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Totenmesse: Kriminalroman
von Arne Dahl (Übersetzer: Wolfgang Butt)

Art: Gebundene Ausgabe

Verlag: Piper

ISBN-10: 3492050182
ISBN-13: 9783492050180

Termin: Februar 2009

Bewertung: [ Anzeigen ]
21 Buchbesitzer:
 
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1

Donnerstag, 5. März 2009, 15:31

Arne Dahl, Totenmesse

Seitenzahl: 402

Inhalt:
Cilla Hjelm hat gerade ein Kleid für ihre Tochter zum Geburtstag gekauft und ist noch voll in Gedanken als sie 10Uhr 39 die Bank betritt. Wenige Minuten später findet sie sich als Geisel bei einem Banküberfall wieder. Erstaunlicherweise hat man ihr sehr kleines Handy nicht entdeckt, und so ist es ihr möglich eine SMS mit nur drei Worten an Paul, ihren Ex-Mann zu schicken. Er gehört zum A-Team, eine Spezialeinheit.
Schon bald sind alle verfügbaren Polizeikräfte vor der Bank und in Alarmbereitschaft. Die Verhandlungen sind ungewöhnlich, man könnte meinen die russischen Räuber wären nicht an dem Geld interessiert und plötzlich beim Erstürmen der Bank sind beide auf geheimnisvolle Weise verschwunden. Alles scheint wesentlich ernster und gefährlicher zu sein als zunächst ersichtlich. Die Ermittlungen führen über Berlin bis nach Wolgograd, in die Zeit des Kalten Krieges......

Autor:
Arne Dahl, geb. 1963, ist das Pseudonym für Jan Arnald, einer der bekanntesten schwedischen Romanautoren. Seine Bücher erscheinen weltweit.

Meine Meinung:
Wer zuvor den Klappentext oder wie ich eine Leseprobe gelesen hat, glaubt bei den ersten Seiten ins falsche Buch geraten zu sein.
Was haben ein Soldat im Krieg 1942 und der Kauf eines Barockschreibtischs mit einem Banküberfall zu tun? Wer Arne Dahl kennt, weiß das alles seine Richtigkeit hat, und er zu gegebener Zeit eine plausible Erklärung bietet.
Doch bis dahin hat der Leser noch aufregende Stunden vor sich. "Totenmesse" ist das siebte Buch mit den Ermittlern des A-Teams Kerstin Holm und Paul Hjelm. Es ist angenehm sie wiederzutreffen, aber nicht zwingend die vorausgegangenen Bücher gelesen zu haben.Ich selbst habe auch nur bisher "Rosenrot" gelesen. Dem A-Team angeschlossen sind alle möglichen Experten, doch wer wach und konzentriert mitliest, behält den Überblick. Arne Dahl schreibt unsentimental , fast nüchtern, führt den Leser durch finstere Kanäle, läßt Lichtblicke aufblitzen, aber auch neue Fragen auftauchen bis schließlich am Ende das Licht der Erkenntnis geradezu explodiert.
Ein Schmunzler sei erlaubt - wie er sich über eine entwickelte Vision aus der Affäre zieht. Die Lösung wirkt fast banal, aber glaubwürdig, realistisch.
Arne Dahl, ein Meister der Verknüpfungen, liefert mit "Totenmesse" einen cleveren, hochspannenden,modernen,brisanten Krimi aus dem hohen Norden. Die :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: Bewertung steht daher außer Frage. Empfehlenswert!

