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Messias
von Ralf Isau

Art: Gebundene Ausgabe

Verlag: Piper

ISBN-10: 3492701426
ISBN-13: 9783492701426

Termin: September 2009

Bewertung: [ Anzeigen ]
10 Buchbesitzer:
 
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1

Mittwoch, 19. August 2009, 10:18

Ralf Isau - "Messias"

Er ist der Wundermacher
und der „schärfste Kettenhund Seiner Heiligkeit“:
Monsignore Hester McAteer.
Dem irischen Priester obliegt als Promotor fidei – als Glaubensanwalt – in der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungsprozesse der katholischen Kirche die Prüfung von Voraussetzungen im Heiligsprechungsverfahren, insbesondere die Überprüfung von Wundertaten, die man den jeweiligen Frauen und Männern zuschreibt, die kanonisiert werden sollen. Mc Ateer gilt dabei als absoluter Experte. Ihm eilt der Ruf voraus, er sei „eine Art James Bond in Sachen Glaubenskriminalität und Kirchenspionage“. So leicht macht niemand ihm etwas vor, denn er kennt sämtliche Tricks und jegliche Art von Hokuspokus, mit denen sich im Lauf der Kirchengeschichte Betrüger als Wundertäter ausgegeben hatten. Überhaupt gibt es für ihn nur zwei Möglichkeiten von Wundern: Betrug, den er aufdecken kann, oder Betrug, vor dem er kapitulieren muss.
Wer also wäre da besser geeignet für die heikle Angelegenheit, die Kardinal Avelada, den Präfekten der Glaubenskongregation, ausgerechnet am Abend des Gründonnerstags ereilt, als dieser scharfsinnige und absolut unbestechliche Wunderexperte?!
Ausgerechnet in McAteers irischem Heimatdorf Graiguenamanagh soll ein Wunder schier unvorstellbarer Größe stattgefunden haben: In der dortigen Abteikirche ist in den Nachmittagsstunden in himmlischem Lichtglanz ein verwirrter junger Mann vom Kreuz herabgestiegen, mit blutenden Wundmalen an Händen und Füßen. Er spricht fast ausschließlich in Bibelzitaten und dies auch noch auf Hebräisch. Er nennt sich selbst Jeschua. Ist er der zurückgekehrte Messias, der das das Weltende und den Zorn Gottes bringt? Dies zumindest glauben die Menschen in Graiguenamanagh sehr schnell, denn eine ganze Reihe Todesfälle kommen mit der Ankunft Jeschuas daher, die tatsächlich an das Jüngste Gericht erinnern.
Schon vor seiner Ankunft steht für McAteer fest, dass es sich bei dem Wunder der Wiederkunft Christi nur um eine spektakuläre Show oder gar um eine Verschwörung handeln kann. Während die ganze Welt bereits den wiedergekehrten Messias feiert, setzt McAteer als Sonderermittler des Bischofs von Kildare und Leighlin alles daran, den Wunderschwindel aufzudecken. Noch ahnt der „schärfste Kettenhund Seiner Heiligkeit“ nicht, in welche persönlichen Zweifel ihn die Ermittlungen führen werden und wie ihn seine eigene Vergangenheit in Irland einholen wird.
Das Wunder von Graiguenamanagh entfesselt Kräfte, die nicht nur den brummigen Wunderskeptiker McAteer herausfordern …

