Da Rudolf Clara ersparen will, in ihr herzloses Elternhaus zurückkehren zu müssen, vereinbaren sie, mit der Annullierung zu warten, bis Clara einen Mann gefunden hat, der ihre Liebe zur Musik teilt.

Christina von Winterfeld, die Frau von Rudolfs bestem Freund Stefan - bekannt aus dem Roman "Wiener Menuett" - verschafft ihr die Möglichkeit, in ihrem Haus ein Cembalo-Konzert zu geben. Unter den Gästen befindet sich auch Willibald von Gluck, der Hofkompositeur der Kaiserin. Falls er sie protegiert, stehen Clara alle Türen offen. Doch dann brechen die Schwarzen Blattern über Wien herein und fordern ihre Opfer . . .

Meinung
Seufz, gerade habe ich das Buch zur Seite gelegt, und das Lesen hat mir doch so viel Spaß gemacht.
Wiener Intermezzo beinhaltet wirklich alles, was ein Liebesroman haben muss. Marie Andrevsky wurde zu recht auf den zweiten Platz des Newcomer 2006 im Genre Liebesroman gewählt.

Wir befinden uns im Jahre 1762 in Wien. Der Leser findet sich also im Barockzeitalter wieder. Clara von Fallersberg wird von ihren Eltern geschlagen und gedemütigt, und nichts kann sie ihren Eltern recht machen. Nicht mal einen Funken Liebe erfährt sie in ihrem Elternhaus. Der Vater ist ein Spieler, der das ganze Geld verzockt. Die Mutter hält sich regelmäßig Liebhaber und macht sich nichts draus, dass Clara diesem Treiben zusehen muss.
Durch die Spielschulden hecken die Eltern einen intriganten Plan aus.
Sie sind zu einem Gesellschaftsabend bei Herzog von Weiden eingeladen. Clara soll den Herzog im Zimmer überraschen und ihn in eine verfängliche Situation bringen, wo ihre Eltern ihn dann erwischen. Der Herzog wäre so gezwungen Clara zu heiraten und die Eltern würden weiterhin Geld haben.
Aber das Schicksal will es anders und Clara läuft dem Baron Rudolf von Krieglach tränenüberströmt in die Arme. Der Baron will die junge Clara trösten und führt sie in sein Zimmer, doch die Eltern nutzen sofort die Chance und überraschen die beiden. Rudolf muss nun die kindliche Clara heiraten und schwört sich sobald sie zuhause sind, diese Ehe auch zu annulieren. Sein Mitleid hält ihn aber ab und so schließen die beiden einen Pakt.

Die Autorin lädt ein zum träumen, hoffen und bangen. Es ist perfekt recherchiert, da die Autorin selber aus Wien stammt und sich dazu für Geschichte, Kunstgeschichte und Völkerkunde interessiert. In dem Roman sind zu der fiktiven Liebesgeschichte auch wahre Begebenheiten eingeflochten, was den Roman lesenswert macht und ihm die besondere Note verleiht. Den geschichtlichen Hintergrund findet man auch auf der Website der Autorin:
http://www.andrevsky.com/ andrevsky_WienerIntermezzo.htm l

Auch ist das Ganze realitätsnah beschrieben worden. Ob nun die schwarzen Blattern (Pocken), die nicht nur die ärmliche Bevölkerung heimsucht oder die medizinische Versorgung, die ja damals noch nicht so weit entwickelt war, die Musik mit vergessenen Musikinstrumenten wie dem Cembalo - man findet sich wirklich beim Lesen in einem anderen Zeitalter wieder. Marie Andrevsky hat im übrigen einen weiteren Roman aus der gleichen Epoche geschrieben. "Wiener Menuett", den ich mir mit Sicherheit auch zulegen werde! Besonders hat mir die Sprache gefallen, die in der Barockzeit herrschte, und die auch die Autorin verwendet hat. Frauen wurden schon allein durch die Sprache höflich behandelt und der angehauchte Handkuss rundete den Respekt vollendet ab. Ich liebe dieses Zeitalter und konnte mich dem flüssigen Schreibstil völlig hingeben.
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2

Samstag, 12. April 2008, 19:28

Hallo Karrlchen,
Ich habe das Buch gerade aufgrund deiner Rezi auf meine Wunschliste gesetzt und werde schauen, ob ich es in der Bibliothek bekomme. Zwar erinnert mich die Beschreibung an unendlich viele Barbara Cartland-Romane, die ich verschlungen habe, doch der Hintergrund Wien und deine Beschreibung dazu machen es sicher noch interessanter zu lesen.

EDIT: Bin über die Homepage der Autorin zu anderen Rezis gekommen, unter anderem von dir und den Beiträgen darunter. Ich wußte gar nicht, daß Verlage Trailer zu Bücher erstellen....Hmm, wieder was gelernt. :wink:
Die Ehe ist wie eine belagerte Burg:
Die, die draußen sind wollen hinein. Und die, die drinnen sind wollen hinaus.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »frl_smilla« (12. April 2008, 19:59)

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3

Sonntag, 13. April 2008, 13:20

Na dann bin ich gespannt wann du es bekommst und wie es Dir gefällt.
Viele Verlage setzen nun auf Trailer, schein gerade so richtig in Mode zu kommen. Ich schaue mir Trailer weniger an, das mache ich nur zb wenn ich mir nen Film ansehen will, denn ich gehe eigentlich an jedes Buch unvoreingenommen ran :flower:
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4

Dienstag, 27. Mai 2008, 16:42

Ich konnte einfach nicht widerstehen und hab das Buch kürzlich bei Amazon gekauft und natürlich gleich zu lesen begonnen.