Liebe Grüsse
Wirbelwind

:study: Erika Bestenreiner, Charlotte von Mexiko
Bücher sind die Hüllen der Weisheit, bestickt mit den Perlen der Worte.
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2

Donnerstag, 5. März 2009, 15:56

Danke für die Vorsterllung Wirbelwind.
Das Buch klingt gut, das werde ich mir merken. Ich kenne bisher drei Krimis von Arne Dahl und der Autor macht Lust auf mehr.

grüße von missmarple
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3

Donnerstag, 5. März 2009, 16:01

@ wirbelwind

Du bist mir genau um 27 Minuten zuvorgekommen. Ich bin gerade fertiggeworden und habe (zumindest zum Ende hin ;) ) auch noch alles kapiert, obwohl es mein erstes Buch von Arne Dahl war.
Normalerweise blicke ich bei Spionage- und Agententhemen nicht so vollständig durch, aber dies ist wirklich ein intelligent gemachter Krimi mit einem kuriosen Ende... :mrgreen:
Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
(Francis Bacon)
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4

Donnerstag, 5. März 2009, 16:36

So , hier ist nochmal meine Meinung, wie ich sie bei vorablesen geäußert habe:

"Totenmesse" von Arne Dahl ist bereits der siebte Krimi um das
Stockholmer A-Team, für mich war es jedoch mein erstes (und vermutlich
nicht letztes) Buch des Autors.


Verschiedene Handlungsebenen wechseln einander ab: zunächst steht
ein raffiniert eingefädelter Banküberfall im Mittelpunkt, der anders
verläuft, als die Polizei es erwarten würde. In den Text eingeschoben
finden sich in Kursivschrift gedruckte Auszüge aus einem Tagebuch, das
ein deutscher Soldat während des Einmarsches der Deutschen nach
Russland geschrieben hat und dessen letzter Eintrag schließlich in
Stalingrad verfasst wurde. Als wäre das noch nicht verwirrend genug,
gibt es immer wieder kurze Abschnitte über einen Kollegen des A-Teams,
der sich auf längerem Urlaub im Mittelmeerraum befindet, wo er für sich
und seine Frau ein Haus sucht.


Der Leser fragt sich, wie diese verschiedenen Handlungsstränge
zusammengehören könnten...und im Laufe der Zeit entwirrt sich das
Knäuel, wobei der Ausgangspunkt aller Handlungen überraschend simpel
ist, die Ausgestaltung des Romans aber sehr intelligent vorgenommen
wird und dem Leser einiges an Konzentration abverlangt, vor allem, wenn
er im Hinblick auf Spionage und Agententätigkeiten ein Laie ist.


Stellenweise ist dieser Krimi sehr spannend, der Schluss, über den
hier natürlich nichts verraten werden soll, ist dagegen geradezu genial
einfach - der Autor hat sich hier gut aus der Affäre gezogen.


Das Einzige, das mich etwas irritiert hat, ist die Angewohnheit von
Arne Dahl (oder die des Übersetzers?), häufig unvollständige Sätze zu
verwenden. Da ich noch keinen seiner anderen Romane gelesen habe, kann
ich nicht beurteilen, ob das für seinen Schreibstil typisch ist. Ich
werde es sicherlich noch herausfinden, denn ich möchte dem A-Team gern
wieder begegnen...
:thumleft:
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(Francis Bacon)
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5

Donnerstag, 5. März 2009, 18:27

Und da habt ihr gleich alle Bücher von Arne Dahl
Mara


Arne Dahl:
Paul-Hjelm-Reihe / A-Team:
01. Misterioso (1999) Misterioso
02. Böses Blut (1999) Ont Blod
03. Falsche Opfer (2000) Upp till toppen av berget
04. Tiefer Schmerz (2001) Europa blues
05. Rosenrot (2002) De största vatten
06. Ungeschoren (2003) En Midsommernattsdröm
07. Totenmesse (2004) Dödsmässa
08. (2005) Mörkertal
09. (2006) Efterskalv
10. (2007) Himmelsöga
Ich bin alt genug, um zu tun, was ich will und jung genug, um daran Spaß zu haben. :bounce:
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Donnerstag, 5. März 2009, 19:43

@ Mara
Welche(s) kannst Du besonders empfehlen? Am besten geht man wohl nach der Reihenfolge... :-k
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(Francis Bacon)
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Donnerstag, 5. März 2009, 21:04

Ich würde dir schon raten mit dem ersten Band zu beginnen, welchen ich auch für den Besten halte, Rosenrot für den schwächsten, aber es kommen ja noch welche.