Die tiefe Sehnsucht nach Spiritualität und die Hoffnung auf ein Mehr, als das Sichtbare und als das vielfältige Leid in der Welt, ist in Menschen aller Jahrhunderte verwurzelt. Ob in evangelistischen Heilungsshows aus Amerika oder an katholischen Wallfahrtsorten wie Fatima und Lourdes, ob esoterischer Hokuspokus oder Zukunftsdeutung durch Astrologie und Tarotkarten – Menschen sehnen sich auch heute nach übernatürlichen Erfahrungen und hoffen auf göttliche Sicherheiten. In seinem neuen Roman „Messias“ entspinnt der großartige deutsche Fantasy-Autor Ralf Isau aus diesem Hintergrund heraus eine ebenso spannende wie aktuelle Story. Sein Hauptprotagonist Monsignore Hester McAteer erscheint dabei als der Prototyp des Zweiflers, der die Wundergläubigkeit mit äußerster Skepsis verfolgt. Zu Beginn des Romans noch fest davon überzeugt, dass es keine echten Wunder sondern höchstens unerklärte Phänomene gibt, gerät McAteers Unglaube im Lauf seiner Ermittlungen kräftig ins Wanken.
Ralf Isau legt einen wirklich spannenden Mystery-Thriller vor, der ganz sicher auch in den Leserinnen und Lesern einen ständigen Wechsel von Zweifel und Glauben hervorruft. Gibt es Wunder wirklich oder ist alles nur Einbildung, Lug und Trug? Geschickt versteht es Isau, hochaktuelle kirchenpolitische Themen aufzugreifen und in seine Story einzuarbeiten. Dabei spart er auch nicht mit deutlicher Kirchenkritik, ob aus dem Munde Jeschuas oder eingewoben in die Handlung der Personen, immer aber auf angemessenem Niveau.
Dass Ralf Isau seinen „Messias“ zudem mit viel Ironie und Humor würzt, krönt diesen spannenden Thriller zu einem rundum gelungenen Lesehochgenuss.

„Wer Wunder nicht wahrhaben will, wird immer eine ‚vernünftige‘ Erklärung finden und sie anzweifeln. Das ist ja das Wesen des Glaubens: Man muss sich auf ihn einlassen.“ Diese Worte schreibt Isau sicher nicht nur für den brummigen irischen Monsignore …

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2

Mittwoch, 19. August 2009, 11:21

@ thorlac,
Dir gefiel also das Buch? Bei vorablesen hast Du es ja mit 5 Sternen bewertet.

Ich hatte zwar auch einen Leseeindruck geschrieben, wollte es aber nicht haben, weil ich mit dem Genre des Vatikanthrillers bisher keine guten Bücher verbinde. Und auch Ralf Isaus "Galerie der Lügen", in dem er sich eines religiösen Themas annahm, fand ich nicht berauschend.

Trotzdem interessiert es mich: Was ist denn jetzt wirklich passiert? Ist tatsächlich Jesus vom Kreuz gefallen?
Kannst Du bitte eine Antwort in einem Spoiler geben? Oder per PN. Ich bin furchtbar neugierig. :uups:

Danke
Marie
ich lese gerade

Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich (Nietzsche)
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3

Mittwoch, 19. August 2009, 18:45

Danke für deine tolle Rezi, thorlac :friends:
Ich bekomme das Buch von Vorablesen und bin richtig froh, dass ich es mir heute nicht gekauft habe. Hatte es schon in der Hand.... :-,
:study: Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten
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Mittwoch, 19. August 2009, 18:50

Ich will es haben! Ich WILL es!
... wurde nich ausgewählt ...

[-(



... und kaufen werd ichs nicht für den Preis.
"Wie man's macht, ist es verkehrt, aber macht man's gleich verkehrt, ist es auch nicht richtig."
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5

Mittwoch, 19. August 2009, 20:00

@Marie:
Die Auflösung ist per PN unterwegs zu dir ... ;)

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6

Mittwoch, 19. August 2009, 20:27

Ich hatte zwar auch einen Leseeindruck geschrieben, wollte es aber nicht haben, weil ich mit dem Genre des Vatikanthrillers bisher keine guten Bücher verbinde.

Kommt man nicht automatisch in die Auslosung, wenn man einen Leseeindruck schreibt?