Die Geschichte selbst hat mich von der Idee her an unzählige Barbara Cartland-Romane erinnert, insofern war es wirklich mal schön, eine Handlung in Wien mit Wiener Namen, Gassen etc zu haben. Und in einem Detail ähneln sich die Cartland Romane mit diesem hier überhaupt nicht: Die freizügige Erzählung, wenn es denn mal ... ähhhm.... zwischenmenschlich wird :wink:

Die kleinen und großen Mißverständnisse in der Erzählung fand ich wirklich amüsant. Was mich aber inhaltlich gestört hat, war der Showdown am Ende. Irgendwie passt das nicht mehr so recht ins Bild. Die Autorin wollte wohl nochmals eine Spannung aufbauen, aber nach einer Seite war hier ohnedies alles beendet.

Alles in allem eine schöne kurzweilige Unterhaltung.
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Dienstag, 27. Mai 2008, 20:01

Ich überlege schon seid längerer Zeit, mir das Buch zu kaufen. Es klingt nach netter Unterhaltung und manchmal brauche ich das. Mich schreckt aber bisher noch der Preis ab: fast 15 Euro für 172 Seiten? Das muss ich mir noch durch den Kopf gehen lassen. Ich hoffe, das ich das Buch mal gebraucht kaufen kann.
Auf der Internetseite habe ich gerade etwas überrascht bemerkt, das die Autorin auch unter dem Namen Fran Henz schreibt. Ich habe von ihr Die Hexe und der General hier vorgestellt. :wink:
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6

Sonntag, 22. Juni 2008, 11:41

Nachdem ich mir das Buch ausleihen konnte ( :love: -lichen Dank dafür!), habe ich es an einem Nachmittag durchgelesen. Es war eine nette Geschichte, aber ich bezweifle doch sehr, ob ich nochmal ein Buch von der Autorin lesen würde. Zumindest keines, das unter den Namen Marie Andrevsky veröffentlicht wird.

Ich muss sagen, wenn ich es selber nicht auf ihrer Internet-Seite gelesen hätte, würde ich nicht glauben, das sie auch als Fran Henz schreibt. Der Stil ist doch sehr unterschiedlich.

Das Ende fand ich auch ein bisschen...merkwürdig. Passte nicht so richtig zur restlichen Geschichte. :-?
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7

Mittwoch, 7. Oktober 2009, 09:28

Eigene Inhaltsangabe und Meinung:

Clara von Fallersberg ist trotz ihres jugendlichen Aussehens bereits schon zwanzig, als sie auf Baron Rudolf von Krieglach trifft. Claras Eltern versuchen sie aus egoistischen Gründen an den reichsten Mann zu verschachern, dennoch kommt Rudolf dem elterlichen Komplott in die Quere. Er als Ehrenmann sieht sich nicht anders zu helfen als Clara sofort zu ehelichen.

In Wien zurück möchte Rudolf die Ehe gleich annullieren lassen. Allerdings möchte er Clara auch nicht in ihr herzloses Elternhaus zurückschicken. Da für Clara die Musik sehr wichtig ist, vereinbaren sie, das sie sich einen neuen Ehemann aussuchen darf und wenn sie ihn gefunden hat, wird die Ehe annulliert.

Rudolfs bester Freund Stefan von Winterfeld lädt das Paar zum Essen ein und Clara gibt ein kleines privates Konzert. Sie weiß nicht, das der Hofkompositeur von Gluck anwesend ist. Als er sie spielen hört, lädt er sie zu ein paar gemeinsamen Stunden der Musik ein und protegiert sie. Clara ist glücklich, denn Cemballo spielen war schon immer ihr größter Wunsch.

Während sich Rudolf immer mehr und mehr in seine Frau verliebt, vertieft sie sich in die Musik. Als die unheilvolle Krankheit "Schwarze Blattern" Wien erreicht, ist es jedoch um Clara geschehen: Sie ist ebenso erkrankt! Kann sie dem Tod von der Schüppe springen? Wird sie ihr Konzert vor der kaiserlichen Familie noch geben können? Rudolf jedoch hat nur eines im Kopf: Das seine Frau die Krankheit überlebt!

Mein Fazit:

Die Autorin hat wieder mal ein wundervolles Buch um Liebe, Leidenschaft und Dramatik geschrieben. Hätte ich nicht so viel Streß um die Ohren gehabt, hätte ich das Buch wesentlich schneller ausgelesen. Mit einem Hauch von Ironie und einem glaubwürdigen Hintergrund erzählt sie die Geschichte um Clara und Rudolf.

Mir hat es sehr auch sehr gut gefallen, das die Sprache durchaus der Zeit angemessen schien. Einige Worte musste ich nachschlagen oder verstand die Bedeutung erst im Satz-Zusammenhang. Auch Rudolf ist meines Erachtens nach ein ausgesprochen ehrenhafter Mann, dessen Beweggründe nachvollziehbar und verständlich sind.

Clara erlebte ein Martyrium in ihrem Elternhaus. Sie wurde von lieblosen -gar kaltherzigen- Eltern großgezogen, die im Grunde nur eines wollten: Sie so reich wie möglich zu verheiraten, damit es ihnen besser ging. Der Vater ging sogar so weit und prügelte seine Tochter. Sein Schicksal in dieser Geschichte hat er mehr als nur verdient.

Diese unterschiedliche Persönlichkeiten von Clara und Rudolf machen diesen Roman zu einem wahren Hochgenuss. Ein wunderschöner historischer Liebesroman, den ich von ganzem Herzen empfehlen kann. Von mir bekommt er 5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 07.10.09!
LG, Elke.
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