Ich bin ganz witzig zu Arne Dahl gekommen, hab auf einen Flohmarkt Misterioso gekauft mich zu Hause hingesetzt in Erwartung eines witzigen Buches :D und nicht eines Krimis, wurde gleich eines Besseren belehrt und bemerkte erst jetzt der Autor heisst Arne und nicht Roald ](*,) na und so hab ich einen neuen Autor entdeckt. :dance:

Mara
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8

Sonntag, 8. März 2009, 22:56

Meine Rezi:
Ein Banküberfall ist der Ausschlag für Ereignisse, deren Ursprung bis in die Zeit des zweiten Weltkriegs zurückreicht.

Nach dem Banküberfall, als die Spannung wieder versickert wie das Regenwasser in der Erde, hatte ich das Gefühl, dass es jetzt nur noch langweilig weiter geht. Es wollte sich zunächst überhaupt keine Spannung aufbauen. Aber dann, einige Zeit später, als die Ermittlungen endlich Formen annahmen, konnte man langsam gewisse Fäden zwischen einzelnen Beweisen ziehen. Sowie sich mit der Zeit auch die Verbindung zwischen den Tagebucheinträgen von 1941/42 und dem Banküberfall, mit allem was danach kam, herauskristallisierte, baute sich die Spannung wieder immer weiter auf und ich begann richtig mitzufiebern.

Im Text eingeflochten finden sich Tagebucheinträge von 1941-42. Ein Mann, dessen Name nicht genannt wird, schildert die Schlacht gegen Russland, wie er sie als Deutscher an vorderster Front erlebt. Diese Einträge sind kapitelweise und in Kursivschrift verfasst.
Immer wieder schreibt er auch so, als würde er einen Monolog mit Gott halten: den Gott, an den ich nicht glaube heißt es dann immer.

Und genau so erfuhr ich auch zwischendurch private Einblicke der einzelnen A-Team-Mitglieder. Anfangs noch etwas zusammenhangslos, aber mit der Zeit haben auch diese Kapitel ihre ganz gewisse Daseinsberechtigung.

Dadurch, dass es immer wieder abwechselt zwischen den Handlungen des A-Teams, den Tagebucheinträge und was sonst noch um das Geschehene passiert, bekommt man einen besonders interessanten Einblick in alles.

Wie damals, bei der Schlacht um Russland, handelt es sich bei dem Einsatz der USA im Irak scheinbar um einen reinen Ölkrieg.
Weshalb der Autor aber die Rede des amerikanischen Präsidenten seitenweise niederschrieb, war mir noch am Ende ein Rätsel.

Vereinzelte Sätze verstand ich nicht so richtig. Genauso ging es mir mit einzelnen Wörtern, die ich persönlich noch nie im Gebrauch hatte. Somit wurde die Schreibweise manchmal ziemlich unverständlich und ich wusste teilweise nicht, was mir der Autor dadurch sagen will.

Einige Handlungen, die anfangs nur nebenher liefen, werden zum Schluss den Kreis schließen und damit das Ende einläuten.
So kommt am Ende auch heraus, dass gewisse wichtige Dokumente über Generationen hinweg erhalten blieben und zu diesem großen, anfangs undurchschaubaren Plan führten.

Der Schutzumschlag wird als rote Mauer dargestellt, die von einem dreiarmigen Leuchter beleuchtet wird. Oben, über dem Leuchter, steht in großen, schwarzen Buchstaben der Name des Autors.
Am Boden, über dem Ständer des Leuchters geschrieben, steht in kleineren weißen Buchstaben "Totenmesse", sowie darunter, ebenfalls in weiß und noch etwas kleiner die Bezeichnung "Kriminalroman".

