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Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem...
von Hallgrímur Helgason (Übersetzer: Kristof Magnusson)

Art: Gebundene Ausgabe

Verlag: Tropen Bei Klett-Cotta

ISBN-10: 3608501088
ISBN-13: 9783608501087

Termin: Februar 2010

Bewertung: [ Anzeigen ]
6 Buchbesitzer:
 
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Beiträge: 408

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: alles, was lesenswert ist :)

1

Montag, 8. Februar 2010, 20:09

Hallgrímur Helgason - Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen

Eigentlich ist er Kroate, eigentlich lebt er in New York und eigentlich ist er kein Priester, sondern ein Auftragskiller mit 66 erfolgreich ausgeführten Morden. Doch einmal in Island angekommen, bleibt Toxic nichts anderes übrig, als die Rolle des Predigers zu spielen. Mehr schlecht als recht absolviert er einen Auftritt in einer TV-Show und verliebt sich auch noch in die Tochter seiner Gastgeber. Bald schon droht er aufzufliegen …
quelle: vorablesen.de


Zum Autor:

Nach dem Studium an der Hochschule für Kunst und Kunstgewerbe in Reykjavík 1979-80 besuchte er ein Jahr die Kunstakademie in München. Seit 1982 arbeitet er sowohl als Künstler als auch als Autor in Reykjavík. Sein erster Roman „Hella“ erschien 1990. Seinen internationalen Durchbruch hatte er mit dem Roman „101 Reykjavík“ erschienen 1996, der 2000 unter der Regie von Baltasar Kormákur verfilmt wurde.

Neben weiteren Romanen schrieb Hallgrímur Helgason Hörspiele, Essays, Theaterstücke und trat als Stand-up-Comedian auf. In über 20 Soloausstellungen und zahlreichen Gruppenausstellungen sind seine Bilder auch in Europa und den USA zu sehen gewesen.



Meine Meinung:
Der Auftragskiller Toxic hat es nun wirklich nicht einfach: da „verkackt“ er schon seinen 66. Auftragsmord und muss aus dem Big Apple nach Hause nach Zagreb zu Muttern fliehen. Doch auch das ist ihm nicht vergönnt: am Flughafen warten die netten Herren in den schwarzen Anzügen schon auf ihn (die es offenbar nicht allzu amüsant fanden, dass Toxic einen von ihren liquidiert hat) und so wird er eher unfreiwillig zu Father David Friendly, seines Zeichens Fernsehprediger auf dem Weg nach Island.

Dass das nicht gut gehen kann, ist von vornherein klar und so nimmt Toxic den Leser mit auf eine lustige, spannende, skurrile und teilweise auch nachdenkliche Reise ins Land der Geysire.

Der Leser erfährt nicht nur einiges über Island und die lustigen Namen, die die Leute dort haben, nein, wir erfahren auch einiges über Tomislav Boksic, wie Toxic im "wirklichen" Leben heißt. Hellgrímumur Helgason schreibt einfach wunderbar und hierbei auch ein großes Lob an den Übersetzer Kristof Magnusson, der kleine Wortspielereien und den selbstironischen Touch, mit dem der Autor sein Heimatland karikiert, sehr gut rübergebracht hat.

Die Sprache ist wie sie sich wohl für einen Toxic gehört: schnell, laut, derb, teilweise gehen Kommentare ziemlich unter die Gürtellinie , sarkastisch, skurril und voll von herrlich schwarzem Humor.

Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen, mag kein literarisches Meisterwerk sein, aber es unterhält den Leser aufs Beste und ist auf alle Fälle mal ein isländischer Krimi der etwas anderen Art!

Von mir volle Punktzahl und damit :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
:study: Trudi Canavan - Die Rebellin (Mini-LR)
:study: Delia Sofer - Die September von Schiras
:study: Stephen Clarke - A Year In The Merde
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Beiträge: 3 424

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Wohnort: Bremen

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Ich mutiere zum Fast-Alles-Leser!

2

Montag, 15. Februar 2010, 17:00

Nachdem der ursprünglich aus Kroatien stammende Auftragskiller Toxic (nicht "Mörder"!!!) in New York einen FBI-Agenten erschossen hat, muss er schleunigst das Land verlassen. Doch mit dem geplanten Sommerurlaub in Spilt wird es nichts, da ihm das FBI am Flughafen schon auf den Fersen ist. So landet er durch Zufall in Island - ausgerechnet mit der Identität eines Priesters. Dass das nicht gut gehen kann, ist klar.