:study:
Brandon Sanderson - Krieger des Feuers
Brent Weeks - Am Rande der Schatten


Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.
(Jorge Luis Borges)
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7

Donnerstag, 20. August 2009, 10:34

@ Pandämonium,
wenn man anklickt, dass man das Buch nicht haben will, dann nicht. Normalerweise schreibe ich nur dann einen Leseeindruck, wenn ich das Buch haben will, aber hier musste ich einfach meine Bedenken loswerden. :wink:
ich lese gerade

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8

Donnerstag, 20. August 2009, 12:37

@ Pandämonium,
wenn man anklickt, dass man das Buch nicht haben will, dann nicht. Normalerweise schreibe ich nur dann einen Leseeindruck, wenn ich das Buch haben will, aber hier musste ich einfach meine Bedenken loswerden. :wink:

Danke, das wusste ich gar nicht.

:study:
Brandon Sanderson - Krieger des Feuers
Brent Weeks - Am Rande der Schatten


Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.
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9

Sonntag, 6. September 2009, 11:07

Hier mal meine kurze Rezension:

Im irischen Zungenbrecher-Dorf Graiguenamanagh erscheint in einem hellen Licht ein Mann, der die gleichen Wundmale wie Jesus am Kreuz auweist, nur Hebräisch spricht und sich selbst Jeschua nennt. Handelt es sich um den Messias? Wenn ja, warum ist er zurückgekehrt? Steht uns das Ende der Welt kurz bevor? Oder ist alles nur ein gut eingefädelter Schwindel?

Diese Fragen stellt man sich nicht nur am Anfang, sondern das ganze Buch über - denn immer wieder lenkt uns Ralf Isau mal in die eine, mal in die andere Richtung, bis nur noch eine Frage offen bleibt: Was möchte ich glauben?

Um den Fall aufzuklären wird vom Vatikan der Wunderaufklärer Hester McAteer zurück in sein Heimatdorf geschickt. Doch da erwartet ihn nicht nur das "Wunder von Graig" sondern auch eine merkwürdige Gemeinde und eine alte Familiensaga. Leider ist Hester McAteer nicht so facettenreich wie alle anderen Dorfbewohner, so dass man nur über seine Familiengeschichte indirekt eine Bindung zu ihm aufbauen kann...

Durch das stete hin und her zwischen unerklärlichen Phänomenen und suspekten Personen baut Ralf Isau eine ganz besondere Spannung auf, die bis zum Ende des Buches erhalten bleibt. Man macht sich zwar seine eigenen Gedanken, doch immer wenn man glaubt, etwas herausgefunden zu haben, wird man wieder in eine andere Richtung gelenkt... Die Auflösung hat mir sehr gut gefallen und war auch nicht an Haaren herbeigezogen.

Nicht zuletzt ist es Ralf Isaus Schreibstil, der das Buch so fesselnd macht: Die Bewohner der grünen Insel werden teils stark überzeichnet, um noch skurriler im Angesicht des Wunders zu wirken, andere Fakten aus der Kirche werden uns ganz nüchtern und mit sehr fundiertem Hintergrundwissen präsentiert. Ab und an wird das Buch nur etwas zu langatmig.

Kurz und gut ewartet den Leser mit "Messias" ein ganz besonderer Thriller, der gleichzeitig in den Bereich Mystery und Familiensaga fällt. Die Spannung hält sich konstant bis zum Ende und zurück bleibt neben einem guten Buch auch die Frage: Würde ich an Wunder glauben, wenn sie passieren?