Fazit:
Dieses Buch war mein erstes von Arne Dahl und ich wurde positiv überrascht!
Durch und durch ein spannend guter Krimi mit einer interessanten Ansicht des zweiten Weltkriegs.
Auch wenn der Roman immer wieder ziemlich undurchschaubar und die teilweise seltsame Schreibweise gewöhnungsbedürftig war, erhält die Totenmesse von mir 4 von 5 Sternchen.
grüßle, dine :dance:

:rambo: Team :love: Jacob :rambo:
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9

Montag, 9. März 2009, 20:26

Arne Dahl hat mit "Totenmesse" einen ziemlich verwobenen Polit-Krimi geschrieben.
Es ist der bereits 7. Krimi rund um das Stockholmer A-Team, was auch erklärt, dass viele Charaktere vorkommen, die gar keine eigene Einleitung mehr erhalten. Beudetet, dass viele Charaktere für Leser, die noch keinen der Vorgängerbände gelesen haben, farblos und undurchsichtig bleiben. So ging es mir jedenfalls. Dies war mein erstes Buch von Arne Dahl und die ganze Zeit über bekamen die meisten Charaktere - mit Ausnahme von Paul Hjelm vielleicht - kein eigenes Gesicht, sondern gingen einfach in diesem gut eingespielten Team unter.

Das A-Team wird mit der Auflösung eines schwierigen Falles betraut. Was zunächst aussieht wie ein normaler Banküberfall mit Geiselnahme, entpuppt sich schnell als etwas größeres. Nicht nur das A-Team, auch der Leser wird lange Zeit im Unklaren darüber gelassen, was es wirklich mit der Geschichte auf sich hat. Im Gegensatz zu den Protagonisten erfährt der Leser aber immer wieder einige Einschübe aus dem Tagebuch eines deutschen Kriegsveteranen, der im 2. Weltkrieg in Russland kämpft und der allen Anschein nach vor dem Krieg auch ein brillanter Wissenschaftler war. Trotz diesen Einschüben sah ich aber lange Zeit keinen Zusammenhang zwischen den Geschehnissen. Das kam wirklich erst auf den letzten 80 Buchseiten.
Die ganze Zeit über versteht man, dass es etwas mit den Rohölvorkommen der Weltgeschichte zu tun hat, um das sich die Menschheit ja seit jeher kloppt. Sowohl damals im zweiten Weltkrieg, wie auch aktuell beim Irakkrieg. Die Frage war die ganze Zeit über: Wie stehen diese Ereignisse und der Banküberfall in Schweden im Zusammenhang?

Generell ist es Arne Dahl ziemlich gut gelungen diese Ereignisse in einem harmonischen Zusammenhang zu bringen. Wie, das zeigt das Ende des Buches, das ich an dieser Stelle nicht verraten will.

Im Buch gibt es übrigens an vielen passenden Stellen immer wieder Andeutungen zum Buchtitel. Denn zu passenden Gelegenheiten hören die Personen im Buch die Totenmesse von Mozart, ein Requiem, eine Messe für Verstorbene, denn Tote gab es viele im Laufe der Menschheitsgeschichte.
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10

Samstag, 14. März 2009, 14:36

Ich hatte bisher nichts von Arne Dahl gelesen, aber "Totenmesse" hat mir sehr gut gefallen, sodass ich die Vorgänger sicher noch lesen werde. Der Fall, den es hier zu lösen gilt, ist spannend und wirklich gut erzählt. Was mir ein paar Schwierigkeiten bereitet hat, war eben die Tatsache, dass ich das Ermittlerteam vorher nicht kannte und deswegen gerade bei den Geschichten um ihr Privatleben einige Schwierigkeiten hatte. Doch insgesamt tut dies der Spannung keinen Abbruch, vor allem, da es am Ende zu einer unerwarteten Auflösung kam!
Von mir gibt's vier Sterne. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
:study: Kai Meyer: Die Alchimistin
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11

Samstag, 14. März 2009, 16:18

Auch ich hatte das Glück beim Vorablesen Arne Dahls "Totenmesse" zu gewinnen. Ich hatte vorher schon "Falsche Opfer" von ihm gelesen und war begeistert.