Helgason benutzt einen einfachen Schreibstiel: Einfache, kurze Sätze, in denen selten mehr als ein Komma vorkommt. Die Geschichte ist in der Ich-Form aus Sicht von Toxic geschrieben. Die Sprache ist schnell und laut, solange er von "Toxic" schreibt. Sobald es um Tomi geht, so heißt Toxic wirklich, und seine Vergangenheit, nimmt der Autor das Tempo heraus. Und es wird plötzlich ganz still, wenn er vom Krieg in Jugoslawien, den vielen Toten und den Massengräbern berichtet. Manchmal verfällt Toxic mit Tom in eine art Zwiegespräch, in dem Toxic meist die Oberhand behalten zu scheint.

Insgesamt ist es eine skurrile, abgedrehte und lustige Geschichte, die den Leser gut unterhält, wenn er sich darauf einlassen kann. Mir persönlich war der Mittelteil ein wenig zu abgedreht, davon abgesehen habe ich mich köstlich amüsiert.

:bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
Tauschticket


Das Missliche an neuen Büchern ist, dass sie uns hindern, die alten zu lesen.
J.Joubert
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Beiträge: 4 223

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Bevorzugte(s) Bücher-Genre: alles gedruckte

3

Dienstag, 16. Februar 2010, 08:43

Ich habe das Buch nun auch gelesen und muss sagen, dass ich etwas unschlüssig bin.
Auf der einen Seite ist es eine brutale Besinnung auf das Kriegsgeschehen in Serbien, dann eine Reflexion über das Leben eines Auftragskillers und letztendlich noch eine satirische Betrachtung sowohl des Lebens in Island als auch der übertriebenen Religionsausübung bei bestimmten "Kirchen".
Der teilweise brutale Stil, auch wenn er dem Thema angepasst ist, hat mich oft abgestoßen.
Irgendwie ist es nicht "mein Buch".
Mehr als 3 Punkte sind nicht drin.

Und abschließend: Wenn Toxic unter einer Brücke in Reykjavik liegt, und neben ihm ein totes Wildschwein- dann ist was falsch gelaufen. Wildschweine gibt es definitv nicht in Island !
Neue Lektüre:
John Norman : Die Nomaden (Gor-Reihe, Bd 4 )
Wo man liest, da lass dich ruhig nieder,
böse Menschen lesen keine Bücher
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Beiträge: 296

Geschlecht: Weiblich

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: History, Klassiker

4

Donnerstag, 25. Februar 2010, 19:13

Ich habe das Buch ebenfalls gelesen und muss sagen, dass ich ziemlich enttäuscht bin.

Die Hauptperson Toxic, ist ein ganz ausgeprägter Charakter. Er hat seine Macken, eine unglaubliche Einstellung zum Leben und ist (meienr Meinung nach) viel zu Sex besessen. Dies ist mein erster kritischer Punkt. Die Ideen für die Eigenschaften sind sehr gelungen, nur leider schafft der Autor es nicht diese auch gut umzusetzten. Er übertreibt es teilweise einfach und schließlich ist, wie man so schön sagt, manchmal weniger mehr. Das hätte diesem Buch eindeutig nicht geschadet! Am Anfang konnte ich noch herzlich lachen über all diese abstrakten Dinge und ich dachte es wären ganz viele Kleinigkeiten, die dieses Buch ausmachen. Leider hängt der Autor sich total an diesen auf. Sie werden dauernd in seinen Gedanken erwähnt und mit ihnen werden laufend Handlungen begründet, so gingen sie mir, spätestens, nach der Hälfte des Buches auf die Nerven.
Desweiteren hat das Buch mich nicht mitgerissen, es ist nicht spannend, der Versuch zum Ende hin viele Handlunsgstränge aus Gegenwart und Vergangenheit zusammen zuführen, scheitert kläglich. Viel zu viel, meiner Meinung nach, zum Teil, überflüssige und unlogische Handlung, auf viel zu wenigen Seiten.

  Spoiler Spoiler

Wieso z.B. wird sein Treffen mit wird sein Treffen, mit seiner Jugendliebe erst jetzt ertwähnt? Und wenn diese Handlung schon noch passieren muss (und dieses Kind), hätte man das Ganze nicht wenigstens noch ein wenig ausführen können? Nach meinem Geschmack war diese Handlung, noch dazu, überflüssig. Muss er wirlich mit jeder ein Kind bekommen?
Ich persönlich mag auch keine "Erleuchtungen" in der letzten Sekunde, wie in der Szene, als er fast seine ehemaligen "Kollegen" umbringt.
Und das Ende ist mir insgesamt zu offen (oder ich habe wieder die Hälfte nicht mitbekommen, wenn das so ist korrigiert mich bitte!). Lebt er jetzt? Was passiert mit seinen Kindern? Seiner Verlobten? Seiner Jugendliebe? Viel zu viele offene Fragen, um die doch eigentlich das ganze Buch gehandelt hat, die aber nicht beantwortet werden.