Meine Bewertung: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
(trotz der stellenweisen Langatmigkeit ^^)
Nae quin! Nae king! Nae laird! Nae master! We willna' be fooled again!
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10

Montag, 7. September 2009, 12:48

Und hier meine eher kurzgehaltene Rezension:

Den Klappentext lasse ich mal weg, wird ja eingangs schon erwähnt. :wink:

Meine Meinung: Da dies mein erster Roman von Ralf Isau war, konnte ich ohne grosse Erwartungen an den Roman herangehen. Ich muss aber sagen, dass mir der Schreibstil sehr gefallen hat.
Die Geschichte von einem zurückgekehrten Jesus ist sicher nicht neu, doch von Isau auf spannende Weise inszeniert worden. So bleibt bis fast zum Ende verborgen, was wirklich geschehen ist. Jedoch hatte ich nicht das Gefühl, hingehalten worden zu sein und mit unnötigen Nebenhandlungen bombadiert zu werden, um die Spannung auszureizen. Isau versteht es die Charaktere in einem guten bzw. schlechten oder ominösen Licht darzustellen, wodurch man schon recht früh meint, hinter die Geheimnisse der Wunder gekommen zu sein.
Als „Nebengeschichte“ zu den Wundern in Graiguenamanagh wird die Familiengeschichte des Hauptakteurs Hester McAteer zum Besten gegeben. Dieses tut der eigentlichen Handlung aber keinen Abbruch, sondern fliesst ergänzend in den eigentlichen Geschichtsverlauf mit ein.
Als Fazit kann ich nur sagen, dass „Messias“ ein gelungener Roman ist, der auch zum Nachdenken anregt. Denn Wunder, egal, ob gross dargeboten wie in „Messias“ oder im Kleinen, gibt es halt doch immer wieder, solange man nur daran glaubt....
:vampire: Fairy tales are more than true: not because
they tell us that dragons exist, but because they tell us that dragons
can be beaten. :vampire:
-- G.K. Chesterton
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11

Montag, 7. September 2009, 15:20

...Resultat guter Teamarbeit

Ein Blitz erhellt die Duiske Abbey in Irland. Auf dem Boden vor dem
Altar liegt ein nackter Mann und die Jesusfigur am Kruzifix fehlt. Der
Mann nennt sich Jeschua und spricht nur hebräisch. Das ist das "Wunder
von Graiguenamanagh" und versetzt das Städtchen und den Vatikan in
Aufregung. Ein immenser Pilgerstrom macht sich auf zum Ort der
vermeintlichen Wiederkunft Christi. In der Nacht folgt ein schweres
Gewitter und ein Landstreicher und ein Journalist finden auf mysteriöse
Arte und Weise den Tod. Der Beginn des Jüngsten Gerichts? Die
katholische Kirche muss handeln, denn Jeschua verkündet Unangenehmes
und die Menschen hören ihm zu und glauben an ihn. Aus dem Vatikan wird
Sonderermittler Hester McAteer, der "schärfste Kettenhund seiner
Heiligkeit" entsandt, er soll aufklären: Wunder oder Effekthascherei?
Hester McAteer kehrt in seine Heimat Graiguenamanagh zurück und trifft
dort nicht nur auf Misstrauen, Angst und Intrigen, sondern auch auf
seine große Liebe, die er für die Kirche verlassen hat. Aufgrund der
sich ereignenden Vorfälle gerät das Weltbild des Skeptikers Hester
McAteer ins Wanken.

Ralf Isau zeichnet seine Charaktere zum Teil skurril, aber sehr
sympathisch und entwickelt die Figuren im Laufe der Geschichte weiter.
Er greift das Thema Wunder in der katholischen Kirche auf. Seit
Jahrhunderten versuchen die Menschen Wunder zu finden oder zu
inszenieren, um die Existenz Gottes zu belegen oder Geld zu verdienen.
Er versteht es Spannung zu erzeugen, leider kann er den Spannungsbogen
nicht über den ganzen Krimi halten, da doch einige Längen vorhanden
sind. Die Inszenierungen sind detailgenau geschildert und zum Teil
überzeichnet. Was ich positiv fand, denn ich denke, dass es zum Teil
schon der Wahrheit entspricht, wie die Kirche mit diesen Situationen
umgeht, aber eben nicht so ausgeprägt. Als Nebenhandlung wird die
Familiengeschichte von Hester McAteer "entwirrt", was sich gut in das
ganze Geschehen einfügt. Es kommen viele kirchenspezifische Begriffe
vor, was anstrengend sein kann, wenn man in der katholischen Kirche
nicht so zu Hause ist. Allerdings veranlasst es auch den Leser ein
bisschen zu recherchieren. Isau hat einen schönen, flüssigen
Schreibstil und würzt seine Geschichte mit einem sehr angenehmen Humor.