Arne Dahl: Totenmesse

Cilla Hjelm, die Ex-Frau von Paul Hjelm, einem ehemaligen Mitglied der A-Gruppe, will nach dem sie das Geburtstagsgeschenk für ihre Tochter gekauft hat nur noch einmal schnell in ihre Bank um Fonds umzuschichten. Irgendwie macht sie sich den ganzen Tag schon Gedanken darüber, einfach nur ein Gegenstand in der Welt zu sein, den man gar nicht beachtet. Aber dies ändert sich mit dem Überfall auf die Bank in der sich Cilla befindet und plötzlich ist sie mitten im Geschehen.
Paul Hjelm, mittlerweile Interner Ermittler bei der Stockholmer Polizei, bekommt von Cilla eine SMS mit der Mitteilung, dass sie eine Geisel beim Banküberfall sei. Er macht sich direkt auf den Weg nach Östermalm, wo sich schon die A-Gruppe befindet, die die Geiselnahme beenden soll. Cilla wird per SMS darum gebeten, weitere Hinweise aus der Bank zu geben und sie schafft es auch. Dank ihrer Mithilfe kann die Bank gestürmt werden und die beiden Bankräuber werden festgenommen. Aber wo befinden sie sich auf einmal? Niemand hat gesehen, wer sie festgenommen hat und wo sie hingebracht wurden? Was war das eigentliche Ziel der Räuber, die ja wollten, dass die Polizeit ihnen bei der Befreiung hilft? Paul Hjelm und die A-Gruppe machen sich auf die Suche nach dem Motiv und den Entführer der Bankräuber und geraten in ein Geflecht von Spionage und verschiedenen Geheimdiensten. Irgendjemand führt die A-Gruppe vor und dies alles in den ersten Tagen des Irak-Kriegs im März 2003.

Meinung:
Arne Dahls “Totenmesse” ist mittlerweile der siebte Band über die A-Gruppe. Ich finde ihn sehr spannend geschrieben. Mir gefallen vor allem die verschiedenen Handlungsstränge, einmal die mit dem Bankraub, dann der Rückblick mit dem Kriegstagebuch des Zweiten Weltkriegs mit dem Kampf um Stalingrad, Arto Söderstedts Suche nach einem alten Sekretär und die Suche von Gunnar und Ludmilla in Griechenland und Italien nach dem perfekten Ruhesitz. So verwirrend die einzelnen Handlungsstränge und die Sprünge zwischen ihnen auch sein mag, sie führen am Ende zum Ziel.

Von mir bekommt das Buch :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: .

Liebe Grüße von der buechereule :winken:
:study:
Fay Weldon - Beste Feindinnen

Bücher sind fliegende Teppiche ins Land der Phantasie. (James Daniel)

Wörterkatze

2010: 92 - Seiten: 31.613
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12

Sonntag, 12. April 2009, 14:24

Ein genialer Schwedenkrimi!