Nun aber zum positiven Teil. Gefallen haben mir die Erinnerungen an seine Kriegsjahre. Diese werden gut mit seinem jetzigen Ich verbunden und hier kann man auch seine Entwicklung ein wenig nachvollziehen. Hier ist das Buch wirklich tiefgehend und regt sogar zum nachdenken an, das hat mich wirklich positiv überrascht.

Insgesamt haben allerdings die negativen Aspekte für mich deutlich überwogen, weshalb es von mir nur :bewertung1von5: :bewertung1von5: gibt. Allerdings möchte ich dazu bemerken, dass ich eine der wenigen mit dieser Meinung bin!
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Beiträge: 702

Geschlecht: Weiblich

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Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Fantasy, Thriller und Witziges

5

Montag, 26. April 2010, 15:49

Habe das Buch heute Morgen zuende gelesen und ich finde das Buch ist nicht schlecht, aber nicht gerade etwas für zwischendurch. Der Schreibstil lässt sich nicht immer flüssig lesen, manchmal hackt es sozusagen. Die Charaktere an sich sind gut gezeichnet. Da gibt es einen kroatischen Auftragskiller, der aus New York fliehen muss, weil er zwar die richtige Person eliminiert hat, aber dieser sich als FBI Agent entpuppte. Auf seiner Flucht schlüpft er unwissentlich in die Rolle eines bekannten Amerikanischen Priesters und landet in Island. Die „Priester-Kollegen“, die ihn da aufnehmen kamen mir doch schon ziemlich fanatisch vor.Toxic durchläuft auf seiner Flucht viele Stadien. Er wird bekehrt, verliebt sich, wird von Erinnerungen gequält und durchläuft alle Höhen und Tiefen, die dieses kleine Land zu bieten hat, wobei die Tiefen eindeutig überwiegen.Das Ende bietet noch mal einen Showdown, auch wenn man nicht wirklich weiß was am Ende aus ihm wird.
Das Buch ist meiner Meinung nach nichts für einen gemütlichen Tag auf der Couch, es lässt sich nicht einfach so weg lesen. Aber in Großen und Ganzen nicht schlecht. Von mir gibt es :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: ,5 Sterne.

:flower:
"Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele"

SUB: 224

:study: 2010: 126
:study:
2009: 216
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Beiträge: 296

Geschlecht: Weiblich

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: History, Klassiker

6

Freitag, 30. Juli 2010, 17:49

Mit schwarzem Humor durch Island

Inhalt:

In "Zehn Tipps das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen" geht es um Auftragkiller Toxic aus New York, der leider bei Opfer bei Opfer Nummer 65 einen FBI Mitarbeiter erschießt. Leider ist es schwierig zu fliehen, wenn eine ganze Stadt nach einem sucht, so muss er eine neue Identität annehmen, wofür er allerdings einen Priester umbringen und mit seinem Ticket verschwinden muss, das führt ihn geradewegs nach Island, genauer Reykjavík. Hier wohnt Toxic getarnt als Father Friendly bei seinen gläubigen Gastgebern, die ihn u.a. in ihre Fernsehsendung mitnehmen.

Meine Meinung:

Die Idee einen Auftragskiller aus New York ins "Nichts" nach Island zu schicken, ist wunderbar lustig, besonders wenn die Hauptperson so skurril ist wie Toxic. Er hat einen rabenschwarzen Humor, der auch vor sonst so ernsten Dingen wie dem zweiten Weltkrieg nicht halt macht, ist unglaublich Sexbesessen und hat Angewohntheiten, die ein normaler Mensch einfach nur abstrus findet. Doch genau das macht dieses Buch so besonders. Ganz besonders ist es dann, wenn dieser Mensch anfängt über den Sinn des Lebens und Krieg zu philosphieren, so ist das Buch nicht nur lustig, sondern auch noch tiefgehend. Das Buch regt sogar zum Nachdenken an, was ich persönlich nicht unbedingt erwartet habe.

Der Versuch des Autors viele Handlungsstränge aus Vergangenheit und Gegenwart zusammenzuführen funktioniert leider nur teilweise, so bin ich sehr enttäsucht vom Ende des Buches. Zu viel wird dort auf zu wenige Seiten gequetscht, alles geht drüber und drunter und am Ende ist doch alles offen. Dafür habe ich nicht 271 Seiten lang mit Toxic mitgelitten oder mich über ihn geärgert!

Desweiteren hat mich der Roman nicht unbedingt mitgerissen. Es war eine nette Lektüre für zwischendurch, mit kleinen Denkanstößen und netten Verflechtungen, aber nicht großartiges. Dafür sorgt der einfache Schreibstil und die, wie gesagt, teils etwas unlogischen Handlungsstränge. Deshalb bin ich der Meinung, das Buch war 'ganz ok'.
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