Was mich am Anfang etwas gestört hat waren die Rechtschreib- oder
Druckfehler und das der Name Lefebvre anfangs immer falsch geschrieben
wurde. Das Cover passt super zum Inhalt und gefällt mir sehr gut.

Das Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert. Es ist spannend und gibt
einen Einblick in die "wundersame" Welt der Katholiken. Es ist
kritisch, aber nicht oberlehrerhaft. Der Spaß kommt beim Lesen wahrlich
nicht zu kurz. Ich würde es aber eher als Krimi einordnen und nicht als
Thriller.
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12

Montag, 7. September 2009, 18:01

Habe das Buch in der Bibliothek vorbestellt. Ich hoffe ich bekomme es bald. Bin schon gespannt. :flower:
"Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele"

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13

Montag, 14. September 2009, 19:24

Meine Rezi von vorablesen:

Ein wirklich spannendes Buch!
Sämtliche Figuren dieses Thrillers werden größtenteils als recht
originelle Charaktere beschrieben. Das finde ich generell bei Romanen
wichtig, ich mag keine farblosen Hauptdarsteller.
Vom Schreibstil her ist das Buch schön flüssig zu lesen. Erst
ziemlich spät merkte ich beim Lesen, dass es schon frühere Romane des
Autors gibt, auf die sich einige Passagen dieses Buches beziehen. Es
wird aber alles so gut erklärt und die entsprechenden Personen
vorgestellt, das mir "nichts fehlte".
Sehr gut hat mir der Schauplatz gefallen. Bei dem Titel dachte ich
zuerst an eine Handlung in päpstlicher oder allgemein mehr klerikaler
Umgebung im Vatikan oder so. Die familiäre Atmosphäre in dem irischem
Kaff macht einen besonderen Reiz aus und gibt den eigenwilligen
Charakteren ihren Rahmen.
Die Spannung der Handlung steigert sich nicht wirklich, bleibt aber
bis zum Ende erhalten. Wenn ich ganz ehrlich bin, dachte ich bis kurz
vor Schluß der Geschichte nicht, dass alle Unklarheiten aufgelöst
werden können. Der Autor hat aber wohl doch an alles gedacht, es
bleiben keine Fragen offen.
Einziger Punkt, der mich so ein bisschen stört: die Geschichte mit der Prophezeiung, war die wirklich nötig?

Ein spannendes und faszinierendes Buch, das ich jedem empfehlen kann.
SUB: 206

:study: 2009: 40
HB 2009: 136

:study: 2010: 17 (5697 Seiten)
HB 2010: 116
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14

Dienstag, 15. September 2009, 19:28

Oh Wunder!

Das Buch beginnt mit dem Auftauchen des Messias eigentlich sehr spannend. Willig gab ich mich dem Mystery-Feeling um den wieder auferstandenen und in unsere moderne Welt geworfenen Jeschua hin, auch wenn mein lesegeübtes Auge über so manches irische und italienische Wort stolperte (die Anleitung zur richtigen Aussprache des Ortsnamen Graiguenamanagh irgendwo am Anfang des Buches ist nett gemeint aber ändert nicht viel daran) und so manch trockenen Dialog zwischen langweiligen Charakteren überwinden musste. Doch leider wird der Spannung schon nach ca. einem Viertel des Buches der Wind aus den Segeln genommen. Der mysteriöse Jeschua taucht kaum noch auf, ist nur noch ein Statist im Krankenhausbett, ebenso einige andere Charaktere, von denen ich mir mehr versprochen hatte. Die Tochter des Helden beispielsweise, Anny: entgegen ihres Berufes als Journalistin entschließt sie sich, die meiste Zeit der Handlung über an Jeschuas Seite zu sitzen und sein Händchen zu halten, was unerklärterweise wohl tief romantische Gefühle in ihr auslöst (wohlgemerkt sprechen sie nicht mal die selbe Sprache) ... Auch die Hauptfigur Hester bleibt relativ blass und oberflächlich. Für einen kirchlichen Würdenträger verhält er sich auch ziemlich untypisch weltlich (zumal gerade Ostern ist).