Inhaltlich beginnt der Roman zunächst einmal mit sehr vielen Perspektiven, die den Leser zunächst noch etwas irritieren werden, vor allem wenn man die Vorgängerbände um die A-Gruppe nicht kennt. Auch ich fühlte mich zunächst etwas hilflos, da ich die einzelnen Charaktere der A-Gruppe rund um Kerstin Holm noch nicht kannte, doch dieses Gefühl legte sich allmählich und ich fand immer besser in die Geschichte hinein.
Der erste Teil des Romans erinnerte mich sehr an den Film Inside Man mit Clive Owen und Jodie Forster. Ähnlich wie in diesem Film ist der Banküberfall auf eine Internetbank in Stockholm nur der Auftakt zu einem ausgeklügelten Plan. So beginnt nach dem Banküberfall die Jagd auf die Hintermänner des Verbrechens und es stellt sich heraus, dass der Überfall nur zur Kaschierung eines anderen Verbrechens diente, welches weit in die Vergangenheit des 2. Weltkriegs und des Kalten Kriegs zurückreicht. So wird von der A-Gruppe alles gefordert, die bei diesem Verbrechen sogar persönlich involviert ist, da Paul Hjelms Exfrau Cilla zu den Geiseln in der Bank zählt.
Arne Dahl gelingt es geschickt, die einzelnen Erzählstränge Schritt für Schritt langsam miteinander zu vereinigen und so die auch zunächst nur als Randfiguren agierenden Protagonisten in den Verlauf des Krimis einzubinden und ihnen entscheidende Szenen zukommen zu lassen. Auch beschränkt sich Dahl nicht nur auf die Lokalität Stockholm sondern jagt seine Ermittler auf der Suche nach den Hintermännern des Verbrechen auch bis nach Venedig oder Wolgograd.
Für mich war diese Globalität des Verbrechens eine wohltuende Abwechslung zu den sonstigen Schwedenkrimis, die ich kannte. Wo Mankell seinen einsamen Wallander meist nur in Ystad ermitteln lässt ist hier eine ganze Expertengruppe auf der weltweiten Jagd nach einem Geheimnis, das all unsere heutigen Probleme wohl für immer lösen könnte. Auch die depressive Grundstimmung aus anderen skandinavischen Krimis konnte ich bei der Lektüre glücklicherweise nicht wahrnehmen, die ich bei Krimikollegen wie Henning Mankell immer für ein wenig "too much" empfand, um mich gut mit der Geschichte zu identifizieren.
Auch das Sujet Energieprobleme ist gut gewählt, da es sich um ein brandaktuelles Thema handelt, was insofern bemerkenswert ist, da das Buch in Schweden bereits 2004 erschien und man Dahls Prophetie rühmen muss, da er schon vor über 5 Jahren eines der drängensten Probleme unserer Tage erkannte und einen Thriller schrieb, der sich um dieses Thema rankt.
Insgesamt kann ich den Stimmen auf dem Buchrücken zustimmen, die das Buch als eine Perle der skandinavischen Thrillerkunst beschreiben. Dieses Buch wird bestimmt nicht das letzte von Arne Dahl sein, welches ich gelesen haben werde.
Unverständlich ist für mich nur, warum dieser in Schweden bereits 2004 erschienene Roman noch nicht viel früher ins Deutsche übersetzt wurde, da man eine vergleichbare Qualität an guter Kriminalliteratur in Deutschland oftmals vergeblich sucht.
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13

Donnerstag, 23. April 2009, 12:41

Ich hab das Buch ja bei Vorablesen gewonnen und wollte neulich mal anfangen es zu lesen, konnte mich aber nicht richtig durchringen. Deswegen hab ich meiner Oma das Buch zu erst gegeben. Die hatte nach den ersten 30 Seiten keine Lust mehr. :-k Und dabei ist sie wirklich sehr sehr geduldig, ausdauerend und an fast allem interessiert... wenn ihr versteht, was ich euch damit sagen will.
Sie liest jetzt trotzdem weiter und mal sehen was sie am Ende dazu zu sagen hat. 8)
"Wie man's macht, ist es verkehrt, aber macht man's gleich verkehrt, ist es auch nicht richtig."
TT: Woelfin007
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14

Donnerstag, 30. April 2009, 12:32

Die hatte nach den ersten 30 Seiten keine Lust mehr. Und dabei ist sie wirklich sehr sehr geduldig, ausdauerend und an fast allem interessiert... wenn ihr versteht, was ich euch damit sagen will.

Ich nehme alles zurück. Nach anfänglichem Wirrwarr schien sich das Buch, bzw. die Stroy, jetzt doch zu einem richtigen Knüller zu entwickeln. Meine Oma kann nicht mehr aufhören zu lesen. :loool:
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15

Donnerstag, 30. April 2009, 18:45


Die hatte nach den ersten 30 Seiten keine Lust mehr. Und dabei ist sie wirklich sehr sehr geduldig, ausdauerend und an fast allem interessiert... wenn ihr versteht, was ich euch damit sagen will.

Ich nehme alles zurück. Nach anfänglichem Wirrwarr schien sich das Buch, bzw. die Stroy, jetzt doch zu einem richtigen Knüller zu entwickeln. Meine Oma kann nicht mehr aufhören zu lesen. :loool:
So ging es mir auch. Am Anfang habe ich überhaupt nicht durchgeblickt, aber glücklicherweise durchgehalten, denn dann wurde es immer besser/durchschaubarer.
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16

Mittwoch, 17. Februar 2010, 14:35

Wie schon der allererste Band der Reihe um die A-Gruppe (Misterioso)
ist der Titel einem Musikstück entliehen. Dieser Titel beschreibt schon
etwas der Stimmung des Buches.

Ich habe bisher gut die Hälfte der 7 Bücher aus der Buchreihe
gelesen und finde die Geschichten immer wieder überraschend und
unglaublich spannend.

Die Charaktere sind sympatisch und menschlich beschrieben und mir
inzwischen ans Herz gewachsen. Aber auch "Neueinsteiger" dürften gut
mit den verschiedenen Personen zurechtkommen, alle Ermittler werden
nochmal ausreichend charakterisiert.

Wie von Arne Dahl gewohnt, muß die Sondergruppe harte Nüsse knacken
und zigmal um die Ecke denken um den Fall zu lösen, da sich alles
völlig anders entwickelt wie anfangs erwartet. Ein echter Dahl eben -
mit absolut unerwarteten Zusammenhängen und Entwicklungen.

Alles beginnt mit einem Banküberfall mit Geiselnahme in der
Stockholmer Innenstadt. Zufällig befindet sich Cilla, die Ex-Frau eines
der Sonderermittler unter den Geiseln. Mit ihrer Hilfe können die
Geiselnehmer identifiziert werden. Aber die Geiselnahme geht zwar
glimpflich aus, dennoch fängt hier erst alles richtig an. Die Suche
nach den Kriminellen, ihren Helfern, Feinden und vor allem den Motiven
beginnt.

Der Autor führt uns vom Irakkrieg (Gegenwart) über den Kalten Krieg
bis zum 2. Weltkrieg nach Stalingrad, wo die Wurzeln des Geschehens
liegen.

Das aktuelle Thema Rohstoffverbrauch (bzw. der Kampf ums Erdöl und damit um die Weltmacht) wird uns hochspannend nahegebracht.

Echt empfehlenswert!
SUB: 206

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HB 2009: 136

:study: 2010: 17 (5697 Seiten)
HB 2010: 116
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Geschlecht: Weiblich

Wohnort: Rheinland-Pfalz

Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Alltagsgeschichten, Erzählungen, Krimis

17

Freitag, 12. März 2010, 19:07

Nach "Dunkelziffer" war dies mein zweiter Roman von Arne Dahl - und bestimmt nicht mein letzter.

Der Aufbau der beiden Krimis ist gleich: Ein Verbrechen geschieht, das A-Team wird eingeschaltet, aber die Hintergründe, die aufgedeckt werden, sind das eigentliche Geheimnis, in das sich die Mitglieder des Teams verbeißen. Neben den Passagen über die Ermittlungen fügt der Autor Kapitel über und mit Personen der Hintergrundgeschichte ein - hier: Tagebuchberichte eines deutschen Soldaten in der Schlacht um Stalingrad - die zunächst losgelöst scheinen vom Rest der Handlung. Erst nach und nach setzt sich ein Bild zusammen, und auch scheinbar unbedeutende Privaterlebnisse der A-Team-Mitglieder entpuppen sich als Puzzlestücke des Falls.
Das Team ist, anders als in vergleichbaren schwedischen Krimis, keine Gruppe, die sich um einen Protagonisten schart, sondern ein Kreis, in dem einzelne Ermittler mit einer eigenen Geschichte und einer charakteristischen Art agieren. Der ständige Wechsel der Zeitebenen und der Personen treibt die Handlung an und mit ihr die Spannung.

Sehr frei und für mich befremdlich: Die Interpretation des Zweiten Weltkriegs als "Ölkrieg". Auch der Begriff "fossiler Rohstoff" ist erst neueren Datums.
Trotzdem: Ein fesselnder Lesespaß, bei dem man verblüfft den Geistesblitzen und den logischen Erleuchtungen der Ermittler folgt. Und dem Einfall des Autors, sich am Ende geschickt aus der Affäre zu ziehen.
ich lese gerade

Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich (Nietzsche)
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