Sehr an den Haaren herbei gezogen werden die Erklärungen für die Wunder, die in ganz großem Stil mit viel Aufwand betrieben werden und sehr unrealistisch wirken, einige Fragen bleiben leider auch offen. Wirklich haarsträubend fand ich den seltsamen Einschub mit der Pianistin, einer Nachfahrin von Liszt, die es allein mit ihrem Klavierspiel vermag ... (ich will nicht zuviel verraten). Wie ich im Nachhinein erfahren habe, ist sie die Hauptfigur aus Isaus Roman „Die Dunklen“. Ob er sich mit diesem Cameo-Auftritt eine Werbewirkung für seine anderen Bücher erhofft hat? Jedenfalls fand ich diese Szene ohne dieses Wissen sehr befremdlich. Spätestens hier sank meine Meinung von dem Buch „Messias“ rapide ab.

Der einzige Lichtblick sind die wenigen skurrilen Figuren wie die sauertöpfische Witwe, die sich jeden Tag auf dem Friedhof am Grab ihres verstorbenen Mannes ausjammert bevor sie dann im nächsten Pub ihren Schlummertrunk zu sich nimmt, oder der pflichtbewusste Nachbar, der seit dem Tod seines Hahns dessen allmorgendliche Aufgabe des Weckrufs übernommen hat. Sympathisch war mir auch die Figur des 103-jährigen Seamus, dem schnoddrigen Wundertäter, der als Hesters Vater zum Glück eine größere Rolle in der Handlung einnimmt, sonst hätte ich die Lektüre womöglich nicht durchgehalten.

Ralf Isau hat es mit den Wunder für meinen Geschmack viel zu sehr übertrieben. Dazu kommen langweilige Dialoge, zu wenig Spannung, blasse Charaktere und eindeutige, sehr platte Kritik an der katholischen Kirche. Wer aufgrund der Inhaltsangabe und der blutigen Covergestaltung einen spannenden, unterhaltsamen Thriller erwartet, dürfte enttäuscht werden.
Das war mein erstes und bleibt mein letztes Buch von Ralf Isau.

Daher gibt's von mir nur: :bewertung1von5:
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Tom Clancy
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15

Freitag, 16. Oktober 2009, 19:54

Habe das Buch mittlerweile gelesen und ich war begeistert.
Gut geschrieben und es ließ sich flüssig lesen.
Ich kann es nur empfehlen. :flower:
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Bevorzugte(s) Bücher-Genre: Mittlerweile bunt gemischt, eben alles, was irgendwie lesenswert ist ;-)

16

Sonntag, 18. Oktober 2009, 15:35

Jetzt habt ihr mich mit euren positiven und negativen Eindrücken aber sehr, sehr neugierig gemacht. Ich habe schon mehrere Bücher von Ralf Isau gelesen (Die Neschan-Trilogie, Der Kreis der Dämmerung und Die unsichtbare Pyramide) und bin deshalb sehr gespannt auf Messias, gerade weil es sich wohl sehr von den Büchern unterscheidet, die ich bisher von Isau gelesen habe. Dass in Isaus Büchern immer mal wieder Charaktere aus anderen seiner Bücher auftauchen, ist eine Macke von ihm, die ich aber mag und nicht als Werbestrategie empfinde. Wahrscheinlich werde ich mir das Buch zu Weihnachten wünschen, da ich noch genügend andere Bücher auf meinem SUB liegen habe und der Preis für das Buch auch nicht gerade niedrig ist.

Liebe Grüße,
Eimyrja
~Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.~
- Heinrich Heine -

:study: Eric-Emmanuel Schmitt - La part de l'autre
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17

Samstag, 31. Oktober 2009, 14:58

In der Kleinstadt Graiguenamanagh, kurz Graig, fällt ein nackter Mann vor die Füße von Seamus Whelan. Der nackte Mann hing, laut Seamus vorher am Kirchenkreuz. Der Mann, der sich Jeschua nennt und nur hebräisch spricht, zitiert ununterbrochen Bibelverse und Zitate. Um die ganze Sache aufzuklären und sicherzustellen, ob es sich bei dem Mann um den „Messias“ handelt, schicht der Vatikan den Ermittler Bruder Hester McAter nach Graig. Dieser muss sich in seiner ehemaligen Heimat den sogenannten „Wundern“ stellen, die durch Morde zum Ausdruck gebracht werden.
Ralf Isau schafft es in „Messias“ äußerst spannend und fesselnd zu erzählen und bannt den Leser sofort in das Geschehen.
Bruder McAter, eine äußerst sympathische Person, muss sich mit Fanatikern, Gläubigen und Verschwörungstheoretikern herumschlagen und zusätzlich noch mit einem Mörder, der in Verbindung zu dem „heruntergefallenem“ Jeschua steht.
Mit Humor und Vielfältigkeit schafft Isau ein wunderbares Buch, das mit sympathischen und skurrilen Personen besticht und nur zu empfehlen ist.

:bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: von :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
:study: Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten
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Morgaine

unregistriert

18

Mittwoch, 20. Januar 2010, 08:21

Es sieht aus, als erlebe das kleine irische Städtchen Graiguenamanagh am 9. April 2009 ein Wunder: In der Kapelle des Dorfes liegt ein Mann vor dem Kreuz. Er nennt sich Jeschua, spricht nur Hebräisch, ist nackt und blutet aus mehreren Wunden.
Es dauert nur wenige Stunden, da bekommt der Vatikan Wind davon und schickt sogleich Hester McAteer als Ermittler dorthin. Mit Wundern kennt man sich im Vatikan aus; mit getürkten Wundern noch viel mehr, und so soll McAteer herausfinden, was nun wirklich hinter diesem neuen Messias steckt und wer ihn geschickt hat. Hester ist der Meinung, dass es keine Wunder gibt, nur unerklärte Phänomene. Tatsächlich zeichnet sich schon bald ab, dass er recht haben könnte. Jeschuas Wundmale sehen so aus, als hätte ein Chirurg sie ihm beigebracht. Doch dann erweckt Jeschua im Krankenhaus einen Patienten aus dem Koma. Hat er doch wundertätige Kräfte?
Hesters Zweifel bleiben und er ermittelt weiter, was ihn bald selbst in Lebensgefahr bringt ...

Mit Messias legt Ralf Isau einen soliden Thriller vor, der sich flüssig und spannend liest, allerdings viel zu früh mit der Auflösung aufwartet. Das ist schade, da so die restlichen 120 Seiten doch recht plätschern. Zwar gibt es auch dann noch einen spannenden Showdown, aber mir hätte es besser gefallen, wenn der Leser bis zum Ende im Unklaren geblieben wäre.
Trotzdem liest sich das Buch richtig gut, der Autor kann schön erzählen und hat einige ungewöhnliche Figuren erschaffen. Besonders der hundertdreijährige Hausmeister der Kirche (er ist so eine Art Mädchen für alles und kümmert sich darum, wenn etwas den Ablauf der Messe stört), ist ein absoluter Sympathieträger. Sehr originell auch der Perücke tragende Gemeindepfarrer, der deshalb den Spitznamen Pompom hat.
Erfreulicherweise wird es auch nicht allzu kirchlich und katholisch.
Meine Wertung: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
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